14 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Dialekt und Umgangssprache

 
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Selbsthilfe -> Rechtschreibung, Grammatik & Co
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Frooplet
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 31
Beiträge: 74



BeitragVerfasst am: 18.01.2013 18:38    Titel: Dialekt und Umgangssprache eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!

Wenn ich mir eigene Texte durchlese, merke ich von Zeit zu Zeit immer wieder, dass sich doch dialekttypische Formulierungen oder Umgangssprache in die Sätze mischt. Das fällt mir aber meistens im ersten Moment gar nicht auf, einfach weil ich es zu sehr gewohnt bin und sich beim Schreiben selber nicht unbedingt falsch anhört.

Hat da also vielleicht schon jemand Erfahrungen in diese Richtung, wie man beim Schreiben auf so etwas bewusster achten kann oder natürlich am Besten komplett vermeiden?

Viele Grüße
Frooplet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
mitras essener
Schreiberassi

Alter: 65
Beiträge: 41



BeitragVerfasst am: 18.01.2013 20:12    Titel: Hallo Frooplet Antworten mit Zitat

Hallo Frooplet,

Hochdeutsch lernen und den Dialekt ausschalten ist nur möglich, wenn man aus seiner Dialektumgebung wegzieht und viel liest.
So wie man liest, so spricht man. Dazu gehört aber auch ein gerades denken und vermeiden der typischen, bescheuerten Jugendsprache auf niedrigen Niveau, wie
z.B .: "Eh, Alter, was geht ab!" oder "Geil, was!" und solches sinnloses Gestammel.
Für mich in meiner Jugend war das Musikel "My Fair Lady" ausschlaggebend.

Ganz sollte man aber seinen Dialekt nicht verleugnen, sondern ihn mit Spaß betrachten und einen Ehrenplatz gönnen, wie ich es in meinem Buch "Mein ICH , Gedichte" machte. Es ist übrigens das einzige Gedicht in Mundart.
Ich schickte das Gedicht als es fertig war an den Oberlausitzer Heimatverein zur Fehlerüberprüfung und gegebenfalls zur Wortüberarbeitung. Niemand ist perfekt, aber blamieren wollte ich mich auch nicht. Dialekt richtig schreiben ist sehr schwer.   

Dr Huhrschneider

Mei Kupp is struppch.
De Lodn stihn.
Iech misst amol
zun Huhrschneider giehn.
Nu soaß’ch do und poasste uf.
De Schare schnipplt.
Iech woarte druf.
„Nimm Ploatz!“
soit freindlch dr Friseer
und schneddt glei lus mit senner Schär!
Vuhler Gedanken guckch ne hie.
Dar Diche an Spiegel.
Eb iech doas wull bie?
Nischt hoa’ch gesoit.
Dar hoat ock geschnittn,
mei Kupp woar koahl.
Um sei Geld toat ar bittn!


Viele Grüße von Matthias


_________________
Wir werden doch tatsächlich in der Freiheit
überwacht, dass wir nicht die Freiheit haben,
das zu tun und das zu sagen,
was die Freiheit ist.

Matthias Elstner
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

Alter: 52
Beiträge: 4172
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 18.01.2013 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

lesen, lesen, lesen und noch mal lesen
manchmal vielleicht laut, nicht um die Ausspache zu 'korrigieren', das is eh sinnlos, weil es nicht die deutsche Aussprache gibt und Burgtheaterdeutsch klingt ein bisserl g'schraubt im Umgang mit anderen Menschen. Deshalb kannst dir das Umziehen eigentlich auch ersparen, weil's kaum eine Gegend gibt, wo die Sprace nicht dialektal gefärbt wär.

ach ja: sich mit Sprache auseinandersetzen, auch theoretisch hilft und sich mit dem Dialekt auseinandersetzen, theoretisch und die Unterschiede erkennnen. Oder: Texte im Dialekt schreiben, in richtigem/korrektem Dialekt (nicht einfach irgendein Kauderwelsch), auch um die Unterschiede zu spüren. Und dann: wenn du schreibst auf lokale Eigenschaften Rücksicht nehmen in der Hochsprache. (Schnitzler lässt sich als Wiener erkennen und der konnte Deutsch).

aber das Wichtigste:
lesen, lesen, lesen und noch mal lesen, aktiv lesen, Sprache wahrnehmen

und:
zum Dialekt, zur Umgangssprache stehen, sie nie verleugnen


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

-------------------------------------------------------
"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 72
Beiträge: 5233
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 18.01.2013 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Der Duden Korrektor zeigt sie auch an, du darfst sie halt nicht irgendwann zulassen ...

