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Grün bis Grau


 

 
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Nahare
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze


Beiträge: 6
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 24.05.2013 20:30    Titel: Grün bis Grau eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Guten Tag,

hier möchte ich gerne eure Kritik zu dem Beginn von "Grün bis Grau" lesen. Es ist noch nicht ganz rund. Ich weiß.

Tared saß auf der Holzbank und zitterte. Trotz seines Mantels fror er. Als der Nebel vor einigen stunden aufgetaucht war, hatte er schon geahnt, dass es eine kalte Nacht werden würde. Er blies in seine Hände und rieb sie aneinander, in der Hoffnung, sie etwas wärmen zu können, während er aus der Einbuchtung in der Mauer, in der die Bank stand, hinausspähte. Es gab nicht viel zu sehen. Es war dunkel und neblig. Dadurch unterschied sich die Aussicht nicht viel von dem, was man tagsüber zu sehen bekam. Abgesehen vom Nebel. Die Häuser in der Stadt waren alle ausnahmslos in unterschiedlichen Grautönen gestrichen worden, aber alle sahen aus, als wären sie aus einem Felsen geschlagen worden. Und obwohl es eine Stadt war, so gab es keinen Strom. Nach Einbruch der Dunkelheit war es verboten, Licht zu machen. So musste man Feuer zum Kochen immer abschirmen.
Tared kniff die Augen zusammen und versuchte vergebens die Umrisse einzelner Häuser auszumachen. Gerade überlegte er, dass es nicht mehr allzu lange dauern würde, bis er abgelöst wurde, als er eine Gestalt vor sich ausmachte und aufstand.
„Guten Abend“, sagte das Mädchen, das die weite Kapuze zurück geworfen hatte und zu ihm aufsah. Tared schätzte, dass sie vielleicht zwei Köpfe kleiner war als er. Weniger schien sie kleiner zu sein als die meisten Frauen, jedoch war Tared ziemlich groß und war sich dessen auch bewusst. Zusammen mit seinem muskulösen Oberkörper konnte er so eine imposante Erscheinung abgeben. „Guten Abend“, erwiderte er den Gruß. „Wo kann ich heute Nacht noch eine Unterkunft bekommen?“, fragte sein Gegenüber und sah zur Stadt, wobei sie unmöglich mehr erkennen konnte als er. „Das wird schwierig. Das Gästehaus ist voll. Hast du denn Geld?“, fragte er geradeheraus. „Nicht so viel, wie ich bräuchte, Türmann“, erwiderte das Mädchen und musterte ihn misstrauisch. Dann lächelte sie und Tared wurde bewusst, dass sie ihn nicht beleidigen wollte. „Es gibt noch eine Möglichkeit“, begann er zögerlich. Die junge Frau zog die Augenbrauen fragend hoch. „Oben im Kloster“, erklärte Tared, als er unterbrochen wurde. „Ich glaube kaum, dass die Mönche mich aufnehmen werden. Ich bin eine Frau.“ „Ich kann dich als meinen Gast mitnehmen. Mein Zimmer sollte groß genug sein und morgen spreche ich mit einem von ihnen. Dort würdest du sicherlich ein Zimmer für dich bekommen.“ „Und solange mit dir über Nacht kuscheln?“, erwiderte sie spöttisch. „Das war nicht meine Absicht. Wenn ich dir einige Decken gebe, kannst du es dir am Boden gemütlich machen“, schlug Tared nun vor. Normalerweise war er nicht so zuvorkommend, aber er wusste, dass die wenigen warmen Herbsttage vorüber waren und es kalt werden würde für lange Zeit; ihm tat das Mädchen Leid, versuchte er sich zu überzeugen. Er merkte, dass er bereits eine gewisse Sympathie für sein Gegenüber empfand. Er musterte die Gestalt. Unter einem etwas zu großen Pullover verbarg sich offenbar ein schlanker Körper. Auch die Hose schien eine Nummer zu groß zu sein und wurde nur von einem Gürtel an der Hüfte gehalten. Die Schuhe waren ungewöhnlich fest. Die dunklen Haare hatte sich die junge Frau zu einem einfach Zopf zusammen gebunden, in welchem sich bereits Wassertröpfchen des Nebels sammelten.
„Wie heißt du?“, fragte das Mädchen und bemerkte seinen Blick. Hastig sah sie an sich herunter, bevor sie seinen wieder mit ihren dunklen Augen aufnahm. „Ich heiße Tared. Und mit wem habe ich das Vergnügen?“ „Mein Name ist Janka“, antwortete sie und setzte sich ohne Umstände auf die Bank. „Wie lange arbeitest du noch?“, fragte Janka weiter und rieb sich fröstelnd die Hände aneinander. Tared setzte sich zu ihr. „Du nimmst mein Angebot also an“, stellte er fest. „Soll ich dich wärmen?“, neckte er sie. „Als ob du das könntest!“, lachte Janka, stieß Tared aber auch nicht weg, als dieser seine Arme um sie legte und näher rutschte. Eine Weile schwiegen sie, bis das Läuten eines Kirchturms die nächtliche Stille durchdrang. Tared schluckte, drehte seinen Kopf zu Janka und spürte, wie eine Strähne ihres Haars ihn an der Nase kitzelte. „Ich habe nur noch ein paar Minuten“, flüsterte er ihr ins Ohr. So nimm dich doch zusammen!, mahnte er sich selbst. Tared schloß die Augen und atmete tief ein. Er roch die Haut Jankas, etwas, das nach Mandeln roch. Wie musste es wohl sein, ihren Körper zu erforschen? Die Weichheit ihres Halses unter seinen Lippen zu spüren? Ihr Brüste zu erforschen und zu liebkosen?
Tared wurde jäh aus seine Gedanken gerissen. „Können wir endlich gehen? Allmählich wird es kalt und ich möchte deine luxuriöse Unterkunft kennenlernen“, murmelte Janka, machte sich zu Tareds großer Enttäuschung los und stand auf. Auch Tared stand auf, als er sah, wie sich eine weitere Gestalt näherte. „Osram, wie schön, dich zu sehen“, begrüßte er den Mönch, dessen Kutte sich über seinen weiten Bauch spannte. Janka stand auf, murmelte etwas und ging ein paar Schritte außer Hörweite.
„Wer ist das?“, fragte Osram, statt dass er den Gruß erwiderte. „Eine Durchreisende“, antwortete Tared und wurde gegen seinen Willen rot. Osram sagte nichts. „Es war sonst nichts los“, nahm Tard das Gespräch wieder auf. Er unterhielt sich nicht gerne mit Osram. Er mochte vielleicht ein guter und gläubiger Mönch sein, aber er war einfach kein guter Gesprächspartner. „Ich wünsche dir eine angenehme Nacht“, brummte der Mönch, stellte einen Korb auf die Bank und ließ sich schwer daneben fallen. „ich werde zumindest eine haben“, er zwinkerte Tared zu und holte sich ein Brötchen aus dem Korb.
Schweigsam führte Tared Janka durch die engen Gassen. Eine unterschied sich scheinbar durch nichts von der anderen. Und doch kannte Tared sich aus; sein ganzes Leben hatte er hier verbracht. Außer den Geräuschen, die ihre Schuhe auf dem Kopfsteinpflaster machten, war nichts zu hören. „Nur noch hier den Berg hoch und dann sind wir fast da“, erklärte Tared leise, als ob er die Stille der Nacht nicht brechen wollte. Janka nickte und folgte Tared.

