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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Kriminalroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund (300 Buchseiten)


 

 
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antonT
Abc-Schütze


Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 02.07.2013 17:42    Titel: Kriminalroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund (300 Buchseiten)
Ereignis startet am 02.07.2013 für 10 Tage
eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Habe vor Jahren einen Krimi geschrieben. Ich hab ihn aus der Schublade geholt und bin dabei ihn zu überarbeiten. Bitte sagt mir etwas zu der nachstehenden Leseprobe:

a) zum Inhalt
b) zur Schreibweise
c) taugt der Stoff für einen Film?
d) taugt der Stoff für ein Buch?
e) taugt der Stoff überhaupt noch?

[b]
Rückblicke von E. R. Jahrzehnte später im mondänen Schießstand seiner Villa:[/b]

...... E. R. ließ den Film seiner Erinnerungen weiter ablaufen: Dieser Vater, also sein leiblicher, nicht jener A.... R...., dessen Familiennamen er jetzt trug. Er war Oberleutnant und hoch dekoriert. Schwer verwundet  ist er schon Ende 1917 aus dem Krieg heimgekehrt und schwängerte eine der ihn pflegenden Krankenschwestern. Im Frühjahr 1919 gebar sie ihm den Sohn Franz. Er heiratete sie. Das war  die Ehrenpflicht eines deutschen Offiziers. Das er selbst noch Pflege benötigte, sah er nicht ein. Kaum genesen war er zu Hause ein seltener Gast. Die liebevolle Aufmerksamkeit der Mutter vermochte kaum die dauernde Abwesenheit des Vaters ersetzen. Der ehemalige Kriegsheld konnte und wollte sich den Gegebenheiten der Nachkriegszeit nicht beugen. Er konnte die „Schmach von Versailles" nicht überwinden. Er empfand jede ihm angebotene Stelle in Anwaltsbüros oder in der Wirtschaft als unter seiner Würde. Er schloss sich zunächst der Organisation „Stahlhelm" an und später der aus der SA hervorgegangenen Schutz-Staffel (SS). Die Entfremdung von Frau und Kind war damit vorprogrammiert. Er verließ die kleine Familie 1926, um sich ganz der Parteiarbeit, dem Kampf gegen die „Roten, Juden und Kriegsgewinner“ zu widmen. Ganz nebenbei gab er sich wechselnden Liebesabenteuern hin. Die vaterländischen Pflichten des Dr. H. Stielhammer, der seine ganze Zeit, Kraft und Intelligenz seiner Karriere in der NSDAP widmete, ließen ihn manchmal auch die Zahlung des Pflegegeldes vergessen. Das führte zu einer ärmlichen Lebensführung der beiden Verlassenen und überschattete Franz's Kindheit. Das Idealbild des Vaters, der mit seiner schwarzen Uniform und dem markantem Auftreten dem Kleinen ebenso imponierte wie auch Angst machte, konnte das nicht trüben - er bewunderte, liebte und fürchtete ihn. Die Gespräche bei solchen Kurzbesuchen waren einseitig, meist nur Parolen wie:  „Die Demokratie funktioniert nicht," „die Roten müssen vernichtet werden," „die Juden sind an allem schuld," „Hitler führt uns zum Sieg" etc. Die Mutter schwieg, Franz lauschte gebannt den Tiraden.
Die Scheidung erfolgte noch im gleichen Jahr. Ein Jahr später heiratete Franz's Mutter den Postbeamten A.... R...... Einen unzeitgemäß stillen Mann, der sich jeglichen Äußerungen über Politik enthielt. Er war in allem das genaue Gegenteil von Franz's Vater. Er war häuslich, liebevoll und von zurückhaltendem Wesen. Trotz großer Bemühungen gelang es ihm nicht, Franz's Anerkennung zu gewinnen. Im Herbst 1927 bekam die neue Familie Nachwuchs, einen Jungen, der auf den Namen Edmund getauft wurde. Aus unerfindlichen Gründen hasste Franz diesen Halbbruder vom ersten Moment an.

„Was für ein Wunder, wenn ich mich selbst nicht leiden kann" - murmelte E. R. wieder leise vor sich hin - „wer bin ich nun wirklich?" So unberechtigt erschien ihm diese Frage, die Vera ihm gestellt hatte, plötzlich nicht. Er hatte sich in eine schmerzlich-nostalgische Stimmung hineinversetzt und begann wieder einmal, sich selbst zu bedauern. Um sein „zweites Ich" von seinem „ersten Ich" auseinander zu halten, versuchte er das Erste konsequent mit „ Franz" oder „St....." zu betiteln und diesen als eine andere Person zu empfinden. Er löschte das Deckenlicht und etwas später auch die Stehlampe. Das Licht störte ihn. Jetzt brannten nur noch die drei kleinen Spots, die die Zielscheiben beleuchteten. Was hatte ihn eigentlich bewegt in seinen beiden Leben, in dem als Franz Steinhammer und in seinem jetzigen als Ewald R.... - oder besser als E. R.? Idealismus? Vaterlandsliebe? Gerechtigkeit? All dies, das musste er sich eingestehen, war es nicht. Also immer nur Opportunismus? Streben nach Macht und Reichtum - also „Tanz um das Goldene Kalb?" Er verdrängte wie schon oft eine Antwort auf diese Frage, weil er ahnte, dass diese negativ ausfallen würde. „Zäh wie Leder, hart wie Krupp-Stahl und..." von flink konnte ja keine Rede mehr sein.  Waren das seine Lebensmaximen? Sie waren es nur dort gewesen, wo es zu nichts Gutem, manchmal auch zu Schrecklichem führte. Gewissensbisse? Unsinn! Am liebsten hätte er mit einem „Scheiß drauf!" diesen ganzen Gedankenlauf unterbrochen. Aber wie unter Zwang setzte er ihn fort.
Liebe? Was war das ? Hatte er seine Mutter geliebt? Irgendwie schon, aber sie war die einzige Frau, für die er so etwas wie Liebe empfinden konnte. Und Männern gegenüber durfte ein solches Gefühl doch nicht entstehen. Oder doch? Damals, als er noch Franz war, jedenfalls nicht.

