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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Die Arme meines Vaters


 
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MT
Geschlecht:männlichDichter und Denker

Alter: 47
Beiträge: 1172
Wohnort: Im Süden (Niedersachsens)


BeitragVerfasst am: 24.05.2012 10:34    Titel: Die Arme meines Vaters eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Der Beginn einer neuen Romanidee. Zündet der Anfang?

Die Arme meines Vaters

„Hier, sieh mal“, sage ich und halte meiner Großmutter den Brief entgegen.
„Was ist das?“, fragt sie.
„Lies halt“, sage ich.
Mit ihrer knochigen Gichthand nimmt sie das Kuvert und mustert den Absender, ganz dicht muss sie die Buchstaben vor ihre Nase halten, sonst kann sie nichts erkennen. Die wenigen Worte, die sie im Absenderfeld entziffert, scheinen ihr zu genügen, sie legt den Brief in ihren Schoss und starrt in den Garten.
Es ist elf Uhr morgens, das Thermometer zeigt knapp zwanzig Grad und die Sonne strahlt von einem blauen Himmel herab. Amseln singen im weiß blühenden Kirschbaum, von der Nebenterrasse weht Husten eines alten Mannes herüber.
„Willst du gar nicht lesen, was drin steht?“, frage ich und meine Stimme ist nicht einmal laut dabei.
Die Schwester kommt zu uns und fragt mich nach Kaffee. Ich lehne ab. Sie lächelt, schenkt meiner Großmutter wortlos nach und geht. Altersheimkaffee schmeckt mir nicht.
„Irgendwann musste es passieren“, sagt Großmutter leise.
Ich stehe von meinem Stuhl auf, nehme den Brief aus ihrem Schoß und lege ihr eine Hand auf die Schulter.
„Oma, ich verstehe es nicht. Ich verstehe gar nichts mehr.“
Als ich gehen will, hält sie mich am Arm fest.
„Was wirst du tun?“
Jetzt sehe auch ich in den Garten, in den gepflegten Park mit seinen gepflegten Wegen und dem gepflegten Springbrunnen, mit den vielen bunten Tulpen und den alten Menschen überall, die wie Steinskulpturen auf den Bänken hocken. Großmutter und ich starren den Kirschbaum an mit seiner weißen Blüte, geradeso, als könnte er Antworten geben.
„Ich werde hinfahren“, sage ich.
Sie nickt kaum sichtbar. Ich löse meinen Arm aus ihrer Hand.
Und gehe.

Es ist vierzehn Uhr, als ich den Bahnsteig betrete. Die Luft flimmert über den Gleisen. Ein paar Menschen stehen im Schatten der Überdachung, manche rauchen. Eine junge Frau hockt vor einem riesigen Rucksack und kramt darin rum. Der Rucksack ist fast größer als sie selbst, vielleicht eine Studentin mit einem Interrailticket für Europa; wie ich vor zwei Jahren.
Der Intercityexpress fährt mit quietschenden Rädern ein, er hat zehn Minuten Verspätung. Kein gutes Zeichen für meinen Anschlussflug ab Frankfurt.  
Als ich einen Fensterplatz im Großraumabteil gefunden, meinen Koffer im Gepäckfach verstaut und meine Tasche neben mir auf den Sitz gestellt habe, hole ich den Brief hervor, den ich von dem Notar aus Perpignan bekommen habe. In einer Angelegenheit, meinen Vater bereffend, schreibt er, müsse ich nach Perpignan kommen. Es gebe etwas zu regeln.
Den Brief in der Hand, klappe ich meinen Sitz zurück und schließe die Augen. Zwischen Hamburg und Frankfurt liegen rund dreieinhalb Stunden Fahrt. Ich will versuchen etwas zu schlafen, ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und auch jetzt rast mein Herz in der Brust. Mein Vater ist gestorben, als ich vier war, ich kann mich kaum an ihn erinnern. Was sollte es da jetzt noch zu regeln geben, nach siebenundzwanzig Jahren?
(…)

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KeTam
Geschlecht:weiblichUngeduld

Alter: 44
Beiträge: 6750

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 24.05.2012 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

Bei mir zündet der Anfang!
Hast mich neugierig gemacht.

Was mich stört, ist der sehr abrupte Einstieg in den Text.
Vielleicht könntest du ja das, was du weiter unten über die Umgebung sagst,
an den Anfanh stellen.
(Das mit dem Park undden alten Leuten, die wie Skulpturen aussehen).
Und über das Husten, das "herüberweht", bin ich gestolpert.
Hört sich ein bischen seltsam an, als ob dieses Husten eine leichte Briese verursachen würde, die die Protas auf ihrer Haut spüren..