... denn bei Dialekten weiß derjenige, der ihn verwendet eh besser, wie es geschrieben wird!


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

Um ein Ziel zu erreichen ist nicht der letzte Schritt ausschlaggebend, sondern der erste!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
sleepless_lives
Geschlecht:männlichSchall und Wahn

Administrator
Alter: 56
Beiträge: 6956
Wohnort: Fürth
DSFo-Sponsor Ei 4
Pokapro und Lezepo 2014 Pokapro VI


BeitragVerfasst am: 19.01.2013 03:10    Titel: Antworten mit Zitat

lupus hat Folgendes geschrieben:
lesen, lesen, lesen und noch mal lesen
manchmal vielleicht laut, nicht um die Ausspache zu 'korrigieren', das is eh sinnlos, weil es nicht die deutsche Aussprache gibt und Burgtheaterdeutsch klingt ein bisserl g'schraubt im Umgang mit anderen Menschen. Deshalb kannst dir das Umziehen eigentlich auch ersparen, weil's kaum eine Gegend gibt, wo die Sprace nicht dialektal gefärbt wär.

ach ja: sich mit Sprache auseinandersetzen, auch theoretisch hilft und sich mit dem Dialekt auseinandersetzen, theoretisch und die Unterschiede erkennnen. Oder: Texte im Dialekt schreiben, in richtigem/korrektem Dialekt (nicht einfach irgendein Kauderwelsch), auch um die Unterschiede zu spüren. Und dann: wenn du schreibst auf lokale Eigenschaften Rücksicht nehmen in der Hochsprache. (Schnitzler lässt sich als Wiener erkennen und der konnte Deutsch).

aber das Wichtigste:
lesen, lesen, lesen und noch mal lesen, aktiv lesen, Sprache wahrnehmen

und:
zum Dialekt, zur Umgangssprache stehen, sie nie verleugnen


Daumen hoch  Daumen hoch  Daumen hoch


_________________
Es sollte endlich Klarheit darüber bestehen, dass es uns nicht zukommt, Wirklichkeit zu liefern, sondern Anspielungen auf ein Denkbares zu erfinden, das nicht dargestellt werden kann. (Jean-François Lyotard)

If you had a million Shakespeares, could they write like a monkey? (Steven Wright)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Frooplet
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 31
Beiträge: 74



BeitragVerfasst am: 20.01.2013 01:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke schonmal für die Tipps soweit!
Macht es denn dann auch einen Unterschied was man genau liest? Ist da ein anspruchsvoller Roman gleichwertig mit einem Buch wie z.B. "Lehrerkind", eben weil da ja auch mal eher flapsige Formulierungen vorkommen?

Und meinen Dialekt würde ich mir eh nie abgewöhnen wollen, dafür mag ich ihn eigentlich viel zu sehr. Nur zum Schreiben würde ich ihn eben gerne etwas "unterdrücken".  Wink
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 72
Beiträge: 5233
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 20.01.2013 01:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, gerade die boomenden Regionalkrimis - und da etablieren sich immer mehr in durchaus verschiedenen Regionen Deutschlands - zeigen, dass die Leser gerne einmal regionaltypische Ausdrücke lesen möchten, Gerichte kennenlernen, Brauchtums- und - schlussendlich - Landschaftsbeschreibungen runden das Bild ab.

Und da ist ein Kluftinger des Autorenduos Michael Kobr und Volker Klüpfel oder das Ermittlerteam bei Nele Neuhaus doch Beweis genug, dass man recht anspruchsvoll schreibend einige Dialoge im Dialekt anbringen kann, ja muss!

 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

Um ein Ziel zu erreichen ist nicht der letzte Schritt ausschlaggebend, sondern der erste!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

Alter: 52
Beiträge: 4172
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 20.01.2013 01:46    Titel: Antworten mit Zitat

ich kenn Lehrerkinder nicht, aber wenn flapsige Sprache drin ist und du sie als solche erkennst, is doch alles wunderbar. Das Wichtigste ist doch, dass du Spaß hast am Lesen. Was bringt dir ein Grass, ein Walser oder Doderer, wenn du danach nie wieder ein Buch angreifst Wink
Wenn es dir allerdings Spaß macht, wär's zu Sprache feilen wahrscheinlich g'scheiter.

