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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Die Wölfe ~Alte Wege auf neuen Straßen~


 

 
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Enrico
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 33
Beiträge: 6
Wohnort: Limbach-Oberfrohna (Sachsen)


BeitragVerfasst am: 25.03.2013 05:42    Titel: Die Wölfe ~Alte Wege auf neuen Straßen~ eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Prolog


Sein Tritt trifft mich erneut und nimmt mir den Atem. Die Beine habe ich eng an den Körper gezogen, die Arme schützend um den Kopf geschlungen, doch die Wucht kann ich damit kaum dämpfen. Ich stöhne gequält und unterdrücke mit aller Gewalt einen Aufschrei. Er soll kein Zeichen von Schwäche von mir hören.
Wieder traktiert sein Stiefel meinen Oberkörper und presst die Luft aus meiner Lunge. Tränen schießen mir unweigerlich in die Augen. Mein Magen zieht sich zusammen. Ich ringe nach Atem, während mir die Übelkeit die Kehle hinauf kriecht. Ein stechender Schmerz durchbohrt meine Rippen und dringt bis in die Eingeweide. Ich beginne zu röcheln und muss husten. Blut sammelt sich in meinem Mund, es wird immer mehr und mehr. Ich kann den Brechreiz nicht länger unterdrücken und muss mich übergeben. Dieses feige Schwein! Ich liege doch schon am Boden und rühre mich nicht mehr. Was will er denn noch? Er kann aufhören damit. Ich bin längst keine Bedrohung mehr!

Seine Schritte umkreisen mich. Sie hämmern in meinem schmerzenden Kopf. Ihr Echo wird von den Wänden der Fabrikhalle zurückgeworfen. Wenn ich doch nur meine Pistolen finden könnte, um diesen Dreckskerl zu erschießen. Irgendwo, ganz nah, müssen sie doch liegen. Warum zum Teufel kann ich sie nicht finden? 

Wieder spüre ich seinen Tritt. Ein blitzartiger Schmerz überzieht meinen Rücken und lässt mich röcheln. Ich beiße die Zähne noch fester aufeinander. Schweiß und Blut strömt mir die Stirn hinab und trübt meine Sicht. Mit zitternden Fingern suche ich den kalten Betonboden nach den Pistolen ab, doch ich werde einfach nicht fündig. Ich will noch nicht sterben. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht wegen ihm.

Er geht vor mir in die Hocke. Ich spüre seinen durchbohrenden Blick auf mir. Als er mit Genugtuung in der Stimme meint, dringt mir der herbe Duft von Moschus in die Nase:
“Viel Spaß in der Hölle, bestelle Denijel schöne Grüße von mir. Er wird sich freuen seinen Mörder wiederzusehen.” Dieser Dreckskerl kann mich mal! Sein Kumpel hat es nicht anders verdient. Ich sammele das Blut und den Speichel im Mund und will ihm das Gemisch ins Gesicht spucken, doch in diesem Moment erhebt er sich. Seine Schritte entfernen sich von mir. Er verlässt die Stelle an der ich liege und läuft auf die große Tür zu. Verwirrt sehe ich ihm nach. Seine hünenhafte Gestalt hebt sich deutlich vor den großen Fenstern ab, durch die spärlich das Licht der Straßenlaternen fällt. Will er etwa schon gehen, ohne mich umzubringen? Das passt nicht zu ihm.

Er nimmt sich etwas vom Boden und schraubt es auf. Der beißende Gestank von Benzin dringt bis zu mir vor. Augenblicklich sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare, Panik  überzieht meinen Körper mit einer Gänsehaut.
Ich weiß, wie gnadenlos der Chef der Red Dragons ist. Auf diesen Moment wartet er seit fünf Jahren. Er wird keine Gnade kennen. Mein Körper spannt sich an, meine Muskeln beginnen zu beben. Die Todesangst gibt mir neue Kraft. Ich versuche mich aufzurichten. Mit aller Gewalt stemme ich Hände und Knie gegen den Boden.

Im Augenwinkel kann ich sehen, wie Michael sich ein weiteres mal bückt. Als er sich erhebt, zielt er auf mich und drückt ab. Ein heftiger Schlag trifft meine Schulter und wirft mich zurück auf den Boden. Ich schreie laut auf, während sich ein unerträgliches Brennen durch meinen Oberkörper zieht. Mit der Hand taste ich nach der Wunde. Warmes Blut rinnt mir wie Wasser durch die Finger. Die Kugel hat das Schulterblatt durchschlagen. Dieses Schwein! Ich habe den Klang des Schusses genau erkannt. Es ist meine eigene Pistole, mit der er auf mich geschossen hat.
Ich beginne am ganzen Körper zu zittern. Mir ist eiskalt. Der Raum beginnt sich zu drehen. Der Schwindel wandelt sich in Brechreiz. Ich muss mich noch einmal übergeben.

Er verschüttet die stinkende Flüssigkeit auf dem Boden. Sie verteilt sich im Raum. Ich will noch nicht sterben. Warum tust du nichts? Wieso greifst du nicht ein? Unternehme endlich etwas, bevor wir beide elendig verbrennen!

