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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Mein Buch. Der Traum. Bitte um ehrliches Feedback.


 
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Jerome4802
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 41
Wohnort: Oberösterreich


BeitragVerfasst am: 11.10.2012 04:57    Titel: Mein Buch. Der Traum. Bitte um ehrliches Feedback. eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leute.
Ich bin ganz neu hier und möchte mich kurz vorstellen.
Ich bin 26 Jahre alt und komme aus Oberösterreich.
Ich schreibe schon seit längerem an einem Buch und würde sehr gerne eure Meinung dazu hören.
Zur Zeit zweifle ich eigentlich sehr an der Qualität des Buches, was es mir leider schwer macht weiter zu schreiben.
Einige Bekannte von mir haben bereits etwas davon gelesen und die meisten finden es Super, toll und sonstwas.
Wobei ich immer extra betonte das sie mir bitte nur ehrliche Meinungen geben sollen.
Auch von manchen die mir mit Sicherheit eine erhliche Meinung gegeben haben, hörte ich nur gutes.

Jetzt will ich gerne einmal erfahrene und vor allem kritischere Meinungen hören.
Irgendwie will ich dem nicht so recht glauben schenken.
Ich kann (sachliche) Kritik sehr gut vertragen und bitte sogar darum.
Selbst wenn es jemand für völlige Scheisse hält, soll er es bitte unverblümt sagen.
Ich halte selbst solch eine Aussage, insofern ehrlich gemeint für sachlich.
Natürlich bitte aber mit Erläuterung.

Ich würde mich sehr freuen wenn es jemand lesen würde.

Das Buch ist übrigens nicht im finalen Zustand, deshalb bitte Rechtschreibfehler und der gleichen verzeihen.

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Jerome4802
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 41
Wohnort: Oberösterreich


BeitragVerfasst am: 11.10.2012 05:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

„Glauben Sie denn an Bestimmung?“
„Ja bestimmt,? antworte ich sarkastisch.
„Also glauben Sie nicht daran?“
„Was genau verstehen Sie denn unter Bestimmung?“
„Ich verstehe darunter, wenn man daran glaubt, dass alles was wir erleben einen Sinn hat.
Das jede Begegnung vorherbestimmt ist und uns schliesslich zu einem Ziel führen wird.“
ich lächle.
„Ziel!
Das Ziel des Lebens ist zu sterben“
„Eine ziemlich zynische Sichtweise der Dinge, finden Sie nicht?“
„Nein, nur eine rational realistische!
Finden Sie nicht? „antworte ich in dem selben sarkastischen Ton.
„Hmm
Dr. Spaemann sieht mich nachdenklich an.
„Vielleicht besteht der Sinn des Lebens darin eben nicht alles rational erklären zu können oder zu wollen.
Vielleicht muss man manche Dinge einfach zulassen, ohne sie verstehen zu müssen.“
„Alleine schon , dass sie das Wort vielleicht mit dem Sinn des Lebens in Verbindung setzen, zeigt doch eigentlich wie wenig Ahnung sie selbst haben.
Sie begründen ihre Thesen auf Annahmen, auf Eventualtitäten.“
Dr. Spaemann denkt einen Augenblick nach.
Einen Augenblick mehr als sonst.
Sein Hals gräbt sich in seinen grauen Kaschmirpullover als wäre er um eine Antwort verlegen.
„Finden Sie es nicht traurig an nichts zu glauben?“ spekuliert er nach längerer Bedenkzeit.
„Ich glaube auf mir lastet ein Fluch“
„Warum glauben Sie das?
Sie sind doch normalerweise ein rational denkender Mensch.“
„Ja ich weiss, und ich glaube aufgrund meiner rationalen Überlegungen, dass auf mir ein Fluch lastet.“
„Das müssen sie mir näher erklären“
„Es passieren merkwürdige Dinge, seit diesem Traum ist nichts mehr so wie früher.
Alles hat sich verändert.
Sie wissen doch über meine Vergangenheit Bescheid.
Ich hatte dieses gewisse Gespür für Menschen.
Sah buchstäblich durch sie hindurch.
Heute glaube ich, dass ich einiges übersehe oder falsch interpretiere“
„Vielleicht weil Sie es zu sehr versuchen und zu sehr mit dem Verstand analysieren wollen“
Nein, ich denke das Gegenteil ist der Fall, gerade weil ich es mit Gefühlen verstehen will, scheitere ich.“
„Ich weiss auf was Sie Bezug nehmen.
Sie sprechen von ihren Bekanntschaften.“
„Tue ich das?“
„Ja das tun Sie“
„Hmm“
„Wissen Sie, wir Menschen...“
„Wir Menschen, sage ich spöttisch.
Die Menschen sind alle gleich, ich hasse sie.“
„Hassen sie den mich?
Hassen sie denn ein kleines Kind?
Ich denke sie schätzen sich falsch ein.
Oder besser gesagt, Sie leben eine Fassade.
Ich kenne Sie jetzt bereits eine Weile und kann Ihnen ruhigen Gewissens sagen,
dass sie wahrscheinlich der erste Mensch wären, der jemand anderem zu Hilfe eilt.“
Nachdenklich starre ich in den kühlen kahlen Raum.
„Ja, weil sich die Menschen nicht selbst helfen können“
„Das ist kein Argument“
„Denken Sie denn das ich ein guter Mensch bin?“
Ja, das denke ich, Sie denn nicht?“
„Ich weiss es nicht“
„Ich erzähle Ihnen eine kleine Geschichte.
Sie handelt von einer Frau die in einer schweren Sinnkrise in ihrem Leben fest steckte
und heute wieder ihr Leben lebt..“
„Ihr Leben lebt? ,frage ich sarkastisch mit einem lächeln auf dem Gesicht,
was hat sie den davor gelebt?
Seien Sie mir nicht böse, ich will die Geschichte gar nicht hören.
Ich kenne solche Geschichten zur Genüge und ich habe sie satt.“


Seit dieser Traum in meinem Leben sein Unwesen treibt.“
„Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass sie vielleicht unbewusst versuchen, die Gefühle die Sie in diesem Traum erleben, auf die Aussenwelt zu projizieren?
Dass sie einem Mythos hinter her jagen?“
„Jagt nicht jeder Mensch einem Mythos nach?“
Dr. Spaemann, sah mich mit einem zynischen Blick an.
Er wusste das seine jetzige Antwort davon abhing ob wir weiter arbeiten konnten, oder sich diese Diskussion, in ein für ihn ungewinnbares Wortgefecht, ausarten würde.
Wobei ich nicht behaupten möchte, dass ich es gewinnen könnte.
Ich wusste nur, dass er es nicht gewinnen kann.
Schliesslich nach einer kurzen Denkpause antwortet er.
„Wissen Sie was Ihr Problem ist?“
„Nein verdammt, dass weiss ich nicht, sonst wäre ich nicht hier! unterbreche ich ihn.
„Ok, erwischt, ich formuliere die Frage um.
Denken sie denn, dass Sie ihre Wertvorstellungen anderen Menschen aufzwingen wollen?“
„Nein das denke ich nicht, aber ich stimme Ihnen zu, wenn Sie damit meinen, dass ich in Menschen nach diesen Vorstellungen suche und viel zu schnell hoffe sie gefunden zu haben“
„Dann könnte es also sein, dass ihr Fluch nichts weiter ist als eine subjektiv wahrgenommene Fehleinschätzung?
Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass sie völlig anders denken als andere Menschen und sie deshalb auf andere automatisch komisch wirken“
„Komisch!
Ihre Frage ist komisch!“
„Nach was suchen Sie?
Was lässt in Ihnen diese Unruhe entstehen die Sie nicht mehr loslässt?
Sie können nicht mal hier ruhig sitzen bleiben, sie wandern von einem Ort zu dem anderen.
Als könnten sie etwas verpassen.
Als würde Ihnen irgendetwas über den Weg laufen.
Egal wo sie auch sind, Sie sind nie am Ziel?
Habe ich recht damit?“
„Falls Sie damit recht haben sollten, wie kann ich das ändern?“
„Indem Sie erkennen was sie genau suchen“
„Wissen Sie was mir wircklich Sorgen macht?
Es irgendwann tatsächlich zu finden um dann feststellen zu müssen dass es nicht gefunden werden will“
„Sie haben also Angst vor Ablehnung?“
„Ich habe Angst davor indem Wissen weiterleben zu müssen, etwas gefunden zu haben, was nie mir gehören wird.“
„Sie haben also Angst etwas zu verlieren.
Sie haben Angst, dass ihr Gegenüber sie nicht als das erkennen könnte, was Sie nach Ihrer Definition für diesen Menschen sind?“

