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Der Dreiseitenspiegel


 
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Daodras
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

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Beiträge: 100



BeitragVerfasst am: 27.01.2012 11:34    Titel: Der Dreiseitenspiegel eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Kapitel 1 – Realität oder Wirklichkeit?

Die Luft roch nach Hass und Angst, Feuer und Schwefel, Gift und Tod. Und Tugara war genau mittendrin, sie war für dieses Chaos verantwortlich. Und es fühlte sich gut an.
Ihr ganzes Leben lang war sie von diesem einen Wunsch beseelt gewesen, zu den Drachenreitern zu gehören und im Namen der Gerechtigkeit zu kämpfen. Sie wollte den Geist eines anderen Wesens in dem ihren spüren, sie wollte von den Menschen wiedererkannt werden, sie wollte überall bejubelt und reichlich beschenkt werden, wenn man sie sah. Sie wollte die schwarzgoldenen Schwingen ausbreiten, einen gleißenden Flammenstrahl gegen die Feinde aussenden und den Boden erzittern lassen, wenn sie ihre riesigen Pranken gegen die nackte Erde presste, ihre Flügel ausbreitete, und sich dann vom Grund abstieß um in die Lüfte aufzusteigen; und wenn sie dann im Sturzflug auf ihre Beute anlegte, dann sollte diese sich geehrt fühlen, dass sie vom mächtigsten Wesen auf dieser Welt gefressen wurde.
So hatte sie vor einigen Wochen die Bindung zu einem anderen Reiter zugelassen und konnte endlich einen Geist in dem ihrem spüren. Es war manchmal sogar so stark, dass sie sich nicht mehr von ihrem Reiter unterscheiden konnte und glaubte, nur zwei Arme und Beine zu haben, statt vier Beinen und vier Flügeln. Es fühlte sich noch viel besser und schöner an als erwartet, vollendeter als alle Bindungen, die andere Drachen geschlossen hatten. Das hatte sie von diesen Drachen selbst erfahren, die ihr bestätigt hatten, dies sei so, weil Tugara das Band aus freien Stücken zugelassen hatte und nicht in dieses Schicksal hineingeboren  worden war.
Andere Drachen gaben aus ihrem Gelege stets eines der Eier an Orden der Drachenreiter, damit der Drache dort schlüpfen und ein Jahr nach seiner Geburt einen Reiter erwählte. Sie war der erste wilde Drache seit mehreren tausend Jahren, die sich freiwillig einen Reiter gesucht hatte, und die sich einen Menschen aus der Menge aller Wesen hatte aussuchen könne. Andere Drachen konnten sich immer nur auf einen aus hundert ausgebildeten Jungen und Mädchen entscheiden. Diese Kinder mussten allesamt zwischen vierzehn Jahren, dem Beitrittsalter für die Ausbildung, und achtzehn Jahren sein. Wurde jemand älter und noch kein Drache hatte einen von ihnen erwählt, wurden sie aus dem Programm entlassen.
Einen solchen Jungen hatte sie erwählt. Rokh war heute nicht mehr achtzehn, sondern achtundzwanzig, doch er war ein großer Visionär und hatte einige Ansichten, die es wert waren verteidigt zu werden. Seine größte Vision war die der Zukunft, der Tugara sofort zugestimmt hatte.
Doch genau das war auch ihr großer Fehler gewesen. Sie hatte ihren Geist achtlos mit dem ersten anderen Geist verknüpft, dessen Aura sich warm anfühlte, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Denn es gab einen Grund, warum die Bindungen streng überwacht waren und warum wilde Drachen diese üblicherweise nicht eingingen. Ohne die Kontrolle eines Erfahrenen könnte es nämlich vorkommen, dass der Drache den Reiter nicht nur in den eigenen Geist, sondern auch in den Seelenspiegel ließe.
Der geteilte Geist zeugte für die Zusammenarbeit und für den gemeinsamen Kampf. Das konnte eine innige Beziehung, aber auch eine rein oberflächliche sein, wie es bei den Reitern meist der Fall war. Drachen banden sich nur, weil sie dazu geboren waren und im gewissen Sinne mussten, während Menschen sich in vielen Fällen nur an einen Drachen banden, weil es sie stärker machte.
Jemanden in seine Seele hineinzulassen hieß jedoch, dass sie ihr Leben teilte, Gedanken, Gefühle, alles. Es war mehr als nur Kommunikation, das Sprechen mit seinem Kampfgefährten. Es war, als lebten zwei Wesen ein Leben oder als wären sie ein Wesen, das zwei Leben lebte. Dieses spezielle Band wurde nur selten geknüpft und meistens auch nur nach hunderten Jahren der Partnerschaft. Es war das größte Zeichen des Vertrauens zwischen zwei Wesen. Nur, wer sich wirklich in tiefstem Herzen zum anderen verbunden fühlte, konnte dieses Band knüpfen. Alle anderen Bindungen waren falsch und unrein und hemmten beide Seiten. Wer das Band knüpfte, sollte dieses nur im Austausch tun, denn es hieß, sich dem anderen völlig auszuliefern.
Wer in den Seelenspiegel eines anderen Wesens eintrat, so hieß es, hätte die volle Kontrolle über dessen Wünsche, Emotionen, sogar seine Handlungen und sein Denken, wenn er es nur wollte. Der Seelenspiegel war das, was den Zusammenklang zwischen Körper, Geist und Seele darstellte und befähigte sie, ihr ureigenes Wesen zu beeinflussen und zu verändern. Das war auch der Grund, warum noch nie ein Drache dieses Band einzugehen gewagt hatte. Menschen hatten dieses getan und es hatte beiden Seiten enorm geholfen, sich zu entwickeln. Die Drachen waren dadurch fähig,  aus den Augen des Partners zu sehen, seinen Schmerz zu teilen und Gedanken und Gefühle mit ihm zu teilen. Der Mensch erlangte dadurch Unsterblichkeit, zumindest was den Alterstod betraf.
Was geschah, wenn dieses Band anders herum geknüpft wurde, war niemandem bekannt. Doch seit sie das vor zwei Tagen getan hatte, war ihre Welt eine andere. Er hatte bekommen, was sie sonst bekommen hatte. Und sie...

