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Horoskop


 

 
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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 744



BeitragVerfasst am: 15.09.2012 19:46    Titel: Das Horoskop eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Dies ist der Anfang einer kleinen Erzählung. (Für eine Kurzgeschichte wohl zu lang. )
Sollte nur Unterhaltung sein, nicht allzuviel Tiefgang, also kein Eintauchen in Ehe- und Scheidungsprobleme.

Widerwillig machte Mark sich daran das Frühstück zu richten. Was darf’s heute sein, dachte er und rümpfte sofort die Nase. Was gab es da schon zu überlegen: Single-Frühstück.. Müsli natürlich, das ging am schnellsten. Flockenmischung in die Schüssel, Milch drüber, vielleicht eine Banane reinschnippeln, fertig. Er verfiel ins Grübeln vor dem Küchenschrank: Schon ein halbes Jahr, dass Luisa ihn verlassen hatte. Mit dem Jungen. Gut, Kinderliebe war nicht seine stärkste Seite, das wusste er. Aber dafür hatte er Tag für Tag hart gearbeitet; Geld scheffeln für die Familie war auch eine Art, diese zu lieben, fand er. Und jetzt brauchte er noch mehr Geld. Unterhaltszahlungen waren teuer. Die Scheidung war teuer, teurer für den, der Geld hatte.
Nicht das Familienleben vermisste er, das war ihm klar, aber seine Frau, Ex-Frau, seine Luxusfrau. Nicht ihren Shopping-Eifer, nicht ihre fixe Idee, endlich den großen Durchbruch beim Film zu schaffen, das konnte auch nerven, genauso sehr wie ein quengelnder, ewig unzufriedener, verwöhnter Sechsjähriger. Aber attraktiv war sie schon. Wenn auf der Straße, im Restaurant, im Theater sich alle Männer nach ihr umdrehten, fühlte er seine Brust wachsen. Und sexy, sehr sexy. Und im Bett eine starke Nummer, auch nach sieben Jahren Ehe noch.
Und jetzt? Wer geht schon alleine essen oder aus?
Er füllte das Wasser in die Kaffeemaschine, gab frische Bohnen nach und drückte den Startknof , als sein Blick auf die aktuelle Bunt-Zeitung fiel, die auf dem Küchentisch lag. Die musste Anita, die Zugehfrau vergessen habe, sonst las sie keiner, den er kannte. Jahre musste es her sein, dass er zum letzten Mal darin geblättert hatte. Die Blondine auf der Titelseite war wirklich beeindruckend, obwohl er mehr auf dunkle Schönheiten stand. Luisa war gebürtige Brasilianerin. Er  blätterte weiter, überflog desinteressiert politische Skandale, während er auf den Kaffee wartete. Das Horoskop. Er musste grinsen. Luisa war sehr abergläubisch und hatte immer viel von Astrologie und Horoskopen gehalten, natürlich nicht von dem der Bunt-Zeitung. Während er mit einem Auge nach der Rubrik für sein Sternzeichen suchte, tastete er gewohnheitsmäßig nach den Müsli-Schalen und nahm eine aus dem Schrank. Löwe, sein Zeichen. Er war ein Mann der Tat, jawoll, das hatte Luisa immer voll Bewunderung betont.  Element Feuer. Ein tatkräftiger, feuriger Mann.
Erfolg im Beruf, wenn Sie Ihre Chancen richtig erkennen und nutzen. – Wie immer, dachte er. Austauschbare Worte. Passend für jeden, so wurden diese Horoskope gemacht, Andeutungen: wenn… dann … – In der Liebe liegen Ihre Energien schon zu lange brach. – Naja,  an dieser Horoskop-Weisheit konnte vielleicht doch etwas dran sein. Das stimmte sicher nicht für jeden. Aber für ihn. Der Tag bringt Ihnen eine  [i]dunkle, süße Versuchung – zögern Sie nicht, ergreifen Sie die Chance, Ihr Leben in neue, lebendigere Bahnen zu lenken.
Wie jeden Morgen griff er die Packung mit Müsli. Schoko-Müsli – dachte er selbstironisch, dunkle Versuchung …
Wieder musste grinsen. Nein, nicht diese dunkle Versuchung war angesagt. Überhaupt: Müsli? Passte das zum Horoskop? Entschlossen schlug er die Schranktür zu, griff sich stattdessen drei Eier aus dem Kühlschrank und schlug sie in die Pfanne, leise pfeifend. Er schmunzelte über sich selbst und seinen kleinen Flirt mit diesem albernen Horoskop einer noch alberneren Zeitung.
Beschwingt tänzelte er vor dem Herd, bewegte mit leichter Hand die Pfanne.
Kaffee heute extra stark, nicht wahr?
Schön, wie diese paar lächerlichen Zeilen dem Alltag etwas Drive geben konnten.
Es klingelte an der Wohnungstür. Um diese Zeit? Wer konnte das sein? Luisas Stimme war in der Gegensprechanlage. Was wollte sie, das war nicht abgesprochen. „Kann ich kurz rauf kommen? Es ist dringend.“ Gehorsam drückte er auf den Türöffner, noch immer verwirrt, ließ die Eier auf einen Teller gleiten und eilte ihr dann entgegen. Atemberaubend! Trotz aller  Dissenzen, körperlich  war sie für ihn noch immer die Traumfrau. Dazu dieses Kleid, das sie heute trug, dieses Parfum, das ihn einhüllte. Dunkle Versuchung! Ihr dunkle Haut im Kontrast zum Weiß des Kleides.
Er fühlte neues Leben in sich erwachen. Und wenn sie wieder zusammen kämen …? Sie hatte keinen Neuen, ihm war nichts bekannt, also war der Weg prinzipiell noch offen.
„Starr mich nicht so an, ich habe heute Probeaufnahmen, bin gleich verabredet mit dem Intendanten.“
Er fühlte seine neu erwachten männlichen Energien zusammenfallen. Für einen anderen Mann …Für ihre Karriere. Und um noch eins drauf zu setzen: „Wollte nur fragen, ob du heute ausnahmsweise Chrissy nehmen kannst?“
Erst jetzt wurde er der kleinen Gestalt gewahr, die sich im Schatten der lodernden erotischen Erscheinung versteckte. „Will aber nicht zu Pappi!“ Wenn da noch lustvolle Erwartung gewesen war, erlosch sie jetzt endgültig. Die neue Leichtigkeit war verflogen. Während sein Gehirn noch hin und her schwankte zwischen der Interpretation des Horoskops und einer plausiblen Ausrede, dem drohenden Babysitting zu entgehen, hüllte Luisa ihn ein in eine Wolke aus Haut und Weiß und Parfüm, streifte ihn mit einem Kuss und war schon wieder in der Tür. „Ich wusste, wenn’s drauf ankommt, kann man auf dich zählen. Mein Löwe!“ Dies verschlug ihm vollends die Sprache und er starrte die verschlossene Tür an.
„Ich will auch Eier“, krähte es hinter ihm.
„Mein Sohn, ich bin sicher, dass du schon gefrühstückt hast, sonst hätte deine Mutter es mir gesagt.“
„Aber keine Eier. Du bist ungerecht. Immer bist du ungerecht.“
Er seufzte. Dummes Horoskop! Dumme Idee, er könnte wieder mit Luisa zusammen kommen!
„Ein Ei, okay.?“
„Warum kriegst du drei und ich nur eins?“
„Weil ich doppelt so groß bin wie du und drei mal soviel wiege.“
„Du bist zu dick. Und nicht doppelt so groß.“
Ein Tag mit Chrissy, wo sollte da eine dunkle und süße Versuchung herkommen? Er seufzte noch einmal. „Wann will deine Mutter dich wieder abholen?“
„Hat sie doch gesagt, hörst du nie zu? Vor dem Mittagessen. O du hast einen neuen Computer.“ Der Kleine saß schon davor, während Walter dem Kind ein Ei zubereitete und seine eigenen erkalten ließ. Erkalten. Sein Blick glitt zur Blondine der Bunt-Zeitung.
Keine Versuchung, keine Verführung in Sicht, weder blond noch dunkel. Und sein schöner freier Tag war schon zur Hälfte mit einem ewig fordernden Sohn verplant.
„Hast du kein    
„Hier ist dein Ei.“
Chrissy holte sich den Teller und ließ sich damit auf der Couch nieder, nahm die Fernbedienung und schaltete den Fernseher an.
Mark setzte an, um seinem Sohn zu erklären, dass er erstens am Tisch essen solle, zweitens nicht fernsehen beim Essen und drittens überhaupt vor dem Fernsehen um Erlaubnis zu fragen habe, doch Chrissy war schneller: „Du hast das versalzen. Kannst du kein Spiegelei machen?“
Gleich vier unerquickliche Themen in weniger als 15 Sekunden! Walter klappte den Mund wieder zu und entschied, dass ein Sohn vor der Glotze eine ruhige Stunde für den Vater bedeuten könnte. Also antwortete er nicht, was Chrissy auch gar nicht erwartete hatte, sondern griff sich seine Tageszeitung.
Im Regionalteil  sah er auf das Programmangebot des Tages. Was konnte der Tag ihm noch bringen außer Sohnsitting und Arbeitszimmer aufräumen?
„Auf den Spuren Paul Gauguins“, Vernissage zur Ausstellung des jungen Nachwuchskünstlers Hans Hahn, der seine Eindrücke von einer Südseereise in Fotomontagen festgehalten hat. Das Kulturamt der Stadt lädt ein. Gauguin? Mark fielen sofort die dunklen Schönheiten dieser Bilder ein. Dunkle Versuchung. Wenn das kein Wink des Schicksals mit dem Zaunpfahl war. Eigentlich ging er nicht mehr zu solchen Veranstaltungen, weil ihm dazu die dekorative Frau an der Seite fehlte.
Er ließ die Zeitung sinken und verfiel in Tagträumereien, Bilder vergangener Partys, Opernbesuche, Restaurantbesuche zogen an seinem inneren Auge vorbei, er an der Seite seiner schönen, sprühenden Frau, in deren Glanz er gerne verblasste. Fiel doch immer auch einiges davon auf ihn ab, Sekundärglanz.