 
„Wahrscheinlich, ja“

 
„Denken Sie denn nicht, dass wenn der richtige Zeitpunkt eingetroffen ist und sich zwei Menschen gefunden haben, so wie Sie sich das vorstellen, dies eine Unmöglichkeit darstellen würde?
Schliesslich sind es ja Ihre Vorstellungen und Ihre Definitionen.“
„Ersparen Sie mir diesen pseudo-psychologischen Mist.
Das Leben ist kein Wunschkonzert und Nein ich glaube nicht daran, dass ein Schicksal sich zwangsläufig erfüllen muss.
Sehen Sie sich doch diese Welt an.
Wie schlecht sie ist.
Wie ungerecht sie ist.
Wie könnte ich mir dann anmassen ausgerechnet eine Ausnahme zu sein, den das unbarmherzige Schicksal verschonen wird?“
„Sie haben sich selbst in eine Gedankenwelt eingesperrt aus der sie nicht entfliehen können.
Sie werden von Ihren Gefühlen kontrolliert.
Waren nicht Sie derjenige der mir damals den Satz beibrachte: sei immer überlegen und siege“
„Waren nicht Sie derjenige der mir beibrachte, alles in Frage zu stellen?“
„Was stellen Sie denn in Frage?“
„Was stelle ich nicht in Frage?
Schauen sie einmal auf die Uhr.
Sie tickt und tickt und dreht sich immer im Kreis.
Sie findet nie ihr Ziel und zieht immer die selbe Bahn.
Diese kleine Uhr ist unser aller Leben.
Der Kreis der Uhr ist unsere beschränkte Sicht der Dinge, unsere kleine Welt.
Und ganz egal was sie auch macht, sie bewegt sich immer in ihrem eigenen Radius.
Genau wie wir.
Eines Tages wird Ihre Uhr stehen bleiben.
Eines Tages wird unsere Uhr stehen bleiben.
Ist das unser Leben?
Ist das alles?“
Bevor ich ein weiteres Wort von mir geben kann, unterbricht mich Dr. Spaemann.
„Kommen wir zu dem eigentlichen Thema, weshalb Sie hier sind.
Sie hatten wieder diesen Traum.
War es denn wieder der selbe Traum?“
„Nein nicht ganz, aber ich habe wieder von ihr geträumt.
Sie stand an einer Klippe, dessen Abgrund ein Meer aus reissenden Fluten beinhaltete.
Der Himmel war in ein orange-gelbes Licht getaucht, umringt von Wolken, welche vereinzelte Lichtstrahlen durchdringten.
Es war windig, anfangs war es nur eine kleine Brise welche mit ihren schwarzen langen Haaren wild umher tanzte.
Ich rannte.
Ich wurde immer schneller und schneller und schrie nach ihr.
Doch sie bemerkte mich nicht.
Plötzlich wurde der Himmel dunkel und die Lichtstrahlen wurden zu Schatten.
Umso schneller ich rannte desto weiter entfernte sie sich von mir.
Ich schrie so laut ich konnte, doch sie drehte sich nicht um.
Sie stand einfach nur da und wandte ihren Blick in Richtung Meer.
Die schimmernde Farbe des Horizonts verkümmerte sich zu einem tiefen schwarz, begleitet von einem unbarmherzigen Sturm.
Aus irgendeinem Grund blieb ich stehen und genau in diesem Moment drehte sie ihr Gesicht in meine Richtung.
Bevor ich es erkennen konnte, stürzte sie in die Tiefe des Ozeans.
An dieser Stelle bin ich aufgewacht“
„Wie haben Sie sich dabei gefühlt?“
„Wie immer!
Ich hatte das Gefühl etwas verloren zu haben.
Dieses Gefühl trage ich noch immer in mir.
Jedes mal wenn ich wieder von ihr träume, wird dieses Gefühl schlimmer und erreicht eine Präsenz die mir unheimlich ist.
Ich brauche meist eine Zeit bis ich realisiere, das alles nur ein Traum war.“
„Ok, gehen wir noch einmal bis ganz zum Anfang
Erzählen sie mir von dem Tag bevor sie das erste mal diesen Traum hatten“
Hier sitze ich also.
Ich,ausgerechnet ich.
Bereits seit einem halben Jahr besuche ich Dr. Spaemann in seiner Praxis für Psychotherapie.
Wie immer sitzt er mit verschränkten Füssen in seinem Ledersessel, welcher viel gemütlicher erscheint als der meine.
Er erfüllt so ziemlich alle Kriterien welches das Klischee des Psychoanalytikers so mit sich bringt.
Sein grauer Rollkragenpullover und seine versteinert wirkende Miene, tun sein übriges dazu.
Auf seinem Arbeitstisch der akribisch detailliert geordnet ist, flackert eine etwas ältere Tischlampe vor sich hin, welches ihr Licht an den Wandschrank wirft, welcher mit Fachbüchern befüllt ist.
„Also, erzählen Sie mir jetzt davon“? unterbricht er mich in meinem Gedankengang.
Obwohl die Zeit der Sitzungsstunde noch nicht abgelaufen ist, entscheide ich mich dafür sie nun zu unterbrechen.
Dr, Spaemann scheint davon nicht überrascht zu sein.
Wäre nicht das erste mal, dass ich einfach unter dem Gespräch die Sitzung beende.
Vor allem bei diesem Thema.
Er weiss wie ich darauf reagiere.
Hätte mir damals jemand erzählt, dass ich eines Tages psychologische Hilfe benötigen würde, ich hätte ihn ausgelacht.
Bis zu jenem Tag.
Bis zu diesem Traum.
Auf dem Weg nach Hause, schossen mir noch unzählige Gedanken durch denKopf.
Die Strassen wirkten grauer und dunkler als sonst und der Weg zog sich, trotz der hohen Geschwinigkeit die ich meinem Wagen abverlangte, in eine Länge als würde er nie enden wollen.
Ist das die Welt in der ich lebe?
Ist das meine Realität?
Was ist Realität überhaupt?
Warum erfinden Menschen Wörter die man nicht einmal ansatzweise erklären kann?
Besteht das Leben nur aus fiktiven Realitäten?
Vielleicht sind wir Menschen nur ein Schatten unseres kontroversen subjektiven Ichs, gefangen in einer Wircklichkeit die gar nicht existiert.
Ein ewiger Kampf zwischen einer surrealen Welt und meinem geistigen Ich, welches versucht ein Paradoxum logisch zusammen zu bauen.

