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Der Todesengel


 

 
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ReimArzt
Schreiberassi

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BeitragVerfasst am: 28.10.2012 21:30    Titel: Der Todesengel eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

.
Noch heut gibt es das Krankenheim,
von außen schick und innen fein.
Zum Plausch sitzt man im grünen Hof,
beim Tanztee trifft man sich zum Schwof.

Wenn dort ein Leben ging zu Ende,
geschah dies einst durch Mörderhände.
Dort schuf der Lars, mit Pfleger-Brief,
sein Meisterwerk, fast exzessiv.

So nahm das Schicksal seinen Lauf,
denn Lars zog eine Spritze auf,
mit Lysthenon - ein Toxikum -
und brachte einen Rentner um.

Die Tat jedoch, die blieb verborgen,
so konnt er heimlich weitermorden.
Es starben an die dreißig Leute,
daran entsinnt man sich noch heute.

Der Stoff war plötzlich aufgezehrt,
drauf hatte sich ein Arzt beschwert.
Und Schwester Ruht, sehr aufmerksam,
fiel auf, dass Lars das Gift sich nahm.

Dann kam die Moritat ans Licht,
man stellte Lars vor's Landgericht.
Noch heut schmort er im eignen Saft,
verurteilt lebenslang zur Haft.
.

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lilli.vostry
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BeitragVerfasst am: 30.10.2012 20:37    Titel: aw: Der Todesengel Antworten mit Zitat

Hallo Reimarzt,

eine tiefernste, schlimme Sache, über einen mordenden Pfleger (warum eigentlich?), die Du da in flott kurzweiligen Reimen beschreibst und damit dem eigentlichen Todernst die Schärfe nimmst, ja sie sogar unbeabsichtigt verharmlost. Auch den Titel "Todesengel" finde ich daneben, unpassend und abgegriffen.
Er bringt den alten leidenden Menschen ja keine Erlösung, sondern tötet sie gegen ihren Willen.

Die Motive der Tat bleiben völlig im Dunkeln und selbst die Strafe am Schluss liest sich fast heiter ("schmort im eignen Saft...")

Es gibt gute schwarzhumorige Gedichte zu Heuchelei und Doppelmoral, etwa von Georg Kreisler.

Doch bei diesem Gedicht erscheinen mir Inhalt und Form verfehlt.
Hinterlässt bei mir nur Grusel und Kopfschütteln.

Gruß,
Lilli


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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 30.10.2012 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Mir geht es ähnlich. Zu lustig erzählt wird hier, was ich nicht lustig finde. Und für schwarzen Humor kommt es mir zu leicht daher.
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ReimArzt
Schreiberassi

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BeitragVerfasst am: 31.10.2012 11:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

lilli.vostry hat Folgendes geschrieben:
eine tiefernste, schlimme Sache, über einen mordenden Pfleger [...], die Du da in flott kurzweiligen Reimen beschreibst und damit dem eigentlichen Todernst die Schärfe nimmst, ja sie sogar unbeabsichtigt verharmlost.


Im Erzählstil orientierte sich mein Gedicht im wesentlichen an die Moritat von „Mackie Messer“,
welches ja durch schwarzem Humor geprägt ist, so war mein Gedicht auch entsprechend gedacht.

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
Zu lustig erzählt wird hier, was ich nicht lustig finde. Und für schwarzen Humor kommt es mir zu leicht daher.


Als schwarzer Humor wird allgemeinhin Humor bezeichnet, der normalerweise ernste bzw. makabre Themen wie Verbrechen,
Krankheit und Tod in satirischer oder bewusst verharmlosender Weise behandelt.

Der Text ist übrigens einer wahren Begebenheit nachempfunden, auch der Titel "Todesengel" nimmt direkten Bezug auf die Vorfälle in besagtem Krankenheim.
(Quelle dazu: Stephan Letter, betitelt als "Todesengel", ist ein bekannter deutscher Serienmörder, brachte als Krankenpfleger durch Giftspritzen 29 Patienten um und wurde vom LG Kempten zu lebenslanger Haft verurteilt)

Durch eure Einwände bin ich nun doch leicht verunsichert.

Gruß
RA
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lilli.vostry
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BeitragVerfasst am: 31.10.2012 12:47    Titel: aw:der todesengel Antworten mit Zitat

Hallo Reimarzt,

schwarzer Humor lebt vor allem von drastisch grotesker Zuspitzung und Übertreibung sowie von Doppelbödigkeit, das Dunkel Böse entlarvt sich sachlich profan der Lächerlichkeit preisgegeben selbst. Es wird aber damit wder verharmlost noch banalisiert!!

Kennst Du die Geschichten von Sybille Berg? Das ist schwarzer Humor vom Feinsten, witzig absurd, schön böse dazu noch poetisch zart und gallebitter....

