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Experimentalgedicht


 

 
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Rhamnusia
Abc-Schütze


Beiträge: 4



BeitragVerfasst am: 18.02.2012 22:13    Titel: Experimentalgedicht eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Na, dann möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen und etwas veröffentlichen:

Kiss of the Emerald

Cartagena war neulich mein Ziel
schon lange ich mit dem Gedanken spiel'
mir einen Smaragd zu kaufen am Quell'
das abbauen geht leider nicht so schnell.

Männer im Berg, die wühlen auf Knien,
lassen sich vom grünen Golde ziehn.
Jedoch ist nach Jahren die Gesundheit - und das Leben-  dahin,
da frag ich mich - wo ist der Sinn?

In Läden Smaragde, wohin man blickt,
ach, was bin ich halb verzückt.
Denk' ich jedoch an die armen Seelen,
die sich da untertage quälen,
für wenig Geld und noch weniger Luft,
denn ausbeuten tut sie irgendein Schuft
vergeht mir die Entzückung sofort,
doch es gibt kein Entrinnen in diesem Ort.

Das Land ist voller grüner Steine,
irgendjemand denkt: alle meine!
Und beutet aus
Mann und Maus,
aufdass der Export macht gute Zahlen
da denkt man nicht an den Fluch und die Qualen.
der Belegschaft im Berg, die ist ja weit weg
Das Gewissen ist aus, alles hat seinen Zweck.
Der Ausbeuter sitzt ja sicher in seinem Stall,
kauft alles, was er braucht, in einer 'fancy Mall'
und hat keine Ahnung von den wahren Dingen
und den Opfern, die sich die Bergleute abringen.

Trotzdem kam ich nicht daran vorbei,
mir Smaragde zu kaufen - davon gleich zwei.
Winzige Ohrringe schmücken mich jetzt jeden Tag
zum Gedenken des Mannes, der dafür starb.
Seine Familie sieht nichts von dem Geld
sie trauern stumm um ihren Held.

Ich würde gerne von Euch wissen, was bei diesen Zeilen rüberkommt und ob es mir gelungen ist, trotz der Reimform einigermaßen ernst zu bleiben.
Das fällt mir immer am schwersten. Sobald Reime da sind, wirkt immer alles flapsig.
Danke für Eure Mühen.

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G.T.
Autor

Alter: 33
Beiträge: 701



BeitragVerfasst am: 18.02.2012 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Moin, moin!

Das Gedicht gefällt mir gar nicht.
Ich verstehe vor allem nicht, was der Schluss mir sagen soll. Ich denke: "Gott, ist das ein dekandenter Depp, der sich zum Gedenken die Klunker kauft." Andererseits wirkt es auf mich so, als solle das lyrische Ich vom Leser ernst genommen werden. Diese Kaufhandlung, was soll sie sagen? Ist sie gut oder eine Satire auf unsere Gesellschaft? Das erschließt sich mir nicht.
Mit deiner Vermutung, alles wirke vielleicht etwas flapsig, liegst du vollkommen richtig. Du hältst kein Metrum ein und die Reime sind zu 90% erzwungen. Gleich die ersten beiden Verse beinhalten sprachliche Folterungen: Da springst du vom Perfekt plötzlich ins Präsenz, und das offensichtlich nur, um einen Reim hinzukriegen, der auch noch deutsche Syntax missachtet. Dabei muss man Sätze NIE derart umstellen, um einen Reim zustande zu bringen - man muss nur etwas länger dran feilen.
Das Gedicht wirkt ziemlich hastig verfasst und ich musste einige Male schmunzeln.
Zitat:
Das abbauen geht leider nicht so schnell.

Hihi, und das, wo es um schwer schuftende Menschen geht. Ist doch einfach zum Piepen!
Oder wenn plötzlich ein Vers herausragt, der auch noch klingt, wie ein Zitat aus eine Nachmittagssendung:
Zitat:
Jedoch ist nach Jahren die Gesundheit - und das Leben- dahin

Vieles kann lyrisch sein, aber das ... nö, das ist einfach unschön.
Und dann setzt die Belehrung ein. Der "Schuft", der sie ausbeutet, die armen Menschen. Zeigefinger ein ganzes Gedicht lang, keine Bilder, die das Leid der Arbeiter erfahrbar machen. Und dann diese letzte Strophe - bitte klär mich auf, ich bin sehr verunsichert: Ist das ne Persiflage auf Weltenretter oder unbeabsichtigte Komik? Denn nach den Belehrungen kann das lyrische Ich mit seinem Kauf gleich zweier Smaragde auf mich nur noch dämlich wirken - ist das gewollt? Wenn es gewollt ist, ist auch der Zeigefinger in den Strophen zuvor natürlich sinnvoll - muss nur noch sprachlich dran gefeilt werden.

