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0815


 
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Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 34
Beiträge: 2000

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 24.09.2013 19:00    Titel: 0815 eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

0815

Das Leben war wie eine Zugfahrt, fand Max. Manchmal raste es dahin wie ein wildgewordener ICE, hin und wieder gab es gewaltige Baustellen, die viel Geduld verlangten und dann musste man umsteigen. Oder gar ein Stückchen zurück fahren. Max hasste es, mit dem Zug zu fahren. Es war eintönig, sich immer nur in vorgegebenen Bahnen, auf bereits gestellten Weichen zu bewegen. Ab jetzt ging er zu Fuß.

Alles begann an dem Tag, an dem er sich von Erika trennte, seiner Frau.
„Ich will die Wahrheit!“, schrie sie ihn an. Ihre Augen waren geschwollen vom vielen Weinen, ihre Stimme rau. „Sag mir die gottverdammte Wahrheit!“
„Ich kann so nicht mehr“, sagte Max und wollte sie am liebsten in die Arme nehmen. Er mochte es nicht, ihr wehzutun, aber noch weniger wollte er sich selbst wehtun.
„Kannst du oder willst du nicht?“, wollte Erika wissen. Sie hatte schon das teure Porzellan in der Hand.
„Macht das überhaupt einen Unterschied?“ Max ertrug es einfach nicht mehr. Sich ständig in ausgefahrenen Gleisen zu bewegen. Jeden Morgen ein flüchtiger Kuss, jeden Abend stand das Essen Punkt 18.00 auf dem Tisch. Sex gab es nur noch jeden zweiten Sonntag, eine lieblose, routinierte Nummer. Aber nach außen hin waren sie das perfekte Paar, mit Reihenhäuschen, weißem Zaun und einem Goldfischaquarium.
„Hast du eine Neue?“ Der Teller zitterte in ihrer Hand.
„Nein.“ Und ja. Nicht eine Frau. Ein neues Leben. In dem Erika keinen Platz mehr hatte.
Sie spürte die Wahrheit. Sie spürte die Lüge. Er spürte kalte Scherben auf seiner Haut.

Max erkannte, dass es gar nicht so einfach war, sein altes Leben aufs Abstellgleis zu verfrachten und einfach darüber hinweg zu steigen. Seine Freunde verstanden nicht, warum er sich von Erika getrennt hatte. Noch weniger verstanden sie, warum er seinen Job gekündigt hatte und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. Oder gar, dass er zu zwei Studenten in eine abgefuckte Wohngemeinschaft gezogen war, wo er in einer Rumpelkammer schlief, die kaum größer war als ein Schuhkarton.
Max mochte seine neue Freiheit, aber er spürte den Sog, der ihn ständig verlockte, wieder in den Zug zu steigen, den alle anderen Leben nannte. Es war mühsam, zu Fuß zu gehen, während alle anderen fröhlich vorbeirasten und gelegentlich gnadenvoll aus dem Fenster winkten. Hier würde er es auf Dauer nicht schaffen. Eine andere Lösung musste her.
 
„Sie möchten ein Visum?“, schnauzte ihn die Dame am Schalter an. Die war wahrscheinlich chronisch untervögelt. Dabei hätte sie Max nicht von der Bettkante geschubst.
„Ja.“
„Haben Sie die entsprechenden Formulare mit?“ Ihre dunklen Augen blitzten in schadenfroher Erwartung. Max konnte sie sich gut als Domina vorstellen.
„Natürlich.“ Er schob einen ganzen Stoß an Formularen über den Tresen, die er auf hässlichem, aber umweltfreundlichen graubeigen Papier ausgedruckt hatte.
Sie blätterte die Zettel durch. Ihre Fingernägel waren lang und rot lackiert.
„Sagen Sie, wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“ Er sah ihr an, dass sie am liebsten ganz andere Worte gebraucht hätte. Ihr Kopf war beinahe so rot wie ihre Fingernägel.
„Nein, wieso?“  Max verstand wirklich nicht, wo ihr Problem lag.
„Weil Sie das Musterexemplar abgegeben haben, nicht die ausgefüllte Vorlage.“
„Wie kommen Sie denn darauf?“ Max hatte doch wirklich alles minutiös ausgefüllt. Über drei Stunden war er daran gesessen, um dem Amtsweg zu entsprechen. Er richtete sich zu seiner vollen Größe von 1,74 m auf.
„Verarschen können Sie jemand anderen.“ Da war es doch, das böse Wort.
„Aber es stimmt, schauen Sie nur, mein Pass.“ Auch dieses Dokument wanderte über den Tresen.
Sie blickte kurz hinunter, dann sah sie ihm wieder in die Augen.
„Es tut mir leid, ich kann Ihnen nicht helfen.“ Schwang da etwa Mitleid in ihrer Stimme mit? Anders war sie ihm lieber gewesen. Er mochte diese leicht ruppige, unangepasste Art. Fußgängerisch. Sie war wie er. Er war wie sie.
Sie schob alle Dokumente wieder zurück. „Sie sollten jetzt besser gehen, sonst muss ich den Sicherheitsdienst rufen.“
„In Ordnung.“ Max seufzte und zuckte resigniert mit den Schultern. „Aber wann haben Sie eigentlich Dienstschluss?" Er setzte sein Gewinnerlächeln auf.

