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[1] Melancholica

 
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Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 03/2013
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Zauberstift
Geschlecht:weiblichHonigkuchenpferd

Alter: 42
Beiträge: 471



BeitragVerfasst am: 17.03.2013 20:00    Titel: [1] Melancholica eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Melancholica
 
Esther legte das Kohlestück beiseite und betrachtete die wenigen Striche auf der Leinwand. Plötzlich strich ein kühler Luftzug über ihren Nacken. Die Schatten wuchsen, um schließlich das Sonnenlicht gänzlich zu verschlucken. Mit ungläubigem Blick schaute sie über ihre Schulter durch das geöffnete Fenster. Vorbei war es mit ihrer Konzentration, die Stimmung dahin. Dumpf hörte sie Glas zersplittern, jemand schrie, dann war es still.

Du bist wieder da. Eingehüllt in deinem Mantel aus Taubheit und Kälte. Aber diesmal lasse ich mich nicht von dir umarmen, diesmal nicht.

Bedächtig nahm Esther sich das Tuch vom Kopf, raffte ihren Rock hoch und stieg die Holztreppen hinunter. Irina lag im Salon auf dem Canapés neben der Anrichte, und Mephisto, das nervöse Windspiel, leckte ihr Blut auf. Ein Luftstoß fuhr durch die weit geöffnete Terrassentür herein, liess die zusammengeschobenen Vorhänge hart flattern, wie eine Drohung.

Warum tust du das? Reicht dir meine Traurigkeit nicht mehr?

Esthers Ohnmacht verwandelte sich in Wut. Die Hände zur Faust geballt, zitternd am ganzen Körper, jagte sie Mephisto hinfort. "Steh auf!", herrschte sie Irina an. Die Zofe wimmerte, doch schliesslich gelang es ihr, sich an der Lehne hochzuziehen. "Beseitige das Geschmier und währenddessen kannst du dir Gedanken machen, warum du das getan hast."
Natürlich wusste Esther, weshalb Irina sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Bis jetzt dachte sie, dass nur sie Melancholica sehen konnte.

Schwarze Seele, soweit gehst du schon. Breitest dich aus, wie Tinte in Löschsand.

Trommelnde Hufe kündigten Vaters Steuereintreiber an. Esther ging hinaus in den Hof, vielleicht gab es Neuigkeiten aus dem Dorf. Während Arthur sein Ross zum Stall führte und es dort dem Burschen übergab, beobachtete sie sein Gesicht. In wenigen Augenblicken verzog es sich zu einer steinernen Maske. Sie ließ ihn gehen, ohne ihn auszufragen. Gegenüber galoppierten die Stuten über die Weide, blähten die Nüstern und schlugen gegeneinander aus. Frustriert kehrte sie in den Salon zurück. "Ich bin fertig, Herrin", flüsterte Irina mit scheu niedergeschlagenen Augen. "Nun?", fragte Esther ungeduldig. "Ich muss eingeschlafen sein, bitte entschuldigt." Argwöhnisch nahm sie Irinas Hände und starrte auf die Unterarme. Sie waren unverletzt. Esther drehte auf dem Absatz um und ging entschlossen in ihr Atelier zurück. Der schwere Geruch von Ölfarben und Terpentin beruhigte sie ein wenig.

Du versuchst mich zu täuschen? Deine Zeit ist abgelaufen, du kriegst mich nicht. Niemanden aus dem Gutshaus.

Jetzt flog ihre Hand über die Leinwand, ab und zu fiel ein Kohlebröckchen zu Boden. Sie musste sich beeilen, bald würde es dunkel werden. Als Melancholica endlich auf die Leinwand gebannt war, gaben die Wolken den untergehenden Glutball frei. Vor Erleichterung zerrte sie sich die Kleider vom Leib und genoß die letzte Abendwärme durch das offene Fenster. Dann sprang sie.

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adelbo
Geschlecht:weiblichReißwolf


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 18.03.2013 16:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe vermutet, dass ich auf solche Geschichten stoßen werden und siehe da, hier ist eine.

Normalerweise nicht mein Thema, aber ich muss sagen, das hier ist interessant, wobei ich noch nicht so ganz dahinter steige. Mephisto das nervöse Windspiel, ist das ein Hund? Was soll er darstellen, Mephisto der mit wem einen Pakt hat?
Warum hat die Kammerzofe sich die Pulsadern aufgeschnitten?

