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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Die Zeit (Arbeitstitel)


 

 
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Hinti11
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 14



BeitragVerfasst am: 19.12.2012 19:58    Titel: Die Zeit (Arbeitstitel) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Abend an alle!

Ich hatte bereits vor einem guten Jahr, eine erste Version diese Epilogs hierhereingestellt. Die Schule und halt so ziemlich alle anderen Dinge, die man als 13-Jähriger so macht haben mich jedoch daran gehindert, wirklich an der Geschichte weiterzuschreiben. Jetzt, 1 Jahr später und weitaus geübter, habe ich den Epilog überabeitet, ausgebessert, Teile herausgestrichen, Dinge umgeändert und hinzugefügt, und möchte wissen, was ihr davon haltet!

Epilog:

Kontrolle. Macht. Die Macht über die Zeit. Er konnte es selbst nach der langen, ihm schier endlos erscheinenden Amtszeit als Großmeister immer noch kaum fassen. Nur dieses kleine, unscheinbare Amulett vermochte die Zeit selbst zu beeinflussen. Nachdenklich wand er das machtvolle Kleinod in seinen Fingern.
Stow wusste, welche Verantwortung, welch schwere Bürde er tragen musste. Ihm war die ehrenvolle Aufgabe verliehen worden, über die Zeit selbst zu wachen. Nur als einer von wenigen Menschen, wurde ihm diese Ehre zuteil. Ausschließlich den treuesten und loyalsten Anhängern der Bruderschaft, denen, die ihr ganzes Leben selbstlos hingegeben hatten, wurden von den Ältesten erwählt, anstatt ihrer über die Zeit zu wachen.
Als er durch die gigantischen Bibliothekssäle der Bruderschaft schlenderte, in denen fein-säuberlich und perfekt datiert, die gesamte Geschichte der Erde gesammelt war, und er nachdenklich sein Spiegelbild in den unzähligen Vitrinen betrachtete, wurde ihm eins bewusst; er wurde älter. Selbst das Amulett der Bruderschaft, der Gegenstand, der alle Kraft der Bruderschaft darstellte, vermochte dies nicht zu ändern. Sein kurzes, glattes Haar wurde grauer, seine Falten immer tiefer, und sein Rücken war auch nicht mehr das stramme, stolze Rückgrat von früher. Nur sein gutmütiges Lächeln, und seine strahlenden, hellbraunen Augen erinnerten ihn an seine besseren Jahre, die er zweifellos bereits lange hinter sich gelassen hatte.
Langsam gleicht mein Gesicht mehr dem eines Trogg-Hundes, als dem stolzen Antlitz eines Großmeisters.
Während er schlecht gelaunt so dahinschritt, glaubte er einen Schatten hinter den Regal umherhuschen zu sehen.. Ein kurzer, dunkler Fleck der vorbeiblitzte, beinahe ohne Substanz. Ohne etwas erkennen zu können, schob er das Ereignis auf die schwüle und stickige Sommerluft die in der Bibliothek herrschte.
Obwohl er noch immer beunruhigt von den seltsamen Schattenspielen war, fokussierte er sein eigentliches Ziel, einen alten Folianten aus den Zeiten der Ältesten. Ein Schriftstück, dass dem Besitzer möglicherweise die Fähigkeit gab, die Zeit selbst zu korrumpieren. Stow wollte diesen Gerüchten auf den Grund gehen, und falls etwas Wahres in ihnen steckte, das Wissen zerstören. Entgegen aller Gebote der Bruderschaft. Obgleich jedes Schriftstück, sei es eine Fabel, eine Enzyklopädie oder bloß eine Skizze eines längst vergessenen Künstlers, in der Bruderschaft als heilig galt, so war es doch zu gefährlich, beinahe verantwortungslos solch Wissen existieren zu lassen. Zwar glaubte er nicht, dass eine solch mächtige Waffe Jahrhundertelang unter den Augen der Bibliothekare unbemerkt bleibe konnte, doch eine Stimme in ihm lies ihn nicht ruhen.