Euphorie umgab Max wie ein wärmender Mantel. Sie hieß Renate. Reizende, rehäugige Renate. Obwohl sie sich erst wenige Tage kannten, spürte er, dass sie etwas ganz Besonderes war. Mit ihr an der Hand war es ein Leichtes, neue Pfade zu beschreiten. Die Welt erstrahlte in wagemutigen Farben. Max marschierte durch Mandelblüten und Mandolinentöne, weitab von stinkenden Schnellzügen und lodernden Lokomotiven.

„Weißt du, irgendwann musst du deine Geheimnisse aufgeben, sonst kann das mit uns nicht funktionieren.“ Gerade eben hatte Renate den Mund noch ziemlich voll gehabt. Woher kamen also diese sperrigen, spießigen Worte? Es war doch gar kein Platz dafür gewesen!
„Hmpf“, machte Max. Er war zu erschöpft, um sich über diese Unterstellung zu ärgern.
Ihre Hand kreiste über seiner Brustwarze, kniff kurz hinein. „Ich meine das ernst, so kann es nicht weiter gehen.“
Die Seligkeit verflog.
„Müssen wir unbedingt alles in ein Schema pressen?“, wollte Max wissen.
„Nein, natürlich nicht.“ Renates dunkle Augen blitzten wie an dem Tag, an dem sie sich kennengelernt hatten. War das wirklich schon vier Wochen her?
„Aber es kann doch nicht so schwer sein, die Wahrheit zu sagen.“
„Ein weiser Mann hat einmal geschrieben: Die Wahrheit kennt nur der Betroffene, will er sie mitteilen, wird er automatisch zum Lügner.“ Was war Wahrheit schon? Hatte nicht jede Medaille zwei Seiten? Konnte nicht jeder Zug in zwei Richtungen fahren?
„Und Goethe hat gesagt, dass es die Menschen ärgert, dass die Wahrheit so einfach ist“, begehrte sie auf, aber als er nichts erwiderte, schmiegte sie sich an seine Schulter.
„Ich liebe dich“, flüsterte sie leise.
Er sagte nichts. Worte waren keine Wahrheit. Sein Herz aber schlug schneller.

Aber das Thema hing weiterhin zwischen ihnen, in der Warteschleife. Max spürte, wie sich Renate von ihm zurückzog. Wenn sie beim Frühstück saßen, las sie oft in ihrer Zeitung, sprach die ganze Zeit kein Wort. Wenn er sie von der Arbeit abholte, dann sah sie ihn oft gar nicht, lief an ihm vorbei, bis er sie beim Namen rief.

Es war ein heißer Sommertag, als sie sich das letzte Mal liebten. Ihre Haut klebte aneinander, erst als sie sich zur Seite drehte, lösten sie sich mit einem schweißfeuchten Schmatzen. Er betrachtete die weiche Rundung ihres Hinterns, der Hüfte. Ihre langen Haare wanden sich wie flatternde Flechten um ihre Schultern. Plötzlich drehte sie sich zu ihm um. Er wollte die Hand nach ihr ausstrecken, aber ihr Blick hielt ihn ab. Er ging durch ihn hindurch, als hätte er sich in Luft aufgelöst.
Sie wandte sich wieder um, griff nach dem Telefon.
„Oh mein Gott, Claudia, ich muss dir etwas total Abgefahrenes erzählen. Stell dir vor, ich hab gerade geträumt, ich hätte etwas mit Max Mustermann ... Ach du weißt schon, diesen Typen, der auf den ganzen Ausweismustern drauf ist ... Ja, komisch nicht wahr? Dabei ist der Kerl doch so 0815 ...“
Mehr wollte Max nicht hören.