Lg,KeTam.
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Nicki
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

Alter: 63
Beiträge: 4730
Wohnort: Mönchengladbach
Ei 10


BeitragVerfasst am: 24.05.2012 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
mich hat der Anfang auch in die Geschichte gezogen, allerdings finde ich die ersten Sätze als Einstieg nicht so prickelnd. Würde ich mir aber noch keinen Kopf machen, die gesamte Szene ist so gelungen, dass man gerne weiterlesen und wissen möchte, was in dem Brief steht.
Meist werden die ersten Sätze hunderte Male umgeschrieben; ich würde ihn erst einmal so stehen lassen.
Was mir auffiel:
gepflegte hast du zwei Mal direkt hintereinander und ich würde bei dem Wort Husten noch einen Artikel davorsetzen.
Gerne gelesen
Nicki
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Gast







BeitragVerfasst am: 24.05.2012 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

ein Einstieg, der neugierig machen soll, und mich macht er neugierig, es sind ein paar Kleinigkeiten, die mich ein wenig stören:

Zitat:
Die Schwester kommt zu uns und fragt mich nach Kaffee.

Das müsstest du anders herum formulieren, hier sieht es aus, als wolle die Schwester Kaffee von ihm.

Die Ausführlichkeit, wie Prota, den du (frei nach Ralphie smile  ) auch gleich durch die Grossmutter (vor-)namentlich benennen lassen könntest, sich im Zugabteil einrichtet, finde ich überflüssig, so ein Einstieg sollte möglichst straff sein, meine ich.
Es ist gut, wie man erfährt, dass Prota schon Europa bereist hat, und es ist auch gut, dass du ihn sofort auf eine Reise schickst, ich wär jetzt schon neugierig darauf, wie er dem französischen Anwalt begegnet smile

Kommt noch mehr?

LG
Lorraine
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Gast







BeitragVerfasst am: 24.05.2012 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko/a,

mich macht der Anfang auch neugierig, bin gleich mitten drin. Prima!
Ein paar Anmerkungen hätte ich da, ich schreib mal in den Text. Vielleicht kannst du was gebrauchen.

Inkognito hat Folgendes geschrieben:

Die Arme meines Vaters

„Hier, sieh mal“, sage ich und halte meiner Großmutter den Brief entgegen.
„Was ist das?“, fragt sie.
„Lies halt., sage ich. (Die Begleitsätze braucht es nicht, es ist klar wer spricht.)
Mit ihrer knochigen Gichthand nimmt sie das Kuvert und mustert den Absender, ganz dicht muss sie die Buchstaben (? eher den Briefumschlag? Sie pflückt ja nicht die Buchstaben vom Papier) vor ihre Nase halten, sonst kann sie nichts erkennen. Die wenigen Worte, die sie im Absenderfeld entziffert, scheinen ihr zu genügen, sie legt den Brief in ihren Schoss und starrt in den Garten.
Es ist elf Uhr morgens, das Thermometer zeigt knapp zwanzig Grad und die Sonne strahlt von einem blauen Himmel herab. Amseln singen im weiß blühenden Kirschbaum, von der Nebenterrasse weht schallt der Husten eines alten Mannes herüber. (Da frage ich mich, ob man am Husten das Alter erkennen kann?)
„Willst du gar nicht lesen, was drin steht?“, frage ich und meine Stimme ist nicht einmal laut dabei.
Die Schwester kommt zu uns und fragt mich nach Kaffee. (Sie bietet dem Prota wohl Kaffee an. Es klingt als, wolle sie welchen) Ich lehne ab. Sie lächelt, schenkt meiner Großmutter wortlos nach und geht. Altersheimkaffee schmeckt mir nicht.
„Irgendwann musste es passieren“, sagt Großmutter leise.
Ich stehe von meinem Stuhl auf, nehme den Brief aus ihrem Schoß und lege ihr eine Hand auf die Schulter.
„Oma, ich verstehe es nicht. Ich verstehe gar nichts mehr.“
Als ich gehen will, hält sie mich am Arm fest.
„Was wirst du tun?“
Jetzt sehe auch ich in den Garten, in den gepflegten Park mit seinen gepflegten Wegen und dem gepflegten Springbrunnen, mit den vielen bunten Tulpen und den alten Menschen überall, die wie Steinskulpturen auf den Bänken hocken. Großmutter und ich starren den Kirschbaum an mit seiner weißen Blüte, geradeso, als könnte er Antworten geben.. (Den Kirschbaum hat es weiter oben schon gegeben, ich würde etwas anderes wählen)
„Ich werde hinfahren“, sage ich.
Sie nickt kaum sichtbar. Ich löse meinen Arm aus ihrer Hand.
Und gehe.

