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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Psychothriller und wichtige Frage: Ist Präsens Okay???


 

 
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Dima
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 27
Beiträge: 7
Wohnort: Münster


BeitragVerfasst am: 18.08.2013 23:00    Titel: Psychothriller und wichtige Frage: Ist Präsens Okay??? eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Einen wunderschönen guten Abend, oder Tag. Wie bereits in meiner Vorstellung angekündigt hier mal der Anfang meines ersten Romans. Ihr könnt es gerne in der Luft zerreißen. Dafür wäre ich euch sehr Dankbar. So lerne ich wohl am meisten dazu.

Jedoch habe ich noch eine zusätzliche Frage. Ich schreibe hier in der Ich-Perspektive (Finde ich notwendig für den "thrill". Der Leser darf nicht mehr wissen als der Protagonist) und im Präsens. Und das Präsens bereitet mir sehr viel Kopfzerbrechen. Als ich mich mal darüber Informiert habe, habe ich nur gelesen: "Bloß nicht, wenn ich nur sehe ein Buch ist im Präsens geschrieben lege ich es sofort weg!", "Ungewohnt", "Zu hektisch und zu direkt", "Mann muss szenisch schreiben können", etc. Ich verstehe nicht wirklich wie diese kleinen Unterschiede wie z.B. sage zu sagte und frage zu fragte so viel Unbehagen bei den Lesern auslösen können. Nun überlege ich den Roman ins Präteritum zu überarbeiten. Wäre eigentlich kein Problem für mich. Was denkt ihr dazu? Wäre es wirklich im Präteritum besser? Also dann:


-1-


Blaulicht. Die Tachonadel zeigt auf 100 Meilen die Stunde. Ich drücke meinen rechten Fuß durch. Die Uniform klebt an meinem Körper und der warme Schweiß läuft mir die Stirn herunter. Wie oft habe ich mir schon gedacht, "so jetzt hab ich aber wirklich alles gesehen nichts kann mich in dieser Stadt noch schocken", und dann kommt am nächsten Tag die nächste Scheiße um die Ecke und mir fehlen wieder die Worte. Einer dieser Tage ist heute. Ich rase in dem Tempo was dieser Streifenwagen nur so hergibt Richtung Stadt und beschäftige mich dabei die Umliegenden Wagen zu überholen und der Kerl scheint einfach nicht langsamer zu werden. Mein Adrenalinspiegel steigt ins unermessliche und ich frage mich gerade zum tausendsten mal wieso ich diesen Job überhaupt mache.
Ich weiß es nicht.
Aus dem Polizeifunk dröhnt eine undeutliche Stimme. In meiner tiefen Konzentration nehme ich sie kaum Wahr. Jetzt gibt es nur noch mich und den schwarzen Corvette.
"Wagen 1388 Bitte Melden. Wie lautet die aktuelle Lageangabe des Fluchtfahrzeugs, ich wiederhole, wie lautet die aktuelle Lageangabe des Fluchtfahrzeugs. Over"
Augenblicklich hebt Johnny ab. "Hier Elliot Stark und John Smith, Wagen 1388. Er fährt weiterhin den Highway 67 Richtung Detroit entlang. Zur Innenstadt ist es nicht mehr weit. Sein Tempo beträgt Momentan 113 Meilen pro Stunde. Wir setzten die Verfolgung fort. Over"
Er spricht ruhig und langsam. Seine Stimme ist Gelassen. Viel zu Gelassen. Wie macht er das nur? Mein Herz rast immer schneller. Es fühlt sich so an als steigt mein Puls proportional zu der Geschwindigkeit.
"Verstanden, weitere Streifenwagen sind unterwegs. Over."
Ich erkenne aus dem Augenwinkel wie er zu mir rüberblickt. "Komm schon Elli, schneller. Er entkommt uns noch."
Ja das sagt sich so leicht als Beifahrer. "Johnny, verdammt noch mal ich tu ja mein Bestes! Aber bei Gott, ich weiß nicht wie lange ich bei dem Tempo noch dranbleiben kann, wenn er gleich in der Stadt ist und nicht langsamer fährt, ja dann war es das für ihn und sicherlich noch einige Unschuldige Bürger dieser Stadt. Ach ja und wenn ich mein Tempo so beibehalte gehören wir dazu."
Er lachte kurz auf. "Ach Elli. Höre ich da etwa Panik in deiner Stimme? Beruhige dich wir kriegen das schon hin, ist ja nicht das erste mal. Und falls wir dabei draufgehen, Sterben wir als glorreiche Helden für unser Land. Das hört sich doch großartig an oder nicht?"
Unfassbar wie kann er jetzt noch Witze reißen? Ich werde wohl nie verstehen was in seinem Kopf vorgeht. Und ohne hinzusehen weiß ich, dass er dabei sein typisches schelmisches Grinsen aufsetzte. Ich höre es einfach an seiner Stimme. Er hob dabei nur seinen rechten Mundwinkel. Das genügte bereits. Sein Gesicht verharrte dann üblicherweise einige Sekunden in dieser Position. Was hat er gesagt, ist ja nicht das erste mal? Doch das ist es für mich. Johnny hatte bis jetzt schon zwei mal das Pech gehabt Fahrer zu sein. Und jetzt bin ich an der Reihe. Ich weiß nicht was ich machen soll, wie konnte er mir nur so vertrauen. Wenigstens ist es gerade Sonntag am frühen Abend und der Verkehr überschaubar, jedenfalls bevor gleich die Dämmerung einbricht. Sonst gäbe es direkt einen Unfall und die Ungemütliche Verfolgungsjagd hätte längst ein Ende gefunden. Wobei, wäre das nicht besser? Wir sind gleich angekommen. Bald würde ich ein Schild mit der Aufschrift „Willkommen in Detroit“ lesen. Dann ist auf der Straße nur noch Tempo 40 erlaubt und ich fahr ein Kopf an Kopf rennen mit einem Irren während wir in einem Zickzack Muster an den deutlich langsameren Fahrzeugen vorbeihuschen bis es irgendwann nicht mehr geht.
"Scheiße Johnny, fick dich! Merkst du nicht es ist grade der falsche Zeitpunkt um mich zu verarschen? Und übrigens für mich ist es wohl das erste mal, ich war bei den anderen Malen als so eine Scheiße hier passiert ist Beifahrer, schon vergessen?"
"Ja ja, aber du warst ja schließlich dabei. Außerdem gibt für alles ein erstes Mal, nicht wahr?  Wir können uns ja versuchen schnell umzusetzen aber bei dem Tempo von beträchtlichen..", er warf einen Blick auf das Armaturenbrett, "Wow, 120, das wäre wohl keine gute Idee."
Es war soweit. Nun sehe ich das Schild, wir sind da. Und immer noch keine Verstärkung in Sicht. Mein Herz schlägt noch Schneller.
Johnny gibt unsere Lage per Funkspruch an die Zentrale weiter. Danach wendet er sich wieder zu mir.
"Okay Elli jetzt wird es Spannend. Jetzt sehen wir mal wie gut deine Fahrkünste sind. Bleib ihm einfach dicht auf dem Fersen. Ist doch ganz einfach. Wir kriegen ihn Mann, mach dir mal keine Sorgen."
Ich beachte ihn nicht. Meine Gedanken sind bei der Straße.
Langsam wird der Verkehr dichter und ich sehe die Ersten Menschen auf den Bürgersteigen. Er wird langsamer. Gott sei Dank. Er ist doch nicht so wahnsinnig um den erstbesten Autofahrer mit 120 Meilen die Stunde zu Rammen. Aber dann hätte es wenigstens ein Ende.
Er drosselt seine Geschwindigkeit auf knappe 90 Meilen die Stunde. Immer noch viel zu Schnell.
"Verdammt wo stecken denn die anderen Streifenwagen? Wie soll ich den Bitte alleine aufhalten, sag mir das mal!"
"Ganz Ruhig und bleib dran Elli, ab jetzt gibt es nur noch drei Möglichkeiten."
"Drei?"
"Ja denk doch mal nach. Also entweder er..."
Da meldete sich wieder der Polizeifunk: "Funkspruch an Wagen 1388. Folgt weiter dem Fluchtfahrzeug. Wir sind dabei die Straßensperren an allen Ausgängen zu errichten. Er wird die Stadt nicht verlassen. Over."
An den Ausgängen erst? Die Stadt ist nicht gerade klein. Das kann ja noch ewig dauern.
"So Elli, das Katz und Maus Spiel möge beginnen. Zu meinem Bedauern sind wir aber vorerst die einzigen Katzen. Nein, Löwen. Obwohl bei dem Tempo vielleicht doch eher Geparden? Oder nein! Wir sind ..."
"Was zum ...? Halt endlich deine Fresse Johnny, ich kann echt nicht mehr! Sag was war jetzt nochmal mit den Möglichkeiten? Also eine Möglichkeit ist er schafft es Unfallfrei aus der Stadt, dann fangen unsere Männer ihn auf."
"Bingo. Das ist wenn du Pech hast. Wenn du Glück hast gibt er vorher schon auf oder er verkackt es sich so Richtig. Dann war es das und du hast endlich deinen Feierabend. Und ich merk langsam du hast ihn Bitter nötig."
Ich mache den Mund schon auf um ihm zu sagen wie Recht er doch hat, denn ich brauche meinen Feierabend so sehr wie noch nie.
Doch dann bleibt mir die Luft weg. Keine 30 Meter vor uns huschte er haarscharf an einem, an der Ampel stehenden Wagen entlang. Er bog in letzter Sekunde auf die nächste Freie Spur ab. Fast hätte er es sich so Richtig „verkackt“ wie Johnny schon sagte. Ich frage mich wirklich was das ganze Mist hier soll.
Spielt er hier ein Spielchen mit mir?
Ich hole langsam wieder Luft und fuhr ebenfalls über die Rote Ampel.
"Johnny. Hast ... hast du das gesehen?"
"Was, das überrascht dich jetzt? Also so wie der fährt war mir schon lange klar, dass Überleben für ihn heute keine große Rolle spielt. Und jetzt gib mal etwas Gas, dein Abstand wird zu groß."
"Ja ja, ich mach doch schon!"
Aus nicht mehr all zu großer Ferne sah ich jetzt die nächste rote Ampel. Diesmal gibt es einen kleinen Unterschied. Johnny klatscht Plötzlich in die Hände und zeigt mit dem Finger zielgerichtet nach vorne. Dabei rief er: "Siehst du das? Jetzt haben wir ihn! Wir haben Ihn! Keine Freie Spur mehr heute für dich, was willst du jetzt machen du Dreckskerl?! So Elli mach dich schon mal bereit für den Übergriff."
Er hört sich ziemlich begeistert an. Währenddessen rast der Corvette unmittelbar auf die Ampel zu. Auf den drei Spuren stehen einige Wagen die nicht Platz machten. Sie bilden jetzt eine Art unfreiwillige Straßensperre. Entweder haben sie uns nicht gesehen oder können sich einfach nicht schnell genug organisieren um die Straße frei zu machen. Bei dem Tempo gar kein Wunder.
Zwischen uns und dem Gegenverkehr liegt eine Insel. Sie ragt zu weit aus der Straße hervor, da kam er nicht durch. Unmöglich. Aber er wird nicht langsamer. Er will sich doch nicht etwa umbringen? Er scheint wirklich ein Spielchen mit mir zu Spielen. Wer zuerst Bremst? Nein noch bin ich weit hinter ihm, das macht alles keinen Sinn. Oder hab ich etwas übersehen?
"Brems doch endlich Junge! Es ist vorbei!", rufe ich. Aber er denkt nicht mal dran.
"Oh Nein. Nein! Da, schau mal rechts!", rief Johnny. Zum ersten mal heute höre ich Besorgnis in seiner Stimme. Das beunruhigt mich um so mehr. Ich schaue hin.
Rechts neben der Straße verlief ein relativ breiter Bürgersteig. Ungefähr zwei bis drei Meter vor den haltenden Autos war er wegen einer Einfahrt in eine Garage abgesenkt.
Ab jetzt geht alles sehr Schnell, und gleichzeitig wie in Zeitlupe.
Ich sehe eine Alte Frau, von etwa 80 Jahren, schneeweiße Haare, gebückter Gang. Sie trägt einen Roten Wollpullover und einen langen Braunen Rock, dazu eine passende Strumpfhose mit braunen Schuhen. Sie ging ihn entlang, gemächlich, mit dem Rücken zu uns gerichtet. Ich höre Johnny wieder rufen: "Nein, nein das wird er nicht tun, unmöglich es ist vorbei!"
Ich verstehe ihn kaum. Seine Stimme ist so weit weg.
Ich will hupen, aber ich kann nicht, meine Arme bewegen sich keinen Stück. Ich bin erstarrt. Man könnte meinen der Motor des lauten Corvettes und die Polizeisirene sind laut genug, aber wie schnell konnte diese Frau schon reagieren? Wie gut war Ihr Gehör? Sie war vollkommen Alleine. Niemand war da um Ihr zu helfen. Wieso ging Sie diese Straße entlang, wieso ausgerechnet jetzt, genau diese Stelle. Er ist viel zu Schnell. Oder war ich zu langsam? Was kann ich tun? Ich muss doch etwas tun. Ich muss.
Endlich dreht sie sich um. Ganz langsam, so wie man es von ihr erwartet hatte. Ich sehe sie an, sie lächelt glücklich. Sie sieht mich nicht, sie schaut auf den Corvette vor sich. Ihr lächeln schwindet langsam aus ihrem Gesicht. Ich wende meinen Blick von ihr ab. Jetzt sehe ich ihn an. Ich bin so nah dran, dass ich ihn im Rückspiegel sehen kann. Mein Herz bleibt stehen. Er schaut nicht nach vorne. Nein, er guckt mich an. Ich kann zwar nur seine Augen sehen, aber das reicht mir. Es reicht mir um zu sehen das er Grinst. Nein mehr, er lacht. Er lacht mich aus.
Er spielt sein Spiel mit mir.
Und ich habe verloren. Ich bin wie in Trance. Hat sie Kinder? Oder sogar Enkelkinder? Natürlich hat sie das. Sie lächelte glücklich. Sie sah aus wie eine Zufriedene Großmutter, die sich hin und wieder wie ein kleines Kind freut wenn ihre Enkel mal wieder zu Besuch kamen. Dann war sie nicht mehr so einsam und all Ihre Sorgen, vor allem die schmerzenden alten Knochen und der Liebeskummer um ihren längst verstorbenen Mann, waren vergessen. Sie stellte ihnen viel mehr essen auf den Tisch als sie jemals schaffen würden. Und wenn sie über Nacht blieben las sie ihnen so gerne aus ihrem Märchenbuch Geschichten vor. Sie hörten ihr solange zu bis sie einschliefen. Wenn sie dann am nächsten Tag gingen und brav waren, gab sie ihnen natürlich auch etwas Geld, auch wenn sie nicht viel hatte. Als sie dann wieder alleine war träumte sie immer davon den Tag noch zu erleben wenn sie mal Heiraten werden. Das zu sehen würde sie endlos Glücklich machen. Dafür nahm sie all die Schmerzen des Alters in Kauf.
Ihr Traum wird niemals in Erfüllung gehen.
Keine ihrer Knochen hatte den immensen Zusammenprall stand gehalten. Ihr Körper ist Verstümmelt und auf dem Asphalt verteilt.
Und er lacht mich aus. Dieses Grässliche Lachen.
Ich kann es hören.



-2-

"Nein!"
Ich bin völlig außer Atem. Es ist so Dunkel. Wo bin ich? Ich sitze schweißgebadet in einem Bett.
"Schatz? Alles In Ordnung?"
Ich gucke zu der Linken Hälfte des Doppelbettes. Ich erkenne schemenhaft die Umrisse meiner Frau, Stephanie. Auf einen Schlag dämmert es mir. Erleichterung. Ich war zu Hause, in meinem Bett. Wo sollte ich denn sonst sein? Ich hasse diese Verwirrung nach einem plötzlichem erwachen.
"Du hast wieder von dem Tag geträumt nicht wahr? Du hast geschrien."
Sie klingt sehr besorgt. Zwar sehe ich ihr Gesicht nicht aber mir war klar wie sie mich ansieht. Weit geöffnete Augen und ein leichter Schmollmund. Es hört sich an als würde sie mit unserer sieben jährigen Tochter reden. Mir kommt es vor als hätte sie seit dem Unfall eine Art Muttergefühle für mich entwickelt. Ich höre einfach die Liebe in jedem Ihrer Wörter. Daran kann ich mich eigentlich sogar gewöhnen.
"Ja."
Ich schaue auf den Wecker. In rot-leuchtender Schrift erkenne ich es ist ist kurz nach drei. Wieso konnte ich nicht mal eine einzige Nacht vernünftig durchschlafen? Ohne Albträume, ohne Schweißausdrücke, ohne alles. Nur ein einziges mal. Ich lasse meinen Kopf in meine linke Hand fallen und reibe mir die Augen.
"Es tut mir leid, ich habe dich wohl geweckt."
(...)


