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-K-M-S-
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BeitragVerfasst am: 26.05.2012 15:00    Titel: Obstsalat eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Seit geraumer Zeit reizt es mich ein Märchen für Erwachsene / Jugendliche zu schreiben. Ich möchte dafür viel mit Symboliken / Metaphern etc. arbeiten. Mir gefällt es, dass nicht alles realistisch sein muss. Auf der anderen Seite soll es aber auch nicht zu abstrakt und Science Fiction mäßig werden. Vielleicht am ehesten zu beschrieben als Geschichte, die Platz hat für Träume und Fantasie. Typische rhetorische Mittel möchte ich nur begrenzt einsetzen und eher ein "modernes Märchen" kreieren. Für Rückmeldungen bin ich natürlich offen und würde mich sehr darüber freuen.

Hier nun die Einleitung:


Vor nicht allzu langer Zeit war eine Stadt im ganzen Land für ihre goldenen Türme bekannt. Am äußeren Rand dieser Stadt stand ein Hochhaus. Es passte so gar nicht zu der wundervollen Innenstadt und aus diesem Grund wurde es weit weg von ihr erbaut, so dass die Bewohner der goldenen Türme sich nicht gestört fühlten.

Alleine war es jedoch nicht. Fünf baugleiche Häuser standen in unmittelbarer Entfernung nebeneinander. Einzig durch die Farbe der Balkone unterschieden sie sich. Da gab es die zitronengelben Balkone, die erdbeerroten, die heidelbeerblauen, die apfelgrünen Balkone und solche, die lila waren wie eine Pflaume. Die Leute nannten den Block aus diesem Grund Obstsalat und freuten sich, dass die dekorativen Balkone etwas Farbe in die triste Umgebung brachten.

Nicht so Herr Destino. Herr Destino war lange Zeit bevor die Balkone angestrichen worden in eines der Hochhäuser gezogen und empfand es auch nicht als erstrebenswert in einem Obstsalat zu wohnen. Zu allem Überfluss wohnte er ausgerechnet in dem Haus mit den zitronenengeleben Balkonen, obwohl er die Farbe gelb nicht ausstehen konnte. Damals hatte er einen Brief an die Hausverwaltung geschrieben und darum gebeten einfach die Balkone von einem der Nachbargebäuden gelb zu streichen. Eine Antwort bekam er nicht.

Zweifellos hatte er schon beim Einzug Pech gehabt, als er notgedrungen in das dreizehnte Stockwerk einziehen musste.  Eine Tatsache die für den abergläubischen Herrn Destino eigentlich unzumutbar war. Seitdem zählt er das Erdgeschoss als erste Etage mit und wohnt somit im vierzehnten Stock. Da die Hausverwaltung bei der, wie es in der Zeitung stand, umfassenden Renovierung nur die Balkone streichen ließ, war der Aufzug so vertrauenswürdig wie ein Mann mit Strumpfhose über dem Kopf in einer Bank. Eine weitere ärgerliche und mühsame Begebenheit im Leben von Herrn Destino.

So saß er nun Tag ein Tag aus auf seinem zitronengelben Balkon und  fühlte sich an den Rand der Stadt gedrängt, die im ganzen Land für ihre goldenen Türmen bekannt war.

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BeitragVerfasst am: 26.05.2012 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

-K-M-S-,

ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass ich mit Märchen nichts anfangen kann, ich gebe dir nur einen Eindruck von dem Text als solches, ok?

Den Titel "Obstsalat" finde ich witzig, nachdem ich weiß, wie er zustande gekommen ist.

Zitat:
Vor nicht allzu langer Zeit war eine Stadt im ganzen Land für ihre goldenen Türme bekannt. Am äußeren Rand dieser Stadt stand ein Hochhaus. Es passte so gar nicht zu der wundervollen Innenstadt und aus diesem Grund wurde es weit weg von ihr erbaut, so dass die Bewohner der goldenen Türme sich nicht gestört fühlten.

Alleine war es jedoch nicht. Fünf baugleiche Häuser standen in unmittelbarer Entfernung nebeneinander.


Hm. Mich stört ein wenig die Formulierung "stand ein Hochhaus". Du erklärst ausführlich, warum es so abseits steht, im nächsten Absatz jedoch fügst du hinzu, dass es nicht allein ist, sondern insgesamt sechs. Das irritiert.

Zitat:
Da gab es die zitronengelben Balkone, die erdbeerroten, die heidelbeerblauen, die apfelgrünen (Balkone - kann getrost weggelassen werden, denke ich) und solche, die lila waren wie eine Pflaume.


Zitat:
Herr Destino war lange Zeit, bevor die Balkone angestrichen worden, in eines der Hochhäuser gezogen und empfand es auch nicht als erstrebenswert, in einem Obstsalat zu wohnen.


Zitat:
Zu allem Überfluss wohnte er ausgerechnet in dem Haus mit den zitronenengeleben Balkonen


(Soll sicher zitronengelb heißen.)

Zitat:
Damals hatte er einen Brief an die Hausverwaltung geschrieben und darum gebeten, einfach die Balkone von einem der Nachbargebäuden gelb zu streichen.


Zitat:
Eine Tatsache, die für den abergläubischen Herrn Destino eigentlich unzumutbar war.


Zitat:
Seitdem zählte er das Erdgeschoss als erste Etage mit und wohnte somit im vierzehnten Stock.


Hier springst du von einer Zeitform in die nächste, etwas, das wohl als absolutes No-Go gilt.

Herr Destino wirkt auf mich so unsympathisch oder einsam, wie du es wahrscheinlich geplant hast, ansonsten kann ich nichts weiter sagen, da nichts passiert in dem Text.
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-K-M-S-
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BeitragVerfasst am: 26.05.2012 16:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für deine Anmerkungen mit der Zeitform und dem Tippfehler hast du natürlich recht. Grummel - muss ich jedes mal überlesen haben. Habe das in meiner Vorlage geändert.