Es ist vierzehn Uhr, als ich den Bahnsteig betrete. Die Luft flimmert über den Gleisen. Ein paar Menschen stehen im Schatten der Überdachung, manche rauchen. Eine junge Frau hockt vor einem riesigen Rucksack und kramt darin rum. Der Rucksack ist fast größer als sie selbst, vielleicht eine Studentin mit einem Interrailticket für Europa; wie ich vor zwei Jahren.
Der Intercityexpress fährt mit quietschenden Rädern ein, er hat zehn Minuten Verspätung. Kein gutes Zeichen für meinen Anschlussflug ab Frankfurt.  
Als ich einen Fensterplatz im Großraumabteil gefunden , meinen Koffer im Gepäckfach verstaut und meine Tasche neben mir auf den Sitz gestellt habe, hole ich den Brief hervor, den ich von dem Notar aus Perpignan bekommen habe. In einer Angelegenheit, meinen Vater betreffend, schreibt er, müsse ich nach Perpignan kommen. Es gebe etwas zu regeln.
Den Brief in der Hand, klappe ich meinen Sitz zurück und schließe die Augen. Zwischen Hamburg und Frankfurt liegen rund dreieinhalb Stunden Fahrt. Ich will versuchen etwas zu schlafen, ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und auch jetzt rast mein Herz in der Brust. Mein Vater ist gestorben, als ich vier war, ich kann mich kaum an ihn erinnern. Was sollte es da jetzt noch zu regeln geben, nach siebenundzwanzig Jahren?
(…)


Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

Liebe Grüße
Monika
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hobbes
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3123

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 24.05.2012 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.

Ich schließe mich sowohl denen an, bei denen der Anfang "gezündet" hat, als auch denen, die wehenden Husten merkwürdig finden.
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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3382
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 24.05.2012 13:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inkognito,

auch mich hat der Anfang gepackt und bin gespannt auf weiteres. Auch dein Schreibstil nimmt den Leser gut mit und führt unbemerkt durch das Geschehen. Du lässt deutliche Bilder entstehen und man spürt Atmosphäre.
Mir ist lediglich zu Beginn aufgefallen, dass es da nicht so fließt, wie im Rest der Geschichte.
Sei es nun an der sehr kurzen Redesätzen zu Beginn, die aus meiner Sicht nicht so tragend sind und auch nicht nötig. Ich klammere einfach mal ein, was ich weglassen würde, weil es auch so sonnenklar ist für den Leser.

Du schreibst:

Zitat:
„Hier, sieh mal“, sage ich und halte meiner Großmutter den Brief entgegen.
(„Was ist das?“, fragt sie.
„Lies halt“, sage ich.)
Mit ihrer (knochigen) Gichthand nimmt sie das Kuvert und mustert den Absender, ganz dicht muss sie die Buchstaben vor ihre Nase halten,( sonst kann sie nichts erkennen.) Die wenigen Worte, die sie im Absenderfeld entziffert, scheinen ihr zu genügen, sie legt den Brief in ihren Schoss und starrt in den Garten.


eine Gichthand sagt eigentlich alles, sogar noch mehr als nur knochig. Wenn du das Adjektiv weglässt, habe ich sogar Knoten vor Augen.

Auch der Nachsatz zu: sie muss die Buchstaben vor die Nase halten, bringt keine neue Info. Weglassen oder eine Info, die der Leser sich nicht denken kann.. (verlegte Brille / oder grauer Star und Brille hilft nur bedingt/ oder trotz einer starken Brille kann....)
Die beiden Redesätze verzögern nur das Einsteigen.

Danach liest sich diese Geschichte sehr gut und lässt einiges erwarten.

Gern gelesen. Aranka
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Klaus
Geschlecht:männlichSchreiberling

Alter: 68
Beiträge: 247
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 24.05.2012 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ein wirklich guter Einstiegstext. Trotzdem: Vielleicht kannst du was gebrauchen:


Zitat:
Die Arme meines Vaters

„Hier, sieh mal“, sage ich und halte meiner Großmutter den Brief entgegen.
„Was ist das?“, fragt sie.
„Lies halt“, sage ich.
Mit ihrer knochigen Gichthand (vielleicht besser: mit ihren knöchrigen Fingern / mit steifen Fingern o.ä.) nimmt sie das Kuvert und mustert den Absender,(Punkt) ganz dicht muss sie die Buchstaben (den Brief) vor ihre Nase (Augen) halten, sonst kann sie nichts erkennen.

(Großmütter sind i. d. Regel alt. Da bedarf es ebenfalls i. d. Regel keiner großen Beschreibung ihres Aussehens und ihrer Gebrechen. Es sei denn, sie sind für den weiteren Verlauf der Story wichtig)
  
