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Hundstage oder: Über die Effektivität der Pommes


 

 
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hobbes
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Beiträge: 3672

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 22.08.2012 08:58    Titel: Hundstage oder: Über die Effektivität der Pommes eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Für eine Meldung war es dann doch zu lang ...

Hundstage oder: Über die Effektivität der Pommes

Sommer – der heißeste Tag des Jahres (vielleicht, vermutlich, hoffentlich). Der Parkplatz am Badesee: Voll. Der Strand am Badesee: Voll. Der Badesee selbst: Voll. Die Schlange vor dem Kiosk: Lang. Sehr lang.
Und wir haben den Proviant zu Hause gelassen – „Wir können uns ja eine Portion Pommes kaufen“.
Aber erst einmal ins Wasser.
Später dann: „Los, wir stellen uns einfach mal an.“
Eine Viertelstunde später stehen wir immer noch, gefühlt sind wir gar nicht vom Fleck gekommen, tatsächlich – na ja, zwei Meter vielleicht. Von fünfzehn.
Als wir entdecken, dass an dieser Schlange nur bestellt wird (außer man will Eis oder Getränke) und wir uns danach noch an einer zweiten Schlange zum Essenabholen anstellen müssten, geben wir auf.
Warum dauert das so lange?

Heute habe ich es herausgefunden. Heute war es nicht ganz so heiß, es war Dienstag anstatt Sonntag und es waren nur sieben Leute vor mir in der Schlange (der Bestellschlange).
Vielleicht ist die so lang, weil sich immer mal wieder Leute dazwischenschieben, die schnell ihre Pfandflasche abgeben wollen. Oder weil die Kaffeemaschine für einen Cappuccino eine Minute braucht, für einen Latte Macchiato noch länger, vor allem, wenn die Milch alle ist, denn da ist tatsächlich nur eine Person hinter der Theke. Eine für alles: Kaffee machen (wer trinkt bei der Hitze Kaffee?), Milch auffüllen, zusammenrechnen, kassieren, Flaschen wegräumen, ...

Irgendwann habe ich einen Zettel in der Hand (von Hand geschrieben - „1 x Pommes“) und stehe an der Abholschlange. Nur noch fünf Leute vor mir. Genug Zeit also, um dem Pommesmann, der nicht nur für Pommes, sondern auch für Currywürste und Frikadellen zuständig ist, bei der Arbeit zuzusehen. Vielleicht liegt es an den jungen Mädchen vor mir – der Pommesmann (na ja, eher ein Pommesjunge) gefällt sich darin, cool zu sein. Cool sein ist - in seinem Fall - nicht eben effektiv.
Effektiv wäre zum Beispiel: Fertige Pommes raus aus der Fritteuse, unfertige Pommes rein in die Fritteuse. Dann erst fertige Pommes salzen und in Schälchen verteilen. Noch effektiver wäre es, die hartnäckig zusammenklebenden Schälchen vorher (also während die unfertigen Pommes in der Fritteuse brutzeln und gerade eh nichts zu tun ist, außer Mädchen zu beeindrucken) auseinanderzudröseln. Noch viel effektiver wäre es, vorher (also während die unfertigen Pommes …) nachzufragen, ob die Leute Ketchup wollen (gibt es welche, die keinen wollen?) und schon mal die kleinen Beutelchen zu verteilen. Eine Flasche zum selber portionieren wäre wohl noch effektiver, auf jeden Fall weniger Abfall und vor allem würde der Ketchup reichen (wer kommt schon mit einem Beutel Ketchup aus).
Die Krönung des Ganzen sind aber die fertig aufgefüllten Pommesschälchen, die der Pommesjunge auf der Eistruhe abstellt – verfolgt von den hungrigen, begehrlichen (und  verständnislosen) Blicken der Schlangesteher. Drei Schälchen füllt er und stellt sie dort ab. Erst dann trägt er die Schälchen einzeln zu den jungen Mädchen (genau – ebenfalls drei an der Zahl).
Dann freue ich mich, denn jetzt bin ich an der Reihe – aber Pustekuchen, die fertigen Pommes sind gerade alle und – oh Wunder – es gibt noch keinen Nachschub. Der Pommesjunge hat alle Zeit der Welt, um die Fritteuse wieder aufzufüllen.
Und das Schauspiel beginnt von vorn. Nur die Mädchen sind weg.