Die Wirkung von "unsympathisch oder einsam" geht in die richtige Richtung. Bin sehr gespannt darauf, was noch für Anmerkungen kommen. Ich warte mal ab was noch so hineininterpretiert wird...
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gold
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BeitragVerfasst am: 26.05.2012 18:53    Titel: Re: Obstsalat Antworten mit Zitat

-K-M-S- hat Folgendes geschrieben:


Vor nicht allzu langer Zeit war eine Stadt im ganzen Land für ihre goldenen Türme bekannt. Am äußeren Rand dieser Stadt stand ein Hochhaus. Es passte so gar nicht zu der wundervollen Innenstadt und aus diesem Grund wurde es weit weg von ihr erbaut, so dass die Bewohner der goldenen Türme sich nicht gestört fühlten.

Alleine war es jedoch nicht. Fünf baugleiche Häuser standen in unmittelbarer Entfernung nebeneinander. Einzig durch die Farbe der Balkone unterschieden sie sich. Da gab es die zitronengelben Balkone, die erdbeerroten, die heidelbeerblauen, die apfelgrünen Balkone und solche, die lila waren wie eine Pflaume. Die Leute nannten den Block aus diesem Grund Obstsalat und freuten sich, dass die dekorativen Balkone etwas Farbe in die triste Umgebung brachten.

Nicht so Herr Destino. Herr Destino war lange Zeit bevor die Balkone angestrichen worden in eines der Hochhäuser gezogen und empfand es auch nicht als erstrebenswert in einem Obstsalat zu wohnen. Zu allem Überfluss wohnte er ausgerechnet in dem Haus mit den zitronenengeleben Balkonen, obwohl er die Farbe gelb nicht ausstehen konnte. Damals hatte er einen Brief an die Hausverwaltung geschrieben und darum gebeten, nicht seinen, sondern den Balkon von einem der Nachbargebäuden gelb zu streichen. Aber seine Bitte fand kein Gehör. Stattdessen wurde der Balkon seines Hauses gelb gestrichen.Zweifellos hatte er schon beim Einzug Pech gehabt, als er notgedrungen in das dreizehnte Stockwerk einziehen musste.  Eine Tatsache die für den abergläubischen Herrn Destino eigentlich unzumutbar war. Seitdem zählt er das Erdgeschoss als erste Etage mit und wohnt somit im vierzehnten Stock. Da die Hausverwaltung bei der, wie es in der Zeitung stand, umfassenden Renovierung nur die Balkone streichen ließ, war der Aufzug so vertrauenswürdig wie ein Mann mit Strumpfhose über dem Kopf in einer Bank. Eine weitere ärgerliche und mühsame Begebenheit im Leben von Herrn Destino.

So saß er nun Tag ein Tag aus auf seinem zitronengelben Balkon und  fühlte sich an den Rand der Stadt gedrängt, die im ganzen Land für ihre goldenen Türmen bekannt war.



hallo Kms,

ich habe die Stellen, die mir besonders gefallen, rot markiert. die Vorschläge habe ich in Grün in den Text gesetzt.

dein Märchen gefällt mir sehr. Ich kann mir auch die goldenen Türme und daneben die öden Häuser mit den bunten Balkons (als rettender Strohhalm inmitten der Tristess von scheußlichen Häusern) gut vorstellen.
Weit hergeholt find ich das gar nicht, eigentlich ist es kein Märchen, sondern die nackte Realität, zu sehen am Beispiel von Köln: der wunderschöne Dom mit Hohenzollernbrücke und Musicaldom, dann der Rhein, ein gelungenes Panorama, und ein paar Meter weiter ein scheussliches grünes Hochhaus oder das Hochhaus in der inneren Kanalstraße mit den roten und blauen Steinen... eine Geschmacksentgleisung!

Dein Märchen ist  für meinen Geschmack etwas kurz geraten. Würde gerne noch mehr davon lesen! Wink

Lg Gold
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-K-M-S-
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BeitragVerfasst am: 26.05.2012 19:31    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ gold: Vielen Dank für deinen Kommentar. Das hier ist die Einleitung von meinem Märchen oder was es auch immer wird. Ist ein bisschen schwierig für mich zu sagen, weil ich noch nie ein Märchen geschrieben habe. Es wird vielleicht auch ein märchenhafter ( fantasy ) Roman oder so Smile Also auf jeden Fall geht es noch weiter.

Ich habe bei meiner Geschichte eine bestimmte Stadt im Sinn und vielleicht wird das im weiteren Verlauf auch deutlich, obwohl sich da die Fantasie bestimmt auch mit der Realität mischen wird und die genaue Stadt ja auch nicht so entscheidend ist. Aber natürlich hast du recht: Um Wohnraum zu schaffen wurde ( besonders in der Vergangenheit ) schnell, hoch und hässlich am Stadtrand  gebaut.

Freue mich, dass dir der Einstieg ( und eine Textstellen besonders ) gefällt und werde über deinen Verbesserungsvorschlag nachdenken...
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-K-M-S-
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BeitragVerfasst am: 28.05.2012 10:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die Kommentare und Anmerkungen. Ich würde mich über weitere sehr freuen...


Hier die überarbeitete Form:


Vor nicht allzu langer Zeit war eine Stadt im ganzen Land für ihre goldenen Türme bekannt. Am äußeren Rand dieser Stadt standen mehrere Hochhäuser. Sie passten so gar nicht zu der wundervollen Innenstadt und aus diesem Grund wurden sie weit weg von ihr erbaut, so dass die Bewohner der goldenen Türme sich nicht gestört fühlten.

Zwischen den ganzen Hochhäusern standen auch fünf baugleiche Gebäude in unmittelbarer Entfernung nebeneinander. Einzig durch die Farbe der Balkone unterschieden sie sich. Da gab es die zitronengelben Balkone, die erdbeerroten, die heidelbeerblauen, die apfelgrünen und solche, die lila waren wie eine Pflaume. Die Leute nannten den Block aus diesem Grund Obstsalat und freuten sich, dass die dekorativen Balkone etwas Farbe in die triste Umgebung brachten.