E.R. versuchte diese schmerzliche Erinnerung an seine erste Liebe zu verdrängen, die ein so böses Ende genommen hatte. Zeitweise war ihm - nein, Franz – sogar so etwas wie Liebe gelungen. Das damals so brennende und beglückende Gefühl passte gar nicht in das ihm aufgezwungene Weltbild. Er glaubte heute noch die harte Hand des geliebten Vaters zu spüren. Dieser hätte ihn damals wegen dieser „Obszönität" und „Rassenschande" am liebsten erschlagen. E. R. fühlte eine Welle des Hasses in sich aufsteigen, ein Gefühl, das er brauchte, um damit alles andere zu überdecken. Liebe? Sein Leben wäre wohl glücklicher gewesen, wenn er sie hätte empfinden können. Das konnte er aber nie - außer eben der zu Leo, damals, als er zwölf war. Die Erinnerung daran, die er verdrängt hatte, die ihn immer wieder einholte und derer er sich jahrzehntelang geschämt hatte. Das Wissen um seine ihm aufgezwungene Moral und seine   verachtenswerte Neigung waren die Gründe seiner inneren Zerrissenheit. Warum nur hatte er diese nicht mit seinem ersten Ich, mit Franz, abstreifen können?
Franz war damals dreizehn Jahre alt und in der dritten Klasse des Gymnasiums. Der Einfluss des Vaters, der mit seiner Arbeit für die zur Machtergreifung drängende NSDAP beschäftigt war, war nicht groß. Er kümmerte sich nur wenig um seinen Sohn. In dem in die Pubertät gelangenden Knaben hatte sich eine Verliebtheit zu seinem Klassenkameraden Leo Goldberg entwickelt. Dass dieser Jude war, tat diesem Anfall jugendlicher Sexualität keinen Abbruch. E. R. hatte sich später diese starke Zuneigung damit zu erklären versucht, dass Leo zart wirkte und ein sehr schöner Junge war, fast wie ein Mädchen. Franz's Neigung  war somit irgendwie verständlich. Homosexuell? Nein, das war Franz sicher nicht. E. R. mochte sich diese „Perversion," wie er die Empfindung nannte, die er ein Leben lang verleugnet und unterdrückt hatte, auch heute nicht eingestehen.
Franz und Leo schlossen Freundschaft, spielten Schach, machten Wanderungen und verfassten, sich gegenseitig anfeuernd, erste, noch sehr unbeholfene Gedichte. Es kam zu keinerlei sexuellen Handlungen oder andeutenden Berührungen. Aber schon die Nähe des Freundes, die er in den Pausen oder beim Turnen suchte, beglückte Franz. Da Leo sich keinerlei ähnliche Empfindungen anmerken ließ, hielt Franz seine weitergehenden Sehnsüchte zurück, um den Freund nicht zu verlieren.
Zur Bestürzung der Mutter und des Stiefvaters erschien eines Tages unerwartet der fast schon vergessene Vater in schwarzer Uniform, um sich über die richtige Erziehung seines Sohnes ein Bild zu machen. In Franz brach die schon fast vergessene Bewunderung für seinen Vater spontan wieder auf. Mit  bewundernden Blicken hing er an dessen imponierender und martialischer Gestalt. Der aber war mit dem Erfahrenen gar nicht zufrieden. Er wollte schon mit einem: „Das wird anders - Heil Hitler!" die Wohnung verlassen, als es läutete und Leo in der Türe erschien. Als Dr. St..... den verblüfften Jungen sah, der am liebsten weggelaufen wäre, kam es zur Katastrophe. Er fuhr ihn mit der Frage an: „Was willst du hier und wie heißt du?" Franz spürte augenblicklich die Brisanz der Situation und trotz einem Würgen im Hals antwortete er für den Freund: „Das ist mein Schulfreund Leo." Der Vater schien etwas zu ahnen und er ragte mit einer Schärfe, die nichts Gutes ahnen ließ: „Leo - und wie noch?" Als der völlig verängstigte Leo ein kaum hörbares „Goldberg" hervorbrachte, war es mit der Beherrschung St....... vorbei. Franz, vor Schreck wie gelähmt, fürchtete, dass sein Vater zuschlagen würde, was dieser nicht tat, aber  zornentbrannt ausrief: „Verschwinde, du Judenbengel, sonst schlag ich dich tot - lass dich nie wieder hier blicken!" Der arme Leo lief völlig verstört davon.
Dr. St......, wandte sich jetzt wutentbrannt Franz zu. Er musste sich sehr im Zaume halten, um nicht zuzuschlagen und sich zur Ruhe zwingen, als er mit  Eiseskälte in der Stimme sagte: „Schämst du dich nicht, mit diesem Saukerl zu verkehren? Du weißt doch, dass er Jude ist. Das wird sich jetzt ändern, darauf kannst du dich verlassen." Den R..... gewandt, die der ganzen Szene entsetzt und schweigend beigewohnt hatten, brüllte er: „Wie könnt ihr so etwas dulden? Ich werde dafür sorgen, dass euch das Sorgerecht für meinen Sohn entzogen wird." Dann verließ der Wütende die Wohnung, nicht ohne beim  Verlassen noch ein „Heil Hitler" gebrüllt zu haben.
Franz war völlig aufgelöst und weinte. Die Mutter versuchte vergeblich ihn zu trösten. Er hatte das Gefühl, allein gelassen zu sein und alle Welt hassen zu müssen. Seinen Vater, weil der ihm den Freund genommen hatte, seine Mutter und den Stiefvater, weil sie ihn nicht schützen konnten und Leo, weil er jemand war, den man nicht lieben durfte. Mit diesem Geschehnis zerbrach in Franz etwas Unwiederbringliches: Die Fähigkeit zu lieben.

