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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Wenn der Tod alle Gräben aufreißt


 

 
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paradoxon
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BeitragVerfasst am: 25.11.2012 16:16    Titel: Wenn der Tod alle Gräben aufreißt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wenn der Tod alle Gräben aufreißt

Ich kaure in der Ecke, röchle, zerre mir das von den Tränen angegriffene Halstuch über den Mund und blicke auf die braune Holztür, die ungelenk herüberwinkt und mir zuschreit: „Bin ich Zuflucht oder Fluch?“ Ich starre sie verbissen an, als ob sie durch meine Blicke ächzend ihre Gelenke verrenke und mich verschlänge in ihre wartende Heimlichkeit.

Mein Röcheln verstummt, ich muss beruhigt aussehen: keine Wimper tanzt mehr, keine Träne rinnt mehr. Doch mein Körper verkennt den unleidlichen Kampf, der wütet – wütet in meinen Gedanken, die mit den schärfsten Waffen darum kämpfen, gedacht zu werden.

Es nähern sich Gestalten: die Hände wie raue Steine aneinander reibend, die unter schwarzen Hüten lauernden Blicke auf mich richtend, stürmen sie heran. Lassen mit jedem ihrer Schritte die Wettstreiter in meinem Kopf sich mehren und keinen Sieger im Kampf der Gedanken finden – ja,  jeder von ihnen begehrt zu gewinnen, begehrt die anderen lästigen Gedanken zu verdrängen, zu erniedrigen, um als einziger gedacht zu werden.

Da erhebe ich mich, suche verzweifelt den Türgriff, ergreife ihn, ziehe ihn mit aller Kraft nach unten und die Türe öffnet sich. Der Kampf hat einen flüchtigen Sieger: „Danke, danke liebe Türe“. Doch im nächsten Moment, als ich ins Dunkel eintrete, ist der Gedanke gefallen und beginnt seinen Kampf von Neuem.

Ich ziehe die Türe zu, verschließe sie mit dem von innen steckenden Schlüssel, reiße ihn aus seiner Verankerung und werfe ihn ins Dunkel. Ein leiser, im Kampf verlierender Gedanke stöhnt: „Du willst doch wieder raus hier! Warum schleuderst du den Schlüssel ins Dunkel?“ Doch sogleich geht der Gedanke unter im Gefecht und ein neuer ist bereits Anwärter auf den Sieg, als ich durch das Schlüsselloch luge und die Gestalten zwei Schritte vor der Türe stehen sehe: „Mein Inneres wollt ihr, aber dazu müsst ihr erst mein Äußeres erreichen!“

Und sie versuchen, es zu erreichen: rütteln erst heftig an der Türklinke und da sie begreifen, dass dies Rütteln zwecklos ist, beginnen sie in hektischer Melodie gegen die Tür zu schlagen.

Ich aber höre nichts vom Gepolter, habe mir die Hände auf die Ohren gedrückt und mich neben der Tür eingerollt. Für wenige Sekunden höre, rieche und sehe ich nichts, lasse die Schwärze ihre unsichtbar machende Decke über mich legen. Doch ich finde keine Ruhe, denn ich fühle, wie die Gedanken weiter wüten. Wie sie ihre Waffen schwirrend heben und klirrend aneinander schlagen.

Nach diesen stillen und doch so lauten Momenten, nehme ich die Hände von den Ohren, in der Hoffnung die fremdem Schreie und das fremde Gepolter mögen meine eigenen, stummen Schreie übertönen. Ich hoffe vergebens, die fremden Schreie verstärken meine eigenen noch und lassen einen jungen Gewinner im Kampf der Gedanken jauchzen: „Ihr wollt sie vergessen, ihr wollt Selma vergessen!“

Wegen des Lärms auf der anderen Seite der Tür, krieche ich tiefer in den Raum hinein - bis ich mit dem Kopf gegen etwas Weiches stoße. Ich taste, mache das Ertastete als Sessel aus, ziehe mich an diesem nach oben und die Polster empfangen mich stöhnend. „Verschluckt mich, ihr Polster, verschluckt mich und spuckt mich aus bei Selma!“, schreit sogleich ein siegreicher Gedanke. Alsbald stoßen ihn andere Kämpfer vom Thron und er stürzt hinab – tief in einen der Gräben, die jeden meiner Gedanken auffangen und ihn verbergen, bis ich ihn wieder entdecke.

