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Königskinder


 
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 22.07.2012 15:01    Titel: Königskinder eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich stelle den Text in zwei Teilen ein.  

Lana eilt die ersten Stufen der Treppe hinauf, die zu den Bahnsteigen führt, geht langsamer. Der Zug hat ein paar Minuten Verspätung, klingt es gleichförmig durch den Lautsprecher.
„Können sie nicht aufpassen?“, sagt jemand harsch. Sie schreckt zusammen, stolpert, greift nach dem Metalllauf des Geländers, schaut in blaue, metallisch blitzende Augen. Das Blut steigt ihr vom Hals dunkel in den Kopf, ihre Augen werden zu Schlitzen, die braune Iris ist kaum noch zu sehen.
„Sind sie verrückt? Mich so zu erschrecken!“, faucht sie, sieht empört zu dem rothaarigen, schlaksigen Mann empor.
Dessen Züge entspannen sich sichtlich, er sieht Lana bewundernd in die Augen, verzieht den Mund zu einem Grinsen.
„Wer so schön ist, darf auch mal böse werden. Ich möchte sie malen“, sagt er, streckt ihr die rechte Hand entgegen. Lanas Augen weiten sich, funkeln wie Bernstein. Sie streicht die blonden Haare zurück, nimmt die Hand, lässt sich die letzten beiden Stufen nach oben ziehen.
„Sie malen?“, sagt sie, während er sie auf eine Bank dirigiert.
Ein paar Minuten später unterbricht Lana abrupt die angeregte Unterhaltung, schaut sich erschrocken um. Ein Zug ist eingefahren und einige Fahrgäste streben auf die Treppe zu.
„Ich muss los. Mein Freund, dort geht er.“ Sie zeigt in Richtung der Leute.
Claudius steht auf, greift in seine Hosentasche, zieht eine zerknitterte Karte hervor. „Hier ist meine Telefonnummer“, sagt er, sieht ihr eindringlich in die Augen. „Versprich mir, ruf mich an.“
Lana nimmt die Karte, nickt, gibt sich einen Ruck und eilt ihrem Freund hinterher.
*
Claudius tritt ungeduldig von einem Bein auf das andere, schaut immer wieder auf die Uhr. Seit einer halben Stunde steht er am Nebenausgang des Stadions. Ein Pförtner hat ihm gesagt, dass die Leute von der Presse nur diesen Ausgang benutzen. Und er hat Recht, auch Lana, sie kommt eilig auf ihn zu. Als sie auf seiner Höhe ist, tritt er einen Schritt vor. Erschreckt sieht sie ihn an, ihre Augen weiten sich, beginnen zu strahlen. „Claudius, was machst du hier? Woher weißt du, dass ich hier bin?“
Sie lässt sich bereitwillig umarmen, erwidert das Küsschen rechts und links.
„Es war nicht schwer, dich zu finden, und kommt der Prophet nicht zu dem Berg“, lacht Claudius, ergreift ihren Arm. „Wohin gehen wir?“
Eine Stunde später sitzen sie im Pavillon an der Außenalster, haben keinen Blick für den Jungfernsteg, für die Ausflugsschiffe, ignorieren die Klingeltöne ihrer Handys, sie sehen, hören nur sich. Zweimal werden sie gestört, von Leuten, die Lana erkannt haben, sie unbedingt begrüßen, eine Autogrammkarte wollen. Claudius sieht beide Male aus, als würde er die Störenfriede in der nächsten Sekunde unwirsch in die Alster stoßen.
Gegen ein Uhr in der Nacht, gehen sie Hand in Hand den nächtlichen Jungfernsteg entlang.
*
Der Himmel am Horizont ist blutrot, die untergehende Sonne zieht einen goldenen Lichtstreif über die dunklen Wellen des Meeres bis hin zum Strand. Lana und Claudius sitzen im Sand, Hand in Hand, sehen sich in die Augen.
„Ich werde dich als Silhouette vor der untergehenden Sonne malen“, sagt Claudius. „Das wird ein wunderbares Bild.“
„Du hast mich so oft gemalt in den letzten Wochen“, sagt Lana, sieht ihn lächelnd an.
„Nicht oft genug “, sagt Claudius mit kehliger Stimme, hebt den Kopf, schaut sich um. Er drückt Lana sanft mit dem Rücken auf die Erde, beugt sich über sie, küsst sie verlangend. Sie öffnet die Knöpfe seines Hemdes, zieht ihr Shirt über den Kopf, sie schmiegen sich aneinander. Ohne Hast entledigen sie sich gegenseitig ihrer restlichen Kleidung, lieben sich, bemerken den einsamen Spaziergänger nicht, der diskret seinen Weg zurückgeht.
„Wann ziehst du zu mir?“, flüstert Claudius Lana ins Ohr. Sie liegen ausgestreckt im Sand.
„Willst du das wirklich?“, Lana sieht Claudius in die Augen. „Dir gefällt mein unruhiges Leben nicht, ich bin viel unterwegs.“
„Wenn sich meine Bilder weiter so herumsprechen“, sagt Claudius, „könntest du deine Berichterstattungen einschränken.“
„Meine Arbeit gefällt mir“, sagt Lana, greift in den Sand, lässt ihn über Claudius Brust rieseln.
„Ich weiß“, sagt Claudius, wischt den Sand weg, richtet sich auf. „Deine Arbeit steht an erster Stelle.“ Er blickt starr auf das Meer.
„Meine Arbeit ist mir so wichtig, wie dir deine.“ Lana legt ihm sanft die Hand auf die Schulter. „Ich erinnere mich, dass du ohne die Malerei nicht leben möchtest.“
„Nicht ohne die Malerei und nicht ohne die Frau, die ich begehre, liebe. Ich möchte sie nicht teilen, nenne mich altmodisch.“
„Und ich wünsche mir meine Arbeit und den Mann, den ich liebe.“
Unwillig streift Claudius die Hand von seiner Schulter, steht auf, zieht sich an.
„Und eine Nanny für die Kinder, damit Madame weiter Karriere machen kann. Nein, das funktioniert mit mir nicht“, sagt er, geht, ohne Lana noch eines Blickes zu würdigen, energisch davon.
Sie sieht ihm einen Moment hinterher, schlingt die Arme um die Beine, legt den Kopf auf die Knie

