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Der Prolog im Roman - Fluch oder Segen?

 
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Unrat
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber


Beiträge: 13



BeitragVerfasst am: 11.06.2012 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Prolog bedeutet (immer) die Verspätung des Geschehens. (Wenn wir im Prolog eine echte Aktion haben, dann nennen wir ihn besser als Kapitel.)

Deshalb halte ich ein Prolog nicht für angezeigt, außer wenn ich die Handlung einer Geschichte verspätet möchte. (Das wirkt besonders gut in einer Fortsetzung.)

Ein Prolog muss auch immer das richtige Klima haben - wenn ich (z.B.) ein Krimi schreiben möchte, dann versuche ich im Prolog genau das schreiben, was "der Leser" erwartet.

Ich schreibe selten Prologe, meistens wenn mein erstes Kapitel nicht so spannend ist, wie ich es eingeplant hatte.

Der beste Prolog (in den Filmen) - LEON...

U.
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colibri1
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling


Beiträge: 118
Wohnort: Cardiff


BeitragVerfasst am: 11.06.2012 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Schreibmaschine hat Folgendes geschrieben:
Lanea hat Folgendes geschrieben:
Allerdings habe ich erst gestern wieder in einem Schreibratgeber gelesen, man solle unbedingt auf sie verzichten, weil ein Großteil der Leser den Prolog überspringt. Informationen aus dem Prolog gehen dann verloren (gleiches gilt für den Epilog).


Ich möchte wirklich niemandem zu nahe treten, aber deinen Schreibratgeber solltest du in die Tonne kloppen, wie man so schön sagt.

Niemals, nicht ein einziges Mal habe ich einen Prolog oder einen Epilog bei einem Buch übersprungen....


Ich gehöre eher in die Kategorie "Prolog überspringen", obwohl ich recht gerne lese. Mit Prolog verbinde ich automatisch: unwichtig, kann überlesen werden. Wäre er wichtig, hätte der Autor das erste Kapitel daraus gemacht Wink

lg, colibri
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Xumandar
Oberstabspsycho

Alter: 34
Beiträge: 1979
Wohnort: Psy Korps 3. Division


BeitragVerfasst am: 11.06.2012 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich verstehe es nicht. Wie kann man einen Teil eines Buches überspringen? Ich meine wenn das Buch schlecht ist, dann lese ich es erst gar nicht fertig. Aber mir fällt wirklich kein sinniger Grund ein, warum man irgendetwas von einem Buch überspringen sollte.

Wäre es unwichtig gewesen, hätte der Autor es gar nicht erst geschrieben.

X


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Der Sieg braucht keine Erklärung; die Niederlage erlaubt keine.

Grade du solltest doch wissen, dass ich nicht glaube was mir andere einreden, selbst wenn ich das verstehe, was sie mir sagen wollen!
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seitenlinie
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1849

Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 11.06.2012 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Xumandar hat Folgendes geschrieben:
Wäre es unwichtig gewesen, hätte der Autor es gar nicht erst geschrieben.


Oft merkt man erst Jahre später, was wirklich wichtig war ...


Ich sehe es ähnlich wie colibri.
Eine Geschichte muss ohne Beipackzettel funktionieren. Wer meint, er bekommt das nicht hin, soll ein Vorwort schreiben.
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Trearu
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 10
Beiträge: 347
Wohnort: Jenseits der Legenden


BeitragVerfasst am: 11.06.2012 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Was stellt ihr euch bitte unter einen Prolog vor, dass ihr ihn für überflüssig haltet?

Ein Prolog ist doch, die perfekte Möglichkeit eine kleine Vorschau darauf zu bekommen, worum es mitten im Buch gehen könnte.

Viele Geschichten fangen ja so langsam an, dass das kaum vorhersehbar ist.
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Xumandar
Oberstabspsycho

Alter: 34
Beiträge: 1979
Wohnort: Psy Korps 3. Division


BeitragVerfasst am: 11.06.2012 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

seitenlinie hat Folgendes geschrieben:

Eine Geschichte muss ohne Beipackzettel funktionieren. Wer meint, er bekommt das nicht hin, soll ein Vorwort schreiben.