 
Alleine der Gedanke ist absurd.
Vielleicht ist aber auch jeder Gedanke absurd.
Eigentlich ist es schon absurd überhaupt zu denken.
Wir Menschen sind das Produkt unserer Gedanken und Erfahrungen.
Wir sind nichts weiter als vorprogrammierte Wesen.
Jede Begegnung und jede Erfahrung die wir im Leben machen, prägt sich in unser inneres.
Verdammt, ist das Leben wircklich nicht mehr?
Ich bin doch eigentlich davon überzeugt, dass es viel mehr sein muss.
Ich spüre es doch, ich fühle es doch, jede Nacht in diesem Traum.Gibt es denn nichts echtes mehr auf dieser Welt?
Sind wircklich alle Bekanntschaften nur ein kurzes leuchtendes Licht welches an uns vorüber ziehen wird, so wie das Scheinwerferlicht des gelegentlich an mir vorbei fahrenden Gegenverkehrs?
Zuerst sieht man es in der Ferne und man merkt, dass etwas auf einen zukommt.
Das Licht kommt immer näher und näher, bis es sich schliesslich zu einem Höhepunkt formt und man davon geblendet wird, nur damit es dann wieder an uns vorbei zieht und in der düsteren Dunkelheit der Nacht das weite sucht.
Sind alle Bekanntschaften, alle Begegnungen nichts weiter als Gegenverkehr,auf der Strasse des Lebens?
Die von der Dunkelheit grau schwarz eingefärbten Bäume, schweigen in einer Melancholie als würden sie ein Geheimniss dieser Welt in sich bewahren.
Nur mein Scheinwerferlicht lässt sie für einen kurzen Moment zum Leben erwachen.
Umso mehr ich das Gaspedal beanspruche, desto kürzer scheinen sie zu leben.
Als hätte ich es in der Hand, ob sie für diesen kurzen Moment Leben dürfen oder nicht.
Vielleicht haben wir es alle in der Hand, mit unserem Licht andere Menschen leben zu lassen.
So wie der Gegenverkehr für eine Weile, in meine Richtung leuchtet.
Was passiert aber, wenn ein Mensch zu sehr leuchtet?
Man muss nur einmal sein Fernlicht eingeschaltet lassen und man sieht sehr schnell was dann passiert.
Mehr als einen Mittelfinger des Gegenübers wird man nicht zu Gesicht bekommen.
So ungefähr verhält es sich auch im wahren Leben.
Verdammte Menschen!
Endlich scheint der endlos scheinende Weg ein Ende gefunden zu haben und ich parke mit einer Erleichterung bei dem für meine Wohnung vorgesehenen Parkplatz.
Zwei Teenager stehen in unmittelbarer Nähe von meiner Eingangstüre.
Viel zu lange Hosen, Kapuzen T-shirts und protziger Schmuck, offenbaren ziemlich schnell zu welcher Sorte Jugendliche die beiden gehören.
Einen davon kenne ich.
Er heisst Marco und wohnt hier ganz in der Nähe.
Sie scheinen mich bemerkt zu haben und kommen direkt auf mich zu.
„Hey hey hey, was geht? Fragt mich Marco mit einem Ton der aus einem lächerlichen Ghettofilm stammen könnte.
Yo Bro, so begrüsst man sich hier bei uns.
Wie sagt man denn bei euch Gangstern so?
Gibt es da irgendeinen Spruch den man so bringt?“
„Also ich sag meistens ;Hallo;“ antworte ich ihm.
„Hast du mal eine Kippe?“
Ich nehme die halbvolle Schachtel Zigaretten aus meiner Jackentasche und schmeiss sie ihm zu.
„Hier kannst du haben, wenn die aber deine Mutter bei dir findet dann hast du sie nicht von mir.
Und mach keinen Scheiss mehr Marco, verstanden“
„Jaja alles klar, hast was gut bei mir“
Endlich in meiner Wohnung angekommen, öffne ich langsam die Haustüre.Die schwarze Ledercouch steht an ihrem gewohnten Platz, mittig im Raum, auf einem schwarz- weissen Seidenteppich.
Nur die Wohngarnitur und der Glastisch auf dem sich noch diverse Utensilien des Vorabends befinden, zieren den restlichen Raum.
Es war ein anstrengender Tag heute und die Glocken der Wohnungsnahen Kirche läuten die letzte Stunde des selbigen ein.
Die Couch dient mir bereits seit längerem als Schlafdomizil.

 
Seit ich das erste mal diesen Traum hatte, meide ich das Schlafzimmer penibel.
Aus dem Wohnzimmerschrank nehme ich mir eine Flasche Wodka und leere ihn in das Glas vor mir, während ich mich auf die Couch setze.
Morgen habe ich einen wichtigen Termin.
Trotzdem schalte ich noch kurz von Fernsehprogramm zu Fernsehprogramm nur um feststellen zu müssen, dass ohnehin nur Mist läuft.
Manche Menschen zählen Schafe damit sie besser einschlafen können, ich zähle idiotische Fernsehsendungen.
Und davon gibt es bestimmt mehr als es surreale Schafe gibt.
Die Berge leuchten in schillernden Farben von der bereits untergehenden Sonne.
Noch nie war der Himmel derart schön.
Ein orange ,welches sein Licht auf die weite Landschaft die hinter den Bergen liegt, umhüllt die Luft und taucht die Umgebung in ein flackerndes Meer, dessen Tiefe unergründlich scheint.
Und dort steht sie wieder.
Mir mit dem Rücken zugewandt, flattern ihre schwarzen langen Haare im Wind.
Die Lichtstrahlen der untergehenden Sonne formen einen Lichtkegel um sie, als würden sie nur wegen ihr eine Ausnahme machen und alle Naturgestze brechen.
Mein Atem wird schneller.
Mein Puls steigt.
Ich muss jetzt zu ihr.
Plötzlich stürzt die Nacht wie eine Flutwelle über das Firmament herein, während die Sonne noch einmal vergeblich versucht sich mit letzter Kraft zu wehren.
Umso dunkler es wird, desto näher komme ich ihr.
Sie bewegt sich nicht und scheint noch immer regungslos in die Ferne zu starren als würde sie auf etwas warten.
Dann endlich, ich bin direkt hinter ihr.
Plötzlich existiert die Welt nicht mehr.
Als hätten sich Dimensionen verschoben und Welten bewegt.
Als wäre das ganze Leben nur eine Suche nach diesem Moment gewesen.
Direkt unter uns,im Schatten der Berge, befindet sich ein kleiner See.
Die Sterne scheinen auf uns zu zufliegen, welche so nah sind, dass man das Gefühl bekommen könnte wir sind mit ihnen verbunden.
Ihr Licht strahlt in ihr Gesicht, welches ich nicht erkennen kann.
Selbst ihre Augen kann ich nicht erkennen und doch durchdringt mich ihr Blick.
Ein Gefühl von Frieden liegt in der Luft, welchen ich mit jedem Atemzug in mich aufsauge und tief in meine Lunge inhaliere.
Wir berühren unsere Hände und schweissen sie so fest aneinander, als ob keine Kraft der Welt sie jemals wieder trennen könnte.
Es ist unser Schicksal.Es ist mein Schicksal.
Leise flüstert sie mir zu,“Finde mich, finde mich.“
Eine Träne perlt ihr Gesicht entlang in der sich der Sternenhimmel widerspiegelt.
Wie in einem Zeitraffer fange ich die Träne mit meiner linken Hand auf und schliesse sie daraufhin.