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denLars
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Extrem Süßes!


LOONYS - Die Vergessenen Rosen der Zeit
BeitragVerfasst am: 24.05.2013 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Nahare,

erst mal vorweg: Da gehören dringend noch ein paar Absätze rein, ist einfach freundlicher für die Augen des Lesers.

Gleich am Anfang hast du einige inhaltliche Redundanzen drin:

Zitat:
Tared saß auf der Holzbank und zitterte


Informationen f. Leser: T. sitzt auf Bank. Es ist kalt, anscheinend Winter.

Zitat:
Trotz seines Mantels fror er


Informationen f. Leser: T. ist kalt.

Zitat:
Als der Nebel vor einigen stunden aufgetaucht war, hatte er schon geahnt, dass es eine kalte Nacht werden würde.


Informationen f. Leser: Es ist eine kalte Nacht.

Zitat:
Er blies in seine Hände und rieb sie aneinander, in der Hoffnung, sie etwas wärmen zu können, während er aus der Einbuchtung in der Mauer, in der die Bank stand, hinausspähte


Informationen f. Leser: Es ist kalt. Er sitzt auf einer Holzbank an einer Mauer.

So geht das in dem Absatz weiter und weiter. Was ich als Leser eigentlich nur erfahre, ist Folgendes: Tared sitzt nachts auf einer Holzbank in einer Stadt, in der nachts der Strom abgestellt wird, und ihm ist kalt.

Das hier habe ich jetzt nicht in aller Breite aufgefahren, um dich irgendwie bloßzustellen oder so, sondern lediglich, um dir mal ein Gefühl dafür zu geben, was bei mir letztendlich von dem, was du in deinem Kopf hast, ankommst.
Als Leser möchte ich direkt in die Handlung einsteigen und will, dass sogleich etwas Spannendes und Aufregendes passiert. Da steige ich automatisch auf, wenn in den ersten Sätzen nur jemand, über den ich nichts weiß, auf einer Holzbank in einer Stadt sitzt, von der ich nichts weiß. Versuche, mit deinen Sätzen ökonomisch umzugehen, lege jeden Satz auf die Goldwaage und stelle dir die Frage, ob er wirklich wichtige Informationen transportiert.

Deinen Satz

Zitat:
Er blies in seine Hände und rieb sie aneinander, in der Hoffnung, sie etwas wärmen zu können, während er aus der Einbuchtung in der Mauer, in der die Bank stand, hinausspähte


finde ich ganz schön, weil du hier anhand einer von Tareds Handlungen anschaulich zeigst, dass ihm kalt ist. Auf Grundlage dieses Satzes würde ich den Absatz wie folgt kürzen:

"Tared blies in seine Hände und rieb sie aneinander, aber auch das wärmte ihn nur ein wenig. Wo steckte das Mädchen nur?
Mit zusammengekniffenen Augen spähte er in die Gasse, konnte jedoch nichts erkennen. Es war verboten, nachts Licht zu machen. Selbst die Kochfeuer mussten abgeschirmt werden. So spendete nur der Mond ein wenig Licht."

Das ist jetzt kein literarisches Meisterstück, ich habe jetzt nicht versucht, geschickt zu formulieren, sondern nur, alle Informationen einzubringen (noch dazu ein wenig mehr aus Tareds Perspektive zu schreiben). Soll nur ein Beispiel dafür sein, was ich in etwa meine.

Zitat:
Tared schätzte, dass sie vielleicht zwei Köpfe kleiner war als er.


Die Beschreibung ist auch wieder gut, weil anschaulich, allerdings kann das auch missverstanden werden, weil wir ja nicht wissen, wie groß Tared ist. Kann ja sein, dass er ein Zwerg ist  Very Happy .

Zitat:
Weniger schien sie kleiner zu sein als die meisten Frauen, jedoch war Tared ziemlich groß und war sich dessen auch bewusst.


Ah, hier kommt es ja direkt. Allerdings ist dir der Satz ein wenig verunglückt und wirkt auf mich verwirrend. Stelle ihn um oder entschlacke ihn.

Ab hier kann ich leider nicht weiterlesen, weil sich ein Dialog in der Formatierung nur extrem schwer lesen lässt. Ich würde mich sehr freuen, wenn du den Text nochmal mit ein paar sauberen Absätzen einstellen würdest.

Ansonsten kann ich sagen, dass du schon ein recht gutes Gespür dafür hast, wie man Handlungen in Szene setzt und Dramatik aufbaut - allerdings leidet der Text noch daran, dass du viele Informationen wiederholst und auch in deinen Charakter könntest du direkt tiefer rein. Aber das sind Sachen, an denen man feilen kann, keineswegs Geburtsfehler.

Also, ich würde mich freuen, wieder reinlesen zu können.

Liebe Grüße,
Lars


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svea79
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BeitragVerfasst am: 25.05.2013 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nahaara!

Ich kann dir nur aus Perspektive eines Lesers antworten.
Ich bin der selben Meinung wie denLars. Der Anfang könnte kürzer und kompakter sein. Trotz allem kann ich mich gut einfühlen und würde weiterlesen wollen. Ich finde, dass du die etwas düstere und klamme Stimmung rüberbringst. (wenn es das ist was du fühlen lassen möchtest)

Nur ein Satz irritiert mich im Aufbau.