Nicht so Herr Destino. Herr Destino war lange Zeit, bevor die Balkone angestrichen worden, in eines der Hochhäuser gezogen und empfand es auch nicht als erstrebenswert in einem Obstsalat zu wohnen. Zu allem Überfluss wohnte er ausgerechnet in dem Haus mit den zitronengelben Balkonen, obwohl er die Farbe gelb nicht ausstehen konnte. Damals hatte er einen Brief an die Hausverwaltung geschrieben und darum gebeten, einfach die Balkone von einem der Nachbargebäuden gelb zu streichen. Sein Vorschlag fand jedoch wohl kein Gehör denn er erhielt keine Antwort. Stattdessen wurden die Balkone seines Hauses einfach zitronengelb gestrichen.

Zweifellos hatte er schon beim Einzug Pech gehabt, als er notgedrungen in das dreizehnte Stockwerk einziehen musste.  Eine Tatsache, die für den abergläubischen Herrn Destino eigentlich unzumutbar war. Seitdem zählte er das Erdgeschoss als erste Etage mit und wohnte somit im vierzehnten Stock. Da die Hausverwaltung bei der, wie es in der Zeitung stand, umfassenden Renovierung nur die Balkone streichen ließ, war der Aufzug so vertrauenswürdig wie ein Mann mit Strumpfhose über dem Kopf in einer Bank. Eine weitere ärgerliche und mühsame Begebenheit im Leben von Herrn Destino.

So saß er nun Tag ein Tag aus auf seinem zitronengelben Balkon und  fühlte sich an den Rand der Stadt gedrängt, die im ganzen Land für ihre goldenen Türmen bekannt war.
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Beobachter
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BeitragVerfasst am: 28.05.2012 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

Gut gemacht, schön umgesetzt die Vorschläge, hab auch nur noch ein paar Kleinigkeiten, die mir ins Auge gefallen sind.

Zitat:
Zwischen den ganzen Hochhäusern standen auch fünf baugleiche Gebäude in unmittelbarer Entfernung nebeneinander.


Im ersten Text hatte ich es so verstanden, dass es überhaupt nur sechs Hochhäuser am Rande dieser wunderbaren Stadt gab. Jetzt gibt es also doch noch mehr, und nur diese sechs sind quasi die Ausnahme, der "Obstsalat"?

Zitat:
Sein Vorschlag fand jedoch wohl kein Gehör, denn er erhielt keine Antwort.



Zitat:
Eine Tatsache, die für den abergläubischen Herrn Destino (eigentlich = unnötig) unzumutbar war.


Das wollte ich eigentlich schon im ersten Text positiv vermerken: Mir gefällt, wie du den Kreis schließt, indem du im letzten Satz noch mal auf die Stadt mit den goldenen Türmen verweist, wie du es auch im ersten Satz getan hast.
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-K-M-S-
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BeitragVerfasst am: 28.05.2012 14:49    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ Beobachter: Vielen Dank für deine Mühe. Du hast recht: Am Anfang waren es nur die 6 Hochhäuser, aber durch die Anmerkung von gold habe ich es geändert. Die Umgebung ist wohl noch trister, wenn die Hochhäuser mit den bunten Balkonen zwischen andere grauen Hochhäusern stehen, als wenn sie nur für sich alleine dort existieren würden. Dann wäre ja z.B. viel Natur oder eventuell Ein- bzw. Zweifamilienhäuser um sie herum.

Hoffe, es kommen noch mehr Rückmeldungen denn nur so kann man etwas dazu lernen.  Very Happy
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-K-M-S-
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BeitragVerfasst am: 29.05.2012 18:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So ich poste jetzt einfach mal eine kurze Fortsetzung. Habe die Forumregeln gelesen und hoffe, dass ich nicht zu schnell sind. Es kamen erstmal keine Kommentare mehr und ich denke, dass man zu dem ersten Teil auch noch nicht so viel schreiben kommt. Also lege ich jetzt mal mit einem kurzen Teil nach, in dem sich die Hauptfiguren das erste Mal begegnen. Kommentare und konstruktive Kritik sind natürlich erwünscht und erbeten  Smile


Es klopfte an der Tür, als Herr Destino mal wieder auf seinem zitronengelben Balkon saß. Der Schweiß lief ihm über das Gesicht und verfing sich in seinem dunklen Vollbart. Die Hausverwaltung hatte damals nämlich nicht nur den Balkon streichen, sondern auch noch vollständig verglasen lassen, so dass jetzt nur noch eine kleine Luke zu öffnen war. Herr Destino bezweifelte stark, dass dieses tropische Klima eine Mieterhöhung von elf Prozent rechtfertigte.
„Wer konnte das nur sein?“, überlegte er während er langsam zur Tür ging. Ihm fiel beim besten Willen niemand ein und so dachte er schon an eine akustische Täuschung als er durch den Türspion niemanden entdecken konnte. Er wollte sich gerade zurück auf seinen Platz auf dem Balkon begeben, als es erneut an der Tür klopfte. Etwas verwirrt öffnete er die Tür und vor ihm stand ein kleines Mädchen. Er schaute zu dem Kind herunter und musterte es mit seinem Blick.
„Weißes Kleid, einen rosanen und einen weißen Schuh, dunkelbraune Haare zu einem Zopf gebunden und eine orangene Blume im Haar – merkwürdig!“, dachte er.
Herr Destino legte seine Stirn in Falten und stand abwartend vor dem Mädchen.
„Hi, ich heiße Solei.“, sagte das Mädchen und bei ihrem breiten Grinsen merkte er Herr Destino, dass ihr ein Schneidezahn fehlte.
„Was willst du?“, brummelte er.
„Ich sammele Geld um Blumen zu kaufen.“, erwiderte sie fröhlich.
„Blumen?“
„Ja, Blumen.“
„Ich verstehe nicht. Warum Blumen? Wofür? Und warum soll ich sie bezahlen?“
„Ich möchte mit ihnen den Obstsalat verschönern.“
„Sag mal, willst du mich ver...“, Herr Destino schaute auf das Mädchen herab und korrigierte sich schnell. „...äppeln?“
„Nein, wieso?“, fragte sie aufrichtig.
„Ich ähhh...“, Herr Destiono überlegte. „Ach, verschwinde einfach!“
Er schloss die Tür und setzte sich zurück auf seinen tropischen in zitronengelb gestrichenen Balkon.
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gold
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BeitragVerfasst am: 29.05.2012 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

-K-M-S- hat Folgendes geschrieben:
Vielen Dank für die Kommentare und Anmerkungen. Ich würde mich über weitere sehr freuen...