Also als Beipackzettel, würde ich ja eher den Klapptext bezeichnen und der ist oft genug nicht einmal vom Autor selbst und ein Vorwort ist auch kein Teil der Geschichte selbst. Ein Vorwort überspringe ich schon mal, alleine schon weil ich von einem Buch gefälligst unterhalten werden will. Da ist es mir dann doch ziemlich wumpe, was der Autor außerhalb der Geschichte zu sagen hat.

Es mag genug Leute geben die sich über so etwas unheimlich freuen. Mir ist es egal. Aber ich überspringe keinen Teil der Geschichte, entweder lese ich sie gar nicht erst fertig, oder ich lese sie ganz. Alles andere ergibt für wirklich keinen Sinn.

X


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Mogmeier
Geschlecht:männlichGrobspalter

Moderator
Alter: 45
Beiträge: 1961
Wohnort: Reutlingen


BeitragVerfasst am: 11.06.2012 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Lanea hat Folgendes geschrieben:
Allerdings habe ich erst gestern wieder in einem Schreibratgeber gelesen, man solle unbedingt auf sie verzichten, weil ein Großteil der Leser den Prolog überspringt. Informationen aus dem Prolog gehen dann verloren ...


Vielleicht ist es auch nur die Überschrift „Prolog“ an sich, die so manchen Leser abschreckt. Kein Wunder, denn das Wort klingt ja auch ziemlich „schreibtechnisch“ und irgendwie zwangerklärend, ohne erkennbaren Zusammenhang zu geben; ein Abriss ohne temporären Raum. Als Leser will man doch aber lesen und vor allem mit dem Anfang der Geschichte beginnen.
Manchmal ist es aber notwendig, vor Beginn der eigentlichen Handlung auf etwas aufmerksam zu machen, z.B. auf ein tragendes Element der Geschichte – einer Begebenheit, die nicht in den zeitlichen Rahmen der Handlung passt, die aber zur Lösung des später aufkommenden Konfliktes vorangestellt sein muss. Und wer dabei, so wie ich, das Wörtchen „Prolog“ nicht unbedingt mag, aber dennoch vom Prolog Gebrauch machen möchte, der ersetzt das Ganze durch eine Überschrift, die neugierig macht.


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»Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen.«
Laotse
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Fjodor
Geschlecht:männlichDichter und Denker


Beiträge: 1405



BeitragVerfasst am: 11.06.2012 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Auf mich wirken viele Prologe so, als ob die Autoren irgendwo aufgeschnappt hätten, dass sich Prologe gut machen. Meist im Tonfall etwas bedeutungsschwanger, aber ich glaube, ich vertrete da wohl eher eine Minderheitenmeinung ... dagegen mag ich Epiloge, die sind so etwas wie die Zugabe beim Konzert; da bekommt man meist noch etwas Schönes mit auf den Weg.

Dostojewski hat einen Prolog mal auf eine sehr schöne Weise abgeschlossen: "Eigentlich ist die Vorrede überflüssig, aber jetzt, da sie schon geschrieben wurde, mag sie immerhin stehen bleiben". Wobei ich Vorworte in älteren Büchern ganz gerne lese, weil sie oft einen ironischen Tonfall haben.
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Babella
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 55
Beiträge: 600

Das goldene Aufbruchstück Der bronzene Roboter


BeitragVerfasst am: 16.06.2012 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich überspringe Prologe grundsätzlich. Vor allem bei Krimis. Meist lese ich sie erst zum Schluss und bin dann meistens sehr froh, sie nicht gelesen zu haben.

Ich achte sogar darauf, ob das Buch vielleicht einen getarnten Prolog hat. Manchmal steht es ja nicht drüber, und erst Seiten später geht es mit Kapitel 1 los.