Vor allem hätte mich interessiert, was hat Esther zu Beginn gemalt, bevor ihre Stimmung umschlug, bevor die Schatten über sie fielen.
Ganz verstehen tue ich die Geschichte nicht. Verfremdet ist die Handlung, das plötzliche Ereignis, das Auftauchen der Trauer oder die Einbildung des Selbstmordversuches?
Ein wenig liest sich für mich der Text, wie die Gedankenwelt einer Frau mit schweren Depressionen, in denen Vorstellungen dann letztendlich zum Freitod führen.
Aber was will die Geschichte mir sagen? Die Angst, die Unfähigkeit zu Leben, führen zu einer Verfremdung der Person Esther?


_________________
„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
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Paradigma
Geschlecht:weiblichReißwolf

Alter: 52
Beiträge: 1087
Wohnort: Östlich von Westfalen
Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 18.03.2013 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Gut geschrieben, sehr dichte Erzählung. Das Ende poetisch und - ja, melancholisch.

_________________
Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.

William Faulkner
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Grendel
Geschlecht:weiblichEselsohr

Alter: 57
Beiträge: 244



BeitragVerfasst am: 19.03.2013 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

Bewerten werde ich erst ganz zum Schluss. Hier zunächst mein Eindruck von Deiner Geschichte:

Die Grundidee, eine Erscheinung in einem Gemälde im wahrsten Wortsinn festzuhalten und damit zu bannen, finde ich gar nicht schlecht. Auch sprachlich ist das gut gelungen.

Allerdings gehört diese Geschichte hier zu den wenigen, bei denen ich mich frage, worin nun die plötzliche Veränderung besteht. Der plötzliche Windhauch kann es nicht sein, der kündigt ja nur etwas an, was der Ich-Erzählerin bekannt ist. Melancholica? Hm, die ist ihr schon lange bekannt. Die Änderung bestünde also in der Lösung, in dem Festhalten? Das ist mir etwas schwach als Umsetzung. Unstimmig ist eine Geistererscheinung natürlich schon. Genauso wie eine einsetzende Depression, die Melancholie, die sich ja auch als schwarze Galle oder war es die Leber, festhalten ließe. Hier ist sie, vermittelt durch das Wetter personifiziert. Das wiederum gefällt mir gut. Was mich noch irritiert, ist, dass die Erzählerin der Zofe befiehlt aufzustehen und die Schweinerei zu beseitigen, als sie noch gar nicht weiß, dass die Verletzung nicht vorhanden ist. Mit aufgeschnittenen Pulsadern putzen?

Gruß
Grendel
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Zauberstift
Geschlecht:weiblichHonigkuchenpferd

Alter: 42
Beiträge: 471



BeitragVerfasst am: 19.03.2013 14:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannt... Was ist das für ein wirres Zeug ? Ist das Weib wahnsinnig ?
Es soll sich wahrscheinlich um Depressionen drehen, aber so wie du das beschrieben hast, merkt das eh keiner. Ist ja nicht jeder so schlau wie ich. Razz
Leider nur unteres Drittel.
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Eredor
Geschlecht:männlichDichter und dichter

Moderator
Alter: 29
Beiträge: 4698
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Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 19.03.2013 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin beeindruckt. Ich bin zwar auch leicht zu beeindrucken, aber was soll's. Sieben Federn!

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"vielleicht ist der mensch das was man in den/ ersten sekunden in ihm sieht/ die umwege könnte man sich sparen/ auch bei sich selbst"
- Lütfiye Güzel
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fancy
Geschlecht:weiblichSchmuddelkind

Alter: 62
Beiträge: 3682
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 19.03.2013 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht jede Geschichte hat ein Happy End. Dennoch hätte ich lieber gelesen, wie Esther die Melancholie besiegt. Aber das ist Geschmackssache.

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Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)
Meinungsverschiedenheiten über ein Kunstwerk beweisen, dass das Werk neu, komplex und lebenswichtig ist. (Oscar Wilde)
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Berti_Baum
Reißwolf


Beiträge: 1682
Wohnort: Immerheim


BeitragVerfasst am: 19.03.2013 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Damit kann ich nicht wirklich etwas anfangen. Teile des Textes gefallen mir aber ich kapier ihn nicht wirklich. Eine leise Ahnung bleibt, was sich der Autor dabei gedacht hat. Mehr nicht.

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Der Junge, der Glück brachte (Jugendbuch/2013)
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_narrative
Eselsohr


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Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 19.03.2013 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

Inhalt: Zuerst hat es mich an den Kupferstich von Albrecht Dürer erinnert, bis mir eingefallen ist, dass das "Melancholia" heißt. Dann war ich verwirrt. Melancholica klingt etwas sehr nach Kolik.
Hat mir trotzdem gefallen, vom Inhalt her. Ist etwas mystisch. Allerdings ist der Text in meinen Augen nicht ganz , eher ein Sammelsurium aus Handlungsfragmenten.

