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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Serpentinenasphaltstraße


 

 
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Gewaexhausgewaex
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 33
Beiträge: 87
Wohnort: Jena


BeitragVerfasst am: 21.06.2012 15:28    Titel: Serpentinenasphaltstraße eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Der Steinschlag ihrer harten Worte traf mich auf der Serpentine der Gefühlswelt, deren Schöpferin sie war. Der Anfang der Tour durchs Gebirge war im schönsten Sommer, des sanften Windes durch unser Haar, unter den schattigesten Bäumen unter der beharrlich glühenden Sonne unserer Begierde.  Das Resultat ist nun ein zermatschter Kleinwagen des kleinen Mannes mit aberwitzig winzigen Gehalt. Inzwischen stehe ich auf dem Hügel eines schneebedeckten Gipfels des durchquerten angesammelten Felsmassivs und erwarte die Ruhe vor dem neuen Sturm, vorausgesetzt ich traue mich wieder aus mein Haus. Denn da will ich momentan gar nicht wieder raus, aus der einsamen Almhütte, fern jeglicher zivilisatorischen Versorgungsquelle.
Ich habe viel Zeit, um nachzudenken. Komisch nur, dass ich nicht an sie oder ihre harten Worte denke, sondern eher, nachdem ich mir ein kühles Bier aus dem alten und kleinen Kühlschrank holte und Musik in meine Ohren dringen ließ, die Tage vor der Begegnung mit ihr.

Tausend Roboterbeats rauschten und vor sich hin, in meinen Ohren, in meinem Kopf. Aber da kam kaum was raus. Es sammelte sich. Also was macht man? Ich dachte damals hin und wieder in den Bahnen zur Rückfahrt, zurück ins heimische Bett, darüber nach, obwohl ich in der Nacht davor eben das tat, was ich dafür für richtig hielt. Wenn Musik in seiner bassigen Macht in dich fährt, an deinen Därmen reißt, durchs Herz trommelnd von Kopf bis Knöchel und wieder zurück zwischen die Sehnen, Arterien und Adern rast, das selbstbezogene eigene Glück zurücklassend, dann will man in solchen Momenten nicht mehr weg, denn alles ist ja weg. Hin und fort; die Bounzsoundboxen als Transferobjekt. Der Feind der Selbstkontrolle weitet sich in dir aus, fließt durch den Körper hin zur Seele und versucht dir ein anderes Bild deiner Umwelt zu zeigen. Für ein paar Stunden funktioniert das auch. Doch irgendwann danach siegt dein Magen, oder eher seine Schwäche, über dich, oder vielleicht viel früher die Nachwirkungen des wirren Tanzes. So war es. Diese Schwächen ließen mich immer heimwärts treiben.  Der darauffolgende Morgen, ungeachtet der Tageszeit, belehrte mich besserer Weisheit, welche mir offenbarte das jene Weisheit gar keine war. Tolle Erfahrung, die immer wiederkehrte. Die Selbsterkenntnis dieser Zeit war ein Zyklus.

Warum steige ich nicht einfach den Berg herunter, nachdem ich die Langeweile-Almhütte verlassen habe. Moment! Die Almhütte verlassen haben werde, besser gesagt. Dieses kleine Wörtchen 'werde' impliziert den benötigten Imperativ des Wollens. Denn ich will ja hier raus aus der Langeweile. Ich kenne inzwischen jede Länge und jede Wickelgröße der Möbel und der unpräzisen aber deswegen nicht instabilen Bauweise der kleinen gemütlichen Holzalmhütte. Aufgrund der Komplexität und Umständlichkeit der Versorgung mit Grundlebensmittels macht das von Urbanität versaute Leben, und aufgrund der dadurch erblühten Usus, einfach keinen Spaß.
________________________________________-

Mein Hauptanliegen, meinen Text hier zu veröffentlichen, ist um Fragen wie Bilderzeugung im Kopf, Lesefluss, Verständnis, Sprache und Schreibstil zu klären.