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donji
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 28
Beiträge: 21



BeitragVerfasst am: 16.09.2012 03:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hello, habs mir durchgelesen und ich finde, es gibt gute Momente wie zum Beispiel das Leitmotiv der dunklen Versuchung (das fand ich echt klasse, Überleitung von Müsli zu Frau!), aber es liest sich ein wenig träge, wie ich finde. Viele kurze Sätze mit Grüblereien oder auch Beschreibung, vielleicht liegts daran? Also meine Meinung halt, ne;)

_________________
There's nothing to writing, you just sit at the typewriter and bleed. - Hemingway
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Gast







BeitragVerfasst am: 16.09.2012 08:25    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Malaga,

also ich wäre schon neugierig, wie es nun weitergeht.
Was mich irritiert sind die Satzstellungen, vor allem im ersten Abschnitt, da kommt die Aussage stets zum Schluss. Das mag dein Stil sein, mich stört es ein wenig.
Wenn du einen kaltherzigen Vater und einen sehr unsympathischen Typen darstellen wolltest, ist dir das durchaus gelungen.
Dein Protagonist heiß erst Mark und dann Walter.
Technisch sind mir die vielen „auch“ und „aber“ aufgefallen. Da kannst du sicher einige von rausschmeißen. Überhaupt meine ich, du könntest den Einstieg ein bisschen straffen. Ein paar Vertipper sind drin, aber der Text steht in der Werkstatt, da willst du ja eh noch mal ran.


 
Malaga hat Folgendes geschrieben:
Er fühlte neues Leben in sich erwachen.


Klingt als wäre er schwanger.

Malaga hat Folgendes geschrieben:
Gleich vier unerquickliche Themen in weniger als 15 Sekunden! Walter klappte den Mund wieder zu und entschied, dass ein Sohn vor der Glotze eine ruhige Stunde für den Vater bedeuten könnte. Also antwortete er nicht, was Chrissy auch gar nicht erwartete hatte, sondern griff sich seine Tageszeitung.


Hier verrutschst du in der Perspektive – du bist bei Chrissy.

Liebe Grüße
Monika
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Isa
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 161
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 16.09.2012 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Malaga,

gefällt mir gut, ist für mein Empfinden richtig spritzig bzw. flüssig geschrieben. Kann mir diese "Verzweiflung" gut vorstellen, er als Tagträumer in der Hoffnung, doch wieder mit seiner Frau zusammen zu kommen, dann macht sie alles zunichte  ....

Was mich jetzt eher stört, ist die Beschreibung des Vater/Sohn-Verhältnisses.  Gibt es da nicht Besuchsregelungen, du schreibst "ausnahmsweise nehmen",... o.k. der  Termin ist unerwartet,...  und dann überhaupt, dass er nicht zu seinem Vater möchte, das möchte mir gar nicht einleuchten. Vor allem dann nicht, wenn die Mutter ja auch nicht das ausstrahlt, was man sich vielleicht unter einem kuscheligen, heimeligen Kinderfamilienleben vorstellt. Wobei "Karriere vorantreiben" jetzt nicht unbedingt das andere ausschließen muss, auch klar.

Dann bin ich gespannt, ob Mark-Walter auf der Ausstellung eine geheimnisvolle Künstlerin trifft...

So kleine Wiederholungen lassen sich leicht ausbessern..
Zitat:
Entschlossen schlug er die Schranktür zu, griff sich stattdessen drei Eier aus dem Kühlschrank und schlug sie in die Pfanne


LG, Isa
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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 744



BeitragVerfasst am: 16.09.2012 13:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo ud danke fürs Lesen und die schnellen Antworten.

@donji: Danke für Deine Meinung. Womit ich halt immer schlecht umgehen kann beim Überarbeiten, sind unterschiedliche, entgegengesetzte Rückmeldungen.
donji hat Folgendes geschrieben:
aber es liest sich ein wenig träge, wie ich finde. Viele kurze Sätze mit Grüblereien oder auch Beschreibung,

Vergleiche Isas Feedback: "spritzig und flüssig geschrieben".  Question
 Liegt es an unterschiedlichen Geschmäckern und Leseerwartungen? Oder habe ich was missverstanden? Es würde mich mal interessieren, wie Ihr mit solchen Problemen umgeht.

@Monika: Danke für die Hinweise. Könntest Du mir noch ein Beispiel rauspicken für die  Satzstellungen, bei denen die Aussage zum Schluss kommt? Oder meinst Du die kurzen Sätze, die schon donji genannt hat?
Wenn ich Gedanken der Figuren wiedergebe, neige ich zu Ellipsen, zu sehr kurzen Gedankenversatzstücken, vielleicht weil ich selbst so denke, in einzelnen kleinen Schritten, die in Pausen aufeinanderfolgen, die den Meinungsbildungsprozess spiegeln. (bin halt a bissl langsam!)  Ich fürchte, das stört öfter den Leser.
Aber mich davon zu trennen, fällt mir schwer, weil es an die Substanz meines Stils geht.
"kaltherzigen Vater", "unsympathischer Typ" - ja, alle drei bis jetzt aufgetauchten Figuren sind bewusst unsympathisch dargestellt, eigentlich will ich Distanz des Lesers v.a. zum Prota. Er soll sich amüsieren auf Kosten von Mark. Ist das zu böse?
Denn bekannterweise neigt der Leser dazu, sich mit irgendeiner Figur identifizieren zu wollen.
 Ja, Mark hat schon eine Namensänderung erfahren, leider unsauber durchgeführt.
"Den Einstieg straffen" und Füllwörter rauschmeißen, das ist wohl auch im Sinne von donji.

@Isa: schön, dass es Dir gefällt.
Besuchsregelungen: haben die beiden, doch das Verhältnis ist nicht so gestört, dass Luisa nicht plötzlich unerwartet kommen kann, das passt auch zu ihr und zu ihrem Umgang mit dem vermeintlichen "Löwen", der zahm und fügsam ist in der Hand der Schönen  Laughing
Dass der Junge so gar nicht zu Pappi will, stört, weil nicht überzeugend. Klingt plausibel. Muss nachdenken, wie ich das lösen könnte.

Viele Sonntagsgrüße von Malaga
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
Beiträge: 1841



BeitragVerfasst am: 16.09.2012 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Malaga,

deinen Text kann ich flüssig lesen, besonders die Art wie du Marks Denkweise in Wiederholungen darstellst, treibt den Text voran. Erst beim zweiten Lesen fand ich das auffällig. an einer Stelle würde ich es aber zurück fahren:

Malaga hat Folgendes geschrieben:
Unterhaltszahlungen waren teuer (Würde "hoch" schreiben). Die Scheidung war teuer, teurer für den, der Geld hatte.


Malaga hat Folgendes geschrieben:
Wieder musste er grinsen. Nein, nicht diese dunkle Versuchung war angesagt. Überhaupt: Müsli? Passte das zum Horoskop? Entschlossen schlug er die Schranktür zu, griff sich stattdessen drei Eier aus dem Kühlschrank und schlug sie in die Pfanne


Das ist so ein Highlight. Gefällt mir. Daumen hoch
Malaga hat Folgendes geschrieben:

Dazu dieses Kleid, das sie heute trug, dieses Parfum, das ihn einhüllte.

Malaga hat Folgendes geschrieben:

 hüllte Luisa ihn ein in eine Wolke aus Haut und Weiß und Parfüm,


Ist zwar schade um die Formulierung, aber eins von beiden finde ich zu viel.

Was auch gut rüber kommt, ist Marks Verhältnis zu seinem Sohn. Vielleicht könntest du da noch ein wenig dran schrauben, hat Potential für Übertreibung.