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MSchneider
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BeitragVerfasst am: 22.07.2012 16:01    Titel: Re: Königskinder Antworten mit Zitat

Da mein ausführlicher Beitrag von gerade eben leider verschwunden ist, hier die kurze Version.

Die Geschichte gefällt mir nicht.

Deine Geschichte weist eine sehr monotone sprachliche Struktur auf ...

Zitat:
Lana eilt die ersten Stufen der Treppe hinauf, die zu den Bahnsteigen führt, geht langsamer.

Zitat:

Das Blut steigt ihr vom Hals dunkel in den Kopf, ihre Augen werden zu Schlitzen, die braune Iris ist kaum noch zu sehen.


Zitat:
Dessen Züge entspannen sich sichtlich, er sieht Lana bewundernd in die Augen, verzieht den Mund zu einem Grinsen.


... die Beschreibung des Aussehens der beiden Figuren hätte es auch nicht gebraucht und du setzt Informationen voraus, die der Leser nicht wissen kann. Zum Beispiel heißt die Person, die als Maler vorgestellt wurde, plötzlich Claudius und dieser Absatz hier ...

Zitat:
Claudius tritt ungeduldig von einem Bein auf das andere, schaut immer wieder auf die Uhr. Seit einer halben Stunde steht er am Nebenausgang des Stadions. Ein Pförtner hat ihm gesagt, dass die Leute von der Presse nur diesen Ausgang benutzen.


... wirft sofort die Frage auf, wieso, weshalb und warum. Da spielt es auch keine Rolle, dass du im nächsten Satz einfädelst, dass Lana bei der Presse arbeitet. Es ist einfach ungeschickt aufgebaut.

Viel weiter war ich in der anderen Kritik auch nicht, also sag' ich an dieser Stelle nur mal, dass da noch ordentlich gehobelt und gefeilt werden muss.

Gruß,

MSchneider
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Mr. Curiosity
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BeitragVerfasst am: 22.07.2012 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ich habe den Anfang gelesen und dann abgebrochen. Mir scheint, der Text sollte in die Werkstatt verschoben werden.

Zitat:
Lana eilt die ersten Stufen der Treppe hinauf, die zu den Bahnsteigen führt, geht langsamer.


Sehr bizarre und umständliche Satzkonstruktion.

Zitat:
Der Zug hat ein paar Minuten Verspätung, klingt es gleichförmig durch den Lautsprecher.


Wörtliche Rede in Anführungszeichen. So wird übrigens nie die Verspätung eines Zuges verkündet.

Zitat:
Sie schreckt zusammen, stolpert, greift nach dem Metalllauf des Geländers, schaut in blaue, metallisch blitzende Augen.


Ich glaube, ein Problem ist, dass du zu viele Handlungen in einen Satz packen willst und sie sich daher schief lesen. Ist auch bei deinem ersten Satz so.

Zitat:
Das Blut steigt ihr vom Hals dunkel in den Kopf, ihre Augen werden zu Schlitzen, die braune Iris ist kaum noch zu sehen.


Hier wechselst du von interner in die externe Perspektive. Außerdem klischeehafte Gefühlsbeschreibung. Wieso "dunkel"?

Zitat:
Dessen Züge entspannen sich sichtlich, er sieht Lana bewundernd in die Augen, verzieht den Mund zu einem Grinsen.


Hieraus solltest du wieder zwei Sätze machen.

Zitat:
Lanas Augen weiten sich, funkeln wie Bernstein. Sie streicht die blonden Haare zurück


Wieder externe Sichtweise. Die Darstellung des Aussehens ist dadurch nicht etwa elegant bewerkstelligst, sondern es ist schlichweg ein handwerklicher Fehler.

Ihr Haltungswechsel gegenüber dem Maler ist einfach nicht nachvollziehbar.
____

Nimm es mir nicht krumm. Es liest sich so, als wärst du noch sehr jung und am Anfang deines Schreibens. Diese Probleme lösen sich im Laufe der Zeit von selbst.

LG David
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adelbo
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BeitragVerfasst am: 22.07.2012 16:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, ich habe die Moderation gebeten, den Text in die Werkstatt zu verschieben.
Melde mich morgen ausführlich.
Es ist ein Versuch, einen neutralen Erzähler eine Liebes-/Lebensgeschichte erzählen zu lassen.   Embarassed

LG Inko
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Mr. Curiosity
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BeitragVerfasst am: 22.07.2012 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Sieht denn jemand, wie einem anderen das Blut in den Kopf steigt? ^^

Ansonsten fällt mir auch gerade erst auf, dass es tatsächlich nie eine direkte Innensicht gibt und das wohl bewusst so gewählt wurde. Leider gefällt es mir trotzdem nicht besonders.
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adelbo
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Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 22.07.2012 16:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Sieht denn jemand, wie einem anderen das Blut in den Kopf steigt?