Das metallene Klicken eines Sturmfeuerzeugs jagt mir einen eisigen Schauer über den Rücken. Bedrohliche Stille, dann schlägt es auf den Boden auf. Einen Moment später entzündet sich das Benzin. Die Flammen leuchten die Halle aus und werfen bedrohliche Schatten an die Wände. Ich bin von dem plötzlichen Licht geblendet. Die Schritte von Michael entfernen sich. Ich merke kaum, dass er geht.
Meine Augen brauchen einen Moment, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Erst jetzt kann ich dich klar sehen. Du bist mit Handschellen an die Heizung gekettet. Dein Gesicht ist blutüberströmt. Du kannst kaum die geschwollen Augen offen halten. Ich sehe Angst und Panik in ihnen, doch nicht um dein Leben, sondern um meines.

Die Flammen suchen sich ihren Weg bis zu mir. Sie fressen sich durch den Stoff der Hose und schlagen sich, wie die Klauen eines wilden Tieres, in mein Fleisch. Ich brülle mir den Schmerz aus der Kehle und versuche vergeblich vor der Bestie davon zu kriechen ...


“Enrico, he Enrico! Man, du schlägst schon wieder um dich … wach auf!”

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Vincent Vice.
Geschlecht:männlichHobbyautor

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Beiträge: 435
Wohnort: Heute


BeitragVerfasst am: 25.03.2013 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr guter Schreibstil. Man kann den Schmerz fast mit empfinden beim Lesen. Leidglich das Ende der zweiten Zeile
 "Er soll kein Zeichen von Schwäche von mir hören", hätte ich umformuliert.
"Er soll kein Zeichen der Schwäche von mir hören" oder ähnlich. 2x von liest sich etwas umständlich.
Ansonsten in meinen Augen alles sehr gelungen bisher.


_________________
Wenn der scheiß Berg nicht zum Propheten kommt, fahr ich halt ans Meer.
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fancy
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Alter: 59
Beiträge: 3458
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 25.03.2013 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Enrico,

ich kommentiere nicht so oft, wie andere, weil mich viele Texte nicht ansprechen und hin und wieder denke ich auch, es lohne sich nicht.
Deinen Text habe ich sehr gerne gelesen, weil du es schaffst, den Leser ins Geschehen zu ziehen. Action Szenen sind sehr schwer zu schreiben. Dir gelingt dies hier sehr gut. Trotzdem habe ich einige kleine Erbsen gefunden, die du dir einmal ansehen kannst. Nimm, was du brauchen kannst und vergiss den Rest.

Wenn du wieder etwas einstellst, werde ich auf jeden Fall wieder mitlesen.


Zitat:
Sein Tritt trifft mich erneut und nimmt mir den Atem. Die Beine habe ich eng an den Körper gezogen, die Arme schützend um den Kopf geschlungen, doch die Wucht kann ich damit kaum dämpfen. Ich stöhne gequält und unterdrücke mit aller Gewalt einen Aufschrei. Er soll kein Zeichen von Schwäche von mir hören. Was hältst du von: Auf ein Zeichen der Schwäche wartet er vergeblich. Wieder traktiert sein Stiefel(Der Stiefel alleine kann sich nicht bewegen.) meinen Oberkörper und presst die Luft aus meiner Lunge. Tränen schießen mir unweigerlich in die Augen. Mein Magen zieht sich zusammen. Ich ringe nach Atem, während mir die Übelkeit die Kehle hinauf kriecht. Ein stechender Schmerz durchbohrt meine Rippen und dringt bis in die Eingeweide. Ich beginne zu röcheln und muss husten. Blut sammelt sich in meinem Mund, es wird immer mehr und mehr. Ich kann den Brechreiz nicht länger unterdrücken und muss mich übergeben.('und übergebe mich', passt besser zu deinem aktiven Stil.) Dieses feige Schwein! Ich liege doch schon am Boden und rühre mich nicht mehr. Was will er denn noch? Er kann aufhören damit. Ich bin längst keine Bedrohung mehr!

Seine Schritte umkreisen mich. Sie hämmern in meinem schmerzenden Kopf.(Die Schritte, die Tritte, oder der Klang? ) Ihr Echo wird von den Wänden der Fabrikhalle zurückgeworfen. Wenn ich doch nur meine Pistolen finden könnte, um diesen Dreckskerl zu erschießen. Irgendwo, ganz nah, müssen sie doch liegen. Warum zum Teufel kann ich sie nicht finden?  

Wieder spüre ich seinen Tritt. Ein blitzartiger Schmerz überzieht meinen Rücken und lässt mich röcheln. Ich beiße die Zähne noch fester aufeinander.(Hier könnten sie knirschen.) Schweiß und Blut strömt mir die Stirn hinab und trübt meine Sicht. Mit zitternden Fingern suche ich den kalten Betonboden nach den Pistolen ab, doch ich werde einfach nicht fündig. Ich will noch (streich das noch.) nicht sterben. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht wegen ihm. (Nicht durch seine Hand, oder nicht durch ihn.)
Er geht vor mir in die Hocke. Ich spüre seinen durchbohrenden Blick auf mir. Als er mit Genugtuung in der Stimme meint, dringt mir der herbe Duft von Moschus in die Nase:
“Viel Spaß in der Hölle, bestelle Denijel schöne Grüße von mir. Er wird sich freuen seinen Mörder wiederzusehen.”(Das bitte noch einmal umformulieren und den Geruch nach der wörtlichen Rede anbringen, sonst wird man total rausgerissen.) Dieser Dreckskerl kann mich mal! Sein Kumpel hat es nicht anders verdient. Ich sammele das Blut und den Speichel im Mund und will ihm das Gemisch ins Gesicht spucken, doch in diesem Moment erhebt er sich. Seine Schritte entfernen sich von mir. Er verlässt die Stelle an der ich liege und läuft auf die große Tür zu. Verwirrt sehe ich ihm nach. Seine hünenhafte Gestalt hebt sich deutlich vor den großen Fenstern ab, durch die spärlich das Licht der Straßenlaternen fällt. Will er etwa schon gehen, ohne mich umzubringen? Das passt nicht zu ihm.