Die wenigen Worte, die sie im Absenderfeld entziffert (entziffern kann), scheinen ihr zu genügen, sie legt den Brief in ihren Schoss und starrt in den Garten.
Es ist elf Uhr morgens, das Thermometer zeigt knapp zwanzig Grad und die Sonne strahlt von einem blauen Himmel herab. Amseln singen im weiß blühenden Kirschbaum, von (auf) der Nebenterrasse (Terrasse nebenan) weht (klingt das) Husten eines alten Mannes herüber.
„Willst du gar nicht lesen, was drin steht?“, frage ich und meine Stimme ist nicht einmal laut dabei.
Die Schwester kommt zu uns und fragt mich nach Kaffee. Ich lehne ab. Sie lächelt, schenkt meiner Großmutter wortlos nach und geht. Altersheimkaffee schmeckt mir nicht.
„Irgendwann musste es passieren“, sagt Großmutter leise.
Ich stehe von meinem Stuhl auf, nehme den Brief aus ihrem Schoß und lege ihr eine Hand auf die Schulter. (das passt irgendwie nicht. Irgendwie zu abrupt. Vielleicht besser, wenn sie sich gegenübersitzen, sie den Brief wieder an sich nimmt und danach die Hände im Schoß ihrer Großmutter mit ihren umfasst
„Oma, ich verstehe es nicht. Ich verstehe gar nichts mehr.“
(jetzt könntest du sie für einen kurzen Zeitraum oder auch länger schweigend beieinander sitzen lassen)
Als ich gehen will, hält sie mich am Arm fest. (Als ich aufstehe um zu gehen, hält sie mich am Arm fest)
„Was wirst du (nun) tun?“
(Jetzt sehe auch ich in den Garten, in den gepflegten Park mit seinen gepflegten Wegen und dem gepflegten Springbrunnen, mit den vielen bunten Tulpen = entweder Garten oder Park. Tulpen wachsen nicht im Springbrunnen;)  und den (vielen) alten Menschen überall, die wie Steinskulpturen auf den Bänken hocken. Großmutter und ich starren den Kirschbaum an mit seiner weißen Blüte, geradeso, als könnte er Antworten geben.
„Ich werde hinfahren“, sage ich.
Sie nickt kaum sichtbar. Ich löse meinen Arm aus ihrer Hand.
Und gehe.

Es ist vierzehn Uhr, als ich den Bahnsteig betrete. Die Luft flimmert über den Gleisen. Ein paar Menschen stehen im Schatten der Überdachung, manche rauchen. Eine junge Frau hockt vor einem riesigen Rucksack und kramt darin rum. Der Rucksack ist fast größer als sie selbst, vielleicht eine Studentin mit einem Interrailticket für Europa; wie ich vor zwei Jahren.
Der Intercityexpress (Zug) fährt mit quietschenden Rädern (mit kreischendem Bremsen) ein, er hat zehn Minuten Verspätung. Kein gutes Zeichen für meinen Anschlussflug ab Frankfurt. (Kein gutes Vorzeichen, um meinen Anschlussflug ab Frankfurt noch zu erreichen)
Als (Nachdem) ich einen Fensterplatz im Großraumabteil gefunden, meinen Koffer im Gepäckfach verstaut und meine Tasche neben mir auf den Sitz gestellt habe, hole ich den Brief hervor, den ich von dem Notar aus Perpignan bekommen habe. In einer Angelegenheit, meinen Vater be(t)reffend, schreibt er, müsse ich nach Perpignan kommen (schreibt er). Es gebe etwas zu regeln.
Den Brief in der Hand, klappe ich meinen Sitz zurück und schließe die Augen. Zwischen Hamburg und Frankfurt (Vor mir) liegen rund dreieinhalb Stunden Fahrt. Ich will versuchen etwas zu schlafen (zur Ruhe zu kommen), ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und auch jetzt rast mein Herz in der Brust (noch immer). Mein Vater ist gestorben (starb), als ich vier (Jahre alt) war, ich kann mich kaum an ihn erinnern. Was sollte es da jetzt noch zu regeln geben, nach siebenundzwanzig Jahren?
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Nicki
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Ei 10


BeitragVerfasst am: 24.05.2012 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

Mir ist noch etwas aufgefallen. Die Kirschblüte ist ungefähr ab Anfang Mai. Dann sollte es jedoch schwierig sein, noch irgendwo blühende Tulpen zu finden. Du solltest dich von einem der beiden Blüten trennen, bzw. eine ändern.
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MT
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Beiträge: 1172
Wohnort: Im Süden (Niedersachsens)


BeitragVerfasst am: 25.05.2012 13:06    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ihr Lieben,

zunächst ein dickes Dankeschön für Eure Arbeit! Ich nehme viel daraus mit.

Zum Anfang. In der Tat ist der Einstieg mit einem Monolog recht gewagt. Allerdings habe ich damit bereits (bei Agenturen) recht gute Erfahrungen gemacht. Ich würde den Einstieg daher gern so lassen.

Recht hast Du, liebe Monika, wenn Du die "sage ich" und "sagt sie" streichen möchtest. Ist bereits geschehen. Die Zuordnung ist an der Stelle klar.

Die Hand der Alten kann "reduziert" werden, ich weiß aber noch nicht genau wie. Vielleicht einfach "Gichthand", mehr nicht.

Der wehende Husten... Ja, das ist wohl etwas eigenartig. Ich werde mir aus Euren Vorschlägen einen aussuchen.

Lorraine und Monika, ihr habt Recht - die Abteilszene gehört gekürzt. Danke!
Es soll gern noch mehr kommen, ich weiß nur noch nicht, wann ich dazu komme... Schön, dass Ihr an einer Fortsetzung interessiert seid! Laughing

Der Kaffee wird natürlich auch umformuliert.