Ade!        G.T.

P.S.: Was an dem Gedicht ist experimentell?
P.P.S.: Und bitte: Rechtschreibung!!!
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Rhamnusia
Abc-Schütze


Beiträge: 4



BeitragVerfasst am: 18.02.2012 23:27    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ah! Ich sehe schon wo das Problem ist,
dann ist es mir wirklich nicht geglückt.

Also der Hintergrund ist folgender, ich bin mal in Kolumbien gewesen und so ein Guide hat uns unter anderem in einen Smaragdtempel geschleift.
Ich selbst mag grüne Steine sehr gern, aber ich habe mal ein Buch gelesen, wo beschrieben wird, was die Arbeiter da speziell in Kolumbien mitmachen.
Nun sah ich in diesem "Emerald Store" die ganzen Dekadenten (das ist übrigens ein sehr treffendes Wort) und habe beobachtet, wie die mit ihren Ami-Kreditkarten kauften, was das Zeug hielt.

Aus diesen Beobachtungen ist dieses Gedicht entstanden.
Es stellt einen Zwiespalt dar - meinen, weil ich grüne Steine mag, aber keine kaufen würde, aus den obigen Gründen im Kontrast zu den "Unwissenden" oder "Verdrängenden", die einfach kaufen ohne nachzudenken, weil sie es können.

Ist das irgendwie nachvollziehbar?

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G.T.
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Alter: 33
Beiträge: 701



BeitragVerfasst am: 19.02.2012 00:17    Titel: Antworten mit Zitat

Also, um nochmal sicherzugehen: Der Kauf des lyr. Ich soll demnach nicht gerechtfertigt sondern verurteilt werden, oder? Es tritt als dekadenter Europäer auf?
Ich meine, diese Aussage wundert mich:
Zitat:
Es stellt einen Zwiespalt dar - meinen, weil ich grüne Steine mag, aber keine kaufen würde, aus den obigen Gründen im Kontrast zu den "Unwissenden" oder "Verdrängenden", die einfach kaufen ohne nachzudenken, weil sie es können.
Denn das lyr. Ich weiß ja, was passiert, kauft aber trotzdem.
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seppman
Weltfriedenstreiber

Alter: 38
Beiträge: 943
Wohnort: Yaren


BeitragVerfasst am: 19.02.2012 03:02    Titel: Antworten mit Zitat

Moin

Ich finde.. nur ein paar kleine ortogramma interpunktions fehlfunktionen..
der Sinn erschliesst sich mir auch .. falls ich meine Lesart mal darlegen darf:

Der Kauf des Diamanten, eine gute Sache. Er wird erklärt durch das Andenken an den Mann(ich könnte mir das auch als Mensch vorstellen)
Da er(Esmerald) von ihm(Mann) nun einmal abbgebaut wurde, warum wegschmeißen? Hält ewig.. und es wird viellt wirklich durch tragen dran erinnert wer dafür verantwortlich ist/war..

Grüße seppman
PS:gern gelesen
helfe bei Deutsch


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Ich bin Flexitarier, ich esse dann, wenn ich Hunger, das worauf ich Hunger habe und verlass mich da völlig auf mein Bauchgefühl. Nebenbei bin ich Anhänger der Multitoleranzbewegung.
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G.T.
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Alter: 33
Beiträge: 701



BeitragVerfasst am: 19.02.2012 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Deine Auslegung, seppmann, ist auch meine, nur finde ich sie paradox. Wenn das lyr. Ich Vorbildfunktion hätte, würde der Smaragdabbau einen richtigen Schub bekommen. Lasst uns Smaragde kaufen im Gedenken an die, die dafür starben! Das ist irgendwie so inkonsequent.
Mir würde es sich zum Beispiel eher erschließen, wenn das lyr. Ich einen grünen Stein, irgendeinen Kunststein, kauft zum Gedenken an den toten Arbeiter, aber keinen Smaragd - und damit nicht den "Schuften" in die Hände spielt. Muss man denn Pelze tragen, um der toten Tiere zu gedenken?
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seppman
Weltfriedenstreiber

Alter: 38
Beiträge: 943
Wohnort: Yaren


BeitragVerfasst am: 19.02.2012 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