Ein Schmerz durchfuhr ihr linkes Bein und holte sie zurück in die Realität. Der Geruch von Feuer und verbranntem Fleisch kehrte zurück. Das Gefühl von Schmerz kehrte zurück und das Gefühl, von unendlicher Energie erfüllt zu sein. Sie erinnerte sich daran, was geschehen war. Sie hatte den Orden angegriffen, etliche Drachen und Reiter getötet und war dann geflohen. Dass musste mindestens vier Stunden her sein.
Erneut zuckte dieser Schmerz von ihrem Bein hoch. Dort hatte sich ein strahlend roter Drache verbissen. Flammen speiend wehrte sie ihn ab, trat nach ihm, heulte ob der Wunde auf. Der Rote ließ allerdings bereits von ihr ab, um ihren Tritten und dem Feuer zu entgehen. Die Wunde war nicht tief und blutete auch nicht sonderlich, das dumpfe Gefühl einer Prellung, als drücke etwas von innen gegen ihre Haut, verblieb jedoch.
 Ein zweiter Drache, in leuchtendem Grün, setzte ihr nun ebenfalls nach. Sie hatte also zwei Gegner. Das sollte nichts ändern, dachte sie und schlug nur noch heftiger mit den Flügeln, um an Höhe zu gewinnen, weit über die Wolken aufzusteigen. Bald konnten sie sowohl die ersten Sterne, als auch die untergehende Sonne sehen, die von dort unten nicht mehr zu sehen gewesen warm von hier oben jedoch noch fast einen halben Kreis beschrieb. Und immer weiter stieg sie nach oben auf. Beide Drachen auf einmal zu bekämpfen war für sie zwar kein Kunststück, doch genau so wollte sie es aussehen lassen, um diese zu täuschen. Dass sie floh, war nur eine Maskerade. Sie wusste genau, wie sie ihre Feinde besiegen musste. Dazu mussten diese sie unterschätzen.
Sie lies den grünen Drachen aufholen, dann senkte sie erst die eine und dann die andere Schulter und zog die Flügel an, um in einen steilen Sturzflug überzugehen. Die beiden Verfolger taten es ihr sogleich nach und drückten ihre Flügel soweit durch, dass die Spitzen dieser sich fast an ihren Bäuchen zu berühren schienen. Der rote Drache hatte es dabei deutlich schwerer, denn er war größer und schwerer und brauchte länger, um die Richtung zu ändern.
Erneut ließ sie den Grünling aufholen, ein junges, naives Drachenweibchen. Dann drehte Tugara jedoch plötzlich ihre vier Flügel ab und drehte sich auf den Rücken, während der sie einen leuchtenden Energieball in Richtung ihres grünen Verfolgers ausspie. In seiner hohen Geschwindigkeit, und weil er die schnelle Drehung nicht erwartet hatte, steuerte er genau darauf zu. Der Ball traf seinen linken Flügel und explodierte in einem Meer aus blauen und violetten Flammen, ein riesiges Loch in der Haut zurücklassend. Trudelnd stürzte der Drache ab, laut schreiend und kreischend.
Einer weniger.“, sandte sie Rokh in Gedanken. Sein Wunsch war ihr Wunsch. Er wollte diese Drachen tot sehen, also wollte sie diese Drachen töten, mehr interessierte sie nicht.
Gut gemacht.“, kam die Antwort sowohl mental als auch laut ausgesprochen.
Der Kampf war allerdings noch nicht an seinem Ende angekommen. Der Rote schoss unbeirrt weiter auf sie zu, während sie nicht mehr flog, sondern auf dem Rücken in der Luft liegend fiel. Einen kurzen Moment der Orientierung bräuchte sie noch, um sich wieder zu fangen. Diesen gönnte ihr der verbliebene Gegner jedoch nicht. Er flog genau in sie hinein, setzte ihr die Krallen an die Brust und fügte ihr tiefe Kratzer zu, biss ihr in die Beine, spie Flammen um ihren Kopf und hieb mit seinem massigen Schweif auf sie ein. Seine liebsten Ziele waren ihre eigener Schwanz und ihr ungeschützter Hals, wohingegen sie seine Flügel attackierte. Ein Drache ohne Flügel war ein Drache am Boden war ein toter Drache. Ein Drache ohne  Flügel tausende Fuß über dem Boden war schon tot, bevor er am Boden lag oder spätestens, wenn er dort aufkam.
Dort wollte sie mit dem Roten hin. Sie stürzten weiter auf den Grund zu, doch es würde mehrere Minuten dauern, bis sie am Grund angelangt waren, denn sie waren mehrere tausend Fuß hoch in die Luft gestiegen, bis die Luft zu dünn war, als dass ihre Reiter noch atmen konnten.
Der rote griff erneut an, doch das Feuer schien ihr nichts anzuhaben. Es schoss wirkungslos an ihr vorbei, nur die Hitze schlug ihr entgegen und der Rauch blendete sie. Sie umklammerte ihn, versuchten mit den Zähnen an den Hals des anderen zu gelangen und ihrem Reiter Positionen zu verschaffen, von denen aus sie dem anderen Drachen mit dem Schwert Schaden zufügen könnten.
Sie kamen der Erde immer näher, in beängstigender Geschwindigkeit, doch noch zu langsam, wie Tugara fand. Wenn sie so weitermachten, wäre sie tot, bevor sie ihr Ziel erreicht hatte. Er war ihr einfach zu stark. Fliehen konnte sie auch nicht mehr, dafür war es zu spät. Der Großteil ihrer Kräfte war verbraucht und auch ihr Kampfeswille hatte nach vier Stunden ernste Schäden davongetragen.
Plötzlich tastete eine fremde Berührung nach ihrem Geist, wie schon so oft heute. Es war weder ihr Seelengefährte Rokh, noch der fremde Drache oder sein Reiter. Es fühlte sich uralt an und mächtig, wie das Leben selbst. Sie vernahm ein komplexes Farbmuster, noch komplexer als jene, die sich Drachen üblicherweise sandten, um zu kommunizieren. Entspanne dich, schien die Berührung ihr sagen zu wollen.
Dann hörte sie ein Rauschen. Es waren die Geräusche der Luft, der See, der Erde und des Feuers. Es vereinte alle Elemente und den Geist der Geister selbst in einem Klang. Dann kristallisierte sich das Geräusch des Herzschlags ihres Gegners heraus. Alle anderen Geräusche verstummten, selbst die permanente Anwesenheit Rokhs in ihrem Kopf schien zu verstummen. Es war, als sähe sie in den Kopf ihres Gegenüber hinein, als lese sie die Empfindungen des Rotgeschuppten. Sie wusste, was er dachte. Sie erkannte, was er fühlte und sich wünschte.
Er sah Schönheit in ihr. Er wollte sie nicht töten. Er hatte sie wochenlang beobachtet und er war der Meinung, dass seine Gene es sein müssten, die ihr eine neue Generation der fast ausgerotteten Schattenklauen schenken sollte. Er verspürte ein Verlangen nach ihr. Er verspürte das uralte Gelüst, sich zu beweisen und er wollte, dass sie ihn anerkannte. Er hielt sie für seine auserwählte Partnerin.
So schnell, wie der Einblick gekommen war, verschwand er wieder. Das seltsame Rauschen jedoch verblieb. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Kopf platzen könnte, weil er so energiegeladen war. Schmerzen bereitete ihr das jedoch nicht. Sie wusste, das waren nicht wirklich seine Gefühle. Aber sollte sie es schaffen, sie zu diesen werden zu lassen, dann hätte sie wahrhaft einen unbesiegbaren Feind geschlagen.
Alles in Ordnung bei dir?“, erkundigte Rokh sich besorgt.
Statt einer Antwort sandte sie das Bild eines beruhigenden Zusammenspiel aus grün und blau. Ja, alles war perfekt. Sie wusste nicht woher, doch ihr war klar, was sie tun könnte. Sie musste den Drachen nur dazu bringen, nicht zu fliehen. Ihr zuzuhören. Zu vertrauen. Und die seltsame Energie in ihrem Kopf könnte genau das Erreichen.
Fest umklammerte sie seine Brust mit ihren Krallen und presste ihren Unterleib an den seinen. Sie ließ ihn nicht los, egal wie viele Wunden er ihr zufügte, als er versuchte, freizukommen. Dann griff sie nach seinem Bewusstsein und konzentrierte sich auf sein persönliches Rauschen, versuchte einen Ton zu summen, der mit diesem im Einklang stand. Sie wusste, so könnte sie ihn mit ihrer Energie dazu bringen, alles zu glauben oder zu tun.
Diesen Tanz hast du immer schon mit mir tanzen wollen. Jetzt hast du die Gelegenheit dazu.“, summte sie. „Wehre dich nicht gegen das, was die Natur uns auferlegt hat. Du musst mir vertrauen, wenn du mein Partner werden willst.
Was? Partner? Wovon sprichst du?“, kam es grollend, wütend, verhasst. Er hatte eine Partnerin gehabt, die sie gerade eben erst mit ihrer blauen Explosion vom Himmel geholt hatte.
Sie griff seinen Geist an, um darin eine Illusion entstehen zu lassen. Er musste vergessen, was er wusste.
Vertrau mir.
Es war eine geschickt platzierte Lüge, die ihn davon überzeugen sollte, dass dieser Kampf nur der Balztanz zwischen zwei Drachen war.
Heute werden wir uns einen.
Dass sie seinem Ersuchen nachgegeben hatte.
Ich habe dich erwählt.
Dass sie ihn prüfen und sich dann mit ihm paaren würde.
Eine neue Generation kündigt sich an.
 Dass ihre Reiter gar nicht hier wären.
Konzentriere dich nur auf mich und meine Stimme.
Dieses Bild war so vielseitig, so verwirrend und so falsch und doch so real, dass sie fast selbst daran glaubte. Sie ließ ihn glauben, dass er ihr nur zu vertrauen bräuchte, wenn er sie begatten wollte. Und gleichzeitig wuchs genauso in ihr der Wunsch, dass sie ihm wirklich nachgeben könnte. Doch sie wusste gleichfalls, dass es ein Kampf war und dass ihre Reiter noch da waren.
Oder waren die Reiter eine Illusion und das Paarungsritual war echt? Alle Voraussetzungen waren erfüllt. Denn bei diesem Ritual überprüfte die zukünftige Drachenmutter, ob der werbende Partner auch wirklich geeignet war. Erst kämpften sie gegeneinander, um zu testen, ob das Männchen stark genug wäre, den Nachwuchs zu verteidigen. Das hatten sie getan.
Dann erhob sie sich mit ihm in die Lüfte, umklammerte ihn und schoss mit ihm im Sturzflug auf den Boden zu, um seine Opferbereitschaft zu testen. Vertraute der potentielle Partner seinem Weibchen wirklich? Würde er mit ihr sterben, sollte sie die Umarmung nicht Rechtzeitig lösen? Und würde er alles geben, selbst sein Leben, um sie zu verteidigen?
An genau diese Stelle versetzte ihre Illusion sich selbst und den anderen Drachen. Er glaubte, seit Jahren um sie geworben zu haben. Sie glaubte, ihn stets abgelehnt zu haben, doch nun hatte sie ihn doch erwählt, nachdem er ihr das Leben gerettet hatte. Sie erinnerte sich noch genau daran, durch einen schrecklichen Sturm war sie zu Boden gestürzt, unfähig weiterzufliegen, und eine Gruppe Katrass hätte sie beinahe getötet. Dann war er aufgetaucht und hatte die drei riesigen katzenhaften Jäger vertrieben, einen von ihnen sogar getötet.
Das musste zwei Tage her sein. Nun waren sie über dem Ozean, sodass sie nur auf das ruhige Wasser zusteuerten, während sein Blick auf sie fixiert war und er ganz seelenruhig auf den Moment wartete, in dem sie ihn loslassen und zu ihrer Höhle fliegen würde. Dann würde auch er seine mächtigen Schwingen ausbreiten, abbremsen, kurz vor der Wasseroberfläche elegant in den Steigflug fallen und ihr folgen. Er würde die Woche mit ihr verbringen, nach allen Ritualen der Drachen, und am Ende dieser sieben Tage, die für die beiden zeitlosen Wesen in Sekunden vergehen würde, hätte er sein Erbgut in die nächste Schlacht geworfen. Dann würde er vier Tage lang vor der Höhle Wache stehen, ohne zu fressen, ohne zu schlafen, bis alle Eier gelegt waren. Schließlich würde er den Höhleneingang versperren und sich auf die Jagd machen, um zu fressen und zu Kräften zu kommen. Sie würde währenddessen das erste Gelege von Schattenklauen seit ihrer eigenen Geburt ausbrüten, bis er schließlich mit weiterer erjagter Beute zur Höhle zurückkehren und seine Partnerin mit dem Fleisch versorgen würde. Danach würde es noch ein paar Wochen dauern und die Jungdrachen würden schlüpfen.
Die Wirklichkeit sah anders aus. Sie rasten nicht auf Wasser, doch auf glatten Stein zu, der in der untergehenden Abendsonne rötlich schimmerte. Der Reiter des roten Männchens schrie verzweifelt auf ihn ein und versuchte ihn zu erreichen. Auch Rokh schien besorgt. Doch die seltsame Kraft, die Tugaras Kopf durchflutete verhinderte jeden Kontakt. Alles was der Rote tat, war erregt zu schnurren. Und sie summte noch immer dieses Lied. Er senkte den Kopf, sah ihr ergeben in die eisblauen Augen, surrte glücklich. Sie schloss die Augen und sandte Bilder in rot und rosa und orange, die feurig und treu und ergeben waren. Er vertraute ihr. Sie vertraute ihm. Sie würde alles tun, um ihn glücklich zu machen. Er hingegen würde Felsen bewegen, um sie zu beschützen. Er würde sein Leben...
Das Ziehen war zurück, schrill und stechend fuhr es in ihren Kopf. Es gab einen Knall wie von einer Nadel, die in einen Ballon stach. Dann konnte sie wieder klar sehen.
Hektisch löste Tugara die Umarmung, als ihr klar wurde, das dieses alles nur ein riesiger Irrtum war, und riss alle vier Flügel hoch. Der Boden war schon so nah, dass ihr Partner nicht mehr entkommen konnten. Nein! Er war nicht ihr Partner! Sie hatte diesen verfluchten roten Drachen noch nie zuvor gesehen! Wütend kreischte sie auf und zog ihren Geist in sich zurück. Ihre Bindung zerriss augenblicklich und die Illusion war zerstört. In seiner letzten Sekunde wusste der Drache nicht, ob er lieber wütend sein sollte, weil sie ihn getäuscht hatte, verzweifelt, weil er nun sterben würde, oder traurig, weil er sich gewünscht hätte, dieses Bild hätte nie geendet.
Noch bevor er sich entschieden hatte, welche der drei Emotionen überwog, zerschellte er auf dem Boden. Seine Flügel wurde zerfetzt, das Rückgrat wurde zerrissen und das Genick brach mehrfach.
Er war sofort tot.

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Daodras
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BeitragVerfasst am: 28.01.2012 00:35    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Kapitel 2 - Der Funke