Bis dahin
Grüße von Mardii


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`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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Malaga
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BeitragVerfasst am: 16.09.2012 22:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mardii,
danke auch Dir.
Stimmt, einige Wiederholungen müssen, wie Isa auch schon bemerkte,  unbedingt dran glauben. "hoch" ist eine gute Alternative zu "teuer".
Du liest es also auch flüssig, danke für diese Rückmeldung.
Trotzdem behalt ich im Hinterkopf, an einigen Stellen zu straffen.
Isa fand, das Verhältnis Papi-Sohn zu böse, und Du empfiehlst mir, die Schraube noch anzuziehen?  Twisted Evil
Teufelchen macht gern mit, aber dadurch kriegt die Szene sehr viel Gewicht in Marks Tag. Mal sehen, was sich machen lässt.
Grüße von Malaga
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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 744



BeitragVerfasst am: 17.09.2012 19:28    Titel: Das Horoskop Fortsetzung pdf-Datei Antworten mit Zitat

Und jetzt? Wenige waren geblieben von den gemeinsamen Freunden. Waren sie allesamt auf Luisas Seite übergelaufen in der Stunde der Entscheidung? Er wusste nicht einmal, ob sie den Kontakt zu seiner Ex noch hielten.
Der einzige, der ihm treu geblieben war, war Ed. Und dessen Frau natürlich. Wenn er jetzt überhaupt noch etwas unternahm, dann mit diesen beiden und auf deren Initiative.
Das Telefon klingelte.
„Pappi, Telefon, hörst du schlecht?!“, noch ehe er halb aufgestanden war. War er eigentlich zu langsam? Oder sein Sohn eine ADHS-geschädigte Nervensäge? Eine Antwort ersparte er sich wieder. Ed war am Telefon.
„Mark. Alter Kumpel, schön dich anzutreffen.“
„Ich freu mich. Gerade habe ich an euch gedacht, das war Gedankenübertragung..“
„Junge, werd’ nicht esoterisch. Ich ruf nur an, um zu fragen, ob du Lust hättest heute Abend auf die Vernissage des Kulturamtes zu gehen.“
„Auf den Spuren Gauguins? Mann, doch, da muss ich esoterisch werden, denn gerade las ich davon“, platzte es aus ihm heraus.
„Mark. Was ist mit dir los?! Soll ich dir die statistische Wahrscheinlichkeit dessen erklären, dass jemand an seinem freien Tag vormittags die Zeitung liest und – wegen seines Desinteresses an Politik und Wirtschaft -  beim Kulturteil hängen bleibt?  Und dass er aufgrund seiner Vorliebe für Gauguin und hinsichtlich seiner Scheidungsdepression überlegt, zu dieser Ausstellung zu gehen, sich aber alleine nicht traut.“
„Schon, aber mein Tageshoroskop prophezeite mir das Zusammentreffen mit dunklen Schönheiten.“
„Horoskop! Junge! Es wird Zeit, dass du  wieder unter Leute kommst, du bist ja schon ganz close to the edge.  Heute Abend 19Uhr. Die Karten besorgst du, damit du von deinen spirituellen Wegen runter kommst auf ganz pragmatische Organisationsarbeit. Bis dann.“

Mark legte auf und blickte nachdenklich ins Leere. Statistische Wahrscheinlichkeit. Er fand Horoskope ja  eigentlich ebenfalls lächerlich. Andererseits hatte er sich noch nie näher damit beschäftigt. Luisa hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass die Astrologie eine sehr wissenschaftliche Disziplin sei, -  wenn auch nicht im naturwissenschaftlichen Sinn - die genau fest gelegten Gesetzmäßigkeiten folge. Auf jeden Fall ein  merkwürdiges Zusammentreffen: die Ankündigung einer süßen, dunklen Versuchung, die Vernissage ausgerechnet heute, der Anruf Eds.
„Was heißt „esoterisch“?“ unterbrach Chrissy seine Gedankengänge. Mark sah ihn an, ohne ihn richtig wahrzunehmen. Nur die Anwesenheit seines Sohnes  passte nicht so recht ins Gesamtbild. Chrissy erwartete wohl ebenso wenig Antworten von seinem Vater wie dieser von ihm, denn seine Augen klebten schon wieder auf dem Bildschirm.
Mark verkniff sich bewusst, festzustellen, um was für eine Sendung es sich handelte, sonst hätte er möglicherweise doch einschreiten müssen, stattdessen begann er, das Geschirr zu spülen.
Luisa holte den Jungen tatsächlich gegen Mittag ab, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit der extensiven Verspätungen. Dem verschlossenen Blick, dem verkniffenen Mund und ihrer Einsilbigkeit nach zu urteilen, konnte das Probesprechen nicht sonderlich erfolgreich verlaufen sein.
Doch Mark störte es nicht weiter, er hatte Thema „Luisa die zweite“ innerlich abgehakt und sich schon auf den Abend eingestimmt.
Wie konnte er die Zeit bis dahin gut vorbereiten, überlegte er.
Eine Stunde Fitness-Club, entschied er, eine Stunde Sauna und einen Besuch bei seinem Herrenfrisör. Alles Unternehmungen, denen er sich schon lange nicht mehr gewidmet hatte. Die richtige Garderobe, das war nicht nur für die Damen wichtig. Und natürlich mussten zuerst die Karten reserviert werden.
Nachdem er dies erledigt und sich dann vor dem sechs Meter langen Kleiderschrank, der ohne Luisa nur noch zu einem Fünftel gefüllt war, endlich für ein helles Hemd und einen passenden Sakko zu den obligatorischen  Edeljeans entschieden hatte, zeigte die Uhr bereits kurz nach 15 Uhr.
Reicht nur noch für den Frisör. Mark gestand sich ein, dass ihn der Gedanke, sich nicht mehr an den Sportgeräten anstrengen zu müssen, mit  leichtem Wohlbehagen erfüllte. Stattdessen war noch Zeit für einen leichten Schnellimbiss, heute bei Habibi, arabisch für Liebling, wie passend. Falafel, ohne Zwiebeln, kein Mundgeruch an diesem Tag.
Dass sein Stammfrisör nicht im Geschäft war, er stattdessen von einem jungen Mann bedient wurde, der wohl neu war, störte ihn nicht weiter, im Gegenteil, da der von sehr dunkler Hautfarbe war, nahm er dies als weiteres Indiz auf  die kommende Begegnung.
„Heute bitte das beste After Shave, das Sie haben.“ Der junge Frisör lächelte wissend und sagte beim Hinausgehen: “Sie sehen hervorragend aus mit diesem Schnitt, Herr Meier, und der Duft ist umwerfend.“ Das Trinkgeld, das dann noch etwas üppiger als sonst ausfiel quittierte er mit einem breiten Lächeln, -  war es etwas anzüglich? Nein, das war Einbildung! – und überschwänglichen Dankesworten.
Die Zeit, die sich Luisa immer vor der breiten Spiegelfront im Schlafzimmer genommen hatte, brauchte Mark heute, obwohl er sich doch schon für die Kleidung entschieden hatte.
18.15Uhr – angesichts seiner ebben Kasse und der lauen Abendtemperaturen entschied er, zu Fuß zur Vernissage zu gehen und kam sogar 20 Minuten zu früh vor dem Kulturamt an.
Waren seine Freunde schon da? Während er suchend umher blickte, klingelte sein Handy, Ed.
„Nein, du wirst jetzt nicht absagen“,  kam Mark ihm zuvor. „Das kannst du nicht bringen.“
„Mark, hör’ zu, es ist ein Notfall. Karins Mutter ist erkrankt, und du weißt selbst, wie Karin in Sachen Familie ist. Wir müssen hinfahren. Versuch die Karten zurück zu geben. Wenn das nicht möglich ist, bezahle ich sie natürlich.“
Da stand er, in seiner strahlenden Kleidung, frisch gestylt, duftend, und sein Stimmungsbarometer rutschte in einem Tempo nach unten, wie ein defekter Fahrstuhl in den Krimis.
Mist-Horoskop! dachte er, Mist-Vernissage. Mist-Versuchung, egal ob dunkel oder hell. Sollte heute Abend nicht ein Hitchcock im Fernsehen kommen? Er hatte die Karten noch nicht abgeholt. Er könnte einfach verschwinden und sich zu Hause vor dem Fernseher mit einer Flasche Bier in der Hand – Glas lohnte sich nicht - einen weiteren Single- Abend verbringen.
In diesem Moment sah er sie. Sie war so dicht umgeben von Männern, dass er nur ab und an einen Blick erhaschen konnte. Traumhaft!  Tiefschwarze Haare hoben sich gegen den Abendhimmel ab, ebenso ein dunkles Gesicht, aus denen das Weiß der Augen blitzte, dunkle Schultern, ein schmaler Hals, auf dem es auch Weiß funkelte, hier jedoch vom Schmuck. Er war wie hypnotisiert. Vergessen der Groll gegen Ed und Karins Mutter. Vergessen der Hitchcock.
Sie musste wohl aus einem afrikanischen Land kommen oder aus der Südsee. Natürlich Südsee, das war doch nahe liegend, vermutlich war sie mit dem Künstler liiert, spekulierte Mark.
Magisch angezogen näherte er sich der kleinen Gruppe, deren Mittelpunkt sie bildete, doch die Schar setzte sich in Bewegung in Richtung Haus.
„Karten gesucht. Haben Sie noch Karten übrig?“ unterbrachen ihn die Worte eines Mannes in seinen Beobachtungen. Rasch holte er die bestellten Karten an der Kasse und gab die zwei überflüssigen weiter, ehe er sich wieder nach der Schönheit umsah. Nirgends zu sehen. Doch da offensichtlich war, dass er sie im weiteren Abend wieder sehen würde, beschloss er sich zunächst mit einem Glas Sekt in Stimmung zu bringen.
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Isa
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 161
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 18.09.2012 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Malaga,

kleine Anmerkungen von  mir....