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Nora_Sa
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BeitragVerfasst am: 03.07.2013 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anton,

ich werde mich mal an deinen Fragen entlang hangeln.
Der Inhalt:
Mein erstes und dringendstes  Problem ist: Ich weiß nicht wo ich diesen Text einordnen soll. Ist das der Anfang von deinem Krimi? - Wenn ja, habe ich ein großes Problem, denn ich musste den Text komplett bis zum Ende durchlesen und anschließend mehrere Abschnitte wiederholen bevor ich endlich verstand worum es eigentlich geht und wer da wer ist. Vorsichtig ausgedrückt würde ich sagen: Das ist ungünstig. Im Klartext formuliert bedeutet das: Ich habe mir zwar jetzt für dich die Mühe gemacht, würde sie mir aber unter normalen Umständen für kein Buch machen. Mein erster Rat also: Mach es verständlicher.

Wenn es sich wirklich um den Anfang handeln sollte, empfehle ich dir als zweiten Rat folgendes zu berücksichtigen:
Der Anfang einer Geschichte / eines Krimis sollte in die Geschichte selbst einführen, den Protagonisten oder Antagonisten in irgendeiner Weise vorstellen - und wenn das alles nicht passiert, dann sollte zumindest eine, für den Roman wichtige Handlung beschrieben werden. Z.B. das Verbrechen, um dessen Aufklärung es im Buch geht.
Dein Textstück aber ist genau genommen ein Stück Biografie, dass die Kindheit und frühe Jugend von Frank Steinhammer und seinem abgespaltenen zweiten Ich Ewald R. beschreibt, so wie in Bruchstücken auch das seines leiblichen Vaters Dr. St. (Ich hoffe sehr, das habe ich richtig verstanden, denn sicher bin ich mir darin noch immer nicht.)

Ich benenne mal meine größten Stolpersteine:
Zitat:
Er heiratete sie. Das war die Ehrenpflicht eines deutschen Offiziers. Das er selbst noch Pflege benötigte, sah er nicht ein. Kaum genesen war er zu Hause ein seltener Gast. Die liebevolle Aufmerksamkeit der Mutter vermochte kaum die dauernde Abwesenheit des Vaters ersetzen. Der ehemalige Kriegsheld konnte und wollte sich den Gegebenheiten der Nachkriegszeit nicht beugen.

Fast der gesamte Absatz beschreibt den Vater Dr. St. Doch bereits beim lilafarbenen Satz bin ich mir nicht mehr so sicher, der rote aber scheint mir doch eindeutig zum Sohn zugehören, oder? - Das ist zu konfus geschrieben.

Und diesen Absatz konnte ich irgendwie gar nicht einordnen.
Zitat:
„Was für ein Wunder, wenn ich mich selbst nicht leiden kann" - murmelte E. R. wieder leise vor sich hin - „wer bin ich nun wirklich?" So unberechtigt erschien ihm diese Frage, die Vera ihm gestellt hatte, plötzlich nicht. Er hatte sich in eine schmerzlich-nostalgische Stimmung hineinversetzt und begann wieder einmal, sich selbst zu bedauern. Um sein „zweites Ich" von seinem „ersten Ich" auseinander zu halten, versuchte er das Erste konsequent mit „ Franz" oder „St....." zu betiteln und diesen als eine andere Person zu empfinden. Er löschte das Deckenlicht und etwas später auch die Stehlampe. Das Licht störte ihn. Jetzt brannten nur noch die drei kleinen Spots, die die Zielscheiben beleuchteten. Was hatte ihn eigentlich bewegt in seinen beiden Leben, in dem als Franz Steinhammer und in seinem jetzigen als Ewald R.... - oder besser als E. R.? Idealismus? Vaterlandsliebe? Gerechtigkeit? All dies, das musste er sich eingestehen, war es nicht. Also immer nur Opportunismus? Streben nach Macht und Reichtum - also „Tanz um das Goldene Kalb?" Er verdrängte wie schon oft eine Antwort auf diese Frage, weil er ahnte, dass diese negativ ausfallen würde. „Zäh wie Leder, hart wie Krupp-Stahl und..." von flink konnte ja keine Rede mehr sein. Waren das seine Lebensmaximen? Sie waren es nur dort gewesen, wo es zu nichts Gutem, manchmal auch zu Schrecklichem führte. Gewissensbisse? Unsinn! Am liebsten hätte er mit einem „Scheiß drauf!" diesen ganzen Gedankenlauf unterbrochen. Aber wie unter Zwang setzte er ihn fort.
Liebe? Was war das ? Hatte er seine Mutter geliebt? Irgendwie schon, aber sie war die einzige Frau, für die er so etwas wie Liebe empfinden konnte. Und Männern gegenüber durfte ein solches Gefühl doch nicht entstehen. Oder doch? Damals, als er noch Franz war, jedenfalls nicht.

