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Imelaos, der Händler


 

 
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Nightflyer
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 40
Beiträge: 132



BeitragVerfasst am: 24.05.2013 13:09    Titel: Imelaos, der Händler eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ein kurzer Auszug aus einer Kurzgeschichte welche im X-Universum der Firma EGOSOFT spielt ( Computerspiel ). Der Protagonist Imelaos gehört einer Echsenartigen Alienrasse an, dieser hier ist Händler von Beruf, will sich aber "umorientieren". smile


Er zerdrückte den kümmerlichen Stummel seiner Zigarre in der Schale und begab sich nach hinten in den Frachtraum. Dort, wo normalerweise viel Platz für riesige Metallcontainer gewesen wäre, erhoben sich nun große rötlich-golden glänzende Kessel. Das verführerische Aroma welches hier allgegenwärtig war, raubte Imelaos noch weiter die Sinne. Das Display neben dem Kessel zeigte konstante Druck- und Temperaturwerte an, genauso wie es sein sollte. Abhängig von der Destillatmenge, welche in den Auffangkessel floss, wurde vom ersten Kessel stetig das rohe Gemisch in den Verdampfungskolben gepumpt. Dort verflüchtigten sich die leichten alkoholischen Komponenten und Geschmacksstoffe und wurden durch die Kolonne noch weiter getrennt. Was zurück blieb war Abfall und landete im Entsorgungscontainer. Imelaos‘ Blick schweifte die lange Kolonne empor. Dort oben, am Kondensator, sah er wie sich Tropfen bildeten welche wieder hinunter flossen und durch einen seitlichen Abfluss aus dem System geführt wurden. Durch eine gläserne Rohrleitung tropfte das Destillat zu ihm hinunter. Er machte einen Schritt zu der Apparatur und hob einen kleinen silbernen Kelch aus seiner Halterung. Mit seiner Gehklaue betätigte er einen Schalter auf dem Fußboden und eine kleine Probe des Destillats ergoss sich hinein.
Vorsichtig schnupperte er. Brrr! Natürlich hatte das Gebräu weder den edlen Geschmack noch den Stil eines argonischen Whiskys, aber das war auch nicht nötig. Den Alkohol würde er vermutlich zu welchem Preis ihm beliebte verkaufen können. Und er würde auch noch Jahre Zeit haben die Rezeptur und die Verfahrenstechnik zu verbessern. Nicht dass er noch niemals Whisky gebrannt hätte, nein, aber noch nie in diesem Maßstab. Eher zum, na ja, Eigenbedarf halt. Und sollte er von den argonischen Behörden jetzt erwischt werden, dann drohten ihm Jahre Knast. Das wusste er natürlich. Auf der anderen Seite war natürlich der Profit, welche mit einem solch lukrativen Unternehmen erwirtschaftet werden konnte, auch wenn es illegal war. Das Pirat-Sein hatte natürlich auch etwas aufregendes, draufgängerisches, was den Teladi zwischen den Klauen juckte. So lange war er schon ehrlicher Händler gewesen dass es langsam langweilig wurde. Diese neue Karriere hingegen versprach ihm nun die spannende Wende in seinem Leben. Frohen Mutes setzte er sich wieder in seinen bequemen Cockpit-Sessel und schloss seine Augen. Dann träumte er von sich, wie er als reiche Echse ein Leben in Saus und Braus führten würde.



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Jeder Tag verwelkt dahin wie die Blüte einer ausgedörrten Blume - doch der Wandel der Zeit ist der Sinn des Lebens.
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Paradigma
Geschlecht:weiblichReißwolf

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Beiträge: 1087
Wohnort: Östlich von Westfalen
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BeitragVerfasst am: 25.05.2013 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Auszug bedeutet ein Teil aus der Mitte des Textes? Dann finde ich das sehr gelungen, mach Spaß zu lesen und ich kann mir den Prota gut vorstellen.

Ein oder zwei Stellen fand ich etwas holperig:

Zitat:
Dort, wo normalerweise viel Platz für riesige Metallcontainer gewesen wäre, erhoben sich nun große rötlich-golden glänzende Kessel.


Wo üblicherweise riesige graue Metallcontainer standen, erhoben sich nun gewaltige rotgoldne Kupferkessel.

Zitat:
Dort oben, am Kondensator, sah er wie sich Tropfen bildeten welche wieder hinunter flossen und durch einen seitlichen Abfluss aus dem System geführt wurden.

