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lilli.vostry
Wortschmiedin


Beiträge: 1168
Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 14.10.2012 20:46    Titel: Letzte Liebe eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Letzte Liebe

Kraftstrotzend
wie eine überreife Frucht
rückt ein alter Adam
seinen Bierbauch zurecht
ans erschlaffende Fleisch lehnt sich
seine Eva faltenschön
fragil zerbrechlich
im hellen Ballerinakleid
auf ewig dein

ruht ein Paar auf schlohweißen Laken
einander nah wie Philemon und Baucis
in atemloser Stille
die zerfurchten Hände ineinander verschlungen
wer wollte sie jemals lösen
bei ihrem gemeinsamen Gang
aus dieser Welt



_________________
Wer schreibt, bleibt und lebt intensiver
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Osiana
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 158



BeitragVerfasst am: 20.10.2012 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallochen Lilly,

eine Idee, die mir gefällt - nämlich die Liebe
bis ins hohe Alter, ja bis zum gemeinsamen Tod ...
Dazu bringst du ein klassisches Paar als Beispiel, was
mir ebensogut gefällt (die Idee).

Leider kann ich mich nicht mit den Bildern der ersten
Strophe anfreunden, sprich, sie haben mich nicht erreicht -
doch das ist wohl Geschmackssache.
Trotzdem kommentiere ich, weil es dir laut Symbol
wichtig ist.

Lieben Gruß
Osiana
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Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 20.10.2012 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss sagen, für mich war der Titel irreführend - bei "Letzte Liebe" denke ich an Abschied, Trennung, wo es hier eigentlich genau um das Gegenteil geht: Harmonische Vereinigung bis ans Lebensende.
Eine gerade in unserer kurzlebigen Zeit betörend schöne Idee von ewiger Liebe, die romantisch, aber doch nicht kitschig umgesetzt ist. Du schaffst die Balance zwischen Melancholie und Leichtigkeit, beim Teil mit dem Bierbauch bringst du auch ein gewisses Augenzwinkern hinein - finde ich gut, lockert das Gedicht auf und lässt keinen allzu schwülstigen Pathos entstehen.
Entschlacken würde ich dieses Werk vielleicht noch im Hinblick auf die Adjektive. Nimm sie unter die Lupe und prüfe nach, welche es nicht wirklich braucht, welche redundant oder widersprüchlich sind. Ich glaube, ein wenig komprimierter wäre das Gedicht noch eindringlicher.
Ein Liebesgedicht. Und ... es gefällt mir. Was ist bloß los? Was hast du gemacht?


_________________
"...und ich bringe dir das Feuer
um die Dunkelheit zu sehen"
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Geschmacksverwirrte über meine Schreibe:
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firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 5833
Wohnort: Irland
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BeitragVerfasst am: 20.10.2012 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt auch, was und wie du es hier beschreibst. "Faltenschon" ist schön.

Auch mag ich, wie es offen bleibt, ob die beiden noch leben oder nicht.
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Fleur de Sol
Geschlecht:weiblichSchreiberassi


Beiträge: 61
Wohnort: Im Geiste überall


BeitragVerfasst am: 21.10.2012 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lilli,
beide Strophen gefallen mir in ihrer Eigenheit ausnehmend gut,  Razz  jedoch würde ich mir wünschen, es wären zwei Gedichte, denn ich falle von einer skurril lustigen Szenerie in eine wehmütige ... und das bekomme ich nur widerstrebend hin.  ohh
LG Fleur


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„Alles Gelingen hat sein Geheimnis, alles Mißlingen seine Gründe.“(J.Kaiser)
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 6744
Wohnort: NBY
Ei 4



BeitragVerfasst am: 21.10.2012 13:29    Titel: Antworten mit Zitat

Nun ...
Ich bin etwas hin und hergerissen, was das Gedicht betrifft. Die Thematik liegt natürlich gerade voll im Trend (siehe unten "adult movies"!). Es sind aber einzelne Formulierungen, Bilder, die mir etwas die Stirn runzeln lassen (passend zu den Falten im Gedicht wink ):

Kraftstrotzend rückt der Adam seinen Bierbauch zurecht.
Wie soll man sich diese Metapher vorstellen? Wo war der Bierbauch, wo ist er nach dem Zurechtrücken?
Dann ergänzt du: "kraftstrotzend wie eine überreife Frucht". Was hat diese überreife Frucht für eine Kraft, die man mit der zum Zurechtrücken des Bierbauches vergleichen kann? Was bewirkt die Kraft der Frucht? Das Fallen auf den Erdboden vielleicht (zumindest was die Gewichtskraft betrifft).

Das "erschlaffende" Fleisch ist mir ein bisschen zu oberflächlich beschrieben. Das ist überhaupt so ein komischer Begriff "erschlaffendes Fleisch". Fast ein bisschen verächtlich ... Und dann: Adam und Eva (was für eine Idee! Fast so genial wie Maria und Josef bei der Familie Nullinger) - Eva im Ballerinakleid (wozu?).

Die " schlohweißen Laken" als Assoziation zu den schlohweisen Schläfen? Ist das eine originelle Idee (ich weiß es selber nicht)?

Dein Gedicht vermittelte mir übrigens das Gefühl, als ob das Paar nach seinem Liebesakt den gemeinsamen Gang aus dieser Welt sofort antreten würde (auch wegen des Titels: "Letzte Liebe".)

Das Gedicht erinnert mich zudem an den Film "Wie beim ersten Mal" mit Meryl Streep. Kommt jetzt nach den "adult movies" der Trend zur "adult Lyrik"?

Das Gedicht ist für mich ... mittelgut. Es hat mich zumindest ermuntert, mich damit zu beschäftigen.