 
„Verdammt, verdammt, verdammt“
Ich bin eingeschlafen.
Der Wodka den ich noch immer in meiner Hand hielt, durchnässt meine Hose.
Mein Handy läutet in einer Lautstärke als wolle es mich aller Kraft daran hindern weiter zu schlafen.
Verdammt, warum muss ich ausgerechnet jetzt aufwachen.
Mein Traum, wieder dieser Traum.
Gereizt nehme ich mein Handy in die Hand um zu hören wer mich denn da aus meinem Schlaf klingelt.
Eine lange Nummer dessen Vorwahl ich nicht zuordnen kann erscheint auf dem Display.
Was ich jetzt zu hören bekomme, verschlägt mir die Sprache.
Eine unheimliche hohe männliche Stimme am anderen Ende der Leitung flüstert folgende Worte in meinen Lautsprecher.
„Schatten, Schatten dunkler Träume,
wer bringt Licht in all die toten Bäume?
Suchst du mich im Abendrot der Ferne,
leuchtet dir das Licht der Sterne.
Hörst du, hörst du wie sie spricht,
finde mich, finde mich.!!
Bevor ich überhaupt zu Wort komme, wurde die Verbindung getrennt.
Wie in einen Schock verfallen sitze ich regungslos auf der Couch.
Mein Körper scheint gelähmt zu sein, unfähig sich zu bewegen.
Was verdammt war das gerade eben?
Verzweifelt versuche ich einen klaren Gedanken zu fassen.
Das Glas welches sich noch immer in meiner Hand befand, zerspringt am kalten Fussboden, als würde es auf dem Boden der Realität zerschellen.
Wer war das?
Woher weiss diese Person meinenTraum?
Es ergibt alles keinen Sinn.
Die Stimme hatte etwas unheimliches an sich und lässt mich noch immer erzittern.
Ich nehme mein Handy und rufe mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch die Nummer zurück.
Freizeichen!!
Es meldet sich niemand.
Ich wähle die Nummer der Auskunft um in Erfahrung zu bringen wem dieser Anschluss gehört.
„Es tut mir leid, aber unter dieser Nummer ist uns kein Anschluss bekannt“.
„Wie kann das sein, diese Nummer hat mich vorhin eben angerufen“
„Es tut mir leid Sir, aber diese Nummer existiert nicht“
Diese Nummer existiert nicht.
Wie kann das sein?
Erlaubt sich jemand einen schlechten Scherz mit mir
Aber niemand weiss von meinem Traum.
Niemand ausser Dr. Spaemann.
Könnte er?
Nein! Das würde er nie tun.
Warum sollte er auch?
Seine Aufgabe ist es mich zu „heilen“, nicht mich noch verrückter zu machen.
Doch wer sonst könnte davon wissen?
Es muss eine rationale Erklärung für diesen üblen Scherz geben.
Vielleicht ein Patient von Dr. Spaemann der sich irgendwie Zugang zu den Akten beschafft hat?
Oder seine Sekräterin die immer so freundlich zu sein scheint.
Irgendwie alles keine guten Erklärungsversuche.
Aber irgendwie so muss es wohl sein.
Wenn ich den in die Finger bekomme der dafür verantwortlich ist, dann wird dies kein gutes Ende nehmen.
Ich bin nun wircklich kein ernster Mensch und schnell für einen Spass zu haben, doch an dieser Stelle hört er auf.
An dieser Stelle geht er zu weit und überschreitet eindeutige Grenzen.
Meine anfängliche Lähmung artet in Wut aus, die es mir wieder möglich macht mich zu bewegen und einigermassen klar zu denken.
Ich muss jetzt einen klaren Kopf bewahren.
Insofern dies überhaupt möglich ist in dieser Situation.
Der Raum dreht sich.
In meiner Benommenheit nehme ich nur noch die Umrisse der verschwommenen Umgebung wahr.
Die Dunkelheit der Nacht durchflutet mein Wohnzimmer.
Ein Geräusch.
Ein leises aber dennoch präsentes Geräusch.
Ich kann nicht genau feststellen woher es stammt.
Angespannt starre ich auf meine Eingangstür.
Da draussen ist jemand.
Eine Angst ergreift Besitz von meinen Körper welche jeden meiner Sinne schärft.
Alle Aufmerksamkeit ist nun auf dieses Geräusch gerichtet.
Dreh jetzt nicht durch, rede ich mir selbst ein.
Im Raum herrscht völlige Dunkelheit, nur das Licht des Fernsehers wechselt die Farbe des Zimmers im Secundentakt.
Nun ist es eindeutig.
Das Geräusch entspringt nicht meiner überreizten Fantasie.
Es scheint sich direkt vor meiner Eingangstür zu befinden und wird nun noch deutlicher.
Mit letzter Überwindungskraft beuge ich mich zu meinen Tisch hinunter
und nehme die Wodkaflasche in die Hand, welche mir als obligatorische Waffe dienen soll.
Irgendjemand steht direkt vor meiner Tür.
Es besteht kein Zweifel mehr.
Meine ganze Konzentration gilt nun meiner Eingangstür und diesem Geräusch welches nur durch die Lautstärke meines wild vibrierenden Herzschlags übertönt wird.
Erschrocken weiche ich einen Schritt zurück.
Die Klinke der Eingangstür bewegt sich.
Jemand versucht die Haustüre zu öffnen.
Ich stehe fassungslos neben den Scherben des zerbrochenen Wodka Glases.
Die Tür.
Die verdammte Tür, kommt es mir in den Sinn.
Ich habe sie nicht verschlossen.
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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 05:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mit aller Kraft umklammere ich die Wodka Flasche.
Ich muss mich jetzt zusammen reissen.
In wenigen Augenblicken wird diese Tür aufgehen und jemand wird meine Wohnung betreten.
Die Bewegung der Türklinke erscheint wie in Zeitlupe hinunter zu gleiten.
Instinktiv schleiche ich mich langsam in Richtung Tür.
Nur das leise knarren des Fussbodens lässt mich zusammen zucken.
Das Licht des Flurs strahlt in den Raum, während sich die Tür mit einem lauten knarren einen Spalt öffnet.

 
Jetzt gibt es kein zurück mehr.
Wie durch geisterhand getrieben, erhebt sich meine Hand, bereit zu zuschlagen, während ich auf die Tür mit voller Geschwindigkeit Anlauf nehme.
Mit einer hektischen Bewegung reisse ich die Türklinke in meine Richtung und stürze mich auf den Eindringling.
Bevor mir überhaupt bewusst wird was geschieht, liege ich mitten im Flur auf dem kalten Fussboden.
Mein Schlag ging ins Leere.
Panisch schweift mein Blick nach links, nach rechts.
Niemand zu sehen.
Nichts zu hören.

 
Ich laufe den Flur in Höchstgeschwindigkeit ab.
Bei den Treppen, niemand zu sehen.
Verdammt, in die andere Richtung.
Das selbe.
Zum Fenster, kurzer Blick nach unten.
Panisch aber wild entschlossen, stürme ich die Treppen hinunter.
Die automatische Lichtanlage des Gebäudes schaltet sich synchron zu meiner Geschwindigkeit,ein
2.Stock. Licht ein.
Meine Hände umfassen das Geländer der Treppe.
Schwung holen.
1.Stock. Licht ein.
Erdgeschoss, Licht ein und nach draussen in die Dunkelheit.
Niemand zu sehen.
Zurück in die Wohnung.
Selber Weg, selbe Geschwindigkeit.
Lichtschalter betätigen.
Bereits völlig ausser Atem, Badezimmertür mit Gewalt auf reissen.
Ein Blick und weiter zum Schlafzimmer.
Niemand zu sehen.
In die Küche.Das selbe!
Wieder zurück zum Schlafzimmer und einen Blick unter das Bett riskieren.
Weiter ins Wohnzimmer und zur Einganstür.
Schlüssel bis zum Anschlag umdrehen.
Beruhig dich, beruhig dich, rede ich mir ein.
Völlig erschöpft sacke ich auf der Couch zusammen.
Verdammt, was geschieht hier?
Es können höchstens secunden gewesen sein.
Kein Mensch kann sich so schnell aus dem Staub machen.

 
Doriane, die direkt gegenüber wohnt!
Sie wäre die einzige die derart schnell verschwinden könnte.
Ich hätte aber garantiert ihre Haustüre gehört.
Das Licht!
Es hat niemand über die Treppen flüchten können.
Das Licht war aus.
Einzig und allein im Flur brannte es.
Das ist die einzig mögliche Erklärung.
Na warte, das wirst du bereuen.
Das du mir, dass noch immer so übel nimmst!
Damals hat sie mir geschworen, dass bekomme ich zurück.
Dabei war es doch nur ein kleiner harmloser Scherz.
Mach endlich auf, wie oft soll ich denn noch läuten?
Komm schon.
Umso länger du mich hier stehen lässt, desto schlimmer wird es für dich.

 
„Hä?“
„Hallo Doriane, na wie geht’s?
Sind wir jetzt endlich quitt?“
„Sag mal spinnst du?, mich um diese Uhrzeit auf zu wecken?“
Ok, sie ist gut, denke ich mir.
Wenn sie mir tatsächlich vor wenigen minuten noch diesen üblen Streich gespielt hat, dann
spielt sie die verschlafene Ahnungslose, noch besser.
„Was ist denn los, hast du dich volllaufen lassen?“
Beide blicken wir auf die Wodkaflasche die noch immer am Boden des Flurs liegt.
„Vor ein paar minuten, war jemand vor meiner Haustüre und hat sie auch geöffnet!
Ich bin das ganze verdammte Haus abgerannt, doch konnte niemanden sehen.
Ausserdem waren überall die Lichter aus, ausser hier im Flur.
Du bist die einzige die so schnell hätte verschwinden können.
Wenn du es warst, dann sag es mir.
Ich geb dir mein Wort drauf, ich bin dir nicht böse.
Ich will es nur wissen.“
„Mann du Depp, ich hab geschlafen.
Was soll ich denn vor deiner beschissenen Haustüre machen?“

 
Denk nach!

 
Denk nach!

 
Soll ich ihr das glauben?

 
Bleibt mir überhaupt etwas anderes übrig?