Ich will nämlich keine Vorschau. Ich möchte kein verrätseltes Mittendrin mit Leuten, die ich nicht kenne und Szenen, die ich nicht verstehe in einer Sprache, die vom Rest abweicht und die oft etwas Pathetisches hat. "Bedeutungsschwanger" - genau. Aber ich verstehe es an der Stelle nicht und hab da keinen Bock drauf.

Ich möchte bitteschön sofort anfangen und ich möchte auch bitte drin bleiben. Deshalb kann ich seitenlange Rückblenden, vor allem, wenn sie längere Zeit im Plusquamperfekt verbleiben, nicht leiden.

Deshalb bin ich auch noch nie auf die Idee gekommen, einen Prolog zu schreiben.

Aber Leute lesen halt verschieden. Manche fangen ja auch vorne an, lesen dann den Schluss und erst dann "richtig". Ginge für mich gar nicht!
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Thmoas
Geschlecht:männlichAbc-Schütze

Alter: 32
Beiträge: 7



BeitragVerfasst am: 01.08.2012 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du eine Szene als wichtig herrausstellen willst, leite sie lieber mit einigen vorhergehenden Seiten ein, als Prolog bleibt sie lange Zeit vergessen und man weißnicht, warum sie wichtig sein soll, bis die Auflösung kommt.

Als Alternative zu einem ausgeschrieben Prolog fällt mir etwas ein, das viele Romane haben, der Fachbegriff ist mir allerdings nicht bekannt. Es sind die meist in kursivschrift über ein neues Kapitel gestellten Texte. Diese sind meist recht kurz, 4-8 Zeilen, und sie bestehen oft aus philosophischen (erfundenen) Zitaten die indirekt etwas über das kommende Kapitel sagen. MManchmal dienen sie auch dazu, Allgemein die Stimmung der Welt in der der Roman spielt zu vermitteln. Als bestes Beispiel fällt mir dazu "Dune" ein, auch wenn das für mich persönlich sowieso in allem das Beste ist:)
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Feuermohn
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 33
Beiträge: 25
Wohnort: Stuttgart


BeitragVerfasst am: 15.08.2012 23:22    Titel: Antworten mit Zitat

Mogmeier hat Folgendes geschrieben:

Und wer dabei, so wie ich, das Wörtchen „Prolog“ nicht unbedingt mag, aber dennoch vom Prolog Gebrauch machen möchte, der ersetzt das Ganze durch eine Überschrift, die neugierig macht.


So sehe ich das auch. Das Wort »Prolog« ist nun wirklich nicht sehr klangvoll, etwas holprig. Ich bin auch dafür, dem ganzen lieber eine passende Überschrift zu verleihen.
Trotzdem gehört der Prolog für mich zum Buch, falls es einen hat. Ich lese den immer mit. Am liebsten mag ich solche, die einen Charakter schonmal andeuten. Selbst, wenn mal hier oder da etwas vorweg genommen wird.
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Nr. 5
Geschlecht:weiblichLachfaltensammler

Alter: 36
Beiträge: 1198
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BeitragVerfasst am: 16.08.2012 00:00    Titel: Antworten mit Zitat

BOAH!  Shocked
Ich bin grad echt geschockt.
Ich habe ja schon gehört, dass es Leute gibt die grundsätzlich die ersten zehn Seiten eines Buches lesen und dann die letzte weil sie der Meinung sind das spart Zeit und reicht doch um ein Buch zu verstehen. Solchen Leuten sage ich dann - tu uns beiden einen Gefallen und lies meine Bücher nicht wenn sie irgendwann erschienen sind.
Aber dass es Leute gibt die den Prolog weg lassen, das ist mir neu und ein komplettes Rätsel.

Beispiel: Der Prolog meines ersten Buches spielt 50 Jahre vor dem eigentlichen Beginn der Geschichte und meine Prota ist noch nicht geboren.
Es beschreibt ein Ereignis, das geschichtlich sehr wichtig ist, aber in sämtlichen Geschichtsbüchern später anders dargestellt wird.
Der Leser hat also am Anfang Informationen von denen er später denkt "moment mal, das habe ich aber anders in Erinnerung, was stimmt denn da nicht?". Er blättert zurück und dann kommt der große Aha-Effekt und noch größere Dinge kommen ins Rollen.