Gasse um Gasse ging er durch die Stadt, geisterhaft wie ein Gespenst. Niemand sah ihn, niemand hörte ihn. Seine Gliedmaßen begannen zu glimmen, zu verblassen. Ja, er war Max Mustermann. Er hatte ein mustergültiges Leben mit Erika Musterfrau geführt. Und dann war er einfach ausgestiegen. War das der Preis? War dies die Strafe? Immer weiter ging er, bis er zum Hauptbahnhof kam. Ruhig und still lag er da, im Licht der untergehenden Sonne. Auf einmal wusste Max, was er tun musste. Er musste einfach nur quer über die Gleise gehen ...

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Herbert Blaser
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 54
Beiträge: 334
Wohnort: Basel


BeitragVerfasst am: 25.09.2013 05:58    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt gut, dass in dieser Geschichte konsequent mit dem Thema Zugfahrt  gearbeitet wird - und dass die Monotonie des 0815 in Selbstauflösung endet. Mustergültig.

_________________
Wie haben wir den Mut in einer Welt zu leben, in der die Liebe durch eine Lüge provoziert wird, die aus dem Bedürfnis besteht, unsere Leiden von denen mildern zu lassen, die uns zum Leiden brachten?

Marcel Proust
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ash_p
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 31
Beiträge: 51
Wohnort: Berlin


BeitragVerfasst am: 25.09.2013 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

Interessanter Text. Er hat mich sehr nachdenklich gemacht. Eigentlich sind wir doch alle irgendwo so ein Max Mustermann. Aussteigen und neue Wege gehen ist schwer.

Sprachlich vermag es der Text die Mustergültigkeit von Max zu zeigen ohne dabei monoton zu wirken. Zum Ende hin wird es leider etwas holprig, was sicherlich auch der Vorgabe geschuldet ist, da man ja nicht mehr als zehtausend Zeichen schreiben durfte und auch irgendwann zum Ende kommen muss.

Also alles in allem ein gelungener Text, der zum nachdenken anregt.


_________________
Im Herzen haben wir alle unsere eigene kleine Welt.
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lady-in-black
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Beiträge: 1654
Wohnort: Killer Förde
Der goldene Käfig Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 25.09.2013 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,  smile

dies ist ein Ichwillerstmalnurdiebewertungsfedernfreischaltenkommentar.

Später vielleicht noch einmal mehr. Pfiffig Blinzeln


_________________
- Ich würde mich gerne geistig mit Dir duellieren ... aber ich sehe Du bist leider unbewaffnet.
- Nein, Stil ist nicht das Ende vom Besen.
- Ich spreche fließend ironisch, auch im sarkastischen Dialekt.
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Kateli
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Beiträge: 258
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Das goldene Gleis


