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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Das Geständnis


 

 
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Writter
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BeitragVerfasst am: 22.04.2012 12:58    Titel: Das Geständnis eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Hallo zusammen
Für ein kleine Kritik zu meiner Kurzgeschichte wäre ich überraus dankbar:


 "Amüsant."
Nach unsagbar langen Minuten des Schweigens war dies das Einzige, was Sir Cumberland, seinerseits wohl grösster Bewunderer und erbittertster Jäger dieses Monsters, zu hören bekam.
 "Und doch ein wenig zu melodramatisch. Ich musste fast weinen."
Cumberland wandte sich vom Zeugenstuhl ab und blickte in die Trauer und Wut erfüllten Gesichter der Hinterbliebenen.
 "Dubiose Anschuldigungen einer achtklassigen Hure und die Schilderung dieses Balges … Zusammenfassend ein wenig löchrig, nicht?"
Unglücklicherweise konnte dem nicht widersprochen werden.
 "Obschon ich mich durchaus als lustvolle Person beschreiben würde, mein Motiv ist mir trotzdem nicht ersichtlich."
Neben seinem sadistischen und eiskalten Wesen musste man diesem Verbrecher auch eine beängstigende Intelligenz zugestehen.
 "Dieses Verfahren ist eine Farce. Als rechtschaffener Bürger werde ich hier öffentlich gekreuzigt."
Für viele im Raum wäre selbst diese Strafe zu mild.
 "In diesem Saal reiht sich Witzfigur an Witzfigur."
Wütendes Gebrüll erklang aus den hinteren Sitzreihen. Einige der Anwesenden sprangen aus ihren Stühlen und hätten den Prozess zu gerne auf ihre Weise beendet.
 "Es scheint Verzweiflung macht sogar Mäuse mutig."
Zehn der bulligen Gerichtsdiener waren nötig, um die aufgebrachte Menge einigermassen zu zähmen.
 "Wie langweilig."
Drei Hammerschläge ertönten, bevor der zusehends überforderte Oberrichter zu Ordnung und Ruhe aufrief.
 "Ihr seid so still, Cumberland. Soll nicht lieber die Meute für Euch sprechen?"
Zwei Jahre hatte er gebraucht, um diese Bestie zu fassen. Nun endlich vor Gericht stehend, musste er zusehen, wie seine Anklage Stück für Stück ineinander zusammenfiel.
 "Ich kann es in Euren Augen sehen, ein Ass habt Ihr sicher noch. Nicht wahr?"
So war es. Erst gestern meldete sich ein verängstigter Mann bei ihm. Die Geschichte, welche Cumberland zu hören bekam, könnte sich für die Anklage als rettende Kavallerie erweisen.
 "Ich warte!"
Als sich die hölzernen Doppeltüren des Gerichts öffneten und ein kleinwüchsiger, in Seide gehüllter Mann den Raum betrat, ging ein lautes Raunen durch den Saal.
 "Wie könnt Ihr es wagen?"
Niemand geringeren als den Vater des angeblichen Serienmörders präsentierte Cumberland dem Gericht.
 "Richter, was macht diese Person hier? Ich protestiere energisch!"
Das zuvor ruhige und souverän wirkende Gemüt des Angeklagten schien allmählich einem hektischen und unüberlegten Treiben zu weichen.
 "Und wenn schon. Soll der alte Mann halt sprechen."
Das tat er. Dreissig Minuten lang stand der Greis zwischen den Sitzreihen und berichtete über Kindheit, Schicksal und Charakter seines Sohnes. Dieser schäumte fast vor Wut.
 "Das ist Euer Plan? Wütend wollt Ihr mich machen?"
Der Vater ignorierte die Worte seines Sohnes und erzählte weiter.
 "Halt deinen Mund!"
Er führ weiter fort.
 "Hast du nicht gehört, niemand will deine Geschichten hören!"
Der Richter wies den ganz und gar nicht mehr Gefassten darauf hin, dass dies in der Kompetenz des Gerichts liege.
 "Das höre ich mir nicht länger an."
Die Reaktionen wurden immer wie hitziger.
 "Wie kannst du es wagen von Familie und Liebe zu sprechen?"
Der Angeklagte, inzwischen feuerrot angelaufen, erhob sich schliesslich und sprach zu seinem Erzeuger jene Worte, welche Cumberland sehnlichst erwartet hatte.
"Willst du es wirklich wissen, alter Mann? Es ist alles deinetwegen! Bei jedem der Morde habe ich an dich gedacht, jeden ihrer Schreie habe ich dir gewidmet. Du nennst mich Monster? Ich wurde zum Monster erzogen!"
Totenstille herrschte im Raum. Langsam wurde dem Geständigen bewusst, das er sich gerade selbst zum Galgen geführt hatte. Eine Minute hatte er seine soziophatische Selbstbeherrschung verloren, das genügte.
 "Sehr gut gespielt, Cumberland. Ein Geniestreich, der meiner würdig ist!"
Etliche Zuschauer fielen sich weinend in die Arme. Danach setzten  Sprechchöre ein, die die sofortige Exekution des Schuldigen forderten.
Dieser setze nur ein hämisches Grinsen auf.
 "Gerechtigkeit eins, … Bestie fünfzehn!"



