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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Die Busfahrt


 

 
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RedFriend
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 28
Beiträge: 5
Wohnort: Solothurn


BeitragVerfasst am: 04.09.2012 18:55    Titel: Die Busfahrt eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Gerne würde ich Eure Meinung über meine folgende Geschichte hören:


Die Busfahrt

„Zusammen 4.20, bitte.“, sagte der uniformierte Busfahrer zu der eben eingestiegenen Frau.
„Zusammen?“, erwiderte die schwangere Dame ein wenig verwundert.
„Natürlich, ein Erwachsener und wie jeder sehen kann … und ein Kind. “, erörterte er der verwirrten Frau den Standpunkt seines Arbeitgebers.
„Das ist doch ein schlechter Witz. Ich meine … wollen Sie mich bestrafen, weil ich den Fortbestand unserer Gesellschaft sichere?“
„Nicht im Geringsten, wir mögen Kinder. Allerdings hätten sie sich das überlegen sollen, bevor sie in unser öffentliches Verkehrsmittel einsteigen.“
Widerwillig und unter dem Druck stehend, die etwa zwanzig weiteren Fahrgäste nicht aufhalten zu wollen, beglich die Frau ihre Schuld und verlangte zwei Fahrkarten.
„Danke schön. Die Fahrkarten bitte bei sich tragen, bis sie den Bus verlassen haben.“
Busfahrer Mike – das stand auf dem standardisierten Namensettikett oberhalb seiner Hemdtasche – drückte eine der zuvor gekauften Karten in die Hand der Dame, an der anderen befestigte er ein Stück Klebeband und befestigte es, in einer eleganten Selbstverständlichkeit, an dem gewölbten Bauch der vor ihm Stehenden.
„Sind sie des Wahnsinns, was erlauben sie sich?“, reagierte die nun beschilderte Frau empört.
„Ich gebe das Billett seinem Besitzer. Ihr Kind wird wohl kaum die Hand ausstrecken, oder?“, erklärte sich Mike, sichtlich genervt, dass der Bus inzwischen schon mehrere Minuten still steht.
„Geht es endlich weiter? Auch mit 20 Kilo mehr unter ihrem Shirt könnten Sie sich ein wenig beeilen!“, schnaufte ein zugeschnürter Geschäftsmann in Richtung der Fahrerkabine.
Die Frau verweigerte jegliche Antwort, blickte eingeschüchtert zu Boden und machte sich auf den Weg zum einzig noch freien Platz, in der Mitte des Fahrzeugs. In diesem Moment hatten sich die Türen bereits geschlossen und Mike beschleunigte seinen 16-Räder, noch während die Frau im Gang stand. Überrascht von der unbarmherzigen Fliehkraft, verwandelten sich die zwei Lebewesen in ein Geschoss, dass etwa zwei Meter weit flog, bevor es vor einer alten Dame seitlich und unsanft zu Boden kam.
„Sehn Sie, geht ja schneller. Fehlte nur der Anreiz.“, murmelte der zuvor schon sensibel reagierende Banker zur Frau zu seiner Rechten. Mike fuhr geistesgegenwärtig weiter und warnte die anderen Passagiere über sein Mikrofon, dass sie beim Aussteigen doch bitte vorsichtig sein sollten – ein Gegenstand blockiere den Gang.
Soweit kam es nicht. Inmitten der Kreuzung löste sich, auf der gegenüberliegenden Baustelle, das stählerne Befestigungskabel eines Kranes. Dieses schwang, wie das Seil einer Angelrute, quer über die verdutzen Köpfe der Passanten. Danach teilte es zuerst alle Ampeln, Stoppschilder und Propagandatafeln entzwei, bevor es mit ohrenschädlichem Lärm den Bus erfasste und allem oberhalb der Rückenlehne das Schicksal des Sonnenkönigs bescherte.
Als der Rettungswagen wenig später eintraf, rannten die  Sanitäter sofort Richtung Unfallstelle und erspähten neben zwanzig Köpfen und zwanzig passenden Oberkörpern, die immer noch am Boden liegende Frau.
„Eine Trage schnell.“, brüllte einer der Retter zum andern.
„Die ist noch im Auto!“, antwortete der andere.
„Wo hast du nur deinen Kopf gelassen?“
„Kein Problem, ich hole sie sofort.“
Der Zurückgebliebene informierte die Zentrale inzwischen per Funkgerät über die eine Überlebende. Mit zitternden Händen griff die nur leicht verletzte Frau an ihren Bauch, zog sich die Fahrkarte vom Leib und drückte sie dem Sanitäter in die Hand.
„Korrigiere, zwei …“