Hier ein kleiner Bruch. Ich will jetzt nicht den Rahmen sprengen (Ist jetzt schon viel zu lang, sorry). Also ich wäre euch unendlich Dankbar für eure Kritik! Besonders, weil es mein erstes Projekt ist. Und ich freue mich auf eure Meinungen zum Präsens. Vielleicht denke ich auch zu viel darüber nach?


Danke für eure Kostbare Zeit.

mfG.

Dima

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Belzustra
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BeitragVerfasst am: 19.08.2013 01:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dima,

die Schriftstellerei per se kennt keine unumstößlichen Gesetze, die gutes Schreiben garantieren. Zerbrich dir nicht zu sehr den Kopf über Präsens oder Imperfekt. Wenn du im Präsens schreiben willst, dann schreib im Präsens (bleib aber konsequent!!!) und wehre dich nicht gegen das Imperfekt. Es lässt sich nämlich in der Tat meist leichter lesen. Versuchs mal selbst. Nimm dir einen Abschnitt vor und setze ihn in die Vergangenheit.

Was viel wichtiger ist und woran du noch arbeiten solltest, ist Groß- und Kleinschreibung. Verkürze deine Sätze. Ordne deine Gedanken. Versuche kompakter zu schreiben. Du musst den Leser führen.
Auch wenn du eine wilde Verfolgungsjagd beschreibst, die dem Bild nach, das du erschaffen willst, chaotisch anmutet, so darf der Leser in keinem Augenblick selbst in dieses Chaos stürzen und den Überblick verlieren.

Das ist nicht einfach. Ich mag selbst gerne Actionszenen und kenne deren Tücken nur allzu genau.

LG
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Belzustra
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BeitragVerfasst am: 19.08.2013 01:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ach ja und es heißt die Corvette!
In Rennspielen fährt sie sich meist scheiße, aber würde ich eine geschenkt bekommen, würde ich nicht "Nee" sagen.  lol
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Pütchen
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BeitragVerfasst am: 19.08.2013 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dima,

erst mal herzlich Willkommen im Forum smile

Dein Text ist tatsächlich - zumindest für mich - zu lange, um wirklich produktiv daran zu arbeiten, denn eine richtige Rezension kostet viel Zeit.

Deshalb nur ein paar generelle Gedanken:

Natürlich kannst du einen Thriller im Präsens schreiben, ich persönlich würde dir aber davon abraten. Selbst in diesem kurzen Stück weichst du selbst einige Male davon ab und verfällst ins Präteritum zwischendurch, z.B. hier:

Zitat:
Ich hole langsam wieder Luft und fuhr ebenfalls über die Rote Ampel.


Zitat:
Auf einen Schlag dämmert es mir. Erleichterung. Ich war zu Hause, in meinem Bett
.

Es gibt einige solche Stellen.

Präteritum ist einfach die momentan gängigste Form für einen Thriller,  vielleicht fällst auch du deshalb automatisch hinein?
Mir persönlich fällt das Lesen in der Vergangenheitsform leichter. Man ist auch durchaus beim Präteritum mitten im Geschehen.

Das Gleiche gilt meiner Meinung nach für die Ich-Form. Auch bei einer personalen Erzählperspektive kann man sehr nah am Protagonisten sein. Aber das ist Geschmackssache - ich bin kein Ich-Form-Fan in Thrillern. Ein Held, der sich selbst in Szene setzt, widerstrebt mir immer etwas. Aber es gibt natürlich einige Thriller in Ich-Form.

Konkret zu deiner Geschichte:

Mir gefällt, dass du gleich mit Action einsteigst, das macht es generell schon spannend. Daumen hoch

Schwierig zu lesen ist einmal die Menge und zweitens, dass du keine Absätze einfügst. Wenn du an detaillierter Kritik interessiert bist, würde ich dir raten, kleine Textstücke einzustellen und diese auch durch Absätze zu gliedern, um die Lesbarkeit zu erhöhen.

Belzustra hat es schon erwähnt - grammatikalisch gibt es noch einiges zu tun. Adjektive schreibst du sehr oft groß, hierauf solltest du noch achten.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. Wenn du Fragen hast, einfach raus damit smile

Viel Erfolg!

Liebe Grüße, Pütchen


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"Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken."
(Isaac Newton, 1642-1726)

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kaspar
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 140



BeitragVerfasst am: 19.08.2013 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

Präsens ist natürlich ok, vorausgesetzt du hältst konsequent durch.
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Iknim
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Beiträge: 79
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BeitragVerfasst am: 20.08.2013 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dima,

Was ich an deinem Romanauszug total super fand: Es geht sofort los und packt einen, man will sofort wissen, wie es ausgeht Daumen hoch

Nur manchmal rissen mich ein paar Abschnitte wieder aus der Actionszene heraus, z.B.
Zitat:
Und ich habe verloren. Ich bin wie in Trance. Hat sie Kinder? Oder sogar Enkelkinder? Natürlich hat sie das. Sie lächelte glücklich. Sie sah aus wie eine Zufriedene Großmutter, die sich hin und wieder wie ein kleines Kind freut wenn ihre Enkel mal wieder zu Besuch kamen. Dann war sie nicht mehr so einsam und all Ihre Sorgen, vor allem die schmerzenden alten Knochen und der Liebeskummer um ihren längst verstorbenen Mann, waren vergessen. Sie stellte ihnen viel mehr essen auf den Tisch als sie jemals schaffen würden. Und wenn sie über Nacht blieben las sie ihnen so gerne aus ihrem Märchenbuch Geschichten vor. Sie hörten ihr solange zu bis sie einschliefen. Wenn sie dann am nächsten Tag gingen und brav waren, gab sie ihnen natürlich auch etwas Geld, auch wenn sie nicht viel hatte. Als sie dann wieder alleine war träumte sie immer davon den Tag noch zu erleben wenn sie mal Heiraten werden. Das zu sehen würde sie endlos Glücklich machen. Dafür nahm sie all die Schmerzen des Alters in Kauf.

Den grünen Text finde ich gut, aber danach schweifst du ein bisschen ab. Ich muss zugeben, diesen Absatz habe ich zum Teil einfach übersprungen. Zu sehr hatte mich das Lesefieber gepackt. Ich wollte, nein musste einfach wissen, wie es weiterging. Da hatte ich einfach keinen Nerv mehr für die Geschichten der netten Oma.
Könntest du das, was ich in Normalschrift gelassen habe, nicht in einem Satz zusammenfassen? Denn selbst wenn die Thematik eines Thrillers mir gefällt, überlege ich es mir zweimal, ob ich ihn kaufe, wenn immer genau an den spannendsten Stellen seitenlang (OK, dass ist jetzt übertrieben  lol) irgendetwas erklärt wird.

Zitat:
Blaulicht. Die Tachonadel zeigt auf 100 Meilen die Stunde. Ich drücke meinen rechten Fuß durch. Die Uniform klebt an meinem Körper und der warme Schweiß läuft mir die Stirn herunter.

Super! ohh Dieser Anfang hat mich dazu gebracht, deinen Text zu lesen. Und dann auch noch einen Kommentar zu schreiben, obwohl ich jetzt eigentlich  den Internetstecker ziehen wollte.

Zu deiner Präsenzfrage: Präteritum liest sich in meinen Augen leichter. Aber andererseits ist es vielleicht auch Gewöhnungssache; wenn die meisten Bücher im Präsenz verfasst währen, dann könnte ich wahrscheinlich kein Präteritum-Text ohne zu stocken lesen. Aber du liest ja anscheinend auch viele Bücher im Präteritum, sonst würdest du nicht immer wieder in diese Zeitform zurückfallen. Aber letztendlich musst du es entscheiden, was zu deiner Geschichte am besten passt.