Das sehe ich bei Deinem Gedicht aber nicht, es müsste viel bissiger im Witz sein um die gewollte, nicht nur makabre Betroffenheit beim Lesn auszulösen.

Viele Grüße,
Lilli


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ReimArzt
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BeitragVerfasst am: 01.11.2012 13:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

lilli.vostry hat Folgendes geschrieben:
Kennst Du die Geschichten von Sybille Berg? Das ist schwarzer Humor vom Feinsten, witzig absurd, schön böse dazu noch poetisch zart und gallebitter....[...] Das sehe ich bei Deinem Gedicht aber nicht, es müsste viel bissiger im Witz sein um die gewollte, nicht nur makabre Betroffenheit beim Lesn auszulösen.


Stimmt. So richtig makaber ist mein Gedicht nicht, muss es noch überarbeiten.

Die Autorin Sybille Berg kenne ich leider nicht, kann ich jedoch bei Gelegenheit gern nachholen.

Gruß
RA
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lilli.vostry
Wortschmiedin


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BeitragVerfasst am: 01.11.2012 13:39    Titel: aw:todesengel Antworten mit Zitat

... es lohnt sich auf jeden fall, die geschichren von sybille berg zu lesen. sie schreibt mit viel scharfsinn und ironie todtraurig und komisch zugleich über im argen liegendes zwischenmenschliches und gesellschaftskritisch.

vielleicht als kleine anregungen für dich. das thema das du hier aufgreifst ist ja schon ein sehr heikles und wichtiges.

der umgang mit alter, verfall, auf andere angewiesen sein, hilfebedürftigkeit und hilfe geben oder verweigern, wie weit kann/darf hilfe, verständnis, mit-leiden und mitgefühl für andere gehen, bis zum töten auf vertlangen?!
ist die würde des menschen in der heutigen zeit tatsächlich unteilbar, untastbar, wo man nicht mal natürlich und in würde altern darf in einer zeit des schönheits- und jugendwahns?

ich bin gespannt auf einen neuen versuch deines gedichtes.

viele grüße,
lilli


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Aranka
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BeitragVerfasst am: 01.11.2012 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ReimArzt,

ich denke, die Thematik, die du aufgreifst und das Gewand der Moritat zu kleiden, kann nicht gelingen.

Die Moritat, war ein Bänkellied, das auf Jahrmärkten schaurige Verbrechen in aufreißerischer Weise (oft mit Bildern) feil bot, um die Sensationslust der Menschen zu befriedigen. Meist endete sie mit „moralinsauren“ Worten. Wenn der Stoff stimmt, kann das sehr unterhaltsam sein und es gibt ja literarisch durchaus gekonnte Beispiele: (Macky Messer)

Der „Fall des Todesengels“ ist aus meiner Sicht einfach kein Stoff, der sich in einer Moritat aufbereiten lässt. Ich will hier nicht die Überlegungen zur Thematik, die Lilli so treffend anstellt als Begründung wiederholen.

Gehe aus dieser eher grundlegenden Überlegung nicht näher auf Texteinzelheiten ein.

Liebe Grüße Aranka


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Gast







BeitragVerfasst am: 01.11.2012 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Reimarzt,

ich wage mal, meiner geschätzten Vor-Kommentatorin zu widersprechen - ich glaube schon, dass man aus diesem Stoff eine "Moritat" schaffen kann.

Nur: Nicht mit diesen (Entschuldigung) ungelenken, füllwortüberladenen Versen. Die wirken an manchen Stellen so unfreiwillig komisch und hilflos, dass sich der gewünschte Eindruck nicht einstellen kann. Warum, weiß ich nicht ... Verse schreiben kannst du ja, das hat "geh nicht" gezeigt, dessen Verse um Längen besser sind als die hier.

Ich nehme mal eine Beispielstrophe.

Die Tat jedoch, die blieb verborgen,
so konnt er heimlich weitermorden.
Es starben an die dreißig Leute,
daran entsinnt man sich noch heute.


V1 - Wieso "jedoch"? Was ist hier entgegensetzend oder einschränkend? In Bezug worauf? Und dann der berüchtigte "Bütten-Relativsatz" ... *Schudder*. "Die Tat blieb jedermann verborgen" oder ähnliches gefiele mir sehr viel besser!

V2: Wieso hier "heimlich"? War der erste Mord das nicht? "so" gefällt mir auch nicht, der Text kommt ohne aus; statt des blassen "er" wünschte ich mir die Wiederholung des Namens. Vielleicht "Lars konnte heimlich weitermorden"?

V3: Nur als Variante: in einer Moritat könnte ich mir vorstellen, dass die Wiederholung von Worten sich gut macht, und die aktive Handlung eher passt als das blasse "sterben". Was hältst du also von "und mordete rund dreißig Leute" oder ähnlichem?

