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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert fuchswinter


 

 
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_narrative
Schreiberling


Beiträge: 268
Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 16.12.2012 23:22    Titel: fuchswinter eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wenn der winter seine verklebten finger krümmt
und die menschen aneinanderdrückt die der schnee
durch die straßen weht folgen wir ihnen ans meer und unser lachen
webt silbrige staubbänder durch die salzverkrusteten häuserküsten

unsere schritte hauchen ornamente in die erde und
sprühender regen wirbelt in kreisen darüber hinweg
gleich deinem fuchsroten atem der meine haut in brand setzt
er schmerzt wie das ende eines herznahen filmrisses unser
seufzer schraubt sich in die finsternisdunklen wolken hinein
kristallzart klar und bitterviolett wie küstenwind

deine augen atmen ihre eigene melodie jeder zug
ein eigenes motiv eine variante eine note die du
honigperlensüß in meine lippen zupfst und ich
kann den blick nicht abwenden
meine streicherbögenlungen spannen sich an und ich
ebbe ab in deinen fuchsarmen bis all deine wärme
an meine haut friert und dein fuchsfell in
meinen wimpern zerrinnt so nah
so nah

bis wir eins sind

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Eredor
Geschlecht:männlichDichter und dichter

Moderator
Alter: 26
Beiträge: 4569
Wohnort: Heidelberg
Das silberne Stundenglas DSFx
Goldene Harfe Pokapro III & Lezepo I


Traumtagebuch
BeitragVerfasst am: 17.12.2012 00:22    Titel: Antworten mit Zitat

n,
ich würde dir gern als erster sagen, dass dieses gedicht in den lyrik-
hauptbereich gehört. das ist so wunderschön, dass ich tatsächlich eifersüchtig bin.
und das, selbst nach mehrmaligem durchlesen.
ich finde immer wieder neue stellen und facetten, die mir vorher nicht aufgefallen waren
wirklich klasse, und da behaupte mal, du kannst keine gedichte schreiben.
das wird nominiert, und wenn du nicht den kleinen literaten einsackst, ja wer dann?


_________________
"vielleicht ist der mensch das was man in den/ ersten sekunden in ihm sieht/ die umwege könnte man sich sparen/ auch bei sich selbst"
- Lütfiye Güzel
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Kätzchen
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 28
Beiträge: 711
Wohnort: Katzenkörbchen


BeitragVerfasst am: 17.12.2012 11:11    Titel: Antworten mit Zitat

Wow wirklich schön.
Ich muss dabei irgendwie an die Legende von Nine-Tail denken, der neunschwänzigen verführerischen Fuchsdame.

Was auch immer es ist oder wie sehr ich mich irre, es ist wirklich wunderschön!


_________________
Wir sind, wer wir sind.
Ich tippe und rede schneller, als mein Hirn denken kann.
Erwachsener und unvernünftiger als je zuvor.
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_narrative
Schreiberling


Beiträge: 268
Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 17.12.2012 20:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank euch beiden.

Dennis, ich werde schon wieder rot und röter, je öfter ich deinen Kommentar lese. Danke, danke. Eifersüchtig brauchst du allerdings nicht zu sein, sobald du deine schönen Texte aus dem Trashthread rausbringst, bin ich die jenige, die sich wünscht, deine tollen Bilder erdacht zu haben, du verkappter Lyrikgott.

Danke auch für deinen Kommentar, Kätzchen. Es freut mich sehr, dass dir der Text gefällt.
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Quatalenior
Geschlecht:weiblichAbc-Schütze

Alter: 26
Beiträge: 6



BeitragVerfasst am: 29.12.2012 01:05    Titel: Klasse. Antworten mit Zitat

Hallo _narrative!

Dein Gedicht hat mir äußerst gut gefallen, ganz besonders die Bilder und wie du auch sonst mit Stilmitteln spielst.
Auch muss ich sagen, dass ich auch das satzzeichenlose und zeilenumbruchbehaftete Kleid, in welches du es gehüllt hast, mag.

Ich hoffe auch, dass wir in Zukunft noch mehr von dir zu lesen bekommem Wink

Der einzige Kritikpunkt, den ich erwähnen muss, ist dieser Letzte einsame letzte Vers. Der findet sich heutzutage gefühlt in jedem zweiten Gedicht wieder (alleine hier im Forum). Langsam wird das langweilig (sorry, aber es ist so).

Ansonsten, tadellos. Weiter so!
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_narrative
Schreiberling


Beiträge: 268
Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 01.01.2013 21:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Quatalenior,

vielen Dank für deinen Kommentar und es freut mich sehr, dass dir der Text gefällt!

Das ist wohl Geschmackssache, aber die letzte Verszeile finde ich persönlich wichtig, vor allem bei mir unbekannten Gedichten. Die Leere zwischen ihr und dem Rest des Textes lese ich als eine kurze, angespannte Stille, Pause, ein Atemzug und dann - doch noch etwas. Aber wie gesagt, Geschmackssache. Allerdings werde ich auf jeden Fall einmal versuchen, die letzte Verszeile mehr zu integrieren. Danke dir dafür!

Grüße,
n
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Strichpunkt
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 166

Bronzene Neonzeit


BeitragVerfasst am: 02.01.2013 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hi _narrative,

Wollte mal sehen, was du sonst noch so schreibst und habe mich einmal durch alle deine Gedichte gelesen und mir ist gleich die Ähnlichkeit der Motive und Bilder ins Auge gesprungen. Du variierst über drei Gedichte (fuchswinter, scherbenwinter und riss. Manchmal tauchen sie auch noch in schlaf auf) hinweg Leitmotive. Deshalb bin ich zu deinem ersten Text zurückgekehrt und möchte dir einen Kommentar dalassen.