@Hardi,

um Dialekt schreiben zu können, richtig einzusetzen muss man erst richitg gut Deutsch können. Richtig gut. Denn gerade da muss die Differenz zwischen Erzählsprache und Dialogsprache 100%ig sitzen.


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

-------------------------------------------------------
"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Meth Budlack
Sonntagsschreiber


Beiträge: 23



BeitragVerfasst am: 20.01.2013 02:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mitras essener!

Zitat:
Dazu gehört aber auch ein gerades denken und vermeiden der typischen, bescheuerten Jugendsprache auf niedrigen Niveau, wie
z.B .: "Eh, Alter, was geht ab!" oder "Geil, was!" und solches sinnloses Gestammel.


Wenn sich zwei Jugendliche in einem Dialog unterhalten, was sollen die denn sonst sagen? Dialoge sind doch nur dann gut, wenn sie authentisch sind. Natürlich kann man schreiben: "Ey, Alter, was geht ab?", wenn es zur Figur passt. Alles andere wäre doch schwachsinnig. Und so überwältigend hoch ist das Niveau deines Beitrages jetzt auch nicht. Du hast allein drei, vier Fehler in dem kurzen Text, den ich oben zitiert habe. Und Jugendsprache als sinnlises Gestammel abzutun ... das hat schon etwas sehr anmaßendes. Echt, ey. Das regt mich irgendwie auf jetzt.


Meth Budlack
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 72
Beiträge: 5233
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 20.01.2013 02:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lupus

Wenn du mit Hardi mich meinst - Harry lasse ich gerade noch gelten gelten - ja, das ist klar.

Dialoge, aber auch regionaltypische Bezeichnungen, die aber aus dem Text heraus sich selbst erklären, das muss schon in gutem Deutsch verpackt sein ...

... "wu kieme mer aach hie, wann jeder Dilldapp schreiwe könnt, wäi em de Schnowwel gewoase es!"

In diesem Sinne,

Genoacht säät de Owerhess

 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

Um ein Ziel zu erreichen ist nicht der letzte Schritt ausschlaggebend, sondern der erste!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

Alter: 52
Beiträge: 4172
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 20.01.2013 02:34    Titel: Antworten mit Zitat

Harald hat Folgendes geschrieben:

Wenn du mit Hardi mich meinst - Harry lasse ich gerade noch gelten gelten - ja, das ist klar.

sorry, gelobe Besserung Wink


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

-------------------------------------------------------
"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 72
Beiträge: 5233
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 20.01.2013 02:35    Titel: Antworten mit Zitat

@ Meth Budlack

Natürlich müssen die Ausdrücke zur Person, zum Umfeld, zur Herkunft passen und der Situation auch ein wenig geschuldet sein.

Ein Gymnasiast "aus gutem Hause" spricht ebenda ein gepflegtes Hochdeutsch, in das er ab und an einige alterstypische Bezeichnungen für diverse Gegenstände einfließen lässt, auch und gerade, um sein Umfeld da ein wenig heranzuführen.

Auf dem Schulhof geht es schon deutlich lässiger zu, zu meiner Zeit war es absolut in, im Dialekt zu sprechen, für mich kein Problem, manche Mitschüler haben sich dabei aber echt "einen abgebrochen".

Wie Dörfler sprachen untereinander dann im Ort natürlich Mundart, die Kollegen in der Stadt die - natürlich bei den Erwachsenen verpönte - Jugendsprache der jeweiligen Zeit!

Ich denke, so ähnlich (außer Mundart auf dem Schulhof) dürfte es auch heute noch zugehen, oder?

 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

Um ein Ziel zu erreichen ist nicht der letzte Schritt ausschlaggebend, sondern der erste!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Meth Budlack
Sonntagsschreiber


Beiträge: 23



BeitragVerfasst am: 20.01.2013 02:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Harald!

Zitat:
Ich denke, so ähnlich (außer Mundart auf dem Schulhof) dürfte es auch heute noch zugehen, oder?
ja, denke ich auch. Obwohl ich sehr selten auf irgendwelchen Schulhöfen bin. Ich bekomme nur immer ein ungutes Gefühl, wenn ich merke, dass Leute gewollt auf die literarische Tube drücken und plötzlich echauffiert sich jemand, der sich eigentlich auch ärgern könnte etc. Mich nervt so was. Ich hab mal irgendwo gelesen, die Kunst beim Schreiben sei es, komplizierte Dinge mit einfachen Worten verständlich zu machen. Das gefällt mir.