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Gine
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BeitragVerfasst am: 22.04.2012 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

es ist mir eine Ehre, hier als erste das Wort ergreifen zu dürfen (es sei denn, ich hätte für diese Antwort zu lange gebraucht.) Wink

Meine Kritik insgesammt: Mitreißend.

Der Fluss leidet jedoch zuweilen unter eher gestelzen und damit einfach unrealistischen Ausdrücken. (Ich konnte das Wort 'welches' an Stelle von 'das' noch nie leiden. Wer spricht denn im wirklichen Leben so?)
Das ist allerdings nichts, was du nicht im Laufe der Zeit selbst so empfinden und von dir aus ändern würdest, schätze ich. Also im Grunde nicht der Rede wert.

Der Stoff ist gut. Auch, weil die Erzählweise es überflüssig macht, allzuviel über Zeit und Umgebung des Prozesses zu berichten. Das würde alles nur unnötig in die Länge ziehen.

Darüber, ob der erste Teil (ohne Vater) zu kurz und der zweite (mit Vater) zu lang weggkommt, um das perfekte Maß an Spannung zu erzielen, kann man natürlich streiten. Vielleicht neigt sich deine eigene Perspektive selbst später in die eine oder andere Richtung.

Für einen einzigen Satz drängte sich mir eine Alternative auf:

Für:
..., musste er zusehen, wie seine Anklage Stück für Stück ineinander zusammenfiel.
käme in Frage:
..., musste er zusehen, wie seine Anklage systematisch in Stücke gerissen wurde.

Zur Rechtschreibung ist mir nur aufgefallen: grösster und schliesslich mit ß (weil lange Konsonanten davor stehen).

Zusammenfaassend: Man will es unbedingt zu ende lesen, aber ganz perfekt ist es noch nicht.

Ich werde mal an dir dran bleiben, Writer. Scheint sich zu lohnen.  Smile[/i]


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Nathaniel
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Ei 7


BeitragVerfasst am: 22.04.2012 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Writter,

deine Geschichte hat auf jeden Fall Potential.
Mir hat sie ziemlich gut gefallen.

Ich fand es erstaunlich, wie du es bei mir geschafft hast, nur durch den ersten Satz (von "Amüsant." mal abgesehen) ein Bild von einem englischen Inspektor und einem Mörder ähnlich Jack the Ripper zu erschaffen, inklusive historischer Hintergrund. Und das nur durch den Namen und die weitere Wortwahl.