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"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben - und den Mund halten." Oscar Wilde
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kskreativ
Geschlecht:weiblichMärchenerzähler

Alter: 54
Beiträge: 3421
Wohnort: Ezy sur Eure, France


BeitragVerfasst am: 04.09.2012 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ich klugscheiße mal: Der Sonnenkönig war Ludwig XIV. Der ist an Wundbrand gestorben. Geköpft (Guillotine) wurde Ludwig XVI.

LG, Karin


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C'est la vie. oder: Du würdest dich wundern, was man so alles überleben kann.
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RedFriend
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 28
Beiträge: 5
Wohnort: Solothurn


BeitragVerfasst am: 04.09.2012 19:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ups, danke für den Tipp, ist schon geändert smile
Verzichte aber erstmal die Geschichte deswegen nochmals zu posten Wink


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"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben - und den Mund halten." Oscar Wilde
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Nightflyer
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 37
Beiträge: 132



BeitragVerfasst am: 05.09.2012 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiss, dass alle geköpft wurden, ausser der unschuldigen schwangeren Frau ist deine Pointe. Aber dass ein Stahlsein horizontal schwingt und gleich allen sauber den Kopf "entfernt" halte ich doch für grob unwahrscheinlich, dazu müsste es schon (mutwillig) quer über die Fahrbahn gespannt worden sein.

Ich kann dir leider auch keinen Ablauf liefern der eine am Boden liegenden Frau als einzige in einem Bus verschont und zudem glaubwürdig ist.

Folgende Szenarien:

- Bei einem Crash stirbt nur der Busfahrer ( etwas weniger Pointe, aber er war auch als einiger wirklich fies )
- Die Frau ist so schockiert ob den Verhalten des Busfahrers dass sie wieder aussteigt und dann zusieht wie es den Bus komplett zerlegt
- Die Frau schafft es sich auf einem der Sitze festzuschnallen, im Gegensatz zu den andern Passagieren die nicht angeschnallt sind. Die Kollision mit einem entgegenkommenden Lastwagen tötet alle ausser der Frau


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KeTam
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Beiträge: 6750

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BeitragVerfasst am: 05.09.2012 15:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo RedFriend,

ich finde deinen Text lustig!
Das ist nicht sehr konstruktiv, aber an der Stelle, als der Busfahrer die Fahrgäste vor dem "Gegenstand" im Gang warnt, musste ich laut lachen.
Mir gefällt der absolut unverschämte Busfahrer sehr gut.
Das mit dem Seil, das alle Köpft, da dachte ich allerdings an einen Film den ich mal gesehen habe, mit einem Schiff. Da werden auch alle, außer einem kleinen Mädchen von einem Seil geköpft/halbiert... Cool

Lg,KeTam.


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*Anne Mehlhorn
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RedFriend
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 28
Beiträge: 5
Wohnort: Solothurn


BeitragVerfasst am: 05.09.2012 16:15    Titel: Die Busfahrt pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für eure Inputs. Habe die Geschichte nochmals überarbeitet und das Ende ein wenig weniger blutig gestaltet smile