Und Klaus, danke für die Details. Ich schaue sie mir in Ruhe an. Prima, dass auch Dich der Anfang geprickt hat.

Ach so: Tulpen und Kirschblüte...  Embarassed Ja, so weit reicht mein grüner Daumen offenbar nicht. Rosen blühen aber auch nicht zusammen mit der Kirsche, oder?

Vielen, lieben Dank nochmals!!

I.
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*Gast*
Autor


Beiträge: 518
Wohnort: Rheinland-Pfalz


BeitragVerfasst am: 25.05.2012 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

der Anfang hat mich auch sehr neugierig gemacht. Konkrete Anregungen habe ich derzeit nicht, außer der Kirschblüte, die eher im April anzusiedeln ist. Die Kirschbäume gehören zu den ersten Obstbäumen im Jahr, die blühen. Ich wohne hier in einer Höhenlage und die Kirschblüte ist seit gut zwei Wochen vorbei, wobei sie in diesem Jahr spät war, ausnahmsweise fast  gleichzeitig mit der Apfelblüte. Von den Tulpen in meinem Garten blüht aber noch eine.  Wink

Gruß
Sabine
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lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

Alter: 51
Beiträge: 4173
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 25.05.2012 18:06    Titel: Re: Die Arme meines Vaters Antworten mit Zitat

Ahoi,

edit: seh grad, dass ich mit dem Farbenkasterl durcheinander gekommen bin. Blau sind nicht nur meine Bemerkungen, sondern (wenn in deinem Text halt) auch die Stellen, die mir besonders gefallen ... sorry, aber wenn ich jetzt editier brauch ich bis morgen Wink

Inkognito hat Folgendes geschrieben:


Die Arme meines Vaters

„Hier, sieh mal“, sage ich und halte meiner Großmutter den Brief entgegen.
„Was ist das?“, fragt sie.
„Lies halt“, sage ich.

toller Einstieg, zieht sofort in die Geschichte. Mit nur wenigen Worten wird das PI vorgestellt. Mit dem fast frechen  'Lies halt" auch gleich die Beziehung zur Großmutter skizziert. super gemacht.

Kleines Problem, das ich habe: keine Ahnung warum, aber - vlt wegen der burschikosen Art mit der Großmutter zu reden?  - für mich is das PI männlich. Und zwar so sehr, dass das, was
weiter unten steht

Zitat:
vielleicht eine Studentin mit einem Interrailticket für Europa; wie ich vor zwei Jahren.


ich beim ersten Lesen überlesen hab und beim zweiten Lesen als Bezugsfehler interpretiert habe.

Vielleicht(!!!) liese sich da was machen? Mit einem Namen? Einem Kleidungsstück? keine Ahnung

was die inquits betrifft: mich haben sie nicht gestört. Im Gegenteil. Dadurch, dass die Ich-Erzählerin das 'sagt'/'schreibt' erhöht sich für mich die Distanziertheit zwischen ihr und der Oma, weil es so herrlich lapidar klingt ... nur eine Überlegung


Mit ihrer knochigen Gichthand nimmt sie das Kuvert und mustert den Absender, ganz dicht muss sie die Buchstaben vor ihre Nase halten, sonst kann sie nichts erkennen. Die wenigen Worte, die sie im Absenderfeld entziffert, scheinen ihr zu genügen, sie legt den Brief in ihren Schoss und starrt in den Garten.

Perspektive! Die Ich-Erzählerin kann nicht wissen wie viele Wörter(!!) sie entziffern(??) kann, da hilft das 'scheinen' nix, den das bezieht sich nur auf das 'genügen'.

Es ist elf Uhr morgens, das Thermometer zeigt knapp zwanzig Grad und die Sonne strahlt von einem blauen Himmel herab. Amseln singen im weiß blühenden Kirschbaum, von der Nebenterrasse weht [das??] Husten eines alten Mannes herüber.

Sonne ... immer herab Wink
Husten ... ich finde das fast genial. Man erfährt zwei Dinge: einer, der alt is, hustet (Altersheim halt ... da klingelts zum ersten Mal) und es ist windig (du warst ja gerade beim Wetter).
Und: der Husten (ich würd sagen das Husten) als Kontrapunkt zu den singenden Amseln. Wenn du 'das Husten' schreibst reduzierst du auf das Geräusch, schließt 'der' Husten aus und somit die Personifizierung einer Krankheit.