Gezielt huschten seine geschulten Augen über die endlosen Reihen an hölzernen und spinnenweben-übersäten Regale, die Kräfte des Amuletts halfen ihm dabei. Um die Arbeit des Großmeisters zu erleichtern, prägten die Ältesten das magische Schmuckstück bei seiner Erschaffung mit vielen, wenn richtig benützt, mächtigen Fähigkeiten. Stow vermochte Dinge zu bewegen ohne sie zu berühren, Orte zu sehen die bisher niemand erblick hatte und Sprachen zu sprechen, die längst in Vergessenheit geraten waren. Es schützte ihn vor Gefahren und ließ ihn im Falle eines Angriffs zu einem beinahe unbesiegbaren Gegner werden. Umso mehr ein Grund, dass es nicht in die falschen Hände geraten dürfte.
Als er die Stelle fand an der er den Folianten vermutete, benutzte er abermals das Amulett, um eine der vielen, gewaltigen Leitern herbeifahren zu lassen und begann den Aufstieg.
Oben angekommen entdeckte er verwirrt die klaffende, leere Stelle zwischen den Folianten. Ihm blieb keine Zeit über das fehlende Buch nachzudenken, abrupt wurde ihm die Leiter unter den Füßen weggezogen. Das Amulett aktivierte sich von selbst, bremste seinen Sturz und lies in sanft auf dem Boden aufkommen, doch sein Angreifer gönnte ihm keine Pause. Ein dunkler Schatten huschte über ihn hinweg und etwas Hartes traf ihn auf der Brust. Der Schutzschild des Amuletts flackerte und würde keinen weiteren, so mächtigen Treffer standhalten.
Aus den Augenwinkeln sah er die dunkle Gestalt heranstürmen und im letzten Moment warf sich Stow zur Seite. Seine Bewegungen erschienen für das normale Auge verzerrt, seine Geschwindigkeit ging dank des Amuletts weit über menschliche Grenzen hinaus.
Siegessicher wandte Stow sich um, um dem närrischen Angreifer in den Rücken zu fallen, als ihn just in diesem Moment ein alptraumhafter Schmerz durchfuhr.
Wie war das möglich?
Ein einfach erscheinender Dolch ragte aus seinem Brustkorb, ungläubig und aus großen Augen starrte er die winzige Waffe an.
„Ihr seit nicht der einzige mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, Stow."
Die Stimme hatte eine Kälte die ihn erzittern ließ und besaß einen seltsamen Nachhall.
"Jahrhundertelang hat die Bruderschaft vor sich hinvegetiert, uralte und nutzlose Bücher gesammelt. Ihr habt euch in eurer kleinen Zitadelle verkrochen und die Welt eure Existenz vergessen lassen!“
Stow wurde immer schwindliger, der Schmerz war ins Unermessliche gewachsen. Wie konnte das geschehen? Und wer war der schleierhafte Feind?
„Es ist Zeit, der Welt zu zeigen, dass es uns noch gibt .Dass wir bereit sind alles zu tun, um wieder die Macht an uns zu reißen. Die Ältesten waren schon immer schwach, hielten sich aus den Ereignissen der Welt heraus. Sie hätten Götter sein können Stow, GÖTTER! Und doch wählten sie die Rolle des Beobachters. Nach ihrem vorzeitigen Ableben gaben sie euch, den Menschen ihre Macht, ein weiterer unverzeihbarer Fehler. Den ich nun begleichen werde. Grüße meine Brüder von mir!“
Der Großmeister riss nur noch ungläubig die Augen auf, dann entfaltete der Dolch seine wahre Wirkung.

Bin offen für jede Kritik, sei sie noch so hart!

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Neraka
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 26
Beiträge: 71



BeitragVerfasst am: 19.12.2012 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

also ich muss sagen, dass mir dieser Epilog sehr gut gefällt! Es kommen Fantasyelemente vor, aber die Geschichte scheint mir dennoch nicht allzu klassisch zu sein, sondern originelle Ideen zu enthalten.
Detailierte Beschreibungen, flüssige Übergänge zwischen Dialogen und Handlungen und natürlich auch die korrekte Rechtschreibung sind aus meiner Sicht definitiv vorhanden.

