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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig müde erbracht


 

 
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piet schreibt gerne
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 27
Beiträge: 23
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 06.09.2012 13:06    Titel: müde erbracht eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

an sein Ohr sich trägt
und zitternd durch die Luft
vergeht doch ihr Hauch,
sodass er sich traut

weißer Wände Widerhall
ergötzen sich ihrer Laute
spielend der Wellen,
die sich zur Luft gesellen

für die Regeneration
den Mantel erholsamer Züge
sagt sie nichts als mehr
du
komm jetzt her



_________________
„Der Dichter als Spezialist der Sprache ist ein Spezialist der Unsicherheit“ (Merleau-Ponty)
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piet schreibt gerne
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 27
Beiträge: 23
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 16.09.2012 12:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Mag jemand hierzu mal was sagen?
Danke =)


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Aranka
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BeitragVerfasst am: 16.09.2012 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Du möchtest gerne eine Reaktion auf deinen Text und das kann ich gut verstehen. Geht mir auch so, wenn ich hier etwas einstelle. Wahrscheinlich hätte ich mich ohne deine erneute Aufforderung nicht gemeldet und sage erst einmal warum.

Du stellst deinen Text bei Lyrik ein, also nicht in die Werkstatt. Dann gehe ich immer davon aus, dass der Autor den Text, wenn auch nicht als „unantastbar“, so doch als in hohem Maße für perfekt (druckreif) hält. Er erwartet also keine direkte Textarbeit, sondern eine Lesermeinung. Wenn ich dann beim Reinschauen einen Zugang finde, mich der Text anspricht, zum Nachdenken bewegt, in mir Bilder wachruft, dann lasse ich meine Meinung dem Autor in Form einer kurzen Rückmeldung da. Bei Werkstatttexten, lasse ich mich meist ausführlicher ein.

Bei deinem Gedicht nun, ich habe es schon vor längerem gelesen, fand ich keinen rechte Zugang. Es gab kein „zündendes Bild“, das mich ins Textgeschehen hereinholte. Auch nichts, was mich nun besonders herausforderte in positiver oder negativer Hinsicht, also habe ich es mehr oder weniger nicht beachtet. Jetzt versuche ich dann mal herauszufinden, warum mir ein Zugang so bei der ersten Begegnung versagt blieb. Vielleicht kannst du da einfach Rückschlüsse draus ziehen.

Titel: müde erbracht

rief zuerst einmal keine Assoziationen aber auch keine Reizfläche hervor.

Zitat:
an sein Ohr sich trägt
und zitternd durch die Luft
vergeht doch ihr Hauch,
sodass er sich traut


Eine schwierige verschachtelte Satzkonstruktion, die sich nur über den Kopf erschließt. Ist in der ersten Strophe vielleicht nicht gerade geschickt. Wenn mich die erste Strophe erreicht, sei es mit einem Bild oder einem Reizwort, dann bin ich ja als Leser durchaus bereit auch ein wenig Gedankenakrobatik zu betreiben, aber gleich zu Beginn?
Ich finde nun auch nach näherer Betrachtung nichts Greifbares in der ersten Strophe. „ein Hauch oder etwas, das sich zitternd durch die Luft an sein Ohr trägt und weil „ihr“ Hauch vergeht, traut es sich. (Was traut er sich ?frage ich mich und hoffe auf Andeutungen in der nächsten Strophe.)
Diese ungewöhnliche reflexive Konstruktion des „sich trägt“ zu Beginn, verhindert einen direkten Zugang und ich erkenne keinen Sinn für diese Verkomplizierung in der Textlogik.

Zitat:
weißer Wände Widerhall
ergötzen sich ihrer Laute
spielend der Wellen,
die sich zur Luft gesellen


Der Übergang von Strophe 1 zu 2 ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar und stimmt in der Satzführung nicht.

„sodass er sich traut / …...

weißer Wände Widerhall (jetzt stimmt  die folgende  Verbform nicht)

Ich versuche die ganze Zeit ein Bild vor Augen zu bekommen. Es bleibt alles so im Abstrakten: Widerhall / ergötzen sich spielend der Laute / jetzt  müsste ich etwas hören! Luft / Wellen! Ich würde so gerne etwas zwischen meine Finger bekommen und mich mal dran festhalten.

Zitat:
für die Regeneration
den Mantel erholsamer Züge
sagt sie nichts als mehr
du
komm jetzt her


Hier wieder ein recht Abstraktes Wesen: Regeneration.
Endlich ein Mantel, da würde ich jetzt gerne mal reinschlüpfen. Habe gerade den ersten Ärmel drin, da verflüchtigt sich das gute stoffene Ding gleich wieder. Ein Mantel erholsamer Züge! Durch die Kombination mit einem Abstrakten, nimmst du ihm die Möglichkeit bildhaft und stofflich zu wirken.

Und auch die letzten Zeilen bieten mir nur Worte ohne Bildkraft.