Hier die überarbeitete Form:


Vor nicht allzu langer Zeit war eine Stadt im ganzen Land für ihre goldenen Türme bekannt. Am äußeren Rand dieser Stadt standen mehrere Hochhäuser. Sie passten so gar nicht zu der wundervollen Innenstadt und aus diesem Grund wurden sie weit weg von ihr erbaut, so dass die Bewohner der goldenen Türme sich nicht gestört fühlten.

Zwischen den ganzen Hochhäusern standen auch fünf baugleiche Gebäude in unmittelbarer Entfernung nebeneinander. Einzig durch die Farbe der Balkone unterschieden sie sich. Da gab es die zitronengelben Balkone, die erdbeerroten, die heidelbeerblauen, die apfelgrünen und solche, die lila waren wie eine Pflaume. Die Leute nannten den Block aus diesem Grund Obstsalat und freuten sich, dass die dekorativen Balkone etwas Farbe in die triste Umgebung brachten.

Nicht so Herr Destino. Herr Destino war lange Zeit, bevor die Balkone angestrichen worden, in eines der Hochhäuser gezogen und empfand es auch nicht als erstrebenswert in einem Obstsalat zu wohnen. Zu allem Überfluss wohnte er ausgerechnet in dem Haus mit den zitronengelben Balkonen, obwohl er die Farbe gelb nicht ausstehen konnte. Damals hatte er einen Brief an die Hausverwaltung geschrieben und darum gebeten, einfach die Balkone von einem der Nachbargebäuden gelb zu streichen. Sein Vorschlag fand jedoch wohl kein Gehör denn er erhielt keine Antwort. Stattdessen wurden die Balkone seines Hauses einfach zitronengelb gestrichen.

Zweifellos hatte er schon beim Einzug Pech gehabt, als er notgedrungen in das dreizehnte Stockwerk einziehen musste.  Eine Tatsache, die für den abergläubischen Herrn Destino eigentlich unzumutbar war. Seitdem zählte er das Erdgeschoss als erste Etage mit und wohnte somit im vierzehnten Stock. Da die Hausverwaltung bei der, wie es in der Zeitung stand, umfassenden Renovierung nur die Balkone streichen ließ, war der Aufzug so vertrauenswürdig wie ein Mann mit Strumpfhose über dem Kopf in einer Bank. Eine weitere ärgerliche und mühsame Begebenheit im Leben von Herrn Destino.

So saß er nun Tag ein Tag aus auf seinem zitronengelben Balkon und  fühlte sich an den Rand der Stadt gedrängt, die im ganzen Land für ihre goldenen Türmen bekannt war.




Hallo Kms,

ich habe rot markiert, was m.E. verbessert/ geändert werden könnte:

"ganzen" weglassen
 in unmittelbarer Nähe nebeneinander.

statt einzig "allein" schreiben

"einfach" weglassen

"wohl" weglassen

"einfach " weglassen

"mühsame" weglassen

"denn er erhielt kein Gehör und der Balkon seines Gebäudes wurde gelb gestrichen"

kannst du etwas damit anfangen?

Lg Gold
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gold
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BeitragVerfasst am: 30.05.2012 15:32    Titel: Fortsetzung des Märchens Antworten mit Zitat

-K-M-S- hat Folgendes geschrieben:


Hallo K-M-S, hier meine Korrektur:

Es klopfte an der Tür, als Herr Destino wieder einmal auf seinem zitronengelben Balkon saß. entdecken konnte. Er wollte sich gerade zurück auf seinen Platz auf dem Balkon begeben, als es erneut an der Tür klopfte. Etwas verwirrt öffnete er die Tür und vor ihm stand ein kleines Mädchen. Er schaute sah an dem Kind herunter.
„Weißes Kleid, einen rosanen und einen weißen Schuh, dunkelbraune Haare zu einem Zopf gebunden und eine orangene Blume im Haar – merkwürdig!“, dachte er.
Herr Destino legte seine Stirn in Falten und stand abwartend vor dem Mädchen.
„Hi, ich heiße Solei.“, sagte das Mädchen und bei ihrem breiten Grinsen merkte er Herr Destino, dass ihr ein Schneidezahn fehlte.
„Was willst du?“, brummelte er.
„Ich sammele Geld um Blumen zu kaufen.“, erwiderte sie fröhlich.
„Blumen?“
„Ja, Blumen.“
„Ich verstehe nicht. Warum Blumen? Wofür? Und warum soll ich sie bezahlen?“
„Ich möchte mit ihnen den Obstsalat die bunten Balkons  verschönern.“
„Sag mal, willst du mich ver...“, Herr Destino schaute auf das Mädchen herab an und korrigierte sich schnell. „...äppeln?“
„Nein, wieso?“, fragte sie aufrichtig.
„Ich ähhh...“, Herr Destino überlegte. „Ach, verschwinde einfach!“
Er schloss die Tür und setzte sich zurück auf seinen tropischen in zitronengelb gestrichenen Balkon.
gelben Balkon.

Dein Märchen bleibt spannend.Lg Gold
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-K-M-S-
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BeitragVerfasst am: 01.06.2012 16:19    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank für deine Antwort. Ja, ich kann damit etwas anfangen. Werde mir dazu Gedanken machen und den Text überarbeiten.