 
„Ok, und gehört hast du auch nichts, oder?“
„Was soll ich denn gehört haben ausser dein Scheiss klingeln?
Ich habe geeeschlafffen.
Verstehst du diesen Satz?“
Geeeessccchhhlafffffen!!!
„Ja, geeeschlllaaaaffenn,!!Ich versteeehhhheeeee“
Blöde Kuh!
Flieg tot um,
denke ich mir,
während ich mich umdrehe um wieder in meine Wohnung zu gehen.
„Frag doch mal deinen komischen Freund ob er was gesehen hat“
Komischer Freund?
Wie angewurzelt bleibe ich stehen und drehe mich wieder zu ihr um.
„Was meinst du mit komischer Freund?“
„Mann, du stellst echt Fragen als ob du bescheuert wärst.
Woher soll ich wissen, mit welchen Leuten du abhängst?“
Ich habe absolut keine Idee, von was sie redet.
„Wann soll das gewesen sein?
Erklär mir bitte genau, was du meinst.
Dann hast du sofort deine Ruhe.“
„Na, gestern Abend halt, da stand irgendso ein Typ an deinem Fenster und hat dumm auf mich herunter geklotzt.
„Wann gestern Abend?“
„Keine Ahnung, so acht wird’s gewesen sein.
Wie ich halt von der Arbeit nach Hause gekommen bin“
Ich konnte nicht glauben was ich hörte.
„Ok, hör mir gut zu, Doriane.
Ich hab gestern bereits am frühen Nachmittag die Wohnung verlassen, und bin erst gegen elf Uhr nachts wieder nach Hause gekommen.
Ich war zu diesem Zeitpunkt also nicht in meiner Wohnung“
Plötzlich schlägt die genervte Stimme Dorianes, in eine interessierte um.
Nachdenklich starrt sie mich an.
„Hmm,“
„Was hat der Mann genau gemacht?“
„Nichts besonderes.
Er stand einfach nur da und starrte in die Gegend.“
„Wie hat er ausgesehen, komm schon Dino, lass dir nicht alles aus den Fingern ziehen“
„Ja ich hab dir eh schon alles gesagt.
Ich bin von der Arbeit nach Hause und stieg aus dem Auto aus.
Da stand dann dieser Typ an deinem Fenster und hat mich angesehen.
Wie hat der nochmal ausgesehen?, lass mich überlegen.
Einen schwarzen Pullover und eine Jeans, wenn ich mich nicht täusche.
Ausserdem kurze dunkle Haare.
Und achja, er hatte seine Hände in den Hosentaschen.
Als er mich bemerkte, starrte er mich ununterbrochen an.Ich musste nochmals kurz zurück, weil ich etwas im Auto vergessen hatte.
Als ich wieder raus bin, glotzte der noch immer in meine Richtung.
Freak, dachte ich mir noch.
Dann bin ich in meine Wohnung und das wars.
Weisst du wircklich nicht, wer das war?“

 
Inwas für einer Scheisse stecke ich hier nur.
Gänsehaut überschwemmt meinen Körper.
Mein geschockter Blick scheint ansteckend zu sein und auch Doriane überkommt ein Schauer,
in ihr bereits blass gewordenes Gesicht.
„Du machst mir Angst“, sagt sie.
„Für mich ist das auch kein Spass, glaub mir.
Was soll ich jetzt tun?“
Fragend treffen sich unsere Blicke.
Doriane, die nun endlich aus ihrem Tiefschlaf erwacht ist, scheint plötzlich Verständniss für meine Situation auf zu bringen.
Sie hat wohl realisiert wie ernst das hier alles ist.
Ihr Schulterzucken spricht eine eindeutige Sprache.
Natürlich wird sie genau so ratlos sein wie ich.
Wie könnte es auch anders sein.
„Du musst zur Polizei gehen“
Diesen Gedanken hatte ich ebenfalls bereits.
Die Scene spielte ich mehrmals in meinem Kopf durch.
Und irgendwie erschien mir dass keine gute Idee zu sein.
Meine Erfahrungen mit der Polizei, sind nicht unbedingt rosig.
Und überhaupt, was könnten die schon grossartig unternehmen?
Anzeige auf anonym?
Da können wir nichts machen, tut mir leid Sir?
Ja, so in etwa würde wohl das Gespräch ablaufen.
Einen Polizeischutz rund um das Haus wird man wohl kaum abstellen.
Mittlerweile befindet sich Doriane in meiner Wohnung.

 
„Hier, genau hier hat er gestanden.“
In unmittelbarer Nähe meiner Couch, auf der ich vorhin noch seelenruhig geschlafen habe.
Ich brauche eine Zigarette.
Nervös hebe ich die Jacke vom Boden auf um meine Packung zu suchen.
Verdammt, wo sind die Dinger nur.
Die müssten doch hier sein.
Doriane schmeisst ihre Packung über den ganzen Raum.
Gefangen!
Wie beruhigend der blaue Qualm sich in jede Faser meines Körpers zieht, so beruhigend wirkt die Anwesenheit Dorianes.
Das Badezimmer verströmt noch immer einen sanften Duft meines Duschgels, des Vortages.
Nur der verdreckte Spiegel und die geöffnete Zahnpastatube trüben das restliche Bild des
aufgeräumten, sauberen Zimmers, ein wenig.
Auch in den restlichen Räumen sticht mir nichts ins Auge.
Alles an seinem gewohnten Platz.
Wer auch immer hier war.
Er hat nichts gesucht.
Im Schutze der Zweisamkeit, erzähle ich Doriane von diesem merkwürdigen Anruf.
Nur die Geschichte mit dem Psychiater, bleibt mein kleines Geheimniss.
Davon darf niemand wissen.
Davon soll niemand wissen.
Selbst in meinen Traum lasse ich sie ein klein wenig hinein blicken.
Aber nur ein klein wenig.
Sie soll mich ja schliesslich nicht für verrückt halten.Wenn es dafür nicht schon längst zu spät ist.
„Scheisse, du bist echt nicht zu beneiden“
Mir ist früher nie aufgefallen wie schön ihre blauen Augen sind.
So blau wie das Meer, damals im Urlaub auf Mauritius.
Oder so blau wie meine Kaschmirdecke, die bereits Dorianes Körper wärmt.
„Ist das der Grund warum du damals so abweisend warst?“fragt sie.
An meiner Reaktion bemerkte sie, dass ich ihre Frage nicht ganz verstanden habe.
„Ich meine wegen deinem Traum.
Du hast dich einfach nicht mehr gemeldet und so getan als würdest du mich nicht kennen“
Jetzt verstand ich.
Vor etwa einem halben Jahr, verbrachten wir beide mehr Zeit miteinander.
Wie schnell Worte, Bilder im Kopf eines Menschen entstehen lassen können.
Sofort denke ich an unsere gemeinsamen Ausflüge.
In einem schicken Restaurant mit schlechter Beleuchtung und einem Kellner
mit locker sitzender Krawatte, über den wir uns den ganzen Abend lustig machten.
Der Kinobesuch mit unbequemen Sitzen und einem schlechten Film der nur von der Lautstärke Popcorn fressender Idioten übertönt wurde.
Und dann natürlich der Theaterbesuch, wo der Dirigent des Orchesters derart grauenhaft agierte,
als hätte man mal eben den Verkäufer der Würstchenbude von nebenan, anstelle des echten Dirigenten einspringen lassen.
Zumindendst erinerrten seine Bewegungen ein wenig an ein Würstchen das er in der Hand hält, so als wolle er es mit Senf beschmieren.
„Ich kenn dich doch noch. antworte ich
Wir unterhalten uns doch oft.“
„Ja, aber das ist irgendwie nicht das selbe.

 
Ich wusste auf was sie hinaus wollte.
Was sie wahrscheinlich nicht wusste war der Umstand, dass mir dieses Themam Moment so unangenehm war, wie einem Hund ein Schaumbad, bei dem
man ihm mit einem Schwamm durch rubbelte.
Diese Nacht hat mich auf den Boden geworfen, wie eine alte Oma der man mit aller
Kraft ihren Gehstock, wie einen Fussball wegkickt.
Ihre Frage war derart taktlos, als würde sie mit dem Dirigenten des Orchesters schlafen.
Genüsslich steckt sie sich die brennende Zigarette in den Mund.
Gedanklich stelle ich mir vor, dass wäre das Würstchen des Dirigenten, weshalb ich mir ein lachen nicht verkneifen kann.
„Wie kannst du jetzt nur lachen?“ fragt sie.
„Ach nichts, ich dachte nur eben an unseren Theaterbesuch, weisst du noch?“
„Ja, davon weiss ich noch.“
Während sie fortwährend Geschichten von früher erzählt überkommt mich eine bleierne Müdigkeit, die schleichend von den Füssen bis in den Kopf fliesst.
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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 05:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Sonne blendet mich während ich versuche die Augen zu öffnen.
Mittlerweile ist es Tag geworden.
Ein Hauch von Dorianes süsses Parfüm liegt noch immer in der Luft.
So süsslich wie mein Körpergeruch, nur etwas angenehmer.