V4: Der ist ein reiner Füllvers, um die Strophe voll zu bekommen - das Gedicht verlöre nicht das geringste, gäbe es ihn nicht! Eher im Gegenteil.

Oh weh, wie liest sich das denn jetzt ... Irgendwie sehr kritisch. Nimms bitte nicht persönlich, und es geht ja auch gar nicht gegen dich; nur lässt sich das, was du umsetzen wolltest, auf die Art, in der du es versucht hast: eben nicht umsetzten meiner Meinung nach. Aber der Gedanke "Moritat" an sich ist etwas, mit dem ich mich sehr anfreunden kann, und es fände also spannend, eine neue Fassung zu sehen!

(Noch so als Gedanke: Vielleicht lohnt es auch, den Vers hier und da durch eine zweisilbige Senkung aufzulockern. Wohldosiert, aber dann hat ist er eben etwas rauer, ungefüger; was ja zur Moritat passte.)

Gruß,

Soleatus
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Aranka
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BeitragVerfasst am: 01.11.2012 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Soleatus, hallo ReimArzt,

ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Bin gespannt ob es gelingen kann, den Text so zu überspitzen, ihn so durch bissigen Humor auf die mörderischen Taten des Todesengel zu fokussieren, dass der Blick nicht auf die dahinter liegenden Sterbenden schlüpft und einen unangenehmen Beigeschmack erzeugt. Die Frage über „Sterbehilfe“ etc. liegt für mich hier einfach zu dicht unter der Oberfläche. Vielleicht ist es, weil der konkrete Fall (ist ja nicht mal ein einzelner) mit seinem gesamten Hintergrund durchaus sehr präsent ist.

Ich bin da wirklich gespannt. Nicht einfach, aber vielleicht spannend. Gruß Aranka


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ReimArzt
Schreiberassi

Alter: 53
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BeitragVerfasst am: 02.11.2012 13:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

lilli.vostry hat Folgendes geschrieben:
ich bin gespannt auf einen neuen versuch deines gedichtes.


Ich auch Rolling Eyes

Aranka hat Folgendes geschrieben:
ich denke, die Thematik, die du aufgreifst und das Gewand der Moritat zu kleiden, kann nicht gelingen. [...]
Der „Fall des Todesengels“ ist aus meiner Sicht einfach kein Stoff, der sich in einer Moritat aufbereiten lässt.


Klar, ich kann mich mit der „Moritat von Mackie Messer“ absolut nicht messen, liegt mir auch absolut fern.

soleatus hat Folgendes geschrieben:
Hallo Reimarzt, ich wage mal, meiner geschätzten Vor-Kommentatorin zu widersprechen - ich glaube schon, dass man aus diesem Stoff eine "Moritat" schaffen kann.

Nur: Nicht mit diesen (Entschuldigung) ungelenken, füllwortüberladenen Versen. Die wirken an manchen Stellen so unfreiwillig komisch und hilflos, dass sich der gewünschte Eindruck nicht einstellen kann. Warum, weiß ich nicht ...


Ok, ich werde mir das Gedicht nochmal gründlich vornehmen, insbes. unter deinen, danke übrigens dafür, wertvollen Hinweisen.

Aranka hat Folgendes geschrieben:
Hallo Soleatus, hallo ReimArzt, ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
 Bin gespannt ob es gelingen kann, den Text so zu überspitzen, ihn so durch bissigen Humor auf die mörderischen Taten des Todesengel zu fokussieren, dass der Blick nicht auf die dahinter liegenden Sterbenden schlüpft und einen unangenehmen Beigeschmack erzeugt.[...]Ich bin da wirklich gespannt.
Nicht einfach, aber vielleicht spannend. Gruß Aranka


Lasst mir Zeit. Ich werde auf jeden Fall den Versuch starten.

Danke für eure klaren Meinungen.

Gruß
RA

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ReimArzt
Schreiberassi

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BeitragVerfasst am: 02.11.2012 20:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier die überarbeitete Fassung mit der Bitte um Kritik:

Noch heut gibt es das Pflegeheim,
von außen flott und innen fein.
Zum Plausch sitzt man im grünen Hof,
beim Tanztee trifft man sich zum Schwof.

Als dort ein Leben ging zu Ende,
geschah dies einst durch Mörderhände.
Dort schuf der Lars, mit Pfleger-Brief,
sein Meisterwerk - fast exzessiv.

So nahm das Schicksal seinen Lauf,
denn Lars zog eine Spritze auf,
mit Lysthenon - ein Toxikum
und brachte einen Rentner um.

Die Tat blieb jedermann verborgen.
Lars konnte heimlich weiter morden
und tötete rund dreißig Kranke -
Erlösung war sein Leitgedanke.

Doch als der Stoff war aufgezehrt,
hatt' sich ein Arzt indes beschwert.
Und Schwester Ruht, sehr aufmerksam,
fiel auf, dass Lars das Gift sich nahm.