Er nimmt sich (Streiche das sich) etwas vom Boden und schraubt es auf. Der beißende Gestank von Benzin dringt bis zu mir vor (Streiche das vor.) . Augenblicklich sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare, Panik überzieht meinen Körper mit einer Gänsehaut.
Ich weiß, wie gnadenlos der Chef der Red Dragons ist. Auf diesen Moment wartet er seit fünf Jahren. Er wird keine Gnade kennen. (Er kennt keine Gnade.) Mein Körper spannt sich an, meine Muskeln beginnen zu beben. Die Todesangst gibt mir neue Kraft. Ich versuche mich aufzurichten. Mit aller Gewalt stemme ich Hände und Knie gegen den Boden.

Im Augenwinkel kann ich sehen (sehe ich) , wie Michael sich ein weiteres mal bückt. Als er sich erhebt, zielt er auf mich und drückt ab (Er richtet sich auf, zielt und drückt ab.) . Ein heftiger Schlag trifft meine Schulter und wirft mich zurück auf den Boden. Ich schreie laut auf, während sich ein unerträgliches Brennen durch meinen Oberkörper zieht. Mit der Hand taste ich nach der Wunde. Warmes Blut rinnt mir wie Wasser durch die Finger. Die Kugel hat das Schulterblatt durchschlagen. Dieses Schwein! Ich habe den Klang des Schusses genau erkannt. Es ist meine eigene Pistole, mit der er auf mich geschossen hat. (Hört man das wirklich?)
Ich beginne am ganzen Körper zu zittern. Mir ist eiskalt. Der Raum beginnt sich zu drehen. Der Schwindel wandelt sich in Brechreiz. Ich muss mich noch einmal übergeben. (Ich übergebe mich noch einmal)

Er verschüttet die stinkende Flüssigkeit auf dem Boden. Sie verteilt sich im Raum. Ich will noch (Streiche das noch.) nicht sterben. Warum tust du nichts? Wieso greifst du nicht ein? Unternehme (Unternimm!) endlich etwas, bevor wir beide elendig verbrennen!

Das metallene Klicken eines Sturmfeuerzeugs jagt mir einen eisigen Schauer über den Rücken. Bedrohliche Stille, dann schlägt es auf den Boden auf. Einen Moment später entzündet sich das Benzin. Die Flammen leuchten die Halle aus und werfen bedrohliche Schatten an die Wände. Ich bin von dem plötzlichen Licht geblendet. Die Schritte von Michael entfernen sich. Ich merke kaum, dass er geht.
Meine Augen brauchen einen Moment, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Erst jetzt kann ich dich klar sehen. Du bist mit Handschellen an die Heizung gekettet. Dein Gesicht ist blutüberströmt. Du kannst kaum die geschwollen Augen offen halten. Ich sehe Angst und Panik in ihnen, doch nicht um dein Leben, sondern um meines.

Die Flammen suchen sich ihren Weg bis zu mir. (Die Flammen suchen ihren Weg zu mir.) Sie fressen sich durch den Stoff der Hose und schlagen sich, wie die Klauen eines wilden Tieres, in mein Fleisch. Ich brülle mir den Schmerz aus der Kehle und versuche vergeblich vor der Bestie davon zu kriechen ...


Liebe Grüße

fancy


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Don't start doing things, just do them. Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach! (Me)
Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)
Meinungsverschiedenheiten über ein Kunstwerk beweisen, dass das Werk neu, komplex und lebenswichtig ist. (Oscar Wilde)
Wenn Kritiker uneins sind, befindet sich der Künstler im Einklang mit sich selbst. (Oscar Wilde)
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UtherPendragon
Hobbyautor


Beiträge: 337



BeitragVerfasst am: 25.03.2013 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Abend, Enrico.
Ich habe deine Darbietung auf dem Roten Teppich aufmerksam verfolgt und nach der lektüre deines Prologs grenzte mein Empfinden an Sicherheit: Du kannst sehr gut mit Worten umgehen. Verbunden mit der Geschichte hinter dem Niedergeschriebenen schreit dein Werk nach noch einer Rezension wink

Es werden wohl hauptsächlich Kleinigkeiten sein, die noch bereinigt werden könnten, ich mache aber auch Vorschläge(Die du annehmen kannst oder auch nicht):

Zitat:
Sein Tritt trifft mich erneut und nimmt mir den Atem.
Im Anfangssatz ein "erneut" zu schreiben, reißt den Leser natürlich mitten ins Geschehen - Aber wie wäre es, wenn du probehalber mal das bedauernswerte Organ benennst, wo der Fuß landet. Ein brutaler Tritt in die Magenkuhle würde sicher etwas zu deinem lebendigen Stil beitragen.

Ansonsten stimme ich Fancy zu - eine absolut gelungene Actionszene!