 
Ich muss duschen.

 
Ich streife mir die Kleidung langsam vom Leib und drehe so lange an beiden Wasserhähnen bis sie die gewünschte Temperatur erreicht haben.
Das kühle Nass auf meiner Haut schwemmt den Angstschweiss der letzten Nacht, hinunter in den Abfluss.
Wann Doriane wohl gegangen ist?

 
Wie ich sie kenne, hat sie wahrscheinlich noch stundenlang Geschichten erzählt, bevor sie durch mein schnarchen bemerkte, dass ich wohl nicht mehr der beste Zuhörer bin.

 
Heute muss ich wieder zu Dr.Spaemann.
Der Termin ist um sieben.
Doch kann ich ihm noch trauen?
Nur verschwommen nehme ich mein Spiegelbild wahr.
Verdammt, das brennt.
Wo ist ein Handtuch, wenn man es mal braucht!?
Der Geruch von abgestandenem Rauch und versautem schweisstreibenden Sex,
zieht sich durch meine Nasenhöhlen bis in den Rachen, sodass ich es im Mund schmecken
kann.
Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch der alte Kleidung als Handtuch missbraucht.


Plakatierte Mauern die in den Himmel wie Hochhäuser ragen, Werbeschilder konkurrieren um die Gunst der Kunden, hektische Menschen,scheinbar unter Termindruck, versuchen den Stau der sich auf der brüchigen heruntergekommenen Strasse anbahnt, zu überqueren, während Autofahrer ein Hupkonzert der Extraklasse abliefern, welches schliesslich in einem eposalen Finale seine Vollendung findet, bestehend aus Schimpfwörtern und gegenseitigen Drohgebärden.
Hier lernt man mehr Fäkalausdrücke als man in der Schule oder im Fernsehen jemals aufschnappen könnte.
Ich hasse diese Stadt.
Nur noch mehr hasse ich das Dorf in ihr, indem ich lebe.
Immerhin muss man hier nicht eine Ewigkeit auf ein Taxi warten, die sich ,wie im Gänsemarsch, einen Weg durch das Dickicht der Stadt bahnen.
Ich schliesse die Tür, während ich dem Taxifahrer Geld zustecke.
Genau gegenüber liegt das Restaurant „Melrone“.
Nach der Hitze des Tages ist dieses Lokal nun so dunkel wie ein abgeschotteter Keller.
Meine Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen.
Der Duft von angebratenem Fisch und Knoblauch liegt in der Luft.
Der Kellner hinter der Theke, an der Fotos von Angelausflügen hängen, unterhält sich mit seinem Kollegen der sichtlich verärgert ist.
Die schlichte weisse Wanduhr zeigt auf zwei vor eins.
Nur ein paar wenige Gäste stören die Ruhe in einem leisen Ton
und stecken ihre Köpfe aneinander als hätten sie gemeinsam einen Mord verübt und es
dürfe ja niemand dabei zuhören, wo sie die Leiche vergraben haben.
Grauer Schal, sein Gesicht von der neuesten Ausgabe der Tageszeitung, verdeckt.
Wie am Telefon besprochen.
Das muss er sein.
Mit einem etwas mulimigen Gefühl im Bauch setze ich mich zu ihm.
„Wir haben telefoniert?!“ sagt er.
„Ja das haben wir“
„Mein Name ist Terry Beckmoor.
Wie kann ich Ihnen genau behilflich sein?“
Ich schilderte ihm meine Geschichte so detailliert wie möglich.
Selbst meine Besuche beim Psychiater liess ich nicht aus.
Kein Mensch weiss davon.
Keiner, ausser ihm und mir.
Verhüllt in Zigarrenrauch, lauschte er gespannt meinen Worten, während er hin und wieder
an dem Kragen seines blauen Hemdes zupfte.
Ich denke ich kann ihm vertrauen.
Langsam streift er seine Brille vom Gesicht und legt sie auf den Tisch mit der Tageszeitung, bis er endlich eine Reaktion von sich gibt.
„Sie stecken ja wircklich in der Scheisse, mein Freund.“
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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 05:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bei Interesse kann ich gerne noch mehr einstellen.
Wäre wircklich sehr dankbar über Feedback.
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Gast







BeitragVerfasst am: 11.10.2012 05:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Vielleicht solltest du das besser unter "Prosa" einstellen statt unter "Lyrik" - ein Gedicht scheint es mir nicht zu sein ... Und auch die werten Freunde der Prosa werden dir wahrschenlich sagen, dass du viel zu viel einstellst. Wer soll das alles lesen und vor allem rückmeldend beurteilen?

Wenn ich schon dabei bin, kann ich ja mal eben einen "Lyriker-Satz" dazu schreiben. Ich habe, ich weiß nicht, die ersten fünfzig Zeilen gelesen oder so; So ganz schlecht gefällt mir das gar nicht, aber du solltest, bevor du sowas einstellst, doch bitte auf Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler achten, auch auf die Formatierung; sonst brechen deine Leser ohnehin sofort ab, denn wer da nicht sorgfältig ist, ist es erfahrungsgemäß in seinen Inhalten auch nicht.

Zum dargestellten Gespräch: In Comic-Kreisen gibt es den Begriff "redende Köpfe", und die sind ziemlich gefährlich, weil eben nichts "gezeigt" wird, die Möglichkeiten der (bildlichen) Darstellung nicht ausgenutzt werden; die Prosaisten werden einen ähnlichen Ausdruck haben, und mit scheint, der ist dann hier anwendbar. Eigentlich schreibst du gar nicht schlecht, aber trotzdem sollte das alles wohl kürzer werden, weniger umständlich, mehr auf den Punkt hin; wenn zu lange "um den heißen Brei geredet" wird, sind die Leser eben auch weg.

So, nun die Damen und Herren aus der Prosa, bitte!

Gruß,

Soleatus
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anuphti
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 06:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jerome,

herzlich willkommen im dsfo!

Soleatus hat es schon gesagt ...

Leider hast Du die Hinweise zum Einstellen von Beiträgen hier im Forum nicht gelesen, sonst wüsstest Du, dass wir wesentlich kleinere Häppchen bevorzugen (um die 800 Wörter)

Außerdem ist das Board falsch, Du müsstest in Prosa-Werkstatt posten (das Verschieben kann ein Moderator für Dich erledigen).

Und zu guter Letzt, Du möchtest Feedback. Ich habe mich mal durch den ersten Teil durch gekämpft. Ich würde nicht weiterlesen wollen. Abgesehen von den vielen Rechtschreibfehlern, die schon verhindern würden, dass irgendein ernstzunehmender Leser weiter lesen möchte, gibt es nichts, was mich neugierig macht. Ein Patient redet mit einem Arzt oder Psychiater oder Psychotherapeut über das Leben und die Menschen ... leider auf eine Art und Weise, die nicht neu ist, nicht spannend ist, nicht emotional packend.

Tut mir leid.

LG
Nuff


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gold
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 06:01    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Jerome,

viel zu viel, leider! So macht es mir keinen Spaß, mich mit deinem Text auseinanderzusetzen.

Wie Soleatus bereits anmerkte, gehört es zur Prosa und in die Werkstatt und dann bitte- ich wiederhole mich- in Scheibchen.

Liebe Grüße
Gold Wink


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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 06:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke dir für deinen Post.

Da ist mir wohl ein Fehler passiert und habe es versehentlich falsch gepostet.

Falls es irgendwie möglich ist,könnte dies bitte ein Mod in den richtigen verschieben?
Wäre wircklich nett.

Ja ich weiss, die Rechtschreibung ist meine grösste Schwäche.

Also findest du es zu langatmig? , um es kurz zusammen zu fassen.

Ok, entschuldigt bitte.
Ich hätte wircklich vorher genauer schauen sollen. Ich werde es jetzt einmal etwas kürzen.
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gold
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 06:09    Titel: Antworten mit Zitat

Jerome4802 hat Folgendes geschrieben:
.