Da sitzt Ewald R. und denkt über sein Leben nach und dieser Abschnitt spielt zeitlich dort, wo der erste einleitende Satz aufhört. Vermute ich jedenfalls, verzeih mir bitte, wenn ich etwas falsch verstanden haben sollte.
Wenn dem so ist, dann ist es in meinen Augen äußerst ungeschickt diesen Absatz mitten in die biographische Erzählung zu setzen. Vielleicht irre ich ja gewaltig, aber ich glaube, kein/kaum ein Leser wird auf Anhieb den Überblick behalten, wenn du die Geschichte zeitlich derart verschachtelt präsentierst. Vielleicht könnte man etwas Klarheit schaffen, wenn man Vergangenes kursiv schreibt ...? Wäre in meinen Augen aber keine gute Lösung des Problems. Überleg mal, ob dieser Abschnitt nicht wo anders besser aufgehoben wäre.

Okay, soweit zum Verständnis deines Textes, kommen wir zu den Charakteren und der Atmosphäre:
Da es ein Rückblick ist und du etwas von "Schießstand" erwähnst, erahne ich, dass der Mensch Frank/Ewald R. eher der Bösewicht in deiner Geschichte ist, bzw. werden soll.
Es ist dir in meinen Augen gut gelungen ihn als Opfer von sehr ungünstigen Lebensumständen zu skizzieren. Auch den Vater hast du gut eingebracht, er ist mir tatsächlich binnen weniger Minuten so unsympathisch geworden, dass hoffte irgendetwas von einem schrecklichen Tod zu lesen. Wink
Damit wäre ich auch beim Sprachlichen angekommen und hier muss ich dir ein Kompliment machen: In meinen Augen schreibst du atmosphärisch äußerst dicht. So dicht, dass ich nach dem Lesen erst mal etwas Musik brauchte, um mich gedanklich aus dieser düsteren Geschichte raus zu hieven. (Kein Scherz.) Ich - ganz persönlich - bräuchte nach solch einem Kapitel dringend irgendetwas "Schönes" im Text, einen ganzen Roman in diesem Stil würde ich definitiv nicht packen. Aber das sind, wie schon gesagt, sehr persönliche Anmerkungen. Du wirst gewiss auch auf andere Meinungen stoßen.
Zur Schreibweise gibt es wenig zu sagen. Deine Sätze sind bis auf zwei, drei Ausnahmen verständlich und gut zu lesen.

Taugt der Stoff für einen Film?
Ähm du stellst Fragen. Ich glaube niemand, auch der beste Regisseur der Welt nicht, wird dir aufgrund eines solchen Textausschnittes sagen können, was da verfilmbar wäre oder nicht. Abgesehen davon kann man so ziemlich jede Geschichte verfilmen. Also sorry, auf die Frage wirst du wohl kaum eine Antwort bekommen.

Taugt der Stoff für ein Buch?
Keine Ahnung. Ich weiß ja noch nicht einmal was überhaupt passiert ist, oder passieren soll.

Taugt der Stoff überhaupt noch?
Du hast bisher einen Charakter erschaffen, jetzt wäre die Frage wo du hin willst. Soll er der Bösewicht sein? Und wenn ja, wo bleibt der Protagonist und was ist passiert. In welcher Zeit spielt die Geschichte überhaupt? Da du Frank/Ewald R. als "nicht mehr flink" bezeichnest, nehme ich an er ist inzwischen viel älter geworden, aber mehr verrätst du nicht. Oder eine Nora ist gerade nicht intelligent genug das zu verstehen. Wink

Fragen über Fragen ... ich bin sehr gespannt was du zu erzählen hast.

LG:
Nora


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antonT
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BeitragVerfasst am: 04.07.2013 17:17    Titel: Dein Kommentar pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nora_Sa hat Folgendes geschrieben:
Hallo Anton,

ich werde mich mal an deinen Fragen entlang hangeln.
Der Inhalt:
Mein erstes und dringendstes  Problem ist: Ich weiß nicht wo ich diesen Text einordnen soll. Ist das der Anfang von deinem Krimi? - Wenn ja, habe ich ein großes Problem, denn ich musste den Text komplett bis zum Ende durchlesen und anschließend mehrere Abschnitte wiederholen bevor ich endlich verstand worum es eigentlich geht und wer da wer ist. Vorsichtig ausgedrückt würde ich sagen: Das ist ungünstig. Im Klartext formuliert bedeutet das: Ich habe mir zwar jetzt für dich die Mühe gemacht, würde sie mir aber unter normalen Umständen für kein Buch machen. Mein erster Rat also: Mach es verständlicher.