Dass die Verhandlung exakt so stattgefunden haben könnte, kann ich mir gut vorstellen. Der Verlauf ist zielstrebig und nachvollziehbar. Was mir dabei allerdings nicht so klar ist, aus welcher Perspektive die Geschichte geschrieben ist. Der Satz
Zitat:
Der Angeklagte, inzwischen feuerrot angelaufen, erhob sich schliesslich und sprach zu seinem Erzeuger jene Worte, welche Cumberland sehnlichst erwartet hatte.
zeigt eigentlich, dass es die von Cumberland ist. Was mir fehlt, wäre wenigstens ein kleines Bisschen seines Innenlebens.

Dass sämtliche wörtliche Rede nur vom Angeklagten kommt, ist eine nette Idee, man muss es nur erst einmal rausfinden Wink. Sonst verliert man an manchen Stellen kurz den Überblick.

Manche Sätze stehen meiner Meinung nach etwas zusammenhangslos oder passen nicht ganz.
Beispiel:
Zitat:
Zehn der bulligen Gerichtsdiener waren nötig, um die aufgebrachte Menge einigermassen zu zähmen.
(Hier passt das Verhältnis Erzählzeit/erzählte Zeit nicht zum Außenrum.)


Was wollte ich sonst noch anmerken..?
Nur n paar Kleinigkeiten, teilweise Geschmackssachen:
Zitat:
seinerseits wohl grösster Bewunderer und erbittertster Jäger dieses Monsters
"als auch" statt "und"

Zitat:
Ich musste fast weinen.
"Fast musste ich weinen."

Zitat:
blickte in die Trauer und Wut erfüllten Gesichter
"von Trauer und Wut"

Zitat:
Für viele im Raum wäre selbst diese Strafe zu mild.
"zu milde"

"Dreißig" reiht sich in die Liste der Wörter ein, die mit Eszett geschrieben werden.

Zitat:
Wütend wollt Ihr mich machen?
"Ihr wollt mich wütend machen?"

Zitat:
Er führ weiter fort.
Tippfehler

Zitat:
Die Reaktionen wurden immer wie hitziger.


Zitat:
Dieser setze nur ein hämisches Grinsen auf.
"Gerechtigkeit eins, … Bestie fünfzehn!"
würde ich weglassen. (Vielleicht versteh ich die versteckte Pointe auch nicht =( )


Gruß,
 Nathaniel


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Wobei das -nebenbei bemerkt- mehr ist als ein Wort.
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Gine
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BeitragVerfasst am: 22.04.2012 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hi nochmal.

Meiner Ansicht nach bis auf den letzten Punkt eine gelungene Analyse, Nathalie.

Nathaniel hat Folgendes geschrieben:


Zitat:
Dieser setze nur ein hämisches Grinsen auf.
"Gerechtigkeit eins, … Bestie fünfzehn!"
würde ich weglassen. (Vielleicht versteh ich die versteckte Pointe auch nicht =( )


Es bedeutet, dass er der Ansicht ist, letztendlich doch gesiegt zu haben. Man könnte an der Interpunktion rumschrauben (z.B. Gerechtigkeit: 1; Besitie: 15). Vielleicht gehört das auch ganz anders, aber ich fand es wichtig, dass es erwähnt wird.

Liebe Grüße
die Gine


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Writter
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BeitragVerfasst am: 22.04.2012 21:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich danke euch für die Rückmeldungen und habe die Geschichte überarbeitet. Vorallem habe ich die direkten Reden ein wenig weniger hölzern gestaltet.