Sechzehn Drachen, alle in einem Kampf. Jeden hatte sie auf eine noch viel unerklärlichere Weise besiegen können als den letzten. Ja, Tugara war etwas Besonderes. Der Auftritt bei dem roten Drachen, der plötzlich einfach nichts mehr getan hatte, bewies es ihm. Rokh lachte nur, als er ihren Triumph sah und über all seine Verwirrtheit und Sorge, da er von den Bildern nichts wusste, legte sich auch ein Schleier des Stolzes über ihr Gemüt.
Du bist unglaublich!“, hallte seine Stimme tosend wieder. Es gab ihr neue Kraft, füllte sie mit Glück und Mut. Doch noch war die Gefahr nicht vorüber, denn auch sie stürzte noch dem Boden entgegen. Auch wenn sie sehr schnell langsamer wurde, besonders durch die zwei Extraflügel, welche andere Drachenrassen nicht hatten, würde das nicht ausreichen. Sie war einfach zu schnell, um das unverletzt überstehen zu können. Wenn überhaupt. Innerlich verfluchte sie ihre Dummheit, auf die eigene Lüge hereingefallen zu sein.
Am Boden angekommen war sie noch immer zu schnell. Doch die Energie von ihrem Kampf gegen den roten Drachen war noch in ihrem Kopf und sagte ihr, was sie tun musste. Nun war sie es, die vertraute. Wahrscheinlich musste sie das auch, denn es war ihre einzige Überlebenschance. Sie selbst hatte keine Hoffnung außer diesem unerklärlichen Funken, der in sie gefahren war und von dem sie nicht einmal genau wusste, was er war. Blindes Vertrauen war die einzige Option. Deshalb grub Tugara die krallenbewehrten Hinterpfoten möglichst tief in den Boden, um den Stoß auf der nackten Erde zu federn.
Sie wusste, dass der Stoß noch immer stark genug war, um ihr die Beine zu brechen. Dennoch hielt sie mit aller Kraft dagegen und sammelte ihre Kraft, um sich mit den Hinterpfoten abzustoßen, während ihre Vorderbeine in den Boden rammten und auf dieselbe schmerzhafte Weise brachen. Wieder musste sie sich zusammenreißen, den Schmerz ignorieren und die Beine durchdrücken. Sonst würde die Wucht des Aufpralls auch ihren Brustkorb zerschmettern.
Stöhnend schrie sie auf, als ihre vorderen Beine unter der Last ihres Körpers einknickten. Sie kreischte und spie einen Feuerball, dann peitschte sie mit dem Schweif gegen das Hindernis unter ihr, als könnte sie sich damit hochdrücken. Wieder schrie sie verzweifelt auf, spie Feuer, dass der Stein unter ihr Schmolz, während sie über den Boden schlitterte und sich die Schuppen abrieb. Der Schmerz flutete ihren Geist und sie konnte nicht klar denken, doch sie durfte jetzt nicht in Panik geraten. Sie schloss die Augen und stellte sich vor, dass in ihrem Schweif die Kraft steckte, ihren ganzen Leib anzuheben – nein, die Kraft, um den gesamten Planeten unter ihr wegzudrücken! Mit aller Wucht hämmerte  sie ihren Schwanz gegen die Erde, auch wenn sie ihn sich dabei blutig schlug, stemmte ihre vier gebrochenen Beine in den Boden und stieß sich ab. Schreiend hielt sie dem Druck stand und es kam ihr vor, als stände die Zeit mehrere Sekunden still, bis sie plötzlich nach vorne schoss, fast in der Parallelen zum Boden, in einem nur leichten Steigflug.
Ihr Kopf schlug hart gegen einen kleinen aus dem Boden ragenden Felsen, dass ihre Sicht verschwamm, doch danach flog sie einfach weiter, als sei sie nicht gerade mit voller Geschwindigkeit gegen ein massives Hindernis geflogen und hätte an dieser eine Wende um fast neunzig Grad verzogen.
Ermattet schloss sie die Augen, während sie krampfhaft darum bemüht war einen Aufwind zu finden. Doch es war schwierig überhaupt noch einen klaren Gedanken zu fassen. Der Schmerz, der durch ihre Beine, den Brustkorb, den Rücken und nun auch den Kopf fuhr, hallte in ihrem Inneren wieder und gab ihr das Gefühl, dass sie explodieren müsste. Die vier Gliedmaßen waren alle gebrochen, selbst sie lose herunterhängen zu lassen schmerzte ihr. Sie bezweifelte, noch normal atmen zu können und hatte ebenso das Gefühl, dass ihr das Rückgrat brechen und Rokh durch sie hindurch fallen würde. Das wäre ihr wohl sogar noch am liebsten. Dann wäre alles zu Ende und sie müsste nicht mehr kämpfen.
Auch Rokh spürte es, denn er schrie auf, keuchte laut und hielt sich eine Hand an die Brust gepresst, die andere an den Kopf.
Bitte, seltsamer Funke.“, flehte sie. „Nimm es von mir!
Verwirrt und von ihrem Schmerz geblendet schob Rokh seinen Geist in den ihren, damit sie den Schmerz teilen konnten, doch er hatte nicht genug Kraft, um klar zu ihr durchzudringen, und sie hatte nicht genug Kraft, um ihn zu bemerken.
Sie schloss die Augen. Alles, was heute geschehen war – ein plötzlicher Sturm, der zehn andere Drachen, doch sie nicht erfasst hatte, ein Blitzschlag, der einen Drachen getötet hatte, ein Feuerball eines Angreifers, der abgelenkt wurde und seinen Urheber getroffen hatte und einige weitere, unerklärliche Dinge, nicht zuletzt diese seltsamen Gedanken einer möglichen Partnerschaft – das alles hatte sie in einer gewissen Form bewusst hervorgerufen. Wieso also konnte sie das nun nicht tun?
Erneut schob Rokh seinen Geist in Richtung des ihren, doch sie zog sich auf die hinterste Ecke ihres Seins zurück. Sie konzentrierte sich nur auf diesen Schmerz, während sie dem Boden gefährlich nah flog. Doch Rokh drängte, immer weiter, bis sie sich mit einem Aufschrei auf sein Bewusstsein stürzte und ihn zurückdrängen wollte.
Plötzlich spürte sie ein Ziehen in ihrem Geist, dann ließ der Schmerz in allen Teilen ihres Körpers nach und sie konnte wieder an Höhe aufnehmen. Dafür jedoch schrie Rokh auf, unerbittlich und grausam, bis er schlaff über ihrem Rücken zusammenbrach. Das war etwas, dass sie nie zuvor erlebt hatte. Sie konnte sich nicht erklären, was gerade passiert war. Sie glaubte, ihm das angetan zu haben, hatte Angst und Schuldgefühle. Wahrscheinlich war das über die Geistesverknüpfung oder über den Seelenspiegel möglich.

Verzweiflung belagerte ihr Gemüt, doch es konnte ihre geistigen Mauern nicht völlig einreißen, weil sie im Bewusstsein hatte, wie mächtig sie diese seltsame Energie machte, die ihrem Befehl zu folgen schien. Sich über diesen kleinen Sieg zu freuen blieb ihr jedoch vergönnt. Mit dem Tod all dieser Drachen war ihr Verrat komplett. Sie hatte in den letzten vier Stunden fast den gesamten Ältestenrat des Reiterordens vernichtet. Nein, Tugara hatte niemals einen anderen Drachen töten wollen. Rokh hatte sie vernichtet. Auf der anderen Seite war ein Teil von ihr auf diese Morde aus gewesen. Nur weil Rokh zugriff auf ihren Seelenspiegel hatte, hieß das nicht, dass er jeden ihrer Regungen kontrollierte.
Unter ihr kam ein See in Sicht. Er musste wohl so lang sein wie zweihundert große Schiffe und dreimal so breit. Erfreut hielt sie genau darauf zu. Sie machte sich auch nicht mehr die Mühe des Landens, sondern ließ sich einfach in das Wasser fallen. Der Schmerz war vollständig verklungen, doch die Müdigkeit und die Erschöpfung blieben.
Sie tauchte tief in die dunkle Masse ein, und als sie auftauchte und sich an Land schleppte, hatte sie das Gefühl, Stunden seien vergangen. Sie warf sich zu Boden, nachdem sie Rokh vorsichtig auf den Boden gesetzte hatte, und schaute lange auf die Oberfläche des Sees und den Mond, der darüber aufging. Dann flog sie los und riss ein paar Äste aus einem Baum in der Nähe, die sie neben Rokh aufbahrte und mit einem Flammenstoß entzündete, damit er es warm hatte.
Die nächsten zwei Stunden verbrachte sie schweigsam. Es gab Vieles, über das sie nachdenken musste. Ganz oben auf dieser Liste stand ihr Traum, in dem sie eine Drachenmutter geworden war.
Zugegeben, mit über sechshundert Jahren war sie langsam reif dafür, sich einen Partner zu suchen. Doch es hatte sich falsch angefühlt. Falsch, und richtig. Sie wollte dieses Gefühl haben, dass sie in ihrem Traum gehabt hatte. An das Gefühl beim Legen der Eier konnte sie sich nicht erinnern, doch das Gefühl, die ersten Gedankenmuster zu spüren, den ersten Riss in einem der Eier zu spüren und dann einen schwarzroten Leib daraus emporsteigen zu sehen, schmerzte ihr.
Woran lag das? War es ein mütterlicher Instinkt, war es wie sie gesagt hatte, das was sie Natur ihnen auferlegt hatte, oder war es, weil es nur noch so wenige ihrer Art gab?
Der letzte Gedanke ließ sie erzittern und an den Grund denken, warum sie zugestimmt hatte, den Orden anzugreifen. Rokhs Plan war auf den ersten Blick vielleicht bösartig und wahnsinnig, doch sie fürchtete ihren Partner dadurch nicht. Sie hasste ihn nicht. Sie war allenfalls enttäuscht, von ihm wie von sich selbst.
Doch er hatte sie davon überzeugt, dass, unwichtig wie viel Leid sie doch verursachten, mehr durch ihr Eingreifen verhindert würde. Öffentlich galt der Orden der Drachenreiter als Bewahrer des Friedens, denn bevor die vier Paladine, die den Orden gegründet hatten, und Scaldoerm, der mit Abstand älteste Drache der sich je den Reitern angeschlossen hatte, gewesen waren und den Orden gegründet hatten, hatten sich stets Kriege von gewaltigen Ausmaßen über die vier Ländereien gezogen.
Doch heute war der Orden verkommen, ruhte sich auf seinem Ruhm aus und glaubte, andere maßregeln zu dürfen und zu jeder Tat ein Recht zu haben. Sollte dann jemand aufbegehren, dann wurde er kurzerhand entweder weggesperrt oder als gefährlicher Feind dargestellt und getötet. Niemand konnte sich wehren. Gegen einen Drachen alleine waren sie alle schon machtlos, doch gegen fünfzig, hundert? Eine Tyrannei, so nannte Tugara das.
Außerdem, und das neigten einfache Menschen und auch Reiter schnell zu vergessen, hatte der Orden das größte Verbrechen an den Drachen begangen, dass es je gegeben hatte. Ausgerechnet an den Drachen, die für sie mehr sein müssten als nur ein fliegendes Pferd!
Wut kochte auf bei dem Gedanken, einfach nur als ein Reittier angesehen zu werden – der Grund, warum sie letztlich alleine das Band geschlossen hatte, und sie und Rokh sich nicht mit dem Orden in Kontakt gesetzt hatten. Geschweige denn, sich ihm anzuschließen. Immerhin mussten sie das auch nicht, sie war ein Wilddrache und galt noch immer so. Die Menschen konnten nicht über sie richten.
Das war der zweite Gedanke, der Mensch, der sich zum König ernannte, der die Wut in ihr aufbrodeln ließ wie einen aktiven Vulkan.
Die Reiter des Ordens waren es vor etwa eintausend Jahren gewesen, die den rechtmäßigen König der Lüfte fast vollständig vernichtet und sich selbst zu den stärksten Wesen ernannt hatten. Sie hatten Angst gehabt vor der schwarz geschuppten Schattenklaue, ihre Rasse, der einzigen vierflügeligen Drachenart. Denn diese als einzige hatte den Paladinen und ihren Anhängern verweigert, ein Ei aus jedem Gelege an sich zu nehmen, dass sich niedere Kreaturen wie der Mensch auf ihre Rücke setzte und dass ihnen ein Stück Metall in die Hand gegeben wurde, damit sie sinnlose Kämpfe kämpfen konnten.
Eigentlich war es nicht ihre Art, sondern ihre Mutter Sgheez im Namen Aller gewesen, die sich geweigert hatte. Ihr Vater war ein Sanddorn, eine in den Wüsten beheimatete Drachenart die durch Größe und Kraft glänzte und eher hellere Töne annahm. Von ihm hatte sie den goldenen Schimmer auf ihren Flügel, der sich aber gleichwohl als feine Linie um die Nase und das Maul zog wie der Rand einer Dose, den Rest ihres Körpers völlig schwarz lassend.
Genau so hatte auch ihr Ei ausgesehen. Die Menschen hatten eben jenes eingefordert. Sie verlangten, dass aus dem Gelege ihrer Mutter sowohl das schwarzgoldene Ei, als auch eines der graubraunen abgegeben wurde, um alle Rassen in den Pakt zu integrieren. Doch in jedem Gelege mit einem Drachen einer anderen Art schlüpfte stets nur eine einzige Schattenkralle unter allen Eiern und niemals hätte Sgheez es zugelassen, den einzigen Nachwuchs ihrer eigenen Art im Dienste des Skrupellosen und Sinnlosen dem Menschen zur Unterwerfung zu überlassen. Sie sollten doch verschwinden, fuhr die die Drachen an, da sie nicht mit den Menschen sprach. Wenn sie nicht gingen und sie in Ruhe ließen, dann wären sie alle des Todes.
Die Paladine bekamen es mit der Angst zu tun – wenn es ein einzelner Drache wagte, gleich Vier von ihnen auf einmal dieses Angebot abschlugen, wo sie den Schattenkrallen doch nur Frieden hatten bieten wollen, und auch noch damit drohte, sie alle zu töten, dann mussten sie wahrhaft mächtig sein.
So hatte der Orden sich schwer gerüstet und war in größerer Zahl zurückgekehrt. Doch auf das Eindringen der vielen Männer hatte sie sich noch immer geweigert, ihr Erbe herzugeben. War das denn nicht verständlich?
Nicht für den Orden. Ihre Männer hatten sie sofort angegriffen und einen Kampf entfesselt, wie es ihn tausend Jahre nicht geben sollte. Denn andere Schattenkrallen hatten von dem Pakt gehört und waren gekommen, um die Schlacht gegen den Menschen aufzunehmen, angeführt von  Sgheez.
Früh sahen die Menschen, dass die neu gewonnenen Feinde schneller, gefährlicher – besonders durch das lila-blaue, explodierende Feuer – und klüger waren als alle anderen Drachen und selbst größeren Gegnern nur in der Überzahl oder nach einem sehr langem Kampf unterlegen waren.
So hatte der Orden bekanntgegeben, dass diese Art zu gefährlich und unkontrollierbar sei und zum Sicherheit der Menschheit vernichtet werden musste. Hunderte von Reitern und Drachen hatten sich aus Angst vor ihnen in den Kampf geworfen und sie fast alle vernichtet.
 Ein Pärchen ihrer Art war in den kalten Norden geflohen und würde dort weiterleben. Auch ihre Mutter war mit ihr geflohen, doch sie war unerlässlich gejagt worden und letztlich hatten sie Sgheez eingeholt. Sie war schwer verletzt worden und wäre beinahe gerettet. Doch ihr Vater hatte es geschafft, ihrer beider Leben zu sichern und Tugara auch die Freiheit zu erhalten, indem er sich den vier Paladinen und seinen Anhängern angeschlossen hatte. Zwei Schattenkrallen seien nur noch verblieben, hatte er gesprochen. Jahrmillionen von Entwicklung und Evolution hatten dieses Geschöpf zur Welt gebracht und der Mensch wollte es einfach so vernichten? Wenn dem so war, dann sollten sie alle Drachen töten, denn auch die Sanddörner würden sich nicht beugen, nur weil ein paar ihrer Kinder nun geritten wurden. Sie hatten die Wahl, Krieg bis aufs Blut, oder sie sahen ihre Fehler ein und versuchten, ihn wieder geradezubiegen.