Ich habe diesen Auszug interessiert gelesen und Lust bekommen, mehr von der Geschichte zu sehen.
Und für 14 Jahre (ist natürlich nicht negativ gemeint) ist der Schreibstil aus meiner Sicht sehr sehr ausgereift.

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag hätte ich:
Zitat:
Die Stimme hatte eine Kälte die ihn erzittern ließ und besaß einen seltsamen Nachhall.

Anstelle des Wortes "hatte" könnte man vielleicht eine Umschreibung wählen, damit es etwas runder klingt. Vielleicht "In der Stimme vernahm er eine Kälte, die ihn erzittern ließ" oder "Die Kälte der Stimme ließ ihn erzittern". Sicherlich gibt es da auch noch wohlklingendere Varianten als die von mir vorgeschlagenen.

Aber ansonsten ein sehr schöner Auszug!


Liebe Grüße,
Neraka


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-Faun-
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Sabine1986
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 32
Beiträge: 120
Wohnort: Mittelfranken


BeitragVerfasst am: 20.12.2012 13:46    Titel: Re: Die Zeit (Arbeitstitel) Antworten mit Zitat

Hallo,
das ist mal ein Text, der wirklich Lust auf mehr macht! Genail geschrieben und für dein junges Alter absolut top!
Mir sind nur ein paar kleine Dinge aufgefallen, die du noch ändern könntest.

Hinti11 hat Folgendes geschrieben:

Als er durch die gigantischen Bibliothekssäle der Bruderschaft schlenderte, in denen fein-säuberlich und perfekt datiert, die gesamte Geschichte der Erde gesammelt war, und er nachdenklich sein Spiegelbild in den unzähligen Vitrinen betrachtete, wurde ihm eins bewusst; er wurde älter.

Besser wäre vielleicht: ...wurde ihm eins bewusst: Er wurde älter.


Zitat:

Selbst das Amulett der Bruderschaft, der Gegenstand, der alle Kraft der Bruderschaft darstellte, vermochte dies nicht zu ändern. Sein kurzes, glattes Haar wurde grauer, seine Falten immer tiefer, und sein Rücken war auch nicht mehr das stramme, stolze Rückgrat von früher. Nur sein gutmütiges Lächeln, und seine strahlenden, hellbraunen Augen erinnerten ihn an seine besseren Jahre, die er zweifellos bereits lange hinter sich gelassen hatte.

Sehr sehr schön formuliert. Vor dem geistigen Auge erscheint ein konkretes Bild des Mannes. So soll es sein!

Zitat:

Während er schlecht gelaunt so dahinschritt, glaubte er einen Schatten hinter den Regal umherhuschen zu sehen..

... hinter dem Regal (oder den Regalen) umherhuschen zu sehen.

Zitat:

Seine Bewegungen erschienen für das normale Auge verzerrt, seine Geschwindigkeit ging dank des Amuletts weit über menschliche Grenzen hinaus.

Gut gelungener Satz! Mir gefällt dein Schreibstil. Wenn du so weitermachst und diese Qualität beim ganzen Roman durchhältst, wird das bestimmt ein gutes Buch, das ich auch gerne lesen würde.


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Grüße
Sabine

"Ein Herz und eine Handvoll Asche" (AllAge 2013)
"Mipu - Die Geschichte eines kleinen Helden" (Ab 10 Jahren, 2013)
"Die ersten Schritte als Autor" (noch nicht erschienen, Sieben-Verlag 2013)
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Sabine1986
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 32
Beiträge: 120
Wohnort: Mittelfranken


BeitragVerfasst am: 20.12.2012 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Noch ein kleiner Nachtrag:

Der Text klingt nach einem Prolog als nach einem Epilog. Ein Epilog ist ja vergleichbar mit einer Schlussrede, einem Nachwort. Du meinst hier wohl eher ein Vorwort, oder?