Einen niedrigen Graben, dessen Schützlinge ich mit bloßer Hand ergreifen könnte, hatte ich in den letzten Tagen häufig wieder entdeckt. Immerzu hatte ich die darin verborgenen Gedanken aufs Schlachtfeld gezogen und sie einen flüchtigen Sieg erringen lassen. Doch nähern sich die fremdem Gestalten, flüchten die Gedanken sich in ihren gewohnten Graben, aus Angst, sie könnten in einen fremden gestoßen werden, der sie für ewig verschlingt.

Auch jetzt, als die Gestalten gewillt sind, die Tür aufzubrechen, springen sie in ihren Graben und als die Tür donnernd aufspringt, ducken sie sich ängstlich. Ich erschrecke ebenfalls, verberge mich hinter dem Sessel, halte die Luft an und versuche ruhig zu bleiben. Ob ich es bin, weiß ich nicht, ich vermag die inneren und die äußeren Geräusche nicht mehr zu unterscheiden, sie sind Eins geworden! Schreien mich mit vereinten Kräften nieder, lassen mich die Hände auf die Ohren drücken, die Muskeln verkrampfen, das Herz poltern – doch ruckartig ist da Stille, äußerliche und innerliche.

Ich vermag nicht zu sagen, wie lange die Stille währt, ich habe jedes Zeitgefühl verloren – und darüber bin ich dankbar! Mit der Uhr haben sich die Menschen einen Erpresser um die Handgelenke geschnürt und ich, ich sonstige Geisel, bin ihm für Momente entflohen! Bin frei von jenen unsichtbaren Fesseln, die meine kämpfenden Gedanken sonst reizen! Bin frei vom Kampf, denn die Gedanken legen ihre Waffen nieder und nehmen schweigend teil am Schauspiel, das sich nun auf diesem einstigen Schlachtfeld zuträgt: Alle Gedanken, jene aus den Gräben und jene, die vor wenigen Momenten noch kämpften, stellen sich in einer Reihe auf.  Sie orientieren sich an keinem Führer, sie wissen welcher Platz in der Reihe der ihre ist.

Nachdem jeder seinen Platz gefunden hat und ruhig weilt, spielt dieses absurde Theater seinen zweiten Akt: Jeder Gedanke wird nun einzeln von mir gedacht, ohne, dass ein anderer dazwischen ruft, ohne, dass ich abgelenkt bin, ohne, dass das Denken mich anstrengt.

Der Gedanke, der aus dem tiefsten Graben stieg, beginnt: Er ist ein Gedanke an mein erstes Erlebnis auf dieser Welt. Ich vernehme ihn nicht in Worten, er zeigt einfach, zeigt ein matt schimmerndes Gemisch aus allen denkbaren und undenkbaren Farben. Ich kenne die Farben nicht, sie sind mir neu – sie sind nicht blau wie der Himmel oder rot wie das Blut, sie sind einfach!

Nun beginnen sie hin und her zu wischen, lassen dunkle helle Töne überlaufen, lassen laute leise Töne übertönen und dann, nach vielerlei Variationen, setzen sich zu einem klaren Bild zusammen: helle Farben formen Spitzes, dunkle formen Rundes, das allmählich von der hellsten aller Farben umschlossen wird ... Nun, da sich alle Farben geordnet haben und mir ein Gedanke Worte reicht, kann ich sagen was es ist: Ein Gesicht, ein mir vertrautes Gesicht.

So setzt sich das Schauspiel fort, die Gedanken laufen mir der Reihe nach zu, reichen mir neue Farben und Worte und verschwinden dann in ihren Gräben. Dort lauern sie, wissend, wann sie wieder hervorkommen müssen, um gedacht zu werden.

Hier scheint sich mein Leben abzuspielen, chronologisch geordnet und nach einigen Gedanken auch in zeitlichen Rahmen gezwungen. Jeder erlebte Moment wird neu erlebt, ich weiß nicht, welcher auf den nächsten folgt. Es ist ein wunderbares und schreckliches Schauspiel, denn ich fühle alles: die schönen, die traurigen, die hässlichen und die fröhlichen Momente. Es ist ein Medley der Empfindungen! Nur eines bleibt unverändert: der Ablauf des Schauspiels - jeder Gedanke folgt sorgsam auf den nächsten, keiner prescht vor und verdrängt einen anderen, alles hat seine Ordnung!