So, genug gequatscht, jetzt will ich auch mal produktive Verbesserungsvorschläge machen Smile :

rot = das hat gefehlt
blau = Wiederholung
grün = ein Verbesserungsvorschlag
braun = mein Kommentar in Klammern, meist Anregungen

Zitat:
Wie oft habe ich mir schon gedacht, "so, jetzt habe ich aber wirklich alles gesehen, nichts kann mich in dieser Stadt noch schocken", und dann kommt am nächsten Tag die nächste Scheiße um die Ecke und mir fehlen wieder die Worte.

Ist das mit dem doppelten "nächste" vielleicht als Stilmittel gewollt? Denn so schlecht liest es sich gar nicht.

Zitat:
Ich rase in dem Tempo was dieser Streifenwagen Motor nur so hergibt Richtung Stadt und beschäftige mich dabei die Umliegenden Wagen zu überholen und der Kerl scheint einfach nicht langsamer zu werden.

Den unterstrichenen Teil finde ich ein bisschen holprig.
Mein Verbesserungsvorschlag bis zum zweiten "und":   "und versuche krampfhaft, den zahlreichen Autos auszuweichen." Den letzten Teil würde ich in einen inneren Ausruf (mein Lieblingsstilmittel Very Happy ) packen. Das macht man dann mithilfe des Kursivdrucks ungefähr so:
"Ich rase was der Motor nur so hergibt Richtung Stadt und versuche krampfhaft, den zahlreichen Autos auszuweichen. Verdammt! Dieser verfluchte Rowdy wird auch nicht langsamer!" Versuche mal, mit diesem Stilmittel ein bisschen herumzuspielen - meiner Meinung nach gibt es den Romanen immer das gewisse Etwas.

Mal eine Frage an dieser Stelle:
Wie schaffst du es eigentlich, solche holprigen Stellen zu schreiben und mich trotzdem mit deiner Geschichte so in den Bann zu ziehen, dass ich gerade glaube, einen Thriller zu lesen? Verrate mir mal bitte deinen Trick, denn nach dem ersten Durchlesen hatte ich deine krummen Sätze oder Abschweifungen schon längst vergessen...

Zitat:
Mein Adrenalinspiegel steigt ins unermessliche und ich frage mich gerade zum tausendsten mMal, wieso ich diesen Job überhaupt mache.
[/s]

Zitat:
Er spricht ruhig und langsam. Seine Stimme ist gelassen. Viel zu gelassen. Wie macht er das nur?

Ich finde, genau das sind Stellen, die den Charakteren Tiefgang verleihen. Bravo.

Zitat:
Es fühlt sich so an, als steigt würde mein Puls proportional zu der Geschwindigkeit steigen.


Zitat:
Ich erkenne aus dem Augenwinkel, wie er (vielleicht besorgt?) zu mir herüberblickt.


Bevor ich jetzt weiter deinen Text durchgehe, frage ich lieber, ob du nicht schon eine neue Version (vielleicht im Präteritum) hast.
Falls du willst, dass ich in deinem Text noch weiter fehlende Kommas oder holprige Stellen verbessere, dann sag es! Ich will jetzt nicht umsonst hier viel Zeit hineinstecken.

Noch zum Schluss: Deine Geschichte hat mir sehr gefallen. Sie ist wie ein Natur-Diamant - an manchen Stellen muss noch ein kräftig geschliffen werden, aber dann funkelt er in seiner vollen Pracht.

Liebe Grüße,
Iknim


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JGuy
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Ei 8


BeitragVerfasst am: 21.08.2013 04:21    Titel: Antworten mit Zitat

Von mir noch eine kleine Anmerkung zum Logischen:
Normalerweise würden die Straßensperren dort errichtet werden, wo der Flüchtende voraussichtlich in die Stadt reinkommt. Es gilt, eine solch wahnsinnige Verfolgung schnellstmöglich zu beenden und nicht erst zu warten, bis er sich in der Stadt ausgetobt hat. Außerdem: Die Stadt hermetisch abzuriegeln ist völlig unmöglich. Wieviele Ausfallstraßen mag eine Großstadt wie Detroit haben und wieviele Streifenwagen wären nötig um die alle abzuriegeln?


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Dima
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BeitragVerfasst am: 21.08.2013 15:32    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstmal vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt ihr sehr weitergeholfen!

@Belzustra
Zitat:
Nimm dir einen Abschnitt vor und setze ihn in die Vergangenheit.

Habe ich getan. Gefällt mir ganz gut.
Zitat:
Was viel wichtiger ist und woran du noch arbeiten solltest, ist Groß- und Kleinschreibung. Verkürze deine Sätze.

Darauf hab ich gar nicht so richtig geachtet. Danke für den Hinweis. Habe ich ebenfalls überarbeitet. Jedoch muss ich sagen, was ich am Anfang gepostet hatte war auch eine grobe Rohfassung, wo es mir nur auf den Inhalt angekommen ist.
Zitat:
Ach ja und es heißt die Corvette!

Da wäre ich nie drauf gekommen. Danke! Hab ich überarbeitet.

@Pütchen

Zitat:
erst mal herzlich Willkommen im Forum smile

Danke. :)
Zitat:
Selbst in diesem kurzen Stück weichst du selbst einige Male davon ab und verfällst ins Präteritum zwischendurch, z.B. hier:

Ich war ziemlich geschockt als ich das gelesen habe. Gar nicht mitbekommen, danke. Hab dann beim umschreiben ins Präteritum gemerkt, dass ich manchmal weniger umschreiben musste als ich dachte.^^
Zitat:
ich bin kein Ich-Form-Fan in Thrillern. Ein Held, der sich selbst in Szene setzt, widerstrebt mir immer etwas.

Ja bei einem "0815 Kommissar löst geheimnisvolle Morde" - Thriller kann ich das sehr gut verstehen. Jedoch Ist der Protagonist in meinem Thriller überhaupt kein Held. Eher das Gegenteil. Also ich finds passend.
Zitat:
Schwierig zu lesen ist einmal die Menge und zweitens, dass du keine Absätze einfügst.

Ja die Menge tut mir Leid, aber so groß ist nun mal das Kapitel und ich wollte hören, wie es sich als Ganzes liest. Danke für den Hinweis mit den Absätzen! Habe ich ebenfalls überarbeitet.

@kaspar

Mit dem durchhalten ist es anscheinend zu schwer für mich. :(

@Iknim

Zitat:
Den grünen Text finde ich gut, aber danach schweifst du ein bisschen ab. Ich muss zugeben, diesen Absatz habe ich zum Teil einfach übersprungen. Zu sehr hatte mich das Lesefieber gepackt. Ich wollte, nein musste einfach wissen, wie es weiterging. Da hatte ich einfach keinen Nerv mehr für die Geschichten der netten Oma.
Könntest du das, was ich in Normalschrift gelassen habe, nicht in einem Satz zusammenfassen? Denn selbst wenn die Thematik eines Thrillers mir gefällt, überlege ich es mir zweimal, ob ich ihn kaufe, wenn immer genau an den spannendsten Stellen seitenlang (OK, dass ist jetzt übertrieben lol) irgendetwas erklärt wird.

Ich wollte im Leser etwas Mitgefühl für die "nette Oma" wecken. Außerdem konnte ich mich da irgendwie nicht bremsen. Ich entscheide mich aber dagegen den Text zu kürzen da es doch eigentlich nicht verkehrt ist die Spannung nicht direkt auf die nächste Sekunde platzen zu lassen. Der Leser soll halt etwas zappeln. Ich denke das ist etwa wie mit dem Sex. Nicht direkt reinstecken kommt einfach besser und macht es spannender. :) Ich entschuldige mich schon mal für meine obszönen Vergleiche.
Zitat:
Super! ohh Dieser Anfang hat mich dazu gebracht, deinen Text zu lesen. Und dann auch noch einen Kommentar zu schreiben, obwohl ich jetzt eigentlich den Internetstecker ziehen wollte.