Schweigend lag sie da, starrte in die Gluten des Feuers vor ihr und fragte sich, wie es jetzt weitergehen sollte. Zu viel war heute geschehen. Am meisten machte ihr die Energie in ihrem Körper zu schaffen. Sie war noch immer da, als ein konstantes Pulsieren, nur war es nicht mehr nur in ihrem Kopf. Es erfüllte ihren gesamten Körper. Mal war es eher in ihrem Herzen zu spüren, dann in ihren gesamten Rumpf, aber auch an kleinsten Stellen wie der Schweifspitze, einer einzigen Schuppe oder einem Zahn. Sie wusste, dass es real war. Und dass es neu war. Dass es keinen Namen gab für das, was in ihr steckte und das niemand zuvor etwas Ähnliches je gespürt hatte. Sie nahm sich vor, bis zum Ende der Nacht einen Namen für diese Energie gefunden zu haben.
Verächtlich schnaubte sie. So viel hatte sie heute damit getan, und sie hatte es bewusst getan. Wenn sie das kontrolliert einsetzen könnte... Damit wäre alles möglich! Der Gedanke machte ihr Angst, aber es machte ihr auch Hoffnung. Durch diese Energie könnte so vieles leichter werden in ihrem Leben. Und sie vermutete stark, dass das dieses 'Geschenk' war, dass ihr durch die Seelenbindung erhalten hatte.
Spürst du es, Rokh?“, fragte sie den schlafenden Mann. „Das alles könnte jedem von uns Drachen gehören. Wir müssten es nur wollen. Du hattest Recht, der Orden arbeitet wirklich mit den falschen Methoden. Wenn wir sie doch nur irgendwie davon überzeugen könnten... Sicher könnte jeder diese Kraft meistern. Hach, Rokh, was tun wir denn nun?
Eine Antwort blieb aus, doch sie glaubte, eine Glättung der Wogen in seiner aufgewühlten Empfindungswelt zu bemerken.
Im allgemeinen zufrieden mit dem Resultat ihres Tages, legte sie den Kopf auf ihre Vorderpfoten, den Schweif um sich, den Kopf zwischen ihren Leib und den Körper von Rokh und schloss diesen dann mit ihren Flügel ein, damit er nicht fröre. Bald fielen ihr die Augen zu. Der letzte Gedanke, der ihr im Kopf blieb, war, dass es in diesem Kampf kein gut und böse gab. Die Reiter waren nicht im Recht, doch sie würden Tugara als 'die böse Kraft' hinstellen, wie ihre Ahnen. Mithilfe ihrer neuen Kraftquelle würde sie ihnen diesen Irrsinn allerdings schon noch nehmen können...
Eine einzelne Sorge verblieb jedoch noch. Sie hatte Angst, den nächsten morgen nicht mehr zu erleben und keinen Namen für ihre Kraft gefunden zu haben. Eigentlich ging es dabei weniger um sie. Es ging um Rokh. Wenn einer der Partner starb und sie das Seelenband abgeschlossen hatten, dann starb auch der andere Partner. So hieß es zumindest. Und seine Verletzungen waren schlimme, denn er hatte auch ihren im wahrsten Sinnes des Wortes atemraubenden Stoß gegen den Brustkorb durch ihr Missgeschick übertragen bekommen. Sie konnte nicht in seine Gedanken eindringen, denn aus der Bewusstlosigkeit war er sofort in den Schlaf übergangen und sein bewusstes Denken wurde überspült von gelben Wellen des Schmerzes.
Ich will, dass du gesund wirst, und zwar schnell. Du musst mir am Leben bleiben, zumindest bis wir anderen von dieser Kraft erzählt haben. Dann haben wir wenigstens einen Zweck erfüllt.
Kaum hatte sie die Augen geschlossen und war eingeschlafen, ging ein helles blaues Leuchten von ihr aus und kleine Lichtpunkte stoben in alle Richtung davon. Einige Fuß entfernt von dem Drachen und ihrem verletzten Reiter sammelten sich diese und wurden zu einer großen, weißblauen Kugel.
Langsam wurde die Kugel größer und größer, bis sie die Größe von Tugaras Kopf erreicht hatte. Leise summte sie, wie die Drachendame es den ganzen Tag über getan hatte, änderte Tonhöhe und die dazugehörige Stärke, bis sie die richtige Frequenz gefunden hatte. Dann begann sie, sich langsam zu bewegen. Sie steuerte auf ihren Flügel zu, fuhr dann durch ihn hindurch, als wäre er Wasser, und umgab zuletzt den Kopf des kleinen Menschen auf dem Boden.
Rokh lächelte entspannt.


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Julian
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BeitragVerfasst am: 28.01.2012 01:19    Titel: Antworten mit Zitat

Gütiger Gott! Das sind fast 6000 Worte an einem Stück. Wer soll das denn lesen, geschweige denn rezensieren?  Shocked
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Daodras
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BeitragVerfasst am: 28.01.2012 02:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

lol2
Ich weiß nicht, welcher Teufel in mich gefahren ist. Bzw, wieso ich das zweite Kapitel auch hochgelade habe. Jetzt ist es echt zu viel (5,843 W.)

Ich bin ein ungeduldiger Mensch. Verflucht soll ich sein!

Wenn jemand dennoch etwas kritisieren will, nun ja, dass muss man ja nicht Satz für Satz mache wink, sich diese Mühe zu machen ist auch bei etwas kleineres Texten schon Wahnsinn.

Danke fürs überhaupt melden, Julian, obwohl ich eingestehen muss, dass ich das anderen etwas schwer gemacht habe.
Verzeiht mir :/, bin gerade etwas egoistisch drauf.

LG~
daodras

EDIT:
Ich weiß, für einen kompletten Newcomer, der noch nichts veröffentlicht hat, mag diese Ansicht arrogant wirken. Doch ich war mir in meiner auch einfach sehr sicher.
Vielleicht... einfach lesen, die Spannung genießen (wenn sich jemand hineinfühlen, statt sich erschlage zu fühlen) und Spaß haben lol2


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hexsaa
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BeitragVerfasst am: 28.01.2012 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Doadras,

ich habe nur den ersten Textabschnitt gelesen, was vor allem daran lag, dass ich längere Texte auf dem Bildschirm einfach nicht gerne lese, es als anstrengend empfinde. Deine Geschichte gefällt mir sehr gut, auch die Umsetzung. Für kleine Verbesserungsvorschläge hier und da ist mir der Text leider einfach zu lang, doch macht er auf jedem Fall Lust auf mehr - vielleicht drucke ich ihn demnächst mal aus und lese alles.

Lg
hexsaa


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Daodras
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BeitragVerfasst am: 28.01.2012 14:48    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

hexsaa hat Folgendes geschrieben:
Deine Geschichte gefällt mir sehr gut, auch die Umsetzung.


Danke!

hexsaa hat Folgendes geschrieben:
Für kleine Verbesserungsvorschläge hier und da ist mir der Text leider einfach zu lang


Ja, verstehe ich. Da war ich blöder Trottel einfach zu ungeduldig. -.-°°

hexsaa hat Folgendes geschrieben:
[..] , doch macht er auf jedem Fall Lust auf mehr - vielleicht drucke ich ihn demnächst mal aus und lese alles.


Wow. Das wäre ja cool smile

Tjoar, danke fürs schreiben. Vor allem dass du sagst, für "kleine" Verbesserungsvorschläge finde ich hier interessant. Das heißt für mich ja schonmal, sooo viel kann nicht falsch daran sein smile

LG~
daodras


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Vidora
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BeitragVerfasst am: 28.01.2012 23:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Daodras

da ich ein großer Fantasy-Fan bin, habe ich zumindest den Versuch unternommen, den Text zu lesen, obwohl mich so große Textwände auch meist abschrecken.

Ich habe nur den ersten Teil geschafft, aber immerhin smile

Leider muss ich sagen, dass mir persönlich der Text nicht besonders gut gefällt. Wenn ich das so auf den ersten Seiten eines Romans im Buchladen gelesen hätte, hätte ich ihn definitiv wieder weggelegt.

Ich überlege schon eine ganze Weile woran das liegt.
Ich komme nicht richtig in den Text hinein. Ich versuche es mal irgendwie deutlich zu machen, kann aber nicht garantieren, dass es gelingt:

Bis hier hin fand ich den Text ganz gut:
"So hatte sie vor einigen Wochen die Bindung zu einem anderen Reiter zugelassen und konnte endlich einen Geist in dem ihrem spüren. Es war manchmal sogar so stark, dass sie sich nicht mehr von ihrem Reiter unterscheiden konnte und glaubte, nur zwei Arme und Beine zu haben, statt vier Beinen und vier Flügeln."