Zitat:
Seine Schritte umkreisen mich. Sie hämmern in meinem schmerzenden Kopf.

Hierzu hätte ich auch einen Vorschlag: "Er umkreiste mich [ein Adjektiv aus der Wortgruppe lauernd vllt], seine Schritte hämmerten in meinem Kopf" Die den Prota umkreisenden Schritte fand ich jedenfalls noch nicht so gelungen.
Zitat:
Wenn ich doch nur meine Pistolen finden könnte, um diesen Dreckskerl zu erschießen.
Ausrufezeichen!, bitte! smile
Zitat:
Mit zitternden Fingern suche ich den kalten Betonboden nach den Pistolen ab, doch ich werde einfach nicht fündig.
WW Pistolen - Synonym "eine meiner Waffen"? Das "Nichtfündigwerden" stelle ich mir eher im Kontext einer älteren Dame vor, die ihre Nähnadel verlegt hat. An dieser einen Stelle könntest du vllt, nur wenn du möchtest, ein bisschen poetisch werden. Hehe oder lass es so
Zitat:
Seine Schritte entfernen sich von mir. Er verlässt die Stelle an der ich liege und läuft auf die große Tür zu.
Doppelt gemoppelt. "Er verläßt mich und lässt mich einfach liegen" reicht - denn die sich entfernenden Schritte Tritte Schritte Tritte hast du schon zu oft verwendet, finde ich. Außerdem ist es unglaubwürdig, dass der Prota im (beinahe-) Vollbesitz seiner Sehkraft vor allem auf die Schritte achtet.
Zitat:
Er nimmt sich etwas vom Boden und schraubt es auf.

"etwas" kann ja auch eine Stielgranate oder ein übergroßer grüner Legostein sein - Der Gegenstand könnte ruhig schon in diesem Satz beschrieben werden. wink
Zitat:
Im Augenwinkel kann ich sehen, wie Michael sich ein weiteres mal bückt. Als er sich erhebt, zielt er auf mich und drückt ab.
Im Augenwinkel? Wie muss ich mir das vorstellen- hat er sich abgewendet? Und das "zielt auf mich" kommt zu plötzlich - etwa mit dem Benzin..dings?
Zitat:
Ein heftiger Schlag trifft meine Schulter
Ein Schlag? Nimms mir nicht übel, aber DAS kannst du so nicht stehen lassen! Ich gebe zwar zu, bisher zum Glück noch nicht angeschossen worden zu sein, aber das kannst du sicher besser ausformulieren! Fühlt sich das nicht an, als würde die Schulter förmlich explodieren?
Zitat:
Warmes Blut rinnt mir wie Wasser durch die Finger.
CaptainPingeligkeit schlägt wieder zu -  ich würde "über" schreiben, sonst impliziert es die Handstellung, mit der man an einer Quelle Wasser verschüttet.
Zitat:
Ich habe den Klang des Schusses genau erkannt.
vllt noch ein Adjektiv, das den Schuss genauer charakterisiert?  Confused
Zitat:
Ich beginne am ganzen Körper zu zittern. Mir ist eiskalt. Der Raum beginnt sich zu drehen. Der Schwindel wandelt sich in Brechreiz
Vier Prozesse und ein zustand: "Mit IST eiskalt" - warum nicht - mir wird eiskalt? Und die WW "Beginnen" kannst du ausmerzen - musst du aber nicht. Und dann könnte da noch ein "dann"-wort die letzten beiden Sätze verbinden.
Zitat:
Ich muss mich noch einmal übergeben.

Er verschüttet die stinkende Flüssigkeit auf dem Boden. Sie verteilt sich im Raum.
Waaahhh - ich sehe gerade wie dein Antagonist die K*tze über den Boden gießt - ich glaube du siehst das Problem?
Zitat:
Warum tust du nichts? Wieso greifst du nicht ein? Unternehme endlich etwas, bevor wir beide elendig verbrennen!
Ich finde diesen grotesken Hilferuf sehr schön - aber leite ihn irgendwie ein, denn ohne Gesprächspartner ohne offensichtlichen Adressaten verwirrt er den Leser sehr, denke ich.. Vllt schreibst du es für den Anfang in Kursiv?
Zitat:
Bedrohliche Stille, dann schlägt es auf den Boden auf. Einen Moment später entzündet sich das Benzin.
eigentlich entzündet sich Benzin sofort.
Zitat:
Erst jetzt kann ich dich klar sehen.
Das "dich" wär in Kursiv schön eindeutig.

Jetzt steckt hier kaum eindeutige positive Kritik - einfach weil ich normalerweise Fantasy kommentiere und mich an Bildern und Symbolen ergötze aber dein abenteuerlicher Schreibstil ist in seiner Gesamtheit sehrsolide. So viel zum SÜ?HOLZGERASPEL  Razz
Ein sehr gutes Ende, nebenbei.

Ich hoffe, die ganze Arbeit bringt DIR auch was!
Liebe Grüße
Uther Pendragon


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Enrico
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 33
Beiträge: 6
Wohnort: Limbach-Oberfrohna (Sachsen)


BeitragVerfasst am: 26.03.2013 04:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey ihr drei,

vielen Dank noch mal für die Mühe, die ihr euch mit meinem Prolog gegeben habt und für die vielen Anregungen. Ich habe das allermeiste umgesetzt und da ich hier leider nicht editieren kann, hier noch mal die überarbeitet Version.