Umsetzung des Themas: Gelungen.

Stil: Wie oben genannt, gelingt es dir nicht, einen Fluss in den Text zu bringen. Das stört enorm.
Zudem finde ich keinen Zugang zu den meisten deiner Formulierungen, wie bsw. den Pferden, die auf der Koppel herumtoben. Keine Bilder.

Fazit: Nettes Thema, so an sich. Selbstmord, nun gut, nicht so meins, aber Melancholie dafür schon. Dafür finde ich nicht, dass sich die Essenz davon im Text niederschlägt.
Deshalb

3 Federn.

Grüße,
n
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KeTam
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Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 20.03.2013 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt, wie bei mir Bilder entstehen, während ich das lese.
Ich denke, du hast die Vorgabe gut umgesetzt.
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Beobachter
Klammeraffe


Beiträge: 736



BeitragVerfasst am: 20.03.2013 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ähm, ja. Pure Ratlosigkeit, muss ich gestehen. Ist sie depressiv? Leidet sie an Wahnvorstellungen? Und in welchem Jahrhundert spielt das? Spielt das überhaupt eine Rolle oder geht es nur ums Lokalkolorit? Zweifellos routiniert und sauber geschrieben.

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Stil ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt.
- Jean Cocteau
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Piratin
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Beiträge: 2504
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Ei 2


BeitragVerfasst am: 20.03.2013 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ein surreales Geschehen, deren Prota anscheinend Halluzinationen unterliegt - wenn ich es richtig verstehe ... die ihren Ursprung in einer Depression haben. Ist der Titel in Anlehnung an den Film von Lars von Trier gewählt (Melancolia)?.
Einige Sätze finde ich stark: "Du bist wieder da. Eingehüllt in deinem Mantel aus Taubheit und Kälte. Aber diesmal lasse ich mich nicht von dir umarmen, diesmal nicht. "
Andere Sätze "eiern" so ein bißchen: "Esthers Ohnmacht verwandelte sich in Wut."
Auch wenn ich nicht alles im Text verstanden habe, hat er mich berührt. Gerne gelesen,
LG, Piratin


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holg
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Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 21.03.2013 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

gelesen

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Why so testerical?
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fancy
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Alter: 62
Beiträge: 3682
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 21.03.2013 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Trotzdem mag ich solche Storys nicht. Wenn du ein deutscher Autor bist, hast du ein ß auf deiner Tastatur. Nicht jedes wird heute durch ss ersetzt.

Vier Federn von mir.


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kingkaiser
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BeitragVerfasst am: 21.03.2013 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

"Mephisto, das nervöse Windspiel, leckte ihr Blut auf."
Hab ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Ein Windspiel leckt Blut auf? Ich hoffe, ich bin nach Ablauf des Wettbewerbs schlauer, wenn ich die anderen Kommentare hier lesen kann.

Ansonsten frage ich mich, ob das ein RipOff von diesem LarsVonTrier Flim ist, ich hab ihn zwar nicht gesehen, weiß aber dass es um den Planeten Melancholia, Selbstmord und Depressionen geht. Wenns nicht geklaut ist, dann ists okay, ich kann das nicht beurteilen, das mögen Leute die den Film kennen, machen.

Ich stehe vor dem gleichen Problem wie bei einigen anderen Beiträgen: Sprachlich top, Atmosphärisch auch, inhaltlich fühl ich mich beim Lesen ungebildet wie ein Dreijähriger.


_________________
"Das Leben ist eine Krankheit, die tödlich endet."

ALF
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Cheetah Baby
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Alter: 20
Beiträge: 414

Ei 6 Extrem Süßes!
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BeitragVerfasst am: 21.03.2013 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

Die Geschichte ist sprachlich sehr gut geschrieben, und die Ausschmückungen der Sätze haben mir sehr gut gefallen!
Aber ich denke die Idee hätte sich noch einmal überarbeiten
lassen können.
Von mir: 5 Federn

LG Chee


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"Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Wörter weglassen."
~ Mark Twain
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Jenni
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Beiträge: 4090

Das goldene Aufbruchstück Die lange Johanne in Gold


BeitragVerfasst am: 21.03.2013 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee finde ich gut, und der Text hat Potential. Alles müsste nur sanfter, subtiler umgesetzt werden, dann könnte die Geschichte sogar sehr gut sein.