Vielen Dank im Voraus an alle Leser und Kritiker! GHG

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UtherPendragon
Hobbyautor


Beiträge: 335



BeitragVerfasst am: 23.06.2012 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gewächshausgewächs,

Ich versuche dir jetzt einmal eine begründete Kritik zu geben, alle Angaben sind hierbei ohne Gewähr und es wird sicherlich viel Subjektives dabei sein wink Ich hoffe, dass es dir nicht zu weit geht, außerdem erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da ich nicht ganz so viel Zeit habe:
Dein Einstieg ist toll gewählt und bringt mich sofort ins Geschehen, das erzeugte Bild in meinem Kopf ist das beschriebene sommerliche Gebirge. Gefallen tut mir auch, wie du die Gefühle des Protas mit den Lanschaftsbeschreibungen verwebst [Dieses Stilmittel gefällt mir], sowie der Kontrast zwischen Hütte-Langeweile-Bier Wortfeldern und dem umgebenden Gebirge. Allerdings ist der Lesefluss gestört durch Sätze, deren Länge sich zwar nicht unter Zwang negativ auswirken müsste, die aber sehr kompliziert und verworren sind. Schuld daran sind einerseits die Worte, welche du gewählt hast, sowie einige Grammatikfehler:
Zitat:
Der Anfang der Tour durchs Gebirge war im schönsten Sommer, des sanften Windes durch unser Haar, unter  den schattigesten [nicht sehr schöne Wortwiederholung, wie wäre es mit dem Nomen Schatten?]Bäumen unter der beharrlich glühenden Sonne unserer Begierde. Das Resultat ist nun ein zermatschter Kleinwagen des kleinen Mannes mit aberwitzig winzigen Gehalt.Inzwischen stehe ich auf dem Hügel eines schneebedeckten Gipfels des durchquerten angesammelten Felsmassivs und erwarte die Ruhe vor dem neuen Sturm

"ein zermatschter" kleinwagen ist ein unbestimmter Artikel und wirkt nicht gerade Glaubwürdig zusammen mit dem! kleinen Mann. Vielleicht beschreibst du auch noch ganz kurz, in welcher Beziehung dieser zum Prota steht?
"mit aberwitzig winzigen Gehalt"-> mit aberwitzig winzigem Gehalt
Ich kann mir hier außerdem beim besten Willen nicht vorstellen, was ein angesammeltes Felsmassiv sein soll? Meintest du vielleicht hoch aufgetürmt?
"des durchquerten angesammelten Felsmassivs" ist nach meinem Geschmack keine schöne Verwendung des Genitivs. Man weiß zwar, was gemeint ist, aber es könnte eine deutlicherer Ortsangabe gegeben sein, z.B. [wenn ich mir solche Vorschläge erdreisten darf, ich hoffe du nimmst mir das nicht übel] ",der am Ende des durchquerten Felsmassivs aufragt" oder so zum Beispiel...
Zitat:
Denn da will ich momentan gar nicht wieder raus,
ist er jetzt in der Hütte oder steht er auf dem Gipfel?
Zitat:
und erwarte die Ruhe vor dem neuen Sturm

Ist es nicht bereits ruhig? Mir erscheint es jedenfalls so...
Zitat:
aus mein Haus
->aus meinem Haus
Zitat:
fern jeglicher zivilisatorischen[r] Versorgungsquelle.
Ich habe viel Zeit, um nachzudenken. Komisch nur, dass ich nicht an sie oder ihre harten Worte denke, sondern eher, nachdem ich mir ein kühles Bier aus dem alten und kleinen Kühlschrank holte und Musik in meine Ohren dringen ließ, die Tage vor der Begegnung mit ihr.


Zitat:
Tausend Roboterbeats rauschten und[und weg] vor sich hin, in meinen Ohren, in meinem Kopf.
Warum benutzt du jetzt das Präteritum? Dann muss vorher deutlicher werden, dass das Musikhören vorher stattfand.
Zitat:
Aber da kam kaum was raus.
Bisschen umgangssprachlich wink
Zitat:
Also was macht man? Ich dachte damals hin und wieder in den Bahnen zur Rückfahrt, zurück ins heimische Bett, darüber nach, obwohl ich in der Nacht davor eben das tat, was ich dafür für richtig hielt.