Man würde meine Geschichte gar nicht verstehen ohne den Prolog zu lesen.
Es kann doch nicht sein, dass ich am Anfang ein Hinweisschild hinmalen muss wo draufsteht "Prolog bitte lesen, der ist wichtig!"  Confused


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"Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende." Oscar Wilde
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Federkiel
Geschlecht:männlichSchreiberassi


Beiträge: 36



BeitragVerfasst am: 18.08.2012 09:50    Titel: Antworten mit Zitat

Nr. 5 hat Folgendes geschrieben:
Man würde meine Geschichte gar nicht verstehen ohne den Prolog zu lesen. Es kann doch nicht sein, dass ich am Anfang ein Hinweisschild hinmalen muss wo draufsteht "Prolog bitte lesen, der ist wichtig!"

Völlig richtig, der Prolog ist absolut fundamental, wenn er gut und ausführlich geschrieben wurde. Er schafft erst das Umfeld in dem die Geschichte sich entwickelt, man kann daher gar nicht weit genug ausholen, um den Ansatz der Handlung hinreichend klar zu definieren. Aber leider leben wir heute in einer Zeit, in der die simple Lesefaulheit alleine nicht mehr ausreicht. Der gemeine Leser zeichnet sich vor allem durch eine überdurchschnittliche Denkfaulheit aus, die sinnerfassendes Lesen schon im Ansatz verhindert. Da genügt der logische Aufbau der Handlung bei Leibe nicht mehr, hier braucht es schon fast eine regelrechte "Betriebsanleitung" in Form von Piktogrammen, Fußnoten und Randbemerkungen, die ihm diese Art vorverdauter Nahrung so mundgerecht serviert, daß selbst einem jüdischen Bibelforscher die Socken wegfliegen.

Wirklich interessant wird es aber erst, wenn man solche Leute, nachdem sie das Buch angeblich gelesen haben, dazu auffordert Deine Geschichte zu erzählen. Du wirst Dich wundern, welch wundersame Metamorphosen sie in deren Gehirn inzwischen erfahren hat!
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JCDenton
Sonntagsschreiber


Beiträge: 10



BeitragVerfasst am: 20.09.2012 02:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ein sehr interessantes Thema! Habe alle Beiträge gelesen und meine Frage passt hier ganz gut rein und ich würde euch mal um eure Meinung bitten:

Mein Roman an dem ich gerade schreibe besitzt sowohl einen Prolog als auch einen Epilog. Diese beiden Teile (Nebenhandlung) stellen eine eigentlich gesonderte Handlung abseits der eigentlichen Handlung dar. Diese "Nebenhandlung" soll ca. 1000 Jahre nach der Haupthandlung des Romans stattfinden und eine Alternativweltgeschichte darstellen, die aufgrund der Ereignisse in der Haupthandlung den Prolog und den Epilog erklären, wie diese Alternativweltgeschichte entstanden ist. Das eigentliche Auflösung der Haupthandlung soll ebenfalls in dieser Alternativweltgeschichte passieren.

Ich hoffe, ich habe das nicht zu kompliziert ausgedrückt.

Mein Problem ist: Ich habe die Befürchtung, dass ich durch den Prolog, also die Alternativweltgeschichte, zuviel vorweg nehmen könnte und der Leser durch etwas schlussfolgern kann was passieren könnte...

Was haltet ihr von solch einer Idee? Ist sie sinnvoll oder unnötig? Machbar oder unrealistisch?

Vielen Dank schonmal für eure Antworten!
JCD
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Karin
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 40
Beiträge: 294



BeitragVerfasst am: 20.09.2012 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo JCD,

willkommen im dsfo. Deine Prolog/Epilog/Story-Kombi hört sich für mich sehr interessant an, und ich möchte dich ermutigen, es so zu versuchen, wie du es bis jetzt geplant hast.