Ich freu mich auf jeden Fall, dass euch mein Schreibstil und der Prolog gefällt^^. Da haben sich die "hunderte Mal" Überarbeitung gelohnt, die er schon hinter sich hat.



Prolog


Sein Tritt trifft erneut meinen Oberkörper und nimmt mir den Atem. Die Beine habe ich eng an den Körper gezogen, die Arme schützend um den Kopf geschlungen, doch die Wucht kann ich damit kaum dämpfen. Ich stöhne gequält und unterdrücke mit aller Gewalt einen Aufschrei. Er soll kein Zeichen der Schwäche von mir hören.
Wieder traktiert sein Fuß meinen Oberkörper und presst die Luft aus meiner Lunge. Tränen schießen mir unweigerlich in die Augen. Mein Magen zieht sich zusammen. Ich ringe nach Atem, während mir die Übelkeit die Kehle hinauf kriecht. Ein stechender Schmerz durchbohrt meine Rippen und dringt bis in die Eingeweide. Ich beginne zu röcheln und muss husten. Blut sammelt sich in meinem Mund, es wird immer mehr und mehr. Ich kann den Brechreiz nicht länger unterdrücken und übergebe mich. Dieses feige Schwein! Ich liege doch schon am Boden und rühre mich nicht mehr. Was will er denn noch? Er kann aufhören damit. Ich bin längst keine Bedrohung mehr!

Er umkreist mich lauernd. Seine Schritte hämmern in meinem schmerzenden Kopf. Ihr Echo wird von den Wänden der Fabrikhalle zurückgeworfen. Wenn ich doch nur meine Pistolen finden könnte, um diesen Dreckskerl zu erschießen! Irgendwo, ganz nah, müssen sie doch liegen. Warum zum Teufel kann ich sie nicht finden? 

Wieder spüre ich seinen Tritt. Ein blitzartiger Schmerz überzieht meinen Rücken und lässt mich röcheln. Ich beiße die Zähne noch fester aufeinander bis sie anfangen zu knirschen. Schweiß und Blut strömt mir die Stirn hinab und trübt meine Sicht. Mit zitternden Fingern suche ich den kalten Betonboden nach meinen Waffen ab, doch ich werde einfach nicht fündig. Ich will nicht sterben. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht durch ihn.

Er geht vor mir in die Hocke. Ich spüre seinen durchbohrenden Blick auf mir.
“Viel Spaß in der Hölle, bestelle Denijel schöne Grüße von mir. Er wird sich freuen seinen Mörder wiederzusehen“, meint er mit Genugtuung in der Stimme. Mir dringt der herbe Duft von Moschus in die Nase. Dieser Dreckskerl kann mich mal! Sein Kumpel hat es nicht anders verdient. Ich sammele das Blut und den Speichel im Mund und will ihm das Gemisch ins Gesicht spucken, doch in diesem Moment erhebt er sich. Er verlässt die Stelle an der ich liege und läuft auf die große Tür zu. Verwirrt sehe ich ihm nach. Seine hünenhafte Gestalt hebt sich deutlich vor den großen Fenstern ab, durch die spärlich das Licht der Straßenlaternen fällt. Will er etwa schon gehen, ohne mich umzubringen? Das passt nicht zu ihm.

Er nimmt einen Kanister vom Boden und schraubt ihn auf. Der beißende Gestank von Benzin dringt bis zu mir. Augenblicklich sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare, Panik  überzieht meinen Körper mit einer Gänsehaut.
Ich weiß, wie gnadenlos der Chef der Red Dragons ist. Auf diesen Moment wartet er seit fünf Jahren. Mein Körper spannt sich an, meine Muskeln beginnen zu beben. Die Todesangst gibt mir neue Kraft. Ich versuche mich aufzurichten. Mit aller Gewalt stemme ich Hände und Knie gegen den Boden.

Ich sehe, wie Michael sich ein weiteres mal bückt. Er richtet sich auf, zielt und drückt ab. Ein heftiger Schlag trifft meine Schulter und wirft mich zurück auf den Boden. Ich schreie laut auf, während sich ein unerträgliches Brennen durch meinen Oberkörper zieht. Mit der Hand taste ich nach der Wunde. Warmes Blut rinnt mir wie Wasser über die Finger. Die Kugel hat das Schulterblatt durchschlagen. Dieses Schwein! Ich habe den blechernen Klang des Schusses genau erkannt. Es ist meine eigene Pistole, mit der er auf mich geschossen hat.
Mir wird eiskalt. Ich zitter am ganzen Körper. Der Raum beginnt sich zu drehen. Der Schwindel wandelt sich in Brechreiz. Ich übergebe mich noch einmal.

Er verschüttet das Benzin auf den Boden. Die stinkende Flüssigkeit verteilt sich im Raum. Ich will nicht sterben. Warum tust du nichts? Wieso greifst du nicht ein? Unternimm endlich etwas, bevor wir beide elendig verbrennen!