 Smile

Bei manchen Menschen kann man sogar sehen, wie das Blut langsam vom Hals bis in die Stirn steigt.

edit: (den eigenen roten, dunkler werdenden Kopf, sieht man in der Regel nur im Spiegel)
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MSchneider
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BeitragVerfasst am: 22.07.2012 22:58    Titel: Re: Königskinder Antworten mit Zitat

So, der Frust über meinen verschwundenen Beitrag hat sich gelegt, daher will ich dir das Ganze noch einmal in ausführlicher Form darlegen.

Inkognito hat Folgendes geschrieben:
Der Zug hat ein paar Minuten Verspätung, klingt es gleichförmig durch den Lautsprecher.


Zum einen fehlen die Anführungszeichen, die verdeutlichen, dass hier tatsächlich eine Ansage durchgegeben wurde und zum anderen - und das solltest du wissen, wenn du dich schon einmal an einem Bahnhof aufgehalten hast - werden die Ansagen nicht in dieser Form durch die Lautsprecher gemacht. Normalerweise wird doch seine Linie angesagt, zu welchem Zeitpunkt der Zug ursprünglich fahren sollte, auf welchem Gleis dieser abfährt oder etwas in dieser Richtung. Nicht, dass ich glauben würde, dies sei für den Inhalt deiner Kurzgeschichte relevant, aber es trägt zu ihrer Authenzität bei.

Zitat:
„Können sie nicht aufpassen?“, sagt jemand harsch. Sie schreckt zusammen, stolpert, greift nach dem Metalllauf des Geländers, schaut in blaue, metallisch blitzende Augen. Das Blut steigt ihr vom Hals dunkel in den Kopf, ihre Augen werden zu Schlitzen, die braune Iris ist kaum noch zu sehen.
„Sind sie verrückt? Mich so zu erschrecken!“, faucht sie, sieht empört zu dem rothaarigen, schlaksigen Mann empor.
Dessen Züge entspannen sich sichtlich, er sieht Lana bewundernd in die Augen, verzieht den Mund zu einem Grinsen.
„Wer so schön ist, darf auch mal böse werden. Ich möchte sie malen“, sagt er, streckt ihr die rechte Hand entgegen. Lanas Augen weiten sich, funkeln wie Bernstein. Sie streicht die blonden Haare zurück, nimmt die Hand, lässt sich die letzten beiden Stufen nach oben ziehen.


Ich habe das Gefühl, dass deine Geschichte einige Phasen mehr oder minder willentlich überspringt. Die Interaktion zwischen den beiden Figuren erscheint mir nicht glaubwürdig zu sein. Im ersten Moment sagt Claudius etwas in einem harschen Ton, nur um zwei Sekunden später mit der Gelassenheit eines Buddha mit der guten Lana zu flirten und sie darum zu bitten, sie malen zu dürfen. So verläuft keine normale Konversation.

Dann solltest du dir ernsthafte Gedanken über die sprachliche Struktur in deinem Text machen. Die Stellen, die ich dir in diesem Absatz blau markiert habe - und die nicht nur in diesem zu finden sind, sondern im Prinzip in der gesamten Geschichte - wirken wie eine Aufzählung von Begebenheiten. Das Resultat ist eine unheimliche sprachliche Monotonie. Zusätzlich erschließt sich mir nicht, aus welchem Grund du das Aussehen der beiden Figuren auswälzt. Obwohl das eine Kurzgeschichte ist und ich daher in den meisten Fällen behaupten würde, dass das Aussehen der Figuren eine untergeordnete Rolle spielt und daher geflissentlich ignoriert werden kann, beschäftigt sich deine Geschichte auch mit dem Malen. Sollte Claudius Lana also noch malen - ich weiß es nicht, da mir der zweite Teil noch unbekannt ist - dann könntest du zum Beispiel anführen, wie Lana aussieht und dies in den Prozess der Malerei einfädeln.

Zitat:
Ein Zug ist eingefahren und einige Fahrgäste streben auf die Treppe zu.


Wieso ein Zug? Ist es nicht eher der Zug, der eine bestimmte Rolle spielt? Und du solltest die Menschen auch nicht streben lassen. Man strebt nach Zielen, nach Höherem oder dergleichen, aber nicht auf Treppen des Zuges zu.

Zitat:
Claudius steht auf, greift in seine Hosentasche, zieht eine zerknitterte Karte hervor.


An dieser Stelle wird aus der Figur, die uns als Maler vorgestellt wurde, plötzlich Claudius - das geht natürlich nicht. Da ist man für einen Moment verwirrt - ein Fehler, der hinnehmbar, aber auch absolut vermeidbar ist.

Zitat:
Claudius tritt ungeduldig von einem Bein auf das andere, schaut immer wieder auf die Uhr. Seit einer halben Stunde steht er am Nebenausgang des Stadions. Ein Pförtner hat ihm gesagt, dass die Leute von der Presse nur diesen Ausgang benutzen.


Und hier ist es ähnlich. Während ich den Absatz gelesen habe, habe ich mich gefragt, was denn diese Szene nun soll. Da spielt es auch keine Rolle, dass du einen Satz später verdeutlichst, dass Lana bei der Presse arbeitet. Das ist einfach ungeschickt aufgebaut.

Du setzt in beiden Fällen voraus, dass der Leser etwas weiß, das er nicht wissen kann:

1. Der Maler heißt Claudius
2. Lana arbeitet bei der Presse

Da der Leser dies aber eben nicht weiß und sich damit eine Lücke auftut, gerät er ins Stocken, da er erst einmal für einen kurzen Moment nachdenken muss. Der Lesefluss stockt.