Wow, danke für das Kompliment. So etwas sollen ja die ersten Sätze bekanntlich erreichen.
Zitat:
Wie schaffst du es eigentlich, solche holprigen Stellen zu schreiben und mich trotzdem mit deiner Geschichte so in den Bann zu ziehen, dass ich gerade glaube, einen Thriller zu lesen? Verrate mir mal bitte deinen Trick, denn nach dem ersten Durchlesen hatte ich deine krummen Sätze oder Abschweifungen schon längst vergessen...

Mit so einer Positiven Kritik hatte ich nicht gerechnet, danke. Und ich weiß es nicht. Vielleicht habe ich doch ein kleines bisschen Talent? :)
Zitat:
Ich erkenne aus dem Augenwinkel, wie er (vielleicht besorgt?) zu mir herüberblickt.

Ich dachte man sollte Adverbien möglichst vermeiden? Außerdem denke ich nicht das man soviel Details aus dem Augenwinkel mitbekommt.
Zitat:
Bevor ich jetzt weiter deinen Text durchgehe, frage ich lieber, ob du nicht schon eine neue Version (vielleicht im Präteritum) hast.

Ja das habe ich. Ich werde es mal gleich posten.
Zitat:
Sie ist wie ein Natur-Diamant - an manchen Stellen muss noch ein kräftig geschliffen werden, aber dann funkelt er in seiner vollen Pracht.

Das hast du echt schön gesagt. :)
Danke für deine Antwort und die genauen Korrekturen. Es würde mich freuen wenn du mir sagst wie du die überarbeitete Fassung findest. Und du brauchst dir auch nicht die mühe zu machen genau auf die Kommafehler etc. einzugehen. Es ist erstmal nur die Rohfassung.

@JGuy

Vielen Dank für den Hinweis. Was solche Sachen angeht habe ich sowieso nicht so viel Ahnung. Ich hoffe das mit den Polizeifunk ist auch richtig, so mit Wagen 1488 und Over am Ende. Ich habs jetzt etwas Umgeschrieben, dass es etwas Sinn ergibt. Für die Rohfassung reicht es erstmal. Mal gucken ob ich noch eine bessere Lösung finde.
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Dima
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Wohnort: Münster


BeitragVerfasst am: 21.08.2013 15:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich poste mal nochmal die überarbeitete Fassung im Präteritum. Liest es sich besser? Hab ich es Richtig gemacht. Bei einigen Verben war ich mir nicht so sicher, wie ich sie gestalten sollte. Diese habe ich Fett markiert. Entweder es handelt sich um Gedanken die in der Vergangenheit keinen Sinn machen oder z.B. um Zukunftsprognosen. Da hab ich mir aber in was reingeritten. Kann mir da wer helfen? Ich wäre euch sehr Dankbar.