Zitat:
Wenn der winter seine verklebten finger krümmt
und die menschen aneinanderdrückt die der schnee
durch die straßen weht folgen wir ihnen ans meer und unser lachen
webt silbrige staubbänder durch die salzverkrusteten häuserküsten


Die Verse zu Beginn gefallen mir sehr gut, da ist mir auch der Bezug zum Titel sehr klar. Für mich noch unverbrauchte Bilder, halte ich für sehr gelungen. Ab "folgen wir ihnen ans meer und unser lachen / webt silbrige staubbänder durch die salzverkrusteten häuserkrüsten" wird mir das Bildfeld zu weitläufig. Der Sprung zum Meer steht für mich in direkter Opposition zum vorher aufgebauten Winter. Auch hier beschwörst du wieder viele Bilder herauf. Hier taucht zum Beispiel das erste Mal das Bild des "Webens" auf, dass du oft weiterverwendest.
Ich verstehe die Verbindung zwischen "lachen" und "staubbänder" noch nicht ganz. Staub ist etwas vermodertes, altes, trockenes, soll ich das nun mit in Verbindung mit dem Lachen setzen? Hier verspüre ich vielmehr das Verlangen, eine Bewegung, eine Frische in den Text bzw. das Bild zu bringen. Die salzverkrusteten häuserküsten etwas zu sprengen. Das würde dann aber ein anderes Bild verlangen.

Zitat:
unsere schritte hauchen ornamente in die erde und
sprühender regen wirbelt in kreisen darüber hinweg
gleich deinem fuchsroten atem der meine haut in brand setzt
er schmerzt wie das ende eines herznahen filmrisses unser
seufzer schraubt sich in die finsternisdunklen wolken hinein
kristallzart klar und bitterviolett wie küstenwind


Vorher hat Schnee die Menschen zusammengedrückt, jetzt sprüht Regen über die Schritte. Auch Feuer bringst du in diese Strophe noch mit hinein ("atem der meine haut in brand setzt"). Bei "kristallzart klar" bin ich mir nicht ganz sicher, ob da nicht etwas zu viel ist. Kristallklar sagt und hört man relativ oft, Kristalle sind für mich auch oft klar, deshalb würde ich das "klar" im letzten Vers überdenken. Auch "finsternisdunklen" ist doppelt gemoppelt. Finsternis ist immer dunkel, das wirkt überladen, ich würde eines davon streichen. Eher das "dunkel", weili finsternis noch so etwas Geheimnisvolles an sich hat.

Zitat:
deine augen atmen ihre eigene melodie jeder zug
ein eigenes motiv eine variante eine note die du
honigperlensüß in meine lippen zupfst und ich
kann den blick nicht abwenden
meine streicherbögenlungen spannen sich an und ich
ebbe ab in deinen fuchsarmen bis all deine wärme
an meine haut friert und dein fuchsfell in
meinen wimpern zerrinnt so nah
so nah


Die Anfangsverse halte ich hier wieder für sehr gelungen!
"honigperlensüss in meine lippen zupfst" da funktionierst das Bild für mich nicht ganz, weil "zupfen" bei mir eine völlig andere Bewegung assoziiert. Das ist eine "Raus-Bewegung" und keine "Hinein-Bewegung".
"streicherbögenlungen" ist zwar ein Nomen, das sich schön ansehen lässt, aber wenn man es ausspricht, klingt das doch etwas komisch. Das liegt an diesem etwas sperrigen Ö, das der Plural fordert. Die einfache Reparatur wäre der Singular: "streichbogenlunge" oder etwas Ähnnliches. Hier taucht wieder der Fuchs auf, sogar zweimal.

Zu Beginn arbeitest du mit dem Winter, den du nach wenigen Versen allerdings wieder verlässt. Weshalb das Bild also? Den Fuchs würde ich im Titel belassen, auch in den Versen, den Winter allerdings nicht. Das Meer, Küste und der Wind spielen hier eine viel wichtigere Rolle. Als Titel könnte ich mir zum Beispiel "fuchsatem" vorstellen oder so.

Mal sehen, was du denkst.

Liebe Grüsse
Strichpunkt
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_narrative
Schreiberling


Beiträge: 268
Wohnort: Augsburg


BeitragVerfasst am: 04.01.2013 12:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey Strichpunkt,

danke für deine aufmerksamen Anmerkungen.

Der Grund für die Motive, die sich durch die Texte ziehen, ist simpel. Sie gefallen mir! Solange ich nicht das Gefühl habe, dass sie mir zu langweilig werden, verwende ich sie weiter, bis es eben ausgeschöpft ist. Falls sie nicht stören.

Der Sprung vom Winter zum Meer ist gewollt. Es vollzieht sich ja ein Wandel innerhalb der Zeilen, eine Besserung, eine mentale Abgrenzung von der Kälte. Die Staubbänder stehen für den Atem, der in der Winterluft sichtbar wird. Nichts Großes. Staub muss nicht alt und vermodert sein smile Hmm. Etwas in Lippen zupfen funktioniert für mich. Es ist abstrakt und assoziiert Bezüge zu einem Saiteninstrument.

Der Winter ist der allumfassende Umstand, die Voraussetzung, ein Zeitabschnitt. Dass es "fuchswinter" heißt zeigt eine nur begrenzte Zeit und ein kommendes Ende auf.

Danke für deine Hilfe!

Grüße,
n
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