„Willst du gar nicht lesen, was drin steht?“, frage ich und meine Stimme ist nicht einmal laut dabei.
Die Schwester kommt zu uns und fragt mich nach Kaffee. Ich lehne ab. Sie lächelt, schenkt meiner Großmutter wortlos nach und geht. Altersheimkaffee schmeckt mir nicht.
„Irgendwann musste es passieren“, sagt Großmutter leise.
Ich stehe von meinem Stuhl auf, nehme den Brief aus ihrem Schoß und lege ihr eine Hand auf die Schulter.
„Oma, ich verstehe es nicht. Ich verstehe gar nichts mehr.“
Als ich gehen will, hält sie mich am Arm fest.
„Was wirst du tun?“
Jetzt sehe auch ich in den Garten, in den gepflegten Park mit seinen gepflegten Wegen und dem gepflegten Springbrunnen, [die WW perfekt gesetzt] mit den vielen bunten Tulpen und den alten Menschen überall, die wie Steinskulpturen auf den Bänken hocken. Großmutter und ich starren den Kirschbaum an mit seiner weißen Blüte[in seiner Blüte, wenn, weil der hat nämlich mehr als eine Blüte, aber das is nicht wirklich schön formuliert] geradeso, als könnte er Antworten geben.
„Ich werde hinfahren“, sage ich.
Sie nickt kaum sichtbar. Ich löse meinen Arm aus ihrer Hand.
Und gehe.

Es ist vierzehn Uhr, als ich den Bahnsteig betrete.

Problem:
Ich werde hinfahren --> Bahnsteig (für mich steigt der/die dort aus, wo sie hin will
Frage: wozu brauchst du die FAhrt dort hin? brauchst du sie wirklich?]

Die Luft flimmert über den Gleisen. Ein paar Menschen stehen im Schatten der Überdachung, manche rauchen. Eine junge Frau hockt vor einem riesigen Rucksack und kramt darin rum. Der Rucksack ist fast größer [entweder is er größer oder er is fast so groß oder eben nicht] als sie selbst, vielleicht eine Studentin mit einem Interrailticket für Europa; wie ich vor zwei Jahren.
Der Intercityexpress fährt mit quietschenden Rädern ein, er hat zehn Minuten Verspätung. Kein gutes Zeichen für meinen Anschlussflug ab [in oder von]Frankfurt.  
Als ich einen Fensterplatz im Großraumabteil gefunden, meinen Koffer im Gepäckfach verstaut und meine Tasche neben mir auf den Sitz gestellt habe, hole ich den Brief hervor, den ich von dem Notar aus Perpignan bekommen habe. In einer Angelegenheit, meinen Vater bereffend, schreibt er, müsse ich nach Perpignan kommen. Es gebe etwas zu regeln.
Den Brief in der Hand, [ =hole ich den Brief hervor] [ Ich] klappe ich meinen Sitz zurück und schließe die Augen. Zwischen Hamburg und Frankfurt liegen rund dreieinhalb Stunden Fahrt. Ich will versuchen etwas zu schlafen, ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und auch jetzt rast mein Herz in der Brust. [das Herz rast immer in der Brust, außer es is in die Hose gerutscht] Mein Vater ist gestorben, als ich vier war, ich kann mich kaum an ihn erinnern. Was sollte es da jetzt noch zu regeln geben, nach siebenundzwanzig Jahren?

(möcht zu letzten Satz was sagen und (unerlaubterweise) dem Klaus widersprechen: mit vier ist perfekt 'als ich vier Jahre alt war' is in diesem Fall zu ausladend und Perfekt ist korrekt, Imperfekt in Kombination mit Präsens nur in den seltensten Fällen)
(…)


Fazit: toller Einstieg, macht neugierig, super geschrieben, Stimmung passt --> zündet Wink

lgl


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
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derSibirier
Dichter und Denker


Beiträge: 1310



BeitragVerfasst am: 25.05.2012 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Zündet der Anfang?


Nein, aber das macht nichts.
Denn du bist stilistisch derart schwach, dass für dich und dein derzeitiges Können ohnehin keine Veröffentlichung in Frage kommt. Allein schon die ersten paar Sätze sind eine wahre Tragödie.
Das ist mein Denken zu deinem Stück.

Zitat:
Der Beginn einer neuen Romanidee.

Lerne erst schreiben, ehe du an einen Roman denkst.

Ich nehme keine Rücksicht mehr auf User, die ihre Texte in der Werkstatt unter "Inkognito" eingestellt haben.
Wenn jemand etwas lernen möchte, dann steht er mit seinem Namen da, auch wenn's nur ein Pseudonym ist.

Grüße
Sibirier
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KeTam
Geschlecht:weiblichUngeduld

Alter: 44
Beiträge: 6750

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 25.05.2012 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sibirier,

ich habe bis jetzt nicht den Eindruck, dass hier Rücksicht genommen wird,
nur weil jemand seinen Text inkognito einstellt.
Und ich glaube auch nicht, dass die User, die ihre Texte inkognito einstellen, das machen, weil sie auf Rücksichtnahme erhoffen.

Lg,KeTam.

P.S. Wenn du Frust rauslassen musst, dann zerreisse meinen Text.
       Habe ihn grade eingestellt und freue mich über jede
       ehrliche Meinung!  Wink
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Teutoni62
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 247
Wohnort: Cottbus


BeitragVerfasst am: 25.05.2012 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hi …?

um es einmal vorsichtig auszudrücken, Dein Text erstickt, vor allem am ach so wichtigen Anfang,  in Nebensächlichkeiten und einfallslosen Formulierungen, die wie ein Mandala runter geleiert werden.