Aber danach wurde es immer ausladender für mich. Mir wird die ganze Zeit irgendetwas über die Verbindungen von Drachen zu Reitern erzählt, in welchem Alter die Menschen normalerweise sind und dass diese Verbindung, um die es hier geht, etwas ganz Besonderes ist. Aber irgendwie langweilt mich dieser Abschnitt. Es fühlt sich zu erklärend an und zu wenig wie eine Geschichte. Zeitweise hatte ich das Gefühl, eher deine Notizen zu dem Hintergrund deines Romankonzeptes zu lesen, als wirklich die Geschichte zu erleben.
Während des Kampfes gibt es dann zwar "Action" aber ich verstehe nicht wirklich, was vor sich geht. Dazu kommt, dass du gern sehr lange Sätze schreibst, was mich nach einer Weile beim Lesen ermüdet - aber es gibt sicherlich auch Liebhaber solcher Schreibstile. Die Füllwörter solltest du trotzdem reduzieren (allerdings, bereits, sonderlich, also, ebenfalls, genau, usw.).

Tut mir leid, dass das alles so negativ klingt, aber ich denke mit Ehrlichkeit helfe ich dir vielleicht besser, als wenn ich gar nichts schreibe.


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Daodras
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BeitragVerfasst am: 29.01.2012 00:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vidora hat Folgendes geschrieben:
Hallo Daodras

da ich ein großer Fantasy-Fan bin, habe ich zumindest den Versuch unternommen, den Text zu lesen, obwohl mich so große Textwände auch meist abschrecken.

Ich habe nur den ersten Teil geschafft, aber immerhin smile


Joar, vielen Dank erstmal ^__^
Eigentlich wollte ich dohc nur das erste hochladen, warum ich komsicher Kauz direkt das zweite kapitel auch hochgeladen habe ist mir gerade schleierhaft.

Ehm, zu deinem Kommentar, ich kann das meiste nachvollziehen. Eine Stelle  verwirrt mich, das liegt aber nicht an dir; meine Betaleserin sagt mir ich beschreibe ihr zu wenig, du sagst zu viel - nur an dieser einen Stelle, wo ich, beim drüberlesen, zugebe: Du hast recht, das ist zuuu viel.
Das liegt daran, dass vorher etwas drin war, was ich nun gestrichen habe. Anscheinen nichtsorgfältig genug, denn die nähte dazwischen habe ich nicht mehr gestopft sondern nur ein paar Nadeln und Fäden reingerammt.

Im Kampf habe ich dann doch wieder zu wenig beschrieben. Eine Freundin sagte mit, dass das wirkt wie ein Film, bei dem man das Bild ausgeschnitten hat und nur der Ton bleibt übrig und nichts kann verstanden werden.
Blöd, ich überarbeite es auch schon seite einer geschlagegen Stunde. Ich prüfe nun auch texte zehn mal, bevor ich was abschicke -.-

Auf jeden Fall hat dein Kommentar mich zu einer neuen Erkenntnis gebracht:
Vidora hat Folgendes geschrieben:
Es fühlt sich zu erklärend an und zu wenig wie eine Geschichte. Zeitweise hatte ich das Gefühl, eher deine Notizen zu dem Hintergrund deines Romankonzeptes zu lesen, als wirklich die Geschichte zu erleben.


Damit gewinne ich einen Aufhänger, an dem ich mich für meinen nächsten Schritt orientieren kann: Die Geschichte so schreiben, als hätte ich selber keine Hintergrundinformationen. Mich nach jedem Satz fragen: Was erzählt der Auto (den ich dann natürlich nicht kenne ^__^) mir gerade? Welche Fragen wirft das in mir auf?

Dann mache ich eine Liste und kann es abarbeiten und so hab ich auch imemr im überlick, was wir schon wissen und was nicht.

U:u Ich komme mir zwar gerade ein wenig Schizophren vor, "Kunde und Hersteller" zu sein, wie mein Info-Lehrer sagt, doch das ist irgendwie cool.

Großes [+] an Vidora für einen überaus hilreichen Kommentar, vielen Danke!

LG~
daodras


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BeitragVerfasst am: 02.02.2012 13:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Reihenfolge ist Mist, aber ich dachte daran, einen Prolog vorzuschrauben. Der wäre dann wohl auch mal was kürzer als 3000.
Aber ist das wider zu erzählerisch, oder wäre sowas okay?


Prolog

Schattenkrallen sind Drachen, die nur dann schlüpfen, wenn sie sich völlig sicher fühlen. Vor ihrer Geburt senden sie ihren Geist aus, um nach eventuellen Gefahren in ihrer Umgebung zu suchen. Und wenn sie zu ihrer Zufriedenheit feststellen, dass keine Feinde – Drachen anderer Rassen – in der Nähe sind, dann befreien sie sich aus ihrem Ei.
Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich in ihrem Ei nur die Augen, die Ohren und der Geist entwickelt. Es wird fast ein ganzes Jahr dauern, bis sie selbsttändig laufen und schwimmen können, und zwei weitere, bis sich ihre Perfektion im Fliegen herausgebildet hat. Feuer zu speien lernen sie dann, nachdem sie fünf Jahre alt geworden sind.
Tugara war eine Schattenkralle, doch sie unterschied sich grundlegend von allen anderen ihrer Art. Ihr Anderssein begann am Tage ihres Erwachens, an dem sie sich aus ihrem Ei befreite. Sie spürte etwas außerhalb, dass sie noch nie zuvor gespürt hatte. Es war kein Drache und war auch kein gewöhnliches Tier, wirkte dennoch gefährlich uns mysteriös. Doch sie wollte wissen, was es war. Sie fühlte sich, als würde sie wie von einem Magnet von dieser Wesenheit angezogen.
Heftig rammte sie den Hornfortsatz auf ihrem Hinterkopf gegen die feste Schale des Eis. Mühsam reckte sie den Kopf vor udn schlug ihn erneut gegen die harte Schale bis ein kleiner Riss entstand und ein heller Strahl in das innerste ihres Gefängnisses drang.
Nach ein paar weiteren stößen war sie frei. Und während sie sich von den letzten Resten der Eiflüssigkeit befreite und Schalenstückchen von ihrem Rücken abwarf, konnte sie auf die Spitze einer Schwertklinge herabsehen.
Tugara war mitten in einen Krieg hineingeboren worden.


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BeitragVerfasst am: 02.02.2012 15:20    Titel: Antworten mit Zitat

Daodras hat Folgendes geschrieben:


Schattenkrallen sind Drachen, die nur dann schlüpfen, wenn sie sich völlig sicher fühlen. Vor ihrer Geburt senden sie ihren Geist aus, um nach eventuellen Gefahren in ihrer Umgebung zu suchen. Und wenn sie zu ihrer Zufriedenheit feststellen, dass keine Feinde – Drachen anderer Rassen – in der Nähe sind, dann befreien sie sich aus ihrem Ei.
Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich in ihrem Ei nur die Augen, die Ohren und der Geist entwickelt. Es wird fast ein ganzes Jahr dauern, bis sie selbsttändig laufen und schwimmen können, und zwei weitere, bis sich ihre Perfektion im Fliegen herausgebildet hat. Feuer zu speien lernen sie dann, nachdem sie fünf Jahre alt geworden sind.

Tugara war eine Schattenkralle, doch sie unterschied sich grundlegend von allen anderen ihrer Art. Ihr Anderssein begann am Tage ihres Erwachens, an dem sie sich aus ihrem Ei befreite. Sie spürte etwas außerhalb, dass sie noch nie zuvor gespürt hatte. Es war kein Drache und war auch kein gewöhnliches Tier, wirkte dennoch gefährlich uns mysteriös. Doch sie wollte wissen, was es war. Sie fühlte sich, als würde sie wie von einem Magnet von dieser Wesenheit angezogen.
Heftig rammte sie den Hornfortsatz auf ihrem Hinterkopf gegen die feste Schale des Eis. Mühsam reckte sie den Kopf vor udn schlug ihn erneut gegen die harte Schale bis ein kleiner Riss entstand und ein heller Strahl in das innerste ihres Gefängnisses drang.
Nach ein paar weiteren stößen war sie frei. Und während sie sich von den letzten Resten der Eiflüssigkeit befreite und Schalenstückchen von ihrem Rücken abwarf, konnte sie auf die Spitze einer Schwertklinge herabsehen.
Tugara war mitten in einen Krieg hineingeboren worden.


Ich würde es bevorzugen, den schwarzen Text als Anfang zu nehmen. Du ahnst es ja nun schon - in dem grünen Text sehe ich mehr so eine Art.. Auszug aus einem Bestiarium. Vielleicht kannst du sowas ans Ende des Buches fügen (gibt es ja in vielen Fantasy-Romanen, sei es nun eine Art Figuren/Ahnen/whatever-Übersicht oder Details zu dem Magiesystem). Oder du baust einen weisen Drachenkenner in die Geschichte ein, um solche Infos einstreuen zu können, das muss dann aber auch gut dosiert sein und darf nicht zu trocken werden.

Oder du verpackst es irgendwie anders... mal überlegen.
...

Tugaras Anderssein begann an dem Tag, an dem sie zu schlüpfen beschloss. Sie witterte Gefahr außerhalb der schützenden Schale, die sie im Moment umgab. Eine Gefahr, die ihr gebot, noch zu warten - so wie es jedes andere Schattenkrallenjunge getan hätte. Einmal geschlüpft gab es keinen Weg zurück, keine Schonzeit mehr um Kräfte zu sammeln und den unfertigen Körper in Ruhe weiter auszubilden. Aber Tugara reizte das Unbekannte, das sie dort draußen mit ihrem Geist erfühlt hatte viel mehr als das Gefühl der Sicherheit in ihrem ovalen Versteck. Entschlossen rammte sie den Hornfortsatz ihres Hinterkopfes gegen die Schale des Eis. Sie reckte den Kopf vor und schlug ihn erneut dagegen. Nochmal und nochmal - bis ein kleiner Riss entstand und ein Lichtstrahl in das Innerste ihres Gefängnisses drang. Benommen von der Anstrengung befreite sie sich von den letzten Resten der Eiflüssigkeit und einigen Schalenstückchen, öffnete die verklebten Augen.
Das Erste, was Tugara von der Außenwelt erblickte, war die Spitze einer Schwertklinge. (tbc)

Das ist jetzt in wenigen Minütchen runtergeschrieben und weit entfernt von perfekt aber ich hoffe, so ein bisschen anschaulicher zu machen, wie ich es mir vorstelle. Also eine Kombination aus der Handlung (Tugaras Schlüpfprozess) und kleinen Hintergrundinfos (dass sie mit ihrem Geist die Umgebung abtasten und bei Gefahr drinnen bleiben usw.).

Ich betrachte den Text jetzt mal nicht bezüglich Tippfehlern/Grammatikfehlern denn es geht ja nun primär um die Art des Erzählens.


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BeitragVerfasst am: 02.02.2012 21:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, die Idee mit dem Bestiarium, und dass das hier zu trocken wäre, leuchtet ein. Es ist doch immer gut, wenn man eine Gruppe hat, die man VORHER fragen kann, was man machen soll smile

Vielen Dank!


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BeitragVerfasst am: 16.02.2012 03:03    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Tjar..
*kopfkratz*
Jetzt hab ich Vidora's netten Kommentar mal durch meinen Kopf fliegen lassen, nachdem ich durch Krankheit 2 Wochen kein Wort geschrieben hatte, und hab den "Anfang", ob ich ihn nun einbaue weiß ich ja nicht, nochmal neu geschrieben. Also, FALLS ich das je einbaue, ist es ein Prolog.