Ich weiß nicht, ob du nachvollziehen kannst, was ich dir sagen will. Dieses Textgebilde wird bei mir kein Gebilde mir einem festen Körper, einer erkennbaren Textwirklichkeit, einer Textlogik. Mir rinnen die Worte (stets als einzelne) ein wenig fleischlos durch die Finger. Und so kann ich auch noch nichts zu den, von dir gewählten und auch erkennbaren Stilmitteln, sagen, da ich nicht überprüfen kann, in wieweit sie der Textidee angemessen sind.

Du musst das jetzt nicht persönlich nehmen und es kann auch an mir liegen, dass ich irgendeinen Hinweis überlese oder einen Zusammenhang nicht erkenne. Manchmal sitzt man ja auch als Leser aus seinem berühmten Schlauch. Und da ich das Gefühl auch nicht los werde, dass es so sein könnte, habe ich mich auch erst mal nicht gemeldet.

Aber vielleicht gibst du mir und damit ja auch anderen Lesern einen Hinweis. Vielleicht helfen dir ja meine vagen Aussagen auch, noch mal etwas nachzuschärfen.

Ich bin jedenfalls gespannt, auf deine Antwort.

Gruß Aranka


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piet schreibt gerne
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 27
Beiträge: 23
Wohnort: Hamburg


BeitragVerfasst am: 17.09.2012 12:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Aranka,


meine Intention war Bestätigung zu bekommen, ob dieser Text überhaupt bei jemanden zündet.
Mir reicht die Gewissheit, dass ich es vollbracht habe, mit einem meiner Werke in einer anderen Person etwas losgestoßen zu haben.
Auch, wenn ich meine eigenen Texte nicht gänzlich verstehe.
Dieser Text stieß bei mir selber nur auf wenig Nachhall.
Ich war gespannt, ob jemand diesen Text mystifizieren könnte.

Oder sollte dieser Text doch eher in die Werkstatt geschoben werden, um ihm überhaupt ein Gesicht zu zeichnen?

Ich bin mir sehr unsicher, ob meine Texten (die doch sicherlich noch einiges an Genauigkeiten und Schärfe dazu gewinnen könnten) lieber erstmal in der Werkstatt verweilen sollten.
Grund für meine Unsicherheit ist der, dass ich erwarte meine Texte eher verfälscht vorzufinden, sollte jemand anderes etwas verändern.
Wenn ich sie also zum kreativen Gebilde auserkore, hätte ich das Gefühl mir von jemand anderem meine Gedanken diktieren zu lassen.

Mir war wichtig dies mal auszusprechen.
Auch merke ich, dass ich momentan keinen erfüllenden Bezug zu Gedichten anderer Art oder meinen eigenen Werke herstellen kann.
Wie du bei meinem ersten Text so schön zitiert hast; ich möchte grade nicht dichten, und dann leiden.
Ich werde mich wohl erstmal ein wenig aus dem Forum zurückziehen.
Diese Art der Arbeit überanstrengt mich momentan eher, als dass es mir Freude bereitet mich wachsen und formen zu sehen.

Aranka, vielen Dank für deine nette und ausführliche Rezension.
Du hast die Worte gefunden, die ich hören wollte.

auf bald.... Piet


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Aranka
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BeitragVerfasst am: 17.09.2012 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Piet,

ich will mich da jetzt nicht einmischen, ob ein Text in die Werkstatt gehört oder nicht. Das ist eher Sache der Moderatoren und Roman macht das ja auch sehr gut.

Aber vielleicht solltest du mal in so eine Textarbeit, wie sie in der Werkstatt läuft, hineinschauen, vielleicht kannst du da ja doch etwas für dich gewinnen.

Ich selbst fühle mich mit meinen Texten in der Werkstatt ganz wohl. Was man dann mit den Hilfen und Vorschlägen der Leser so macht, ist ja immer die eigene Entscheidung. Ist doch nicht so wichtig, wo der Txt steht, oder? Hauptsache man bekommt Hilfen.

Nun hast du ja zu deinem Gedicht bisher nur meine Meinung gehört, und das muss erst mal nicht viel aussagen. Vielleicht sehen andere es anders. Ich habe ja auch keine konkreten Vorschläge gemacht, dass ist eher der Raum der Werkstatt. Vielleicht solltest du den Text mal verschieben lassen auf eigenen Wunsch. Dann kannst du ja mal abwarten, welche Rückmeldungen und Vorschläge du bekommst. Das bringt dich vielleicht doch weiter.

Gruß Aranka


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jim-knopf
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BeitragVerfasst am: 17.09.2012 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Oder sollte dieser Text doch eher in die Werkstatt geschoben werden, um ihm überhaupt ein Gesicht zu zeichnen?

Ich bin mir sehr unsicher, ob meine Texten (die doch sicherlich noch einiges an Genauigkeiten und Schärfe dazu gewinnen könnten) lieber erstmal in der Werkstatt verweilen sollten.


einfach kurz anklopfen,

dan verschieb ich, wohin du möchtest.

wink


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