Diesen Abschnitt finde ich ziemlich unverständlich ehrlich gesagt.
Zitat:
Wenn Musik in seiner bassigen Macht in dich fährt, an deinen Därmen reißt, durchs Herz trommelnd von Kopf bis Knöchel und wieder zurück zwischen die Sehnen, Arterien und Adern rast, das selbstbezogene eigene Glück zurücklassend, dann will man in solchen Momenten nicht mehr weg, denn alles ist ja weg.
Die verwendeten Bilder hier sind toll, man spürt praktisch den Bass, allerdings weiß ich nicht, wie der kursiv geschriebene Teil in die Geschichte passt? natürlich habe ich gewisse Vortellungen, aber die wollen präzise im Text bestätigt sein und dürfen nicht in den Bilder untergehen.
Zitat:
die Bounzsoundboxen als Transferobjekt.
Gut!
Zitat:
Der darauffolgende Morgen, ungeachtet der Tageszeit, belehrte mich besserer Weisheit, welche mir offenbarte[,] das jene Weisheit gar keine war.
So schreibe ich auch immer und ärgere mich danach, gar zu viele Relativsätze zu verwenden:D!
Zitat:
Warum steige ich nicht einfach den Berg herunter, nachdem ich die Langeweile-Almhütte verlassen habe.[?]

Zitat:
Dieses kleine Wörtchen 'werde' impliziert den benötigten Imperativ des Wollens.
Nach meinem Deutschverständnis nicht?
Zitat:

Aufgrund der Komplexität und Umständlichkeit der Versorgung mit Grundlebensmittels[n] macht das von Urbanität versaute Leben, und aufgrund der dadurch erblühten Usus[den verstehe ich leider nicht], einfach keinen Spaß.

Ich hoffe ich habe dir helfen können. Insgesamt versucht dein Text zu Anfang auf ein hohes inhaltliches und auch sprachliches Niveau zu gehen, dass dann auch stellenweise in der späteren Geschichte wieder Einsatz finden sollte. Allerdings musst du ein bisschen an der Grammatik arbeiten und vielleicht auf ein paar komplizierte Formulierungen für den Lesefluss und das Verständnis verzichten. Außerdem musst du darauf achten, dass der Inhalt der einzelnen Abschnitte gut miteinander verknüpft ist. Darüberhinaus fehlt mir persönlich (jeder mag das anders sehen) eine kurze Zeile, ob der Prota friert, denn er steht ja auf einem schnee!bedeckten Gipfel.
Besagte Inhalt ist übrigens sehr interessant und ich würde ganz gern wissen, wie es weitergeht, verbesserst du dazu noch die sprachliche Gestaltungsweise, wird das Ganze bestimmt auch noch mehr Spannung aufbauen.
Liebe Grüße,
Uther Pendragon
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krambamboli
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber


Beiträge: 19
Wohnort: Wien


BeitragVerfasst am: 27.06.2012 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gewächshausgewächs,
Mir hat dein Textausschnitt wirklich sehr gut gefallen, wobei für mich persönlich dein Geschriebenes fast zu pompös erscheint. Ein gewaltiger Satz, gespickt von zahlreichen Fremdwörtern, jagt den nächsten und ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch für die Masse nicht leicht zu lesen – und zu verstehen -  sein wird.  
Aber bitte wie gesagt,  das ist natürlich eine Sache des persönlichen Geschmacks und meine Meinung ist wahrhaftig nicht die eines Experten!

Dieser Satz jedoch hat mich fast vom Hocker gehauen, so genial finde ich ihn:

Wenn Musik in seiner bassigen Macht in dich fährt, an deinen Därmen reißt, durchs Herz trommelnd von Kopf bis Knöchel und wieder zurück zwischen die Sehnen, Arterien und Adern rast, das selbstbezogene eigene Glück zurücklassend, dann will man in solchen …..
Mein Kompliment!

Liebe Grüße Smile
Sabine
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Gewaexhausgewaex
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 33
Beiträge: 87
Wohnort: Jena


BeitragVerfasst am: 30.06.2012 20:23    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

An aller bisherigen Kritiker: vielen, vielen Dank für eure Antworten. Eure Resonanzen sind das, wonach ich gesucht habe. Selbstverständlich werde ich selbst noch ausführliche Antworten auf eure Kritiken verfassen, und sind auch schon in Arbeit...
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UtherPendragon
Hobbyautor


Beiträge: 335



BeitragVerfasst am: 01.07.2012 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Stets zu Diensten wink

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