Wenn es sich wirklich um den Anfang handeln sollte, empfehle ich dir als zweiten Rat folgendes zu berücksichtigen:
Der Anfang einer Geschichte / eines Krimis sollte in die Geschichte selbst einführen, den Protagonisten oder Antagonisten in irgendeiner Weise vorstellen - und wenn das alles nicht passiert, dann sollte zumindest eine, für den Roman wichtige Handlung beschrieben werden. Z.B. das Verbrechen, um dessen Aufklärung es im Buch geht.
Dein Textstück aber ist genau genommen ein Stück Biografie, dass die Kindheit und frühe Jugend von Frank Steinhammer und seinem abgespaltenen zweiten Ich Ewald R. beschreibt, so wie in Bruchstücken auch das seines leiblichen Vaters Dr. St. (Ich hoffe sehr, das habe ich richtig verstanden, denn sicher bin ich mir darin noch immer nicht.)

Ich benenne mal meine größten Stolpersteine:
Zitat:
Er heiratete sie. Das war die Ehrenpflicht eines deutschen Offiziers. Das er selbst noch Pflege benötigte, sah er nicht ein. Kaum genesen war er zu Hause ein seltener Gast. Die liebevolle Aufmerksamkeit der Mutter vermochte kaum die dauernde Abwesenheit des Vaters ersetzen. Der ehemalige Kriegsheld konnte und wollte sich den Gegebenheiten der Nachkriegszeit nicht beugen.

Fast der gesamte Absatz beschreibt den Vater Dr. St. Doch bereits beim lilafarbenen Satz bin ich mir nicht mehr so sicher, der rote aber scheint mir doch eindeutig zum Sohn zugehören, oder? - Das ist zu konfus geschrieben.

Und diesen Absatz konnte ich irgendwie gar nicht einordnen.
Zitat:
„Was für ein Wunder, wenn ich mich selbst nicht leiden kann" - murmelte E. R. wieder leise vor sich hin - „wer bin ich nun wirklich?" So unberechtigt erschien ihm diese Frage, die Vera ihm gestellt hatte, plötzlich nicht. Er hatte sich in eine schmerzlich-nostalgische Stimmung hineinversetzt und begann wieder einmal, sich selbst zu bedauern. Um sein „zweites Ich" von seinem „ersten Ich" auseinander zu halten, versuchte er das Erste konsequent mit „ Franz" oder „St....." zu betiteln und diesen als eine andere Person zu empfinden. Er löschte das Deckenlicht und etwas später auch die Stehlampe. Das Licht störte ihn. Jetzt brannten nur noch die drei kleinen Spots, die die Zielscheiben beleuchteten. Was hatte ihn eigentlich bewegt in seinen beiden Leben, in dem als Franz Steinhammer und in seinem jetzigen als Ewald R.... - oder besser als E. R.? Idealismus? Vaterlandsliebe? Gerechtigkeit? All dies, das musste er sich eingestehen, war es nicht. Also immer nur Opportunismus? Streben nach Macht und Reichtum - also „Tanz um das Goldene Kalb?" Er verdrängte wie schon oft eine Antwort auf diese Frage, weil er ahnte, dass diese negativ ausfallen würde. „Zäh wie Leder, hart wie Krupp-Stahl und..." von flink konnte ja keine Rede mehr sein. Waren das seine Lebensmaximen? Sie waren es nur dort gewesen, wo es zu nichts Gutem, manchmal auch zu Schrecklichem führte. Gewissensbisse? Unsinn! Am liebsten hätte er mit einem „Scheiß drauf!" diesen ganzen Gedankenlauf unterbrochen. Aber wie unter Zwang setzte er ihn fort.
Liebe? Was war das ? Hatte er seine Mutter geliebt? Irgendwie schon, aber sie war die einzige Frau, für die er so etwas wie Liebe empfinden konnte. Und Männern gegenüber durfte ein solches Gefühl doch nicht entstehen. Oder doch? Damals, als er noch Franz war, jedenfalls nicht.

Da sitzt Ewald R. und denkt über sein Leben nach und dieser Abschnitt spielt zeitlich dort, wo der erste einleitende Satz aufhört. Vermute ich jedenfalls, verzeih mir bitte, wenn ich etwas falsch verstanden haben sollte.
Wenn dem so ist, dann ist es in meinen Augen äußerst ungeschickt diesen Absatz mitten in die biographische Erzählung zu setzen. Vielleicht irre ich ja gewaltig, aber ich glaube, kein/kaum ein Leser wird auf Anhieb den Überblick behalten, wenn du die Geschichte zeitlich derart verschachtelt präsentierst. Vielleicht könnte man etwas Klarheit schaffen, wenn man Vergangenes kursiv schreibt ...? Wäre in meinen Augen aber keine gute Lösung des Problems. Überleg mal, ob dieser Abschnitt nicht wo anders besser aufgehoben wäre.