Doch nun, als nur noch wenige Gedanken mit ihren Botschaften warten und die meisten sich in ihren Gräben verbergen, gerät das Schauspiel außer Kontrolle: die Gedanken verharren nicht mehr, bis sie an der Reihe sind, sie kämpfen nun darum, von mir gedacht zu werden! Auch die in den Gräben hausenden Gedanken stürmen hervor und mischen das Schauspiel auf. Ich erkenne nicht mehr, was die noch ausstehenden Gedanken mir erzählen wollen, ihre Botschaften sind schwer zu verstehen: die Worte vermischen sich zu ungeordneten Buchstaben, die keinen Sinn ergeben, die Bilder vermischen sich zu Farben, die keine Form ergeben. Einzig ein Gedanke trägt mir seine Botschaft klar zu: „Selma!“ schreit er, immerzu „Selma!“

Dann ist da wieder Schwärze.

Bis ich fremde Stimmen höre, Stimmen die nicht die der wütenden Gedanken sind – sondern die der Gestalten, die mich hetzten. Doch ich bleibe ruhig und will nicht fliehen, denn ich weiß nun: die Erinnerung an Selma sitzt in einem niedrigen Graben, einem, den niemand verschütten kann. Ich nicht und sie nicht. Niemals.

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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 28.11.2012 11:26    Titel: Re: Wenn der Tod alle Gräben aufreißt Antworten mit Zitat

Hallo paradoxon,

herzlich willkommen im Forum. Vielleicht magst du dich auf dem "Roten Teppich“ vorstellen, siehe hier:
http://www.dsfo.de/fo/viewforum.php?f=31

Ganz schon wortgewaltig kommst du daher, fast lyrisch erscheint mir deine Sprache. Das gefällt mir ausnehmend gut und interessiert mich gleich für diesen Text, auch wenn ich zögere, von einer "Geschichte" zu sprechen. Dieser Satz mit dem intelligent integrierten Reim hat es mir z. B. sofort angetan:

paradoxon hat Folgendes geschrieben:

Ich starre sie verbissen an, als ob sie durch meine Blicke ächzend ihre Gelenke verrenke und mich verschlänge in ihre wartende Heimlichkeit.

Und das ist wirklich nur ein Beispiel, ich könnte viele weitere aufzählen.

Inhaltlich erkenne ich eine "äußere", wohl real gedachte Handlung: Der Protagonist wird von Gestalten verfolgt, die ihm (so suggeriert der Titel und die offensichtliche Angst/Verzweiflung des Ich-Erzählers) nach dem Leben trachten. Am Anfang stürmen sie heran, aber dann verharren sie rüttelnd und klopfend an der Tür für den Rest des Geschehens. Wie erstarrt stehen sie schließlich da, ob und wann sie hereinkommen, bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

Währenddessen findet eine ganz andere "Action" statt, ein Wettkampf der Gedanken (ich verstand: Zwei Arten oder Gruppen von Gedanken), die im Kopf des Protagonisten um die Hoheit ringen. Leider habe ich nicht begriffen, wofür die einen, wofür die anderen stehen, nur dass es irgendwie mit (Gefechts-?)Gräben zu tun hat oder durch Gräben verbildlicht werden soll. Darum geht es m. E. all zu viele Zeilen lang, ohne dass sich mir dieser Kampf erschließt.

Diese beiden Handlungen überlappen sich, zweifellos beabsichtigt - das hat allerdings in meinem Kopf ein ziemliches Chaos erzeugt.
Keine Ahnung, warum der Protagonist am Schluss zur Ruhe kommt - was vielleicht auch daran liegt, dass ich nichts darüber erfahre, wer Selma ist und in welcher Verbindung sie zu ihm steht oder stand. Ist es seine Frau, seine Schwester, seine Tochter, die er zurückgelassen hat?

Unlogisch fand ich, dass die Tür erst "winkt", also sich offenbar im Wind in den Angeln bewegt, er später aber die Tür erst mühselig öffnen muss ?!

Korrekte Grammatik ist für dich selbstverständlich, Auch stilistisch kommst du mir sehr sicher vor, nur hier bin ich gestolpert:

paradoxon hat Folgendes geschrieben:

Für wenige Sekunden höre, rieche und sehe ich nichts, lasse die Schwärze ihre unsichtbar machende Decke über mich legen.

"Unsichtbar machende" klingt für mich ungelenk, mein spontaner Vorschlag wäre "tarnende" Decke.

Eine Überarbeitung würde mich sehr interessieren!

Hoffe, du kannst etwas damit anfangen

Grüße
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paradoxon
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 23
Beiträge: 18
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BeitragVerfasst am: 28.11.2012 18:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo nebenfluss,

erstmal vielen, vielen Dank für deine Rückmeldung und für den Wink zum "Roten Teppich". Werd mich demnächst mal rausputzen und dort einen Vorstellungs-Walk hinlegen...