Noch zu Info: Das Doppel-S gibts im Schweizerischen nicht, darum verwende ich es nicht.  Very Happy  Wink


Das Geständnis

        "Amüsant."
Nach unsagbar langen Minuten des Schweigens war dies das Einzige, was Sir Cumberland, seinerseits wohl grösster Bewunderer als auch erbittertster Jäger dieses Monsters, zu hören bekam.
"Und doch ein wenig zu melodramatisch. Ich musste fast weinen."
Cumberland wandte sich vom Zeugenstuhl ab und blickte in die Trauer und Wut erfüllten Gesichter der Hinterbliebenen.
        "Dubiose Anschuldigungen einer achtklassigen Hure und die Schilderung dieses Balges … Zusammenfassend ein wenig löchrig, nicht?"
Unglücklicherweise konnte dem nicht widersprochen werden.
"Obschon ich mich durchaus als lustvolle Person beschreiben würde, mein Motiv ist mir trotzdem nicht ersichtlich."
Neben seinem sadistischen und eiskalten Wesen musste man diesem Verbrecher auch eine beängstigende Intelligenz zugestehen.
"Dieses Verfahren ist eine Farce. Als rechtschaffener Bürger werde ich hier öffentlich gekreuzigt."
Für viele im Raum wäre selbst diese Strafe zu milde.
"In diesem Saal reiht sich Witzfigur an Witzfigur."
Wütendes Gebrüll erklang aus den hinteren Sitzreihen. Einige der Anwesenden sprangen aus ihren Stühlen und hätten den Prozess zu gerne auf ihre Weise beendet.
"Es scheint Verzweiflung macht sogar Mäuse mutig."
Erst zehn bullige Gerichtsdiener vermochten die Menge zu zähmen.
"Wie langweilig."
Drei Hammerschläge ertönten, bevor der zusehends überforderte Oberrichter zu Ordnung und Ruhe aufrief.
"Ihr seid so still, Cumberland. Soll nicht lieber die Meute für Euch sprechen?"
Zwei Jahre hatte er gebraucht, um diese Bestie zu fassen. Nun endlich vor Gericht stehend, musste er zusehen, wie seine Anklageschrift systematisch in Stücke gerissen wurde.  
         "Ich sehe es in Euren Augen, Ihr habt noch ein Ass im Ärmel. Nicht wahr?"
So war es. Erst gestern meldete sich ein verängstigter Mann bei ihm. Die Geschichte, die Cumberland zu hören bekam, könnte sich für die Anklage als rettende Kavallerie erweisen.
"Ich warte!"
Als sich die hölzernen Doppeltüren des Gerichts öffneten und ein kleinwüchsiger, in Seide gehüllter Mann den Raum betrat, ging ein lautes Raunen durch den Saal.
"Ihr wagt es?"
Niemand geringeren als den Vater des angeblichen Serienmörders präsentierte Cumberland dem Gericht.
"Richter, was macht diese Person hier? Ich protestiere energisch!"
Das zuvor ruhige und souverän wirkende Gemüt des Angeklagten schien allmählich einem hektischen und unüberlegten Treiben zu weichen.
"Und wenn schon. Soll der alte Mann sprechen."
Das tat er. Dreissig Minuten lang stand der Greis zwischen den Sitzreihen und berichtete über Kindheit, Schicksal und Charakter seines Sohnes. Dieser schäumte vor Wut.
"Das ist Euer Plan? Ihr wollt mich wütend machen?"
Der Vater ignorierte die Worte seines Sohnes und erzählte weiter.
"Halt deinen Mund!"
Er fuhr weiter fort.
        "Hast du nicht gehört, niemand will deine Geschichten hören!"
Der Richter wies den ganz und gar nicht mehr Gefassten darauf hin, dass dies in der Kompetenz des Gerichts liege.
"Das höre ich mir nicht länger an."
Die Reaktionen wurden immer hitziger.
"Wie kannst du es wagen von Familie und Liebe zu sprechen?"
Der Angeklagte, inzwischen feuerrot angelaufen, erhob sich schliesslich und sprach zu seinem Erzeuger jene Worte, die Cumberland sehnlichst erwartet hatte.
"Du willst es wirklich wissen, alter Mann? Es ist alles deinetwegen! Bei jedem der Stiche habe ich an dich gedacht, jeden ihrer Schreie habe ich dir gewidmet. Du nennst mich Monster? Ich wurde zum Monster erzogen!"
Totenstille herrschte im Raum. Langsam wurde dem Geständigen bewusst, das er sich gerade selbst zum Galgen geführt hatte. Eine Minute hatte er seine soziophatische Selbstbeherrschung verloren, das genügte.
"Sehr gut gespielt, Cumberland. Ein Geniestreich, der meiner würdig ist!"
Etliche Zuschauer fielen sich weinend in die Arme. Danach setzten Sprechchöre ein, die sofortige Gerechtigkeit, namentlich eine Exekution des Schuldigen, forderten.
Dieser setze nur ein hämisches Grinsen auf.
"Gerechtigkeit eins, … Bestie fünfzehn!"