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Sabine

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Hinti11
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Alter: 21
Beiträge: 14



BeitragVerfasst am: 20.12.2012 15:28    Titel: Re: Die Zeit (Arbeitstitel) pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstmal, danke für die positive Kritik, motiviert und macht Lust weiterzuschreiben. smile

Werde unverzüglich die noch nicht ganz stimmigen Ausdrücke umformulieren und ausbessern und wenn ich etwas weiter bin, evtl. Teile des 1. Kapitels hereinstellen.

Und jap, ich hab wohl unbedacht das Wort Epilog, statt Prolog verwendet, natürlich ist dieser Auszug der Beginn einer Gescichte und nichtdas Nachwort. Danke fürs aufmerksam machen! smile
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Neraka
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 26
Beiträge: 71



BeitragVerfasst am: 20.12.2012 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ah, ich habe es jetzt tatsächlich als Epilog verstanden, also als Nachrede. Hätte, finde ich, auch gepasst. So ein Mord am Ende des Buches, vielleicht als Einstieg in den zweiten Roman ?  Laughing
Aber egal ob Prolog oder Epilog, es liest sich sehr gut!


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Harald
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Alter: 71
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BeitragVerfasst am: 20.12.2012 17:40    Titel: Re: Die Zeit (Arbeitstitel) Antworten mit Zitat

Vorab möchte ich dir einen tollen Schreibstil bescheinigen, mir fallem nur einige Kleinigkeiten auf

Hinti11 hat Folgendes geschrieben:
Nur dieses kleine, unscheinbare Amulett vermochte die Zeit selbst zu beeinflussen. Nachdenklich wand er das machtvolle Kleinod in seinen Fingern.


Nachdenklich wandt es das ...

siehe --> http://www.duden.de/rechtschreibung/wenden

bzw --> http://www.duden.de/rechtschreibung/winden_verbinden_bewegen_kruemmen

Hinti11 hat Folgendes geschrieben:
Obwohl er noch immer beunruhigt von den seltsamen Schattenspielen war, fokussierte er sein eigentliches Ziel, einen alten Folianten aus den Zeiten der Ältesten. Ein Schriftstück, dass dem Besitzer möglicherweise die Fähigkeit gab


Fokussieren heißt ja, mit den Augem fixieren, folglich muss etwas zu sehen sein - der Foliant ist aber, wie wir erfahren, verschwunden.
Das Ziel sollte somit das Regal sein, auf dem er sich befinden müsste ...

Hinti11 hat Folgendes geschrieben:
„Es ist Zeit, der Welt zu zeigen, dass es uns noch gibt, dass wir bereit sind, alles zu tun, um wieder die Macht an uns zu reißen. Die Ältesten waren schon immer schwach, hielten sich aus den Ereignissen der Welt heraus. Sie hätten Götter sein können, Stow - GÖTTER! - und doch wählten sie die Rolle des Beobachters. Nach ihrem vorzeitigen Ableben gaben sie euch, den Menschen, ihre Macht, ein weiterer unverzeihbarer Fehler, den ich nun begleichen werde.
 Grüße meine Brüder von mir!“


 Wink


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Hinti11
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BeitragVerfasst am: 21.12.2012 09:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die Verbesserungsvorschläge Harald!
Werde sobald ich kann die Fehlerbausbessern.

Wobei fokussieren auch bedeuten kann, sich auf ein bestimmtes Ziel das man erreichen will, in diesem Fall der Foliant, somit würde es gehen. Oder täusche ich mich?
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Harald
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BeitragVerfasst am: 21.12.2012 14:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hinti11 hat Folgendes geschrieben:

Wobei fokussieren auch bedeuten kann, sich auf ein bestimmtes Ziel das man erreichen will, in diesem Fall der Foliant, somit würde es gehen. Oder täusche ich mich?


Sei so nett und schreibe mal diesen ersten Satz ganz aus, du lässt offen, was du meinst ...

***

Fokussieren heißt, das Auge auf einen Punkt/ein Objekt zu fixieren ...

http://www.duden.de/rechtschreibung/fokussieren

... und steht allgemein für die Möglichkeit unserer Augen, die Sehschärfe auf die Entfernung des Objektes einzustellen. Mithin ist zum Fokussieren ein Zielobjekt nötig, in diesem Fall zumindest das Regal. auf dem sich der Foliant befinden sollte ...