Das metallene Klicken eines Sturmfeuerzeugs jagt mir einen eisigen Schauer über den Rücken. Bedrohliche Stille, dann schlägt es auf den Boden auf. Das Benzin entzündet sich. Die Flammen leuchten die Halle aus und werfen bedrohliche Schatten an die Wände. Ich bin von dem plötzlichen Licht geblendet. Die Schritte von Michael entfernen sich. Ich merke kaum, dass er geht.
Meine Augen brauchen einen Moment, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Erst jetzt kann ich dich klar sehen. Du bist mit Handschellen an die Heizung gekettet. Dein Gesicht ist blutüberströmt. Du kannst kaum die geschwollen Augen offen halten. Ich sehe Angst und Panik in ihnen, doch nicht um dein Leben, sondern um meines.

Die Flammen suchen sich ihren Weg zu mir. Sie fressen sich durch den Stoff der Hose und schlagen sich, wie die Klauen eines wilden Tieres, in mein Fleisch. Ich brülle mir den Schmerz aus der Kehle und versuche vergeblich vor der Bestie davon zu kriechen ...

“Enrico, he Enrico! Man, du schlägst schon wieder um dich … wach auf!”
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Grendel
Schreiberling


Beiträge: 239

Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 26.03.2013 08:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Enrico,

Dein Prolog liest sich spannend. Ein Jugendroman? Ist der Einstieg dafür nicht vielleicht zu heftig?

Ein paar Anmerkungen noch zum Text:

Der erste Absatz bremst, bevor der Text im zweiten Fahrt aufnimmt. Da er auch keine wesentliche Information birgt, könntest Du einfach mit dem zweiten Absatz, bei "Wieder traktiert ..." beginnen. Ab da wird Deine Kampfbeschreibung nämlich lebendig.

An einigen Stellen könntest Du noch feilen, wenn Du zum Beispiel schreibst: untedrücke mit aller Gewalt einen Aufschrei. Mit aller Gewalt bremst die Aussage eher statt zu verstärken. Häufig ist weniger beim Schreiben mehr. Schau Dir jeden Satz noch einmal auf die Verwendung von Adjektiven, Adverbien und Füllwörtern an. Viele wirst Du noch streichen können. Manchmal hilft es auch, sich Sätze laut vorzulesen. Dann würde vielleicht kein "durchbohrender Blick" hineinkommen. Das klingt einfach nicht. Aber das sind alles Kleinigkeiten, die bei jeder Überarbeitung auffallen. Im Großen und Ganzen ist Dein Text gut geschrieben.

Gruß
Grendel

edit: Statt einen Spoiler zu verwenden, der fürs Zitieren ungeeignet ist, kannst Du eine neue Version als Kommentar abschicken und unterhalb des Eingabefelds "neue Version" ankreuzen. Dann wird im ersten Beitrag ein Link hinzugefügt.
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fancy
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Beiträge: 3458
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 26.03.2013 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Mir drängt sich jetzt noch die Frage auf, zu welcher Zeit diese Szene spielt. Es hat etwas Cowboyhaftes. Gab es zu dieser Zeit schon Heizkörper in Fabrikhallen? Das vielleicht noch einmal überprüfen.

Um Füllwörter zu finden und entfernen kannst du hier

http://www.letter-factory.com/elektorat.php?s=70d2797237c135fa723790d27356ecaf

deinen Text eingeben.

Liebe Grüße

fancy


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Enrico
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BeitragVerfasst am: 27.03.2013 04:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey ihr Beiden,

danke noch mal für eure Tipps, den Prolog werde ich noch mal einfügen und ihn als verbesserte Version zitieren. Die Version kannte ich bisher noch nicht. Am Text habe ich mit dem verlinkten Programm versucht zu feilen, ich denke aber da sind noch ein paar Sachen drin, nur finde ich das selbst jetzt nicht mehr. Ich glaube der Text muss erst einmal ein bisschen Ruhen. Ich habe ihn in den letzten Wochen so oft überarbeitet.
Das Programm habe ich mir auf jeden Fall gespeichert^^. Ist immer gut so etwas zu haben. Ich denke ich werde da auch die folgenden Kapitel durchjagen, bevor ich sie hier präsentiere. Ich werde jetzt auch einfach mal einen Doppelpost riskieren, damit ich den Prolog dann allein beim Zitieren stehen habe.

Mfg. Enrico
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Enrico
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

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Wohnort: Limbach-Oberfrohna (Sachsen)


BeitragVerfasst am: 27.03.2013 04:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Prolog

Sein Tritt trifft erneut meinen Oberkörper und nimmt mir den Atem. Die Beine habe ich eng an den Körper gezogen, die Arme schützend um den Kopf geschlungen, doch die Wucht kann ich damit nicht dämpfen. Ich stöhne gequält und unterdrücke mit aller Gewalt einen Aufschrei. Er soll kein Zeichen der Schwäche von mir hören.
Wieder traktiert sein Fuß meinen Oberkörper und presst die Luft aus meiner Lunge. Tränen schießen mir unweigerlich in die Augen. Mein Magen zieht sich zusammen. Ich ringe nach Atem, während mir die Übelkeit die Kehle hinauf kriecht. Ein stechender Schmerz durchbohrt meine Rippen und dringt bis in die Eingeweide. Ich beginne zu röcheln und muss husten. Blut sammelt sich in meinem Mund, es wird mehr und mehr. Ich kann den Brechreiz nicht länger unterdrücken und übergebe mich. Dieses feige Schwein! Ich liege am Boden und rühre mich nicht mehr. Was will er noch? Er kann aufhören damit. Ich bin längst keine Bedrohung mehr!