Okay, soweit zum Verständnis deines Textes, kommen wir zu den Charakteren und der Atmosphäre:
Da es ein Rückblick ist und du etwas von "Schießstand" erwähnst, erahne ich, dass der Mensch Frank/Ewald R. eher der Bösewicht in deiner Geschichte ist, bzw. werden soll.
Es ist dir in meinen Augen gut gelungen ihn als Opfer von sehr ungünstigen Lebensumständen zu skizzieren. Auch den Vater hast du gut eingebracht, er ist mir tatsächlich binnen weniger Minuten so unsympathisch geworden, dass hoffte irgendetwas von einem schrecklichen Tod zu lesen. Wink
Damit wäre ich auch beim Sprachlichen angekommen und hier muss ich dir ein Kompliment machen: In meinen Augen schreibst du atmosphärisch äußerst dicht. So dicht, dass ich nach dem Lesen erst mal etwas Musik brauchte, um mich gedanklich aus dieser düsteren Geschichte raus zu hieven. (Kein Scherz.) Ich - ganz persönlich - bräuchte nach solch einem Kapitel dringend irgendetwas "Schönes" im Text, einen ganzen Roman in diesem Stil würde ich definitiv nicht packen. Aber das sind, wie schon gesagt, sehr persönliche Anmerkungen. Du wirst gewiss auch auf andere Meinungen stoßen.
Zur Schreibweise gibt es wenig zu sagen. Deine Sätze sind bis auf zwei, drei Ausnahmen verständlich und gut zu lesen.

Taugt der Stoff für einen Film?
Ähm du stellst Fragen. Ich glaube niemand, auch der beste Regisseur der Welt nicht, wird dir aufgrund eines solchen Textausschnittes sagen können, was da verfilmbar wäre oder nicht. Abgesehen davon kann man so ziemlich jede Geschichte verfilmen. Also sorry, auf die Frage wirst du wohl kaum eine Antwort bekommen.

Taugt der Stoff für ein Buch?
Keine Ahnung. Ich weiß ja noch nicht einmal was überhaupt passiert ist, oder passieren soll.

Taugt der Stoff überhaupt noch?
Du hast bisher einen Charakter erschaffen, jetzt wäre die Frage wo du hin willst. Soll er der Bösewicht sein? Und wenn ja, wo bleibt der Protagonist und was ist passiert. In welcher Zeit spielt die Geschichte überhaupt? Da du Frank/Ewald R. als "nicht mehr flink" bezeichnest, nehme ich an er ist inzwischen viel älter geworden, aber mehr verrätst du nicht. Oder eine Nora ist gerade nicht intelligent genug das zu verstehen. Wink

Fragen über Fragen ... ich bin sehr gespannt was du zu erzählen hast.

LG:
Nora


Liebe Nora,

zunächst vielen Dank für die große Mühe, die Du Dir gemacht hast. Du hast mir sehr geholfen. Ich brauchte dieses Feedback.

Es ist natürlich immer schwierig, wenn man nur einen Ausschnitt als Leseprobe vorstellt. Es war nicht ganz der Anfang, aber fast. Du hast alles richtig erkannt. Aus Deinen Fragen und Antworten kann ich eine Menge ableiten.  Ich werde versuchen alles zu beachten.

Mit meinem Geschreibsel schmore ich mehr im eigenen Saft und bin daher auf Meinungen von Außen angewiesen.  Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass man mit einem Roman auch eine Menge Botschaften transportieren kann, für die sich der Leser häufig bei rein sachlicher Darstellung nicht so sehr interessiert. Insofern kommt es mir auch auf die Botschaften in einem Roman an.

Wenn Du nichts dagegen hast, würde ich gern von meiner weiteren Schreiberei berichten und vielleicht auch diese und jene Frage stellen.

Danke.

Mit LG
Anton
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Nora_Sa
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BeitragVerfasst am: 04.07.2013 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
zunächst vielen Dank für die große Mühe, die Du Dir gemacht hast. Du hast mir sehr geholfen. Ich brauchte dieses Feedback.

You're welcome!  smile

Zitat:
Mit meinem Geschreibsel schmore ich mehr im eigenen Saft und bin daher auf Meinungen von Außen angewiesen.

Ich glaub das sind wir alle.

Zitat:
Wenn Du nichts dagegen hast, würde ich gern von meiner weiteren Schreiberei berichten und vielleicht auch diese und jene Frage stellen.

Aber sicher doch, hau in die Tasten. Ich kann dir allerdings nur meine Meinung bieten und vielleicht den einen oder anderen Rat, den ich in Schreibseminaren mitbekam oder in Büchern gelesen habe.
Veröffentlicht habe ich selbst noch nie.

LG: Nora


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Harald
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BeitragVerfasst am: 11.07.2013 13:27    Titel: Re: Kriminalroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund (300 Buchseiten) Antworten mit Zitat

antonT hat Folgendes geschrieben:

a) zum Inhalt


Es weiß ja noch niemand, ob und wie sich die Story entwickelt, bei diesen Infos bis jetzt kann ich mir einen späten Racheakt an dem/den Verantwortlichen am eventuellen Tod nach KZ des damaligen Schulfreundes vorstellen, oder andere Gründe, die ihn haben so werden lassen, wie er ist …

antonT hat Folgendes geschrieben:

b) zur Schreibweise


Da "liegt der Hase im Pfeffer", mir kommt der Text neben einer gewissen Unbeholfenheit zu antiquiert herüber, ohne die gewisse Leichtigkeit, die dieses Stilmittel bei manchen SchriftstellerInnen hat, die bewusst im Stil der Zeit schreiben, in der der Handlungsverlauf spielt. Du solltest unbedingt an "der Schreibe" arbeiten, viel Erfolg würden Kurzgeschichten bringen, die du hier vorstellst und stilistisch überarbeiten lässt. Das hat mir persönlich am meisten gebracht!


antonT hat Folgendes geschrieben:

c) taugt der Stoff für einen Film?


