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AndiE
Geschlecht:männlichVorschüler


Beiträge: 1



BeitragVerfasst am: 14.11.2012 10:54    Titel: Sehr rohe Rohfassung. Grundsätzliches Feedback erwünscht. eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ich wünsche mir ein wenig Feedback zu dem folgenden Text, den ich vor 5 Jahren geschrieben habe. Mir geht es dabei weniger um die Story etc., sondern darum, zu erfahren, ob ich generell zumindest Talent zum Schreiben habe. Was meint ihr also?

------------
1
Kevin Schmidt, ein siebzehnjähriger Computerfreak, starrte seinen 19 Zoll TFT-Bildschirm an. Überprüfe Passwort und ID stand dort in kleinen roten Buchstaben. Kevin war nervös, er wippte mit seinem rechten Fuß auf dem Fußkreuz seines Dreh-stuhls. Die Anzeige blinkte. Seine Augen fingen schon zu tränen an. Die Äderchen, die sich wie Blitze durch die Augen ziehen, waren gerötet, geplatzt von der Anstrengung ständig auf den Monitor zu starren. Es schmerzte.
Zugriff verweigert: ungültiges Passwort!
Als das auf dem Bildschirm erschien, ließ sich Kevin auf seinem Stuhl zurücksinken; er hielt sich die Hände an den Kopf und schloss die Augen. Er atmete tief ein ... und wieder aus, dann öffnete er die Augen. »Scheiße«, sagte er kaum hörbar.
Kevin öffnete sein Voice-over-IP-Programm um über das Internet  zu telefonieren.
»Hey Tom, ich hab's gerade nochmal versucht ... ja, aber es hat wieder nicht geklappt ... bei dir auch nicht. Das dachte ich mir schon ... okay, also morgen ein neuer Versuch ... geht klar ... ja, bis dann, Tom.«
Drei Uhr nachts. Kevin war müde. Zu müde um es nochmal zu versuchen. Er ging ins Bett.

2
Als Anne aufwachte, dachte sie an Kevin.
Was er wohl gerade macht?
Wahrscheinlich noch schlafen, dachte sie.
Ob er vielleicht von mir träumt?
Sie mochte ihn sehr, auch wenn er manchmal ein wenig besessen schien. Immer ging es bei ihm um Computer. Doch trotzdem: sie mochte ihn einfach. Wie Kevin zu ihr stand, wusste sie nicht genau. Manchmal, aber nur manchmal, dachte sie, dass er vielleicht auch etwas für sie empfindet. Doch an anderen Tagen – sie wusste es nicht.
Sie stand auf und ging ins Bad. Es dauerte nicht lange. Von Make-Up hielt sie nicht viel. Hätte sie Probleme mit Pickeln gehabt, hätte sie vielleicht welches benutzt, doch das hatte sie nicht. Probleme, ja – in der Schule, mit ihren Eltern... Doch Pickel? Nein. Sie putzte nur ihre Zähne, dann war sie fertig. Sie ging die Treppe hinunter in die Küche, wo ihre Eltern bereits frühstückten.
»Morgen«, sagte sie.
»Morgen«, sagte ihre Mutter.
Ihr Vater las Zeitung. Er sagte nichts. Wie jeden Morgen. Warum er nie etwas sagte – überhaupt fast nie mit ihr sprach – wusste sie nicht, doch sie sollte es schon sehr bald erfahren.

3
An diesem Samstag wollte Kevin Anne ins Kino einladen. ›Ice Age 2‹ vielleicht. Vielleicht auch nicht. Er saß auf seinem Bett und hatte sein Handy in der Hand. Ihm wurde heiß, er fing an zu schwitzen. Als er Annes Nummer wählte, wurde sein Mund trocken, er fing an heftig zu schlucken. Das Freizeichen ertönte.
Einmal.
Zweimal.
Dreimal.
„Hallo?“, meldete sich Anne.
Kevin verschluckte sich beinahe.
„Hallo Anne. Hier ist Kevin.“
„Oh, morgen Kevin.“ Anne lächelte, doch das konnte Kevin natürlich nicht sehen. Videotelefonie mochte er sowieso nicht besonders.
„Du, ich würde dich gerne fragen, ob du mit mir ins Kino möchtest“, sagte Kevin. „Heute!“, fügte er noch schnell hinzu. Er klopfte mit seinem Finger auf die Matratze, als würde er zittern.
„Das würde ich sogar sehr gerne“, sagte Anne.
Kevin machte eine Siegerfaust.
„Ich dachte, wir könnten uns Ice Age 2 ansehen. Der soll ganz gut sein.“
„Also gut. Und wann?“
„Ich könnte dich so um fünf abholen, der Film fängt um sechs an.“
„Okay, dann bis später, Kevin.“
„Bis dann.“
Kevin legte auf und ließ sich nach hinten fallen. Er lag ein-fach da und sah sich die Maserung seiner Holzdecke an.
Sie hat wirklich ja gesagt!