Das klingt als stände er am Kondensator. Also lieber:
Er sah, wie sich oben am Kondensator Tropfen bildeten, wieder herunter flossen und ....

Zitat:
Den Alkohol würde er vermutlich zu welchem Preis ihm beliebte verkaufen können.


Den Alkohol würde er vermutlich zu jedem beliebigen Preis verkaufen können.



Aber verbessern kann man eigentlich immer was ... Smile


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Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.

William Faulkner
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Nightflyer
Geschlecht:männlichLeseratte

Alter: 40
Beiträge: 132



BeitragVerfasst am: 26.05.2013 09:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für das Feedback. Ja ist etwas nach dem Anfang, welcher hauptsächlich noch die Vorgeschichte beinhaltet und daher weniger interessant ist.

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denLars
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Beiträge: 625
Wohnort: Düsseldorf
Extrem Süßes!


LOONYS - Die Vergessenen Rosen der Zeit
BeitragVerfasst am: 26.05.2013 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Nightflyer,

das X-Universum ist mir natürlich ein Begriff und ich verbinde es mit sehr komplexer Weltraumtaktik. Für so etwas hat mir bisher immer die Geduld gefehlt.

Also, schauen wir mal in den Text.

Zitat:
Er zerdrückte den kümmerlichen Stummel seiner Zigarre in der Schale und begab sich nach hinten in den Frachtraum.


Hier würde ich statt "Er" direkt Imelaos schreiben, damit gleich alles klar ist. Über das Adjektiv "kümmerlich" könnte man sich auch streiten, weil das Wort "Stummel" für mich schon dieses Kümmerliche miteinschließt.

Das Verfahren der Destillation finde ich recht anschaulich beschrieben, du versuchst, es durch lebendige Verben darzustellen und auch noch I.s Gedanken dazu einzubringen. Aber wenn das der Anfang dieser Kurzgeschichte ist, würde ich trotzdem überlegen, ob man es nicht noch hie und da kürzen kann. Sonst trägt so eine Beschreibung ganz zu Beginn den Leser schnell mal raus.

Auch die nachfolgenden Überlegungen von I. sind anschaulich und lebendig gezeigt, du nutzt die Perspektive gut aus, nur die letzten zwei Sätze fallen dann ein wenig ab:

Zitat:
Frohen Mutes setzte er sich wieder in seinen bequemen Cockpit-Sessel und schloss seine Augen. Dann träumte er von sich, wie er als reiche Echse ein Leben in Saus und Braus führten würde.


"Frohen Mutes" finde ich zum einen überflüssig, weil du das zuvor schon beschrieben hast, zum anderen ist die Formulierung ein wenig altbacken. Genauso wie "Saus und Braus", was in dem Kontext irgendwie unangenehm heraussticht und auch nur eine Phrase ist.

Ansonsten kann ich dich, wie gesagt, nur loben. Gefällt mir zum Großteil gut, was ich gelesen habe und macht Lust auf mehr. Nur ein paar Kommata fehlen noch da und dort und auch ein wenig mehr Hervorhebung, dass Imelaos eine Echse ist (hast ja schon die Gehklaue drin, könntest da vielleicht noch erwähnen, dass er sich an den Schuppen kratzt, etc.) wäre schön gewesen. Aber zu 85% Daumen hoch!

Liebe Grüße,
Lars

EDIT: Sehe gerade, dass das tatsächlich ein Auszug aus dem Mittelteil ist. Damit hätten sich meine Bedenken zum ersten Satz "Imelaos statt "Er"" und die zur Beschreibung erledigt.


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inmutanka
Geschlecht:weiblichEselsohr


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 26.05.2013 13:06    Titel: Re: Imelaos, der Händler Antworten mit Zitat

Hallo Nightflyer,

hier mein erster Kommentar in dieser Runde. Bitte bedenke, das ist alles meine ureigenste Meinung. Übernimm, was dir passend erscheint und vergiss den Rest.

Für mich kommt gut herüber, dass sich Imelaos des Risikos bewusst ist und für mich als Leser kommt Spannung auf, ob er nun geschnappt wird und wenn ja, wie er sich da rauswindet.

Zitat:
Er zerdrückte den kümmerlichen Stummel seiner Zigarre in der Schale und begab sich nach hinten in den Frachtraum.


Hier wäre gut, wenn du Statt *Er* gleich den Namen Imelaos verwenden würdest.