Viel Spaß damit!
Lg~
daodras


Tugara war vollkommen einzigartig. Das hatte sie schon vor dem Tag ihrer Geburt gewusst. Sie hatte etwas gehört, wie eine Stimme, die zu ihr rief und ihr sagte, dass sie zu etwas Besonderem auserkoren war. Wie ein Licht, dass sie in Wärme und bunte Farbenfrohheit tauchte. Tugara drängte vorwärts, wollte wissen, zu wem diese Stimme, zu wem dieses Licht gehörte. Ihrer Mutter? Ihrem Vater? Wer waren die beiden überhaupt?
Heute war es so weit, das fühlte sie einfach. Sie würde beginnen, die Welt aus den eigenen Augen zu erfahren, mit den eigenen Geist zu ertasten, aus eigener Kraft zu durchwandern. Endlich war es so weit: Heute würde sie geboren werden.
Eine seltsame Präsenz wurde ihr bewusst, noch bevor ihr erster Atemzug getan war. Es war etwas Unbekanntes, nie Gefühltes. Es war geheimnisvoll und in ihren Augen unheimilch interessant. Was es auch war, es strahlte weder Freude nocoh Schmerzen aus, weder Gefahr noch Sicherheit, als wäre es ein gefühlloser Stein. Eine Wand. Eine undurchbrechbare Mauer. Das war etwas, dass noch nie ein Wesen ihrer art gespürt hatte, dies verriert ihr ihr kollektives Bewusstsein.
Neugier überkam Tugara. All ihre Sinne schrien danach, dieses Fremde zu erkunden. Zu erfahren. Und während sie gegen die Schwärze um sich herum ankämpfte, um ihre Geburt zu beschleunigen, empfand sie eine Regung, als hätte diese eigenartige Präsenz das bevorstehende Leben bemerkt und beobachtete sie nun.
Das Gefängnis, das Tugara vom Atmen abhielt war klein und eng und sie hatte wenig Mittel, es zu durchbrechen, doch mit den Hornfotsätzen auf ihrem Hinterkopf wäre es ihr ein Leichtes, den Kalk zu durchbrechen und sich die Freiheit zu schenken. Nach mehreren Minuten des Kampfes zeigte sich ein Riss auf der Oberfläche ihres festen Gefängnisses, dann zerbrach das Ei und ein kleines schwarzes Wesen mit goldenen Musterungen auf den Flügeln und der linken Körperhälfte kam zum Vorschein.
Wahrlich, alles an ihr war besonders, von der Tatsache, dass sie vier Flügel hatte, über die unglaubliche Geschwindigkeit, die sie einst haben würde, bis hin zu der Tatsache, dass sie schon jetzt mit ihrem Geist die Gegenwart allen Lebens um sie herum erspüren konnte. Die Präsenz musterte sie ehrfüchtig, für nur eine Sekunde, und dann mischte sich Angst in diesen Augenblick. Eine so tiefe, unendliche Angst, dass Tugara fast selbst erschrak. War sie so grausam? Wäre sie fähig dazu, genau das zu tun, was die hohe Gestalt vor ihr fürchtete?
Tugara öffnete ihre Augen, und während sie sich von den letzten Resten der Eiflüssigkeit befreite und kleinere Schalenstückchen von ihrem Rücken abwarf, fiel ihr Blick auf die Spitze einer Schwertklinge.
Tugara war mitten in einen Krieg hereingeboren worden. Ein Krieg, der den Menschen vor eine ureigene Naturgewalt stellte:
Die Drachen.


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hideluc
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BeitragVerfasst am: 16.02.2012 05:04    Titel: Antworten mit Zitat

Bon soir!
he sorry hab einen beitrag geschrieben und hab aber gemerkt, dass er keinen sinn gemacht hat. Liegt bestimmt an der späten Stunde. wollt ihn also löschen und mir deinen Text morgen noch mal ansehen, aber irgendwie ging das nicht mit dem löschen nicht sad

Deswegen: also ich finde den Text erst mal gelungen. Hier und da würde ich es noch ein bisschen runder schreiben, nicht so viele aufzählungen machen, aber das ist geschmackssache.
Und es heißt glaub ich in den Krieg hineingeboren ... letzter oder vorletzter satz.

So und nun geh ich doch mal ins Bett ^^

Au revoir ^.^


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Daiji no mae no shōji.

Shiru mono wa iwazu, iu mono wa shirazu.

目は心の鏡。

^.^
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Daodras
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BeitragVerfasst am: 16.02.2012 05:57    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hineingeboren, statt hereingeboren, richtig ^^"
Ich habs gerade erst geschrieben, dementsprechend war es bei mir also auch spät lol2

Danke für deinen Beitrag!

Wenn du es dir ... morgen... heute?... *desu Sich kaputt lachen* nochmal ansiehst, fän ichs natürlich cool lol2
Ich muss ja schließlich auch wissen, welche Aufzählungen genau zum Beispiel für dich "zu viel" sind. Ich werde das wohl nicht mehr erkennen hab derimal durchgesehen und ich mag sie alle wink

LG~
daodras


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BeitragVerfasst am: 21.02.2012 22:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich lade jetzt doch nochmal Kapitel eins hoch, neu, bearbeitet, und ohne irgendeinen Prolog.

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BeitragVerfasst am: 21.02.2012 22:46    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ 3085 Wörter