 Wink


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stormcloud
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BeitragVerfasst am: 21.12.2012 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Respekt!
Dein Text ist wirklich klasse und ich würde einen wesentlich älteren Autor dahinter erwarten. Die Geschichte klingt stimmig und weckt Interesse.

Bin nicht ganz sicher, ob es so uneingeschränkt als Prolog verwendet werden sollte, denn das "Bild" der Bibliothek und die Machtbeschreibung der Bruderschaft sind beinahe zu viel des Guten. Das ist jetzt meine Meinung, andere mögen es ganz anders sehen Rolling Eyes
Die Formulierung: "Grüße meine Brüder von mir", habe ich nicht recht verstanden. Genauso auch nicht den "einfach erscheinenden Dolch".
Stirbt dein Protagonist - was angesichts der Verletzung anzunehmen ist oder wird er überleben? Soll er tote oder lebende Brüder grüßen? Aber dieses Geheimnis wirst du sicher auflösen Smile
Stelle mir vor, dass vom Dolch nur das Griffstück erkennbar ist. Ist das nur ein schlichtes, einfaches Teil?

Aber das sind nur Kleinigkeiten in einem hervorragenden Text.
Mir gefällt dein Satzbau richtig gut. Ein schöner Erzählstil - du hast wirklich Talent!


Viele Grüße von Josef


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Endgegner
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Beiträge: 36



BeitragVerfasst am: 29.12.2012 16:30    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir auch!

Dein Text verrät und verschweigt gerade genug, um meine Neugier zu wecken. Höchstens der Dialog des Attentäters offenbart vielleicht schon ein bisschen zu viel für meinen Geschmack.

Eine Sache hab ich noch:

Hinti11 hat Folgendes geschrieben:
Siegessicher wandte Stow sich um, um dem närrischen Angreifer in den Rücken zu fallen, als ihn just in diesem Moment ein alptraumhafter Schmerz durchfuhr.

Das Wort "just" finde ich hier unpassend, stattdessen würde ich "genau" oder Ähnliches schreiben. "just" verorte ich eher in humoristischen Texten.
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Hinti11
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 21
Beiträge: 14



BeitragVerfasst am: 01.01.2013 22:00    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Harald hat Folgendes geschrieben:
Hinti11 hat Folgendes geschrieben:

Wobei fokussieren auch bedeuten kann, sich auf ein bestimmtes Ziel das man erreichen will, in diesem Fall der Foliant, somit würde es gehen. Oder täusche ich mich?


Sei so nett und schreibe mal diesen ersten Satz ganz aus, du lässt offen, was du meinst ...

***

Fokussieren heißt, das Auge auf einen Punkt/ein Objekt zu fixieren ...

http://www.duden.de/rechtschreibung/fokussieren

... und steht allgemein für die Möglichkeit unserer Augen, die Sehschärfe auf die Entfernung des Objektes einzustellen. Mithin ist zum Fokussieren ein Zielobjekt nötig, in diesem Fall zumindest das Regal. auf dem sich der Foliant befinden sollte ...


Ah oke. Hab dann die Erklärung im Duden falsch gedeuted.

@Stormcloud: Wird alles aufgeklärt keine sorge! lol2 Du hast recht, es ist nur der Dolchgriff zu sehen, doch von ihm kann meiner Meinung nach erkennen ob er jetzt verziert ist oder einfach nur z.B. ein Küchenmesser wink

@Endgegner: Danke! Das mit dem Attentäter ist auch so gewollt, ich hab mehrer Varianten ausprobiert und mir hat die am besten gefallen.

"Genau" wollte ich vermeiden, da es sowieso zu oft vorkommt, jetzt hab ich mal etwas tiefer gegriffen. Stört es wirklich zu sehr? Dann schau ich ob ich einen Ersatz finden kann.