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Gine
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BeitragVerfasst am: 23.04.2012 09:16    Titel: Antworten mit Zitat

Jau, das fetzt! smile extra

Mir ist nur noch aufgefallen, ...

- dass es auch '... und blickte in die von Trauer und Wut erfüllten Gesichter ...' heißen könnte,

- und das hier:
"Es scheint, Verzweiflung macht sogar Mäuse mutig."
das Komma ganz net aussehen würde.

Der Delinquent ist durch die Überarbeitung erschreckend lebendig geworden. Da gruselts einen ja richtig.

Sehr, sehr nettes Stück Arbeit. Ich gratuliere. smile
Und nominiere für den besten Protagonisten, aber erzähl bitte keinem, das ich das war.  Wink


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Mardii
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BeitragVerfasst am: 23.04.2012 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ähäm.Surprised

Hallo Writter,

leider muss ich dir mitteilen, dass ich mich der Meinung meiner Vorredner überhaupt nicht anschließen kann.

Dein Text hat mir beim ersten Lesen ein Stirnrunzeln beschert. Es war mir vollkommen unklar wer nun spricht. Sir Cumberland, ein Serienmörder von beängstigender Intelligenz?

Ich zeige dir mal, wo das Problem liegt:

Writter hat Folgendes geschrieben:
"Amüsant."
Nach unsagbar langen Minuten des Schweigens war dies das Einzige, was Sir Cumberland, seinerseits wohl grösster Bewunderer als auch erbittertster Jäger dieses Monsters, zu hören bekam.


Das hast du dir beim Schreiben fein gedacht, aber der Leser kann nicht nachvollziehen, dass mit dieses Monster der Redner des vorausgegangen Dialoges "Amüsant" gemeint ist.

Der blau markierte Text: widersprüchlich. Du schreibst, es sind lange Minuten, also sind sie nicht unsagbar, denn es steht dort wie sie sind.

Ich frage mich, warum der Staatsanwalt den Angeklagten so lange monologisieren lässt? Es wird im Text an keiner Stelle deutlich, was diesem Monolog vorausgegangen ist und weshalb Sir Cumberland denn so traurige Blicke ins Publikum wirft?

Der Text wirkt sehr unschlüssig und unmotiviert auf mich. Die geschwollene Sprache wirkt eher abschreckend auf mich.

Meiner Meinung solltest du dich auf das Zusammentreffen des Vaters mit seinem Sohn konzentrieren und diesen Konflikt mehr herausarbeiten. So finde ich den Text nur nichtssagend und plakativ.

Grüße von Mardii


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Ridickully
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Writter
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BeitragVerfasst am: 23.04.2012 23:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Besten Dank für eine doch noch kritische Stimme.^^


Zitat:
Dein Text hat mir beim ersten Lesen ein Stirnrunzeln beschert. Es war mir vollkommen unklar wer nun spricht. Sir Cumberland, ein Serienmörder von beängstigender Intelligenz?


Fällt nicht spätestens nach einigen Zeilen auf, das nur der Angeklagte spricht? So wäre es eigentlich gedacht.


Zitat:
Writter hat Folgendes geschrieben:
"Amüsant."
Nach unsagbar langen Minuten des Schweigens war dies das Einzige, was Sir Cumberland, seinerseits wohl grösster Bewunderer als auch erbittertster Jäger dieses Monsters, zu hören bekam.