Zitat:
Als sie auf seiner Höhe ist, tritt er einen Schritt vor.


Was ist denn hier mit auf seiner Höhe gemeint?

Zitat:
Woher weißt du, dass ich hier bin?“


Die grammatikalische Zeit ist hier nicht korrekt. Die Antwort auf diese Frage müsste lauten, dass er sie direkt vor sich sieht - daher weiß er, dass sie hier ist. Besser wäre: Woher wusstest du, dass ich hier bin? Das ergänzt dann die Information, dass er es vom Pförtner weiß.

Zitat:
„Es war nicht schwer, dich zu finden, und kommt der Prophet nicht zu dem Berg“, lacht Claudius, ergreift ihren Arm. „Wohin gehen wir?“
Eine Stunde später sitzen sie im Pavillon an der Außenalster, haben keinen Blick für den Jungfernsteg, für die Ausflugsschiffe, ignorieren die Klingeltöne ihrer Handys, sie sehen, hören nur sich.


Hier habe ich wieder das Gefühl, dass einfach etwas übersprungen wurde. Ich weiß nicht, ob das etwas mit deinem seltsamen Konzept, das Innenleben der Figuren auszublenden - großer Fehler (!) - gemein hat, aber es stört mich.

Zitat:
Zweimal werden sie gestört, von Leuten, die Lana erkannt haben, sie unbedingt begrüßen, eine Autogrammkarte wollen. Claudius sieht beide Male aus, als würde er die Störenfriede in der nächsten Sekunde unwirsch in die Alster stoßen.


Was besitzt diese Information für einen Sinn?

Den Rest des Textes spare ich mir einmal, wenn's dir recht ist - ist ja "nur" Dialog. Kurzum: Da hapert's auch, aber da möchte ich nun wirklich nicht ins Detail gehen.

Gruß,

MSchneider
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Kätzchen
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BeitragVerfasst am: 23.07.2012 08:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöchen Iko! ich finde den Ansatz der Geschichte nicht schlecht, sofern sie nicht so lang wird. Finde das hat eher was für eine kürzere Geschichte in einem Band über das Leben und die Liebe. Oder so. Und nun was mir spontan aufgefallen ist:

Zitat:
Lana eilt die ersten Stufen der Treppe hinauf, die zu den Bahnsteigen führt, geht langsamer. Der Zug hat ein paar Minuten Verspätung, klingt es gleichförmig durch den Lautsprecher.


Zu viele Kommata, irgendwie klingen die Sätze sehr lieblos.

Zitat:
schaut in blaue, metallisch blitzende Augen. Das Blut steigt ihr vom Hals dunkel in den Kopf


Ist er ein Cyborg oder welche Augen blitzen metallisch-blau? Dazu, wie kann etwas "dunkel irgendwohin steigen"? Wie steigt etwas denn dunkel? Ich bin verwirrt.

Zitat:
faucht sie, sieht empört zu dem rothaarigen, schlaksigen Mann empor.

Manchmal kann ein "und" als Bindewort Wunder wirken, was den Stil und die Lesenswürdigkeit angeht.

Zitat:
Dessen Züge entspannen sich sichtlich, er sieht Lana bewundernd in die Augen, verzieht den Mund zu einem Grinsen.


Bitte schenk mir ein "und" lol2

Zitat:
Claudius steht auf, greift in seine Hosentasche, zieht eine zerknitterte Karte hervor


Bitte bitte ein "und". Und wer ist Claudius? An der Stelle dachte ich erst, der Maler sie Claudius und nicht ihr Freund. Sicher bin ich mir immernoch nicht.

Zitat:
„Sie malen?“, sagt sie, während er sie auf eine Bank dirigiert.
Ein paar Minuten später unterbricht Lana abrupt die angeregte Unterhaltung

Selbst für einen neutralen Erzähler ist mir das kurz. Der Übersprung.

Das wars erstmal, hab garnciht ganz fertig gelesen muss ich gestehen, weil ich eben nur die Idee hinter der Geschichte mag. Der Rest gefällt mir subjektiv nicht so gut und ist sehr anstrengend zu lesen, weil es so monoton geschrieben ist.

LM (liebes Miauz smile )
Kätzchen
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adelbo
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BeitragVerfasst am: 23.07.2012 09:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,  Cool

ich bin richtig gerührt über die viele Arbeit, die sich einige bereits mit dem Text gemacht haben und freue mich, dass sie mir ausführlich ihr persönliches Leseempfinden mitgeteilt haben.
Ich gestehe, die vielen "solltest du", oder solche Sätze
Zitat:
Und du solltest die Menschen auch nicht streben lassen. Man strebt nach Zielen, nach Höherem oder dergleichen, aber nicht auf Treppen des Zuges zu

Zitat:
Zum einen fehlen die Anführungszeichen, die verdeutlichen, dass hier tatsächlich eine Ansage durchgegeben wurde und zum anderen - und das solltest du wissen, wenn du dich schon einmal an einem Bahnhof aufgehalten hast - werden die Ansagen nicht in dieser Form durch die Lautsprecher gemacht.

haben mich zunächst ein wenig irritiert.  Rolling Eyes  Ich sah mich in meine Schulzeit zurückversetzt.  Laughing
Leider komme ich erst am Donnerstag dazu ausführlich darauf einzugehen. Ich werde morgen die Fortsetzung einstellen und dann geht es ans Eingemachte. Muss natürlich vorher noch recherchieren, ob das Blut nicht doch dunkel in den Kopf steigen kann.  Embarassed   Laughing
Noch einmal vorab: Ich habe mich wirklich sehr konzentriert darum bemüht eine Geschichte "nur" aus der Sicht eines neutraler Erzählers zu schreiben. Das hat seine Gründe und wenn, ist es ein sehr bewusster Fehler.  Laughing

LG
Inko
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adelbo
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Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 23.07.2012 14:18    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier ist die Fortsetzung.
Selbst wenn niemand seine Gefühle, seine Gedanken in Worten offenbart, sollte doch etwas davon durch den externen Erzähler vermittelt werden. Das war mein Anspruch.