Zitat:
„Pappi, Telefon, hörst du schlecht?!“,

(quäkte der Kleine,.... noch ehe er halb aufgestanden war.

Zitat:
War er eigentlich zu langsam? Oder sein Sohn eine ADHS-geschädigte Nervensäge? Eine Antwort ersparte er sich wieder. Ed war am Telefon.

War er eigentlich wirklich zu langsam? Oder sein Sohn...

Zitat:
„Was heißt „esoterisch“?“ unterbrach Chrissy seine Gedankengänge.

(hier würde ich esoterisch vielleicht falsch aussprechen, als Sechsjähriger...)

Zitat:
Wie konnte er die Zeit bis dahin gut vorbereiten,
(vielleicht  lieber „nutzen“ 

Zitat:
Die Zeit, die sich Luisa immer vor der breiten Spiegelfront im Schlafzimmer genommen hatte, brauchte Mark heute (auch), obwohl er sich doch schon für die Kleidung (ein Outfit) entschieden hatte.


Zitat:
Da stand er, in seiner strahlenden Kleidung, frisch gestylt, duftend, und sein Stimmungsbarometer rutschte in einem Tempo nach unten,

Da stand er, frisch gestylt, duftend und sein Stimmungsbarometer...

LG, Isa
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jim-knopf
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BeitragVerfasst am: 18.09.2012 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

hallo leute,

habe mir erlaubt, die threads "Horoskop" und "Horoskop (Fortsetzung)" zu einem zusammenzuführen. fortsetzungen am besten immer auch in den ursprünglichen thread. das ist praktischer, weil man nicht ständig im forum herumsuchen muss.

gruß
roman


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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 744



BeitragVerfasst am: 18.09.2012 14:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Isa,
bin von all Deinen Hinweisen überzeugt, vielen Dank.
Grüße von Malaga
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Gast







BeitragVerfasst am: 21.09.2012 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Abend Malaga,

verzeih bitte, dass ich mich erst jetzt melde, aber diese Woche hatte ich so wenig Zeit. Den zweiten Teil habe ich jetzt noch nicht gelesen, aber ich will dir natürlich auf deine Frage zum ersten Teil antworten:

Zitat:
@Monika: Danke für die Hinweise. Könntest Du mir noch ein Beispiel rauspicken für die Satzstellungen, bei denen die Aussage zum Schluss kommt?


Ich meine Sätze wie z.B. diesen:

Zitat:
Er verfiel ins Grübeln vor dem Küchenschrank: Schon ein halbes Jahr, dass Luisa ihn verlassen hatte. Mit dem Jungen.


Ich fände es besser, wenn die wirklich wichtigen Dinge am Satzanfang stünden. Hier würde ich es so schreiben. Luisa hatte den Jungen mitgenommen, als sie ihn vor einem halben Jahr verlassen hatte.

oder hier:

Zitat:
Und jetzt brauchte er noch mehr Geld. Unterhaltszahlungen waren teuer.


Das würde ich genau anders rum schreiben. Denn er braucht jetzt mehr Geld, weil die Unterhaltszahlungen teuer sind.

So zieht es sich durch den Text. Erst das Unwichtige - dann die Aussage, warum das Unwichtige doch wichtig ist. smile

Ich denke, du weißt, was ich meine. Aber das ist sicher z.B. auch Geschmacksache.

Liebe Grüße
Monika
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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 744



BeitragVerfasst am: 21.09.2012 23:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Monika,
ja danke für die Beispiele, jetzt kann ich das besser nachvollziehen.
Ich weiß auch nicht so genau, warum ich so gerne Ellipsen schreibe, außer vielleicht, dass das - für mein Gefühl - assoziative Denkprozesse spiegelt.
Aber wenn es den Leser zum Stolpern bringt, muss ich wohl daran arbeiten.
Schönen Abend.
Malaga
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
Beiträge: 1841



BeitragVerfasst am: 24.09.2012 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Malaga,

ich melde mich ebenfalls mit etwas sehr viel Verspätung, aber ich habe deinen Text nicht aus den Augen verloren.
Der Fortgang der Geschichte gefällt mir sehr gut, auch ohne weitere Zuspitzung der Vater-Sohn-Beziehung. Es passt auch besser zu dem beiläufigen Zusammensein, wie der Vater lieber weg schaut, als zu überprüfen, was der Sohn im Fernsehen ansieht.
Teilweise stimme ich meinen Vorrednerinnen in ihren Anmerkungen zu. Andererseits finde ich, dass der elliptische Satzbau das schleppende Denken wieder spiegelt, diese depressiv angehauchte Stimmung von Mark. Vielleicht kannst du es entsprechend anwenden, wenn du es brauchst.
Ich würde sehr gerne weiter lesen.

Liebe Grüße
Mardii


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Ridickully
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madrilena
Autor

Alter: 83
Beiträge: 676



BeitragVerfasst am: 24.09.2012 22:52    Titel: Re: Das Horoskop Antworten mit Zitat

Hallo Malaga  - Zufall, Spanier - Spanienliebhaber?
Bin auf Deine Geschichte gestoßen. Ich finde sie gut - flüssig und cool geschrieben, gut nachvollziehbar. Sind nur Kleinigkeiten, die ich vielleicht ein wenig ändern würde.
Lese gleich weiter, es interessiert mich, was geschieht.
Gruß madrilena