Blaulicht. Die Tachonadel zeigte auf 100 Meilen die Stunde. Ich drückte meinen rechten Fuß durch. Die Uniform klebte an meinem Körper und der warme Schweiß lief mir die Stirn herunter.
    Wie oft habe ich mir schon gedacht, ich habe bereits alles gesehen? Ich war davon überzeugt, dass mich nichts mehr in dieser Stadt schocken konnte, und dann kam am nächsten Tag, die nächste Scheiße um die Ecke, und mir fehlten wieder die Worte.   
   Einer dieser Tage war heute. Ich raste mit einer Geschwindigkeit, die diese alte Kiste nur so hergab Richtung Stadt und beschäftigte mich damit die umliegenden Wagen zu überholen. Und dieser verfluchte Irre wurde einfach nicht langsamer. Mein Adrenalinspiegel stieg ins Unermessliche und ich fragte mich zum tausendsten Mal, wieso ich diesen Job überhaupt mache.
   Aus dem Polizeifunk dröhnte eine undeutliche Stimme. In meiner tiefen Konzentration nahm ich sie kaum wahr. Jetzt gab es nur noch mich und die schwarze Corvette.
   »Wagen 1388 bitte melden! Wie lautet die aktuelle Lageangabe des Fluchtfahrzeugs? Ich wiederhole, wie lautet die aktuelle Lageangabe des Fluchtfahrzeugs? Over.«
   Augenblicklich hob Johnny ab.
   »Hier Elliot Stark und John Smith, Wagen 1388. Er fährt weiterhin den Highway 67 Richtung Detroit entlang. Zur Innenstadt ist es nicht mehr weit. Sein Tempo beträgt momentan 113 Meilen die Stunde. Bei dem Tempo wären wir wohl in 2 Minuten da. Die Wahrscheinlichkeit, dass er anhält, ist gering. Wir setzten die Verfolgung fort. Over.«
   Er sprach ruhig und langsam. Seine Stimme war gelassen. Viel zu gelassen. Wie machte er das nur? Mein Herz raste immer schneller. Es fühlte sich so an, als stieg mein Puls proportional zur Geschwindigkeit.
   »Verstanden. Es sieht schlecht aus. In 2 Minuten schaffen wir wohl keine Straßensperre aber bleibt dran. Weitere Streifenwagen sind unterwegs. Over.«
   Ich erkannte aus dem Augenwinkel, wie er zu mir rüberblickte.
   »Komm schon Elli, schneller. Er entkommt uns noch.«
   »Johnny, verdammt noch mal ich tu ja mein Bestes! Aber bei Gott, ich weiß nicht, wie lange ich bei dem Tempo noch dranbleiben kann, wenn er gleich in der Stadt ist und nicht langsamer fährt, ja dann war es das für ihn und sicherlich noch einige unschuldige Bürger dieser Stadt. Ach ja, und wenn ich mein Tempo so beibehalte, gehören wir dazu.«
   Er lachte kurz auf.   
   »Ach Elli. Höre ich da etwa Panik in deiner Stimme? Beruhige dich, wir kriegen das schon hin, ist ja nicht das erste Mal. Und falls wir dabei draufgehen, sterben wir als glorreiche Helden für unser Land. Das hört sich doch großartig an oder nicht?«
   Unfassbar, wie konnte er jetzt noch Witze reißen? Ich werde wohl nie verstehen, was in seinem Kopf vorgeht. Und ohne hinzusehen, wusste ich, dass er dabei sein typisches schelmisches Grinsen aufgesetzt hatte. Ich hörte es einfach an seiner Stimme. Er hob dabei nur seinen rechten Mundwinkel. Das genügte bereits. Sein Gesicht verharrte dann üblicherweise einige Sekunden in dieser Position.    Aber was hatte er gesagt, ist ja nicht das erste Mal? Doch das war es für mich. Johnny hatte bis jetzt schon zwei Mal das Pech gehabt, Fahrer zu sein. Und jetzt war ich an der Reihe. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Wie konnte er mir nur so vertrauen? Wenigstens war es Sonntag, und der Verkehr überschaubar, jedenfalls solange es draußen noch hell war. Sonst gäbe es direkt einen Unfall und die ungemütliche Verfolgungsjagd hätte längst ein Ende gefunden. Wobei, wäre das nicht besser?
   Wir waren fast angekommen. Bald hätte ich ein Schild mit der Aufschrift „Willkommen in Detroit“ gelesen. Dann war auf der Straße nur noch Tempo 40 erlaubt und ich fahre ein Kopf an Kopf rennen mit einem Irren, während wir in einem Zickzack Muster an den deutlich langsameren Fahrzeugen vorbeihuschen, bis es irgendwann nicht mehr geht.
   »Scheiße Johnny, fick dich! Merkst du nicht es, ist grade der falsche Zeitpunkt um mich zu verarschen? Und übrigens für mich ist es wohl das erste Mal, ich war bei den anderen Malen als so eine Scheiße hier passiert ist Beifahrer, schon vergessen?«
   »Ja ja, aber du warst ja schließlich dabei. Außerdem gibt für alles ein erstes Mal, nicht wahr? Wir können uns ja versuchen schnell umzusetzen aber bei dem Tempo von beträchtlichen …«, er warf einen Blick auf das Armaturenbrett, »Wow, 120, das wäre wohl keine gute Idee.«
   Es war so weit. Nun sah ich das Schild, wir waren da. Keine Straßensperre. Und immer noch keine Verstärkung in Sicht. Mein Herz schlug noch schneller. Johnny gab unsere Lage per Funkspruch an die Zentrale weiter. Danach wand er sich wieder zu mir.
   »Okay Elli, jetzt wird es erst so richtig spannend. Unsere Männer haben etwas geschlafen, was die Straßensperre angeht. Na gut der Typ ist auch viel zu schnell unterwegs. Es liegt erst mal an dir. Dann sehen wir mal, wie gut deine Fahrkünste sind. Bleib ihm einfach dicht auf dem Fersen. Wir kriegen ihn Mann, mach dir mal keine Sorgen.«
   Ich beachtete ihn nicht. Meine Gedanken waren bei der Straße. Langsam wurde der Verkehr dichter und ich sah die ersten Menschen auf den Bürgersteigen. Er wurde langsamer. Gott sei Dank. Er war doch nicht so wahnsinnig um den erstbesten Autofahrer mit 120 Meilen die Stunde zu rammen. Aber dann hätte es wenigstens ein Ende. Er drosselte seine Geschwindigkeit, auf knappe 90 Meilen die Stunde. Immer noch viel zu schnell.
   »Verdammt, wo stecken die denn alle? Wie soll ich den bitte alleine aufhalten? Sag mir das mal!«  
   »Ganz ruhig und bleib dran Elli, ab jetzt gibt es nur noch drei Möglichkeiten.«  
   »Drei?«  
   »Ja denk doch mal nach. Also entweder er …«
   Da meldete sich wieder der Polizeifunk: »Funkspruch an Wagen 1388. Folgt weiter dem Fluchtfahrzeug. Wir sind dabei die Straßensperren an den Ausgängen zu errichten. Es ging nicht anders. Aber wir werden versuchen ihm vorher den Weg abzuschneiden. Er wird die Stadt nicht verlassen. Over.«
   An den Ausgängen erst? Die Stadt war nicht gerade klein. Das konnte ja noch ewig dauern. Ich brauchte dringend Verstärkung.
   »So Elli, das Katz und Maus Spiel möge beginnen. Zu meinem Bedauern sind wir aber vorerst die einzigen Katzen. Nein, Löwen. Obwohl bei dem Tempo vielleicht doch eher Geparden? Oder nein! Wir sind …«
   »Was zum ...? Halt endlich deine Fresse Johnny, ich kann echt nicht mehr! Sag was war jetzt nochmal mit den Möglichkeiten? Also eine Möglichkeit ist, er schafft es unfallfrei aus der Stadt, dann fangen unsere Männer ihn auf …«
   »Bingo. Das ist, wenn du Pech hast. Wenn du Glück hast, gibt er vorher schon auf oder er verkackt es sich so richtig. Na gut oder möglichst bald wird ihm der Weg abgeschnitten. Das waren jetzt zwar vier Möglichkeiten, aber egal. Dann war es das und du hast endlich deinen Feierabend. Und ich merk langsam, du hast ihn bitter nötig.«
   Ich machte den Mund schon auf, um ihm zu sagen, wie recht er doch hatte, denn ich brauchte meinen Feierabend so sehr wie noch nie. Doch dann blieb mir die Luft weg. Keine 30 Meter vor uns huschte er haarscharf an einem, an der Ampel stehenden, Wagen entlang. Er bog in letzter Sekunde auf die nächste freie Spur ab. Fast hätte er es sich so richtig verkackt, wie Johnny schon sagte. Ich fragte mich, was der ganze Mist hier soll. Spielt er hier ein Spielchen mit mir? Ich holte langsam wieder Luft und fuhr ebenfalls über die rote Ampel.
   »Johnny. Hast ... hast du das gesehen?«
   »Was, das überrascht dich jetzt? Also so wie der fährt, war mir schon lange klar, dass Überleben für ihn heute keine große Rolle spielt. Und jetzt gib mal etwas Gas, dein Abstand wird zu groß.«
   »Ja ja, ich mach doch schon!«
   Aus nicht mehr all zu großer Ferne sah ich die nächste rote Ampel. Diesmal gab es einen entschiedenen Unterschied. Johnny klatschte plötzlich in die Hände und zeigte mit dem Finger zielgerichtet nach vorne. Dabei rief er: »Siehst du das? Jetzt haben wir ihn! Wir haben ihn! Keine freie Spur heute mehr für dich. Was machst du jetzt, du  Dreckskerl? So Elli, mach dich schon mal bereit für den Übergriff.«
   Er hörte sich ziemlich begeistert an. Währenddessen raste der Fahrer unmittelbar auf die Ampel zu. Auf den drei Spuren standen einige Wagen, die nicht Platz machten. Sie machten ein Weiterfahren unmöglich. Entweder hatten sie uns nicht gesehen oder konnten sich einfach nicht schnell genug organisieren, um die Straße frei zu machen. Bei dem Tempo war das gar kein Wunder.  
   Zwischen uns und dem Gegenverkehr lag eine Insel. Sie ragte zu weit aus der Straße hervor, da kam er nicht durch. Unmöglich. Aber er wurde nicht langsamer. Er will sich doch nicht etwa umbringen? Er schien wirklich ein Spielchen mit mir zu spielen. Wer zuerst bremst? Nein noch war ich weit hinter ihm, das macht doch alles keinen Sinn. Oder habe ich etwas übersehen? »Brems doch endlich Junge! Es ist vorbei!«, rief ich. Aber er dachte nicht mal daran.
   Plötzlich rief Johnny: »Oh nein. Nein! Da, schau mal nach rechts!«
   Zum ersten Mal an diesem Tag hörte ich Besorgnis in seiner Stimme. Das beunruhigte mich um so mehr. Ich schaute hin. Rechts neben der Straße verlief ein relativ breiter Bürgersteig. Ungefähr zwei bis drei Meter vor den haltenden Autos war er wegen einer Einfahrt in eine Garage abgesenkt. Ab jetzt ging alles sehr schnell, und gleichzeitig wie in Zeitlupe.  
   Ich sah eine Alte Frau von etwa 80 Jahren, schneeweiße Haare, gebückter Gang. Sie trug einen roten Wollpullover und einen knöchellangen braunen Rock mit dazu passenden braunen Schuhen. Sie ging ihn entlang, gemächlich, mit dem Rücken zu uns gerichtet. Ich hörte Johnny wieder rufen: »Nein, nein das wird er nicht tun, unmöglich es ist vorbei!«
   Ich verstand ihn kaum. Seine Stimme war so weit weg. Ich wollte hupen, aber ich konnte nicht, meine Arme bewegten sich keinen Stück. Ich war erstarrt. Man könnte meinen der Motor der lauten Corvette und die Polizeisirene waren laut genug, aber wie schnell konnte diese Frau schon reagieren? Wie gut war Ihr Gehör? Sie war vollkommen alleine. Niemand war da, um ihr zu helfen. Wieso ging Sie diese Straße entlang? Wieso ausgerechnet jetzt? Genau diese Stelle. Er war viel zu schnell. Oder war ich zu langsam? Was kann ich tun? Ich muss doch etwas tun. Ich muss.
   Endlich drehte sie sich um. Ganz langsam, so wie man es von ihr erwartet hatte. Ich sehe sie an, sie lächelte glücklich. Sie sah mich nicht, sie schaute auf die Corvette vor sich. Ihr lächeln schwand langsam aus ihrem Gesicht. Ich wand meinen Blick von ihr ab. Dann sah ich ihn an. Ich war so nah dran, dass ich ihn im Rückspiegel sehen konnte. Mein Herz blieb stehen. Er schaute nicht nach vorne. Nein, er guckte mich an. Ich konnte zwar nur seine Augen sehen, aber das reichte mir. Es reicht mir, um zu sehen, dass er grinste. Nein mehr, er lachte. Er lachte mich aus.
   Er spielte sein Spiel mit mir. Und ich habe verloren. Ich bin wie in Trance.    
   Hatte sie Kinder? Oder sogar Enkelkinder? Natürlich hatte sie das. Sie lächelte glücklich. Sie sah aus wie eine zufriedene Großmutter, die sich hin und wieder, wie ein kleines Kind freute, wenn ihre Enkel mal wieder zu Besuch kamen. Dann war sie nicht mehr so einsam und all Ihre Sorgen, vor allem die schmerzenden alten Knochen und der Liebeskummer um ihren längst verstorbenen Mann, waren vergessen. Sie stellte ihnen viel mehr Essen auf den Tisch, als sie jemals schaffen würden. Und wenn sie über Nacht blieben, las sie ihnen so gerne aus ihrem Märchenbuch Geschichten vor. Sie hörten ihr so lange zu, bis sie einschliefen. Wenn sie dann am nächsten Tag gingen und brav waren, gab sie ihnen natürlich auch etwas Geld, auch wenn sie nicht viel hatte. Als sie dann wieder alleine war, träumte sie immer davon den Tag noch zu erleben, wenn sie mal heiraten werden. Das zu sehen würde sie endlos glücklich machen. Dafür nahm sie all die Schmerzen des Alters in Kauf.
   Ihr Traum wird niemals in Erfüllung gehen. Keine ihrer Knochen hatte den immensen Zusammenprall standgehalten. Ihr Körper war verstümmelt und auf dem Asphalt verteilt.
   Und er lachte mich aus. Dieses grässliche Lachen.
   Ich konnte es hören.

mfg.
Dima
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Iknim
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BeitragVerfasst am: 22.08.2013 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr gut! In der Vergangenheit liest sich dein Text schon leichter, und die Einrückungen am Anfang der Zeile machen es viel angenehmer.
Auch wirkt deine überarbeitete Version noch einmal einen Tick realistischer, vor allem der Tipp von JGuy hat deinem Text sehr gut getan.