4
Anne wartete. Es war bereits zwanzig nach fünf. Sie saß auf dem Sofa im Wohnzimmer. Immer wieder sah sie auf die Uhr, die an der Wand hing. Sie tickte unaufhörlich.
Wo bleibt er nur?
Als er um halb sechs immer noch nicht da war, beschloss sie ihn anzurufen. Sie nahm ihr Handy vom Tisch und suchte im Kontaktverzeichnis nach seinem Namen. Das Handy wählte die Nummer.
›The number you've dialed is temporarily not avaliable...‹
Nicht erreichbar. Kevin hatte sein Handy ausgeschaltet.
Anne wurde wütend ... und traurig. Sie warf das Handy auf den Sessel, der ihr gegenüber stand.
Arschloch, dachte sie.

5
Thomas Wollersheim, von seinen Freunden Tom genannt, hatte gerade seinen PC eingeschaltet, da klopfte es an der Tür.
„Ja!“, rief Tom.
Die Tür ging auf und Kevin kam herein.
„Hey, Tom“, sagte Kevin, ging zu Tom und reichte ihm die Hand.
„Hi, Kevin“, sagte Tom und erwiderte den Händedruck.
Kevin setzte sich auf den Stuhl, der neben Toms Stuhl stand. Es war kein bequemer Stuhl, kein Drehstuhl, nicht mal ge-polstert, aber darauf zu sitzen war besser, als zu stehen.
„Also, was ist so wichtig, dass du mich von meiner Verabredung mit Anne abhälst?“, fragte Kevin.
Toms Computer war unterdessen gestartet und Tom zeigte Kevin eine Internetseite.
„Hier, siehst du?“, fragte Tom.
„Was?“ Kevin verstand nicht.
„Ich habe eine Liste mit BGD-Agenten-IDs gefunden. Das war echt nicht einfach. Es war sogar verdammt schwer, um genau zu sein“, während Tom erklärte zeigte er Kevin die komplette Liste, die etwa zweihundert Identifikationsnummern von Mit-arbeitern des Bundesgheimdienstes auflistete.
„Das ist ja eine sehr interessante Liste, Tom, aber was soll sie uns bringen? Passwörter haben wir trotzdem keine.“
„Noch nicht!“
„Ja, eben. Wir haben kein einziges Passwort, das gültig ist. Die Liste hättest du mir auch per E-Mail schicken können. Ich könnte jetzt mit Anne im Kino sein, verdammt!“ Kevin sah Tom wütend an.
„Oh, entschuldige, Cyrano de Bergerac. Wir haben hier eine Liste mit über zweihundert Ids. Die Passwörter bekommen wir schon irgendwie, und Anne läuft dir schon nicht weg. Wir müssen das durchziehen.“

6
Das Handy klingelte. Es war Kevin. Anne wollte erst nicht rangehen, entschied sich dann aber doch dazu, zu hören, was er ihr zu sagen hatte.
„Hallo“, sagte Anne in einem genervten Ton. Sie wollte nicht traurig klingen, obwohl sie es war.
„Hey, hier ist Kevin. Es tut mir leid, dass ich dich heute sitzen gelassen habe. Mir ist was wichtiges dazwischen ge-kommen.“
Anne dachte schon daran wieder aufzulegen, doch sie tat es nicht.
„Und was ist dir dazwischen gekommen? So wichtig kann es doch nicht gewesen sein.“
„Ich kann's dir leider nicht sagen, Anne.“
„Na dann, mach's gut“, sagte Anne und legte auf.

7
„Ich hab hier was!“
Frank Stevus hastete zu einem seiner Überwachungsspezialisten, der an einer großen IBM-Workstation vor einem kleinen Monitor saß. Die Workstation scannte ständig den gesamten Traffic, der über die Interseite lief. Jeder Besucher wurde erfasst.
Der Mitarbeiter an der Workstation war aufgebracht. Stevus sah sich den Monitor an.
„Ist das das was ich denke?“, fragte er.
„Wenn Sie denken, dass es ein Angriff  auf unser System ist, haben Sie recht. Zwischen zwei und drei Uhr heute nacht wurde sechzehnmal versucht auf unseren Server zu gelangen.“
Stevus konnte seine Augen nicht vom Monitor abwenden. Er er-kannte, dass diese Angriffe zwei IP-Adressen zugeordnet waren.
„Es gab also zwei Angreifer“, stellte Stevus klar.
„Richtig“, erwiderte der Mitarbeiter, „einer hat zehn Angriffe versucht, der andere sechs. Doch unser System war wohl zu gut für sie gesichert.“
„Das heißt, irgendjemand weiß vom Bundesgeheimdienst. Verdammt!“
„Nun, Herr Stevus, im Internet kursieren bereits seit Monaten Gerüchte über den BGD.“
--------------------

Vielen Dank schonmal!