Zitat: Er roch die Haut Jankas, etwas, das nach Mandeln roch.

Ich würde vielleicht schreiben:
Er roch an Jankas Haut und ein leichtes Mandelaroma stieg ihm in die Nase.
Oder:
Jankas Haut verströmte einen leichten Hauch von Mandeln.

Stilistisch können dir andere hier besser helfen aber ich finde es gut geschrieben.
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svea79
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BeitragVerfasst am: 25.05.2013 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry Embarassed Nahare
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Nahare
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Beiträge: 6
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BeitragVerfasst am: 26.05.2013 13:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier ist eine überarbeitete Version von "Grün bis Grau". Lars, Svea, ich danke für eure Kritik. Das war sehr nützlich. So habe ich das noch nicht gesehen. Die neuere Version des aktuellen Textes enthält mehr Absätze und auch das eine oder andere Wort geändert. Mit der Straffung ist es noch nicht so weit her. Und: Die klamme Stimmung ist beabsichtigt. Freut mich, dass sie angekommen ist Smile

Tared saß auf der Holzbank und zitterte. Trotz seines Mantels fror er. Als der Nebel vor einigen Stunden aufgetaucht war, hatte er bereits geahnt, dass es eine kalte Nacht werden würde. Er blies in seine Hände und rieb sie aneinander, in der Hoffnung, sie etwas wärmen zu können, während er aus dem Häuschen der Stadtgrenze, in der die Bank stand, hinausspähte. Es gab nicht viel zu sehen. Es war dunkel und neblig.
Dadurch unterschied sich die Aussicht nicht viel von dem, was man tagsüber zu sehen bekam. Abgesehen vom Nebel. Die Häuser in der Stadt waren alle ausnahmslos in unterschiedlichen Grautönen gestrichen worden, aber alle sahen aus, als wären sie aus einem Felsen geschlagen worden. Und obwohl es eine Stadt war, so gab es keine Stromversorgung. Nach Einbruch der Dunkelheit war es verboten, Licht zu machen. Daher mussten die Kochfeuer abgeschirmt werden.
Tared kniff die Augen zusammen und versuchte vergebens die Umrisse einzelner Häuser auszumachen. Gerade überlegte er, dass es nicht mehr allzu lange dauern würde, bis er abgelöst wurde, als er eine Gestalt vor sich ausmachte und aufstand.
„Guten Abend“, sagte das Mädchen, das die weite Kapuze zurück geworfen hatte und zu ihm aufsah. Tared schätzte, dass sie vielleicht zwei Köpfe kleiner war als er. Tared selbst war ziemlich groß und sich dessen auch bewusst. Zusammen mit seinem muskulösen Oberkörper konnte er so eine imposante Erscheinung abgeben.
„Guten Abend“, erwiderte er den Gruß. „Wo kann ich heute Nacht noch eine Unterkunft bekommen?“, fragte sein Gegenüber und sah zur Stadt, wobei sie unmöglich mehr erkennen konnte als er.
„Das wird schwierig. Das Gästehaus ist voll. Hast du denn Geld?“, fragte er gerade heraus.
„Nicht so viel, wie ich bräuchte, Türmann“, erwiderte das Mädchen und musterte ihn misstrauisch. Dann lächelte sie und Tared wurde sich bewusst, dass sie ihn nicht beleidigen wollte.
„Es gibt noch eine Möglichkeit“, begann er zögerlich. Die junge Frau zog die Augenbrauen fragend hoch. „Oben im Kloster“, erklärte Tared, als er unterbrochen wurde.
„Ich glaube kaum, dass die Mönche mich aufnehmen werden. Ich bin eine Frau.“ „Ich kann dich als meinen Gast mitnehmen. Mein Zimmer sollte groß genug sein und morgen spreche ich mit einem von ihnen. Dort würdest du sicherlich ein Zimmer für dich bekommen.“
„Und solange mit dir über Nacht kuscheln?“, erwiderte sie spöttisch.
„Das war nicht meine Absicht. Wenn ich dir einige Decken gebe, kannst du es dir am Boden gemütlich machen“, schlug Tared nun vor.
Normalerweise war er nicht so zuvorkommend, aber er wusste, dass die wenigen warmen Herbsttage vorüber waren und es kalt werden würde für lange Zeit; ihm tat das Mädchen Leid, versuchte er sich zu überzeugen. Er merkte, dass er bereits eine gewisse Sympathie für sein Gegenüber empfand.
Er musterte die Gestalt. Unter einem etwas zu großen Pullover verbarg sich offenbar ein schlanker Körper. Auch die Hose schien eine Nummer zu groß zu sein und wurde nur von einem Gürtel an der Hüfte gehalten. Die Schuhe waren ungewöhnlich fest. Die dunklen Haare hatte sich die junge Frau zu einem einfach Zopf zusammen gebunden, in welchem sich bereits Wassertröpfchen des Nebels sammelten.
„Wie heißt du?“, fragte das Mädchen und bemerkte seinen Blick. Hastig sah sie an sich herunter, bevor sie seinen wieder mit ihren dunklen Augen aufnahm.
„Ich heiße Tared. Und mit wem habe ich das Vergnügen?“
„Mein Name ist Janka“, antwortete sie und setzte sich ohne Umstände auf die Bank.
„Wie lange arbeitest du noch?“, fragte Janka weiter und rieb sich fröstelnd die Hände aneinander. Tared setzte sich zu ihr.
„Du nimmst mein Angebot also an“, stellte er fest. „Soll ich dich wärmen?“, neckte er sie.
„Als ob du das könntest!“, lachte Janka, stieß Tared aber auch nicht weg, als dieser seine Arme um sie legte und näher rutschte.
Eine Weile schwiegen sie, bis das Läuten eines Kirchturms die nächtliche Stille durchdrang. Tared schluckte, drehte seinen Kopf zu Janka und spürte, wie eine Strähne ihres Haars ihn an der Nase kitzelte.
„Ich habe nur noch ein paar Minuten“, flüsterte er ihr ins Ohr. So nimm dich doch zusammen!, mahnte er sich selbst. Tared schloß die Augen und atmete tief ein. Er roch die Haut Jankas und der Duft nach Mandeln stieg ihm in die Nase. Wie musste es wohl sein, ihren Körper zu erforschen? Die Weichheit ihres Halses unter seinen Lippen zu spüren? Ihr Brüste zu erforschen und zu liebkosen?
Tared wurde jäh aus seine Gedanken gerissen. „Können wir endlich gehen? Allmählich wird es ungemütlich und ich möchte deine luxuriöse Unterkunft kennenlernen“, murmelte Janka, machte sich zu Tareds großer Enttäuschung los und stand auf. Auch Tared stand auf, als er sah, wie sich eine weitere Gestalt näherte.
„Osram, wie schön, dich zu sehen“, begrüßte er den Mönch, dessen Kutte sich über seinen weiten Bauch spannte. Janka stand auf, murmelte etwas und ging ein paar Schritte außer Hörweite.
„Wer ist das?“, fragte Osram, statt dass er den Gruß erwiderte.
„Eine Durchreisende“, antwortete Tared und wurde gegen seinen Willen rot. Osram sagte nichts. „Es war sonst nichts los“, nahm Tared das Gespräch wieder auf. Er unterhielt sich nicht gerne mit Osram. Er mochte vielleicht ein guter und gläubiger Mönch sein, aber er war einfach kein guter Gesprächspartner.
„Ich wünsche dir eine angenehme Nacht“, brummte der Mönch, stellte einen Korb auf die Bank und ließ sich schwer daneben fallen. „ich werde zumindest eine haben“, er zwinkerte Tared zu und holte sich ein Brötchen aus dem Korb.
Schweigsam führte Tared Janka durch die engen Gassen. Eine unterschied sich scheinbar durch nichts von der anderen. Und doch kannte Tared sich aus; sein ganzes Leben hatte er hier verbracht. Außer den Geräuschen, die ihre Schuhe auf dem Kopfsteinpflaster machten, war nichts zu hören. „Nur noch hier den Berg hoch und dann sind wir fast da“, erklärte Tared leise, als ob er die Stille der Nacht nicht brechen wollte. Janka nickte und folgte Tared.
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Nahare
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze


Beiträge: 6
Wohnort: Leipzig


BeitragVerfasst am: 26.05.2013 13:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nach einigen Minuten des Aufstiegs hielt Tared Janka an, indem er seine Hand auf ihre Schulter legte. „Wir sind fast da. Wir müssen auch nicht weiter“, erklärte er und ging einen ausgetretenen Weg nach rechts.
Janka und folgte Tared nun einige Stufen nach oben. Zahlreiche Türen öffnend und hinter sich schließend, führte er Janka weiter durch einige Gänge, bis er endlich vor einer Tür stehen blieb. „Wir sind da“, er zog einen Schlüssel aus seiner Manteltasche, schloss auf und kramte weiter in seinem Mantel. „Komm rein“, lud er Janka ein, holte eine Schachtel Streichhölzer hervor und entzündete eine Petroleumlampe.
Prüfend ließ Janka ihren Blick durch das Zimmer schweifen. Über den hölzernen Fußboden, über das Bett in der Ecke, dessen Bettdecke am Fußende zusammen geknautscht lag. Über den kleinen Ofen in der Ecke, während Tared umher ging und eine weitere Lampen entzündete. „Gemütlich“, meinte Janka und beobachtete Tared, der seinen Mantel auszog und diesen über einen Haken an der Tür hängte.
Janka verfolgte Tared mit ihrem Blick. „Gibt es hier noch viele Mönche?“, fragte sie und lehnte an einem Tisch, der unter einem verdunkelten Fenster stand. „Ein paar“, erwiderte Tared und reichte Janka eine Tasse Tee die er aus einer Thermoskanne eingegossen hatte.
Nur noch wenige Menschen wurden Mönche oder Nonnen. Wenn man ganz viel Glück hatte war man dazu bestimmt, einen Gott anzubeten an den die meisten nicht mehr glaubten. Wenn man dieses Glück hatte, konnte man sich auf ein sorgenfreies Leben einstellen. Mönche waren in der Gesellschaft geachtet. Man bekam überall Unterkunft und zu essen.
Tared löschte die Petroleumlampe am Herd, sodass die einzige Lichtquelle eine flackernde Lampe am Bett war. „Du musst nicht im Dunkeln stehen“ lächelte Tared der es sich im Schneidersitz auf dem Bett gemütlich gemacht hatte. Zwischen seinen Händen hielt er nun eine Tasse Tee, die er behutsam an die Lippen führte und vorsichtig einen Schluck nahm.
Janka ging in kleinen Schritten durch das Zimmer, zog ihre Schuhe aus und setzte sich Tared gegenüber aufs Bett.
„Besonders gesprächig bist du ja nicht“, stellte er fest. Das Mädchen erwiderte nichts, hielt nur seinem Blick stand und nahm einen weiteren Schluck aus ihrer Tasse. Nach einigen Momenten des Schweigens schließlich fragte sie: „Was schlägst du vor?“
„Lass uns spielen. Wir stellen uns gegenseitig Fragen und man sie nicht beantwortet zieht man ein Kleidungsstück aus“, grinste Tared.
Janka lachte. „Wie alt bist du denn?“
„Vierundzwanzig. Und du?“
„Jünger.“
„Das ist keine Antwort“, erwiderte Tared.
„Doch. Wenn es genauer sein soll, musst du danach fragen“, wehrte Janka ab und stellte die nächste Frage. „Warum bist du hier?“
„Ein Mönch hat mir ein Zimmer beschafft, als ich eins brauchte. Seitdem lebe ich hier helfe hin und wieder aus. Du weißt schon: Gärtnern, Kochen so was.“, erklärte Tared, leerte seine Tasse und stellte sie auf den Boden.
„Und was verschlägt dich hierher?“
Wortlos knöpfte sich Janka die drei Knöpfe ihres Pullovers auf und zog ihn über den Kopf. Mit zerwuschelten Haaren und einem dünneren Pullover saß sie vor ihm.
Tared grinste.
„Was ist mit deinen Eltern?“
Tareds Grinsen verschwand.
„Sie sind tot. Seit einigen Jahren.“
„Woher kommst du?“
„Von weit weg. Wie sind sie gestorben?“
Tared seufzte. „Sie waren unterwegs. Sie sind von irgendwelchen Kriegern oder Kämpfern aufgegriffen worden. Und nicht mehr wiedergekehrt.“ Er schluckte. „Scheiß Streitkräfte.“
Janka sah auf die Bettdecke. „Das tut mir Leid.“
Tared zuckte mit den Schultern, setzte ein entspanntes Lächeln auf, bereit für die nächste Frage. „Was ist mit deiner Familie?“
Janka zog an den Ärmeln und schlüpfte aus dem dünnen Pullover,, den sie achtlos auf den Boden fallen ließ.
„Machst du so etwas wie hier – mit mir – öfter?“
Tared schluckte, grinste koboldhaft und befreite sich nun seinerseits aus seinem Pullover. Darunter trug er ein dünnes Hemd.
„Darf ich deine DNS-ID sehen?“, fragte er und deutete auf die dünne Kette um Jankas Hals.
„Nein“, sagte sie schlicht nahm die Kette dennoch ab und hängte sie über den Bettpfosten.
„Darf ich deine sehen?“
Tared fummelte umständlich an seinem Hals, fischte die Karte heraus und reichte sie Janka. Mit einem skeptischen Blick klappte sie sie auf und las:

Name: Tared Numo
Alter: 24
Beruf: Pförtner
Leben i. R. : 2
Leben a. : 53,32

„Wie war bei dir der Test damals?“
Janka schüttelte den Kopf. „Scheiße wie bei jedem anderen auch, schätze ich. Sie haben meine DNS getestet, meine Fähigkeiten und glaubten zu wissen was der ideale Beruf für mich wäre. Wie auch bei dir trage ich meinen Chip im Oberarm“, sie deutete auf Tareds kurze Narbe, „und wurde auf meinen Beruf vorbereitet. Und? Bist du müde?“, fragte Janka.
„Nein. Was ist dein Beruf?“
Ohne weitere Umstände entledigte sich Janka ihrem Hemd und saß in Unterwäsche vor Tared.
„Ich will nicht, dass du weiter danach fragst“ sagte sie.

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inmutanka
Geschlecht:weiblichHobbyautor


Beiträge: 325



BeitragVerfasst am: 26.05.2013 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nahare,

anbei meine 2 Cents zu deiner Story. Übernimm, was dir brauchbar erscheint und vergiss den Rest.

Die Geschichte hat einen spannenden Ansatz. Allerdings geht für mich viel von der Spannung durch unnötiges *Herumgerede*/Wortwiederholungen/unnötige Erklärungen verloren.

Hoffe, dir hilft die eine oder ander Anmerkung weiter.

LG
Inmutanka

Zitat:
Tared saß auf der Holzbank und zitterte. Trotz seines Mantels fror er. Als der Nebel vor einigen Stunden aufgetaucht war, hatte er bereits geahnt, dass es eine kalte Nacht werden würde. Er blies in seine Hände und rieb sie aneinander, in der Hoffnung, sie etwas wärmen zu können, während er aus dem Häuschen der Stadtgrenze, in der die Bank stand, hinausspähte. Es gab nicht viel zu sehen. Es war dunkel und neblig.
Dadurch unterschied sich die Aussicht nicht viel von dem, was man tagsüber zu sehen bekam. Abgesehen vom Nebel.


Ich schreibe mal, wie das für mich ankommt (nämlich holzhammermäßig):

- Tared saß auf der Holzbank und zitterte. - das Zittern kann jetzt vor Angst, Erschöpfung oder Kälte sein.
- Trotz seines Mantels fror er.  - ok - er friert.
- Als der Nebel vor einigen Stunden aufgetaucht war, hatte er bereits geahnt, dass es eine kalte Nacht werden würde. - es ist nebelig, kalt und Nacht
- Er blies in seine Hände und rieb sie aneinander, in der Hoffnung, sie etwas wärmen zu können, - er friert
- Es gab nicht viel zu sehen. - klar, es ist nebelig und Nacht/dunkel
- Es war dunkel und neblig. - klar, es ist dunkel und nebelig
- Dadurch unterschied sich die Aussicht nicht viel von dem, - Welche Aussicht? Es ist doch dunkel und nebelig
- Abgesehen vom Nebel. - ja, ich weiß inzwischen, dass es nebelig ist

Liest sich irgendwie, als wolltest du unbedingt alles hier hereinbringen. Für mich liest es sich etwas abgehackt. Wichtig scheint mir:
Vor Kälte zitternd sitzt Tared auf der Bank und sah aus dem Fenster. Viel gab es nicht zu sehen. Nebelschwaden verdeckten den Nachthimmel.  (Geht natürlich noch besser, nur mal so aus den Fingern gezogen)
Ich habe mit den 3 Sätzen drin:
- Figur
- Kälte/frieren
- Nacht und Nebel

Wenn es wichtig ist, dass er einen Mantel trägt, würde ich das später einbauen.
Ich bin zwar kein Experte, aber meines Wissen entsteht Nebel doch nur, wenn Kaltluft auf wärmere und feuchte Schichten trifft. Demnach kann es zuvor nicht so kalt gewesen sein und wenn es ein extremer Temperatursturz gibt, erwarte ich als Leser irgendwann im Text eine logische Erklärung.
 
Zitat:
Die Häuser in der Stadt waren alle ausnahmslos in unterschiedlichen Grautönen gestrichen worden, aber alle sahen aus, als wären sie aus einem Felsen geschlagen worden. Und obwohl es eine Stadt war, so gab es keine Stromversorgung. Nach Einbruch der Dunkelheit war es verboten, Licht zu machen. Daher mussten die Kochfeuer abgeschirmt werden.


Hm, die Beschreibung der Häuser, die er wegen Dunkelheit, Nebel und des Anstriches des Nebels eh nicht sehen kann, kommt mir hier fehl am Platze vor.
- aber alle sahen aus, als wären sie aus einem Felsen geschlagen worden. - der Vergleich hinkt für mich: eine ganze Stadt aus einem Felsen geschlagen?
Der Hinweis bzgl. der nichtvorhandenen Stromversorgung etc. empfinde ich hier ein wenig als erhobener Zeigefinger. Das könntest du eleganter im nachfolgenden Text unterbringen.

Zitat:
Tared kniff die Augen zusammen und versuchte vergebens die Umrisse einzelner Häuser auszumachen. Gerade überlegte er, dass es nicht mehr allzu lange dauern würde, bis er abgelöst wurde, als er eine Gestalt vor sich ausmachte und aufstand.