So, nun zu deiner Auseinandersetzung mit dem Text. Und zu Beginn gleich nochmal ein Dankeschön für dein Lob hinsichtlich der sprachlichen Gestaltung.

Auf deine Interpretationen möchte ich eigentlich ungern eingehen - das Einzigartige an einem schriftstellerischen Produkt ist für mich, dass es mit jeder betrachtenden Person sein Wesen ändert. Da es sich bei meinem Text aber um etwas Experimentelles handelt und der Text wohl wirklich einige unklar formulierte Stellen aufweist, hier meine Gedankengänge, die mich zum Text geführt haben:


Zitat:
Inhaltlich erkenne ich eine "äußere", wohl real gedachte Handlung: Der Protagonist wird von Gestalten verfolgt, die ihm (so suggeriert der Titel und die offensichtliche Angst/Verzweiflung des Ich-Erzählers) nach dem Leben trachten.

Dass der Protagonist von Gestalten verfolgt wird, ist natürlich richtig. Allerdings trachten sie ihm (meiner Vorstellung nach) nicht nach dem Leben - sie versuchen lediglich mit ihm über den Tod der anderen Figur Selma zu reden. Der Protagonist ist mit der Konfrontation mit Selmas Tod jedoch überfordert und befürchtet, die Gestalten könnten ihm seine Erinnerungen an Selma austreiben. Die Überforderung zeigt sich in den Dutzenden verschiedenen Gedanken, die durch seinen Kopf schwirren (oder, um beim Bild meiner "Geschichte" zu bleiben, aus ihren Gräben zu  kommen, um einen Sieg zu erringern).


Zitat:
Wie erstarrt stehen sie schließlich da, ob und wann sie hereinkommen, bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

Eigentlich hatte ich vor, die Gestalten an folgender Stelle hereinkommen zu lassen:
Zitat:
Auch jetzt, als die Gestalten gewillt sind, die Tür aufzubrechen, springen sie in ihren Graben und als die Tür donnernd aufspringt, ducken sie sich ängstlich.

Tut mir leid, wenn dies nicht ersichtlich war - ist wohl der Undeutlichkeit meiner Worte geschuldet?

Zitat:
Währenddessen findet eine ganz andere "Action" statt, ein Wettkampf der Gedanken (ich verstand: Zwei Arten oder Gruppen von Gedanken), die im Kopf des Protagonisten um die Hoheit ringen. Leider habe ich nicht begriffen, wofür die einen, wofür die anderen stehen, nur dass es irgendwie mit (Gefechts-?)Gräben zu tun hat oder durch Gräben verbildlicht werden soll. Darum geht es m. E. all zu viele Zeilen lang, ohne dass sich mir dieser Kampf erschließt.

Wie bereits oben erwähnt: Die Gedanken sollen die Verwirrung, Überforderung im Kopf meines Protagonisten darstellen. Auch hier werde ich wohl nochmal Korrekturen hinsichtlich der inhaltlichen Übermittlung vornehmen.


Zitat:
Keine Ahnung, warum der Protagonist am Schluss zur Ruhe kommt - was vielleicht auch daran liegt, dass ich nichts darüber erfahre, wer Selma ist und in welcher Verbindung sie zu ihm steht oder stand. Ist es seine Frau, seine Schwester, seine Tochter, die er zurückgelassen hat?

Er kommt zur Ruhe, da er zur Erkenntnis gelangt, dass ihm die fremden Gestalten Selma nicht nehmen können, da ihm die Gedanken und Erinnerungen an sie nicht aus dem Kopf gehen.


Zitat:
Unlogisch fand ich, dass die Tür erst "winkt", also sich offenbar im Wind in den Angeln bewegt, er später aber die Tür erst mühselig öffnen muss ?!

Dieses "Winken" hatte ich eigentlich als ein "Herwinken" gemeint... als ein imaginäres Winken im Kopf des Protagonisten. Auch hier müsste ich wohl andere Wörter wählen, wird nachgebessert - genauso wie die Holprigkeiten mit der Dunkelheit.

Ich hoffe, du konntest mit meiner Antwort etwas anfangen - ich konnte mit deiner Antwort sehr viel anfangen.

Liebe Grüße
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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 28.11.2012 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

paradoxon hat Folgendes geschrieben:

Eigentlich hatte ich vor, die Gestalten an folgender Stelle hereinkommen zu lassen:
Zitat:
Auch jetzt, als die Gestalten gewillt sind, die Tür aufzubrechen, springen sie in ihren Graben und als die Tür donnernd aufspringt, ducken sie sich ängstlich.