Widerwillig machte Mark sich daran das Frühstück zu richten. Was darf’s heute sein, dachte er und rümpfte sofort die Nase. Was gab es da schon zu überlegen: Single-Frühstück.. Müsli natürlich, das ging am schnellsten. Flockenmischung in die Schüssel, Milch drüber, vielleicht eine Banane reinschnippeln, fertig. Er verfiel ins Grübeln vor dem Küchenschrank: Schon ein halbes Jahr, dass Luisa ihn verlassen hatte. Mit dem Jungen. Gut, Kinderliebe war nicht seine stärkste Seite, das wusste er. Aber dafür hatte er Tag für Tag hart gearbeitet; Geld scheffeln für die Familie war auch eine Art, diese zu lieben, fand er. Und jetzt brauchte er noch mehr Geld. Unterhaltszahlungen waren teuer. Die Scheidung war teuer, teurer für den, der Geld hatte.
Nicht das Familienleben vermisste er, das war ihm klar, aber seine Frau, Ex-Frau, seine Luxusfrau. Nicht ihren Shopping-Eifer, nicht ihre fixe Idee, endlich den großen Durchbruch beim Film zu schaffen, das konnte auch nerven, genauso sehr wie ein quengelnder, ewig unzufriedener, verwöhnter Sechsjähriger. Aber attraktiv war sie schon. Wenn auf der Straße, im Restaurant, im Theater sich alle Männer nach ihr umdrehten, fühlte er seine Brust wachsen. Und sexy, sehr sexy. Und im Bett eine starke Nummer, auch nach sieben Jahren Ehe noch.
Und jetzt? Wer geht schon alleine essen oder aus?
Er füllte das Wasser in die Kaffeemaschine, gab frische Bohnen nach und drückte den Startknof , als sein Blick auf die aktuelle Bunt-Zeitung fiel, die auf dem Küchentisch lag. Die musste Anita, die Zugehfrau vergessen habe, haben sonst las sie keiner, den er kannte. Jahre musste es her sein, dass er zum letzten Mal darin geblättert hatte. Die Blondine auf der Titelseite war wirklich beeindruckend, obwohl er mehr auf dunkle Schönheiten stand. Luisa war gebürtige Brasilianerin. Er  blätterte weiter, überflog desinteressiert politische Skandale, während er auf den Kaffee wartete. Das Horoskop. Er musste grinsen. Luisa war sehr abergläubisch und hatte immer viel von Astrologie und Horoskopen gehalten, natürlich nicht von dem der Bunt-Zeitung. Während er mit einem Auge nach der Rubrik für sein Sternzeichen suchte, tastete er gewohnheitsmäßig nach den Müsli-Schalen und nahm eine aus dem Schrank. Löwe, sein Zeichen. Er war ein Mann der Tat, jawoll, das hatte Luisa immer voll Bewunderung betont.  Element Feuer. Ein tatkräftiger, feuriger Mann.
Erfolg im Beruf, wenn Sie Ihre Chancen richtig erkennen und nutzen. – Wie immer, dachte er. Austauschbare Worte. Passend für jeden, so wurden diese Horoskope gemacht, Andeutungen: wenn… dann … – In der Liebe liegen Ihre Energien schon zu lange brach. – Naja,  an dieser Horoskop-Weisheit konnte vielleicht doch etwas dran sein. Das stimmte sicher nicht für jeden. Aber für ihn. Der Tag bringt Ihnen eine  [i]dunkle, süße Versuchung – zögern Sie nicht, ergreifen Sie die Chance, Ihr Leben in neue, lebendigere Bahnen zu lenken.
Wie jeden Morgen griff er die Packung mit Müsli. Schoko-Müsli – dachte er selbstironisch, dunkle Versuchung …
Wieder musste er grinsen. Nein, nicht diese dunkle Versuchung war angesagt. Überhaupt: Müsli? Passte das zum Horoskop? Entschlossen schlug er die Schranktür zu, griff sich stattdessen drei Eier aus dem Kühlschrank und schlug sie in die Pfanne, leise (dabei)  pfeifend. Er schmunzelte über sich selbst und seinen kleinen Flirt mit diesem albernen Horoskop einer noch alberneren Zeitung.
Beschwingt tänzelte er vor dem Herd, bewegte mit leichter Hand die Pfanne.
Kaffee heute extra stark, nicht wahr?
Schön, wie diese paar lächerlichen Zeilen dem Alltag etwas Drive geben konnten.
Es klingelte an der Wohnungstür. Um diese Zeit? Wer konnte das sein? Luisas Stimme war in der Gegensprechanlage. Was wollte sie, das war nicht abgesprochen. „Kann ich kurz rauf kommen? Es ist dringend.“ Gehorsam drückte er auf den Türöffner, noch immer verwirrt, ließ die Eier auf einen Teller gleiten und eilte ihr dann entgegen. Atemberaubend! Trotz aller  Dissenzen, körperlich  war sie für ihn noch immer die Traumfrau. Dazu dieses Kleid, das sie heute trug, dieses Parfum, das ihn einhüllte. Dunkle Versuchung! Ihr dunkle Haut im Kontrast zum Weiß des Kleides. ein bissche oft "dunkel"
Er fühlte neues Leben in sich erwachen. Und wenn sie wieder zusammen kämen …? Sie hatte keinen Neuen, ihm war nichts bekannt, also war der Weg prinzipiell noch offen.
„Starr mich nicht so an, ich habe heute Probeaufnahmen, bin gleich verabredet mit dem Intendanten.“
Er fühlte seine neu erwachten männlichen Energien zusammenfallen. Für einen anderen Mann …Für ihre Karriere. Und um noch eins drauf zu setzen: „Wollte nur fragen, ob du heute ausnahmsweise Chrissy nehmen kannst?“
Erst jetzt wurde er der kleinen Gestalt gewahr, die sich im Schatten der lodernden erotischen Erscheinung versteckte. „Will aber nicht zu Pappi!“ Wenn da noch lustvolle Erwartung gewesen war, erlosch sie jetzt endgültig. Die neue Leichtigkeit war verflogen. Während sein Gehirn noch hin und her schwankte zwischen der Interpretation des Horoskops und einer plausiblen Ausrede, dem drohenden Babysitting zu entgehen, hüllte Luisa ihn ein in eine Wolke aus Haut und Weiß und Parfüm, streifte ihn mit einem Kuss und war schon wieder in der Tür. „Ich wusste, wenn’s drauf ankommt, kann man auf dich zählen. Mein Löwe!“ Dies verschlug ihm vollends die Sprache und er starrte die verschlossene Tür an.
„Ich will auch Eier“, krähte es hinter ihm.
„Mein Sohn, ich bin sicher, dass du schon gefrühstückt hast, sonst hätte deine Mutter es mir gesagt.“
„Aber keine Eier. Du bist ungerecht. Immer bist du ungerecht.“
Er seufzte. Dummes Horoskop! Dumme Idee, er könnte wieder mit Luisa zusammen kommen!
„Ein Ei, okay.?“
„Warum kriegst du drei und ich nur eins?“
„Weil ich doppelt so groß bin wie du und drei mal soviel wiege.“
„Du bist zu dick. Und nicht doppelt so groß.“
Ein Tag mit Chrissy, wo sollte da eine dunkle und süße Versuchung herkommen? Er seufzte noch einmal. „Wann will deine Mutter dich wieder abholen?“
„Hat sie doch gesagt, hörst du nie zu? Vor dem Mittagessen. O du hast einen neuen Computer.“ Der Kleine saß schon davor, während Walter dem Kind ein Ei zubereitete und seine eigenen erkalten ließ. Erkalten. Sein Blick glitt zur Blondine der Bunt-Zeitung.
Keine Versuchung, keine Verführung in Sicht, weder blond noch dunkel. Und sein schöner freier Tag war schon zur Hälfte mit einem ewig fordernden Sohn verplant.
„Hast du kein    
„Hier ist dein Ei.“
Chrissy holte sich den Teller und ließ sich damit auf der Couch nieder, nahm die Fernbedienung und schaltete den Fernseher an.
Mark setzte an, um seinem Sohn zu erklären, dass er erstens am Tisch essen solle, zweitens nicht fernsehen beim Essen und drittens überhaupt vor dem Fernsehen um Erlaubnis zu fragen habe, doch Chrissy war schneller: „Du hast das versalzen. Kannst du kein Spiegelei machen?“
Gleich vier unerquickliche Themen in weniger als 15 Sekunden! Walter klappte den Mund wieder zu und entschied, dass ein Sohn vor der Glotze eine ruhige Stunde für den Vater bedeuten könnte. Also antwortete er nicht, was Chrissy auch gar nicht erwartete hatte, sondern griff sich seine Tageszeitung.
Im Regionalteil  sah er auf das Programmangebot des Tages. Was konnte der Tag ihm noch bringen außer Sohnsitting und Arbeitszimmer aufräumen?
„Auf den Spuren Paul Gauguins“, Vernissage zur Ausstellung des jungen Nachwuchskünstlers Hans Hahn, der seine Eindrücke von einer Südseereise in Fotomontagen festgehalten hat. Das Kulturamt der Stadt lädt ein. Gauguin? Mark fielen sofort die dunklen Schönheiten dieser Bilder ein. Dunkle Versuchung. Wenn das kein Wink des Schicksals mit dem Zaunpfahl war. Eigentlich ging er nicht mehr zu solchen Veranstaltungen, weil ihm dazu die dekorative Frau an der Seite fehlte.
Er ließ die Zeitung sinken und verfiel in Tagträumereien, Bilder vergangener Partys, Opernbesuche, Restaurantbesuche zogen an seinem inneren Auge vorbei, er an der Seite seiner schönen, sprühenden Frau, in deren Glanz er gerne verblasste. Fiel doch immer auch einiges davon auf ihn ab, Sekundärglanz.[/quote]


