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[1] Vom Verbot der Farben

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 03/2013
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Autor Nachricht
Nemo
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 34
Beiträge: 976
Wohnort: Dresden
Pokapro 2016 Pokapro III & Lezepo I
Postkartenprosa II


BeitragVerfasst am: 17.03.2013 19:00    Titel: [1] Vom Verbot der Farben eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Was half es, auf den Wind zu schimpfen? Finnian selbst hatte das Fenster geöffnet und trug Schuld, dass eine Böe durch das Büro stürmte und Sinas graue Blütenproben vom Tisch fegte, auch die schwarzen und weißen. Er eilte herbei, um beim Aufheben zu helfen. Da bemerkte er, dass ihr vor Ärger das Blut zu Kopfe geschossen war und ihre Wangen rötete. Seit die Gebieterin die Farben verboten hatte, war Rot selten geworden. Es überraschte ihn, besonders auf Sinas Haut, die in gewöhnlichem Staubgrau schimmerte, aber im allgegenwärtigen Schatten der planetaren Smogschale sich die Zartheit erhalten hatte. Finnian schwitzte in der Uniform und erschrak vor seinem aufglühenden Begehren, das er als ekelhaft animalisch empfand, eines Zuchtmenschen der dritten Evolutionsebene völlig unangebracht. Die Gebieterin hatte recht, alle Farben zu verbieten. Ein leichtes Leuchten nur, dachte er, und schon habe ich einen emotionalen Defekt. Hoffentlich war niemandem aufgefallen, wie er Sina anstarrte. Sie las die Blütenblätter vom Boden auf, während er sich der Regungen schämte, die dieses Rot in ihm wachrief.

Er verließ das Fakultätsgebäude, Arbeiter schwirrten auf den Straßen, die Wissenschaftler aus dem Brutareal hatten Schichtwechsel. Irgendetwas in ihm war zerbrochen beim Anblick von Sinas verfärbtem Gesicht: Das Vertrauen in seine elitäre Genetik bröckelte unter den Meißelschlägen eines steinzeitlichen Reflexes, seines Herzens. War ihm das erlaubt? Plötzlich, als er die Schlüsselkarte seines Gleiters zückte, flatterte ein roter Falter aus der Dämmerung und setzte sich auf seine Hand. Waren diese bunten Viecher nicht ausgerottet? Er hat gerochen, dass du fühlst, schoss es Finnian durch den Kopf. Aus Angst, das Tier könnte ihn verraten, schlug er es tot. Dabei platzte es auf und färbte seine ganze Hand, als hätte er in Korrekturtinte gefasst. Ich bin der Fehler, dachte er.

Er jagte mit dem Gleiter die Schnellsphäre entlang. Nur fort, alleine sein, bis alles mit Abstand sich richten könnte. Da klatschte etwas auf die Windschutzscheibe, flackerte wie ein Funke. Ein weiteres Mal! Und immer wieder. Eine rotfleckige Wolke umnebelte den Gleiter, bis ihn etwas zur Erde drängte. Sicherlich die Stoppschaltung durch einen Streifengleiter. Jetzt bekomme ich meine Strafe. Gleich nach der Landung sprang die Fahrertür auf und jemand zerrte ihn heraus. Ein Krieger richtete die Waffe auf ihn. Ich werde gelöscht! Ein Schuss knallte und er kippte um wie ein sturmgeknickter Observationsobelisk.

„War das der Richtige?“, fragte der Krieger seinen Kollegen. „Der sieht nicht aus wie ein ausgebüxter Sträfling.“
Der andere Krieger trat an den Gleiter und spielte mit dem Zeigefinger an einem der sterbenden Schmetterlinge, die den Gleiter mit ihren Körpern färbten. „Klar! Diese Markierungsdrohnen sind spitze. Nur manchmal etwas windanfällig.“
„Und wenn er’s nicht war?“
„Ach!“ Er zuckte mit den Schultern. „Was hilft es, auf den Wind zu schimpfen?“

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Beobachter
Autor


Beiträge: 736



BeitragVerfasst am: 18.03.2013 13:21    Titel: Antworten mit Zitat

Yup, hat mir gefallen. Innerhalb von 450 Worten eine Dystopie zu schaffen mit eigenen Kasten, ist schon eine Leistung. Man ist gleich drin, dein Text lässt sich flüssig lesen, fremd ist er definitiv auch und plötzliche Unstimmigkeit lässt sich bemerken. Schöne Sache!