Zitat:
Das Display neben dem Kessel zeigte konstante Druck- und Temperaturwerte an, genauso wie es sein sollte. Abhängig von der Destillatmenge, welche in den Auffangkessel floss, wurde vom ersten Kessel stetig das rohe Gemisch in den Verdampfungskolben gepumpt. Dort verflüchtigten sich die leichten alkoholischen Komponenten und Geschmacksstoffe und wurden durch die Kolonne noch weiter getrennt. Was zurück blieb war Abfall und landete im Entsorgungscontainer.
Imelaos‘ Blick schweifte die lange Kolonne empor. Dort oben, am Kondensator, sah er wie sich Tropfen bildeten welche wieder hinunter flossen und durch einen seitlichen Abfluss aus dem System geführt wurden. Durch eine gläserne Rohrleitung tropfte das Destillat zu ihm hinunter. Er machte einen Schritt zu der Apparatur und hob einen kleinen silbernen Kelch aus seiner Halterung. Mit seiner Gehklaue betätigte er einen Schalter auf dem Fußboden und eine kleine Probe des Destillats ergoss sich hinein.


Ich bin kein Technik-Freak und auch nicht sonderlich Chemie-begeistert. Daher mein Einwand (normalerweise hätte ich den Abschnitt überlesen und mit ein Grund, warum ich viele SiFi nicht lese -> meistens zu Technikverliebt): ist diese genaue Beschreibung für die Story notwendig?  Für mich persönlich könnte er auf 1 - 2 Sätze beschränkt sein. Außerdem sind mir hier zu viele Passiv-Sätze drin, die dadurch - ebenso wie die Wortwiederholungen -  wegfallen würden. Ist aber Geschmackssache.
 
Zitat:
Vorsichtig schnupperte er. Brrr! Natürlich hatte das Gebräu weder den edlen Geschmack noch den Stil eines argonischen Whiskys, aber das war auch nicht nötig. Den Alkohol würde er vermutlich zu welchem Preis ihm beliebte verkaufen können.


Letzten Satz würde ich umstellen, liest sich für mich verquer und hemmt den Lesefluß: Vermutlich konnte er den Alkohol zu jedem beliebigen Preis verkaufen können. - Wobei ich das *vermutlich* noch streichen würde. Denn durch den Satz: das war auch nicht nötig - steht fest, dass er den Alkohol losbekommt, egal was er verlangt und welche Qualität er abliefert.

Zitat:
Und er würde auch noch Jahre Zeit haben die Rezeptur und die Verfahrenstechnik zu verbessern. Nicht, dass er noch niemals Whisky gebrannt hätte, nein, aber noch nie in diesem Maßstab. Eher zum, na ja, Eigenbedarf halt.


Hier würde ich so schreiben: *... gebrannt hätte. Nein, aber noch nie ...*

Zitat:
Und sollte er von den argonischen Behörden jetzt erwischt werden, dann drohten ihm Jahre Knast. Das wusste er natürlich. Auf der anderen Seite war natürlich der Profit, welche mit einem solch lukrativen Unternehmen erwirtschaftet werden konnte, auch wenn es illegal war. Das Pirat-Sein hatte natürlich auch etwas aufregendes, draufgängerisches, was den Teladi zwischen den Klauen juckte. So lange war er schon ehrlicher Händler gewesen, dass es langsam langweilig wurde. Diese neue Karriere hingegen versprach ihm nun die spannende Wende in seinem Leben. Frohen Mutes setzte er sich wieder in seinen bequemen Cockpit-Sessel und schloss seine Augen. Dann träumte er von sich, wie er als reiche Echse ein Leben in Saus und Braus führten würde.


*Saus und Braus führten würde* - führen würde.
Ab *vorsichtig schnupperte er* häufen sich die Füllwörter und auch diverse Passiv-Sätze.
Die Wortwiederholungen habe ich markiert.

Hoffe, dir hilft die eine oder andere Anmerkung weiter.

LG
Inmutanka


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Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
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Nightflyer
Geschlecht:männlichLeseratte

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BeitragVerfasst am: 26.05.2013 22:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank euch Beiden. Ich werde eure Rezensionen bei der Ueberarbeitung berücksichtigen und sie auf den Rest des Textes ausweiten wink

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Nightflyer
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BeitragVerfasst am: 11.06.2013 16:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Falls jemand noch Lust auf die ganze Kurzgeschichte hat

https://sites.google.com/site/xkurzgeschichten/geschichten/nightflyer


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