„Papa, dort kommt der Vater von Paul, meinem Freund. Er heißt Roger Kam und ist der coolste Fernsehmoderator, den es gibt“, sagt Leon zu Claudius und zeigt aufgeregt auf einen hochgewachsen, dunkelhaarigen Mann. Sie stehen am Ausgang der Sporthalle, in die der neunjährige Leon dreimal die Woche zum Fußballtraining geht.
Claudius sieht kurz zu Roger, starrt dann auf die Frau, die sich schnellen Schrittes nähert. Es ist Lana.
Sie hat nur Augen für Roger Kam, greift ihm, als sie an ihn herangekommen ist, an den Arm, hält ihn fest.
„Du hast heute kein Besuchsrecht, Roger“, sagt sie aufgeregt. „Paul geht mit mir nach Hause.“
„Er wird jeden Augenblick hier sein“, sagt Roger Kam, streift abfällig die Hand von seinem Arm. „Frag ihn was er möchte.“
„Das ist unfair“, sagt Lana, ihr Gesicht färbt sich dunkel, ihre Stimme schwankt. „Du kannst ihn nicht vor die Wahl stellen.“
Claudius hebt die Hand, zögert, Roger Kam und Lana stehen drei, vier Schritte von ihm entfernt.
„Mama, Papa“, sagt eine helle Jungenstimme. „Wieso seid ihr beide hier?“
Hinter Claudius und Leon, steht ein blonder Junge, etwa im gleichen Alter wie Leon.
Nun sieht Lana Claudius und Leon, ihr Gesicht färbt sich noch dunkler.
„Claudius, du?“, sie streicht sich nervös durch die hellen Haare, gibt sich einen Ruck, geht auf Paul zu und gibt ihm einen Kuss.
Claudius greift nach Leons Hand, sagt: „Komm, lass uns gehen.“
„Nein, Claudius, bleib.“ Die Stimme von Lana ist aufgeregt, sie hält Paul an der linken Hand, streckt Claudius die Rechte entgegen.
„Paul, kommst du“, sagt Roger Kam energisch, macht dem Jungen ein Zeichen. Der schaut unglücklich zwischen Lana und Roger hin und her. Es herrscht sekundenlange Stille.
Roger Kam sieht Claudius an, taxiert ihn, sagt: „dann eben nicht. Selber schuld, mein Junge“, dreht sich abrupt um und geht mit langen Schritten davon.
Paul steht mit hängendem Kopf neben Lana. Leon geht wortlos zu ihm hin, stellt sich neben ihn, sie sehen sich an, Leon zieht die Schultern hoch.
„Ja“, sagt Claudius. „Für ihn ist das nichts Ungewöhnliches, er war schon in ähnlichen Situationen.“
*

„Bitte wirf ihn noch einmal und halte einen Moment inne“, sagt Claudius. Er sitzt im Sand, hält den Stift in halber Höhe über dem weißen Papier.
Lana schiebt den heruntergerutschten Träger ihres Bikinioberteils zurück hebt den Ball aus dem Sand, wirft ihn in die Höhe. Sie verharrt, mit hoch erhobenen, geöffneten Händen, das Gesicht dem Himmel entgegengestreckt, den schlanken Körper angespannt, in den blonden Haaren spielt der böige Seewind.
„Schön, bleib so, bitte, noch einen kleinen Moment“, sagt Claudius, beugt sich konzentriert über seine Skizze, schaut zu Lana, zeichnet, schaut…
„Nun ist es genug“, stöhnt sie nach einigen Sekunden, „ich bekomme einen Krampf im Nacken.“
Sie lässt sich neben ihn in den Sand fallen, schaut auf die Zeichnung.
„Du siehst mich schöner als ich bin“, sagt sie, legt sich entspannt auf den Rücken.
Claudius legt das Blatt und den Stift auf die Seite, beugt sich über sie. „Was willst du von mir hören?“ Er küsst sie auf den Bauch, streichelt ihren Körper. „Dass ich dich niemals so perfekt zu Papier bringen kann, wie du in Wirklichkeit bist?“ Seine  Zärtlichkeit wird fordernd, er schiebt seine Hände unter ihren Rücken, öffnet den Bikini, streift das Höschen herunter. Sie geben sich völlig ihren Gefühlen hin, achten nicht darauf, dass Spaziergänger ein paar Schritte von Weg abweichen könnten, und sie ihren Blicken ausgesetzt wären.
„Wenn ich mir überlege, was wir in den vergangenen Jahren versäumt haben“, sagt Claudius. Sie sitzen Rücken an Rücken, er hält das Blatt Papier auf den Knien, lässt den Stift eifrig hin und her wandern.
„Ich vermute“, lacht Lana, „dass du nichts versäumt hast. Zwei Ehen, zwei Kinder.“
„Doch, ich habe dich versäumt“, sagt Claudius. „Bleibst du bei mir?“
„Ich bin bei dir.“
„Heiratest du mich?“
„Hast du nicht die Nase voll vom Heiraten?“
„Wärst du bei mir geblieben, hätte ich nicht zweimal geheiratet.“
„Das sind Vermutungen, und ich bin nicht gegangen.“
„Doch, du hast dich für deinen Beruf entschieden und dann Roger Kam geheiratet.“ Claudius legt die Zeichnung zu Seite, dreht sich zu Lana herum.
„Im Moment bin ich dabei in meinem Beruf wieder Fuß zu fassen“, sagt Lana, greift mit den Händen spielerisch, nachdenklich in den Sand.
„Heißt das, du möchtest mich nicht heiraten?“
„Nicht jetzt Claudius, ich muss mich um Paul kümmern und will unbedingt wieder mehr Reportagen machen.“
Claudius holt tief Luft, überlegt einen kleinen Moment, greift nach seiner Zeichnung, erhebt sich, schaut auf Lana hinunter. „Also wieder eine Abfuhr, dann eben nicht.“ Er dreht sich um und geht davon.
Lana zieht die Beine heran, umschlingt sie mit den Armen. Das Kinn auf den Knien, sieht sie ihm hinterher.