_________________
Bücher im Alkyon Irmgard Keil Verlag/Marbach "Schatten umarmen" Kranichsteiner Literaturverlag.
1. "den Himmel mit Händen fassen" ISBN
10:3934136303
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Malaga
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BeitragVerfasst am: 25.09.2012 12:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Widerwillig machte Mark sich daran das Frühstück zu richten.. Müsli, das ging am schnellsten. Flockenmischung in die Schüssel, Milch drüber, vielleicht eine Banane reinschnippeln, fertig. Single-Frühstück Er verfiel ins Grübeln vor dem Küchenschrank. Luisa hatte ihn vor einem halben Jahr verlassen hatte und den Jungen mitgenommen. Zugegeben, Kinderliebe war nicht seine stärkste Seite, aber dafür hatte er Tag für Tag hart gearbeitet; Geld scheffeln für die Familie war ebenfalls eine Art, diese zu lieben, fand er.
Nicht das Familienleben fehlte ihm, aber seine Frau, Ex-Frau, seine Luxusfrau. Nicht ihren Shopping-Eifer vermisste er, nicht ihre fixe Idee, endlich den großen Durchbruch beim Film zu schaffen, das konnte nerven, genauso wie ein quengelnder, ewig unzufriedener, verwöhnter Sechsjähriger. Aber attraktiv war sie schon. Er fühlte er seine Brust wachsen, wenn auf der Straße, im Restaurant, im Theater sich alle Männer nach ihr umdrehten. Sexy, sehr sexy war sie. Im Bett eine starke Nummer, nach sieben Jahren Ehe noch immer.
Und jetzt? Wer geht schon alleine essen oder aus?
Er füllte Wasser in die Kaffeemaschine, gab frische Bohnen nach und schaltete an, als sein Blick auf die aktuelle Bunt-Zeitung fiel. Die musste Anita, die Zugehfrau, vergessen haben. Die Blondine auf der Titelseite war wirklich beeindruckend, obwohl er mehr auf dunkle Schönheiten stand. Luisa war gebürtige Brasilianerin. Er  blätterte weiter, überflog desinteressiert politische Skandale, während er auf den Kaffee wartete. Das Horoskop. Er musste grinsen. Luisa war sehr abergläubisch und hatte immer viel von Astrologie und Horoskopen gehalten, natürlich nicht von denen der Bunt-Zeitung. Während er mit einem Auge nach der Rubrik für sein Sternzeichen suchte, tastete er gewohnheitsmäßig nach den Müsli-Schalen. Löwe, sein Zeichen. Er war ein Mann der Tat, jawoll, das hatte Luisa immer voller Bewunderung betont.  Element Feuer. Ein tatkräftiger, feuriger Mann.
Erfolg im Beruf, wenn Sie Ihre Chancen richtig erkennen und nutzen. – Wie immer, dachte er. So wurden diese Horoskope gemacht: austauschbare Worte, passend für jeden, Andeutungen: wenn… dann … – In der Liebe liegen Ihre Energien schon zu lange brach. – Naja,  an dieser Horoskop-Weisheit konnte vielleicht doch etwas dran sein. Das stimmte sicher nicht für jeden, aber für ihn.  Der Tag bringt Ihnen eine  dunkle, süße Versuchung – zögern Sie nicht, ergreifen Sie die Chance, Ihr Leben in neue, lebendigere Bahnen zu lenken.
Er nahm die Packung mit Müsli, Schoko-Müsli – dachte er selbstironisch, dunkle Versuchung.
Wieder musste schmunzeln. Nein, nicht diese dunkle Versuchung war angesagt. Überhaupt: Müsli? Passte das zum Horoskop? Entschlossen stellte er die Schachtel zurück, griff sich stattdessen drei Eier und schlug sie in die Pfanne, leise pfeifend. Er lächelte über sich selbst und seinen kleinen Flirt mit diesem albernen Horoskop einer noch alberneren Zeitung.
Beschwingt tänzelte er vor dem Herd, bewegte mit leichter Hand die Pfanne.
Kaffee heute extra stark, nicht wahr?
Schön, wie diese paar lächerlichen Zeilen dem Alltag etwas Drive geben konnten.
Es klingelte an der Wohnungstür. Um diese Zeit? Wer konnte das sein? Luisas Stimme war in der Gegensprechanlage. Was wollte sie, das war nicht abgesprochen. „Kann ich kurz rauf kommen? Es ist dringend.“ Gehorsam drückte er auf den Türöffner, noch immer verwirrt, ließ die Eier auf einen Teller gleiten und eilte ihr dann entgegen. Atemberaubend! Trotz aller  Dissenzen, körperlich  war sie für ihn noch immer die Traumfrau. Dazu dieses Kleid, das sie heute trug, dieses Parfum, das ihn einhüllte. Dunkle Versuchung! Ihr dunkle Haut im Kontrast zum Weiß des Kleides.
Ein Hoffnungsschub durchlief ihn. Und wenn sie wieder zusammen kämen …? Sie hatte seines Wissens keinen Neuen, also war der Weg prinzipiell noch offen.
„Starr mich nicht so an, ich habe heute Probeaufnahmen, bin gleich verabredet mit dem Intendanten.“
Er fühlte seine neu erwachten männlichen Energien zusammenfallen. Für einen anderen Mann …Für ihre Karriere. Und um noch eins drauf zu setzen: „Wollte nur fragen, ob du heute ausnahmsweise Chrissy nehmen kannst?“
Erst jetzt wurde er der kleinen Gestalt gewahr, die sich im Schatten der lodernden erotischen Erscheinung versteckte. „Will aber nicht zu Pappi!“ Wenn da noch lustvolle Erwartung gewesen war, erlosch sie jetzt endgültig. Während sein Gehirn hin und her schwankte zwischen der Interpretation des Horoskops und einer plausiblen Ausrede, dem drohenden Babysitting zu entgehen, umfing Luisa ihn mit einer Wolke aus Haut und Weiß und Parfüm, streifte ihn mit einem Kuss und stand schon wieder in der Tür. „Ich wusste, wenn’s drauf ankommt, kann man auf dich zählen. Mein Löwe!“ Dies verschlug ihm vollends die Sprache und er starrte die verschlossene Tür an.
„Ich will auch Eier“, krähte es hinter ihm.
„Mein Sohn, ich bin sicher, dass du schon gefrühstückt hast, sonst hätte deine Mutter es mir gesagt.“
„Aber keine Eier. Du bist ungerecht. Immer bist du ungerecht.“
Er seufzte. Dummes Horoskop. Dumme Idee, er könnte wieder mit Luisa zusammen kommen.
„Ein Ei, okay.?“
„Warum kriegst du drei und ich nur eins?“
„Weil ich doppelt so groß bin wie du und drei mal soviel wiege.“
„Du bist zu dick. Und nicht doppelt so groß.“
Ein Tag mit Chrissy, wo sollte da eine dunkle und süße Versuchung herkommen? Er seufzte noch einmal. „Wann will deine Mutter dich wieder abholen?“
„Hat sie doch gesagt, hörst du nie zu? Vor dem Mittagessen. O du hast einen neuen Computer.“ Der Kleine saß schon davor, während Mark dem Kind ein Ei zubereitete und seine eigenen erkalten ließ. Erkalten. Sein Blick glitt zur Blondine der Bunt-Zeitung.
Keine Versuchung, keine Verführung in Sicht, weder blond noch dunkel. Und sein schöner freier Tag war schon zur Hälfte mit einem ewig fordernden Sohn verplant.
„Hast du kein    
„Hier ist dein Ei.“
Chrissy holte den Teller, ließ sich damit auf der Couch nieder und nahm die Fernbedienung  des Fernsehers.
Mark setzte an, um seinem Sohn zu erklären, dass er erstens am Tisch essen solle, zweitens nicht fernsehen beim Essen und drittens überhaupt vor dem Fernsehen um Erlaubnis zu fragen habe, doch Chrissy war schneller: „Du hast das versalzen. Kannst du kein Spiegelei machen?“
Gleich vier unerquickliche Themen in weniger als 15 Sekunden. Mark klappte den Mund wieder zu und entschied, dass ein Sohn vor der Glotze eine ruhige Stunde für den Vater bedeuten könnte. Also antwortete er nicht, was Chrissy vermutlich  gar nicht erwartet hatte, sondern griff sich seine Tageszeitung.
Im Regionalteil  sah er das Programmangebot des Tages. Was konnte der Tag ihm noch bringen außer Sohnsitting und Arbeitszimmer aufräumen?
„Auf den Spuren Paul Gauguins“, Vernissage zur Ausstellung des jungen Nachwuchskünstlers Hans Hahn, der seine Eindrücke von einer Südseereise in Fotomontagen festgehalten hat. Das Kulturamt der Stadt lädt ein. Gauguin? Mark fielen sofort die dunklen Schönheiten dieser Bilder ein. Dunkle Versuchung. Wenn das kein Wink des Schicksals mit dem Zaunpfahl war. Eigentlich ging er nicht mehr zu solchen Veranstaltungen, weil ihm dazu die dekorative Frau an der Seite fehlte.
Er verfiel in Tagträumereien, Bilder vergangener Partys, Opernbesuche, Restaurantbesuche zogen an seinem inneren Auge vorbei, er an der Seite seiner schönen, sprühenden Frau, in deren Glanz er gerne verblasste, fiel doch immer einiges davon auf ihn ab, Sekundärglanz.
Und jetzt? Wenige waren geblieben von den gemeinsamen Freunden. Waren sie allesamt auf Luisas Seite übergelaufen in der Stunde der Entscheidung? Er wusste nicht einmal, ob sie den Kontakt zu seiner Ex noch hielten.
Der einzige, der ihm treu geblieben war, war Ed. Und dessen Frau natürlich. Wenn er jetzt überhaupt noch etwas unternahm, dann mit diesen beiden und auf deren Initiative.
Das Telefon klingelte.
„Pappi, Telefon, hörst du schlecht?!“ quäkte der Kleine, noch ehe er halb aufgestanden war. War er eigentlich wirklich zu langsam oder sein Sohn eine ADHS-geschädigte Nervensäge?  Ed war am Telefon.
„Mark. Alter Kumpel, schön dich anzutreffen.“
„Ich freu mich auch. Gerade habe ich an euch gedacht, das war Gedankenübertragung..“
„Junge, werd’ nicht esoterisch. Ich ruf nur an, um zu fragen, ob du Lust hättest heute Abend auf die Vernissage des Kulturamtes zu gehen.“
„Auf den Spuren Gauguins? Doch, das ist Telepathie, denn gerade las ich davon“, platzte es aus ihm heraus.
„Mark. Was ist mit dir los?! Soll ich dir die statistische Wahrscheinlichkeit dessen erklären, dass jemand an seinem freien Tag vormittags die Zeitung liest und – wegen seines Desinteresses an Politik und Wirtschaft -  beim Kulturteil hängen bleibt?  Und dass er aufgrund seiner Vorliebe für Gauguin und hinsichtlich seiner Scheidungsdepression überlegt, zu dieser Ausstellung zu gehen, sich aber alleine nicht traut?“
„Schon, aber mein Tageshoroskop prophezeite mir das Zusammentreffen mit dunklen Schönheiten.“
„Horoskop! Junge! Es wird Zeit, dass du  wieder unter Leute kommst, du bist ja schon ganz close to the edge.  Heute Abend 19Uhr. Die Karten besorgst du, damit du von deinen esoterischen Wegen runter kommst auf ganz pragmatische Organisationsarbeit. Bis dann.“