Verstehe deinen Einwand nicht ganz (kannst aber gerne versuchen es mir so zu erklären, dass ich es verstehe Wink )

Meine Überlegung: Da sich der unter der direkten Rede stehende Satz direkt auf das Gesagte bezieht und Sir Cumberland als Hörer identifiziert wird, ist es meiner Meinung nach logisch, dass der Sprecher das Monster ist - dies aus dem Grund, weil er die einzig noch erwähnte Person ist und es ansonsten wirklich keinen Sinn machen würde.


Zitat:
Der blau markierte Text: widersprüchlich. Du schreibst, es sind lange Minuten, also sind sie nicht unsagbar, denn es steht dort wie sie sind.


Unsagbar sollte als Synonym für "endlose erscheinenden" stehen. Aber wen du sagst das geht nicht, glaube ich dir mal.^^

Zitat:
Ich frage mich, warum der Staatsanwalt den Angeklagten so lange monologisieren lässt? Es wird im Text an keiner Stelle deutlich, was diesem Monolog vorausgegangen ist und weshalb Sir Cumberland denn so traurige Blicke ins Publikum wirft?


Er monologisiert nicht,  die Worte des Anklägers sind absichtlich weggelassen. Damit wollte ich Interpretationsspielraum für eigene Gedanken schaffen.

Zitat:
Der Text wirkt sehr unschlüssig und unmotiviert auf mich. Die geschwollene Sprache wirkt eher abschreckend auf mich.


Kannst du mir ein Beispiel geben, wo die geschollene Sprache unpassend ist?

Zitat:
So finde ich den Text nur nichtssagend und plakativ.


Ein Angeklager, der weiss, dass er am Galgen hängen wird und sein einziger Gedanke ist, dass er zahlenmässig gegen die Gerechtigkeit gewonnen hat, ist doch ein etwas aussagender Text über die Psyche gewisser Menschen?


Ich hoffe, dass ich nicht zu kritik-verschlossen rüber komme, wäre trotzdem froh, wenn du die ein oder andere Sache noch präzisererklären könntest


Gruss Writter


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Gine
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BeitragVerfasst am: 24.04.2012 07:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, ich gebe zu, ich habe ein ganz entscheidendes Detail über mich verschwiegen:
Ich LIEBE es geradezu, wenn zu Beginn der Story nicht klar ist, was eigentlich läuft. Gerade bei kurzen Texten ist man dadurch mehr oder weniger gezwungen, das Ganze mehrmals zu lesen. Und wenn man das tut, dann fallen einem in der Regel all die liebevollen 'Spielchen' auf, die der Autor zur Erbauung seines Lesers eingebaut hat.
Beim Einmaligen überfliegen geht all das verloren und der Text scheint nicht rund. Hier ist man als Leser gefordert, nach den Details zu suchen, die scheinbar nicht vorhanden sind.
Ich orientiere mich da gerne anhand der Ausdrucksweise des Autors. Motto: Kommt er so rüber, als wisse er, was er da tut? Im Großen und Ganzen?
Wenn das der Fall ist, dann arbeite ich gerne mit und bekomme sogar das Gefühl, die Geschichte selbst ein bisschen mitgeschrieben zu haben. So erlebe ich sie viel intensiver.

Ist das hier der Fall? Wusst der Autor darum, wie der Text wirken würde?
Bei diesem Text aus meiner Sicht ein ganz klares 'Ja, und ob!'

Ich würde es sehr bedauern, wenn du, Writer, dich in die doch eher öde Form 'angepasser' Schriftstellerei zurückziehen würdest.


In diesem Sinne
liebe Grüße
die Gine


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BeitragVerfasst am: 24.04.2012 21:41    Titel: Antworten mit Zitat

Die Idee gefällt mir. Aber trotzdem: Das Lesen ist mühsam, und dabei geht der Witz für mich verloren. Ich kann nicht genau festmachen, was mich stört. Vielleicht hat es etwas mit Perspektiven zu tun.