Zu deinen fett gedruckten Wörtern:

Zitat:
Bald hätte ich ein Schild mit der Aufschrift „Willkommen in Detroit“ gelesen.


Meintest du vielleicht hatte? Aber das wäre dann das Plusquamperfekt, die Vorvergangenheit, und auch die passt hier nicht. Hier brauchst du das Präteritum, also einfach "las".
Und was wolltest du mit "Bald" ausdrücken? Aus dem Zusammenhang kann ich mir eigentlich erschließen, dass er es sofort danach las. Falls ich bis jetzt richtig liege, hier mein Verbesserungsvorschlag:
"Vor mir erblickte ich ein Schild mit der Aufschrift "Willkommen in Detroit"."

Zitat:
Dann war auf der Straße nur noch Tempo 40 erlaubt und ich fahre ein Kopf an Kopf rennen mit einem Irren, während wir in einem Zickzack Muster an den deutlich langsameren Fahrzeugen vorbeihuschen, bis es irgendwann nicht mehr geht.

Der Satz gehört schön in die Vergangenheit, lass dich von dem "Dann war auf der Straße nur noch Tempo 40 erlaubt" nicht in die Irre führen. Auch wenn der Rest zeitlich gesehen danach passiert: In einem Thriller ereignet sich ja fast alles nach einander.  Smile
Aber der Satz ist auch ein bisschen holprig, da kommt man schnell durcheinander. Mache doch daraus zwei Sätze.

 
Zitat:
An den Ausgängen erst? Die Stadt war nicht gerade klein.

Das würde ich so lassen.

Zitat:
Er will sich doch nicht etwa umbringen? Er schien wirklich ein Spielchen mit mir zu spielen. Wer zuerst bremst?

Wenn ich das richtig sehe, ist das alles ein innerer Gedankengang. Da musst du dich entscheiden, ob du im gesamten Roman die inneren Ausrufe und Gedanken in der Gegenwart oder in der Vergangenheit schreibst.
Momentan gibt es sie sowohl in der Vergangenheit:
Zitat:
Unfassbar, wie konnte er jetzt noch Witze reißen? [...] Wieso ging Sie diese Straße entlang? [...] Oder war ich zu langsam? ...


als auch in der Gegenwart:
Zitat:
Spielt er hier ein Spielchen mit mir? [...]  Oder habe ich etwas übersehen? [...] Was kann ich tun? Ich muss doch etwas tun. Ich muss.


Da musst du dich, genauso wie vor kurzem mit deiner Präsenz/Präteritum Frage, entscheiden.
Als Anregung: In dem Roman "Der Augensammler" von Sebastian Fitzek, der ein führender deutscher Schriftsteller im Psychothriller Genre ist, sind die inneren Ausrufe und Gedanken in der Gegenwart und kursiv geschrieben. Bei Amazon gibt es den "Blick ins Buch"; wenn du mal kurz reinschaust, weist du was ich meine.

Für eine Rohfassung ist dein Romananfang schon recht gut.
Hoffentlich konnte ich dir helfen,
Iknim


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Dima
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BeitragVerfasst am: 22.08.2013 17:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Iknim

Vielen Dank, dass du dir wieder Zeit für meinen Text genommen hast.

Zitat:

Bald hätte ich ein Schild mit der Aufschrift „Willkommen in Detroit“ gelesen.

Er denkt über die Zukunft nach, deswegen auch das "bald". Ich merke das "hätte" ist natürlich vollkommen fehl am Platz. Richtig würde es wohl "würde" heißen. Ist mir jetzt erst eingefallen, sorry.

Zitat:
Dann war auf der Straße nur noch Tempo 40 erlaubt und ich fahre ein Kopf an Kopf rennen mit einem Irren, während wir in einem Zickzack Muster an den deutlich langsameren Fahrzeugen vorbeihuschen, bis es irgendwann nicht mehr geht.

Ja hier geht dann seine Gedanken was gleich passieren "würde" weiter. Es ist aber noch nicht passiert bzw. zu dem Zeitpunkt war er sich auch nicht sicher ob es passieren würde, deswegen frage ich mich ob es wirklich ins Präteritum gehört. Es ist also nur ein Gedankengang. Am besten streiche ich den Teil mit der Zukunftsprognose, ist mir zu kompliziert.

Zitat:
Da musst du dich, genauso wie vor kurzem mit deiner Präsenz/Präteritum Frage, entscheiden.
Als Anregung: In dem Roman "Der Augensammler" von Sebastian Fitzek, der ein führender deutscher Schriftsteller im Psychothriller Genre ist, sind die inneren Ausrufe und Gedanken in der Gegenwart und kursiv geschrieben. Bei Amazon gibt es den "Blick ins Buch"; wenn du mal kurz reinschaust, weist du was ich meine.

Ja am liebsten würde ich die Gedanken alle in Präsens machen, wenn das so legitim ist. Danke für den Tipp mit dem Buch. Aber da der Protagonist bei mir relativ viel nachdenkt, wäre die Kursivschrift glaube ich nicht so gut. Dann wäre am ende der halbe Text kursiv. In der Ich-Perspektive denkt man ja viel nach, also so hatte ich das vor.


Na gut ich merke, dass mit dem Buch schreiben ist viel komplizierter als ich dachte. Viele Entscheidungen die man direkt am Anfang fällen muss. Das blockiert mich ziemlich. Ich glaube ich muss die Geschichte erst mal noch liegen lassen und noch etwas Bücher im "beobachtenden Autor-Modus" lesen.


Danke für deine Hilfe!
mfG.
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BeitragVerfasst am: 24.08.2013 10:41    Titel: Antworten mit Zitat

@ Dima

Zitat:
Er denkt über die Zukunft nach, deswegen auch das "bald". Ich merke das "hätte" ist natürlich vollkommen fehl am Platz. Richtig würde es wohl "würde" heißen. Ist mir jetzt erst eingefallen, sorry.

Ja, mit dem "würde" verstehe ich jetzt auch, was du meinst.

Zitat:
Ja hier geht dann seine Gedanken was gleich passieren "würde" weiter. Es ist aber noch nicht passiert bzw. zu dem Zeitpunkt war er sich auch nicht sicher ob es passieren würde, deswegen frage ich mich ob es wirklich ins Präteritum gehört. Es ist also nur ein Gedankengang. Am besten streiche ich den Teil mit der Zukunftsprognose, ist mir zu kompliziert.

Für mich liest es sich eher wie eine Geschehen, was gerade passiert. Da müsstest du es besser kennzeichnen, dass es nur ein Gedankengang ist - von selber komme ich da als Leser nicht drauf.

Zitat:
Ja am liebsten würde ich die Gedanken alle in Präsens machen, wenn das so legitim ist. Danke für den Tipp mit dem Buch. Aber da der Protagonist bei mir relativ viel nachdenkt, wäre die Kursivschrift glaube ich nicht so gut. Dann wäre am ende der halbe Text kursiv. In der Ich-Perspektive denkt man ja viel nach, also so hatte ich das vor.