Schade, dass nicht mehr schreiben. Mache ich irgendetwas falsch oder liegt es am Thema?
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adelbo
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BeitragVerfasst am: 01.06.2012 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo -K-M-S-,

du hast überhaupt nichts falsch gemacht. Kindergeschichten und Märchen sind in meinen Augen nicht so gefragt hier im Forum. Vielleicht auch, weil ganz selten welche abgestellt werden.

Mir gefällt dein Märchen gut. Werde es mir in einem ausdrucken und dir dann noch einmal ein Feedback geben. Vielleicht klappt es heute noch.

LG
adelbo


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„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
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adelbo
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BeitragVerfasst am: 01.06.2012 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo -K-M-S-,
man sollte erst genau lesen und dann posten. Für mich gibt es in deinem Text doch etliche Passagen die ich persönlich ändern würde. Ich habe mal im ersten Teil ein wenig markiert.
Grün fällt nicht so viel auf, das sind die Wörter die weg können. Ein paar Sachen erscheinen mir auch nicht ganz logisch. Wie auch im zweiten Teil, die plötzlich auftauchende Verglasung, die du m.E. eher erwähnen müsstest, da man dadurch ein ganz anderes Bild vor Augen hat. Wenn du es möchtest, gehe ich auch den zweiten Teil durch.


Zitat:
Vor nicht allzu langer Zeit war eine Stadt im ganzen Land für ihre goldenen Türme bekannt. Am äußeren Rand dieser Stadt (an ihrem äußeren Rand, um die Wiederholung zu vermeiden) standen mehrere Hochhäuser. Sie passten so gar nicht zu der wundervollen Innenstadt und aus diesem Grund wurden sie weit weg von ihr erbaut, (das würde ich umdrehen. Man hat sie so weit entfernt gebaut.....) so dass die Bewohner der goldenen Türme sich nicht gestört fühlten.

Zwischen den ganzen Hochhäusern standen auch fünf baugleiche Gebäude in unmittelbarer Entfernung nebeneinander. Zwischen den mehreren Hochhäusern, fünf baugleiche.. Das passt irgendwie nicht. Dann waren es eher viele)  Einzig durch die Farbe der Balkone unterschieden sie sich. Da gab es die zitronengelben Balkone, die erdbeerroten, die heidelbeerblauen, die apfelgrünen und solche, die lila waren wie eine Pflaume. Die Leute nannten den Block aus diesem Grund Obstsalat und freuten sich, dass die dekorativen Balkone etwas Farbe in die triste Umgebung brachten.

Nicht so Herr Destino. Herr Destino war lange Zeit, bevor die Balkone angestrichen worden (wurden) , in eines der Hochhäuser gezogen und empfand es auch nicht als erstrebenswert in einem Obstsalat zu wohnen. Zu allem Überfluss wohnte er ausgerechnet in dem Haus mit den zitronengelben Balkonen, obwohl er die Farbe gelb nicht ausstehen konnte. Damals(Hier würde ich schreiben wann)  hatte er einen Brief an die Hausverwaltung geschrieben und darum gebeten, einfach die Balkone von einem der Nachbargebäuden gelb zu streichen. Sein Vorschlag fand jedoch wohl kein Gehör denn er erhielt keine Antwort. Stattdessen wurden die Balkone seines Hauses einfach zitronengelb gestrichen.
Zweifellos hatte er schon beim Einzug Pech gehabt, als er notgedrungen in das dreizehnte Stockwerk einziehen musste. Eine Tatsache, die ,was für den abergläubischen Herrn Destino eigentlich unzumutbar war. Seitdem (von Anfang an oder von Beginn oder.. zählte er das Erdgeschoss als erste Etage mit und wohnte somit im vierzehnten Stock. Da die Hausverwaltung bei der, wie es in der Zeitung stand, umfassenden Renovierung nur die Balkone streichen ließ, war der Aufzug so vertrauenswürdig wie ein Mann mit Strumpfhose über dem Kopf in einer Bank. Eine weitere ärgerliche und mühsame Begebenheit im Leben von Herrn Destino. Ein ständig nicht funktionierender Aufzug ist keine Begebenheit eher ein ständiges Ärgernis)So saß er nun Tag ein Tag aus auf seinem zitronengelben Balkon und fühlte sich an den Rand der Stadt gedrängt, er wurde doch nicht aus der Stadt an den Stadtrand gedrängt oder? die im ganzen Land für ihre goldenen Türmen bekannt war.


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BeitragVerfasst am: 01.06.2012 22:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@adelbo Vielen Dank für deine Mühe. Hatte heute leider nicht so viel Zeit, aber werde mich morgen genau mit deinen Vorschlägen und meinem Text beschäftigen. Natürlich kannst du gerne auch den zweiten Teil durchgehen.
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BeitragVerfasst am: 04.06.2012 20:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hatte leider nicht so viel Zeit für den Text wie ich es wollte. Nun konnte ich ihn jedoch überarbeiten. Ich habe mich sehr über die Kommentare und Anmerkungen gefreut und sie haben mir weitergeholfen.  Einige Kleinigkeiten geändert und die Sache mit der Verglasung habe ich in den ersten teil integriert. Kam mir beim Schreiben damals auch merkwürdig vor und es ist wohl besser, wenn es schon im ersten teil erwähnt wird. Werde die beiden geänderten teile hier einfügen und habe nun auch eine Fortsetzung geschrieben. Wie immer würde ich mich über eure Kommentare, Anmerkungen und Hilfe freuen...


Obstsalat

Vor nicht allzu langer Zeit war eine Stadt im ganzen Land für ihre goldenen Türme bekannt. An ihrem äußeren Rand standen mehrere Hochhäuser. Sie passten so gar nicht zu der wundervollen Innenstadt und aus diesem Grund wurden sie weit weg von ihr erbaut, so dass die Bewohner der goldenen Türme sich nicht gestört fühlten.