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Stil ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt.
- Jean Cocteau
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holg
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1427
Wohnort: knapp rechts von links
Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 18.03.2013 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner Anfang, schnöder Schluss.
SF-Pleasantville, sprachlich schön und gut zu lesen beschrieben, die Unstimmigkeit die plötzliche Romanze, der angenommene eigene Defekt. Die Auflösung, das jähe, völlig unromantische Ende kann ich nur mit der Wortbegrenzung entschuldigen.

Der Bruch ist mir zu stark um eine gute Pointe abzugeben.

holg


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Froh zu sein bedarf es wenig.
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KeTam
Geschlecht:weiblichUngeduld

Alter: 44
Beiträge: 6759

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 18.03.2013 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich steck jetzt etwas in einem Dilemma. Ich mag das Genre nicht, es sagt mir schlicht nicht zu. Dafür kannst du natürlich nichts.
Deine Schreibe liest sich auf jeden Fall gut und die Idee mit den verbotenen Farben gefällt mir auch. Nur sehe ich leider keine Unstimmigkeit. Dein Protagonist fühlt zum ersten mal etwas "animalisches", aber er ist sich dessen sofort bewusst, weiß, was mit ihm nicht stimmt.
Meine Interpretation von einer Unstimmigkeit trifft das nicht. Sorry.
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Paradigma
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 50
Beiträge: 1087
Wohnort: Östlich von Westfalen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 18.03.2013 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hier haben wir einen Text, der einen Einblick in eine fremde Welt bietet, ohne den Leser zu verwirren. Ja, die Welt ist völlig anders, aber ich erfasse sie mühelos durch die Gedanken und Handlungen des Protas. Die Sprache ist klar und direkt, Bildhaft ohne blumige Übertreibungen und überkandidelte Allegorien.

Sehr gerne gelesen.


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Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.

William Faulkner
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fancy
Geschlecht:weiblichSchmuddelkind

Alter: 60
Beiträge: 3504
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 19.03.2013 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr interessant. Mal etwas ganz anderes. Später mehr.

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Wenn Kritiker uneins sind, befindet sich der Künstler im Einklang mit sich selbst. (Oscar Wilde)
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ceyx
Schreiber-Lehrling


Beiträge: 90



BeitragVerfasst am: 19.03.2013 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ein Text den ich verstehe. Das ist hier nicht selbstverständlich.
Mir gefällt die Idee. Sehr gut geschrieben und trotz des kurzen Textes hatte ich ein Bild der Szenerie vor Augen.
Irgendwie musste ich an "Fahrenheit 451" denken, keine Ahnung warum.

Einziger Kritikpunkt: Der Perspektivwechsel im letzten Absatz gefällt mir nicht.

Aber alles in allem sehr gerne gelesen und für mich einer der besten Beiträge bei diesem Wettbewerb.

LG
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Grendel
Schreiberling


Beiträge: 239

Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 19.03.2013 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Bewerten werde ich erst ganz zum Schluss. Hier zunächst mein Eindruck von Deiner Geschichte:

Sprachlich ist das sauber gearbeitet. In der Welt dieser Gebieterin scheinen Gefühle ebenso wie Farben verboten zu sein. Damit die Smogglocke nicht auffällt? Oder damit die Drohnen ihr Ziel auffälliger kennzeichnen können? Wenn ich dieses Grundgerüst akzeptiere, ist das Aufflammen der Wangenröte eine durchaus bedeutende Unstimmigkeit. Wenn das Auge keine Farbe gewohnt ist und plötzlich eine sieht, wird sich der Blick darauf heften. Wie bei dem ersten Grün, das im Frühling zum Vorschein kommt. Rot ist darüber hinaus eine Signalfarbe. Das Setting lässt sich ohne Weiteres verstehen, auch wenn die Hintergründe nicht erläutert werden. Ich betrachte es als Science Fiction, auch wenn ich mir nur schwer vorstellen kann, wie man Farben von einem ganzen Planeten verbannen könnte.

Gruß
Grendel
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Berti_Baum
Dichter und Denker


Beiträge: 1677
Wohnort: Immerheim


BeitragVerfasst am: 20.03.2013 07:00    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht schlecht! Wirklich nicht schlecht. Allein die SF-Geschichte hebt sich positiv ab. Sicher erzählt, die Sprache ist angenehm, ohne spektakulär zu sein. Ich finde, das ist eine runde Geschichte. Hat mir sehr gut gefallen und wird von mir bei den oberen Rängen befedert.