Meth
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Nayeli Irkalla
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 37
Beiträge: 1139
Wohnort: Ruhrgebiet
Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 20.01.2013 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Mundart auf dem Schulhof heißt inzwischen Türkisch auf dem Schulhof wink.

Ich finde, bei Dialekten macht es einen großen Unterschied, ob Figuren ihn in ihrer wörtlichen Rede in gemäßigter Form benutzen (völlig okay, dient der Figurencharakterisierung) oder ob der Autor selbst ständig oder auch nur manchmal versehentlich in den Dialekt rutscht.

Mein Tipp, wenn einem so was passiert: Beim Schreiben einfach gar nicht drüber nachdenken, sondern schreiben, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Je weniger man denkt, desto kreativer ist man meist beim Schreiben.

Hinterher macht man ja meist mehrere Korrekturdurchgänge, um eben das Textstück zu verbessern. Hierbei kann man dann einfach einen Extra-Durchgang nur für Dialektfärbung einlegen, oder bei einem der anderen Korrekturdurchgänge eben mit auf Dialekt achten. Das ist früh genug, finde ich.

Ich jedenfalls kann nur schlecht schreiben, wenn mein innerer Lektor mir während der eigentlichen Schreibzeit über die Schulter schaut und ständig verbessert. Es gibt Zeiten für die Korrektur, klar - aber es gibt eben auch einfach Zeiten, in denen man den Lektor ausschalten und drauflosschreiben muss.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
LoniOderNatalie
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 80



BeitragVerfasst am: 21.01.2013 17:45    Titel: Antworten mit Zitat

Nayeli Irkalla hat Folgendes geschrieben:
Mundart auf dem Schulhof heißt inzwischen Türkisch auf dem Schulhof wink.

 Shocked
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
mitras essener
Schreiberassi

Alter: 65
Beiträge: 41



BeitragVerfasst am: 21.01.2013 20:38    Titel: Hallo Meth Budlack, Antworten mit Zitat

Hallo Meth,

na, da habe ich wohl jemanden auf die Füße getreten.
Tut mir echt Leid, aber es ist eben so, wie es ist.
Wenn ich höre, wie sich die Jugend manchmal unterhält, dann wächst mir eine Feder.
Aber schon Sokrates, ein griechischer Philosoph, sagte, die Jugend ist schlecht.

Was leite ich davon ab.: "Das sich die Welt weiterentwickelt!"

Und so kleinlich mir einen Schreibfehler vorzuwerfen, ist einfach albern.


Viele Grüße von Matthias


_________________
Wir werden doch tatsächlich in der Freiheit
überwacht, dass wir nicht die Freiheit haben,
das zu tun und das zu sagen,
was die Freiheit ist.

Matthias Elstner
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
mitras essener
Schreiberassi

Alter: 65
Beiträge: 41



BeitragVerfasst am: 21.01.2013 20:48    Titel: Hallo LonioderNatalie Antworten mit Zitat

Hallo LonioderNatalie,

in jeder Gegend der Bundesrepublik Deutschland ist mehr oder weniger eine spezifische Mundart verbreitet. Heute früh hörte ich Radio und Schwäbisch. Die Schwaben lassen die ganzen Endungen weg.
Schrecklich. Aber es ist nun mal so, wie es ist.

Und Mundart auf dem Schulhof als türkisch Abzustempeln ist einfach furchtbar. Wie sprechen dann die Nichttürken? Reines Türkisch?

Inschallah oder

Viele Grüße von Matthias


_________________
Wir werden doch tatsächlich in der Freiheit
überwacht, dass wir nicht die Freiheit haben,
das zu tun und das zu sagen,
was die Freiheit ist.

Matthias Elstner
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
nothingisreal
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4476
Wohnort: unter einer Brücke


BeitragVerfasst am: 21.01.2013 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Nayeli Irkalla hat Folgendes geschrieben:
Mundart auf dem Schulhof heißt inzwischen Türkisch auf dem Schulhof wink.



Dem kann ich nur zustimmen smile extra
Ich glaube mitras, du weisst bloß nicht, was in den Großstadrschulen vor sich geht. Bin selbst an 'nem Türkengymnasium gewesen - ich weiss es.

Ich sehe nicht ein, warum Umgangssprache plötzlich schlecht sein soll.