Zwischen den vielen Hochhäusern standen auch fünf baugleiche Gebäude in unmittelbarer Entfernung nebeneinander. Einzig durch die Farbe der Balkone unterschieden sie sich. Da gab es die zitronengelben Balkone, die erdbeerroten, die heidelbeerblauen, die apfelgrünen und solche, die lila waren wie eine Pflaume. Die Leute nannten den Block aus diesem Grund Obstsalat und freuten sich, dass die dekorativen Balkone etwas Farbe in die triste Umgebung brachten.

Nicht so Herr Destino. Herr Destino war lange Zeit, bevor die Balkone angestrichen wurden, in eines der Hochhäuser gezogen und empfand es auch nicht als erstrebenswert in einem Obstsalat zu wohnen. Zu allem Überfluss wohnte er ausgerechnet in dem Haus mit den zitronengelben Balkonen, obwohl er die Farbe gelb nicht ausstehen konnte. Damals hatte er einen Brief an die Hausverwaltung geschrieben und darum gebeten, einfach die Balkone von einem der Nachbargebäuden gelb zu streichen. Sein Vorschlag fand jedoch wohl kein Gehör, denn er erhielt keine Antwort. Stattdessen wurden die Balkone seines Hauses einfach zitronengelb gestrichen. Im gleichen Zuge hatte man sie auch noch vollständig verglasen lassen, so dass jetzt nur noch eine kleine Luke zu öffnen war. An warmen Tagen herrschten dadurch tropische Temperaturen, wie in einem Gewächshaus, auf Herr Destinos Balkon. Er bezweifelte stark, dass dieses Klima eine Mieterhöhung von elf Prozent rechtfertigte.


Zweifellos hatte er schon beim Einzug Pech gehabt, als er notgedrungen in das dreizehnte Stockwerk einziehen musste.  Eine Tatsache, die für den abergläubischen Herrn Destino  unzumutbar war. Von Beginn an zählte er das Erdgeschoss als erste Etage mit und wohnte somit im vierzehnten Stock. Da die Hausverwaltung bei der, wie es in der Zeitung stand, umfassenden Renovierung nur die Balkone streichen ließ, war der Aufzug so vertrauenswürdig wie ein Mann mit Strumpfhose über dem Kopf in einer Bank. Eine weiteres mühsames Ärgernis im Leben von Herrn Destino.

So saß er nun Tag ein Tag aus auf seinem zitronengelben Balkon und  fühlte sich an den Rand der Stadt gedrängt, die im ganzen Land für ihre goldenen Türmen bekannt war.



Es klopfte an der Tür, als Herr Destino wieder einmal auf seinem zitronengelben Balkon saß. Der Schweiß lief ihm über das Gesicht und verfing sich in seinem dunklen Vollbart.
„Wer konnte das nur sein?“, überlegte er während er langsam zur Tür ging. Ihm fiel beim besten Willen niemand ein und so dachte er schon an eine akustische Täuschung als er durch den Türspion niemanden entdecken konnte. Er wollte sich gerade zurück auf seinen Platz auf dem Balkon begeben, als es erneut klopfte. Etwas verwirrt öffnete er die Tür und vor ihm stand ein kleines Mädchen. Er schaute zu dem Kind herunter und musterte es mit seinem Blick.
„Weißes Kleid, einen rosa und einen weißen Schuh, dunkelbraune Haare zu einem Zopf gebunden und eine orange Blume im Haar – merkwürdig!“, dachte er.
Herr Destino legte seine Stirn in Falten und stand abwartend vor dem Mädchen.
„Hi, ich heiße Solei.“, sagte das Mädchen und bei ihrem breiten Grinsen merkte er, dass ihr ein Schneidezahn fehlte.
„Was willst du?“, brummelte er.
„Ich sammele Geld um Blumen zu kaufen.“, erwiderte sie fröhlich.
„Blumen?“
„Ja, Blumen.“
„Ich verstehe nicht. Warum Blumen? Wofür? Und warum soll ich sie bezahlen?“
„Ich möchte mit ihnen den Obstsalat verschönern.“
„Sag mal, willst du mich ver...“, Herr Destino schaute das Mädchen an und korrigierte sich schnell. „...äppeln?“
„Nein, wieso?“, fragte sie aufrichtig.
„Ich ähhh...“, Herr Destino überlegte. „Ach, verschwinde einfach!“
Er schloss die Tür und setzte sich zurück auf seinen tropischen in zitronengelb gestrichenen Balkon.



Die Fortsetung:

Am darauffolgenden Tag war der graue Himmel mit dunklen Wolken verhangen und der Regen prasselte gegen die Verglasung des Balkons. Herr Destino starrte von ihm aus direkt auf das Hochhaus mit den erdbeerroten Balkonen und dem mit den apfelgrünen. „Regentag – Dunkelbunt. Ob das Hundertwasser meinte?“, schoss es ihm durch den Kopf, als er zwischen den Hochhäusern plötzlich ein kleines Mädchen mit einem Einkaufswagen entdeckte. Aus der Entfernung sah dieser aus wie ein leuchtender Punkt in der ansonsten grauen Umgebung. Das kleine Mädchen im weißen Kleid hatte den Wagen mit vielen farbenfrohen Blumen vollgepackt. „Was für ein merkwürdiges Kind.“, dachte Herr Destino bei sich. „Wo wohnt es nur? Die Eltern von dem kleinen Mädchen müssen verrückt sein.“
Als das Kind um die Ecke bog versuchte er ihr nachzuschauen, doch dabei schlug er mit dem Kopf gegen die Verglasung.
Verstört nahm er wieder auf seinem Stuhl platz. „Was hatte es nur mit dem Mädchen auf sich“, überlegte er laut. „Und vor allem: Warum interessiert mich das?“
Vom prasseln des Regens und der immer noch angestauten Wärme auf seinem zitronengelben Balkon musste Herr Destino wohl eingeschlafen sein, als ihn ein Klopfen aus dem Schlaf weckte. Er rieb sich die Augen und wäre fast vom Stuhl gefallen, als es zum zweiten Mal an klopfte. „Verdammt!“, dachte er bei sich und machte sich auf den Weg zur Tür. Erneut schaute er durch den Türspion, aber konnte niemanden entdecken. „Wer ist da?“, rief Herr Destino. „Solei“, hörte er eine hallende fröhliche Stimme aus dem Treppenhaus. „Sag mal, was ist los mit dir?“, murmelte ein langsam verärgerte Herr Destino mit verdrehten Augen. „Ich wollte nur...“, fing die Stimme aus dem Treppenhaus an zu erklären, als sie unterbrochen wurde. „Jetzt höre mir mal gut zu“, fing Herr Destino an. „Lass mich in Ruhe. Mir ist egal was du willst oder was du brauchst... Ich heiße nicht Léon!“ Er machte sich zurück auf den Weg zu seinem Balkon und gerade, als er vom Flur aus sein Wohnzimmer betreten wollte erstarrte er. Von der Zimmertür aus konnte er auf seinem Stuhl auf dem Balkon zwei Schuhe erkennen – einen rosa und einen weißen.
„ Mit deinem Kommentar spielst du wohl auf den Spielfilm von Luc Besson aus dem Jahr 1994 an. Mit Jean Reno und Nathalie Portman in den Hauptrollen. Keine Angst – ich heiße nicht Mathilda“, sagte Solei grinsend. Herr Destino stand mit offenem Mund in der Tür.
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-K-M-S-
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

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BeitragVerfasst am: 10.06.2012 12:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Sprachlos? Ist der dritte Teil so schlecht?  Embarassed
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Nightflyer
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 36
Beiträge: 132



BeitragVerfasst am: 11.06.2012 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Kurz noch was zum zweiten Teil:

Zitat:

„Weißes Kleid, einen rosa und einen weißen Schuh, dunkelbraune Haare zu einem Zopf gebunden und eine orange Blume im Haar – merkwürdig!“, dachte er.


Die Anführungszeichen stehen für direkte Rede - was hier nicht geht wenn er das nur denkt. Ich würde das so lösen:

Sie trug ein weißes Kleid, einen rosa und einen weißen Schuh, hatte dunkelbraune Haare zu einem Zopf gebunden, verziert mit einer orangen Blume. Merkwürdig, dachte er.

Oder aber einfache Anführungszeichen. Oder aber wie auch immer smile

PS: Schlecht? Himmel nein! Ist ganz ok smile


_________________
Jeder Tag verwelkt dahin wie die Blüte einer ausgedörrten Blume - doch der Wandel der Zeit ist der Sinn des Lebens.
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Sebastian L
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 27
Beiträge: 2



BeitragVerfasst am: 11.06.2012 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo K-M-S,

ich habe mich mit deinem TExt auseinandergesetzt und mir überlegt wieso er mich nicht angesprochen hat. Das darfst du jetzt nicht subjektiv nehmen, ich möchte dich auch auf gar keinen Fall entmutigen, es ist nur eine ganz ehrliche Kritik, wie ich sie auch gerne hätte.

Wenn man sich längere Zeit mit dem Schreiben befasst, dann kommt man zu dem Schluss, dass man für den Leser schreibt. Man muss ihm Rätsel aufgeben, man muss ihn bei Laune halten, Spannung und Entspannung. Die Einleitung muss ihn fesseln, sonst legt er die Geschichte gleich wieder weg! Es darf nicht stocken, ein stetiger Fluss an Bildern und Informationen, gut gepaart. Der Leser muss hineinfinden in das Ganze.

Nach deinem Text hatte ich nur 5 Hochhäuser vor mir in hässlichen Farben. Der Obstsalat. Aber wie du das rübergebracht hast, naja hier im Detail:

1. Absatz: Achtung auf Wortwiederholungen! Du verwendest dreimal "Stadt", das geht gar nicht.
Die ältere Sprache im ersten Satz passt nicht zum Rest, viel zu künstlich, gerade wenn es ein modernes Märchen sein soll.
Es ist zu lang. Den ganzen dritten Satz kann man weglassen, unnötig! Das ist langweilig, die Einleitung stockt schon im dritten Satz! Der Leser kann sich schon denken wieso das Hochhaus nicht bei den goldenen Türmen steht, oder versucht es zu erraten, man muss siene Fantasie anregen und darf ihm nicht alles sagen.

2. Absatz: 4x "Balkon", Wortwiederholung ist ein No-Go, zeugt von Schwäche bei der Ausformulierung. Wieder kann man das Ganze zusammenfassen. Du willst nur auf den Obstsalat aufmerksam machen, dein Prunkstück, deine Idee hinter dem Ganzen. Doch du präsentierst es so aufgesetzt, dass es den Leser gar nicht mehr wirklich zum Lachen bringen kann. Echt coole Idee, muss man aber umformulieren, unbedingt!

3. Absatz: Schon wieder 2x wohnen in den ersten 2 Sätzen. Erster SAtz ist aber super! Gefällt mir.
Aber: "Zu allem Überfluss wohnte er ausgerechnet in dem Haus mit dem zitronengelben Anstrich". DAs genügt, das hätte ich geschrieben, das obwohl...blablabla, nicht schon wieder irgendeine Erklärung, dass er sie schrecklich findet, das kann sich der LEser schon denken!
"Doch alle seine Beschwerden bei der Hausverwaltung blieben unbeantwortet, oder etwas in der Richtung reicht auch.

4. Absatz:
"Zweifellos stand der Einzug in den dreizehnten Stock für den abergläubischen Destino unter keinen guten Stern."
(Meine Idee das zu verkürzen, und flüssiger zu gestalten)
Also die Metapher mit dem Mann und der Strumpfhose über dem Kopf in der Bank ist etwas lahm.