BeitragVerfasst am: 25.09.2013 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Durchschnittstyp, der keiner mehr sein und aus den gewohnten Bahnen ausbrechen will - und der sich kurz vor Schluss fragen muss, ob er wirklich so durchschnittlich, so unauffällig und so durchscheinend ist, dass er sich sich selbst nur eingebildet hat, so lese ich deinen Text. Die Gleise sind klar, die eingefahrenen Bahnen des Lebens und das Gefühl, die Richtung nicht beeinflussen zu können - dann der Ausstieg. Die Frage nach der Wahrheit und ihrer Bedeutung kommt vor, hat aber für mein Empfinden wenig Substanz. Eher kommt die Auseinandersetzung damit auf einer anderen Ebene zum Tragen, nämlich in der Frage, wie man sich selbst wahrnimmt oder von anderen wahrgenommen wird, schließlich auch eine ganz essentielle Wahrheit, die nicht für jeden dieselbe ist. Das Queren der Gleise taucht explizit am Schluss auf, der sehr offen ist, was eigentlich zum Nachdenken anregt, mich aber hier etwas ratlos zurücklässt. Vielleicht fehlen mir vorher ein paar Andeutungen, in welche Richtungen es gehen könnte ... Jedenfalls finde ich die Idee zum Thema nicht schlecht, die Umsetzung könnte aber pointierter sein.
Ein paar Einfälle und Ansätze finde ich ganz großartig, allem voran die Vokabel "fußgängerisch" im Sinne von "unangepasst", ganz grandiose Idee, Respekt, ebenso wie die geschickte Aneinanderreihung von
"Sie spürte die Wahrheit. Sie spürte die Lüge",
das wirkt, zieht mich rein und hat Tiefe.
Dafür stehe ich an anderen Stellen auf dem Schlauch, widerspricht mein Logik-Lesegefühl und hält mich erstmal vom Weiterlesen ab. Die Formulierung "wildgewordener ICE" beißt sich mit dem Empfinden von Eintönigkeit, das die Gleise und die "gestellten Weichen" beschreiben sollen. Und: Warum will sie den Sichereitsdienst rufen, wegen eines Formulars, das sie - irrtümlich - für falsch hält? Warum weiß er nicht vorher, dass er mit seinem Namen auffällt, zumal in einer solchen Situation? Die reizende, rehäugige Renate - ist sie dieselbe Person, die vorher auch als rotlackierte Domina beschrieben wurde? Nach vier Wochen eine derartige stumme Frühstücks-Zeitungs-Routine?
Außerdem fallen ein, zwei Formulierungen aus der Rolle, was die Erzählsprache angeht, wie ich finde, z.B. "chronisch untervögelt", wo einfach vieles mitschwingt, was irgendwie nicht zum Charakter des Prota passt.
Mein Fazit: Interessante Idee, Umsetzung durchaus mit tiefen Momenten, die über kleine Schwächen hinwegsehen lassen, allerdings noch mit Verbesserungs- und Glättungs-Potential (wobei die Frage erlaubt bleibt, ob "glatt" unbedingt gleich "gut" ist).

LG
Nina


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Zombies just want hugs
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


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Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 25.09.2013 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

Es tut mir leid, aber dieser Text überzeugt mich auch nicht. Als Max aussteigt, erwartet man als Leser eine interessante Geschichte. Dann folgt eine etwas skurrile Episode nmt einer anderen Frau, und am Ende weiß ich gar nicht, was mir das Ganze sagen soll. Es bringt mich auch nicht zum Nachdenken.Zu mir kommt der Text als einfache Aneinanderreihung von Ideen. Ein gewisser Witz ist drin, vielleicht übertüncht er eine intendierte Ernsthaftigkeit, die bei mir nicht ankommt?
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KeTam
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Alter: 44
Beiträge: 6759

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 26.09.2013 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Leider hat mir dein Beitrag nicht so viel gesagt.
Ich find die Idee Max Mustermann aus seinem Leben ausbrechen zu lassen zwar schon recht witzig, aber es war jetzt nicht unbedingt ein Aha Erlebnis.
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halourtz
Sonntagsschreiber


Beiträge: 15



BeitragVerfasst am: 26.09.2013 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Eine tolle Umsetzung des Themas - hat mir sehr gefallen!

Der Rahmen der Geschichte
Zitat:
Das Leben war wie eine Zugfahrt, fand Max. Manchmal raste es dahin wie ein wildgewordener ICE, hin und wieder gab es gewaltige Baustellen, die viel Geduld verlangten und dann musste man umsteigen. Oder gar ein Stückchen zurück fahren. Max hasste es, mit dem Zug zu fahren. Es war eintönig, sich immer nur in vorgegebenen Bahnen, auf bereits gestellten Weichen zu bewegen. Ab jetzt ging er zu Fuß.
...
Zitat:
Gasse um Gasse ging er durch die Stadt, geisterhaft wie ein Gespenst. Niemand sah ihn, niemand hörte ihn. Seine Gliedmaßen begannen zu glimmen, zu verblassen. Ja, er war Max Mustermann. Er hatte ein mustergültiges Leben mit Erika Musterfrau geführt. Und dann war er einfach ausgestiegen. War das der Preis? War dies die Strafe? Immer weiter ging er, bis er zum Hauptbahnhof kam. Ruhig und still lag er da, im Licht der untergehenden Sonne. Auf einmal wusste Max, was er tun musste. Er musste einfach nur quer über die Gleise gehen ...

hat sie so schön rund gemacht. Für mich eine der besten Geschichten des Wettbewerbs!
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anuphti
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BeitragVerfasst am: 26.09.2013 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte von Max Mustermann und Erika Musterfrau. Eine Midlifecrisis im ICE des Lebens. Max wird nicht wahrgenommen, weil ihn jeder nur für ein "Muster" hält. Selbst seine neue Liebe Renate hält ihre Beziehung für nicht real sondern einen Traum.