&

antonT hat Folgendes geschrieben:

d) taugt der Stoff für ein Buch?


Ja und nein, Ja, wenn auch Aktion und Spannung vorkommen, das Ende nicht so vorhersehbar war, wie es dann ist, kurzum, wenn der ganze Spannungsbogen den "Konsumenten" mitreißt!
Nein, wenn diese Story auf wirklichen Erlebnissen fußt und du die Hintergründe kennst und  hier etwas aufarbeiten möchtest und zu sehr auf die Befindlichkeiten des Protagonisten eingehst …


antonT hat Folgendes geschrieben:

e) taugt der Stoff überhaupt noch?


Wenn du die vorher gegebenen Tipps beachtest denke ich ja, das noch ist relativ, wieso boomen sonst Mittelalterthemen


antonT hat Folgendes geschrieben:


Rückblicke von E. R. Jahrzehnte später im mondänen Schießstand seiner Villa:




Als Abkürzungen würde ich diese Form nehmen oder ausgeschriebener Vorname und abgekürzter Nachname, also E. R. oder Ewald R., die Kürzungen mit - zudem noch falsch gesetzten - Auslassungspunkten stören nur den Lesefluss.

Mein Tipp:

Eine Variante wie  "E. R." oder "Ewald R." - und diese konsequent auf alle Namen durchgängig, es sei denn, der volle Namen ist für dir Story wichtig!

 Wink


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Harald

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antonT
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Beiträge: 3



BeitragVerfasst am: 12.07.2013 12:03    Titel: Re: Kriminalroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund (300 Buchseiten) pdf-Datei Antworten mit Zitat

Harald hat Folgendes geschrieben:
antonT hat Folgendes geschrieben:

a) zum Inhalt


Es weiß ja noch niemand, ob und wie sich die Story entwickelt, bei diesen Infos bis jetzt kann ich mir einen späten Racheakt an dem/den Verantwortlichen am eventuellen Tod nach KZ des damaligen Schulfreundes vorstellen, oder andere Gründe, die ihn haben so werden lassen, wie er ist …

antonT hat Folgendes geschrieben:

b) zur Schreibweise


Da "liegt der Hase im Pfeffer", mir kommt der Text neben einer gewissen Unbeholfenheit zu antiquiert herüber, ohne die gewisse Leichtigkeit, die dieses Stilmittel bei manchen SchriftstellerInnen hat, die bewusst im Stil der Zeit schreiben, in der der Handlungsverlauf spielt. Du solltest unbedingt an "der Schreibe" arbeiten, viel Erfolg würden Kurzgeschichten bringen, die du hier vorstellst und stilistisch überarbeiten lässt. Das hat mir persönlich am meisten gebracht!


antonT hat Folgendes geschrieben:

c) taugt der Stoff für einen Film?


&

antonT hat Folgendes geschrieben:

d) taugt der Stoff für ein Buch?


Ja und nein, Ja, wenn auch Aktion und Spannung vorkommen, das Ende nicht so vorhersehbar war, wie es dann ist, kurzum, wenn der ganze Spannungsbogen den "Konsumenten" mitreißt!
Nein, wenn diese Story auf wirklichen Erlebnissen fußt und du die Hintergründe kennst und  hier etwas aufarbeiten möchtest und zu sehr auf die Befindlichkeiten des Protagonisten eingehst …


antonT hat Folgendes geschrieben:

e) taugt der Stoff überhaupt noch?


Wenn du die vorher gegebenen Tipps beachtest denke ich ja, das noch ist relativ, wieso boomen sonst Mittelalterthemen


antonT hat Folgendes geschrieben:


Rückblicke von E. R. Jahrzehnte später im mondänen Schießstand seiner Villa:




Als Abkürzungen würde ich diese Form nehmen oder ausgeschriebener Vorname und abgekürzter Nachname, also E. R. oder Ewald R., die Kürzungen mit - zudem noch falsch gesetzten - Auslassungspunkten stören nur den Lesefluss.

Mein Tipp:

Eine Variante wie  "E. R." oder "Ewald R." - und diese konsequent auf alle Namen durchgängig, es sei denn, der volle Namen ist für dir Story wichtig!

 Wink


Lieber Harald,

vielen Dank für Deine Mühe und Bemerkungen.

Im Inhalt geht es um einen Bösewicht des Dritten Reichs, der eine neue Identität angenommen hat, um  so an verstecktes Vermögen zu kommen. Er ist schwul, was man sich damals nicht eingestehen durfte, er schwärmt weiter von seinen alten Erfolgen und richtet im übrigen Schaden und Unglück an. Am Ende steht der Tod eines ehemaligen Untergebenen, der ihn erkannt hat sowie der eigene Tod. Er hinterlässt eine Trümmerlandschaft. Am Ende entsteht Spannung.

Die Frage: Interessiert so etwas heute noch?