Irgendwie wirkt der Text auf mich "gekünstelt".
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Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
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BeitragVerfasst am: 24.04.2012 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Writter,

ich versuche mal, deine Fragen so weit zu beantworten:

Writter hat Folgendes geschrieben:
Fällt nicht spätestens nach einigen Zeilen auf, das nur der Angeklagte spricht? So wäre es eigentlich gedacht.


Du als Schreiber müsstest dir eigentlich darüber im klaren sein, wann der Leser es merken sollte. Meiner Meinung sollte es von der ersten Zeile an klar sein, wer spricht.

Aber erst ab dieser Zeile wird deutlich, dass es nicht der Staatsanwalt sein kann:
Writter hat Folgendes geschrieben:

"Dubiose Anschuldigungen einer achtklassigen Hure und die Schilderung dieses Balges … Zusammenfassend ein wenig löchrig, nicht?"


Und auch diese Aussage kann man nicht eindeutig zuordnen, da sich der Angeklagte des Vokabulars des Gerichts bedient. Das hat für den Erstleser zumindest Bedeutung, da er nicht wissen kann welche Richtung hinter dem Textverlauf steht. Genau genommen wird bis hier und im weiteren Verlauf auch nicht deutlich wer Sir Cumberland überhaupt ist. Vielleicht ist er einer der Geschworenen oder der Vertreter eines der Opfer. Eigentlich weiß man nur, wo man sich befindet: in einem britischen Gerichtssaal und man hat es bei Cumberland mit einem Angehörigen niedrigen Adels zu tun. Das bedeutet aber gleichsam nichts für dessen Rolle in der Geschichte.

Writter hat Folgendes geschrieben:
Verstehe deinen Einwand nicht ganz (kannst aber gerne versuchen es mir so zu erklären, dass ich es verstehe


Die Zeilen:

Writter hat Folgendes geschrieben:
"Amüsant."


und

Writter hat Folgendes geschrieben:
"Und doch ein wenig zu melodramatisch. Ich musste fast weinen."


stehen außerhalb des Bezugswissens des Lesers. Sie beziehen sich auf Aussagen, die vor Einsetzen der Handlung liegen. Sie beinhalten nichts, was die Bezeichnung „dieses Monster“ rechtfertigt. Ja, wenn alle Monster sich einer solchen Sprache bedienen würden, könnte man auf die Idee kommen, der Redner der zitierten Sätze wäre ein Monster. Es könnte sein, z.B. bei Monthy-Pythons. In diesem Falle wäre der Leser aber wohl auch auf der falschen Spur.

Writter hat Folgendes geschrieben:
Meine Überlegung: Da sich der unter der direkten Rede stehende Satz direkt auf das Gesagte bezieht und Sir Cumberland als Hörer identifiziert wird, ist es meiner Meinung nach logisch, dass der Sprecher das Monster ist - dies aus dem Grund, weil er die einzig noch erwähnte Person ist und es ansonsten wirklich keinen Sinn machen würde.


Das ist nicht unbedingt logisch. Du erzählst aus auktorialer Perspektive. Das heißt, der Erzähler kann sich in jede der handelnden Personen versetzen. In deinem Text sieht das so aus: 1. Satz: wörtliche Rede: der Erzähler betrachtet das Geschehen aus der Perspektive des Angeklagten. 2. Satz: Perpektive Sir Cumberlands. 3. Satz: Perspektive des Angeklagten. Und so weiter, bis:

Writter hat Folgendes geschrieben:
Unglücklicherweise konnte dem nicht widersprochen werden.


Allgemeine Perspektive des Erzählers, also weder Angeklagter noch Cumberland. Später kommt noch die Perspektive des Vaters hinzu:
Writter hat Folgendes geschrieben:

1."Und wenn schon. Soll der alte Mann sprechen.
"
2. Das tat er. Dreissig Minuten lang stand der Greis zwischen den Sitzreihen und berichtete über Kindheit, Schicksal und Charakter 3. seines Sohnes. 4.Dieser schäumte vor Wut.


