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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Gassenblau - eine Liedersammlung


 

 
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Pencake
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BeitragVerfasst am: 13.07.2012 21:01    Titel: Gassenblau - eine Liedersammlung eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

1

Ich und mein Tomahawk

Klingklingklimbim, eine Wanduhr mit einer Klinge,
scharf wie Papier, zwischen zwei Ketten, ich häng mich ein,     
Schlagwerk zwischen gepressten Muskeln,
nicht lange und der Druck steigt bis unter das Weiß
meiner Augen, meiner Knochen, meiner Nacht,
mein Tomahawk fällt und fällt und fällt,
die Sonne ist eine Hure, deren Haar nach Schwefel riecht,

klingklingklimbim, und er fällt und fällt und fällt,
von einem Labyrinth war nicht die Rede,
auch nicht von tausend Sternen, die mir entgegen torkeln,
da war eine Dichterin, die sprach von Wolfsmilch, vom großen Bären,
von stürzenden Vogelnestern und dergleichen,
und mein Tomahawk,

klingklingklimbim, welche meiner Masken,
welche eurer Masken, welche unserer Masken
hab ich noch nicht abgeschält, gib mir mehr, sag ich mir,
was kommt, ist, bleibt zu wenig, oder spült dich weg,
ich bin hier, um zu brechen, zu biegen, auf und auf,
bring mir den Pfau, den Hund, den letzten Gefährten,
und mein Tomahawk fällt und fällt und fällt,
bring mir die Sterne, den Himmel über dem großen Lachen,
den großen Geldbeutel, das Haus an der Steilküste,
die Aussicht einer zu sein, der die Bühne füllt,
bis die Menschen begeistert enttäuscht nach Hause gehen,
bring mir das zarte Mädchen mit toten Augen,
den Knaben, dessen Beine ins Dickicht strampeln,
bring mir die Käfer auf ihrem Weg zwischen Blutlaub,
bring mir die Großstadt mit ihrem Sud aus Tafelgift,
bring mir ein Land, das zwischen Ragout und Butter die Hügel ausrollt,
und mein Tomahawk fällt und fällt und fällt,

klingklingklimbim, so scharf und ungebremst, dass er
jede Ansicht, jede Aussicht sauber durchtrennt,
weiß beringte Regenwürmer, die ein kleiner Junge
vervielfältigt, hat doch bloß Gutes im Sinn,
doch zwischen einer sirrenden Klinge tanzen,
Arm in Arm, Haut an Haut, Blut in Blut, Fleisch an Fleisch,
Sehnen in Sehnen, Knochen an Knochen, Mark durch Mark,

klingklingklimbim, ist kein Kavaliersdelikt
im ätzenden Seifenbad der Zeit.

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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

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BeitragVerfasst am: 13.07.2012 21:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

2

Zwischen den Schrecken ist noch ein Plätzchen frei

Sie kommen in Schwärmen besetzen das Land
legen sich auf Flüsse Felder Hügelkuppen
schleichen sich
in den Atem der Mütter
in das Lachen der Kinder
in die Pläne der Väter

schlängeln in Brunnen und Quellen
durchdringen Mauern und Betten
sickern in Blumen und Künste  
marschieren ein in Ideen und Gebete
durchwachsen Blicke und Bitten
fließen in Tiere und Ernten
fallen in Hoffnung und Glauben
zerteilen Schatten und Licht

sie spiegeln Kerzen in jedes Fenster
ich sitze auf der Bettkante
sehe die zitternde Flamme
greife neben mich
spüre die Kälte
blicke auf meinen Arm
schwarz und übersät

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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

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BeitragVerfasst am: 14.07.2012 19:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

3

Das stürzende Leben

Eine Strecke zwischen jetzt und gleich,
zwischen heute und morgen,
zwischen hier und dort,
zwischen Erde und Himmel,
eine kurze Strecke nur,
die bergab führt,
mir den Atem raubt,
mich immer weiter erblinden lässt.

Alles rauscht vorbei,
im Überfluss, in gewaltigen Massen,
alles schlägt entzwei,
zum Kurzschluss in Augen, sehend belassen.