Die Lösung klingt fast zu einfach. Einfach quer über die Gleise gehen und schon ist alles anders.

Das Thema wurde metaphorisch und gleichzeitig realistisch gelöst. Die Auseinandersetzung mit dem Zitat erfolgt über die Beschreibung, der Beziehungen, die Max eingeht.

Ich hätte mir etwas mehr Reflexion über das Thema "was ist Wahrheit, was ist Lüge", bzw. wird durch den Versuch der Mitteilung eine Wahrheit sofort zur Lüge, so wie Bernhard es gesagt hat, gewünscht.

Sprachlich sauber geschrieben. Keine Höhepunkte.

Für mich im Moment 5 Musterfedern. Kann sich im Vergleich noch nach oben oder unten verändern.

LG
Nuff


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Learn from the mistakes of others. You don´t live long enough to make all of them yourself. (Eleanor Roosevelt)

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adelbo
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Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 28.09.2013 10:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko!

Von 0815 habe ich mir mehr versprochen. Das Buch fand ich übrigens sehr, sehr gut. Mein Gott, wie lange ist das her, dass ich es gelesen habe.

Zu deinem Text, ich schätze jetzt mal, dass du ein männliches Wesen bist. Ansonsten könnte ich es nicht verstehen, dass man so eine Frau darstellt. Die Erika ist für mich ein Gegenstand, aber kein menschliches Wesen.
Mir gefällt dein Text aus mehreren Gründen nicht. Zum ersten finde ich das Thema nicht gut umgesetzt. Nur weil das Leben mit einem Zug verglichen wird, wobei für mich dieser Vergleich auch noch hinkt, komme ich zwangsläufig zu einem begründeten quer über die Gleise.
Zum anderen finde ich das Zitat auch nur bedingt wieder. Es gibt mehrere Wahrheiten, das ist richtig.

Zitat:
Die war wahrscheinlich chronisch untervögelt. Dabei hätte sie Max nicht von der Bettkante geschubst.
„Ja.“
„Haben Sie die entsprechenden Formulare mit?“ Ihre dunklen Augen blitzten in schadenfroher Erwartung. Max konnte sie sich gut als Domina vorstellen.

Dann stört mich dieser Tenor des Textes.
 
Mir hat die Geschichte einfach zu wenig ernsthaften Hintergrund.
LG
adelbo


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„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
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Akiragirl
Geschlecht:weiblichDünnhäuterin

Alter: 29
Beiträge: 5601
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BeitragVerfasst am: 28.09.2013 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko!

Leider hat dieser Text mich nicht erreicht. Ich empfand ihn als unheimlich wirr und unzusammenhängend. Ich versuche mal, das am ersten Absatz deutlich zu machen:

Zitat:
Das Leben war wie eine Zugfahrt, fand Max. Manchmal raste es dahin wie ein wildgewordener ICE (sehr schiefes Bild, das mich sofort zum Lachen brachte), hin und wieder gab es gewaltige Baustellen, die viel Geduld verlangten und dann musste man umsteigen (Was nun? Muss man Geduld haben, also warten – weil der Zug an den Baustellen langsamer fährt bzw. weil er auf entgegenkommende Züge wartet – oder muss man umsteigen, weil es nicht weitergeht? Dann braucht man aber keine sonderliche Geduld. Das Bild ist schief und in sich nicht schlüssig). Oder gar ein Stückchen zurück fahren. Max hasste es, mit dem Zug zu fahren. (Am Anfang hieß es noch „Das Leben ist wie eine Zugfahrt“; jetzt lese ich, dass Max es hasst, mit dem Zug zu fahren --> daraus würde ich jetzt logisch schlussfolgern, dass Max das Leben ansich hasst. Aber nun folgt …  Es war eintönig, sich immer nur in vorgegebenen Bahnen, auf bereits gestellten Weichen zu bewegen. Ab jetzt ging er zu Fuß. ( Also gibt es offenbar auch ein Leben, das nicht wie eine Zugfahrt ist – nämlich, wenn man zu Fuß geht? Dann hätte der erste Satz eher lauten müssen: „Max empfand sein Leben wie eine Zugfahrt“. Auch hier also unpräzise formuliert und damit widersprüchlich.)
Alles begann an dem Tag, an dem er sich von Erika trennte, seiner Frau. (Nein, damit beginnt eben nicht „alles“. Alles beginnt damit, dass Max beschließt, dass er ab jetzt zu Fuß gehen will; die Folge dessen ist seine Trennung von seiner Frau. Warum beschließt Max das? Was bringt ihn dazu, sein Leben in eingefahrenen Bahnen aufzugeben? Es gibt keinen Auslöser, dadurch wirkt es beliebig).

Ich gehe mal nicht weiter in die Details; ich denke, du merkst, womit ich Probleme habe.

Max ist eine unklare Figur; einerseits soll er „Max Mustermann“ sein, also der absolute Durchschnittstyp, der nun endlich aus seinem langweiligen Alltagsleben ausbrechen möchte. Andererseits kommt er mir so durchschnittlich nicht vor; im ersten Absatz philosophiert er über das Leben, wirkt nachdenklich und nicht unintelligent. Später mutiert er zum Sexist vor dem Herrn, wirkt einfach gestrickt und etwas primitiv; danach gibt er dann wieder Thomas-Bernhard-Zitate von sich.

Insgesamt habe ich nicht verstanden, was die Episode mit Renate mir eigentlich sagen sollte. Da ist ein Max Mustermann, der sein Leben eintönig findet. Er trennt sich von seiner Frau, kündigt seinen Job und will in einem neuen Land neu anfangen – soweit ist es noch einigermaßen nachvollziehbar und stringent. Dann aber verliebt er sich plötzlich in diese Renate (was sehr willkürlich rüberkommt, da ich nichts von einer Anziehung zwischen den beiden spüren durfte) und diese will dann seine „Geheimnisse“ erfahren (welche das sind, das wird uns als Leser vorenthalten), die Max aber nicht preisgeben möchte. Plötzlich sind wir in einer ganz anderen Geschichte, in der es um Wahrheit und Lüge geht und um den Beziehungskonflikt zwischen Max und Renate. Was hat ihr Gespräch und dieser Konflikt mit dem vorherigen Teil der Geschichte zu tun? Für mich fühlte es sich massiv so an, als ob du nicht wusstest, wie du das Bernhard-Zitat in die Geschichte einbringen solltest und daher dieses Gespräch irgendwie reingequetscht hast; es fügt sich nicht ins Gesamtbild.

Schließlich trennt Renate sich von Max, da er ihr nicht all seine Geheimnisse anvertraut und Max verschwindet in der Bedeutungslosigkeit (?)
Auch den letzten Satz habe ich nicht verstanden. Auf einmal weiß er, dass er quer über die Gleise gehen muss; für mich hier eine Metapher für das „anders sein“, das „nicht mitmachen“ – aber die große Frage ist: War das nicht das, was er schon zu Beginn der Geschichte beschlossen hatte? Wieso wird es mir plötzlich als neue Erkenntnis verkauft?

Insgesamt leider eine Geschichte, die mich nicht erreicht hat und mich sowohl inhaltlich als auch sprachlich nicht überzeugen konnte.

Daher 3 Federn von mir.

Liebe Grüße
Anne


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"Man bereut nicht, was man getan hat, sondern das, was man nicht getan hat." (Mark Aurel)
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shao
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Beiträge: 109
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BeitragVerfasst am: 28.09.2013 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde die Idee interessant.

Leider wirkt es auf mich ein wenig so, als wäre da die Idee gewesen und dann wäre der Geschichte die Themenvorgabe aufgezwungen worden.
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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 28.09.2013 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie war ich die ganze Zeit der Meinung, der Typ hieße Hans Mustermann. Und von einer Erika habe ich noch nie was gehört. Aber egal.

