14 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Die Schriften des Feensammler


 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Lord_Izual
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 29
Beiträge: 193
Wohnort: Hessen


BeitragVerfasst am: 16.03.2013 10:08    Titel: Die Schriften des Feensammler eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

nach Jahren in der Versenkung poste ich mal wieder etwas. Bin gespannt ob es gefällt. Das ganze soll eine etwas längere Story werden, die abwechselnd aus "Tagebucheinträgen" und Erzählungen besteht und so auch größere Zeitsprünge in den Erzählungen zulässt.
Den Anfang machen kleine, fragmentartige Tagebucheinträge, die  ähnlich einer Filmintro - die Vorgeschichte der Person erzählen - ehe es dann an die Eigentliche Story geht.
Über die genaue Zeitliche Einordnung bin ich mir noch nicht im klaren.

Am Anfang stand das Staunen - Die Schriften des Feensammlers



I Von Dingen, die waren

Anmerkung:
Für den Fall, dass dieses Buch einmal einem Fremden in die Hand fallen mag oder meine Erkenntnisse gar zu einem breiteren Verständnis der von mir untersuchten Wesen, namentlich der Feen und feinstöfflichen Spukgestalten, beitragen mögen, so sei an dieser Stelle großer Dank meinem Vater gezollt, der meine Forschungen an der Universität bisher finanzierte.
In diesem Buch soll also fortan meine Erfahrungen mit dem kleinen Volk - wie es die Alten hier nennen- niedergeschrieben werden. Ich habe Geschichten gesammelt, Lieder gehört und mit den Barden gesprochen. Fast scheint es mir, als gäbe es zu diesen feinstöfflichen Wesen zu viele Erzählungen, als dass man sie alle verstehen und in sich aufnehmen könnte. Aber ich werde es wagen, auf das meine Aufzeichnungen euch helfen werden, die Schönheit der Welt zu erkennen, die für viele Augen verborgen bleibt.

Lysander Bramante
----------------------------

5. Juli 1656

Nun ist es also so endlich soweit. Ich habe mich auf den Weg gemacht, das milde Wetter der Sommernächte für meinen ersten Kontakt zur Feenwelt zu nutzen. In meinem Gepäck befinden sich Geschenke für die Feinstöfflichen: Seide, Beeren, Weihrauch. Ich möchte nichts dem Zufall überlassen. Oh ihr Götter, bitte steht mir in der kommenden Nacht bei.

7. Juli 1656

Ich kann sie sehen, sie tanzen umher, manches Mal springen sie gar übereinander und drehen sich in der Luft. Es ist faszinierend ihrem Spiel beizuwohnen. Wie gerne wäre ich ein Teil von ihnen. Aber wie soll ich das anstellen?
Es ist, als lägen die wilden Spiele und Tänze, die ich Nacht für Nacht an den Hügeln in unmittelbarer Nähe beobachten kann, so fern wie die Sterne am Firmament.

7. Juli 1656 #2

Es hat nichts genützt, denn kaum hatte ich mein Versteck zwei Schritte verlassen und näherte mich dem bunten Treiben, da zerstob die Gesellschaft in alle Himmelsrichtungen und war nicht mehr gesehen. Was ist es, was sie vordern? Wie soll ich mein Ziel denn je erreichen, wenn jeder meiner Schritte die Distanz zwischen mir und dem Objekt meiner Begierde ins beinahe Unermessliche auszuweiten scheint?

20. Juli 1656

Jetzt aber! Sie wissen um meine Anwesenheit, warum sonst meiden sie ausgerechnet den Teil des Waldrands, an dem ich liege und sie beobachte. Ich muss sie sehen, ich muss mit ihnen sprechen. Ich werde zu ihnen eilen, so lachend und tanzend wie sie es auch tun. Sie haben meine Geschenke erhalten, sie müssen doch sehen, dass ich es wahrhaftig mit ihnen meine. Womöglich kann ich sie so überzeugen und mit meinem Eifer anstecken. Sie werden mir Wissen offenbaren, was nur den Dichtern in den Geschichten zu Teil wurde. Ich werde ihnen folgen und die Wunder der Welt neu entdecken.

-unbekanntes Datum-
Es ist vorbei.
Wie vermessen muss ich gewesen sein, wie kindlich naiv war mein Gemüt, als ich mich dem kleinen Volke entgegen warf und meinte, mit meinem Tun ihr Wohlgefallen zu erregen?