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ReBex
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BeitragVerfasst am: 23.07.2012 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

Puh - also jetzt wird es verwirrend! Ich musste den Absatz mit Leon und Paul zwei Mal lesen und noch ein drittes Mal, als ich den Rest gelesen habe, um wirklich zu verstehen, was da geschehen ist.

Ich glaube allerdings, dass du deinen Anspruch der Neutralität etwas zu ernst genommen hast. Ich verstehe deinen Anspruch - mir persönlich gefällt dieser Stil nicht - aber ich glaube, es kommt dadurch zu wenig Emotion rüber. Auch nicht durch den externen Erzähler.
Ich kann mir aber vorstellen, dass du mit weiteren und detaillierteren bzw. bildhafteren Beschreibungen die Emotionen beschreiben kannst, ohne dass die Protagonisten wirklich aussprechen, was sie fühlen.

Darf ich fragen, warum genau du in diesem Stil geschrieben hast?

Viele Grüße,

Rebex
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Lele123
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 196
Wohnort: Ponyhof oder Wörterlabyrinth


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

Also zwei Sachen:
1) Du überspringst zu viel. Es fehlen Dialoge und Handlungen, die nötig sind um nicht aus der Geschichte geworfen zu werden.
Zitat:
„Sind sie verrückt? Mich so zu erschrecken!“, faucht sie, sieht empört zu dem rothaarigen, schlaksigen Mann empor.
Dessen Züge entspannen sich sichtlich, er sieht Lana bewundernd in die Augen, verzieht den Mund zu einem Grinsen.
„Wer so schön ist, darf auch mal böse werden. Ich möchte sie malen“, sagt er, streckt ihr die rechte Hand entgegen. Lanas Augen weiten sich, funkeln wie Bernstein. Sie streicht die blonden Haare zurück, nimmt die Hand, lässt sich die letzten beiden Stufen nach oben ziehen.

Zuerst ist Lana erschrocken und nach einem Kompliment sofort geschmeichelt und freundlich.
Wenn mich ein wildfremder Mann mich am Bahnhof fragen würde ob er mich malen könnte, wäre ich misstrauischer.

2) Dein Stil würde nur funktionieren, wenn du kürzere Sätze machst und wirklich jede kleine Einzelheit beschreibst, sodass die Gefühle nachvollziehbar werden. (und auch dann ist es schwierig) :/


„Können sie nicht aufpassen?“, sagt jemand harsch. Sie schreckt zusammen. Im Stolpern greift Lana nach dem Metalllauf des Geländers. Sie richtet sich auf, bereit zurückzukeifen und schaut in blau blitzende Augen. Ihre Wangen werden rot.
„Sind sie verrückt? Mich so zu erschrecken!“, faucht sie, nicht sehr überzeugend den rothaarigen, schlaksigen Mann empor an.
Dessen Züge entspannen sich sichtlich. Er sieht Lana bewundernd in die Augen und verzieht den Mund zu einem Grinsen.
„Wer so schön ist, darf auch mal böse werden. Claudius.“, sagt er, streckt ihr die rechte Hand entgegen. Lanas Augen weiten sich. Sie streicht die blonden Haare zurück, nimmt die Hand. Die letzten beiden Stufen lässt sie sich nach oben ziehen.

Wenn man den Dialog fortführt, könnte dann noch rauskommen, dass Claudius malt usw.

LG Lele
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Kätzchen
Geschlecht:weiblichAutor

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Beiträge: 713
Wohnort: Katzenkörbchen


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 12:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ok in der neuen Version scheint Claudius wirklich der Maler zu sein.
Trotzdem fände ich es gut, wenn er sich vorstellte. Es ist immer noch ein wenig irritierend.
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adelbo
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Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 14:39    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vorab eine Antwort, die ich schnell geben kann. Der Rest folgt am Donnerstag.

Zitat:
Darf ich fragen, warum genau du in diesem Stil geschrieben hast?


Es sollte keine in sich logische Geschichte aus der Sicht eines der Protagonisten werden.
Der Leser soll Raum haben für Gedanken, warum sie so und nicht anders verläuft.
Warum z.B. endet diese große Liebe auf den ersten Blick (immer diese Zweifel  Laughing ) nicht glücklich? Warum stellt Lana für Claudius ihre Arbeit nicht hinten an, macht es aber für Roger Kan, der sie offensichtlich gering schätzt usw.
Ist es im Alltag nicht auch oft so, dass man sich wundert, warum eine Geschichte so und nicht anders verläuft?
Das war eine Motivation für den Text.

Die Lücken sind deshalb gewollt, sind in diesem Sinne keine Lücken.