Der letzte Gast


Die Busfahrt

„Zusammen 4.20, bitte.“, sagte der uniformierte Busfahrer zu der eben eingestiegenen Frau.
„Zusammen?“, erwiderte die schwangere Dame ein wenig verwundert.
„Natürlich, ein Erwachsener und wie jeder sehen kann … ein Kind. “, erörterte er der verwirrten Frau den Standpunkt seines Arbeitgebers.
„Das ist doch ein schlechter Witz. Ich meine … wollen Sie mich bestrafen, weil ich den Fortbestand unserer Gesellschaft sichere?“
„Nicht im Geringsten, wir mögen Kinder. Allerdings hätten sie sich das überlegen sollen, bevor sie in unser öffentliches Verkehrsmittel einsteigen.“
Widerwillig und unter dem Druck stehend, die etwa zwanzig weiteren Fahrgäste nicht aufhalten zu wollen, beglich die Frau ihre Schuld und verlangte zwei Fahrkarten.
„Danke schön. Die Fahrkarten bitte bei sich tragen, bis sie den Bus verlassen haben.“
Busfahrer Mike – das stand auf dem standardisierten Namensettikett oberhalb seiner Hemdtasche – drückte eine der zuvor gekauften Karten in die Hand der Dame, an der anderen befestigte er ein Stück Klebeband und befestigte es, in einer eleganten Selbstverständlichkeit, an dem gewölbten Bauch der vor ihm Stehenden.
„Sind sie des Wahnsinns, was erlauben sie sich?“, reagierte die nun beschilderte Frau empört.“
„Ich gebe das Billett seinem Besitzer. Ihr Kind wird wohl kaum die Hand ausstrecken, oder?“, erklärte sich Mike, sichtlich genervt, dass der Bus inzwischen schon mehrere Minuten still steht.
„Geht es endlich weiter? Auch mit 20 Kilo mehr unter ihrem Shirt könnten Sie sich ein wenig beeilen!“, schnaufte ein zugeschnürter Geschäftsmann in Richtung der Fahrerkabine.
Die Frau verweigerte jegliche Antwort, blickte eingeschüchtert zu Boden und machte sich auf den Weg zum einzig noch freien Platz, in der Mitte des Fahrzeugs. In diesem Moment hatten sich die Türen bereits geschlossen und Mike beschleunigte seinen 16-Räder, noch während die Frau im Gang stand. Überrascht von der unbarmherzigen Fliehkraft, verwandelten sich die zwei Lebewesen in ein Geschoss, dass etwa zwei Meter weit flog, bevor es vor einer alten Dame seitlich und unsanft zu Boden kam.
„Sehn Sie, geht ja schneller. Fehlte nur der Anreiz.“, murmelte der zuvor schon sensibel reagierende Banker zur Frau zu seiner Rechten. Mike fuhr geistesgegenwärtig weiter und warnte die anderen Passagiere über sein Mikrofon, dass sie beim Aussteigen doch bitte vorsichtig sein sollten – ein Gegenstand blockiere den Gang. An der nächsten Haltestelle erhoben sich, mit der zuvor erhaltenen Warnung im Hinterkopf, einige der Passagiere, umkurvten den regelrecht gestrandeten Wal und verliessen den Bus.
„Mein Knöchel, ich glaube mein Knöchel ist gebrochen!“, stöhnte die Verletzte.
„Auch das noch …“, grummelte Mike, stellte den Motor ab und griff hinter seinen Sitz. Er zückte ein Blatt Papier sowie einen Kugelschreiber. Anschliessend machte er sich auf den Weg zur Schwangeren und trat sie mit seinem linken Fuss in eine stabile Seitenlage, wie er es im Nothelferkurs gelernt hatte.
„Hier, bitte ausfüllen.“, wies er die Frau an.
„Haftungsausschlussformular?“
„Tja sie haben zwei Möglichkeiten. Füllen Sie das aus, dann geht es direkt ins Krankenhaus oder sie lassen es. In diesem Fall helfen mir die anderen Fahrgäste sicherlich, sie hier raus zu rollen, damit es endlich weiter gehen kann.“
Erwartungsgemäss weigerte sich die Frau das Papier zu unterzeichnen, was sie mit mehrmaligem Kopfschütteln deutlich signalisierte.
Auftritt Banker zum Dritten: „Natürlich bin ich Ihnen behilflich, mein Meeting beginnt in zehn Minuten. Ich links, sie rechts?“
„Sollte gehen.“
Einige peinliche Sekunden später lag Frau samt Kind auf dem Gehweg. Noch kurz ein Achtung-Schild vor ihnen platziert und der Bus fuhr weiter Richtung Endhalt. An diesem stieg auch der letzte Passagier aus und Mike hatte Feierabend. Gerade als er sein Gefährt im Depot abgestellt hatte, klingelte sein Handy.
„Mike, Mike, oh mein Gott, Mike. Du wirst es nicht glauben. Ich war gerade beim Arzt … Drillinge, hast du gehört? Drillinge!“


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cascail
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BeitragVerfasst am: 05.09.2012 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Geschieht ihm recht!

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RedFriend
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Alter: 28
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BeitragVerfasst am: 06.09.2012 16:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Gibt es zum Handwerklichen des Textes noch was zu sagen? Wink

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