Also findest du es zu langatmig? , um es kurz zusammen zu fassen.


jaha!

nichts für ungut, vielleicht kannst du es nochmals einstellen und dann bitte in mundgerechten Abschnitten und nicht alles hintereinander, sondern mit Pausen zwischendurch...

Am Anfang hab´ich auch so gepostet oder noch schlimmer, habe alles in einen Block eingestellt, schrecklich. Embarassed
Lass dich nicht abschrecken!

Liebe Grüße
Gold

Und: lass dich nicht abschrecken!


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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 06:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

gold hat Folgendes geschrieben:
Jerome4802 hat Folgendes geschrieben:
.

Also findest du es zu langatmig? , um es kurz zusammen zu fassen.


jaha!

nichts für ungut, vielleicht kannst du es nochmals einstellen und dann bitte in mundgerechten Abschnitten und nicht alles hintereinander, sondern mit Pausen zwischendurch...

Am Anfang hab´ich auch so gepostet oder noch schlimmer, habe alles in einen Block eingestellt, schrecklich. Embarassed
Lass dich nicht abschrecken!

Liebe Grüße
Gold

Und: lass dich nicht abschrecken!



Mach ich.

Danke jedenfalls für das ehrliche Feedback.

Ich will die Geschichte unbedingt zu Papier bringen, weil sie mich selbst fasziniert.
Doch was bringt eine gute(natürlich subjektiv gesehen) Idee/Geschichte wenn man sie falsch schreibt.
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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 06:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

anuphti hat Folgendes geschrieben:
Hallo Jerome,

herzlich willkommen im dsfo!

Soleatus hat es schon gesagt ...

Leider hast Du die Hinweise zum Einstellen von Beiträgen hier im Forum nicht gelesen, sonst wüsstest Du, dass wir wesentlich kleinere Häppchen bevorzugen (um die 800 Wörter)

Außerdem ist das Board falsch, Du müsstest in Prosa-Werkstatt posten (das Verschieben kann ein Moderator für Dich erledigen).

Und zu guter Letzt, Du möchtest Feedback. Ich habe mich mal durch den ersten Teil durch gekämpft. Ich würde nicht weiterlesen wollen. Abgesehen von den vielen Rechtschreibfehlern, die schon verhindern würden, dass irgendein ernstzunehmender Leser weiter lesen möchte, gibt es nichts, was mich neugierig macht. Ein Patient redet mit einem Arzt oder Psychiater oder Psychotherapeut über das Leben und die Menschen ... leider auf eine Art und Weise, die nicht neu ist, nicht spannend ist, nicht emotional packend.

Tut mir leid.

LG
Nuff


War auch mein Gedanke, dass dieses Gespräch zumindenst als Bucheröffnung fehl am Platze ist, da es dem Leser keine spannenden Anhaltspunkte gibt und er keinen Einstieg in die Geschichte findet.

Hätten da nicht meine Bekannten gemeint, dass dies überhaupt kein Problem darstelle und doch super wäre. Smile
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hexsaa
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 07:53    Titel: Antworten mit Zitat

Jerome4802 hat geschrieben:
Zitat:
Hätten da nicht meine Bekannten gemeint, dass dies überhaupt kein Problem darstelle und doch super wäre


Das ist das Problem mit den so genannten Bekannten. Erstens haben sie meist wenig bis keine Ahnung vom Schreiben, können, wenn überhaupt, nur einen Leseeindruck widergeben. Zweitens wollen sich die meisten nicht wirklich mit einem Text befassen. Sie huschen mal drüber, weil es von dir ist und sie entweder neugierig sind oder du sie darum gebeten hast. Dann sagen sie was du ihrer Meinung nach hören willst, damit du sie in Ruhe lässt.

Besser geeignet sind enge Familienmitglieder oder gute Freunde, aber nur, wenn sie dazu neigen, dir keinen Honig um den Bart zu schmieren und deine Schreibambitionen ernst nehmen.
Oder eben ein Schreibforum wie das hier. Leider habe ich gerade keine Zeit, mich mit deinem Text auseinanderzusetzten, aber später vielleicht.

LG
hexsaa


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Das ist okay, man kennt mich dort.
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Nayeli Irkalla
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 10:46    Titel: Antworten mit Zitat

Mich hat das schiere Textvolumen auch ein bisschen abgeschreckt... Ich habe mir jetzt für mein Feedback mal den Anfang ausgewählt. Den Rest habe ich erst mal nicht gelesen.

Zum Feedback kann auch ich bestätigen: "Gefällt mir sehr gut, kannst du so machen" heißt übersetzt "Ich war zu faul zum Lesen". Wenn du einen Tipp willst, um von Testleser komplexeres Feedback zu erhalen, solltest du immer Fragen mit reingeben. Denn natürlich wollen sie dich auch nicht verletzen.

Zitat:
„Glauben Sie denn an Bestimmung?“
„Ja bestimmt,? antworte ich sarkastisch.


Gleich im zweiten Satz ein Rechtschreibfehler! Ganz schlecht!

An und für sich gefällt mir, wenn Texte mit einem Dialogelement anfangen. Es schafft sofort eine Szene, in der zwei Menschen präsent sind, es wirft den Leser mitten rein. Das "denn" würde ich auch noch weglassen, es gehört zu den Füllwörtern.

Im Anschluss an eine solche Eröffnungssequenz würde ich dann ein, zwei oder auch fünf Sätze erwarten, die mir als Leser eine Atempause ermöglichen und mir ein bisschen was darüber verraten, wer da überhaupt spricht. Ich weiß jetzt: Da reden zwei Leute. Sie reden über Bestimmung, der eine von beiden ist sarkastisch.

Wenn mein so gewecktes Interesse über die Leute im Raum steht, brauche ich jetzt ein klein bisschen mehr. Ein Name (zumindest für das Gegenüber) wäre nicht schlecht. Ein oder zwei visuelle Eindrücke, z.B. das Aussehen seiner Nase. Ein oder zwei Eindrücke zur Umwelt - wie ist das Licht im Raum? Hat das Gegenüber eine Zigarette in der Hand oder spielt es mit einem Bleistift? Stattdessen fährst du mit dem Dialog fort, ohne mir etwas über das Setting zu verraten.

Ein beliebter Fehler beim Dialogschreiben ist es, alles, was die Leute sagen, tatsächlich auch zu schreiben, inklusive der ganzen Wiederholungen, die man in einem Gespräch immer so macht. Literarisches Dialogschreiben fasst solche Sequenzen zusammen. Diese ganze Passage hier ist nichts als "blabla", wo die Leute reden, ohne dem Leser mehr Informationen zu geben - denn der Leser hat bereits durch die ersten beiden erfahren, dass es eine unterschiedliche Betrachtungsweise der beiden gibt.

Zitat:
„Also glauben Sie nicht daran?“
„Was genau verstehen Sie denn unter Bestimmung?“
„Ich verstehe darunter, wenn man daran glaubt, dass alles was wir erleben einen Sinn hat.
Das jede Begegnung vorherbestimmt ist und uns schliesslich zu einem Ziel führen wird.“


Mit diesem ganzen Blabla willst du den Leser vermutlich dazu hinführen, dass das erzählende Ich die zynische Sichtweise hat, die du in den nächsten Passagen im Dialog rüberbringst (was im Sinne des show, don't tell an und für sich richtig ist):

Zitat:

Das Ziel des Lebens ist zu sterben“
„Eine ziemlich zynische Sichtweise der Dinge, finden Sie nicht?“
„Nein, nur eine rational realistische!


Weiter gehts:

Zitat:
Finden Sie nicht? „antworte ich in dem selben sarkastischen Ton.
„Hmm
Dr. Spaemann sieht mich nachdenklich an.
„Vielleicht besteht der Sinn des Lebens darin eben nicht alles rational erklären zu können oder zu wollen.
Vielleicht muss man manche Dinge einfach zulassen, ohne sie verstehen zu müssen.“
„Alleine schon , dass sie das Wort vielleicht mit dem Sinn des Lebens in Verbindung setzen, zeigt doch eigentlich wie wenig Ahnung sie selbst haben.
Sie begründen ihre Thesen auf Annahmen, auf Eventualtitäten.“
Dr. Spaemann denkt einen Augenblick nach.
Einen Augenblick mehr als sonst.
Sein Hals gräbt sich in seinen grauen Kaschmirpullover als wäre er um eine Antwort verlegen.
„Finden Sie es nicht traurig an nichts zu glauben?“ spekuliert er nach längerer Bedenkzeit.


