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Alltags-Pathologie


 

 
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lady-in-black
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Wohnort: Killer Förde
Der goldene Käfig Extrem Süßes!


BeitragVerfasst am: 16.03.2012 14:05    Titel: Alltags-Pathologie eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Keine Ahnung, ob es so "richtig" ist, aber egal ... ich hatte einfach mal richtig Lust dazu, es auszuprobieren.  Cool

*


Der Junge tanzte fröhlich
den Weg zur Waldorfschule.
Ich erblickte seinen Geigenkasten,
direkt vor meinem linken Auge,
zu spät.
Abends erzählte ich meinem Mann
von dieser verrückten „Begegnung“
und wir lachten gemeinsam.


Die Kindergärtnerin erblickte
mich am nächsten Nachmittag.
Mein linkes, blaues Auge blickte
sie fröhlich zwinkernd an,
als ich ihr die Sache
mit dem schwingenden Geigenkasten
erklären musste.
Ich schnappte mein Kind und lachte …
immer noch.
Sie irgendwie nicht.

Abends erzählte mein Mann
von seiner seltsamen Begegnung
mit unserer Nachbarin.
Und ich grinste ein wenig.

Die nette Dame vom Amt
für soziale Dienste
war zwei Tage später wohl zufällig
in unserer Nähe.
Lächelnd gab sie mir ihre Karte,
bat höflich darum,
mein Kind ebenfalls
kurz begrüßen zu dürfen.

Auch ihr erzählte ich die Geschichte
vom Geigenkasten. Ohne Lächeln meinerseits.
Zum Abschied sagte ich ihr nur kurz,
wie ungerecht es doch gewesen war,
dass er ausgerechnet mich traf …
und nicht den kleinen Jungen,
den man später
tot im Kühlschrank fand.


*



_________________
- Ich würde mich gerne geistig mit Dir duellieren ... aber ich sehe Du bist leider unbewaffnet.
- Nein, Stil ist nicht das Ende vom Besen.
- Ich spreche fließend ironisch, auch im sarkastischen Dialekt.
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Rosanna
Richter und Henker

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Beiträge: 1201

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BeitragVerfasst am: 16.03.2012 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

Puh,

Ich habe deinen Text ehrlich gesagt vier Mal lesen müssen, bis ich die Aussage verstanden habe, aber jetzt habe ich es, glaube ich, kapiert. Das Amt kommt zu den Falschen, geht einigermaßen aus der Luft gegriffenen Vorwürfen nach, während die wirklich schlimmen (oder einfach nur tatsächlichen) Fälle entweder bagatellisiert oder überhaupt nicht wahrgenommen werden.
Ganz schön schwieriges Thema... vor allem, weil in diesem Fall bei der "Dame vom Amt" (den Vers danach würde ich übrigens weglassen) der Fehler nicht zu suchen ist. Sie geht nämlich dem Hinweis nach, auch auf die Gefahr hin, sich "lächerlich" zu machen. Ob diese Dame nun auch für den Jungen im Kühlschrank verantwortlich war, müsste man vielleicht erklärend hinzufügen (à la: den man drei Wohnblocks weiter/ im Kühlschrank fand.).

Über die "Informanten" kann man schon eher mit dem Kopf schütteln, weil sie laut Gedicht keinerlei Anstalten machen, ein klärendes Gespräch zu suchen, ihre eigene Hilfe anzubieten usw. Trotzdem ist es meiner Meinung nach immer noch besser, den Weg über das Amt zu wählen (wenn man sich aus irgendwelchen Gründen nicht traut, selbst die Initiative zu ergreifen), als gar nichts zu machen. Das genau führt nämlich zu solchen Kühlschrankszenarien.

Zur Form an sich:

Zitat:
Der Junge tanzte fröhlich
den Weg zur Waldorfschule.
(ist das eine Anlehnung an"seinen Namen tanzen"? Sonst würde ich nämlich eher "auf dem Weg" schreiben, passt rhythmisch sogar besser)
Zitat:
Ich erblickte seinen Geigenkasten,
direkt vor meinem linken Auge,
zu spät.


"erblickte" zieht sich ja durch deinen ganzen Text. Gerade im Bezug auf das Thema wäre vielleicht etwas wie "bemerken" oder "auffallen" besser.

Zitat:
Die Kindergärtnerin erblickte
(hier dann auch "bemerkte/ mein linkes, zwinkerndes Auge" o.ä.)
Zitat:
mich am nächsten Nachmittag.
Mein linkes, blaues Auge blickte
sie fröhlich zwinkernd an,
als ich ihr die Sache
mit dem schwingenden Geigenkasten
erklären musste
. (musste? Kann auch weg. Oder du führst weiter aus, warum das LI sich genötigt fühlt, der Kindergärtnerin die Geschichte zu erzählen)
Zitat:
Ich schnappte mein Kind und lachte …
immer noch.
Sie irgendwie nicht
. (gefällt mir)

Zitat:
Die nette Dame vom Amt
für soziale Dienste
(überflüssig, durch den Rest der Strophe wird deutlich, welches Amt gemeint ist)

[...]


LG,
Rosanna


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