So viele sage, fragt, sage, frage, fragt, sagte … (Reihenfolge am Anfang)-  sind selten zu finden.

Kein flüstern, wispern, bohren, nachhaken o.ä …

Später vermeidest Du dann diese Anhängsel und Deine Dialoge wirken sofort lockerer und authentischer -  gut so.

Meide sinnlose Adjektive wie bunte Tulpen – Tulpen reicht zu – oder ersetze sie durch ein  besonderes Wort, wie z.B. geflammte Tulpen. Auch bei den alten Männern bzw. Menschen könnte z.B. der Begriff Senioren für Abwechslung in Deinem Text sorgen.

Ansonsten wünsche ich Dir noch viel Spaß und viele neue Erkenntnisse hier  - nicht unterkriegen lassen.

LG, Teutoni62
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lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

Alter: 51
Beiträge: 4173
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 25.05.2012 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Teutoni62 hat Folgendes geschrieben:
Hi …?

So viele sage, fragt, sage, frage, fragt, sagte … (Reihenfolge am Anfang)-  sind selten zu finden.



Zitat:
Erstaunlich, was du liest, sagte der Graf
Das ist für meine Mutter, sagte ich, mit ebenso belegter Stimme
Für deine Mutter, sagte er, erstaunlich! Normalerweise kommt zuerst der Traum von der Liebe und dann erst das Kind
Ja, das stimmt, sagte ich. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte
Fünfzig Groschen, sagte er. Hat dein Vater euch verlassen?
Was ging ihn das an? Ja, sagte ich


Robert Menasse, Don Juan de la Mancha

wenn die einfachen Inquits einen Sinn haben, dann hat es keinen Sinn, Leute seufzen, stöhnen, schreien, brüllen, oder sonstige Laute von sich geben zu lassen.

Und hier, im vorliegenden Text haben die Inquits einen Sinn.


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lg Wolfgang

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Heerwisch
Geschlecht:weiblichSchreiberassi

Alter: 32
Beiträge: 49
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 25.05.2012 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Wow, Sibirer, was für ein Statement. Da macht der Einstieg in ein Forum richtig Spaß: mit Menschen, die einem sagen, dass man stilistisch eh so schwach sei, dass eine Veröffentlichung nicht in Frage käme. Ich will ja keine Diskussion vom Zaun brechen, aber denke ich an die Twilight-Reihe von Stephenie Meyer, dann bezweifle ich, dass so etwas wie Stil auf dem Markt überhaupt eine Rolle spielt. Wichtig ist in meinen Augen nur die Story.


Apropos Story. Ich finde schon, dass der Anfang gut kommt, ich persönlich hatte schon bei der ersten Zeile eine Stimme im Kopf - es rutscht einfach. Womit ich ein bisschen Probleme hatte, war die teilweise steife Ausdrucksweise in den Dialogen. Das merkte ich vor allem an dieser Stelle:

Zitat:
„Oma, ich verstehe es nicht. Ich verstehe gar nichts mehr.“


Das klingt so sauber formuliert aus dem Mund eines Menschen schon ein bisschen dramatisch, jedenfalls empfinde ich es so. Und irgendwie kann ich nicht nachvollziehen, was diese Dramatik in seiner Stimme nun ausgelöst hat, denn eigentlich ist er doch nur verwundert, weil sie den Brief nicht lesen will, oder?

Für mich sticht übrigens der Satz mit dem Altenheimkaffee voll heraus. Das lässt einen gewissen Charakterzug aufblitzen. Jetzt frage ich mich, ob er denn oft Kaffee trinkt und warum; und wenn er gar nicht viel Kaffee trinkt, wieso er dann so viel Wert auf wohlschmeckenden Kaffee legt - und zu welcher Gelegenheit er denn seinen ersten Kaffee im Altenheim getrunken hat, und ob das später noch eine Rolle spielt, und und und ...

smile
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Teutoni62
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 247
Wohnort: Cottbus


BeitragVerfasst am: 25.05.2012 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Lupus,

Wortwiederholungen die in einer so gehäuften Form auftreten, sind in der Regel als Bedenklich einzustufen. Dein Konter-Beispiel - Robert Menasse, Don Juan de la Mancha - ist nun auch nicht der Bringer.
In einem Schreib-Ratgeber stand einmal sinngemäß "suche das besondere Wort und benutze es" und darin gibt es nichts auszusetzen.
Mein seufzen, flüstern usw. waren nur ein Wink für ein wenig Abwechslung.
Letztendlich biete ich hier nur Ratschläge an, die der Autor nutzen kann oder auch nicht.