Vor kurzem habe ich ein Buch gelesen, in dem der Protagonist ein imaginärer Freund war, der nur so lange existiert hat, wie sein realer Freund an ihn glaubte. Warum mir das wohl ausgerechnet jetzt einfällt? smile

Und die 1,74 - hast du vielleicht ein Brand Eins Abo? Aktuelle Ausgabe: Alle sind normal. Nur du nicht. Ich meine, da hätte ich auch von den 1,74 gelesen.

So richtig kann mich die Geschichte allerdings nicht begeistern. Zwar gut gemacht (so rein handwerklich betrachtet), aber ... na ja. Nicht so meins.
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Lapidar
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BeitragVerfasst am: 29.09.2013 08:54    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich höchstwahrscheinlich zu E-Literatur.
Ich verstehe zwar, dass es eine Trennungsgeschichte ist. Aber dann wird es für mich zu esoterisch und ich bin durchaus esoterisch angehaucht


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"Dem Bruder des Schwagers seine Schwester und von der der Onkel dessen Nichte Bogenschützin Lapidar" Kiara
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holg
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BeitragVerfasst am: 29.09.2013 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Wahrheit, Verfälschung und das Problem der Mitteilung kurz abgehandelt. Danach Massenware aus dem Schreibratgeber (vielleicht ein Hauch zuviel Erotik dafür).

Quer zum Gleis als die gleiche Metapher wie bei fast allen anderen Texten.

"Die war wahrscheinlich chronisch untervögelt. Dabei hätte sie Max nicht von der Bettkante geschubst." Da frag ich mich, wer jetzt wen.

Liest sich leicht und locker, romantisch und mit bloß nicht zuviel Tiefgang.

Die Auflösung des Mustermannes geschieht seltsam plötzlich.

holg


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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Amaryllis
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Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 30.09.2013 15:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Ama,

ich weiß nicht. Die Idee ist recht nett, aber die Umsetzung, ich weiß nicht. Ein paar Stabreime, ein Neologismus, ein paar Anaphern und Parallelismen - das reicht wohl nicht ganz für E-Literatur.

Themenumsetzung ist auch nicht sonderlich originell, viel eher recht plakativ.

Und außerdem, das mit dem chronisch untervögelt, dass mag nicht so ganz zur Erzählstimme passen. War das Absicht? Wolltest du den Leser wachrütteln? Und natürlich, der schlaue Leser weiß gleich, um welchen Max es sich handelt, von einer Pointe kann man da nur schwerlich sprechen.

Und zwei Flüchtigkeitsfehler hast du auch eingebaut. Ist dein zweiter Vorname vielleicht Schneckerl?

Alles in allem finde ich aber trotzdem, dass der Text im Durchschnitt im Mittelfeld ganz gut angesiedelt wäre.

Alles Liebe,
Ama


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Mein Leben ist ein Scherbenhaufen...
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gold
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BeitragVerfasst am: 01.10.2013 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ich finde deine Geschichte sehr wirr.

Lg gold


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Make Tofu Not War (Goshka Macuga)
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Kara
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BeitragVerfasst am: 02.10.2013 09:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko!

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, der Text liest sich flüssig und ist solide geschrieben. Habe jetzt alle Texte mehrmals gelesen und befedere im direkten Vergleich.
LG, Kara


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... Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht...
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Bawali
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BeitragVerfasst am: 02.10.2013 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Nachdem ich alle Beiträge aufmerksam durchgelesen habe, gibt es nun zu jedem eine kurze Anmerkung und eine erste vorläufige Einstufung. Aus meiner natürlich subjektiven Sicht stützt sich meine Einschätzung auf Aussage, Verständlichkeit, Schreibstil und das Handwerkliche des Textes sowie natürlich darauf, ob und wie gut Thema und Zitat umgesetzt wurden.

Thema und Zitat fand ich gut umgesetzt, hätte aber noch etwas mehr sein können. Die Aussage der Geschichte ist für mich nicht deutlich herausgekommen. Ansonsten ein gut lesbarer Beitrag, hätte aber wie geschrieben, noch Potential gehabt.

Die Befederung setze ich im mittleren Drittel an. Die endgültige Federnzahl werde ich erst nach einem weiteren Durchgang, quer über alle Texte vergleichend, setzen.