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Der Junge, der Glück brachte (Jugendbuch/2013)
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kingkaiser
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 44
Beiträge: 131
Wohnort: Bonn


BeitragVerfasst am: 20.03.2013 14:31    Titel: Antworten mit Zitat

Bei jedem Lesen gefällt mir dieser text interessanterweise besser, liegt vielleicht an den tollen Formulierungen, obwohl ich über den Observationsobelisken noch nachgrübele.

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ALF
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Eredor
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 20.03.2013 15:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wirklich toll, deine Geschichte. Vor allem das Ende drückt noch mal richtig, das ist mir sieben Federn wert.

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- Lütfiye Güzel
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Zauberstift
Geschlecht:weiblichHonigkuchenpferd

Alter: 40
Beiträge: 471



BeitragVerfasst am: 20.03.2013 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

War er jetzt gelöscht, oder nicht? Wenn ja, hast du einen Perspektivwechsel drin, das irritiert. Themenvorgabe umgesetzt. Wobei ich den Umgang mit der Unstimmigkeit nicht wirklich entdecken kann. Plot/ Pointe: im Mittel.
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Piratin
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 54
Beiträge: 2438
Wohnort: Mallorca
Ei 2


BeitragVerfasst am: 21.03.2013 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

es gelingt Dir in wenigen Worten eine stimmige Welt zu erschaffen. Lediglich am Ende stört mich die Verbindung von "Markierungsdrohne" und "sterbendem Schmetterlin". Wenn die Schmetterlinge die Drohnen sind, dann können sie nicht sterben. Schön finde ich den Bogen vom Wind zu Beginn, bei dem schimpfen nicht hilft, zum Wind am Ende, auf den man wieder nichts zu erwarten hat, wenn man schimpft.
Gerne gelesen,
LG, Piratin


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Das größte Hobby des Autors ist, neben dem Schreiben, das Lesen.
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 21.03.2013 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

Beim ersten Lesen dachte ich, eine fantasievolle Geschichte, von einem sehr jungen User geschrieben und nicht schlecht geschrieben. Aber irgendetwas stimmt nicht ganz und das ist mir beim zweiten Lesen bewusst geworden.
Zitat:
Was half es, auf den Wind zu schimpfen? Finnian selbst hatte das Fenster geöffnet und trug Schuld, dass eine Böe durch das Büro stürmte und Sinas graue Blütenproben vom Tisch fegte, auch die schwarzen und weißen.

Wer schimpfte hier auf den Wind? Finnian ist für mich zunächst ganz weit weg, um mich im nächsten Moment mit seinen tiefsten Gefühlen zu konfrontieren. Aber irgendwie habe ich immer eine Distanz zu ihm.
Ich habe überlegt, woran das liegen mag. Folgender Satz zeigt mMn wodurch das kommt.
Zitat:
Finnian schwitzte in der Uniform und erschrak vor seinem aufglühenden Begehren, das er als ekelhaft animalisch empfand, eines Zuchtmenschen der dritten Evolutionsebene völlig unangebracht.

Das passt irgendwie für mich nicht zusammen. Diese starken Gefühle und dann der Zuchtmensch.
Sollte das die Verfremdung als Stilmittel sein, habe ich überlegt.

Ich will jetzt nicht sagen, dass mir die Geschichte nicht gefällt, aber ich stolpere ein wenig durch sie. Auch über einen solchen Satz.

Zitat:
Nur fort, alleine sein, bis alles mit Abstand sich richten könnte.
Das Ende mit dem Perspektivewechsel finde ich nicht so gelungen. Ich muss aber dazu sagen, dass es mich grundsätzlich stört, wenn eine Geschichte aus der Perspektive desjenigen begonnen wird, der dann stirbt und fortgesetzt wird mit denen die ihn getötet haben.

Für mich ist die Geschichte gutes Mittelmaß, alleine schon wegen der guten Idee.


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„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
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Hardy-Kern
Kopfloser

Alter: 69
Beiträge: 4948
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 21.03.2013 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Da klingt sehr utopisch, nicht schlecht. Aus diesem maximalen Surrealismus kann man bestimmt was machen.
Mal was anderes, trifft das Thema exakt.

Hardy
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fancy
Geschlecht:weiblichSchmuddelkind

Alter: 60
Beiträge: 3504
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 21.03.2013 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Diese graue Welt gefällt mir nicht, daher bin ich mit dem Ende auch einverstanden.  Laughing

Sieben Federn von mir.


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nothingisreal
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4358
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 21.03.2013 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko/a!

Als einem absoluten SF-Fan konnte mir der Text nicht nicht gefallen.