1 Realität oder Wirklichkeit?

Die Luft roch nach Hass und Angst, Feuer und Schwefel, Gift und Tod. Und Tugara war genau mittendrin, sie war für dieses Chaos verantwortlich. Und es fühlte sich gut an.
Ihr ganzes Leben lang war sie von diesem einen Wunsch beseelt gewesen, zu den Drachenreitern zu gehören und im Namen der Gerechtigkeit zu kämpfen. Sie wollte das Leben mit jemandem anderen teilen, sie wollte von den Menschen wiedererkannt werden, sie wollte überall bejubelt und reichlich beschenkt werden, wenn man sie sah. Sie wollte die schwarzgoldenen Schwingen ausbreiten, einen gleißenden Flammenstrahl gegen die Feinde aussenden und den Boden erzittern lassen, wenn sie ihre riesigen Pranken gegen die nackte Erde presste, ihre Flügel ausbreitete, und sich dann vom Grund abstieß um in die Lüfte aufzusteigen; und wenn sie dann im Sturzflug auf ihre Beute anlegte, dann sollte diese sich geehrt fühlen, dass sie vom mächtigsten Wesen auf dieser Welt gefressen wurde.
So hatte sie vor einigen Wochen die Bindung zu einem anderen Reiter zugelassen. Endlich, nach sechshundert Jahren verzweifelter Suche war Tugara nicht mehr alleine. Doch ihre Bindung war anders als alle anderen. Tugara hatte – als erster Drache, der das je getan hatte – eine Bindung zu einem Menschen geschlossen, wie es sie sonst nur zwischen zwei Drachen gab. Sie hatte sich mit ihm verschmolzen, und nun waren sie eins, nicht nur im Herzen, sondern auch in ihrem Geist.
Ganz deutlich spürte sie ihren Reiter in sich, wenn sie eins wurden. Es war manchmal sogar so stark, dass sie sich nicht mehr von ihrem Reiter unterscheiden konnte und glaubte, nur zwei Arme und Beine zu haben, statt vier Beinen und vier Flügeln.  Dann fuhr sie sich lachend durch seine feuerroten Haare und betastete seine Sommersprossen, während ihr Gefährte Rokh ihre beiden versetzten Flügelpaare ausstreckte und mit ihren eisblauen Augen die goldene Musterungen auf ihnen entlangfuhr.
Tugara versuchte auch jetzt wieder, sein Bewusstsein zu erreichen. Doch alles, was sie spürte, war gähnende Leere und eine schwarze Wand. Rokh hing schlaff auf ihrem Rücken und rührte sich nicht. Etwas Warmes triefte auf ihren linken Flügel. Als sie hinsah erkannte sie, dass Blut aus Rokhs Ohren strömte. Er stöhne und hielt sich an ihren Hals geklammert, um nicht aus dem Sattel zu fallen. Zumindest war er also bei Bewusstsein.
Ich bin taub!“, hörte sie ihn in ihrem Geist schreien.
Wütend brüllte sie in die Nacht hinein und ließ eine gigantische Flammensäule aufsteigen. Doch verwirrt musste sie sich eingestehen, dass auch sie selbst nichts hören konnte.
Das war also die Kehrseite ihrer neuen Kraft. Sie hätte niemals gedacht, zu so einer Tat fähig zu sein, solche Gewalten hervorrufen zu können. Es war ihr instinktiv einfach als richtig erschienen, etwas zu unternehmen, als man sie unvermittelt angegriffen hatte.
Ohne zu wissen, was genau sie da eigentlich tat oder woher die Energie kam, die sie dafür brauchte, hatte sie ihre Gedanken darauf kanalisiert, ihre Verfolger loszuwerden. Sie wollte dafür sorgen, dass die anderen Drachen ihr nicht weiter folgen konnten. Doch die Energie war außer Kontrolle geraten, und während sie auf die offene See zuflog, bildetet sich dort ein riesiger Sturm.
Aus einem unerklärlichen Grund verschonte sie jedoch der Wind und sie konnte mühelos hindurchfliegen. Deshalb versuchte sie, so nahe wie möglich in die Mitte des Sturms zu fliegen, um ihre Verfolger abzuschütteln. Je näher sie jedoch dem Auge des Sturm kam, desto näher kam auch der erste Drache, denn Tugara fühlte sich geschwächt und war nicht mehr in der Lage, in voller Geschwindigkeit zu fliegen. Bald hatte das kleine Biest sie erreicht und verbiss sich in ihrem Schweif.
Wütend schossen ihre Gedanken auf den Angreifer herab, und mit ihnen jagte ein gewaltiger Blitz hernieder und erschlug den Drachen und seinen Reiter. Mit ihm stürzten zwei andere Drachen und Reiter herab, doch all jene, die von dem gleißenden Stromfaden verschont worden waren, flogen unbehelligt weiter, als könnte das Licht ihren Augen nichts anhaben, wie auch der Wind nutzlos an ihren Flügeln vorbeigestrichen war, unfähig, sie aufzuhalten. Tugara wunderte sich selbst, wieso das geschah, doch sie wusste, dass sie alleine es war, die verhindert hatte, dass der Blitz sie geblendet und in die Tiefe gerissen hatte.
Das Glück schien schnell auf ihrer Seite: Das Licht war verschwunden und es gab nichts mehr, was ihnen schaden konnte. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte sie, die unglückbringende Naturgewalt überstanden zu haben und den Kampf wieder aufnehmen zu können. Für einen kurzen Moment wähnte sie sich in Sicherheit, während die anderen Drachen gegen den Sturm kämpfen müssten. Sie war fest davon überzeugt, dass ihre seltsame Energie sie unbesiegbar machte.
Bis der Donner ertönte. Explosionsartig breitete sich der Schall in alle Richtungen aus und die Druckwelle riss mehr als nur einen Drachen hinfort. Das Krachen fuhr ihnen in die Ohren und Drachen wie Menschen waren geschlagen mit Taubheit und Hilflosigkeit.
Tugara wurde plötzlich sehr müde. Wie auch immer sie es getan hatte, sie war für diese Entladung verantworlich, und dass ihnen nicht die Netzhäute verbrannt worden waren, hatte sie eine immense Menge an Kraft gekostet. So ließ sie sich widerstandlos von der Explosion fortschleudern.
Sie fiel mehrere hundert Fuß, erfüllt von dem Gefühl, sich nicht bewegen zu können. Die Explosion hielt sie noch immer betäubt und sie war nicht fähig, etwas zu empfinden. An Gegenwehr war nicht zu denken. Der Sturz in den Tod war ihr also doch gewiss.
Dann war Rokh zur Stelle, er unterstützte sie mit seiner Energie. Wärme durchfloss sie und vertrieb Angst und Schock, vertrieb den reißenden Wind unter ihren Flügeln und die Kälte auf ihren Schuppen. Nach weiteren hundert Fuß, die sie gefallen war, riss ein Aufwind ihr die Flügel hoch und sie konnte sich wieder fangen.
Rokh wurde schwächer. Sie spürte, wie ihm nach und nach die Energie entzogen wurde, wahrscheinlich ein weiterer ungewünschter Nebeneffekt ihrer unkontrollierten Macht. Sie versuchte mit jedem Funken ihres Seins den Fluss zu stoppen, der ihn schwächte, was nach einigen Sekunden auch gelang.
Dann durchfuhr Schmerz ihr linkes Bein und holte sie zurück in die Realität. Der Geruch von Feuer und verbranntem Fleisch kehrte zurück. Das Gefühl, von unendlicher Energie erfüllt zu sein, kehrte zurück. Verwundert sah sie nach unten und bemerkte, dass sie dem Boden ziemlich nahe gekommen war. Also schlug sie so heftig mit den Flügeln, wie sie konnte, um so hoch zu steigen, wie möglich war.
Erneut zuckte dieser Schmerz von ihrem Bein hoch. Dort hatte sich ein strahlend roter Drache verbissen. Flammen speiend wehrte sie ihn ab, trat nach ihm, heulte ob der Wunde auf. Der Rote ließ allerdings bereits von ihr ab, um ihren Tritten und dem Feuer zu entgehen. Die Wunde war nicht tief und blutete auch nicht sonderlich, das dumpfe Gefühl einer Prellung verblieb jedoch, als drücke etwas von innen gegen ihre Haut.
Ein zweiter Drache, in leuchtendem Grün, setzte ihr nun ebenfalls nach. Sie hatte also nur noch zwei Gegner. Das sollte nichts ändern, dachte sie und schlug nur noch heftiger mit den Flügeln, um noch mehr an Höhe zu gewinnen, weit über die Wolken aufzusteigen. Bald konnten sie sowohl die ersten Sterne, als auch die untergehende Sonne sehen, die von dort unten nicht mehr zu sehen gewesen warm von hier oben jedoch noch fast einen halben Kreis beschrieb. Und immer weiter stieg sie nach oben auf. Beide Drachen auf einmal zu bekämpfen war für sie zwar kein Kunststück, doch genau so wollte sie es aussehen lassen, um diese zu täuschen. Dass sie floh, war nur eine Maskerade. Sie wusste genau, wie sie ihre Feinde besiegen musste. Dazu mussten diese sie unterschätzen.
Sie lies den grünen Drachen aufholen, dann senkte sie erst die eine und dann die andere Schulter und zog die Flügel an, um in einen steilen Sturzflug überzugehen. Die beiden Verfolger taten es ihr sogleich nach und drückten ihre Flügel soweit durch, dass die Spitzen dieser sich fast an ihren Bäuchen zu berühren schienen. Der rote Drache hatte es dabei deutlich schwerer, denn er war größer und schwerer und brauchte länger, um die Richtung zu ändern.
Erneut ließ sie den Grünling aufholen, ein junges, naives Drachenweibchen. Dann drehte Tugara jedoch plötzlich ihre vier Flügel ab und drehte sich auf den Rücken, während der sie einen leuchtenden Energieball in Richtung ihres grünen Verfolgers ausspie. In seiner hohen Geschwindigkeit, und weil er die schnelle Drehung nicht erwartet hatte, steuerte er genau darauf zu. Der Ball traf seinen linken Flügel und explodierte in einem Meer aus blauen und violetten Flammen, ein riesiges Loch in der Haut zurücklassend. Trudelnd stürzte der Drache ab, laut schreiend und kreischend.
Einer weniger.“, sandte sie Rokh in Gedanken. Sein Wunsch war ihr Wunsch. Er wollte diese Drachen tot sehen, also wollte sie diese Drachen töten, mehr interessierte sie nicht.
Gut gemacht.“, kam die Antwort sowohl mental als auch laut ausgesprochen.
Der Kampf war allerdings noch nicht an seinem Ende angekommen. Der Rote schoss unbeirrt weiter auf sie zu, während sie nicht mehr flog, sondern auf dem Rücken in der Luft liegend fiel. Einen kurzen Moment der Orientierung bräuchte sie noch, um sich wieder zu fangen. Diesen gönnte ihr der verbliebene Gegner jedoch nicht. Er flog genau in sie hinein, setzte ihr die Krallen an die Brust und fügte ihr tiefe Kratzer zu, biss ihr in die Beine, spie Flammen um ihren Kopf und hieb mit seinem massigen Schweif auf sie ein. Seine liebsten Ziele waren ihre eigener Schwanz und ihr ungeschützter Hals, wohingegen sie seine Flügel attackierte. Ein Drache ohne Flügel war ein Drache am Boden war ein toter Drache. Ein Drache ohne Flügel tausende Fuß über dem Boden war schon tot, bevor er am Boden lag oder spätestens, wenn er dort aufkam.
Dort wollte sie mit dem Roten hin. Sie stürzten weiter auf den Grund zu, doch es würde mehrere Minuten dauern, bis sie am Grund angelangt waren, denn sie waren mehrere tausend Fuß hoch in die Luft gestiegen, bis die Luft zu dünn war, als dass ihre Reiter noch atmen konnten.
Der rote griff erneut an, doch das Feuer schien ihr nichts anzuhaben. Es schoss wirkungslos an ihr vorbei, nur die Hitze schlug ihr entgegen und der Rauch blendete sie. Sie umklammerte ihn, versuchten mit den Zähnen an den Hals des anderen zu gelangen und ihrem Reiter Positionen zu verschaffen, von denen aus sie dem anderen Drachen mit dem Schwert Schaden zufügen könnten.
Sie kamen der Erde immer näher, in beängstigender Geschwindigkeit, doch noch zu langsam, wie Tugara fand. Wenn sie so weitermachten, wäre sie tot, bevor sie ihr Ziel erreicht hatte. Er war ihr einfach zu stark. Fliehen konnte sie auch nicht mehr, dafür war es zu spät. Der Großteil ihrer Kräfte war verbraucht und auch ihr Kampfeswille hatte nach vier Stunden ernste Schäden davongetragen.
Plötzlich tastete eine fremde Berührung nach ihrem Geist, wie schon so oft heute. Es war weder ihr Seelengefährte Rokh, noch der fremde Drache oder sein Reiter. Es fühlte sich uralt an und mächtig, wie das Leben selbst. Sie vernahm ein komplexes Farbmuster, noch komplexer als jene, die sich Drachen üblicherweise sandten, um zu kommunizieren. Entspanne dich, schien die Berührung ihr sagen zu wollen.
Dann hörte sie ein Rauschen. Es waren die Geräusche der Luft, der See, der Erde und des Feuers. Es vereinte alle Elemente und den Geist der Geister selbst in einem Klang. Dann kristallisierte sich das Geräusch des Herzschlags ihres Gegners heraus. Alle anderen Geräusche verstummten, selbst die permanente Anwesenheit Rokhs in ihrem Kopf schien zu verstummen. Es war, als sähe sie in den Kopf ihres Gegenüber hinein, als lese sie die Empfindungen des Rotgeschuppten. Sie wusste, was er dachte. Sie erkannte, was er fühlte und sich wünschte.
Er sah Schönheit in ihr. Er wollte sie nicht töten. Er hatte sie wochenlang beobachtet und er war der Meinung, dass seine Gene es sein müssten, die ihr eine neue Generation der fast ausgerotteten Schattenklauen schenken sollte. Er verspürte ein Verlangen nach ihr. Er verspürte das uralte Gelüst, sich zu beweisen und er wollte, dass sie ihn anerkannte. Er hielt sie für seine auserwählte Partnerin.
So schnell, wie der Einblick gekommen war, verschwand er wieder. Das seltsame Rauschen jedoch verblieb. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Kopf platzen könnte, weil er so energiegeladen war. Schmerzen bereitete ihr das jedoch nicht. Sie wusste, das waren nicht wirklich seine Gefühle. Aber sollte sie es schaffen, sie zu diesen werden zu lassen, dann hätte sie wahrhaft einen unbesiegbaren Feind geschlagen.
Alles in Ordnung bei dir?“, erkundigte Rokh sich besorgt.
Statt einer Antwort sandte sie das Bild eines beruhigenden Zusammenspiel aus grün und blau. Ja, alles war perfekt. Sie wusste nicht woher, doch ihr war klar, was sie tun könnte. Sie musste den Drachen nur dazu bringen, nicht zu fliehen. Ihr zuzuhören. Zu vertrauen. Und die seltsame Energie in ihrem Kopf könnte genau das Erreichen.
Fest umklammerte sie seine Brust mit ihren Krallen und presste ihren Unterleib an den seinen. Sie ließ ihn nicht los, egal wie viele Wunden er ihr zufügte, als er versuchte, freizukommen. Dann griff sie nach seinem Bewusstsein und konzentrierte sich auf sein persönliches Rauschen, versuchte einen Ton zu summen, der mit diesem im Einklang stand. Sie wusste, so könnte sie ihn mit ihrer Energie dazu bringen, alles zu glauben oder zu tun.
Diesen Tanz hast du immer schon mit mir tanzen wollen. Jetzt hast du die Gelegenheit dazu.“, summte sie. „Wehre dich nicht gegen das, was die Natur uns auferlegt hat. Du musst mir vertrauen, wenn du mein Partner werden willst.
Was? Partner? Wovon sprichst du?“, kam es grollend, wütend, verhasst. Er hatte eine Partnerin gehabt, die sie gerade eben erst mit ihrer blauen Explosion vom Himmel geholt hatte.
Sie griff seinen Geist an, um darin eine Illusion entstehen zu lassen. Er musste vergessen, was er wusste.
Vertrau mir.
Es war eine geschickt platzierte Lüge, die ihn davon überzeugen sollte, dass dieser Kampf nur der Balztanz zwischen zwei Drachen war.
Heute werden wir uns einen.
Dass sie seinem Ersuchen nachgegeben hatte.
Ich habe dich erwählt.
Dass sie ihn prüfen und sich dann mit ihm paaren würde.
Eine neue Generation kündigt sich an.
Dass ihre Reiter gar nicht hier wären.
Konzentriere dich nur auf mich und meine Stimme.
Dieses Bild war so vielseitig, so verwirrend und so falsch und doch so real, dass sie fast selbst daran glaubte. Sie ließ ihn glauben, dass er ihr nur zu vertrauen bräuchte, wenn er sie begatten wollte. Und gleichzeitig wuchs genauso in ihr der Wunsch, dass sie ihm wirklich nachgeben könnte. Doch sie wusste gleichfalls, dass es ein Kampf war und dass ihre Reiter noch da waren.
Oder waren die Reiter eine Illusion und das Paarungsritual war echt? Alle Voraussetzungen waren erfüllt. Denn bei diesem Ritual überprüfte die zukünftige Drachenmutter, ob der werbende Partner auch wirklich geeignet war. Erst kämpften sie gegeneinander, um zu testen, ob das Männchen stark genug wäre, den Nachwuchs zu verteidigen. Das hatten sie getan.
Dann erhob sie sich mit ihm in die Lüfte, umklammerte ihn und schoss mit ihm im Sturzflug auf den Boden zu, um seine Opferbereitschaft zu testen. Vertraute der potentielle Partner seinem Weibchen wirklich? Würde er mit ihr sterben, sollte sie die Umarmung nicht Rechtzeitig lösen? Und würde er alles geben, selbst sein Leben, um sie zu verteidigen?
An genau diese Stelle versetzte ihre Illusion sich selbst und den anderen Drachen. Er glaubte, seit Jahren um sie geworben zu haben. Sie glaubte, ihn stets abgelehnt zu haben, doch nun hatte sie ihn doch erwählt, nachdem er ihr das Leben gerettet hatte. Sie erinnerte sich noch genau daran, durch einen schrecklichen Sturm war sie zu Boden gestürzt, unfähig weiterzufliegen, und eine Gruppe Katrass hätte sie beinahe getötet. Dann war er aufgetaucht und hatte die drei riesigen katzenhaften Jäger vertrieben, einen von ihnen sogar getötet.
Das musste zwei Tage her sein. Nun waren sie über dem Ozean, sodass sie nur auf das ruhige Wasser zusteuerten, während sein Blick auf sie fixiert war und er ganz seelenruhig auf den Moment wartete, in dem sie ihn loslassen und zu ihrer Höhle fliegen würde. Dann würde auch er seine mächtigen Schwingen ausbreiten, abbremsen, kurz vor der Wasseroberfläche elegant in den Steigflug fallen und ihr folgen. Er würde die Woche mit ihr verbringen, nach allen Ritualen der Drachen, und am Ende dieser sieben Tage, die für die beiden zeitlosen Wesen in Sekunden vergehen würde, hätte er sein Erbgut in die nächste Schlacht geworfen. Dann würde er vier Tage lang vor der Höhle Wache stehen, ohne zu fressen, ohne zu schlafen, bis alle Eier gelegt waren. Schließlich würde er den Höhleneingang versperren und sich auf die Jagd machen, um zu fressen und zu Kräften zu kommen. Sie würde währenddessen das erste Gelege von Schattenklauen seit ihrer eigenen Geburt ausbrüten, bis er schließlich mit weiterer erjagter Beute zur Höhle zurückkehren und seine Partnerin mit dem Fleisch versorgen würde. Danach würde es noch ein paar Wochen dauern und die Jungdrachen würden schlüpfen.
Die Wirklichkeit sah anders aus. Sie rasten nicht auf Wasser, doch auf glatten Stein zu, der in der untergehenden Abendsonne rötlich schimmerte. Der Reiter des roten Männchens schrie verzweifelt auf ihn ein und versuchte ihn zu erreichen. Auch Rokh schien besorgt. Doch die seltsame Kraft, die Tugaras Kopf durchflutete verhinderte jeden Kontakt. Alles was der Rote tat, war erregt zu schnurren. Und sie summte noch immer dieses Lied. Er senkte den Kopf, sah ihr ergeben in die eisblauen Augen, surrte glücklich. Sie schloss die Augen und sandte Bilder in rot und rosa und orange, die feurig und treu und ergeben waren. Er vertraute ihr. Sie vertraute ihm. Sie würde alles tun, um ihn glücklich zu machen. Er hingegen würde Felsen bewegen, um sie zu beschützen. Er würde sein Leben...
Das Ziehen war zurück, schrill und stechend fuhr es in ihren Kopf. Es gab einen Knall wie von einer Nadel, die in einen Ballon stach. Dann konnte sie wieder klar sehen.
Hektisch löste Tugara die Umarmung, als ihr klar wurde, das dieses alles nur ein riesiger Irrtum war, und riss alle vier Flügel hoch. Der Boden war schon so nah, dass ihr Partner nicht mehr entkommen konnten. Nein! Er war nicht ihr Partner! Sie hatte diesen verfluchten roten Drachen noch nie zuvor gesehen! Wütend kreischte sie auf und zog ihren Geist in sich zurück. Ihre Bindung zerriss augenblicklich und die Illusion war zerstört. In seiner letzten Sekunde wusste der Drache nicht, ob er lieber wütend sein sollte, weil sie ihn getäuscht hatte, verzweifelt, weil er nun sterben würde, oder traurig, weil er sich gewünscht hätte, dieses Bild hätte nie geendet.
Noch bevor er sich entschieden hatte, welche der drei Emotionen überwog, zerschellte er auf dem Boden. Seine Flügel wurde zerfetzt, das Rückgrat wurde zerrissen und das Genick brach mehrfach.
Er war sofort tot.
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Lanea
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BeitragVerfasst am: 21.02.2012 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