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Ein Freund ist ein Mensch der dich mag, auch wenn er dich kennt. (frei nach Elbert G. Hubbard)
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Mardii
Stiefmütterle

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Beiträge: 1838



BeitragVerfasst am: 02.10.2013 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Max verlässt seine Frau, weil sie ihn langweilt. Er findet eine Neue, die ihn bald genauso langweilt und am Schluss merkt er, er langweilt sich selber. Er ist eben der typische Mustermann, so oberflächlich und langweilig, wie ein Muster nur sein kann.

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`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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Rübenach
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Beiträge: 2416



BeitragVerfasst am: 02.10.2013 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Vorab:
Um alle Texte befedern zu können, musste ich mich häufig bei der Bewertung sehr kurz fassen. Außerdem habe ich dieses Mal sehr subjektiv bewertet und keine Bewertungsschemata (drei Federn für die Umsetzung der Vorgaben etc.) benutzt. Natürlich führt dies im Einzelfall zu völlig ungerechten Beurteilungen. Ist mir aber auch egal. Was mir bei sehr vielen Texten aufgefallen ist, ist die fehlende Auseinandersetzung mit dem Bernhard-Zitat. Entweder es wird ohne triftigen Grund in den Text gepackt, oder der Autorin glaubt, es sei ausreichend zu zeigen (oder zu behaupten), dass es immer mehrere Wahrheiten gebe.

0815
Der Titel zitiert die bekannte antimilitaristische Trilogie von Hans Hellmut Kirst. Dies scheint aber eher versehentlich geschehen zu sein, geht der Text doch an keiner Stelle darauf ein.

Der Text liest sich streckenweise wie eine Aneinanderreihung von Banalitäten.

Zitat:
Die war wahrscheinlich chronisch untervögelt. Dabei hätte sie Max nicht von der Bettkante geschubst. (...)

Max konnte sie sich gut als Domina vorstellen.


Hinzu kommen gewisse Ungelenkheiten, z.B.

Zitat:
Es war mühsam, zu Fuß zu gehen, während alle anderen fröhlich vorbeirasten und gelegentlich gnadenvoll aus dem Fenster winkten.


Weder die Auseinandersetzung mit der These von Thomas Bernhard noch die Umsetzung des "quer über die Gleise gehen" reißen mich vom Hocker.

2 Federn. Ich habe im Schnitt 4,32 Federn vergeben


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"Nothing bad can happen to a writer. Everything is material." (Philip Roth)
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Gast







BeitragVerfasst am: 03.10.2013 03:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo smile

Eine schöne Idee, eigentlich, Max Mustermann zum Protagonisten zu machen, er ist der Inbegriff des Durchschnitts, der Wahrheit, die nur Verfälschung sein kann.

Die Geschichte selbst enthält auch viele Ideen, die mit der Natur seiner Nicht-Existenz spielen, leider gibt es (für mich) zu viele Schnitzerchen, die mich aus der Geschichte katapultieren.

Zitat:
Max erkannte, dass es gar nicht so einfach war, sein altes Leben aufs Abstellgleis zu verfrachten und einfach darüber hinweg zu steigen.
Übers Leben oder übers Abstellgleis?

Zitat:
„Sie möchten ein Visum?“, schnauzte ihn die Dame am Schalter an. Die war wahrscheinlich chronisch untervögelt. Dabei hätte sie Max nicht von der Bettkante geschubst.
Bezug! (Nein, nicht Bettbezug) Durch ein "Dabei hätte Max sie nicht" oder "Dabei hätte Max die Frau nicht ... " hättest du den Stolperer vermeiden können.

Zitat:
Ihre Fingernägel waren lang und rot lackiert.
Nach "lang" vllt ein Komma?

Zitat:
Es war ein heißer Sommertag, als sie sich das letzte Mal liebten. Ihre Haut klebte aneinander, erst als sie sich zur Seite drehte, lösten sie sich mit einem schweißfeuchten Schmatzen.

Da stimmt auch so Einiges nicht, wenn man genau hinliest ...

Alles Kleinigkeiten, ich weiss schon, aber sie schmälern das Vergnügen an einer Geschichte, deren Schluss mir sich auch nicht erschliesst.

Guter Versuch, trotzdem,

Lorraine
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