Hier wechselst du innerhalb von drei Sätzen vier Mal die Perspektive: 1. Angeklagter, 2. Erzähler, 3. Vater, 4. Angeklagter

Das Problem bei dieser Perspektive ist, dass praktisch mit jedem Satz die Sichtweise irgendeines Protagonisten eingenommen werden kann, der Leser bei jeder folgenden wörtlichen Rede und neu auftretenden Person vermuten muss, welche Sichtweise nun gerade eingenommen wird.  Er ist darauf angewiesen, dass der Autor ihm sagt, wer gerade spricht, wer gerade denkt, fühlt und handelt.

Sicher kann man während des ersten Lesens herausfinden, was gemeint ist. Aber es ist Sache des Autors, zu vermitteln was er meint. Und was der Autor hier sagen will ist: Die schlechte Erziehung des Vaters ist Schuld daran, dass der Sohn ein Killer geworden ist. Mehr nicht.

Writter hat Folgendes geschrieben:

Unsagbar sollte als Synonym für "endlose erscheinenden" stehen. Aber wen du sagst das geht nicht, glaube ich dir mal.^^


Dann wolltest du schreiben: „endlos erscheinenden langen Minuten“ und das ist redundant.

Writter hat Folgendes geschrieben:
Er monologisiert nicht, die Worte des Anklägers sind absichtlich weggelassen. Damit wollte ich Interpretationsspielraum für eigene Gedanken schaffen.


Das entlarvt den Text letztendlich als das wofür ich ihn halte: unschlüssig und unmotiviert.
Hielte der Angeklagte einen Monolog, während diesem sich die beschriebenen Szenen im Gerichtssaal abspielten, etwa während des letzten Wortes des Angeklagten an die Jury vor deren Beratung zur Urteilsfindung, dann wäre der Text genial. Aber wenn der Leser sich hier auch noch etwaige wörtliche Reden des Anklägers denken soll, was nach der geführten Rede des Angeklagten nur einsilbige Einwürfe hätten sein können, zerstört es das Bild vollkommen.
So gesehen wechselt die wörtliche Rede des Angeklagten in einen inneren Monolog, nämlich an der Stelle, als der Vater als weiterer Zeuge auftritt. Und das wird schon überhaupt nicht ersichtlich.
Nebenbei: Ich finde es gar nicht logisch, dass der Richter vor dem Auftritt des Zeugen keine Unterbrechung der Verhandlung einlegt.

Writter hat Folgendes geschrieben:
Kannst du mir ein Beispiel geben, wo die geschollene Sprache unpassend ist?


Nun ja, geschwollen war im Eifer des Gefechts wohl etwas garstig von mir. Unpassend dagegen finde ich die Wendung:  „soziophatische Selbstbeherrschung“ Aber das ist wohl der psychiatrische Gutachter im Erzählerauge.
Writter hat Folgendes geschrieben:

Ein Angeklager, der weiss, dass er am Galgen hängen wird und sein einziger Gedanke ist, dass er zahlenmässig gegen die Gerechtigkeit gewonnen hat, ist doch ein etwas aussagender Text über die Psyche gewisser Menschen?


Ja, wenn er an ein Jenseits glaubt, von dem aus er Genugtuung beobachten kann, aber wenn nicht, hat er gelitten. Im ersten Fall könnten ihm seine fünfzehn Opfer wohl das Nachleben zur Hölle machen, wie man es sehen will.

Writter hat Folgendes geschrieben:
Ich hoffe, dass ich nicht zu kritik-verschlossen rüber komme, wäre trotzdem froh, wenn du die ein oder andere Sache noch präzisererklären könntest


Bitte schön! Ich hoffe präzis genug erklärt zu haben. Wink

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