Mal angenommen, du schreibst ein Buch aus der Sicht einer neuzigjährigen Dame aus gutem Hause. Da kann sie schlecht sagen: "Der alte Wichser im Rollding neben mir hat 'nen geilen Arsch." Was wäre aber, wenn du ein Buch aus der Sicht eines zwanzigjährigen Studenten, nehmen wir mal an, ein ehemaliger Schüler meiner Schule, schreibst. Wie wird er sich mit seinem Kumpel unterhalten?

Wie du siehst, hängt das Benutzen der Ungangssprache sehr davon ab, was und von wem du schreibst.


_________________
"Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten." - William Somerset Maugham
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Harald
Geschlecht:männlichFlachmann-Preisträger

Alter: 72
Beiträge: 5233
Wohnort: Schlüchtern


BeitragVerfasst am: 21.01.2013 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, der Sokrates. der hatte schon tolle Ansichten, und vor allem waren die so zeitlos ...

Zitat bez. Jugend

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

Sokrates
griechischer Philosoph (um 469 vChr - 399 vChr)


... aber er hatte such ganz tolle Kurzzitate -->

"Sei, was Du scheinen willst!"

 Wink


_________________
Liebe Grüße vom Dichter, Denker, Taxi- Lenker

Harald

Um ein Ziel zu erreichen ist nicht der letzte Schritt ausschlaggebend, sondern der erste!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

Alter: 52
Beiträge: 4172
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 21.01.2013 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat bez. Jugend

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. Und kreiz kruzifix iwaranaunt, hiaz faungans a no au in an muat's an Dialekt zan dischkarian, de Grafsta de jungan, eini noch amoi owar a, seit zwoatausnd JOah sog i eich hiaz scho, dass die Wöld nimmara laung steht, owa eis wuits jo ned hean. Hoit, des woa da Nestroy zefix, a so a Dialektdischkariara. Schialing Hollaröduliöh."

Sokrates
griechischer Philosoph (um 469 vChr - 399 vChr)


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

-------------------------------------------------------
"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Meth Budlack
Sonntagsschreiber


Beiträge: 23



BeitragVerfasst am: 21.01.2013 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, du hast mir nicht auf die Füße getreten.
Ich finde es nur bedenklich, was du von dir gibst.
Zitat:
Es ist eben so, wie es ist
Ach so! verlass dich ruhig auf Sokrates. Ich persönlich denke, dass die Jugend immer das Produkt der Gesellschaft ist. Aber eigentlich ging es ja darum, dass du lieber hättest, die Jugendlichen in Geschichten sollten sich unterhalten wie die Jugendlichen, die du gerne hättest, die es aber nicht gibt. Was sollen denn da für unrealistische Dialoge rauskommen?

Ja, es ist albern, dir deine Schreibfehler vorzuwerfen. Das stimmt. Hab ich natürlich nur gemacht, weil ich den Eindruck hatte, du legst sehr großen Wert auf gutes Deutsch.

Meth
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eulenbaum
Autor


Beiträge: 846



BeitragVerfasst am: 22.01.2013 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Frooplet, und hallo in die Runde,

Umgangssprache, Dialekt. Es kann einen Text auch spannend machen. Nämlich, wenn das Umgangssprachliche, "Dialektische", wirklich Teil des Textes ist. Wenn es organisch dazugehört.

Das ist aber eine Gratwanderung. Es geht da ums Können. Im Grunde setzt das viel Schreiberfahrung (und auch Leseerfahrung) voraus. Aber damit zu experimentieren kann auch ein Gefühl dafür und Sicherheit in der Anwendung/Nichtanwendung geben.

Spannendes Thema!

Gruß,
Eulenbaum
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Selbsthilfe -> Rechtschreibung, Grammatik & Co Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Seite 1 von 3



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Bitte recht gefühlvoll - mit wie viel... agu Genre, Stil, Technik, Sprache ... 16 01.06.2020 01:38 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge von steinen und sternen können wir le... Perry Werkstatt 0 28.05.2020 19:03 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge wie es kommt und geht mrs_Laqua Werkstatt 1 22.05.2020 21:21 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Suche Lyrik-Expose und gleichgesinnte... saho Roter Teppich & Check-In 1 22.05.2020 14:10 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Unterschied zwischen Toleranz und Akz... Minnewall Sonstige Diskussion 6 11.05.2020 12:55 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlung

von Schmierfink

von Schmierfink

von Schreibmaschine

von Enfant Terrible

von Akiragirl

von Cheetah Baby

von EdgarAllanPoe

von Jocelyn

von Hitchhiker

von Selanna

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!