Wie viel Mühe hat es mich gekostet, aus diesem fieberhaften Traum zu erwachen? Ich kann meine Gedanken noch nicht ordnen. Was ist geschehen? Ich liege in den Gemächern meiner Familie, die Kurpfuscher und Ärzte versorgen meine Beine, ihre Augen sind noch immer vor Schreck geweitet, ihre Gesichter blass.

Die Männer meines Vaters haben mich draußen gefunden. Mit gebrochenen Beinen; bedeckt vom Tau des Morgens lag ich inmitten des hohen Grases. Sie eilten zu mir, vermuteten einen Überfall und wähnten mich nicht mehr unter den Lebenden. Wie lange habe ich dort auf den Feldern gelegen, am Fuße der Hügel, die ich so viele Nächte belagert hatte? Vater wollte es mir nicht sagen, und Mutter weint ununterbrochen.


- unbekanntes Datum -

Bei den Göttern, die Erinnerungen sind zu schmerzhaft. Ich will nicht mehr schlafen. Seit drei Tagen liege ich nun wach und fürchte mich vor der Dunkelheit.

Denn meinen Träumen, da kehren sie wieder: Erinnerungen an die Hügel, und das Böse, dass mich überfiel. Wieso hatte ich es nicht zuvor bemerkt? War ich nicht aufmerksam genug gewesen?
Die Feen empfingen mich mit leisem Lachen, tanzten um mich herum und ich schloss mich ihnen freudig – ja, nichts ahnend - an. Doch wehe, wieso sah ich nicht die Bosheit in ihren Augen blitzen, das verkniffenen Grinsen der spitznäsigen Männchen, die nun einen Kreis um mich gebildet hatten und immer näher um mich tanzten? Erinnerungen, Träume... ich kann sie nicht mehr unterscheiden. Fast ist es, als grüben sich die blassen Finger in die Bettdecke, ich wähne Schatten unter meinem Bette.
Ich entsinne mich ihrer fahlen Gesichter, die sich zur anschwellenden Melodie verformten, ja gar tiergleiche Gestalt annahmen und mich immer weiter umkreisten. Die Musik um uns herum war - einem tosenden Crescendo gleich – angeschwollen und hatte jede Fröhlichkeit verloren.
Ich wollte fliehen und die Hügel herab rennen, doch meine Beine versagten mir den Dienst. Sie schienen sich von alleine zum unmenschlichen Takt zu bewegen und nicht länger meinem Willen untertan zu sein. Verzweifelt stemmte ich mich gegen die fremde Macht an, die von meinem Körper Besitz zu ergreifen schien… und ich verlor den Kampf!  
Das Gelächter wurde lauter; gleich erkannte ich das wolfgleiche Fauchen der nun mannsgroßen Bestien, die Hörner und Fänge, die sich unter kränklich grüner Haut verborgen hatten und nun hervorbrachen. Ich schrie aus Leibeskräften. Immer höher sprangen meine Beine, ich verlor im feuchten Gras den Halt, doch selbst als meine Gelenke unter der Last des Tanzes nachgaben richtete sich mein Körper immer weiter auf. Was habe ich nur getan? Wie könnte ich mich nur erdreisten, die Feen in ihrem Tanz zu stören?
Was habe ich getan?

30. September 1656

Ich bin geheilt.

Geheilt von meinen kindlichen Vorstellungen; geheilt von einem Glauben, der das kleine Volk mit dem Menschengeschlecht vereinbar sah. Kuriert sind meine Hoffnungen, doch was ist an ihre Stelle getreten? Ich werde die Gedanken an jene Nacht nicht los. Schier unbegreifbar ist es mir, aber ich muss weiter an meinen Forschungen festhalten!

Sobald die Schienen von meinen Füßen entfernt sind und ich wieder einen sicheren Schritt vor den nächsten setzen kann, werde ich mich wieder meinen Beobachtungen widmen.
Ich muss den Menschen davon berichten, ich muss ihnen zeigen, was ich sah. Wir leben in unsren Städten und Dörfern und erahnen nicht, welche Gefahren sich - unbeirrt von Tod und Alter - uns in den Schatten nähern. Ich muss mehr über diese Bedrohung herausfinden.