Ein Scheinwerfer erfasst ein Wesen,
es bleibt starr, dann hetzt es davon,
setzt über Zäune, bricht durch Büsche,
setzt über Bäche, prescht durch Pfützen,      
die Starre wird es nie wieder los,
auch nicht durch einen Sprung
in den tiefststehenden Stern.

Alles rauscht vorbei,
im Überfluss, in gewaltigen Massen,
alles schlägt entzwei,
geschärft und kantig durch blaurote Gassen.  

Eine Kerze brennt nieder,
bis zur Erde, hinterlässt nichts,
als ein schwarzes Mal,
ein Wolkenmeer öffnet die Kiefer,
atmet die Asche tief in den Schlund,
ich meine, ein Tier zu sehen, dort oben,
es atmet mit flacher Brust
und gräbt sich durch dunkles Land.
  
Alles rauscht vorbei,
im Überfluss, in gewaltigen Massen,
alles schlägt entzwei,   
das Leben stürzt und es wird stürzen lassen.

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toltec-head
Hobbyautor

Alter: 43
Beiträge: 309



BeitragVerfasst am: 14.07.2012 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Erklär bitte mal, warum das Trash sein soll? Es ist doch großartig!
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 50
Beiträge: 2491
Wohnort: Hamburg
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BeitragVerfasst am: 14.07.2012 23:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

4

Neurospot

Gepresst treibt die Nacht
zwischen Straßenfischen,
schwemmt Fühltang aus,
steigt an den Mauern
aus Angstzerstreu,

das Schiff einer Göttin
kentert im Schweiß
zwischen strömenden Laken,
Blicke zittern in bleiernes
Hautschilf,

Bässe schütten ihre Last
auf Schulterstufen, gekettet
an Barquader aus Stahl
zerspringt ein Wassermund
im Neurospot,

flüsternd schieben sich
Nabel zu Betwürfeln,
Notengänge bäumen sich auf,
wachsen, gischten zwischen   
Hoffnungsplanken,

ein Zylinderherz pocht,
Triaugen treiben auseinander,
Seelfersen tanzen, unverwundbar,
rasen, bis die Sittie in wohlig
schwelenden Trümmern abtaucht.

« Was vorher geschah1234

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toltec-head
Hobbyautor

Alter: 43
Beiträge: 309



BeitragVerfasst am: 15.07.2012 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

Bist Du jetzt von der Sitte zum Orakel von Delphi mutiert?

Ich schrieb:

Zitat:
Erklär bitte mal, warum das Trash sein soll? Es ist doch großartig!


Du:

Zitat:
ein Zylinderherz pocht,
Triaugen treiben auseinander,
Seelfersen tanzen, unverwundbar,
rasen, bis die Sittie in wohlig
schwelenden Trümmern abtaucht.


Sittie = Sitte?

wohlige schwelende Trümmer = Trash?
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

Alter: 50
Beiträge: 2491
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BeitragVerfasst am: 15.07.2012 10:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Moin Toltec, Keule,

jedes Schublädchen hat ein Geheimfach, echt jetzt.
Die Sittie als Stadt plus Sitte - voll verspielt, ne.

Dank dir fürs Lesen und Kommentieren.

HG, dein Wemser
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Pencake
Geschlecht:männlichNebelpreisträger

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Beiträge: 2491
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BeitragVerfasst am: 16.07.2012 09:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

5

Moral

Die Terrassentür,
ein alter Klovorleger,
eine Töle, die mir zugelaufen ist.

Eva hab ich sie genannt,
braunes Fell,
gutmütige Augen.

Für den Vorleger hab ich mal Geld bezahlt,
das Frotteestück ignoriert mich seit jeher,
für Eva keinen Pfennig, sie mag mich gern.

Die Sonne wirft ein Rechteck aufs braune Fell,
Eva hat den Vorleger gründlich bearbeitet,
er hängt in Fetzen, körperlos.

Ihr gutes Recht, denke ich,   
dass ich fürs Klo einen neuen gekauft habe,
muss ich ihr schonend beibringen.
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