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Die letzte Insel


 

 
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Kissa
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 647
Wohnort: Saxonia
Der silberne Spiegel - Lyrik Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 04.08.2012 23:36    Titel: Die letzte Insel eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat


    Der Fluss umarmt die Insel,
    Ein Vogel schreit.
    Mit dem Wind treibt das Schiffchen ans Ufer,
    Sie ist soweit.

    Ihre Tränen sind fort,
    Sie liefen den anderen nach.
    Und die Eule zerblickt ihre Träume
    Im Stillen - gemach.



_________________
"Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige."

Voltaire (1694 - 1778)
eigentlich François-Marie Arouet,
französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

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Gast







BeitragVerfasst am: 18.08.2012 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kissa,

das liest sich angenehm! Wenn ich auch nicht die geringste Ahnung habe, was inhaltlich vorgeht ...

S1,V3 scheint mir ein wenig zu lang? Ist nur so ein Gefühl, aber vielleicht könntest du auf den Wind verzichten (außer natürlich, er spielt inhaltlich eine nicht zu ersetzende Rolle).

Gruß,

Soleatus
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BlueNote
Geschlecht:männlichStimme der Vernunft


Beiträge: 7337
Wohnort: NBY



BeitragVerfasst am: 18.08.2012 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kissa,

das Gedicht kann alles mögliche thematisieren: Einsamkeit, Sterben, Trauer etc. Wenn der Leser einen kleinen (zusätzlichen) Anhaltspunkt hätte, worum es eigentlich geht, so wäre das nicht schlecht.

Ansonsten wären da schöne Formulierungen, mit denen man als Leser schon was anfangen könnte.

BN
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Aranka
Geschlecht:weiblichBücherwurm


Beiträge: 3366
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Lezepo 2017 Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 18.08.2012 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kissa,

mir gefällt die Stimmung des Gedichtes. Die Zeilen werden „umarmt“ von der ersten und letzten Zeile, die „ein Gemach/gemach“, eine tiefe, gedehnte, anhaltende Ruhe vermitteln. (der Fluss umarmt die Insel / Im Stillen – gemach) Das ist die Stimmung die bei mir ankommt. Auch wenn es dazwischen „schreit und treibt und fortläuft“, haben auch die mittleren Zeilen einen gemächlich dahin laufenden Rhythmus. Der Gesamtduktus ist ein: sie/es ist soweit. Es weht etwas Gelassenes durch die Zeilen, der einzige Aufrüttler ist das „zerblick“, schon vom Klang her, das „ck“ und im Zusammenklang mit den „I-lauten“ auch in der Folgezeile. Da muss ein gedehntes „gemach“ her und alles wieder auffangen. All das ist sehr gefühlvoll vom Klang und Rhythmus her gestaltet. Gefällt mir.

Inhaltlich empfinde ich das Gedicht als sehr offen. Es bleibt mir frei, in viele Richtungen zu denken. Aber da gibt es so Zeilen mit viel Gepäck wie diese:

„Ihre Tränen sind fort,
Sie liefen den anderen nach.“

Die erzählen mir Geschichten, oder besser, ich finde dazu die Momente.

Ein leiser Wunsch, nach einer etwas klarern Intention des Textes tauchte hin und wieder bei mir auf. Habe dann in den Titel geschaut, fand dort „die Insel“. umarmt vom Fluss. Und in den Zeilen dann all das, was dieses Inselleben birgt und das, was der Wind herantreibt, und all das, was davon treibt.
Vielleicht ist es so gewollt, dass der Leser schaut, was so auf seiner Insel antreibt, welcher Vogel dort schreit und welche Träume zerblickt wurden.

Gerne gelesen. Urlaubsgrüße von einer Nordseeinsel. Aranka


_________________
"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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Kissa
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 647
Wohnort: Saxonia
Der silberne Spiegel - Lyrik Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 22.08.2012 21:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber soleatus,
ich danke dir sehr für deinen Besuch!

Zu deinen Fragen.
Den Wind mag ich nicht weglassen, alldieweil er das Schiffchen an das andere Ufer treibt, ans Festland.
Hier geht es einfach um eine Auszeit, um einen Selbstmord, um den einfachen Wunsch nach dem Alleinsein; allein sein, um zu resignieren, Hoffnungen zu schöpfen, neue Träume zu suchen, für einen Neunanfang überhaupt oder sich auf das Ende vorzubereiten.
Wenn  es gänge, würde ich den Titel in "Die letzte Insel" umschreiben.

So ist das eben mit der Verdichtung, man muss schauen, dass man nicht zu viel verschluckt und dann vom Leser verlangt, dass er trotzdem noch versteht.

Ich danke vielmals, soleatus, dass ich mich nun erklären konnte!

Alles Liebe
Kissa


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Kissa
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 647
Wohnort: Saxonia
Der silberne Spiegel - Lyrik Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 22.08.2012 21:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

BlueNote hat Folgendes geschrieben:
Hallo Kissa,

das Gedicht kann alles mögliche thematisieren: Einsamkeit, Sterben, Trauer etc. Wenn der Leser einen kleinen (zusätzlichen) Anhaltspunkt hätte, worum es eigentlich geht, so wäre das nicht schlecht.

Ansonsten wären da schöne Formulierungen, mit denen man als Leser schon was anfangen könnte.

BN


Lieber BlueNote,
auch dir danke ich herzlich für dein Lesen und möchte dich zugleich auf meinen Kommi für soleatus aufmerksam machen.