LG, Teutoni62
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lupus
Geschlecht:männlichBestseller-Autor

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Beiträge: 4173
Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 25.05.2012 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

Teutoni62 hat Folgendes geschrieben:
Hi Lupus,

Wortwiederholungen die in einer so gehäuften Form auftreten, sind in der Regel als Bedenklich einzustufen. Dein Konter-Beispiel - Robert Menasse, Don Juan de la Mancha - ist nun mal Aspach Uralt.

keine Ahnung, was du damit sagen willst

In einem Schreib-Ratgeber stand einmal sinngemäß "suche das besondere Wort und benutze es" und darin gibt es nichts auszusetzen.
Mein seufzen, flüstern usw. waren nur ein Wink für ein wenig Abwechslung.
Letztendlich biete ich hier nur Ratschläge an, den der Autor nutzen kann oder auch nicht.

wie jeder andere auch - auch das versteh ich nicht


LG, Teutoni62


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lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
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KeTam
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Alter: 44
Beiträge: 6750

Das goldene Gleis Ei 1
Ei 10 Ei 8


BeitragVerfasst am: 25.05.2012 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Teutoni,

in hundert Jahren steht dann in Schreibratgebern, nimm mal das "normale"
Wort und benutze es dann ständig.
ich finde es eigentlich nicht so sinnvoll, seine Kritik nach dem zu richten, was in Schreibratgebern steht.
Manchmal sollte es auch erlaubt sein, sich nach seinem Gefühl zu richten,
und einem der vielen Ratgebern einen Tritt in die Tonne zu geben.

Lg,KeTam.
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Hoody
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2604
Wohnort: Alpen


BeitragVerfasst am: 25.05.2012 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lieber Maskenmann, höhö.

Zitat:
„Was ist das?“, fragt sie.
„Lies halt“, sage ich.


Zitat:
Mit ihrer knochigen Gichthand nimmt sie das Kuvert und mustert den Absender, ganz dicht muss sie die Buchstaben vor ihre Nase halten, sonst kann sie nichts erkennen.


Zitat:
Die wenigen Worte, die sie im Absenderfeld entziffert, scheinen ihr zu genügen, sie legt den Brief in ihren Schoss und starrt in den Garten.

Solche Andeutungen würde ich nicht machen. Finde so etwas immer unsicher, auch wenn es vom Protagonisten kommt. Außerdem zeigst du es uns ja.

Zitat:
Es ist elf Uhr morgens, das Thermometer zeigt knapp zwanzig Grad und die Sonne strahlt von einem blauen Himmel herab. Amseln singen im weiß blühenden Kirschbaum, von der Nebenterrasse weht Husten eines alten Mannes herüber.

Mhhh, finde die Beschreibung unpassend an der Stelle. Klar, die Pause ist absichtlich. Aber versuch sie anders zu erzeugen und nicht mit einer Beschreibung zu füllen. Würde besser kommen.

Zitat:
„Willst du gar nicht lesen, was drin steht?“, frage ich und meine Stimme ist nicht einmal laut dabei.

der fett markierte Teil ist interessant. Denn er charakterisiert. Absicht? Wenn nicht, dann denk mal drüber nach ansonsten streichen. Wenn gewollt, spitze  Daumen hoch Besonders wenn man an den dritten Satz in der wörtlichen Rede zurückdenkt.

Zitat:
Die Schwester kommt zu uns und fragt mich nach Kaffee. Ich lehne ab. Sie lächelt, schenkt meiner Großmutter wortlos nach und geht. Altersheimkaffee schmeckt mir nicht.

Woher weiß sie, dass die Großmutti noch Kaffee möchte? Wahrscheinlich weil es halt so ist und es schon immer so war, aber der Leser weiß es nicht. Außer die Schwester würde sagen: Sie wollen natürlich noch ein Schlückchen.

Ab da wird der Schreibstil wirklich schwach, nicht nachvollziehbar, es gibt keine Punkte, die mich an der Geschichte binden und im Gesamteindruck ist es eher nicht so spannend. Denn ich kenne die Charaktere nicht, es sind zwei farblose Schablonen, wieso sollte ich mich für so etwas interessieren? Versuch durch Dialoge, Gestik/Mimik und Handlung deine Charaktere Leben einzuhauchen.

lg Hubi
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Merlinor
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Wohnort: Bayern
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BeitragVerfasst am: 26.05.2012 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

derSibirier hat Folgendes geschrieben:
... du bist stilistisch derart schwach, dass für dich und dein derzeitiges Können ohnehin keine Veröffentlichung in Frage kommt. Allein schon die ersten paar Sätze sind eine wahre Tragödie ... Lerne erst schreiben, ehe du an einen Roman denkst ... Ich nehme keine Rücksicht mehr auf User, die ihre Texte in der Werkstatt unter "Inkognito" eingestellt haben ...


@Sibirier: Das ist kein Tonfall, der einer konstruktiven Textarbeit zuträglich ist.
Da wäre es deutlich besser, Du würdest gar nichts schreiben.

Gruß Merlinor


_________________
„Ich bin fromm geworden, weil ich zu Ende gedacht habe und nicht mehr weiter denken konnte.
Als Physiker sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms:
Es gibt keine Materie an sich, Geist ist der Urgrund der Materie.“

MAX PLANCK (1858-1947), Mailand, 1942
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