Mark legte auf und blickte nachdenklich ins Leere. Statistische Wahrscheinlichkeit. Er fand Horoskope ja  eigentlich ebenfalls lächerlich. Andererseits hatte er sich noch nie näher damit beschäftigt. Luisa hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass die Astrologie eine sehr wissenschaftliche Disziplin sei, -  wenn auch nicht im naturwissenschaftlichen Sinn - die genau fest gelegten Gesetzmäßigkeiten folge. Auf jeden Fall ein  merkwürdiges Zusammentreffen: die Ankündigung einer süßen, dunklen Versuchung, die Vernissage ausgerechnet heute, der Anruf Eds.
„Was heißt „essertierisch?“ unterbrach Chrissy seine Gedankengänge. „Was? Tierisch?“ Mark sah ihn verständnislos an. „Du guckst dumm drein“, parierte Chrissy sofort. „Esotierisch ist das Gegenteil von vegetarisch“, antwortete Mark, einer plötzlichen Eingebung folgend. „Weißt du, es gibt Vegetarier und es gibt Essertierier.“ 1:1, dachte er boshaft, Ausgleich. „Warum lachst du denn?“ fragte Chrissy  mit kindlichem Spürsinn. Er erwartete wohl ebenso wenig Antworten von seinem Vater wie dieser von ihm, denn seine Augen klebten schon wieder auf dem Bildschirm.
Mark verkniff sich festzustellen, um was für eine Sendung es sich handelte, sonst hätte er möglicherweise doch einschreiten müssen, stattdessen begann er, das Geschirr zu spülen.
Luisa holte den Jungen tatsächlich gegen Mittag ab, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit der extensiven Verspätungen. Dem verschlossenen Blick, dem verkniffenen Mund und ihrer Einsilbigkeit nach zu urteilen, konnte das Probesprechen nicht sonderlich erfolgreich verlaufen sein.
Doch Mark störte es nicht weiter, er hatte Thema „Luisa die zweite“ innerlich abgehakt und sich auf den Abend eingestimmt.
Wie konnte er die Zeit bis dahin nutzen, überlegte er.
Eine Stunde Fitness-Club, entschied er, eine Stunde Sauna und einen Besuch bei seinem Herrenfrisör. Alles Unternehmungen, denen er sich schon lange nicht mehr gewidmet hatte. Die richtige Garderobe, das war nicht nur für die Damen wichtig, doch zuerst mussten die Karten reserviert werden.
Die Uhr zeigte bereits kurz nach 15 Uhr, als er alles erledigt und sich dann vor dem sechs Meter langen Kleiderschrank, der ohne Luisa nur noch zu einem Fünftel gefüllt war, endlich für ein helles Hemd und einen passenden Sakko zu den obligatorischen  Edeljeans entschieden hatte,
Es blieb nur noch genug Zeit für den Frisör. Der Gedanke, sich nicht mehr an den Sportgeräten anstrengen zu müssen,  erfüllte ihn mit  leichtem Wohlbehagen. Stattdessen reichte die Zeit für einen leichten Schnellimbiss, heute bei Habibi um die Ecke, Habibi = arabisch: Liebling, wie passend. Falafel, ohne Zwiebeln, kein Mundgeruch an diesem Tag.
Es störte ihn nicht weiter, dass sein Stammfrisör nicht im Geschäft war, sondern er von einem jungen Mann bedient wurde, der wohl neu war. Im Gegenteil, da der von sehr dunkler Hautfarbe war, nahm er dies als weiteres Indiz auf  eine kommende Begegnung.
„Heute bitte das beste After Shave, das Sie haben.“ Der junge Frisör lächelte wissend und sagte beim Verabschieden: „Sie sehen hervorragend aus mit diesem Schnitt, Herr Meier, und der Duft ist umwerfend.“ Das Trinkgeld, das dann etwas üppiger als sonst ausfiel, quittierte er mit einem breiten Lächeln, -  war es anzüglich? Nein, das war Einbildung! – und überschwänglichen Dankesworten.
Die Zeit, die sich Luisa immer vor der breiten Spiegelfront im Schlafzimmer genommen hatte, brauchte Mark heute, obwohl er sich doch schon für die Kleidung entschieden hatte.
18.15Uhr – angesichts seiner ebben Kasse und der lauen Abendtemperaturen entschied er sich, zu Fuß zur Vernissage zu gehen, und kam sogar 20 Minuten zu früh vor dem Kulturamt an.
Waren seine Freunde schon da? Während er suchend umher blickte, klingelte sein Handy, Ed.
„Nein, du wirst jetzt nicht absagen“,  kam Mark ihm zuvor, noch ehe der Freund etwas sagen konnte. „Das kannst du nicht bringen.“
„Mark, hör’ zu, es ist ein Notfall. Karins Mutter ist erkrankt, und du weißt selbst, wie Karin in Sachen Familie ist. Wir müssen hinfahren. Versuch die Karten zurück zu geben. Wenn das nicht möglich ist, bezahle ich sie natürlich.“
Da stand er, frisch gestylt, duftend, und sein Stimmungsbarometer rutschte rapide nach unten.
Mist-Horoskop! dachte er, Mist-Vernissage. Mist-Versuchung, egal ob dunkel oder hell. Sollte heute Abend nicht ein alter Hitchcock im Fernsehen kommen? Er hatte die Karten noch nicht abgeholt. Er könnte einfach verschwinden und sich zu Hause vor dem Fernseher mit einer Flasche Bier in der Hand – Glas lohnte sich nicht - einen weiteren Single- Abend verbringen.
In diesem Moment sah er sie. Er blinzelte ungläubig. Sie war so dicht umgeben von Männern, dass er nur ab und an einen Blick erhaschen konnte. Traumhaft!  Tiefschwarze Haare hoben sich gegen den Abendhimmel ab, ebenso das dunkle Gesicht, aus denen das Weiß der Augen blitzte, ebenso dunkle Schultern, ein schmaler Hals, auf dem es weiß funkelte, hier jedoch vom Schmuck. Weitere Ausblicke blieben ihm zwar zunächst verwehrt wegen der sie umringenden Menge, aber was er sah, war dennoch viel verheißend. Er war wie hypnotisiert. Vergessen der Groll gegen Ed und Karins Mutter. Vergessen der Hitchcock.
Sie musste aus einem afrikanischen Land kommen oder aus der Südsee. Natürlich Südsee, das war doch nahe liegend, vermutlich war sie mit dem Künstler liiert, spekulierte Mark.
Magisch angezogen näherte er sich der kleinen Gruppe, deren Mittelpunkt sie bildete, doch die Schar setzte sich in Bewegung in Richtung Haus.
„Karten gesucht. Haben Sie noch Karten übrig?“ unterbrachen ihn die Worte eines Mannes in seinen Beobachtungen. Rasch holte er die bestellten Karten an der Kasse und gab die zwei überflüssigen weiter, ehe er sich wieder nach der Schönheit umsah. Nirgends zu sehen. Doch da offensichtlich war, dass er sie im weiteren Abend wieder sehen würde, beschloss er sich zunächst mit einem Glas Sekt in Stimmung zu bringen.
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BeitragVerfasst am: 25.09.2012 12:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mardii,
ich hab kein Problem mit solchen Verspätungen - bin ja selbst auch eher unregelmäßig aufLinie.
Für die "Zuspitzung" sind mir eh gerade die Bosheiten ausgegangen, außer dem "essertierisch". Ist das zu dick aufgetragen?
Einige Eurer Vorschläge habe ich eingearbeitet.
Ansonsten durchläuft der Text gerade eine midlife crisis - ob der Mittelteil nicht überflüssig ist, nur dazu dient, Marks Zeit bis zum Abend totzuschlagen? Aber Du hast mich halbwegs beruhigt.
Der dritte Teil ist noch in Arbeit, habe den geplanten Schluss umgedacht.
Viele Grüße
M.
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Malaga
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BeitragVerfasst am: 25.09.2012 12:36    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo madrilena,
vielen Dank für das Lesen und Kommentieren, die beiden Hinweise sind in die neue Version noch nicht eingegangen.
Dass Du die Geschichte ebenfalls gern liest, beruhigt mich zusätzlich.  Deine Meinung zum Fortgang interessiert mich auch.

Malaga ist nicht unbedingt eine Stadt, die man liebt, aber ich habe ein halbes Jahr dort gelebt und gearbeitet, und das sehr gerne. Madrid ist wohl um einiges attraktiver. Um mich Spanienliebhaberin nennen zu können, kenne ich doch zu wenig von dem Land.
Viele Grüße
M.
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BeitragVerfasst am: 17.10.2012 18:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,
der Schlussteil kommt leider sehr verspätet.
Es wäre schön, wenn Ihr trotzdem drüber gucken könntet.
Mich interessiert vor allem, ob der Schluss okay ist, ob man den Mittelteil straffen, vielleicht sogar auf einige Sätze reduzieren sollte und ob die Stelle mit "vegetarisch - essertierisch" und der Indianerinnen-Traum überzogen sind.
Und natürlich alles, was Euch sonst noch auf- und einfällt
Auérdem ahne ich logische Schwächeleien, aber vielleicht fallen die sonst keinem auf. Wink
Viele Grüße
Malaga