Wie gesagt, wenn ich könnte, würde ich den Titel ändern und so wäre dann schon ein kleiner Ansatzpunkt vorhanden, denke ich.

Ich freue mich sehr, dass dir Formulierungen gefielen.

Liebe Grüße
Kissa


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Kissa
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 647
Wohnort: Saxonia
Der silberne Spiegel - Lyrik Silberne Neonzeit


BeitragVerfasst am: 22.08.2012 22:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Aranka hat Folgendes geschrieben:
Hallo Kissa,
mir gefällt die Stimmung des Gedichtes. Die Zeilen werden „umarmt“ von der ersten und letzten Zeile, die „ein Gemach/gemach“, eine tiefe, gedehnte, anhaltende Ruhe vermitteln. (der Fluss umarmt die Insel / Im Stillen – gemach) Das ist die Stimmung die bei mir ankommt. Auch wenn es dazwischen „schreit und treibt und fortläuft“, haben auch die mittleren Zeilen einen gemächlich dahin laufenden Rhythmus. Der Gesamtduktus ist ein: sie/es ist soweit. Es weht etwas Gelassenes durch die Zeilen, der einzige Aufrüttler ist das „zerblick“, schon vom Klang her, das „ck“ und im Zusammenklang mit den „I-lauten“ auch in der Folgezeile. Da muss ein gedehntes „gemach“ her und alles wieder auffangen. All das ist sehr gefühlvoll vom Klang und Rhythmus her gestaltet. Gefällt mir.

Inhaltlich empfinde ich das Gedicht als sehr offen. Es bleibt mir frei, in viele Richtungen zu denken. Aber da gibt es so Zeilen mit viel Gepäck wie diese:

„Ihre Tränen sind fort,
Sie liefen den anderen nach.“

Die erzählen mir Geschichten, oder besser, ich finde dazu die Momente.

Ein leiser Wunsch, nach einer etwas klarern Intention des Textes tauchte hin und wieder bei mir auf. Habe dann in den Titel geschaut, fand dort „die Insel“. umarmt vom Fluss. Und in den Zeilen dann all das, was dieses Inselleben birgt und das, was der Wind herantreibt, und all das, was davon treibt.
Vielleicht ist es so gewollt, dass der Leser schaut, was so auf seiner Insel antreibt, welcher Vogel dort schreit und welche Träume zerblickt wurden.

Gerne gelesen. Urlaubsgrüße von einer Nordseeinsel. Aranka


Ja, liebe Aranka,
 da hast du gut gelesen und geschaut. Du hast es seziert und wieder zusammengesetzt und dadurch verständlicher gemacht,
was selbst mich zu einigen neuen Erkenntnissen gebracht hat.

Ich danke dir sehr für die eingehende Betrachtung und wünsche dir noch einen wunderbaren Urlaub,
in der Hoffnung, dass es sich auch noch so verhält damit ...

Alles Liebe
Kissa


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anuphti
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Beiträge: 3711
Wohnort: Isarstrand
DSFo-Sponsor Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 22.08.2012 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Kissa hat Folgendes geschrieben:


Wie gesagt, wenn ich könnte, würde ich den Titel ändern und so wäre dann schon ein kleiner Ansatzpunkt vorhanden, denke ich.

Ich freue mich sehr, dass dir Formulierungen gefielen.

Liebe Grüße
Kissa


Hallo Kissa,

wenn Du den Titel ändern möchtest reicht eine kurze pn an einen Moderator aus, die machen das gerne für Dich!

LG
Nuff


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Kissa
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Beiträge: 647
Wohnort: Saxonia
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BeitragVerfasst am: 22.08.2012 23:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Oh, vielen Dank!

Und - gute Nacht, Nuff ....!


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gold
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Beiträge: 6600
Wohnort: Persepolis
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BeitragVerfasst am: 23.08.2012 09:40    Titel: Re: Die letzte Insel Antworten mit Zitat

Kissa hat Folgendes geschrieben:

    Der Fluss umarmt die Insel,
    Ein Vogel schreit.
    Mit dem Wind treibt das Schiffchen ans Ufer,
    Sie ist soweit.

    Ihre Tränen sind fort,
    Sie liefen den anderen nach.
    Und die Eule zerblickt ihre Träume
    Im Stillen - gemach.


Guten Morgen, Kissa,

erstaunlich, wieviel Inhalt und Tiefe in so wenigen Zeilen liegt!
Der Inselumarmende Fluss, der Vogel und das Schiff, das sind schöne Bilder, ebenso die Eule.

Das einzige, worüber ich gestolpert bin, ist das Wort "Schiffchen". Ich hätte "Schiff" geschrieben.
 (Ich hab´s nicht so mit dem Diminutiv.)

Liebe Grüße
Gold[/spoiler]


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die zetern
in wogenden Zedern

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Kissa
Geschlecht:weiblichKlammeraffe


Beiträge: 647
Wohnort: Saxonia
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BeitragVerfasst am: 23.08.2012 22:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Oh, liebe Gold,
das freut mich sehr, dass es dir gefällt!

Ich möchte das Schiffchen beibehalten, da es erstens der Metrik geschuldet ist, gebe ich zu,
und zweitens ist ein Schiffchen ein Boot, das war mein Ansinnen. Boot hätte dann aber auch nicht gepasst, des Klanges wegen.

Wie du siehst, ich musste mich an meine eigenen Vorgaben halten und halt dann auch Eingeständnisse machen.
Finde es aber nicht schlimm, ... natürlich! wink

Vielen Dank noch einmal für deinen Besuch und das Lob!

Liebe Grüße
Kissa


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