Werde bald einen Teil des 1. Kapitels hereinstellen!
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Sel93
Sonntagsschreiber

Alter: 26
Beiträge: 24



BeitragVerfasst am: 20.01.2013 02:00    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text hat auch mir auch außerordentlich gut gefallen. Ich hoffe jedoch, dass die Magie in deinem Buch nicht so grenzenlos ist, wie im Prolog beschrieben. Es ist immer wichtig, seine Magie in der Fantasy zu limitieren, zum Beispiel durch Kosten bzw. Opfer oder physische Grenzen.

Insgesamt kam der Text mir beim Lesen tatsächlich wie ein Epilog vor (nicht negativ).  Das liegt wohl daran, dass die Person, mit der du beginnst, anscheinend gerade etwas ganz Großes erreicht hat und jetzt am Gipfel seiner Macht steht. Zum Anderen dadurch, dass du direkt sehr viele Informationen raushaust. Ob es zu viel war, kann ich nicht sagen, aber mich hat der Prolog auf jeden Fall neugierig gemacht, auf die Bruderschaft, die Ältesten, die Magie und deren Wirkung sowie die Person, aus deren Sicht du erzählst (auch wenn wir über sie wahrscheinlich nicht mehr allzu viel lesen werden).

Ein paar stilistische Verbesserungen:

Zitat:
selbst zu wachen. Nur als einer von wenigen Menschen, wurde ihm diese Ehre zuteil.


Das Komma ist überflüssig, außerdem finde ich den Satz etwas umständlich formuliert. Schreib doch einfach: Nur wenigen Menschen wurde diese Ehre zuteil.

 
Zitat:
Ausschließlich den die treuesten und loyalsten Anhängern der Bruderschaft, jenen, die ihr ganzes Leben selbstlos hingegeben hatten, wurden von den Ältesten erwählt, anstatt ihrer über die Zeit zu wachen.


Zitat:
Langsam gleicht mein Gesicht mehr dem eines Trogg-Hundes,als dem stolzen Antlitz eines Großmeisters.


Die kursiv geschriebenen Gedanken, die du hier und da einstreust, finde ich super. So kann man gleich viel besser in Gedankenwelt und Persönlichkeit der Person eintauchen. Nur nicht übertreiben damit (in deinem Text war es genau richtig).

Zitat:
Während er schlecht gelaunt so dahinschritt, glaubte er einen Schatten hinter dem Regal umherhuschen zu sehen..


Schlecht gelaunt? Das hatte sich aber vorher nicht so angehört. Er schien ziemlich glücklich über die Ehre, die ihm zuteil wurde. Die Sache mit dem Alter wird ihn wohl kaum so heruntergezogen haben. Wenn doch, wäre das etwas sprunghaft.

Zitat:
Ein kurzer, dunkler Fleck, der vorbeiblitzte, beinahe ohne Substanz. Ohne etwas erkennen zu können, schob er das Ereignis auf die schwüle und stickige Sommerluft, die in der Bibliothek herrschte.


Kommata werden gesetzt, wenn man beim Lesen eine Pause macht. Beim Korrekturlesen solltest du am besten laut (oder flüsternd) und langsam lesen und eine Korrekturlesung nur den Kommata widmen. Du hast nämlich einige Fehler dieser Art drin (hab jetzt nicht alle herausgesucht).
Beim zweiten Satz stolperte ich etwas. Es hört sich an, als würde er das ganze als Illusion abtun, OBWOHL er gar nix erkennen kann. Du wolltest aber ausdrücken, dass er es als Illusion abtut, WEIL er nichts Auffälliges erkennen kann. »Er hielt kurz inne, doch da er nichts Auffälliges entdecken konnte, ...«
 
Zitat:
Als er die Stelle fand, an der er den Folianten vermutete, benutzte er abermals das Amulett, um eine der vielen, gewaltigen Leitern herbeifahren zu lassen, und begann den Aufstieg.


Hier hätte ich mir gewünscht, dass du etwas mehr von der Magie selbst beschreibst. Wie wird sie gewirkt, wie funktioniert sie, was für Gefühle löst sie aus und wie manifestiert sie sich in der physischen Welt?

Zitat:
Aus den Augenwinkeln sah er die dunkle Gestalt heranstürmen und im letzten Moment warf sich Stow zur Seite.