Die Gedankengänge im Präsenz sind schon legitim, vorausgesetzt, es ist immer klar, dass es ein Gedankengang ist. Bei deinem vorangegangenen Beispiel (letztes Zitat) wird es nicht richtig deutlich.

Zitat:
Na gut ich merke, dass mit dem Buch schreiben ist viel komplizierter als ich dachte. Viele Entscheidungen die man direkt am Anfang fällen muss. Das blockiert mich ziemlich. Ich glaube ich muss die Geschichte erst mal noch liegen lassen und noch etwas Bücher im "beobachtenden Autor-Modus" lesen.

Ja im "beobachtenden Autor-Modus" Bücher lesen ist immer sehr interessant und es bringt einem sehr viel (genauso wie sich mit den Geschichten von anderen Leuten in diesem Forum auseinanderzusetzen) Very Happy
Aber es ist trotzdem wichtig, dass du weiter schreibst. Wenn man damit einmal aufhört, kommt man nicht mehr so schnell rein. Außerdem wirst du die Rohfassung deines Romans noch zig mal überarbeiten - solche Formfehler wie Präsenz/Gedankengänge kann man später immer noch überarbeiten. Klar, natürlich ist es immer besser, wenn man es gleich richtig macht - aber lass dich von solchen scheinbar "komplizierten" Sachen nicht verwirren.

Liebe Grüße,
Iknim


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Dima
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BeitragVerfasst am: 25.08.2013 15:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber es ist trotzdem wichtig, dass du weiter schreibst. Wenn man damit einmal aufhört, kommt man nicht mehr so schnell rein. Außerdem wirst du die Rohfassung deines Romans noch zig mal überarbeiten - solche Formfehler wie Präsenz/Gedankengänge kann man später immer noch überarbeiten. Klar, natürlich ist es immer besser, wenn man es gleich richtig macht - aber lass dich von solchen scheinbar "komplizierten" Sachen nicht verwirren.

Ja gut hast vermutlich recht. Ich werde wohl weiterschreiben, dann sehe ich schon welche Zeitform besser passen wird etc. Danke für deine Hilfe :)

mfG.
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BeitragVerfasst am: 26.08.2013 06:18    Titel: Antworten mit Zitat

Im Präteritum lässt es sich leichter lesen, aber ich kann jetzt nicht sagen, ob das an meiner Lesegewohnheit liegt, oder daran, dass du zeitgleich am Text gefeilt hast.

Dieser Absatz macht mir noch Probleme:
Dima hat Folgendes geschrieben:
Endlich drehte sie sich um. Ganz langsam, so wie man es von ihr erwartet hatte. Ich sehe sie an, sie lächelte glücklich. Sie sah mich nicht, sie schaute auf die Corvette vor sich. Ihr lächeln schwand langsam aus ihrem Gesicht. Ich wand meinen Blick von ihr ab. Dann sah ich ihn an. Ich war so nah dran, dass ich ihn im Rückspiegel sehen konnte. Mein Herz blieb stehen. Er schaute nicht nach vorne. Nein, er guckte mich an. Ich konnte zwar nur seine Augen sehen, aber das reichte mir. Es reicht mir, um zu sehen, dass er grinste. Nein mehr, er lachte. Er lachte mich aus.

Mir ist der Ablauf nicht klar. Nur so viel: Da ist eine beschützenswerte Oma auf dem Weg, die gleich überfahren wird. Vermutlich von dem Polizeiwagen, denn sonst wäre es für den jungen Mann hinterm Steuer nicht so deutlich zu hören gewesen mit den Knochen. Aber wieso sieht er das Grinsen des anderen im Rückspiegel? Der ist doch vor ihnen? Ok, mit 5 Minuten Nachdenken, er könnte ihn auch im Rückspiegel der Corvette grinsen sehen. Ist die alte Dame irgendwie zwischen die fahrenden Autos geraten? Bei so wenig Abstand und mangelnder Mobilität ihrerseits schwer vorstellbar. Ist einer der beiden Wagen zur Seite ausgebrochen? Hat es die Corvette über die Verkehrsinsel geschafft?
Das ist ein Schlüsselmoment, das ist der Moment, wo Elli (den ich erst für eine Frau hielt) seinen Knacks weg bekommt und Jahre später noch Alpträume hat. Dafür sind einfach die falschen Fragen offen geblieben.


Dima hat Folgendes geschrieben:
Na gut ich merke, dass mit dem Buch schreiben ist viel komplizierter als ich dachte. Viele Entscheidungen die man direkt am Anfang fällen muss. Das blockiert mich ziemlich. Ich glaube ich muss die Geschichte erst mal noch liegen lassen und noch etwas Bücher im "beobachtenden Autor-Modus" lesen.
Schreib trotzdem weiter. Lesen allei bildet dich nicht aus, du musst auch üben, üben, üben. Wenn du dich selber intensiv mit beschäftigst, hast du dann beim Lesen diese "Ach, so macht der das!"-Momente. Du wirst dein Buch mehr als nur einmal schreiben, so oft wirst du es überarbeiten, also erzähl es erst mal, wie dir der Schnabel gewachsen ist. Alles, was sich dann außerhalb deines Kopfes befindet, kannst du immer noch zurecht stutzen und auf Zeiten und Perspektiven drillen. Vielleicht schreibst du einige Szenen mehrmals, einmal aus Sicht jedes Beteiligten, nur um zu sehen, welche Variante sich besser lesen lässt, wer weiß? Wichtig ist nur eines: Tu es.
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BeitragVerfasst am: 27.08.2013 08:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Drakenheim

Danke erstmal, dass du dir Zeit für meinen Text genommen hast.

Es überrascht mich jetzt etwas, dass die Handlung so schlecht zu durchschauen ist, werde ich wohl noch genauer beschreiben müssen. Danke für den Hinweis.

Also zur Erklärung: Die Corvette mit dem Flüchtigen ist die gesamte Zeit über vor dem Streifenwagen, welchen der Protagonist fährt. Es gibt einige Textstellen die darauf hinweisen. Die letzte Stelle wo das erwähnt ist, ist kurz vor dem Unfall, da lautet es: "Er schien wirklich ein Spielchen mit mir zu spielen. Wer zuerst bremst? Nein noch war ich weit hinter ihm, das macht doch alles keinen Sinn."
Also der Corvette fährt auf den Bürgersteig, und somit auf die Oma zu. Der Streifenwagen ist dicht dahinter. Kurz vor dem Zusammenstoß dreht die Oma sich um und schaut den Corvette, jetzt weil sie sich umgedreht hat, genau vor sich an. Der Protagonist schaut währenddessen erst die Oma an an, dann schaut er, vorne durch seine Windschutzscheibe, durch die Heckscheibe vom Corvette, in dessen Rückspiegel.
Dabei sieht er wie der Fahrer ihn anguckt. Über den Rückspiegel von der Corvette.

Ich glaube, dass besonders der Teil im Unterstrichenen unklar war. Ich hätte es natürlich besser beschreiben müssen.

mfG.
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Dima
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BeitragVerfasst am: 27.08.2013 08:55    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Achja.

Zitat:
Vermutlich von dem Polizeiwagen, denn sonst wäre es für den jungen Mann hinterm Steuer nicht so deutlich zu hören gewesen mit den Knochen.

Ich habe nirgendwo geschrieben, dass es hört wie die Knochen brechen. Das war nur eine Anlehnung auf die Textstelle: "Dann war sie nicht mehr so einsam und all Ihre Sorgen, vor allem die schmerzenden alten Knochen und der Liebeskummer um ihren längst verstorbenen Mann, waren vergessen."
Das einzige was er hört, was unwahrscheinlich ist, ist sein lachen. Im Traum ist es jedoch möglich.
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Drakenheim
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BeitragVerfasst am: 27.08.2013 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hm?

Hm.

*scroll*

Zitat:
Keine ihrer Knochen hatte den immensen Zusammenprall stand gehalten. Ihr Körper ist Verstümmelt und auf dem Asphalt verteilt.
Und er lacht mich aus. Dieses Grässliche Lachen.
Ich kann es hören.


Aye, Stimmt. Du hast nirgendwo geschrieben, dass er es hört. Aber an dieser Stelle habe ich die Knochen knacken hören.
Schon ulkig, wie mein Hirn geschriebenes Wort manchmal umsetzt. ^^
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