"Drachenzähmen" umgekehrt? Hast du den Film gesehen bzw. das Buch geklesen? Kam mir bei manchen Schilderungen so vor. Falls ja, versuch dich davon zu lösen und ein eigenes Bild zu finden. Falls nein... naja, Zufälle gibts Very Happy

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Daodras
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BeitragVerfasst am: 21.02.2012 23:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Film ja, Buch bestelle ich mir nächste Woche, aber direkt alle aus der Serie. Und nein, das umgekehrt ist es nicht. Wirklich nicht Q__Q
Naja, ich aus meiner Sicht werde NIE auch nur versuchen, das zu sehen. Allerdings wird spätestens ab dem zweiten Kapitel (und dort sehr früh) klar, dass es sich NICHT um so etwas handelt wie in HTTYD.

Außerdem... haben Hiccup und Toothless Magie? :O
Dennoch, danke für deinen Beitrag ^__^


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Berti_Baum
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BeitragVerfasst am: 22.02.2012 03:23    Titel: Antworten mit Zitat

Puh, ich bin leidenschaftlicher Leser von Fantasy aber ich muss zugeben, dass ich mich durch den Text kämpfen musste.

Am Anfang wusste ich nicht, was da genau beschrieben wird und bei der Kampfszene wollte ich am liebsten vorspringen.

Insgesamt sind mir das viel zu viele Schachtelsätze und Füllwörter bzw. -passagen. Weniger wäre hier deutlich mehr. Es liest sich für mich sehr zäh.

Zum Verständnis: Was macht der Rokh eigentlich während des Kampfes?

Im vorletzten Abschnitt, nachdem die Gedankenverbindung abbricht, hast du einen Perspektivwechsel. Gewollt?
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Daodras
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BeitragVerfasst am: 22.02.2012 04:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

sad
Ich weiß auch nicht. Beim ersten "Durchgang" gefiel es mir besser, aber ich hatte drei essentielle Fehler drin.
Jetzt ist meine Betaleserin krank und ich hab es jemanden anderen durchlesen lassen.

Der Anfang - unabhängig von deinem Kommentar - den hab ich auch gerade nochmal auf den Kopf gestellt, weil mir da was fehlte. Ich will dennoch nochmal rückfragen, in welchem Abschnitt genau du dich fragst, was beschrieben werden soll, ich könnte jetzt nur raten. Ich denke allerdings, ich würde richtig raten ^__^ Will nur Missverständnisse ausschließen.  

Schachtelsätze. Ich glaub's dir ungefragt. Nie wieder Beta wechseln Q_Q, meine Beta achtete eigentlich immer genau darauf am meisten ^__^

Rokh. Der sollte so gut wie wenig bis gar nichts tun. Dass er NICHTS tut muss hier klar werden @_@, warum aber erst im zweiten und dritten Kapitel.

Perspektivenwechsel? Nur im letzten Abschnitt, aus der Perspektive des gerade sterbenden. Bisher gewollt, aber nur weil ich hektisch war und mir nichts anderes einfiel und ich mich geärgert habe, DASS mir nichts einfiel und... ich weiß selber nicht, wie es dazu kam sad
Ich bin doof! Ich sollte mir was vernünftiges ausdenken -.-°°

Danke für deinen Kommentar!


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Berti_Baum
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BeitragVerfasst am: 22.02.2012 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hab grad festgestellt, dass Rokh kein Drache (wie von mir angenommen) ist. Das hätte mir, mit mehr Sorgfalt, auffallen können.

In dem Teil verstehe ich nicht wirklich, was passiert. Bei mir bleibt nur "eine Explosion" hängen. Ich weiß nicht, ob du das so ausschweifend schreiben musst.

Daodras hat Folgendes geschrieben:
Kapitel 1 – Realität oder Wirklichkeit?

Ich bin taub!“, hörte sie ihn in ihrem Geist schreien.[...]was nach einigen Sekunden auch gelang.


Zum Perspektivwechsel am Ende: Wenn es für die Geschichte unwichtig ist, lass es einfach weg. Ansonsten beschreib, wie es Tugara sieht (z.B. verzweifelt rudernde Krallenhände, wütende und/oder traurige Augen).
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Daodras
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BeitragVerfasst am: 22.02.2012 20:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ja, man könnte Explosion sagen. Es ging um einen Blitz, aber ich bearbeite es eh gerade. Irgendwie... mir gefällt gerade am wenigsten der Übergang von der Erzählung in die Handlung. Ich weiß zwar, was geschehen ist, aber sonst niemand.

Ich meine diese Stelle:

Zitat:
Dann [...], während ihr Gefährte Rokh [...] mit ihren eisblauen Augen die goldene Musterungen auf ihnen (Flügel) entlangfuhr.
Tugara versuchte auch jetzt wieder, sein Bewusstsein zu erreichen. Doch alles, was sie spürte, war gähnende Leere und eine schwarze Wand.


Das ist einfach ein seeeehr schwacher Übergang.
Ich hab es mal probiert mit diesem hier:


Zitat:
Ganz deutlich spürte sie ihren Reiter in sich, wenn sie eins wurden. Tugara hatte ihren Geist und den Rokhs verschmolzen. Sie waren eine Einheit. Es war manchmal sogar so stark, dass sie sich nicht mehr von ihrem Reiter unterscheiden konnte und glaubte, nur zwei Arme und Beine zu haben, statt vier Beinen und vier Flügeln.  Dann fuhr sie sich lachend durch seine feuerroten Haare und betastete seine Sommersprossen, während ihr Gefährte Rokh ihre beiden versetzten Flügelpaare ausstreckte und mit ihren eisblauen Augen die goldene Musterungen auf ihnen entlangfuhr.
(Absatz)
Doch nicht alle waren so begeistert von dieser Einigung wie die beiden selbst. Die vier Paladine, die Gründer des Drachenreiterordens, riefen sie zu sich, um sie von der Gefahr zu überzeugen, die Rokh angeblich für alle Drachen darstellte. Scaldoerm, der Älteste unter allen Drachen des Ordens und neben den vier Paladinen der ranghöchste Drache, befahl ihr sogar, das Band zu ihrem Reiter zu brechen und Rokh zu töten. Scaldoerm behauptete, dass Rokh ein Dracheflüsterer sei, jemand mit der Macht ihren Geist zu verwirren, jemand, der sie benutzte, um an ihre Kraft zu kommen.


Jetzt muss ich darauf kommen, dass sie es für eine Lüge hält (oder sonstwas), auf jeden Fall greift der Orden sie an. Ob es wichtig ist, dass der Befehl zum Angriff von Scaldoerm kommt, ist noch nicht wichtig. Wichtig ist negativer bis neutraler Abstand zu diesem Drachen, und dass der Orden den ersten schritt macht.
Aber hier verliere ich mich immer in den Zeilen.

Hat da einer Ideen, Anregungen, Vorschläge für mich?

LG~
daodras

p.s: Ach, und danke für deine zweite Meldung, Berti!
p.p.s: Ja, den Perspektivwechsel werfe ich raus -.-


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