Du zeichnest in den unnötigen vielen, einfachen Sätzen einen verbitterten, abergläubigen Mann. Also mehr als die Einleitung hätte ich nicht gelesen. Keine Vermutung auf etwas Kritik, auf eine POinte, auf eine Essenz auf einen möglichen Spannungsgrundstein.

Worauf willst du hinaus, was planst du und wie geht es weiter?


Nicht den Kopf hängen lassen, wenn ich was poste, dann will ich ehrlich sein, macht ja keinen Sinn Lügen zu schreiben!

lg
Sebi
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-K-M-S-
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 38
Beiträge: 22
Wohnort: Bielefeld


BeitragVerfasst am: 12.06.2012 20:33    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@Sebastia L: Vielen Dank für deine Kritik. Ich bin immer offen für Anregungen und freue mich, wenn sich jemand so viel Zeit nimmt. Mit einigen Punkten konnte ich etwas anfangen, mit anderen nicht und wiederum andere Punkte sind wohl Geschmackssache.

Im ersten Abschnitt verwende ich die Wörter Stadt / Innenstadt und zum Abschluss des Absatzes schlage ich einen Bogen zum Anfang und das Wort Stadt fällt erneut. Dies als Wortwiederholung oder gar "No-Go" / "Geht gar nicht" zu bezeichnen kann ich nicht nachvollziehen.

Zudem muss ich dir sagen, dass ich die Formulierung "der Leser" unglücklich finde. Nicht "der Leser" kann sich alles denken oder findet Textstellen langweilig, sondern du.

Vielen Dank, dass du so ehrlich warst. Nur ehrliche Kritik bringt einen weiter und ich werde sie in meine weiteren Überlegungen einfließen lassen.
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lilapilz
Abc-Schütze


Beiträge: 2



BeitragVerfasst am: 13.06.2012 09:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hej -K-M-S-


Zitat:
Herr Destino starrte von ihm aus direkt auf das Hochhaus mit den erdbeerroten Balkonen und dem mit den apfelgrünen.


Ich würde diesen Satz umbauen. von "ihm aus" "mit den erdbeerroten...und dem mit den apfelgrünen". Dativ ist falsch m.E. an dieser Stelle. --> das mit den apfelgrünen.

Zitat:
Am darauffolgenden Tag war der graue Himmel mit dunklen Wolken verhangen und der Regen prasselte gegen die Verglasung des Balkons


Der "graue Himmel mit dunklen Wolken verhangen" - überladen.

Zitat:
Aus der Entfernung sah dieser aus wie ein leuchtender Punkt in der ansonsten grauen Umgebung.


Inhaltlich frage ich mich als Leser ob das stimmt? Schließlich wohnen die beiden ja im Obstsalat. Ich stelle mir den Block eher farbig vor durch die bemalten Balkone.

Zitat:
Als das Kind um die Ecke bog versuchte er ihr nachzuschauen, doch dabei schlug er mit dem Kopf gegen die Verglasung.


"ihm", da es sich auf das Kind bezieht.

Zitat:
Vom pPrasseln des Regens und der immer noch angestauten Wärme auf seinem zitronengelben Balkon musste Herr Destino wohl eingeschlafen sein, als ihn ein Klopfen aus dem Schlaf weckte. Er rieb sich die Augen und wäre fast vom Stuhl gefallen, als es zum zweiten Mal an klopfte.


Wohl fragt nach einem denn oder da, wird hier aber mit "als" beantwortet. Z.B. ...wohl eingeschlafen sein, da ein Klopfen ihn aufschrecken ließ.

Zitat:
Erneut schaute er durch den Türspion, aber konnte aber niemanden entdecken. „Wer ist da?“, rief Herr Destino. „Solei“, hörte er eine hallende fröhliche Stimme aus dem Treppenhaus. „Sag mal, was ist los mit dir?“, murmelte ein langsam verärgerter Herr Destino mit verdrehten Augen.


"mit verdrehten Augen" würde ich noch mal überdenken. Gibt mir das Bild von einem Wahnsinnigen und überlädt den Satz.


Ja und dann deine Nennung von Léon, also für mich war schon klar worum es sich handelt als ich Herr Destinos "Ich heiße nicht Léon" las, was natürlich nicht für alle gelten muss. Jedoch reißt diese ganze Erläuterung einen raus aus dem ganzen Obstsalatbusiness. Es wird ein wenig unglaubwürdig. Sofern du Léon und Mathilda wirklich einbringen willst um auf Parallele hinzuweisen oder weil das im Folgenden noch eine große Rolle spielen wird, dann reicht es vielleicht auch mit: "...und ich heiße nicht Mathilda". Naja, überdenk eben noch einmal das Ganze und wie wichtig das ist. Würde es weg lassen, wenn es nicht tragend ist.

Was mir ins Auge sprang.


Ansonsten - ich mag Märchen und Geschichten, die den Alltag einfach etwas erleichtern und bunter gestalten mit Hilfe von Fantasie und ohne erkennbare Grenzen.

Wie wird es weiter gehen?

lilapilz
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-K-M-S-
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BeitragVerfasst am: 13.06.2012 16:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ lilapilz: Vielen Dank für deine Mühe. Es ist für mich wirklich interessant zu sehen, was man noch alles an dem Text ändern. Erstaunlich was für verschiedene Textstellen angesprochen werden, wenn die Geschichte mit anderen Augen gelesen wird.

Über die Sache mit Léon und Mathilda habe ich auch beim Schreiben viel nachgedacht. Wie du schon angemerkt hast, war ich mir auch nicht sicher, ob jeder Leser weiß worauf angespielt wird.  Ich habe die Sachen zum Schmunzeln mit rein genommen und vor allem, um den Leser zu verblüffen. Wie kann ein kleines Mädchen die Anspielung von Herrn Destino verstehen und auch noch den Regisseur, die Hauptdarsteller und das Jahr benennen? Das ist es was sich der Leser an der Stelle fragen soll.
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