Er umkreist mich lauernd. Seine Schritte hämmern in meinem schmerzenden Kopf. Ihr Echo wird von den Wänden der Fabrikhalle zurückgeworfen. Wenn ich nur meine Pistolen finden könnte, um diesen Dreckskerl zu erschießen! Irgendwo, ganz nah, müssen sie liegen. Warum zum Teufel kann ich sie nicht finden? 

Wieder spüre ich seinen Tritt. Ein blitzartiger Schmerz überzieht meinen Rücken und lässt mich röcheln. Ich beiße die Zähne noch fester aufeinander bis sie anfangen zu knirschen. Schweiß und Blut strömt mir die Stirn hinab und trübt meine Sicht. Mit zitternden Fingern suche ich den kalten Betonboden nach meinen Waffen ab. Ich werde nicht fündig. Ich will nicht sterben. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht durch ihn.

Er geht vor mir in die Hocke. Ich spüre seinen durchbohrenden Blick auf mir.
“Viel Spaß in der Hölle, bestelle Denijel schöne Grüße von mir. Er wird sich freuen seinen Mörder wiederzusehen“, meint er mit Genugtuung in der Stimme. Mir dringt der herbe Duft von Moschus in die Nase. Dieser Dreckskerl kann mich mal! Sein Kumpel hat es nicht anders verdient. Ich sammele das Blut und den Speichel im Mund und will ihm das Gemisch ins Gesicht spucken, in diesem Moment erhebt er sich. Er verlässt die Stelle an der ich liege und läuft auf die große Tür zu. Verwirrt sehe ich ihm nach. Seine hünenhafte Gestalt hebt sich deutlich vor den großen Fenstern ab, durch die spärlich das Licht der Straßenlaternen fällt. Will er er gehen, ohne mich umzubringen? Das passt nicht zu ihm.

Er nimmt einen Kanister vom Boden und schraubt ihn auf. Der beißende Gestank von Benzin dringt bis zu mir. Augenblicklich sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare, Panik  überzieht meinen Körper mit einer Gänsehaut.
Ich weiß, wie gnadenlos der Chef der Red Dragons ist. Auf diesen Moment wartet er seit fünf Jahren. Mein Körper spannt sich an, meine Muskeln beginnen zu beben. Die Todesangst gibt mir neue Kraft. Ich versuche mich aufzurichten. Mit aller Gewalt stemme ich Hände und Knie gegen den Boden.

Ich sehe, wie Michael sich ein weiteres mal bückt. Er richtet sich auf, zielt und drückt ab. Ein heftiger Schlag trifft meine Schulter und wirft mich zurück auf den Boden. Ich schreie laut auf, während sich ein unerträgliches Brennen durch meinen Oberkörper zieht. Mit der Hand taste ich nach der Wunde. Warmes Blut rinnt mir wie Wasser über die Finger. Die Kugel hat das Schulterblatt durchschlagen. Dieses Schwein! Ich habe den blechernen Klang des Schusses erkannt. Es ist meine eigene Pistole, mit der er auf mich geschossen hat.
Mir wird eiskalt. Ich zitter am ganzen Körper. Der Raum beginnt sich zu drehen. Der Schwindel wandelt sich in Brechreiz. Ich übergebe mich noch einmal.

Er verschüttet das Benzin auf den Boden. Die stinkende Flüssigkeit verteilt sich im Raum. Ich will nicht sterben. Warum tust du nichts? Wieso greifst du nicht ein? Unternimm endlich etwas, bevor wir beide elendig verbrennen!

Das metallene Klicken eines Sturmfeuerzeugs jagt mir einen eisigen Schauer über den Rücken. Bedrohliche Stille, dann schlägt es auf den Boden auf. Das Benzin entzündet sich. Die Flammen leuchten die Halle aus und werfen bedrohliche Schatten an die Wände. Ich bin von dem plötzlichen Licht geblendet. Die Schritte von Michael entfernen sich. Ich merke kaum, dass er geht.
Meine Augen brauchen einen Moment, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Erst jetzt kann ich dich klar sehen. Du bist mit Handschellen an die Heizung gekettet. Dein Gesicht ist blutüberströmt. Du kannst kaum die geschwollen Augen offen halten. Ich sehe Angst und Panik in ihnen, doch nicht um dein Leben, sondern um meines.

Die Flammen suchen sich ihren Weg zu mir. Sie fressen sich durch den Stoff der Hose und schlagen sich, wie die Klauen eines wilden Tieres, in mein Fleisch. Ich brülle mir den Schmerz aus der Kehle und versuche vergeblich vor der Bestie davon zu kriechen ...