Ich glaube, dass die Leser weniger von den Hinweisen mitbekommen als man als Autor denkt. Man kann in der Regel froh sein, wenn sie wenigstens die Sachen bemerken, von denen man sich unbedingt wünscht, dass sie nicht übersehen werden.

Ansonsten stellt sich natürlich die Frage, wie eindeutig die Story durch den Prolog erklärt ist, sollte jemand ihn von vornherein richtig deuten. Wenn die eine Hälfte deiner Leser etwas durchschaut und den Finger auf die Wunde legt, die zweite Hälfte aber trotzdem ganz anderer Meinung wäre, dann muss letztendlich jeder das Buch zu Ende lesen, um herauszufinden, ob er Recht hatte.

Anders ist es, wenn in diesem Fall alles glasklar vorherbestimmt wäre und so die Spannung flöten geht. Aber selbst dann würde es sich vielleicht lohnen, das Risiko einzugehen. Denn ich denke, dass du als Autor auf jeden Fall Risiken eingehen solltest. Lieber Hop oder Top, als auf Nummer sicher gehen und nur etwas Mittelmäßiges produzieren.

Vielleicht baust du noch ein paar falsche Fährten ein? ... Ansonsten kann ich nur sagen: MACH ES!

lg Kaa
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DavidP
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Beiträge: 286
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BeitragVerfasst am: 13.10.2012 08:56    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu!

Ich hab jetzt nicht alle Antworten gelesen, nur meine Meinung zum Prolog will ich loswerden.  Cool

Ich finde Prologe klasse! Aber nur dann, wenn sie kein verkapptes 1. Kapitel sind. Kurz und bündig und am besten eine andere Handlung, als die im ersten Kapitel behandelnd. Den Antagonisten einführen. Eine spannende Handlung beschreiben, welche erst viel später aufgelöst wird. Den Leser rätseln lassen. Eine Gegend deines Buches beschreiben, die mit Kapitel 1 nichts zu tun hat. Eine Sequenz kurz vor dem Ende beschreiben. Den Prota mit dem Tod ringen lassen. Jemanden umbringen, von dem der Leser ahnen könnte, es wäre der Prota oder seine Geliebte. Und am Ende alles doch anders verlaufen lassen. Es muss auf jeden Fall gleich etwas passieren. Als Leser erwarte ich von einem Prolog, dass er mich so fesselt, dass ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht/dazu kommt.

Wenn ein Prolog so geschrieben ist, finde ich ihn klasse. Ich hoffe, ich hab das mit meinem so geschafft. wink

grüße!


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Romanum ite domum
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Gast







BeitragVerfasst am: 15.10.2012 17:15    Titel: ... Antworten mit Zitat

ich liebe prologe.

für mich sind sie gut, wenn sie einen gewaltigen spannungsbogen aufbauen.

ein bisschen wie im tatort: erst der fiese, fette mord, und wenn ich ganz gebannt bin...
...kommt der schwenk auf den brötchenkauenden, kaffee verschüttenden, seinen mantel in der autotür einklemmenden kommissar, der seinerseits kein guter einstieg gewesen wäre.

kurzum: der prolog zieht mich rein, der übergang in die geschichte sorgt für den notwendigen tempowechsel und dafür, dass ich auf dem sofa die füße hochlege und dem autor in seine geschichte folge.

p.s. mein roman hat zwei prologe Smile einen für mädels und einen für jungs...
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DavidP
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 286
Wohnort: Bayern


BeitragVerfasst am: 15.10.2012 17:19    Titel: Re: ... Antworten mit Zitat

LeiLa hat Folgendes geschrieben:

p.s. mein roman hat zwei prologe Smile einen für mädels und einen für jungs...