Zu meiner Schreibweise sagst Du genau das, was ich befürchtet habe. Durch meinen beruflichen Einfluss, in dem es um klare und deutliche Darstellungsformen mit wenig Worten ging, bin ich immer noch geprägt. Hier entspreche ich meinen eigenen Anforderungen nicht. Leider habe ich noch nicht die Leichtigkeit in der Schreibweise gefunden, von der Du sprichst. Ich bin der Meinung, Romane sollten so fesseln, das der Leser nicht mit dem Lesen aufhören möchte. Da kommen sicher Inhalt und Schreibform zusammen.

Da ich autodidaktisch veranlagt bin, komm ich nur durch eigene Erfahrungen weiter. Ich kann mir schwer etwas anlesen.

Ich glaube, dass Deine Kritik, dass dir der Text antiquiert, also veraltet und unbeholfen vor kommt, zutrifft. Wie lernt man im Stil der Zeit zu schreiben, in der der Handlungsverlauf spielt?  Ist das Intuition, sollte man sich, bevor man etwas schreibt,  direkt in die Zeit und die Menschen über die man schreibt hinein versetzen? Die gleiche Sprache sprechen? Eine entsprechende Schreibform finden? Ist Leichtigkeit mit, z. B. komplizierte Handlungen einfach darzustellen, gleichzusetzen?

Ich werde an mir arbeiten, auch im Alter. Vielleicht wird aus einem Technokraten doch noch ein "Schreiber"?

Vielen Dank.

Gruß
Anton
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Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 71
Beiträge: 5234
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 12.07.2013 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anton,

antonT hat Folgendes geschrieben:

Im Inhalt geht es um einen Bösewicht des Dritten Reichs, der eine neue Identität angenommen hat, um  so an verstecktes Vermögen zu kommen. Er ist schwul, was man sich damals nicht eingestehen durfte, er schwärmt weiter von seinen alten Erfolgen und richtet im übrigen Schaden und Unglück an. Am Ende stehen der Tod eines ehemaligen Untergebenen, der ihn erkannt hat sowie der eigene Tod. Er hinterlässt eine Trümmerlandschaft. Am Ende entsteht Spannung.

Die Frage: Interessiert so etwas heute noch?


Ich denke, jedes Thema aus jeglicher Zeit interessiert  einen mehr oder minder großen Prozentsatz Leser, vor allem, wenn mit guter Recherche die Umstände der Aufklärung stimmig beschrieben werden, man also als Leser das Aha-Erlebnis hat, so war das früher und sie haben auch die Verbrecher bekommen …

antonT hat Folgendes geschrieben:
Zu meiner Schreibweise sagst Du genau das, was ich befürchtet habe. Durch meinen beruflichen Einfluss, in dem es um klare und deutliche Darstellungsformen mit wenig Worten ging, bin ich immer noch geprägt. Hier entspreche ich meinen eigenen Anforderungen nicht. Leider habe ich noch nicht die Leichtigkeit in der Schreibweise gefunden, von der Du sprichst. Ich bin der Meinung, Romane sollten so fesseln, dass der Leser nicht mit dem Lesen aufhören möchte. Da kommen sicher Inhalt und Schreibform zusammen.  


Dem ist nichts hinzuzufügen, daran musst Du ein wenig arbeiten.

antonT hat Folgendes geschrieben:
Da ich autodidaktisch veranlagt bin, komm ich nur durch eigene Erfahrungen weiter. Ich kann mir schwer etwas anlesen.  


Da bist du hier an der richtigen Stelle und solltest das tun, was schon viele von uns weitergebracht hat:
Lesen, kommentieren, selbst Themen aufmachen (vorher bitte unter „suchen“  nach vorhandenen Themen suchen) Kurzgeschichten schreiben und „nur für  Forumsmitglieder“ vorstellen, Kommentare abwarten, beantworten,  Vorschläge annehmen oder mit plausibler Begründung ablehnen  -undsoweiterundsofort …

Auf diese Weise haben hier viele – ich selbst auch – gehämmert, gesägt, geraspelt, geschnitzt, geschliffen und poliert bis man sanfte Formen (fast)  ohne Ecken und Kanten produzieren konnte!

antonT hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube, dass Deine Kritik, dass dir der Text antiquiert, also veraltet und unbeholfen vor kommt, zutrifft. Wie lernt man im Stil der Zeit zu schreiben, in der der Handlungsverlauf spielt?  Ist das Intuition, sollte man sich, bevor man etwas schreibt,  direkt in die Zeit und die Menschen über die man schreibt hinein versetzen? Die gleiche Sprache sprechen? Eine entsprechende Schreibform finden? Ist Leichtigkeit mit, z. B. komplizierte Handlungen einfach darzustellen, gleichzusetzen?


Ais sehr gutes Hilfsmittel hat sich der Duden Korrektor erwiesen, den man vorab im Netz testen kann, siehe hier —>
http://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online

Wenn man sich dieses Programm zusätzlich auf dem Rechner installieren möchte, so ist es sinnvoll, hier mal reinzuschauen —>

http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=39751&highlight=duden+korrektor

und hier —>

http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=42571&highlight=duden+korrektor

antonT hat Folgendes geschrieben:
Ich werde an mir arbeiten, auch im Alter. Vielleicht wird aus einem Technokraten doch noch ein "Schreiber"?
 


Ich z. B. habe vor fünf Jahren begonnen, Gedichte vorzustellen – und ich denke, ich habe mich seit dieser Zeit auch ein wenig steigern können.

Also nur Mut!

 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

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