Die Tage im Haus meiner Eltern haben mir gut getan. Mittlerweile kann ich mich auf Krücken bewegen, wenn auch nur auf kurzen Strecken.
Ich habe Bücher gewälzt und die Keller unseres Anwesens durchforstet. Die ersten Fallen sind fertig: Schlingen, aus feinem Draht gebogen, den ich zuvor stundenlang in Salzlauge eingelegt habe. Die Aversion der Feinstöfflichen gegen jene Ingredienz wird hoffentlich dazu beitragen, einen von Ihnen festzuhalten. Wer weiß, was unter der fahlen Haut jener Wesen schlummert, die wir Kobolde, Pixies oder Hügelfeen nennen. Ich werde es herausfinden.
--------





Soviel zum Aufhänger, bevor der erste erzählende Teil beginnt.
Über Anregungen und Kritik freue ich mich.

LG
der Lord

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
KeTam
Geschlecht:weiblichUngeduld

Alter: 45
Beiträge: 6762

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 16.03.2013 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lord,

nach deinen einleitenden Worten war ich ziemlich skeptisch und wollte nur mal kurz reinlesen. Aber ich muss sagen, mir gefällt das, was du schreibst. Stilistisch und vom Thema her erinnert es mich stark an Märchen (irische?), die ich als Kind vorgelesen bekam. In der richtigen Stimmung würde ich weiterlesen. Vielleicht sind die Tagebucheinträge etwas knapp, da könntest du evtl. noch etwas deutlicher werden.
Also, neugierig hast du mich mit dem Anfang auf jeden Fall gemacht.

Lg, KeTam.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Nayeli Irkalla
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1139
Wohnort: Ruhrgebiet
Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 16.03.2013 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Erinnert mich vom Genre ein bisschen an Steampunk - was meiner bescheidenen Ansicht nach momentan im Kommen ist, in zwei, drei Jahren wird es da in der Literatur vielleicht einen richtigen Trend zu geben.

Die altertümliche Schreibweise erinnert vom Stil sehr stark an das, was im 19. Jahrhundert üblich war. Ich muss gestehen, dass es mir dadurch ein wenig sperrig erschien. Diese altertümliche Schreibe einfach zu imitieren, erscheint mir als Schriftstellerin zu leicht. Ich würde mir ein bisschen ironische oder ironisierende Brechung dieses altertümlichen Stiles wünschen, um wirklich mit Freude und Begeisterung weiter zu lesen. Allerdings ist natürlich die Frage, ob es das ist, was du willst.

Weiterhin fehlt mir hier ein Protagonist, dem ich als Leserin wirklich folgen kann. Das wäre mir sogar noch wichtiger als die ironische Brechung, auf die man sonst auch verzichten kann. So wirkt es, als ob der Erzähler am Anfang wirklich nur sich selbst in den Hintergrund stellt, um eben den Inhalt seiner Erzählung in den Vordergrund zu stellen. Aber auch die Erzählung handelt nicht von Personen, sondern anscheinend erst mal über einen sehr langen Zeitraum nur von Forschungen bzw. dem, was dem Prota passiert und gar nicht von dem, was ihn selbst eigentlich ausmacht und zu einer einzigartigen Persönlichkeit macht.

Zur Verbesserung empfehle ich, dass der Ich-Erzähler sich vielleicht gleich im ersten Absatz zu erkennen gibt und auch ein bisschen was über seine Motivation für seine Forschungen verrät. Dann sind es nämich nicht mehr nur irgendwelche wissenschaftlichen Einträge. Wenn du es schaffst, deinem Prota in der Eröffnungssequenz so viel Leben zu geben, dass er für mich Gestalt annimmt, dann folge ich ihm bei seinen Forschungen, weil er als Person mich interessiert.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du keine Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Das Phantom lässt die Maske fallen! Schwarzes Phantom Roter Teppich & Check-In 6 31.05.2020 15:46 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Wie "füllt man die Geschichte? Knubbellttv Eure Gewohnheiten, Schreibhemmung, Verwirrung 6 28.05.2020 10:24 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge die welt ist kein laufsteg Perry Werkstatt 0 18.05.2020 14:54 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Die Angst vor Papyrus nothingisreal Profession Schriftsteller (Leid und Lust) 17 14.05.2020 10:47 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge "Die Legende vom steinernen Buch... silke-k-weiler Rechtschreibung, Grammatik & Co 15 12.05.2020 13:33 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchBuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlung

von Pickman

von Gießkanne

von Neopunk

von MT

von Valerie J. Long

von Piratin

von Franziska

von madrilena

von TheSpecula

von jon

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!