Allerdingst habe ich an ihn so einiges auszusetzen: Es ist typisches SF. Nichts Neues. Ich habe zwar noch keine Geschichte über Verbot der Farben gehört - ja. Aber alles andere ist schon da. Elite Gene, Sphären, Gleiter, Gebieter mit ihren seltsamen Ideen, Genmanipulationen. Etc.
Deine Wortwahl und Satzbildung fand ich unheimlich schwer zu lesen. Selbst für einen SF. Ich schreibe selbst in den Bereich, versuche jedoch so zu schreiben, dass man auch ohne ein klarer Fan davon zu sein, es lesen kann und will. Ich kann davon ausgehen, dass hier so manch einer, deine Geschichte schlechter bewertet, weil er eben kein SF-Fan ist.

Was ich an deiner Geschichte sehr schön fand, ist die Idee mit den Schmetterlingen. Eben dieses Paradox. Alle Farben sind verboten, ich stelle mir eine raue, graue Welt vor. Und dann die roten Schmetterlinge, etwas wunderschönes, zerbrechliches, das aber eine Vorahnung vor dem Tod ist smile Hat mir sehr gefallen.

Liebe Grüße.


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"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
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Fao
wie Vendetta

Alter: 28
Beiträge: 2487



BeitragVerfasst am: 22.03.2013 07:59    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist gewagt, soetwas kann schnell schief gehen; ich meine diese Art von Geschichten, hier Sience Fiction / Utopie, weil der Leser recht viel Hintergrund Information braucht (Aufbau der Welt, die Strukturen etc..) und das ist auf kleinen Raums schwierig. Du, lieber Autor, bekommst es aber hin. Es funtioniert, weil die Wörter so gewählt sind, dass sie das Kopfkino anknipsen und der Leser selbst vieles dazuaddiert.
Schöne Ellipse am Ende, ich hätte den ersten Satz aber auch im Präsens gehalten.
Die Gedanken des Protagonisten haben mich ein wenig gestört, vielleicht weil sie nicht vom Rest abgehoben sind.
Am Ende war ich mir zunächst nicht ganz sicher. Schmetterlinge, Drohnen... ein wenig geht dann der Hauptkonflikt (Gefühle, die anscheinend in dieser Welt nicht erwünscht noch erlaubt sind) auch verloren...
Aber gefällt mir insgesamt sehr gut.

Sprache&Stil:  7 Federn.
Inhalt&Handlungsstrang:  8 Federn.
Umsetzung der Themenvorgabe: 7 Federn.


7 + 8 + 7 / 3 = 7 Federn.

Bewerung im Vergleich (+/- ein bis zwei Federn)[/quote]
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Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen Skype Name
Jenni
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3874

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 22.03.2013 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir sehr gut. Originelle Idee, konsequent umgesetzt, sehr schön erzählt, feines Ende.  Daumen hoch
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Sun Wukong
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 39
Beiträge: 464

Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 22.03.2013 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, eine Sci-Fi Dystopie, bis auf Western scheint hier wirklich alles vertreten. Schönes Bild mit den Blütenproben.  Nur die Auflösung mit den Markierungsdrohnen – wenn die "Krieger" für die "Gebieterin" arbeiten, dürfen sie also noch mit Farbe arbeiten oder wie? Ingesamt wirft die Situation viele Fragen auf. Aber ansonsten solide gemacht.
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Elias Struten
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 56
Beiträge: 82



BeitragVerfasst am: 23.03.2013 03:27    Titel: Antworten mit Zitat

Eine schöne Idee, nicht aufregend, aber genügend absurd, um mir zu gefallen.
Zitat:
… eines Zuchtmenschen der dritten Evolutionsebene völlig unangebracht.
da hakt es bei mir, dabei geht für mich die Wirkung verloren.  
Ein Herz als steinzeitlichen Reflex zu bezeichnen, fiele mir nicht ein. Auch im Nachhinein passt es für mich nicht.

Schön hingegen ist der erste = letzte Satz.
So etwas mag ich sehr
Elias
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Gast







BeitragVerfasst am: 24.03.2013 17:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo smile

Ein Krieger und sein Kollege. smile Eine eigentlich recht dramatische Zukunfts/Fantasy-Geschichte, wenn man es inhaltlich betrachtet. Es kommt aber wenig an von dieser Dramatik, mich zumindest lässt das alles ziemlich kalt. Falls das als LeseEffekt nicht beabsichtigt sein sollte, solltest du vielleicht noch mal darüber nachdenken, wie man einen solchen Text mit einer gewissen Spannung versehen könnte.
 
Grüsse von Lorraine
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