Tut mir leid, wenn dies nicht ersichtlich war - ist wohl der Undeutlichkeit meiner Worte geschuldet?


Entschuldigen brauchst du dich natürlich nicht. Ich stimme mit dir überein, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, eine Interpretionshilfe nachzuschieben. Andererseits sind wir hier ja alles Autoren, und wenn ich mich mit einem Text auseinandersetze, möchte ich manchmal schon wissen wie es denn nun gedacht war.

Ich glaube, du kannst an meinem Kommentar ganz gut ablesen, in welcher Tiefe ich mich mit dem Text beschäftigt habe oder nicht.
In dem genannten Satz ist für mich das Problem, dass erst die Gestalten die Tür aufbrechen brauchen, dann die Gedanken in den Graben springen, dann die Tür (bedingt durch die Gestalten) aufspringt, woraufhin sich schließlich die Gedanken wiederum ducken.
Klar: Im Grunde ist das schön konstruiert. Jetzt, wo du mich draufstößt, frage ich mich, wie ich das überlesen konnte, aber das ändert halt nichts. Du erwartest vom Leser, diese abstrakten Ereignisse nachzuvollziehen.
Die "winkende Tür" geht für mich in die gleiche Richtung.  

Natürlich ist (zum Glück) auch nicht jede Literatur für jeden Leser geeignet. Ich habe hier mal den Anfang gemacht, weil ich nicht verstehe, dass dieser Text kaum Beachtung findet. Du bist neu, du schreibst auf einem hohen Niveau und hast m. E. Kommentare verdient.

Grüße
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Dienstwerk
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BeitragVerfasst am: 29.11.2012 01:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Paradoxon,

willkommen und viel Spaß hier.

Tatsächlich, Deine Rechtschreiung und Grammatik sind auf einem recht hohen Niveau.

Der Text selbst bzw. dessen Inhalt wirkt jedoch auf mich wirr und unausgereift, so dass es mir schwerfällt, ihn als Geschichte zu akzeptieren. Du schreibst Deinen Einsteiger über ein sehr schwieriges Thema: über nicht greifbare Gedanken.

Dabei hüpfst Du von einem Gedankensprung zum nächsten, so dass der Text zwar teilweise einen sehr schön formulierten Abriss DEiNER Gedanken bietet, mich als Leser jedoch nicht erreicht.

Wenn diese Selma gestorben ist (wie, das ist nirgends zu erkennen), selbst wenn es sich nur um eine ausgedachte Figur handelt, und Dein ICH darüber unglücklich ist, dann versuche doch über sie zu schreiben. Was hat sie so besonders gemacht, was empfindet Dein ICH etc. Dann werden vielleicht auch die Gedankenmetaphern schlüssiger.

Die Grundidee finde ich gut, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen und zu versuchen, seine Gedanken in Worte zu kleiden.

LG, Ana
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paradoxon
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Wohnort: Roßhalde


BeitragVerfasst am: 29.11.2012 19:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

nebenfluss hat Folgendes geschrieben:

Klar: Im Grunde ist das schön konstruiert. Jetzt, wo du mich draufstößt, frage ich mich, wie ich das überlesen konnte, aber das ändert halt nichts. Du erwartest vom Leser, diese abstrakten Ereignisse nachzuvollziehen.
Die "winkende Tür" geht für mich in die gleiche Richtung.  


Ich verstehe, was du meinst. Das Problem, dass Andere nicht dasselbe zwischen bzw. in den Zeilen lesen wie ich, hatte ich schon bei anderen Texten. Ich werde den folgenden Text - wie bereits erwähnt - nochmal überarbeiten und bei meinen nächsten Texten von Anfang an darauf Acht geben, den Text nicht einzig mir verständlich zu machen. Laughing

Hallo Dienstwerk,
danke für deine Antwort.
Im Prinzip sprichst du ja dasselbe Problem wie nebenfluss an und die Antwort darauf habe ich ja oben schon gegeben.

Über Selma wollte ich eigentlich nicht schreiben - denn sie ist nicht Mittelpunkt des Geschehens. Aber diese Sachen werden sich, wenn ich den Text überarbeitet habe, hoffentlich klären.
Bis ich ihn überarbeitet habe, wirds aber ein wenig dauern, mein schulischer Brutkasten hält mich derzeit auf Trab...

Grüße
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