Das "und" würde ich weglassen und durch einen Punkt ersetzen, da Ranstürmen und Ausweichen nicht gleichzeitig passieren (erst stürmt der Schatten ran, dann (als Reaktion) weicht er im letzten Moment aus).

Zitat:
Siegessicher wandte Stow sich um, um dem närrischen Angreifer in den Rücken zu fallen, als ihn just in diesem Moment ein alptraumhafter Schmerz durchfuhr.


Alptraumhaft finde ich etwas ungenau. Es bedeutet wohl schrecklich oder stark. Aber das ist eher ein Beschreiben des Schmerzes als ein Zeigen. Schreib doch einfach das naheliegenste: stechender Schmerz - Dann kann der Leser sich besser was darunter vorstellen.
just in diesem Moment kannst du mMn ersatzlos streichen. »..., als ihn ein stechender Schmerz durchfuhr.«
 
Zitat:
Wie war das möglich?
Ein einfach erscheinender erschienener Dolch ragte aus seinem Brustkorb, ungläubig und aus großen Augen starrte er die winzige Waffe an.


Hier kommt mir die Situation nicht gut genug rüber. Außerdem sollte vor dem Gedanken (Wie war das möglich) erst einmal eine Reaktion / ein Reflex folgen.

»Seine krampfenden Hände schnellten an den Ursprung des Schmerzes. Wie war das möglich?
Ein Dolch war wie aus dem Nichts erschienen, hatte ihm den Brustkorb zersplittert und das Herz durchbohrt. Die Klinge war tief in ihn eingedrungen und nur der hölzerne Griff ragte noch hinaus.
Er öffnete den Mund, um einen Schrei des Schmerzes auszustoßen, doch die Luft in seinen Lungen reichte nur für ein leises Krächzen. Langsam fiel er auf die Knie und starrte seinen Widersacher ungläubig und mit großen Augen an. Dieser hatte sich vor ihm aufgebaut und schaute triumphierend auf ihn herab.
„Ihr seit nicht der Einzige mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, Stow."
...«

(nur ein Beispiel)

Zitat:
Die Stimme hatte eine Kälte, die ihn erzittern ließ, und besaß einen seltsamen Nachhall.


hatte ist ein schwaches Verb. Besser z.B. barg.
Besaß einen seltsamen Nachhall...wieso schreibst du nicht einfach das Verb aus?
Beispiel:
»Die Stimme barg eine Kälte, die ihn erzittern ließ, und hallte in seinen Ohren nach wie die Worte eines Priesters bei seiner Messe.«

Zitat:
Stow wurde immer schwindliger, der Schmerz war ins Unermessliche gewachsen.


Show don't tell .. schreib nicht, dass ihm schwindeliger wurde und der Schmerz größer wurde. Zeige es dem Leser.

Beispiel:
»Alles begann sich zu drehen, sein Blick verschwamm und der Schmerz in seiner Brust pochte stärker, als sein Herz es jemals getan hatte.«
 
Zitat:
„Es ist Zeit, der Welt zu zeigen, dass es uns noch gibt .Dass wir bereit sind alles zu tun, um wieder die Macht an uns zu reißen. Die Ältesten waren schon immer schwach, hielten sich aus den Ereignissen der Welt heraus. Sie hätten Götter sein können Stow, GÖTTER! Und doch wählten sie die Rolle des Beobachters. Nach ihrem vorzeitigen Ableben gaben sie euch, den Menschen ihre Macht, ein weiterer unverzeihbarer Fehler. Den ich nun begleichen werde. Grüße meine Brüder von mir!“


Der Dialog ist sehr direkt. Vielleicht kannst du das ganze etwas wager erscheinen lassen,

Zitat:
Der Großmeister riss nur noch ungläubig die Augen auf, dann entfaltete der Dolch seine wahre Wirkung.


Hattest du schon.

Ich hoffe, ich konnte dir damit ein paar Anregungen und Tipps für die Zukunft geben. Ich bin jetzt bewusst etwas tiefer in die Analyse gegangen, damit du den ohnehin schon gelungenen Prolog noch weiter verfeiern kannst. Es hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht, den Text zu lesen.
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