“Enrico, he Enrico! Man, du schlägst schon wieder um dich … wach auf!”
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Grendel
Schreiberling


Beiträge: 239

Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 27.03.2013 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ich nehme mir jetzt einen beliebigen Abschnitt (nicht ganz beliebig, ich habe mir einen kurzen ausgesucht  Wink ) auseinander:

Zitat:
Er nimmt einen Kanister vom Boden und schraubt ihn auf. Der beißende Gestank von Benzin dringt bis zu mir ("dringt bis zu mir" lässt den Gestank zielgerichtet handeln, der Protagonist könnte Benzin auch riechen - oder wenn der Gestank oder die Dämpfe handeln, dann könnten sie sich ausbreiten, das ist ziellos. Wenn der Geruch so schnell beim Protagonisten ist, muss er die Nase fast am Kanister haben. Benzin hat zwar viele flüchtige Bestandteile, aber nur vom Kanister aufschrauben riecht man das nicht weit. Wenn es breitflächig ausgeschüttet wird, ist das anders.). Augenblicklich (Augenblicklich ist ein typisches Füllwort. Versuch es mit "Mir sträuben ..." und überlege, ob dem Satz dann etwas fehlt. Fehlt ihm nichts, kannst Du es weglassen.) sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare, Panik überzieht meinen Körper mit einer Gänsehaut. (Panik überzieht erstmal nichts. Panik hat er oder er ist in Panik, die Panik handelt nicht, steht nicht daneben und lässt Gänsehaut tropfen, wie Schokoladenguss beim Kuchen. Dann ist es die zweite Reaktion an der Haut, das Haaresträuben ist auch ein "Hautgefühl", von daher eine Wiederholung. Brauchst Du eine zweite Reaktion? Wenn ja, sollte es eine sein, die sich deutlich von der ersten unterscheidet, einen neuen Aspekt einführt. Wenn ich den Abschnitt lese, denke ich allerdings, dass Du auch mit den Nackenhaaren auskommst. Wobei Du mit bedenken solltest, dass gesträubte Nackenhaare ziemlich klischeebehaftet sind. Wenn Du also etwas Originelleres findest, ersetze sie.)
Ich weiß, wie gnadenlos der Chef der Red Dragons ist. (Die Überlegung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem der Erzähler verletzt am Boden liegt und darauf wartet in Flammen aufzugehen. Nicht sehr glaubhaft. Weder die untergeschobene Information, dass der Angreifer Chef einer Gang ist, noch dieses "Ich weiß". Versetz Dich in jemanden, der in Panik ist. Allenfalls kommt da noch "Scheiße, der will mich abfackeln.") Auf diesen Moment wartet er seit fünf Jahren. (Auch hier, Information an einer Stelle, an der sie in einem panischen Geist nicht in der Form auftaucht. Du schreibst aus der Perspektive eines Ich-Erzählers. Da ist es sehr schwierig, Hintergrundinformationen glaubhaft einzuflechten. Ein auktorialer Erzähler könnte und dürfte das an dieser Stelle ohne weiteres. Der Ich-Erzähler muss, um glaubhaft zu bleiben, immer berücksichtigen, was die Figur in diesem Moment denken und fühlen könnte.) Mein Körper spannt sich an, (Wenn es sehr eng wird, kann es von Vorteil sein, die Sätze sehr kurz zu fassen. Kürzere Sätze - höheres Tempo) meine Muskeln beginnen zu beben. (Anspannen - beben? Vielleicht doch besser zittern. Beben verbinde ich bei körperlichen Reaktionen zum Beispiel mit bebenden Schultern, wenn jemand weint. Das unkontrollierte Zittern, wenn Muskeln überlastet sind, würde ich nicht als Beben bezeichnen. Das Zittern würde ich allerdings auch hinter den Versuch sich aufzurichten platzieren.) Die Todesangst gibt mir neue Kraft. (Würde jemand denken, dass die Todesangst ihm neue Kraft verleiht, oder ist das nicht doch eher eine Beobachtung von außen?) Ich versuche mich aufzurichten. Mit aller Gewalt (Mit aller Gewalt hattest Du schon im ersten Absatz. Eines von beiden solltest Du entweder weglassen oder umformulieren.) stemme ich Hände und Knie gegen den Boden.


Das sind die Dinge, die mir auffallen, wenn ich aufmerksam lese. Die müssen für Dich nicht richtig sein. Deshalb habe ich es vermieden, Dir fertige Umarbeitungen anzubieten. Es soll nur ein Denkanstoß sein.

LG
Grendel
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Scriba
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 16



BeitragVerfasst am: 03.04.2013 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Enrico,

deine Erzählung hat mich gleich von Anfang an gefesselt. Aber wie Grendel störe auch ich mich ein wenig an deinen Hintergrundinformationen, die du zu einem Zeitpunkt in die Geschichte einfließen lässt als dein Ich-Erzähler sich in Todesangst befindet. Sind diese Informationen überhaupt notwendig?

Ein paar sprachliche Kleinigkeiten schwächen m. E. die Wirkung etwas ab. Du schreibst:

Zitat:
Mit zitternden Fingern suche ich den kalten Betonboden nach meinen Waffen ab. Ich werde nicht fündig.


Mit „Ich werde nicht fündig“ kann ich mich gar nicht anfreunden. Das klingt mir in der Situation zu lahm. Wie wär’s mit „Vergeblich." oder "Umsonst."?

Du schreibst:

Zitat:
Viel Spaß in der Hölle, bestelle Denijel schöne Grüße von mir. Er wird sich freuen seinen Mörder wiederzusehen“, meint er mit Genugtuung in der Stimme.


„meint“ ist mir definitiv zu schwach. Vielleicht: „höhnt er, Genugtuung in der Stimme“ oder auch nur: „höhnt er mit Genugtuung“ oder auch nur „verhöhnt er mich“?

Vielleicht fällt dir selbst ja noch was Besseres ein. Ich behaupte nicht, es besser zu können. Es sind nur Dinge, über die ich beim Lesen gestolpert bin  Smile

Viele Grüße

Scriba
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