Das er Wache schiebt und auf die Ablösung wartet, erscheint mir wichtiger und erwähnenswerter als die Erwähnung von Mantel und die ständige Wiederholung von Dunkelheit, Nebel und Kälte. Das würde ich gleich am Anfang mit einbauen.
- als er eine Gestalt vor sich ausmachte und aufstand. - ich bin verwirrt. Oben schreibst du, dass er in einem Häuschen sitzt und plötzlich steht (im Raum?) das Mädchen vor ihm

Zitat:
„Guten Abend“, sagte das Mädchen, das die weite Kapuze zurück geworfen hatte und zu ihm aufsah.


Du schreibst bisher aus Tareds Sicht, hier wechselst du. Würde ich nicht machen. Bsp: "Guten Abend!" Die zierliche Gestalt zog die Kapuze vom Kopf und Tared blickte in ein Mädchengesicht.

Zitat:
Tared schätzte, dass sie vielleicht zwei Köpfe kleiner war als er. Tared selbst war ziemlich groß und sich dessen auch bewusst. Zusammen mit seinem muskulösen Oberkörper konnte er so eine imposante Erscheinung abgeben.


Muss ich an dieser Stelle wissen, dass er sehr groß ist, einen muskulösen Oberkörper hat und er weiß, dass er eine imposante Erscheinung ist? - Für mein Gefühl: Nein. Ich finde es auch etwas zu gehäuft (angeberisch: seht her, was für ein toller Kerl er ist.). Du könntest es scheibchenweise einbauen. z. B. gerade jetzt mit der Begnung mit dem Mädchen, z. B.: Das Mädchen musterte ihn von Kopf bis zu den Füßen und wieder zurück. 'Wenn du grün wärst, würde ich dich für Hulk halten.' - wie gesagt, nur ein Beispiel. Hulk wird wahrscheinlich nicht in deine Welt passen. Aber vllt. gibt es in deiner Welt ja etwas, wo ein imposanter Kerl reinpasst (Ehrengarde?) und der Leser weiß, da kommen nur besonders große, kräftige Kerle unter.  Oder du teilst es auf.  Sie stellt hier fest, wie groß der Typ ist und an anderer Stelle geht er z. B. zum Händler, weil er ein Hemd benötigt und die größte Größe ist zu eng und der Händler meint entnervt: Kleiderschränke müssen sich Klamotten extra schneidern lassen.

Zitat:
„Guten Abend“, erwiderte er den Gruß. „Wo kann ich heute Nacht noch eine Unterkunft bekommen?“, fragte sein Gegenüber und sah zur Stadt, wobei sie unmöglich mehr erkennen konnte als er.


Du hast die Figur schon als *Mädchen* eingeführt, daher würde ich nicht mehr zu einem neutralen *Gegenüber* wechseln.
- erwiderte er den Gruß - dass er antwortet, wird aus dem Text klar und dass zuvor ein Gruß ausgesprochen wurde, ebenfalls. Für mein Geschmack könnte das raus. Stattdessen könntest du es durch eine Handlung/Beobachtung Tareds ersetzen.
- fragte sein Gegenüber - dass das Mädchen fragt, wird durch Satzzeichen und Rede/Gegenrede klar.
- sah zur Stadt, wobei sie unmöglich mehr erkennen konnte als er.  - Mein erster Gedanke: ja, ich weiß: dunkel und nebelig. Vllt. könnte sie woanders hinschauen? Ich denke, ein Mädchen alleine in dunkler, nebeliger Nacht am Stadtrand allein mit einem imposanten Kerl wink

Zitat:
„Das wird schwierig. Das Gästehaus ist voll. Hast du denn Geld?“, fragte er gerade heraus.
„Nicht so viel, wie ich bräuchte, Türmann“, erwiderte das Mädchen und musterte ihn misstrauisch. Dann lächelte sie und Tared wurde sich bewusst, dass sie ihn nicht beleidigen wollte.


Das meinte ich oben *mit woanders hinschauen*, wenn sie misstrauisch ist, lässt sie den Typen erst einmal nicht aus den Augen.
Für mich würdest du mehr Spannung aufbauen, wenn Tared nicht so viele Worte machen würde. Einfach:  Hast du denn Geld?
Ich hätte jetzt *Türmann* nicht als Beleidigung aufgefasst. Wenn es in dieser Welt eine Beleidigung ist, würde ich Tared darauf entsprechend reagieren lassen. Besänftigt werden/einlenken kann er immer noch.

Zitat:
„Es gibt noch eine Möglichkeit“, begann er zögerlich. Die junge Frau zog die Augenbrauen fragend hoch. „Oben im Kloster“, erklärte Tared, als er unterbrochen wurde.
„Ich glaube kaum, dass die Mönche mich aufnehmen werden. Ich bin eine Frau.“ „Ich kann dich als meinen Gast mitnehmen. Mein Zimmer sollte groß genug sein und morgen spreche ich mit einem von ihnen. Dort würdest du sicherlich ein Zimmer für dich bekommen.“


der erste Abschnitt verwirrt. - begann er zögerlich und dann - erklärte Tared, als er unterbrochen wurde.  
Dass er zögerlich redet, würde ich durch Rede und Geste zeigen, Bsp.:
*Na ja, es gäbe da vielleicht noch eine Möglichkeit.* Die linke Augenbraue des Mädchens schnellte in die Höhe. Verlegen kratzte sich Tared am Kopf. *Oben, im Kloster.*
Dass die Augenbraue *fragend* hochgezogen wird, würde ich der Interpretation des Lesers überlassen.
- „Ich glaube kaum, dass die Mönche mich aufnehmen werden. Ich bin eine Frau.“ - ich weiß nicht, wie du dir die Figur gedacht hast. Ich könnte mir das Mädchen als selbstbewusste freche kleine Kröte vorstellen (nicht böse gemeint). Das würde ich (falls es meine Geschichte wäre) in dem Satz mit reinbringen. Bsp.  *Ach ja?* Das Mädchen gluckste vergnügt. *Ich glaube kaum, dass die Brüder mich aufnehmen. Wegen Enthaltsamkeit und so." Sie machte eine affektierte Handbewegung über ihren Körper. "Falls es dir entgangen sein sollte: Ich bin ein Mädchen.*
- „Ich kann dich als meinen Gast mitnehmen. Mein Zimmer sollte groß genug sein und morgen spreche ich mit einem von ihnen. Dort würdest du sicherlich ein Zimmer für dich bekommen.“  - Dein Tared redet für meinen Geschmack etwas sehr schwammig: Ich kann, Zimmer sollte, du würdest sicherlich - Dein Tared bietet ihr doch etwas an, von dem er überzeugt ist, oder? Und er will das Mädchen überzeugen. Oder verstehe ich etwas falsch? Bsp. Ganz einfach: Ich nehme dich als Gast mit. Mein Zimmer ist groß genug. Und morgen spreche ich mit dem Abt. Dann bekommst du ganz bestimmt ein Zimmer. - Lass Tared sich gegenüber dem Mädchen so aufspielen, als würde er ganz dicke mit den Mönchen und sie würden ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen.