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adelbo
Geschlecht:weiblichReißwolf


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 22.08.2012 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hobbes,

keine schlechte Idee mal zu erzählen, wie es sich an einem heißen Sommertag so an fühlt, an einem Badesee, im Gewühle, in den Schlangen vor dem Imbiss usw.

Aber so richtig gefällt mir die Umsetzung nicht. Für meinen Geschmack fehlt ein wenig der Schwung. Den Schreibstil mag ich eigentlich gerne, aber in deinem Text, klingt es irgendwie holprig, abgehackt, so ein wenig bewusst auf cool getrimmt.


Zitat:
Sommer – der heißeste Tag des Jahres (vielleicht, vermutlich, hoffentlich).


Hier habe ich gestutzt, was soll das bedeuten, Sommer - der heißeste Tag.

Dann die Überlegungen, warum die Schlange so lang ist, die Erklärungen, das ist für mich eher langweilig. Interessant fände ich etwas über die Leute in der Schlange.

Zitat:
Vielleicht liegt es an den jungen Mädchen vor mir – der Pommesmann (na ja, eher ein Pommesjunge) gefällt sich darin, cool zu sein. Cool sein ist - in seinem Fall - nicht eben effektiv
.

Den Satz finde ich z.B. auch nicht sehr gelungen. Klingt irgendwie verdreht und den Sinn, dass sein cool sein, seine Schnelligkeit beeinflusst, muss man erst mal verstehen.

Zitat:
Irgendwann habe ich einen Zettel in der Hand (von Hand geschrieben - „1 x Pommes“


Huch, habe ich gedacht, wo kommt denn jetzt der Zettel her, muss sie sich für 1 x Pommes einen Zettel schreiben, bis ich darauf gekommen bin, dass er von dem Pommesjungen sein müsste.

Also alles in allem gefällt mir die kleine Geschichte nicht so richtig. Ist wohl auch Geschmacksache, für mich könnte sie etwas peppiger und nicht so langatmig sein.

LG
adelbo


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„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

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Papagena
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Beiträge: 840
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Ei 8


BeitragVerfasst am: 22.08.2012 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hobbes! smile

Mir gefällt das. Ich mag deinen Schreibstil sehr.

Das ist jetzt natürlich nah an der Realität. Vielleicht zu nah, um wirklich umzuhauen ...? Ich könnte mir vorstellen Übertreibung stände der Chose gut zu Gesicht.
Und/oder mehr winzige Details, die man sonst nie bemerken würde, wenn man nicht gerade unendlich viel Zeit hat, über alles Mögliche nachzudenken. Oder vielleicht ist Zeit, sich ne Geschichte zwischen Pommesjungen und den Mädchen zu spinnen. Oder vielleicht überlegt man sich, wo man einen Stift hernehmen könnte, um die „1 x Pommes“ in „10 x Pommes“ umzuwandeln, damit sich die dämliche Warterei auch lohnt. Verkaufen an die hungrige Meute gegen das vierfache Entgelt …...
Oh, deine Geschichte ist sehr beflügelnd, aber vielleicht kenn ich die Situation auch einfach zu gut lol
Ähm, aber das wollte ich gar nicht. Alternativtexte vorschlagen, pfui! Embarassed  
Was ich sagen wollte, so was à la Auseinanderfriemeln der Schälchen find ich toll. Vielleicht mehr davon. Ohne langatmig zu werden. Deswegen vielleicht Übertreibung als Mittel der Wahl.

Für den Fall, dass du die Geschichte überarbeiten willst: meinen Segen hast du (weil ich die dann noch mal lesen wollen würde) smile Wenn nicht, dann hab ich's so gern gelesen. Stil und Idee erfüllen ihr Soll, sprich ich fühlte mich unterhalten smile

Gruß
Papagena smile


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BeitragVerfasst am: 22.08.2012 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

also - genommen als das, was m.E. nach ist, nämlich eine zu lange Meldung, eine kleine Momentaufnahme, gebloggt, nah am ich und nah an Re = also ich finde das witzig und ich lese das auch gern und ich mag an sowas gar nicht groß rumfummeln.

Weil das ist 'les und weg' und *Höh* und fertig.

(Verstanden habe ich auch alles und sofort, aber ich versteh auch mein eigenes Geschwurmel. Meistens.)