 Unauffällig näherte er sich dem kleinen Kreis, deren Mittelpunkt sie bildete und betete innerlich zu einem Gott, den er gar nicht kannte, um die eine große Gelegenheit.
 Doch unglücklicherweise blieb es die ganze Zeit beim Mut-Antrinken, und aus dem Stimmungs- und  Einstimmungsglas wurden immer mehr, denn Mark sah keine Möglichkeit, den Ring, der sie umgab, zu durch brechen, und er fühlte, wie er langsam resignierte.
Er hatte schon aufgegeben, da löste sie sich aus der Gruppe und kam, tatsächlich, in seine Richtung, ohne ihn jedoch zu sehen. Selbst als sie ihn in Reichweite passierte, nahm sie ihn nicht wahr. Er roch ihr Parfüm – billig war das nicht. Ihr langer, bunter Schal streifte einen Zweig, der vorwitzig aus einer Vase ragte, löste sich vom Hals der Besitzerin und fiel sanft auf den Boden.
Dies bot Mark nicht nur den wunderbaren Ausblick auf einen vollendeten Nacken, sondern auch die ersehnte Gelegenheit. In Sekundenschnelle raffte er das zarte Gespinst.
„Meine Dame …“ rief er ihr hinterher.  Keine Reaktion, natürlich, was hatte er erwartet. Er holte sie ein und stellte sich ihr in den Weg. Ein empörter Blick traf ihn, der jedoch schnell weich wurde, als er auf den Schal fiel.
„Hob i den verlorn? Des hob i gar ned gmerkt. Dank schee.“  Dunkle Exotik und bayrischer Dialekt, passt das? – wollte etwas in ihm denken, doch die Magie ihres Antltzes und die Intensität ihres Parfüms schlugen den Gedanken sofort nieder.
Er war überrascht, wie zugänglich sie jetzt war, und es entwickelte sich eine angenehme kleine Konversation, deren einziger Haken darin bestand, dass sich die Schöne schon auf dem Weg zum Ausgang befand. Aber wenigstens ohne Begleitung. Mark dankte wieder dem unbekannten Gott und entschied in Sekundenschnelle, ebenfalls im Aufbruch zu sein.
Als sie sich vor dem Gebäude dem Taxistand zuwandte, schlug er rasch vor, sich ein Taxi zu teilen.
Wieder ein Glücksfall, dass ihre Fahrtrichtungen übereinstimmten, so dass Marks Phantasie nicht aufs Neue herausgefordert wurde. Trotz der Unmengen konsumierten Alkohols fühlte Mark sich im Taxisitz  wachsen und aufblühen und geistreich mit der Dame parlieren.
Jetzt würde er dafür sorgen müssen, dass der Kontakt erhalten blieb. Seine Sache, er als Mann hatte die Initiative zu ergreifen. Noch dazu als Löwe-Mann. Wie formulieren, dass es nicht zu plump erschien? Das Streifen ihrer rechten Brust an seinem Oberarm, als sie ihre Sitzhaltung veränderte, minderte kurzzeitig seine Konzentration auf die weitere Planung des Gesprächs. Hatte sie das mit Absicht getan? Aber er sah nur abgründige dunkelbraune Augen und ein sphinxhaftes Lächeln, was ihm noch mehr die Konzentration raubte.
Das Taxi hielt. „Müllerstr.5, wir sind da.“ Und er war immer noch nicht weiter gekommen. Also wie formulierte er jetzt elegant und vor allem überzeugend, dass er sie wieder sehen wollte? Und außerdem musste er auch das Taxi bezahlen, für die gesamte Fahrt natürlich, da durfte er sich nicht lumpen lassen. Er zog das Portemonaie heraus und begegnete dabei einer warmen Hand, die sich in seine Hosentasche schob, ihn elektrisierte. „Hier gebe ich Ihnen meine Karte. Bitte rufen Sie mich an, ich würde mich freuen. Löwe.“
Woher wusste sie sein Sternzeichen? Keine Zeit nachzudenken. Fahrig hantierte er mit der Brieftasche und stellte voll Schrecken fest, dass es knapp werden würde. Zu knapp. Als er anfing, das Kleingeld herauszuklauben, lachte seine schöne Begleiterin und legte lässig einen Schein über das Geldhäufchen. Gut, dass man im Halbdunkel nicht sehen konnte, wie er rot wurde.
Natürlich blieb er  beim Aussteigen obendrein mit dem Jackett an der Lehne des Vordersitzes hängen und wurschtelte sich ungeschickt los.
Sie blieb unverändert freundlich und gurrte: “Auf Wiedersehn!“
Er starrte dem wegfahrenden Taxi hinterher und befühlte sein erhitztes Gesicht.
Erst beim Betreten der Wohnung und dem Ablegen des Sakkos bemerkte er es: Das Portemonaie war weg. Und von einer Visitenkarte der Schönen weit und breit keine Spur. Ungläubig durchsuchte er noch und noch einmal alle Taschen, rannte das Treppenhaus hinab und hinauf – nichts.
Eine unruhige Nacht sollte ihn jetzt erwarten.
Die erste Hälfte verbrachte er damit, die Telefonnummern zur Sperrung seiner Scheckkarten zu suchen und zu kontaktieren, die weitere wurde er in unruhigen Träumen von schönen, nackten Indianerinnen heimgesucht, die ihn an einen Marterpfahl fesselten, umtanzten und mit Geldscheinen beklebten.

Ein penetrantes Klingeln riss ihn am Morgen aus diesen Träumen. Schon wieder Luisa? – war sein erster Gedanke.
Doch vor der Türe stand der Taxifahrer des Vorabends und hielt ihm seine Brieftasche hin.
„Hier, Meister, das lag nach Dienstschluss in meinem Wagen, die Adresse war zu Ihrem Glück drin.“ Mark konnte nicht so schnell denken.
„Ein kleiner Finderlohn wäre angebracht, meinen Sie nicht?“ fuhr der Mann fort, und als Mark einen Geldschein aus der Wohnung holte, drückte ihm der Mann noch ein Kärtchen in die Hand: „Das lag ebenfalls dabei. Schönen Tag noch.“
Eine rosa Visitenkarte mit einer Webadresse und der Aufschrift:
 Antonella Mariacci.
Horoskope und Tarot. Beratung in allen Lebensfragen.

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Mardii
Stiefmütterle

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BeitragVerfasst am: 20.10.2012 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Malaga,

einen schönen, runden Abschluss hast du für die Geschichte gefunden.
Einen Momnet musste ich bei dem Abschnitt mit "esotierisch" überlegen, dann las ich weiter, dass Chrissy vor dem TV hockt.
Bei diesem Traum dachte ich, es könnte eine Selbstironisierung von Mark sein. Das ist so ein Schlenker ins Humoristische, der ist in der Geschichte schon zulässig. (Weiß jetzt grad nicht, ob du es auch unter Humor eingestellt hast.)
Mit der Logik wüsste ich nichts Gravierendes. Es gibt so ein, zwei Stellen, die lesen sich ein wenig eigenartig:

Malaga hat Folgendes geschrieben:
Ihr langer, bunter Schal streifte einen Zweig, der vorwitzig aus einer Vase ragte, löste sich vom Hals der Besitzerin und fiel sanft auf den Boden.


Hm, zweimal Schal ist auch nichts. Vielleicht eine Formulierung mit als. Ihr langer Schal löste sich von ihrem Hals, als er einen Zweig streifte, hängen blieb und zu Boden fiel.

Malaga hat Folgendes geschrieben:

Dunkle Exotik und bayrischer Dialekt, passt das? – wollte etwas in ihm denken, doch die Magie ihres Antltzes und die Intensität ihres Parfüms schlugen den Gedanken sofort nieder.


Vielleicht: kam ihm für kurz in den Sinn.
Malaga hat Folgendes geschrieben:

Er zog das Portemonaie heraus und begegnete dabei einer warmen Hand, die sich in seine Hosentasche schob, ihn elektrisierte.


Nicht schlecht, das Temperament der Dame. Laughing Mir gefällt daran, dass sich hieraus sehr schön die Unlogik in Marks Denken ergibt: Wie er später im alkoholisierten Denken die Reihenfolge der Ereignisse nicht mehr zusammen bekommt. Wenn man genau liest, kann man sich schon denken, dass er die Brieftasche verloren hat. Aber find ich nicht weiter tragisch.

Im Mittelteil könntest du tatsächlich das ein oder andere vorbereitende Detail auf den Abend und die sich ankündigende Begegnung mit der dunklen Schönen kürzen.

Insgesamt gefällt mir die Geschichte. Es gibt ein paar witzig-ironische Highlights, wie dies:
Malaga hat Folgendes geschrieben:

„Hob i den verlorn? Des hob i gar ned gmerkt. Dank schee.“ Dunkle Exotik und bayrischer Dialekt, passt das?


 Laughing

LG
Mardii


_________________
`bin ein herzen´s gutes stück blech was halt gerne ein edelmetall wäre´
Ridickully
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Malaga
Geschlecht:weiblichAutor


Beiträge: 744



BeitragVerfasst am: 21.10.2012 19:26    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Mardii,
vielen Dank für die ausführliche und genaue Kritik und Rückmeldung.
Das hilft mir sehr.
Zitat:
Mir gefällt daran, dass sich hieraus sehr schön die Unlogik in Marks Denken ergibt: Wie er später im alkoholisierten Denken die Reihenfolge der Ereignisse nicht mehr zusammen bekommt. Wenn man genau liest, kann man sich schon denken, dass er die Brieftasche verloren hat. Aber find ich nicht weiter tragisch.

Gut, wenn man die Unlogik Mark in die Schuhe schiebt und nicht mir, dann ist es in Ordnung. Wink
Ja, die Geschichte sollte ursprünglich unter "Humor" laufen, aber weil die ersten Leser das nicht fanden, sondern ehe über des armen Marks Schicksal nachdachten, war ich verunsichert.
Der Mittelteil der Geschichte wird abgespeckt.
Schön, dass es dir gefällt.
LG
Malaga
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