Zitat:
„Und solange mit dir über Nacht kuscheln?“, erwiderte sie spöttisch.
„Das war nicht meine Absicht. Wenn ich dir einige Decken gebe, kannst du es dir am Boden gemütlich machen“, schlug Tared nun vor.


Auch hier wieder: lass das Spöttische über Wortwahl/Mienenspiel/Gestik herüber kommen und behaupte es nicht einfach.
Bzgl. Tared - er reagiert ziemlich sanft. Ich meine, gehe ich mal davon aus, dass er keinerlei böse Absichten hatte, müsste er eingeschnappt reagieren, weil sie es ihm unterstellt. Hatte er Hintergedanken, müsste er sich ertappt fühlen.  - Natürlich gibt es in der realen Welt Menschen, die nur darum bemüht sind, alle Missverständnisse sachlich aus der Welt zu räumen. Aber wo bleibt der Konflikt?

Zitat:
Normalerweise war er nicht so zuvorkommend, aber er wusste, dass die wenigen warmen Herbsttage vorüber waren und es kalt werden würde für lange Zeit; ihm tat das Mädchen Leid, versuchte er sich zu überzeugen. Er merkte, dass er bereits eine gewisse Sympathie für sein Gegenüber empfand.


*lach* er lässt sie auf dem harten kalten Boden pennen und das nennt er *zuvorkommend*?
Hm, ich bin dafür, viele kleine Konflikte in die Stories einzubauen. Was ich machen würde: Lass Tared für die Kleine Mitleid empfinden, aber gleichzeitig sie für eine kleine freche Kröte halten oder für arrogant und anmaßend a la Kein Hemd auf dem Allerwertesten aber große Töne spucken und dann langsam, Stück für Stück die Sympathie entwickeln, aber die natürlich nicht so schnell zugeben/eingestehen lassen

Zitat:
Er musterte die Gestalt. Unter einem etwas zu großen Pullover verbarg sich offenbar ein schlanker Körper. Auch die Hose schien eine Nummer zu groß zu sein und wurde nur von einem Gürtel an der Hüfte gehalten. Die Schuhe waren ungewöhnlich fest. Die dunklen Haare hatte sich die junge Frau zu einem einfach Zopf zusammen gebunden, in welchem sich bereits Wassertröpfchen des Nebels sammelten.


Die ganze Beschreibung könntest du schon Stück für Stück während des Dialoges einbauen. Entweder durch Äußerungen von Tared und wenn er sie ansieht/beobachtet. Ich meine, er unterhält sich schon eine ganze Weile mit ihr, sieht sie an und jetzt erst nimmt er sie richtig wahr? Passt für mich nicht.

Zitat:
„Wie heißt du?“, fragte das Mädchen und bemerkte seinen Blick. Hastig sah sie an sich herunter, bevor sie seinen wieder mit ihren dunklen Augen aufnahm.


Bin jetzt nicht sicher, aber hier habe ich einen gefühlten Perspektivwechsel. Letzter Satz liest sich holprig für mich.
es ist Nacht. Außerdem ist es draußen nebelig (daher kein Mondlicht) und auch im Raum dunkel: wie erkennt er, dass sie dunkle Augen hat?

Zitat:
„Ich heiße Tared. Und mit wem habe ich das Vergnügen?“
„Mein Name ist Janka“, antwortete sie und setzte sich ohne Umstände auf die Bank.


Wenn sie sich *ohne Umstände auf die Bank* setzt, warum dann extra erwähnen. Lass sie sich einfach setzen, dann weiß ich, dass es *ohne Umstände* passiert.

Zitat:
„Wie lange arbeitest du noch?“, fragte Janka weiter und rieb sich fröstelnd die Hände aneinander. Tared setzte sich zu ihr.
„Du nimmst mein Angebot also an“, stellte er fest. „Soll ich dich wärmen?“, neckte er sie.
„Als ob du das könntest!“, lachte Janka, stieß Tared aber auch nicht weg, als dieser seine Arme um sie legte und näher rutschte.


 stellte er fest. - zerreißt alles. Vllt. "Du nimmst mein Angebot an?" Er rückte näher und legte den Arm um ihre Schulter. "Soll ich dich wärmen?"
- lachte Janka - ich weiß, es gibt erbitterte Diskussionen darüber. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass jemand etwas sagen und lachen kann, aber keinen Satz lachen.  

Zitat:
Eine Weile schwiegen sie, bis das Läuten eines Kirchturms die nächtliche Stille durchdrang. Tared schluckte, drehte seinen Kopf zu Janka und spürte, wie eine Strähne ihres Haars ihn an der Nase kitzelte.


Mein erster Gedanke  über das Schweigen: jetzt weiß der Autor nicht mehr, wie die Konversation weitergehen soll. Es kommt mir hier zu unpassend/zu unmotiviert. Ich meine, es ist dunkel, sie haben sich eben kennengelernt und dann schweigen sie, wie ein altes Liebespärchen?

Zitat:
„Ich habe nur noch ein paar Minuten“, flüsterte er ihr ins Ohr. So nimm dich doch zusammen!, mahnte er sich selbst. Tared schloß die Augen und atmete tief ein. Er roch die Haut Jankas und der Duft nach Mandeln stieg ihm in die Nase. Wie musste es wohl sein, ihren Körper zu erforschen? Die Weichheit ihres Halses unter seinen Lippen zu spüren? Ihr Brüste zu erforschen und zu liebkosen?


- das Läuten eines Kirchturms die nächtliche Stille durchdrang - ein Kirchturm kann nicht läuten, nur die Glocken darin.
M. M. n. könntest du den Passus: Eine Weile schwiegen sie, - einfach streichen. Mach einfach mit: Das Mitternachtsläuten der Kirchenglocken durchdrang die Stille.