Am Anfang:
Zitat:
Esther legte das Kohlestück beiseite und betrachtete die wenigen Striche auf der Leinwand. Plötzlich strich ein kühler Luftzug über ihren Nacken. Die Schatten wuchsen, um schließlich das Sonnenlicht gänzlich zu verschlucken. Mit ungläubigem Blick schaute sie über ihre Schulter durch das geöffnete Fenster.

Schleichende Unruhe fände ich viel passender als dieses plötzlich/Finsternis/Unglauben.
Und das Ende auch. Im Grunde klasse. Aber einen leisen Abgang stelle ich mir passender vor, als ein melodramatisches Kleider vom Leib reißen und springen.
So mein Gefühl ... Hm.


Also, schon nicht schlecht, könnte aber auch großartig sein. wink
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Sun Wukong
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Beiträge: 464

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BeitragVerfasst am: 22.03.2013 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Oha, es werden Röcke gerafft, das muss ein "Histo" sein. Ein paar Formulierungen fand ich seltsam („das Geschmier“) und manchmal klingt es mehr nach Romanauszug (wenn etwa plötzlich der Steuereintreiber erwähnt wird). Aber nachvollziehen ließ sich die Geschichte gut, obwohl hier viele Informationen nur indirekt gegeben wurden.
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Elias Struten
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Alter: 58
Beiträge: 82



BeitragVerfasst am: 23.03.2013 03:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee mag ich. Obwohl ich sie wahrscheinlich nicht komplett erfassen kann.
Komischerweise finde ich die Aufgabenstellung nicht wieder, hat sich irgendwohin verkrümelt, das kleine, glitschige Scheißerchen. *verschämtzuBodenblick*              

Manche Satzstellung setztest Du konträr zu meinem Sprachgefühl, das lenkte meine Aufmerksamkeit an verschiedenen Stellen – ab? Oder steuertest Du mich ganz subtil? Ich bin mir nicht schlüssig, und doch finde ich Deinen Stil rundum gelungen.

Das brachte mich zu 7 Federn
Elias
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Rainer Zufall
Geschlecht:weiblichKlammeraffe

Alter: 67
Beiträge: 818

Pokapro und Lezepo 2014


BeitragVerfasst am: 23.03.2013 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Also das ist wirklich schön geschrieben. Und den "Ausbruch" einer Krankheit, eines geistigen Zustandes so zu beschreiben, auch das fand ich gut. Mir ist nur das Ende ein wenig zu unklar geblieben. Warum springt sie, was glaubt sie damit zu erreichen?
Trotzdem - gerne gelesen.
Viele Grüße
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Hardy-Kern
Kopfloser

Alter: 71
Beiträge: 4939
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 24.03.2013 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Thema voll ausgeschöpft. Gefällt mir.

Hardy
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Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 36
Beiträge: 2000

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 25.03.2013 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

bei deiner Geschichte habe ich mich gefragt, warum du sie in der Vergangenheit hast spielen lassen. Für mich war dieser Rahmen nicht notwendig, irgendwie ist er mir nicht ganz stimmig erschienen, weil es doch eine relativ zeitlose Geschichte ist. Zuerst habe ich mir gedacht, dass du das Thema nicht ganz getroffen hast, weil deine Prota ja weiß, wer für diese Unstimmigkeit verantwortlich ist, also ist es keine Unstimmigkeit mehr – aber gerade der erste Absatz ist dann doch so, dass sie zuerst dieses „Irgendetwas stimmt hier nicht“ hat und dann ableitet, woher es kommt.

Was genau Mephisto ist, habe ich nicht verstanden. Ein Windspiel, das Blut aufleckt? Soll das eine Metapher sein? Und wieso heißt er/sie/es dann auch noch Mephisto? Warum ist es nicht namenlos?

Zwei Stilunsicherheiten sind mir dann noch aufgefallen:
Gleich im ersten Absatz hast du eine Wortwiederholung mit „Striche“ und „strich“ drinnen, die sich leicht hätte vermeiden lassen.
Und später hältst du dich nicht an die Zeitenfolge:
Zitat:
Bis jetzt dachte hatte sie gedacht, dass nur sie Melancholia sehen konnte.


Ansonsten find ich die Geschichte aber ganz gut geschrieben, du hast einen schönen Handlungsaufbau drinnen und der Rahmen, dass sie Melancholia zeichnet, um die anderen vor ihr zu warnen, find ich auch schön.

Alles in allem aber aufgrund der vorhin genannten Schwächen für mich eher ein Text im Mittelfeld.

Liebe Grüße,
Ama


_________________
Mein Leben ist ein Scherbenhaufen...
Aber ich bin der Fakir.
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