Wie kann man sich denn das vorstellen?  Smile


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Romanum ite domum
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Ozymandias
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Alter: 39
Beiträge: 10
Wohnort: Siebter Höllenkreis


BeitragVerfasst am: 30.12.2012 07:53    Titel: Antworten mit Zitat

Will ja niemanden beleidigen aber...

Prolog überspringen? Gehts noch? Lies einer doch mal den Faust ohne den Prolog im Himmel. Viel Spass.

Ein Prolog ist nur dann überflüssig, wenn er reiner Cliffhanger ist und nichts sonst. Aber ob dem so ist, erfahre ich doch erst, wenn ich ihn auch gelesen habe. Dann kann ich sagen, dass ichs mir hätte sparen können. Allerdings, so viel Lebenszeit geht dabei auch wieder nicht drauf, und wer weiß, vielleicht hätte ich ein gutes Buch ohne den an sich unsinnigen Cliffhanger Prolog nicht gekauft...

Und was diverse Ratschläge in semiseriösen Schreibfibeln betrifft: Soll auch Leute geben, die immer zuerst den Schluss lesen. Muss ich deswegen ein wirres Ende schreiben, oder wie jetzt? Nur weil einige Zeitgenossen nicht wissen, dass ein Buch vorne beginnt?

Kopfschüttel! An Kopf greif! Kopf auf Tischplatte donner!

Gruß Ozymandias


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Ron Swanson
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Beiträge: 784
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Wohnort: Ahlen


BeitragVerfasst am: 28.06.2014 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag Prologe auch nicht, aber ich lese sie trotzdem. Könnte ja wichtig sein. Leider fühle ich mich immer so genötigt sie zu beachten Laughing
Geschichten, wo man sofort in die Handlung geschmissen wird, sind mir 1000 mal lieber, aber ist ja alles Geschmackssache.
Ich hoffe ich trete niemandem auf den Schlips, doch finde ich, dass Prologe eine Sache der Bequemlichkeit sind (nicht alle, aber viele). Man bombt den Leser mit Infos zu, die man eigentlich nach und nach hätte aufdecken können. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie kaum einen Bezug zur Haupthandlung haben, sondern einfach nur ausdrücken wollen: "Oh, guck mal wie toll und episch ich schreiben kann." Laughing Ich weiß leider nicht mehr, wie das Buch hieß, wo mir dieser Gedanke durch den Kopf geschossen ist.
Wirklich kurze 1-Satz-Prologe finde ich aber völlig okay.


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zwima
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BeitragVerfasst am: 01.07.2014 17:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, ein Prolog kann genauso "actionreich" sein, wie ein Einstieg in Kapitel 1.

Ein Prolog ist mMn DANN sinnvoll (wahrscheinlich wiederhole ich jetzt nur, was schon zig Mal gesagt wurde), wenn er WICHTIG ist. Sprich, wenn etwas vor der Haupthandlung passiert, wa sfür das Verständnis der Handlung von Nöten ist. Dennoch gilt für die Ausarbeitung des Prologs genauso jede Regel des Schreibens wie für die Ausarbeitung von Kapitel 1 - ein Prolog der nur "erzählt" und nicht zeigt ist genauso schlecht geschrieben, wie ein Kapitel 1, das nur erzählt und nicht zeigt - und ist damit für den Leser höchstwahrscheinlich langweilig und überflüssig.


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MartinD
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Beiträge: 537
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BeitragVerfasst am: 02.07.2014 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Seh ich auch so: Er muss notwendig sein. Dann würde ich ihn sogar mitunter einer Rückblende vorziehen; es wird ja oft erzählt, wie es zu ... kam.

Grundsätzlich finde ich trotzdem, dass ein Prolog gleich zu Beginn einen Schnitt produziert, der schon einen wirklich guten Grund haben muss. Und den hat er aber oft nicht. Zudem wirkt dieser Schnitt auf mich immer so, als ob mir jemand ein Eis hinhalten würde und dazu sagt: Aber jetzt lies zuerst mal, was auf der Hülle steht, dann erst darfst du es essen Smile


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