@ Kätzchen

Zitat:
Ok in der neuen Version scheint Claudius wirklich der Maler zu sein.


Bitte nicht böse sein, aber hast du den Text genau gelesen?  Rolling Eyes
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Kätzchen
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 29
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Wohnort: Katzenkörbchen


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

Habe ich sogar wirklich, auch wenn cih es schwer fand. Mich hat allerdings irritiert, dass nach dem Sternchen, ohne irgendetwas dazwischen, irgendein Leon bei Claudius stand der wohl sein Sohn ist?. Das war eben noch im alten Text.

Zitat:
„Papa, dort kommt der Vater von Paul, meinem Freund. Er heißt Roger Kam und ist der coolste Fernsehmoderator, den es gibt“, sagt Leon zu Claudius


Wir der danach irgendwie noch einmal erwähnt?

Ich habe eben nocheinmal alles durchgelsen und mit Hintergrundwissen und Kommentaren den Text besser erfassen können. Ich war davor einfach so verwirrt, das mir einige Dinge durcheinandergeglitten sind.
Der Junge verwirrt mich immernoch, vorausgesetzt das dieser Teil nicht ganz gestrichen wurde.

Ich verstehe wirklich was du damit bezwecken willst, ich lese solche Stile wirklich sehr gerne. Aber dieser ist selbst für einen neutralen Erzähler viel zu lückenhaft und noch etwas unausgereift, sodass man die Gefühle der Handelnden irgendwie nur an der Farbe ihres Kopfes ablesen kann. Und für das, was du bezwecken willst, ist es einfach ein bisschen zu wenig smile
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MSchneider
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 26
Beiträge: 72



BeitragVerfasst am: 24.07.2012 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hi, Inkognito. (:

Inkognito hat Folgendes geschrieben:

Ist es im Alltag nicht auch oft so, dass man sich wundert, warum eine Geschichte so und nicht anders verläuft?
Das war eine Motivation für den Text.

Die Lücken sind deshalb gewollt, sind in diesem Sinne keine Lücken.


Deine Intention in allen Ehren, aber dem Leser die Informationen bewusst vorzuenthalten und damit eine abgespeckte Version der eigentlichen Geschichte zu präsentieren - also so, wie sie sein würde, wenn du die Lücken nach deinem Empfinden geschlossen hättest - ist für mich kein geeignetes stilistisches Mittel. Eine Geschichte wie diese benötigt keine Lücken - wie es zum Beispiel in der Kriminalliteratur anzutreffen ist: die klassische Frage nach dem Täter -, sondern Hand und Fuß. Ich weiß nicht, welches Interesse ein Leser daran haben sollte, eine Geschichte, die anscheinend so viele Lücken besitzt, dass es schlicht und ergreifend unlogisch wirkt, selbst auszufüllen, aber zumindest bei mir funktioniert das nicht. Wie das bei den anderen Leuten aussieht, kann ich nicht sagen.

Da nun geklärt ist, dass das Überspringen von Phasen - wie ich es in meinem Kommentar genannt habe -, eine bewusst eingesetzte Technik von deiner Seite darstellt, kann man diese Punkte natürlich nur bedingt gelten lassen. Eher sollte man über die Idee an sich diskutieren, meine Meinung hast du dazu. Was bleibt ist die monotone sprachliche Struktur in deiner Geschichte, daran solltest du das nächstes Mal definitiv etwas drehen und wenden.

Aber wie du selbst in deinem Eröffnungsbeitrag sagtest: Es ist nur ein Versuch, also was soll's. (;

Gruß,

MSchneider
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 16:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ MSchneider

Zitat:
Deine Intention in allen Ehren,  Cool  aber dem Leser die Informationen  bewusst vorzuenthalten und damit eine abgespeckte Version  Shocked der eigentlichen Geschichte zu präsentieren - also so, wie sie sein würde, wenn du die Lücken nach deinem Empfinden geschlossen hättest - ist für mich kein geeignetes stilistisches Mittel. Eine Geschichte wie diese benötigt keine Lücken (ich finde schon, dass man auch solche Geschichten so erzählen kann, darf, dass die Beweggründe, die Gefühle der Protagonisten nicht auf dem Präsentierteller serviert werden.) - wie es zum Beispiel in der Kriminalliteratur anzutreffen ist: die klassische Frage nach dem Täter -, sondern Hand und Fuß. Ich weiß nicht, welches Interesse ein Leser daran haben sollte, eine Geschichte, die anscheinend so viele Lücken besitzt, dass es schlicht und ergreifend unlogisch wirkt,  Question  selbst auszufüllen, aber zumindest bei mir funktioniert das nicht.  Wie das bei den anderen Leuten aussieht, kann ich nicht sagen.


Ersetze Lücken durch Sichtweise der Protagonisten.
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Lele123
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Beiträge: 196
Wohnort: Ponyhof oder Wörterlabyrinth


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Was willst du eigentlich mit dem Text machen? smile

LG Lele
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 17:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
Was willst du eigentlich mit dem Text machen?


Den Nobelpreis Literatur gewinnen.  Laughing

Nein, aber nun im Ernst, sehr wahrscheinlich nichts. Smile Er ist nicht mit einer bestimmten Absicht geschrieben worden. Er ist ein Experiment, noch ein Versuch meine Ideen umzusetzen.
Er wird wohl in meinem persönlichen Archiv landen.
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Nanibanni
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 11
Wohnort: hopeless time to roam the distance to your home, fades away to nowhere


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!