Die Polizei war gleich zur Stelle
und prüfte alle Todesfälle.
Sie forschte in des Heimes Kreise
und sicherte rasch die Beweise.

So kam die Moritat ans Licht,
man stellte Lars vor's Landgericht.
War kurz in einer Show zu Gast,
sitzt seine Schuld nun ab im Knast.

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firstoffertio
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BeitragVerfasst am: 02.11.2012 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

"gibt's da" wäre besser in der ersten Zeile, nicht?

Es überzeugt mich immer noch nicht.

Irgendwie stellte ich mir es als Moritat eher so vor, dass z.B. unergruendlicherweise, erst, immer weniger zum Tanz kommen. Dann müssten einige Todesfälle drastisch geschildert werden, und dann auf jeden Fall ganz arg der Lars als Ungeheuer, das ganz arg bestraft wird zum Schluss, beschrieben werden. Und dann müssten sich die alten Leute noch ganz arg darüber freuen, dass er erwischt wurde, und er nun seine ganz arge verdiente Strafe hat.
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lilli.vostry
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BeitragVerfasst am: 03.11.2012 16:20    Titel: aw:todesengel Antworten mit Zitat

Hallo Reimarzt,

ich kann mich Firstoffertio nur anschließen. Dein Gedicht über den "Todesengel" ist immer noch nicht böse genug; im Gegenteil, der Pfleger Lars kommt viel zu gut weg, jetzt wird zwar eine kurze Begründung geliefert, warum er so grausam mordete - um die Kranken zu "erlösen"! Spielt er sich gar als Entscheider über Leben und Tod auf.

Wieso blieb es überhaupt so lange verborgen, das immer mehr alte Menschen in dem Heim und beim Tanzen verschwanden, muss doch den anderen Pflegern aufgefallen sein?!!!
 Mir schwebt gerade so ein schönes den Pfleger in seinen Albträumen verfolgendes Geister-Ballett der Alten, krückenschwingend und zahnlos spinnenfingrig klappernd, vor....
Auf dass dieser eiskalte Krankenpfleger nie mehr Ruhe findet.
Richtig schwarz makaber muss das aussehen.
Nur Mut!!

Viele Grüße,
Lilli


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ReimArzt
Schreiberassi

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BeitragVerfasst am: 03.11.2012 17:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
"gibt's da" wäre besser in der ersten Zeile, nicht?
Es überzeugt mich immer noch nicht.
Irgendwie stellte ich mir es als Moritat eher so vor, dass z.B. unergruendlicherweise, erst, immer weniger zum Tanz kommen. Dann müssten einige Todesfälle drastisch geschildert werden,


Diese ganzen Vorgänge, sprich ein Toter nach dem anderen (wie die 10 kleinen Negerlein), würde glaube ich ausufern und das Gedicht endlos in die Länge ziehen.

firstoffertio hat Folgendes geschrieben:
und dann auf jeden Fall ganz arg der Lars als Ungeheuer, das ganz arg bestraft wird zum Schluss, beschrieben werden. Und dann müssten sich die alten Leute noch ganz arg darüber freuen, dass er erwischt wurde, und er nun seine ganz arge verdiente Strafe hat.


Die Bestrafung durch den Knast sollte eigentlich reichen, dies noch zusätzlich durch eine Art „Rentnerball“ oder „Volksfest“ zu krönen, finde ich doch reichlich übertrieben.

lilli.vostry hat Folgendes geschrieben:
Hallo Reimarzt,
ich kann mich Firstoffertio nur anschließen. Dein Gedicht über den "Todesengel" ist immer noch nicht böse genug;[...]
Wieso blieb es überhaupt so lange verborgen, das immer mehr alte Menschen in dem Heim und beim Tanzen verschwanden, muss doch den anderen Pflegern aufgefallen sein?!!!


Ich müsste die Wirkung des Giftes genauer beschreiben (das Gift führt zur Atemlähmung, das Opfer erstickt quasi, und konnte erst nach der Obduktion bei den Toten nachgewiesen werden).

lilli.vostry hat Folgendes geschrieben:
Mir schwebt gerade so ein schönes den Pfleger in seinen Albträumen verfolgendes Geister-Ballett der Alten, krückenschwingend und zahnlos spinnenfingrig klappernd, vor....
Auf dass dieser eiskalte Krankenpfleger nie mehr Ruhe findet.
Richtig schwarz makaber muss das aussehen.
Nur Mut!!


Klingt gut.
Ob ich das in einem Gedicht alles unterbringen kann, ist der zu erwartenden Überlänge wegen eher fraglich.
Ich habe da jetzt mehr an Prosa, also eine Geschichte gedacht, die sich des „Todesengels“ ausführlich widmen kann.

Danke für eure Kritik.

Gruß
RA
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