Schöne Grüße aus Berlin
Andi

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ReBex
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 32
Wohnort: Buxtehude


BeitragVerfasst am: 14.11.2012 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Andi!

Generell finde ich es schwierig, zu beurteilen, ob jemand nun das Potenzial zum Autor hat oder nicht. Das Forum hier gibt dir sicherlich wertvolle Hinweise und konstruktive Kritik, mit der du vor allem arbeiten und daraus lernen kannst.

Ich frage mich allerdings ob dein Schreibstil fünf Jahre später immer noch der gleiche ist? Oder hast du ihn nochmal bearbeitet?

Meiner Meinung nach sind die Kapitel sehr kurz und sprunghaft. Gleichzeitig sind mir die Charaktere noch nicht ganz klar - ist das der Anfang des Romans? Es treten direkt zu Beginn sehr viele Personen auf, die nur sehr oberflächlich beschrieben werden, bspw.
- Anne hat Probleme aber keine Pickel
- Kevin ist Computerfreak und offensichtlich Hacker
- Tom ist Kevins Freund und ebenfalls Computerfreak

Generell beschreibst du zwar auch Emotionen der Charaktere
(bspw Kevin ballt eine Siegesfaust), aber trotzdem immer sehr objektiv und eher emotionslos.

Außerdem fällt mir auf, dass du stellenweise Wörter trennst, obwohl sie mitten im Satz stehen (wahrscheinlich beim copy / paste passiert?)

Teilweise werfen Textpassagen mehr Fragen auf:
- Warum schweigt Annes Vater? Das baut an dieser Stelle zwar Spannung auf, aber du gehst gar nicht weiter darauf ein.
- Wer ist Cyrano de Bergerac? Ist das Kevins Hackername? Warum wird das nicht weiter erklärt?
Solche Passagen sind eher verwirrend für den Leser, da sie auch mehrmals auftreten und nicht weiter erklärt werden.

Vielleicht postest du nochmal etwas Aktuelles von dir bzw. bearbeitest den Text nochmal
 Wink

Viele Grüße,

Rebex


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Antago
Hobbyautor


Beiträge: 302



BeitragVerfasst am: 14.11.2012 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

"Sehr rohe Rohfassung" - wäre die dann nicht die Werkstatt der bessere Ort für sowas?

Abgesehen davon: Warum ist Kevin so ein Idiot? Was ist der Bundesgeheimdienst? Wie glaubwürdig ist seine Existenz? Wie sind die an die Liste gekommen, wenn sie keine Passwörter haben? Was wollen die mit der Liste? Was findet Anna an diesem Trottel?

Da sind zwar einige nette Sachen drin, wie die Anspielung auf de Bergerac, aber insgesamt stellen sich mir da zu viele Fragen, die vermutlich nicht so vorgesehen sind ...
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Piratin
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Beiträge: 2415
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Ei 2


BeitragVerfasst am: 14.11.2012 15:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo AndiE,

ich muss mich den anderen leider anschließen. Überarbeitungswürdig sind die kurzen Kapitel, die fehlende Figurentiefe und deren Motivation.
Du scheinst die Geschichte auktorial angelegt zu haben, und das ist leider so gar nicht meins, weil es mich von den Protas emotional fernhält.

Vielleicht magst Du Dich auch mal auf dem Roten Teppich vorstellen? Hilfreiches findest Du in der DSFoPedia.
Liebe Grüße
Piratin


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nebenfluss
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BeitragVerfasst am: 15.11.2012 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo AndiE,

um zu beurteilen, ob du "generell zumindest Talent zum Schreiben" hast, müsste man wissen, wie viele Texte du vor diesem schon geschrieben hast, ob es da eine Weiterentwicklung gab etc.

Und hast du auch in den letzten fünf Jahren geschrieben? Wenn nicht, hast du fünf Jahre Übungszeit verschenkt. Weil "Schreiben, schreiben, schreiben" ist, wie du hier immer wieder lesen wirst, das Wichtigste.

Ich würde dir empfehlen, dich mal in der "Schreibwerkstatt" umzusehen. Damit meine ich den Bereich, in dem du zwei Schreibschulen sowie massenhaft Material zum Üben findest.

Dann überarbeite den Text und stell ihn in die andere "Werkstatt" (hier benchbart im Prosa-Bereich) ein. So wie er jetzt ist, ist das ein typischer Anfängertext, leidlich lesbar zwar, aber insgesamt ungelenk, langweilig und voller handwerklicher Fehler.

Bitte nicht persönlich nehmen, wir haben alle einmal so angefangen Wink

Herzliche Grüße
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