Sollte man daraus einen Text machen, einen literarisch-satirisch-wertvollen, ja na dann ist so'n Sack voll Zeug drin.
Ich-Sprech = erzählt, was ich so zieht = schwierig, derweil immer nochmal ein Ich zwischen Geschehen und Leser. Und gerade wenn es eben so Abfolgen von Handlungen sind, dann manchmal andere Pers. unmittelbarer und besser.

Aufbau, Gewichtung der einzelnen Teile + natürlich ein dickes Ende (das hier halt fehlt).

Letzteres habe ich mir einfach gedacht: Schlagzeile in der BZ: Pommesfachangestellter des Freibades von Frau (32) im Tigerbikini angefallen. Das Opfer ist fassungslos: 'I heb doch nur gfragt, ob sie mal kurz warte kann, bisch i dem Meidle, das hinner ihr stand, sei Eis ghold hab. Die zwei Minnudde ...'
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hobbes
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Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
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BeitragVerfasst am: 23.08.2012 09:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo adelbo,

adelbo hat Folgendes geschrieben:
... so ein wenig bewusst auf cool getrimmt.

Bestimmt der schlechte Einfluss beim Schlange stehen smile

adelbo hat Folgendes geschrieben:
Hier habe ich gestutzt, was soll das bedeuten, Sommer - der heißeste Tag.

Na ja, das soll bedeuten, Sommer, heißester Tag des Jahres. Versteh gerade nicht, was Du daran nicht verstehst.

Wir scheinen uns (in diesem Text) wohl generell nicht zu verstehen. Vielleicht beim nächsten Mal wieder ...


Hallo papagena,

Papagena hat Folgendes geschrieben:
„1 x Pommes“ in „10 x Pommes“

  lol Super Idee! Merke: Beim nächsten Badeseebesuch diverse Stifte in die Tasche packen.
Umhauen wollte ich jetzt niemanden mit der Geschichte, ein bisschen unterhalten, vielleicht ein bisschen schmunzeln - scheint ja bei Dir geklappt zu haben, das freut mich.



Hallo Meisterin der Dialekte smile,
(na ja, ein bisschen üben müsstest Du schon noch - ich könnte Dir den Kraichgauer Wortschatz empfehlen, ISBN 3-921214-18-1.  Razz )

debruma hat Folgendes geschrieben:
also - genommen als das, was m.E. nach ist, nämlich eine zu lange Meldung, eine kleine Momentaufnahme, gebloggt, nah am ich und nah an Re

Genau. Das sollte es sein. Wenn es überhaupt mehr werden sollte, dann eigentlich gar nicht so sehr Richtung Satire, sondern eher Richtung Kolumne, aber dazu fehlt schon noch einiges, ein vom kleinen zum großen, ein sich selber nicht so ernst nehmen und was weiß ich noch alles.

Ach ja, 32?  Cool
Die Frau, die sich da schamlos an mir vorbeidrängeln wollte - die hätte sich vielleicht eher für ein dickes Ende geeignet ...
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JT
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BeitragVerfasst am: 23.08.2012 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hobbes,

mich hast du ebenfalls zum Schmunzeln gebracht. Und es ist wieder mal ein typisches Beispiel dafür, wie es leider überall ägerlicherweise häufig abläuft.


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LG JT
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BeitragVerfasst am: 23.08.2012 09:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hallo Meisterin der Dialekte smile,
(na ja, ein bisschen üben müsstest Du schon noch


 Schmoll

so übel ist mein allemannisch gar nicht - wenn ich's babbln darf, schreiben kann ich halt nicht so sad (Ja, ich weiß, dass das blöd ist, wenn man kein Sprachtalent hat, aber unbedingt Autor spielen will. *snüff*)
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 23.08.2012 10:16    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo JT,

prima, das freut mich.
Meistens ärgert mich sowas übrigens gar nicht. Nur wenn ich hungrig bin. Und unter meinen bloßen Füßen der Asphalt brennt.
Außerdem ist das nicht überall so - das habe ich vor zwei Wochen selbst bewiesen. Da stand ich nämlich an der Fritteuse (also nicht an der, an einer anderen). Ach, was war ich effektiv  lol
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hobbes
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BeitragVerfasst am: 23.08.2012 10:17    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

debruma hat Folgendes geschrieben:
allemannisch

Ach so. Dann nehme ich alles zurück. Mit allemannisch kenne ich mich nicht besonders gut aus smile
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