Moin

Mein Gedanke ist eher, dass es Menschen gibt, Grubenbesitzer, Ölfirmenbesitzer, Pelztierfarmbesitzer, Waffenschmiedebesitzer, Bankhausbesitzer, Pharmakonzernbesitzer,etc...
Und es gibt Menschen, die unter menschunwürdigen Bedingungen für die ersteren arbeiten müssen..
Das paradoxe ist die Ausbeutung, aber nicht die Form des Gedenkens, und schliesslich ist das der Wunsch des LI..
Dazu ein Gerdankenspiel: Ich finde Erdöl ist der letzte Dreck, keiner brauch es, denn man kann alles was aus Erdöl produziert wird, anders und biologisch herstellen. Nun haben die Ölfirmen aber was dagegen. Soll ich aus Protest alles was aus Erdöl gewonnen wurde wegschmeissen oder vernichten? Nein, denn man kann ja auch ein mahnendes Beispiel geben, ein Denkmal.
Zurück zum Gedicht.. irgendeinen Kunststein zu tragen, wäre nicht Andenken, da er und der Kauf, keine zusammenhängede Geschichte haben..
Wenn ungerechte Handlungen auf der Welt vor sich gehen, kann man wegsehen und vergessen, oder man nimmt sich ein Symbol und erinnert daran..

Grüße seppman


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G.T.
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Beiträge: 701



BeitragVerfasst am: 19.02.2012 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
oder man nimmt sich ein Symbol und erinnert daran..

Logo, aber muss ein Symbol denn das Ergebnis der Untat selber sein?
Naja, unterschiedliche Ansichten. Was das Erdöl angeht: Du sollst nicht alles wegschmeißen, aber es wäre doch unlogisch, zum Gedenken an die durch Erdölabbau verursachten Schäden bewusst Erdöl zu kaufen.  Rolling Eyes
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Rhamnusia
Abc-Schütze


Beiträge: 4



BeitragVerfasst am: 20.02.2012 13:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also erst mal danke für eure Diskussion um meine Worte ... auch wenn ich mir dabei merkwürdig vorkomme - ich kenn das so in der Form nicht.
Ich denke, seppmann hat erfasst, was ich aussagen wollte, nur ist es mir anscheinend wirklich nicht gelungen.

Folgendes zum Ende, das lyrische Ich kauft Steine als Andenken an die Männer, die ihr Leben lassen. Damit ihr Tod nicht umsonst war. Das ist das paradox-experimentelle an dem Gedicht.

Jetzt bleibt eine weitere Frage für mich - wie um alles in der Welt krieg ich den Text so verändert, dass dieses beim Leser zumindest ein Nachdenken auslöst, also als kritisches Gedicht gelten kann?
Die Gedanken können ja dann über alles sein, Umgang mit Ressourcen, mit Schmuck, mit Geld, Weltwirtschaft - da liegt ja einiges drin.
Oder ist es komplett falsch aufgebaut?

Danke noch mals!

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Harald
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BeitragVerfasst am: 20.02.2012 13:18    Titel: Re: Experimentalgedicht Antworten mit Zitat

Rhamnusia hat Folgendes geschrieben:


Ich würde gerne von Euch wissen, was bei diesen Zeilen rüberkommt und ob es mir gelungen ist, trotz der Reimform einigermaßen ernst zu bleiben.
Das fällt mir immer am schwersten. Sobald Reime da sind, wirkt immer alles flapsig.
Danke für Eure Mühen.


Dein größtes Problem ist die Reimform!

Die ist auf jeden Fall total misslungen und stimmt hinten wie vorne nicht. Du versuchst, Reime zu erzeugen, indem du Endungen angleichst und presst dafür Sätze in Formen, die fast skurril erscheinen.

Lass es, schreibe strukturiert deine Gedanken, so wie du sie meinst!

LG

Harald


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Harald

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Rhamnusia
Abc-Schütze


Beiträge: 4



BeitragVerfasst am: 20.02.2012 13:52    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Harald,

du meinst also, ich soll "free verse" wählen?
Da habe ich auch einige Gedichte, aber ich wollte halt gern auch die Reimform lernen.

Naja sad

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G.T.
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Beiträge: 701



BeitragVerfasst am: 20.02.2012 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich beziehe mich mal nicht auf Reimform etc., sondern weiterhin auf den Inhalt:
Zum Nachdenken regt das wirklich nicht an, denn es serviert dem Leser ja schon, was "richtig" und was "falsch" ist. Das lyr. Ich ergeht sich strophenlang über die "Schufte", ja sogar über den einen Schuft: Einer ist Schuld, einer ist das Schwein, habt ihr gehört, der ist böse, böse, böse.
Das ist, mit Verlaub, etwas billig.
Hängen bleiben könnte etwas, wenn diese oberflächliche Anklage rausfiele. Die Beschreibung eines Arbeitstages würde völlig reichen. Vielleicht sogar die Beschreibung des Todes des Arbeiters (Klischeefalle, kann aber, so ich denke, gut umschifft werden). Das macht das Leid der Arbeiter deutlicher - und dass das alles ne Sauerei ist, da kommt der Leser schon selber drauf. Mute deinen Lesern doch etwas mehr moralische Urteilskraft zu. Dann kann das Gedicht auch sinnvoll werden. Wink

Ade!       G.T.
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