Inkognito hat Folgendes geschrieben:


Es sollte keine in sich logische Geschichte aus der Sicht eines der Protagonisten werden.
Der Leser soll Raum haben für Gedanken, warum sie so und nicht anders verläuft.
Warum z.B. endet diese große Liebe auf den ersten Blick (immer diese Zweifel  Laughing ) nicht glücklich? Warum stellt Lana für Claudius ihre Arbeit nicht hinten an, macht es aber für Roger Kan, der sie offensichtlich gering schätzt usw.
Ist es im Alltag nicht auch oft so, dass man sich wundert, warum eine Geschichte so und nicht anders verläuft?
Das war eine Motivation für den Text.


Ich dachte am Anfang der Geschichte es handelt sich vielleicht doch um einen Krimi oder Thriller. Die Geschwindigkeit gefällt mir eigentlich ganz gut, und auch, dass eine Liebesgeschichte auch mal nüchterner und nicht so himmelhochjauchzend beschrieben wird.

Aber: Gar keine Art von Gefühlen regt nicht gerade zum weiterlesen an.

Du könntest (nicht solltest wink ) z.B. die Geschichte von einem Freund der beiden oder einem Bruder oder Schwester erzählen lassen. Dieser könnte sich dann auch mein ein Urteil erlauben. Ich weiß, du willst der Geschichte nicht unbedingt einen Stempel aufdrücken und der Auslegung Raum lassen. Das stelle ich mir aber sehr schwierig vor. An sich finde ich die Idee gut, aber es wirkt hier nicht so...

LG
Nani
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Lele123
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 196
Wohnort: Ponyhof oder Wörterlabyrinth


BeitragVerfasst am: 24.07.2012 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

@ Nannibunni

Wir glauben an dich Laughing

... Wenn es "nur" ein Experiment ist es eigentlich egal.
Außerdem, wenn man nie etwas Neues ausprobiert wird es auch langweilig. wink

LG Lele
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 25.07.2012 20:22    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich picke das Wesentliche an der Kritik vorerst einmal heraus. Den Kommentar mit den Perpektivenwechsel, mit den handwerklichen Fehlern, sehe ich als erledigt an. (Ich hoffe, ich habe nicht doch einen übersehen)

Zitat:
Aber: Gar keine Art von Gefühlen regt nicht gerade zum weiterlesen an.


Das ist für mich der wesentliches Kritikpunkt.

Zitat:
Können sie nicht aufpassen?“, sagt jemand harsch. Sie schreckt zusammen, stolpert, greift nach dem Metalllauf des Geländers, schaut in blaue, metallisch blitzende Augen. Das Blut steigt ihr vom Hals dunkel in den Kopf, ihre Augen werden zu Schlitzen, die braune Iris ist kaum noch zu sehen.
„Sind sie verrückt? Mich so zu erschrecken!“, faucht sie, sieht empört zu dem rothaarigen, schlaksigen Mann empor.
Dessen Züge entspannen sich sichtlich, er sieht Lana bewundernd in die Augen, verzieht den Mund zu einem Grinsen.
„Wer so schön ist, darf auch mal böse werden. Ich möchte sie malen“, sagt er, streckt ihr die rechte Hand entgegen. Lanas Augen weiten sich, funkeln wie Bernstein. Sie streicht die blonden Haare zurück, nimmt die Hand, lässt sich die letzten beiden Stufen nach oben ziehen


Das Kennenlernen. Erst der Zorn über den vielleicht beinahe Zusammenstoß, dann die Liebe auf den ersten Blick, die Bewunderung von Cornelius, er möchte sie malen. Die Reaktion von Lana, sie lässt sich die Treppe hinaufziehen, ihre Augen funkeln.
Das waren Gefühle, die der Leser, durch die Bilder mitempfinden sollte.


Zitat:
Erschreckt sieht sie ihn an, ihre Augen weiten sich, beginnen zu strahlen. „Claudius, was machst du hier? Woher weißt du, dass ich hier bin?“
Sie lässt sich bereitwillig umarmen, erwidert das Küsschen rechts und links.
„Es war nicht schwer, dich zu finden, und kommt der Prophet nicht zu dem Berg“, lacht Claudius, ergreift ihren Arm. „Wohin gehen wir?“
Eine Stunde später sitzen sie im Pavillon an der Außenalster, haben keinen Blick für den Jungfernsteg, für die Ausflugsschiffe, ignorieren die Klingeltöne ihrer Handys, sie sehen, hören nur sich. Zweimal werden sie gestört, von Leuten, die Lana erkannt haben, sie unbedingt begrüßen, eine Autogrammkarte wollen. Claudius sieht beide Male aus, als würde er die Störenfriede in der nächsten Sekunde unwirsch in die Alster stoßen.
Gegen ein Uhr in der Nacht, gehen sie Hand in Hand den nächtlichen Jungfernsteg entlang.

Er sucht sie, findet heraus, wo er sie treffen kann. Ihre Augen beginnen zu strahlen. Sie haben nur Augen für sich usw.
 
Der Absatz am Strand, zeigt m.E. sehr viel Gefühl. Liebe, Unsicherheit, Zorn...

Zitat:
Paul steht mit hängendem Kopf neben Lana. Leon geht wortlos zu ihm hin, stellt sich neben ihn, sie sehen sich an, Leon zieht die Schultern hoch.
„Ja“, sagt Claudius. „Für ihn ist das nichts Ungewöhnliches, er war schon in ähnlichen Situationen.“


Hier steckt sehr viel Gefühl darin, eben nicht nur in den Worten, auch in den Gesten, in den Bildern.

Ich nehme mit, dass die Geschichte mit diesen Worten, mit diesen Bildern, niemanden erreicht.

LG
Inko
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