BN
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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3375
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 21.10.2012 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lilli,

du hast wieder ein Gedicht eingestellt, dass ich nicht so einfach übergehen kann. Ich lese jedoch zwei Texte und mag sie für mich nicht so gern neben- oder hinter- oder gar miteinander betrachten. Für sich alleine können bei mir beide bestehen, aber das Hintereinander verlangt von mir das Umsteigen aus einer skurril, heiteren schwarz/weiß Stummfilmszene mitten hinein in den letzten Akt, (nein, die Kamera schwenkt auf das stehende Schlussbild), eines ernsten Bühnenstücks.

Das sehen bestimmt viele Leser anders: aber ich erfreue mich lieber an beiden Strophen getrennt, auch wenn mir bestimmt dann einiges von deiner beabsichtigten Wirkung verloren geht.

Zur ersten Strophe: Sehe die Szene ablaufen, da ist Bewegung, du schaffst skurrile Gestalten, deine Eva im Ballerinakleid. (das "helle" wäre für mich überflüssig. Liefert zum Ballerinakleid keine wesentlich neue Information.)

Zur zweiten Strophe: sehe ein "Stillleben", ein inszeniertes Schlussbild.
"es ruht"! Ja hier ruht alles, bis auf die "atemlose" Stille. Diese Zeile bringt für mich Atemlosigkeit herein, statt Stille. Ich ließe sie weg.
Für mich geht es hier auch mehr um ein Sehen, das Bild muss ich , kann ich nicht hören.

Vielleicht kannst du mit meinen Gedanken etwas anfangen. Wie immer ein interessanter Text.

Liebe Sonntagsgrüße Aranka


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"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

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lilli.vostry
Wortschmiedin


Beiträge: 1168
Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 22.10.2012 20:45    Titel: aw:Letzte Liebe pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo alle miteinander,

ich danke Euch sehr für die sehr breitgefächerten Meinungen zu meinem Gedicht und freue mich, dass es den meisten doch irgendwie zu Herzen gegangen ist, abgesehen von den woie immer individuell verschiedenen Form- und Stilfragen.
Hier nun die Antworten im Detail:

Osiana: schön, dass Dir die Idee - auch mal auf die Liebe im hohen Alter bis zum letzten Atemzug - zu schauen, gefällt. Man sieht heutzutage ja kaum noch alte, händchenhaltende Liebespaare. Für mich Glücksmomente.
Ein Thema - zwei Paare, die sich auf verschiedene Weise nah sind und durch die Zeile "auf ewig dein" verbunden, wollte ich bewusst in diesem - prallen und stillen - Kontrast zeigen.
Sicher sind die Bilder der ersten Stophe, die ich übrigens in einer Ausstellung entdeckte, gewöhnungsbedürftig, aber voll aus dem Leben gegriffen und in all ihrer, einander Halt gebenden Leibesfülle finde ich sie gerade rührend.

Enfent Terrible: Deine Zeilen stimmen mich glücklich, da Du genau meine Absicht erkannt hast samt Balance... Das Schwierigste überhaupt, diese skurril-heitere und leise wehmütige Mischung hinzubekommen, die ich auch sehr an Liebesgedichten mag.
Zum Titel: Es geht doch auch um den nahen Abschied bei den beiden Paaren, da ihnen nicht mehr viel Lebenszeit bleibt bzw. sie schon vorbei ist.
Danke für den Hinweis mit dem Komprimieren von Adjektiven (zerbrechlich z.B. kann raus).

Firstoffertio: Schön, dass die Zeilen Dir auch gefallen. Ja, jeder kann für sich selber sehen, wie lebendig beide Paare noch sind...

Fleur de Sol: Ja beide Strophen sind recht eigen, gehören aber dennoch in ihrer Gesamtaussage zusammen. Im Leben sind die Grenzen zwischen lustig und traurig doch auch fließend, das wollte ich ausdrücken, wenngleich es hier freilich in Gedichtform etwas losgelöster ist. Eine andere Form dafür habe ich für mich (noch nicht?) gefunden.

BlueNote: Also erst mal grundsätzlich: Schreibe ich meine Texte nicht nach irgendwelchen Trends, sondern ganz nach Stimmung, Interesse und Bedürfnis, wie es mir in den Sinn kommt und mich anspringt bzw. berührt...
Zu Deinen Kritikpunkten: Wenn Dir das "erschlaffende" Fleisch Adams (sonst muss immer die Orangenhaut Evas herhalten, ist also nur gerecht!) schon zu heftig ist, mag ich da gar nicht noch mehr ins Detail gehen...
Adam und Eva als altes Liebespaar - darüber hab ich bisher noch nichts in der Form gelesen.
Kenne auch den Film "Wie beim ersten Mal" nicht.
Eva im Ballerinakleid - warum? Weil sie sich darin gefällt und vielleicht immer noch gern ab und zu tanzt...
Schön, dass Du dem alten Paar im zweiten Teil noch einen - vielleicht letzten - Liebesakt zutraust.

Aranka: Ja wie bereits geschieben (siehe andere Antworten oben) ist der Kontrast mit den zwei Paaren und ihren Geschichten gewollt. Dass eine alte Dame ein helles Ballerinakleid ist nicht gerade alltäglich, daher hab ich das Adjektiv mit drin.
Es geht zudem tatsächlich um atem-lose Stille, die ja sonst durchaus auch sehr lebendig sein kann, wenn das Herz noch klopft z.B. oder man sich liebevoll etwas ins Ohr flüstert... Was hier aber nicht mehr geht.
Alles klar?

Eine schöne liebevolle Zeit wünscht allen Mitschreibern
herzlich, Lilli


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