Hier fügst du ein beschreibendes Detail ein. Das mit dem Kaschmirpullover. Das ist gut. Den Nachsatz "als wäre er um eine Antwort verlegen" würde ich weglassen. Der ist aktorial (deutend).

Dennoch ist der Inhalt des Dialoges nicht geeignet, mich bei einem Roman am Ball bleiben zu lassen. Denk an deine Zielgruppe! Bei einem Roman erwartet sie eine Geschichte, in die sie hineingezogen wird. Wenn das eine Geschichte in einer philosophischen Zeitschrift wäre, könnte ein derartig ausladender Dialog über den Sinn des Lebens Sinn machen, wenn ich jetzt einmal kalauere. Aber hier... Hier verrät er einfach nichts über die Hauptfiguren.

Ein guter geschriebener Dialog, so lernte ich einmal, erfüllt immer zwei Funktionen:

1. Er bringt die Handlung voran.
2. Er charakterisiert die Figuren.

Weil das hier nur sehr schleppend passiert und man von den Figuren nichts erfährt außer dem sehr stereotypen Arzt-Patientenverhältnis, höre ich an dieser Stelle auf mit meinem Feedback. Ich würde versuchen, die Eröffnungspassage in Hinblick auf die beiden Funktionen eines Dialoges neu zu gestalten.

Und verrate dem Leser ruhig ein bisschen über die Figuren. Eine ausgewählte Einzelheit. Ein paar Gedanken. Sinneseindrücke. Irgendetwas, was ihnen mehr Leben verleiht!
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Antago
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BeitragVerfasst am: 11.10.2012 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Es wäre schon ein Gewinn, wenn die Formatierung geändert würde. Ein Satz- eine Zeile, das liest sich einfach, naja, schlecht.
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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 12.10.2012 16:22    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hexsaa hat Folgendes geschrieben:
Jerome4802 hat geschrieben:
Zitat:
Hätten da nicht meine Bekannten gemeint, dass dies überhaupt kein Problem darstelle und doch super wäre


Das ist das Problem mit den so genannten Bekannten. Erstens haben sie meist wenig bis keine Ahnung vom Schreiben, können, wenn überhaupt, nur einen Leseeindruck widergeben. Zweitens wollen sich die meisten nicht wirklich mit einem Text befassen. Sie huschen mal drüber, weil es von dir ist und sie entweder neugierig sind oder du sie darum gebeten hast. Dann sagen sie was du ihrer Meinung nach hören willst, damit du sie in Ruhe lässt.

Besser geeignet sind enge Familienmitglieder oder gute Freunde, aber nur, wenn sie dazu neigen, dir keinen Honig um den Bart zu schmieren und deine Schreibambitionen ernst nehmen.
Oder eben ein Schreibforum wie das hier. Leider habe ich gerade keine Zeit, mich mit deinem Text auseinanderzusetzten, aber später vielleicht.

LG
hexsaa



Ich habe es ja auch guten Freunden gezeigt, einigen denen ich sogar eine objektive Betrachtungsweise glaube.

Es würde mich sehr freuen wenn du es lesen würdest.

Ich weiss das ich viele Rechtschreibfehler habe, mich würde es aber trotzdem sehr interessieren was ihr über die Geschichte denkt und vielleicht könnt ihr ja ausnahmsweise über die Fehler hinwegsehen.
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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 12.10.2012 16:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nayeli Irkalla

Danke auch dir fürs Feedback.

Gerade von Personen wie dir würde ich mir wünschen das sie es ganz lesen, da mir deine Art der Kritik gefällt.
Stimme dir zu dass die Eröffnung besser hätte gelingen können.
Werde mir dazu etwas überlegen.
Bitte lies auch noch den Rest um mir einen Anhaltspunkt zu geben, ob die Geschichte an sich überhaupt Interesse weckt.
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Gast







BeitragVerfasst am: 12.10.2012 18:03    Titel: ... Antworten mit Zitat

ich hab mich etwa 100 zeilen lang durchgekämpft, obwohl ich schon nach 20 zeilen genug hatte. das habe ich nur getan, weil du hier im forum fragst, und weil du eine antwort verdient hast. im laden wäre es schneller gegangen.

ich sehe beim lesen nichts. ich sehe keine handelnden personen. ich sehe keine szenerie. in meinem kopf geht kein film an. an dem dialog ist nichts witzig, nichts unterhaltsam, nichts ist besonders. ich habe keine ahnung, wo du mit mir als leser hinwillst, oder gar, worum der stoff sich drehen könnte.

ich bin ausgestiegen, als meine augen anfingen, zu springen, um wenigstens irgendetwas zu finden, was meinen bauch erreicht.

in der buchhandlung hätte ich dich nach 20 sekunden knurrend auf den tisch gelegt.

sorry!
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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 13.10.2012 03:08    Titel: Re: ... pdf-Datei Antworten mit Zitat

Leif_Lasse_Andersson hat Folgendes geschrieben:
ich hab mich etwa 100 zeilen lang durchgekämpft, obwohl ich schon nach 20 zeilen genug hatte. das habe ich nur getan, weil du hier im forum fragst, und weil du eine antwort verdient hast. im laden wäre es schneller gegangen.

ich sehe beim lesen nichts. ich sehe keine handelnden personen. ich sehe keine szenerie. in meinem kopf geht kein film an. an dem dialog ist nichts witzig, nichts unterhaltsam, nichts ist besonders. ich habe keine ahnung, wo du mit mir als leser hinwillst, oder gar, worum der stoff sich drehen könnte.

ich bin ausgestiegen, als meine augen anfingen, zu springen, um wenigstens irgendetwas zu finden, was meinen bauch erreicht.

in der buchhandlung hätte ich dich nach 20 sekunden knurrend auf den tisch gelegt.

sorry!


Ok,danke für die ehrliche Meinung.

Das die Einleitung nicht gelingtn ist mit dank euch schon bewusst geworden.
Ich wäre aber wircklich sehr dankbar, wenn es jemand ganz lesen würde.

Wenn dann nämlich noch immer dasselbe Feedback kommt, weiss ich das ich was grundlegend ändern muss.

So bleibts halt leider dabei, dass ich nun weiss das die Eröffnung nicht gut ist.
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mati
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BeitragVerfasst am: 13.10.2012 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

jerome,

damit du die antworten bekommst, die du eigentlich suchst, solltest du den text besser vorbereiten. bei dem versuch, der handlung zu folgen, bin ich regelmäßig hängen geblieben, weil ich automatisch im dialog nach jedem satz (absatz) im geist zu der anderen person gesprungen bin. so wird es dem bewerter sehr schwer gemacht und er verliert rasch die lust.

mein vorschlag: nimm dir eine einzige, in sich abgeschlossene szene vor (max. halbe normseite = 900 Zeichen - besser weniger), bring den text in ein ordentliches format und schaue intensiv auf die rechtschreibung und die satzzeichen. stelle das produkt anschließend nochmal ein. erst dann wirst du ein feedback bekommen, mit dem du was anfangen kannst.

anhand einer szene, die schließlich auch aus einleitung, durchführung und auflösung bestehen kann, wird man dir unter umständen wertvolle tipps bezüglich des gesamten textes geben können, ohne dass man ihn gelesen hat. auch der stil steht stellvertretend für den rest.


_________________
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Jerome4802
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BeitragVerfasst am: 13.10.2012 13:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Leider kann ich die Edit Funktion nicht mehr nutzen.

Überspringt bitte einfach den Dialog.
Ab diesem Zeitpunkt wird auch der Lesefluss besser.
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Antago
Hobbyautor


Beiträge: 302



BeitragVerfasst am: 13.10.2012 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Jerome4802 hat Folgendes geschrieben:
Leider kann ich die Edit Funktion nicht mehr nutzen.

Überspringt bitte einfach den Dialog.
Ab diesem Zeitpunkt wird auch der Lesefluss besser.


*seufz* Dann stell den Text einfach noch mal ein, mit den von Mati vorgeschlagenen und dringend notwendigen Änderungen!
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