Zitat:
Tared wurde jäh aus seine Gedanken gerissen. „Können wir endlich gehen? Allmählich wird es ungemütlich und ich möchte deine luxuriöse Unterkunft kennenlernen“, murmelte Janka, machte sich zu Tareds großer Enttäuschung los und stand auf. Auch Tared stand auf, als er sah, wie sich eine weitere Gestalt näherte.


- Tared wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen. - kann raus. Du hast die Gedanken, dann das Glockenläuten und Jankas Maulen. Es wird jedem klar, dass er seinen erotischen Fantasien nicht mehr nachhängt.
- Allmählich wird es ungemütlich - Das Mädel hat eine Kuttel, ehrlich *lol*. Nasskalte Nacht, friert und jetzt erst stellt sie fest, langsam wirds ungemütlich?
- Auch Tared stand auf, als er sah, wie sich eine weitere Gestalt näherte. - persönlich versuche ich *als*-Sätze zu vermeiden. Denn eigentlich passiert ja zuerst das, was nach dem *als* steht. Also: er sieht zuerst den Mönch und steht daraufhin auf (zumind. habe ich es so verstanden) und nicht: Er steht auf und sieht den Mönch.

Zitat:
„Osram, wie schön, dich zu sehen“, begrüßte er den Mönch, dessen Kutte sich über seinen weiten Bauch spannte. Janka stand auf, murmelte etwas und ging ein paar Schritte außer Hörweite.
„Wer ist das?“, fragte Osram, statt dass er den Gruß erwiderte.


Hm, Tared wartet auf die Ablösung und jetzt mit dem Mädchen mehr den je und reagiert so förmlich?
- auch hier wieder: begrüßte/Gruß - könnte für mich raus, da es klar ist. Wenn Osram statt eines Hallos fragt: wer ist das - ist es für mich klar, dass er nicht den Gruß erwidert und muss nicht noch einmal erwähnt werden.
- OT: Als ich den Namen *Osram* las, ergänzte ich sofort in Gedanken: Osram, der Strahlende - Osram-Leuchtmittel. lol2

Zitat:
„Eine Durchreisende“, antwortete Tared und wurde gegen seinen Willen rot. Osram sagte nichts. „Es war sonst nichts los“, nahm Tared das Gespräch wieder auf. Er unterhielt sich nicht gerne mit Osram. Er mochte vielleicht ein guter und gläubiger Mönch sein, aber er war einfach kein guter Gesprächspartner.


kommt auf eine Frage von einem anderen ein Satz, ist es für mich klar, dass der andere antwortet.
- wurde gegen seinen Willen rot - kann man auch mit Absicht/willentlich erröten?
_ Osram sagte nichts. „Es war sonst nichts los“, nahm Tared das Gespräch wieder auf. - für mein Gefühl könnte TAred das Gespräch wieder aufnehmen, wenn er es zuvor abgebrochen hätte. Das hat er aber nicht. Warum lässt du nicht Tared einfach ablenken? Bsp. "Eine Durchreisende!" Tared wurde rot. "Es war nichts los. Ehrlich. Alles ganz ruhig." - Für mich würde somit klar. Tared ist es peinlich, will zeigen, dass er auf Posten und alles in Ordnung war - praktisch ablenken auf das Normale/auf die Routine.
- Er unterhielt sich nicht gerne mit Osram. Er mochte vielleicht ein guter und gläubiger Mönch sein, aber er war einfach kein guter Gesprächspartner. - da stellst du eine Behauptung auf und bleibst die Erklärung schuldig. Wenn du schreibst: er unterhielt sich nicht gerne mit Osram. Dann möchte ich wissen, warum nicht und dass er ein guter, gläubiger Mönch ist (das durch *mochte vielleicht* auch noch von Tared in Zweifel gezogen wird - und mich dann auch interessieren würde, warum er das anzweifelt) interessiert mich nicht.

Zitat:
„Ich wünsche dir eine angenehme Nacht“, brummte der Mönch, stellte einen Korb auf die Bank und ließ sich schwer daneben fallen. „ich werde zumindest eine haben“, er zwinkerte Tared zu und holte sich ein Brötchen aus dem Korb.


Ok - was mir als Erstes auffiel: woher zum Teufel kommt auf einmal der Korb? Zweitens: es ist Nacht. draußen nebelig (daher kein Mondlicht) und auch im Raum dunkel: Wie zum Teufel erkennt Tared, dass der Mönch zwinkert?

Zitat:

Schweigsam führte Tared Janka durch die engen Gassen. Eine unterschied sich scheinbar durch nichts von der anderen. Und doch kannte Tared sich aus; sein ganzes Leben hatte er hier verbracht. Außer den Geräuschen, die ihre Schuhe auf dem Kopfsteinpflaster machten, war nichts zu hören.


Es ist dunkel und nebelig, selbst wenn sie sich unterscheiden, wird es Janka nicht auffallen.
- Ich würde an der Stelle nicht erwähnen, dass er bisher noch nicht weggekommen ist. Das wäre z. B. eine Info, die du oben in dem Gespräch mit Janka einschmuggeln könntest. Dort könntest du auch den Namen der Stadt und auch den des Klosters mit einfließen lassen.
- Persönlich versuche ich immer, Negativ-Sätze zu vermeiden, wo es geht. An den Stellen, wo es nicht geht, haben sie dann umso mehr Gewicht. - Hier also statt: Außer den Geräuschen, die ihre Schuhe auf dem Kopfsteinpflaster machten, war nichts zu hören. - Bsp.: Es waren nur die klackernden Geräusche ihrer Schuhe auf dem Kopfsteinpflaster zu hören.

Zitat:
„Nur noch hier den Berg hoch und dann sind wir fast da“, erklärte Tared leise, als ob er die Stille der Nacht nicht brechen wollte. Janka nickte und folgte Tared.


- erklärte Tared leise - dass er erklärt wird durch den Satz klar. Ich würde mich eher auf das leise Sprechen konzentrieren. Bsp. flüsterte Tared, als ob er die Stille
- Janka nickte und folgte Tared. - Könnte für mein Gefühl raus.


_________________
Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; Sie haben meine Phantasie beflügelt. ... Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke. (Paul Coelho)
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