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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Hades (Arbeitstitel, Romananfang)


 

 
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Extradiegetisch
Geschlecht:männlichSchreiberassi

Alter: 27
Beiträge: 48
Wohnort: Nürnberg


BeitragVerfasst am: 26.01.2012 21:01    Titel: Hades (Arbeitstitel, Romananfang) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nach längerer Abwesenheit, wegen der Planungsphase eines größeren Projekts, lass' ich mich mal wieder hier blicken.  Es folgt der Anfang meines Projekts. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, zu dick aufgetragen? Zu wenig?

Die Leiche lag am Waldrand im Moos. Ein dünner Weg führte von der breiten Straße zum Waldrand. Die Leiche hatte lange blonde Haare. Ihre Haut trug noch Spuren von Leben wie blasse Schminke, die Wangen waren leicht gerötet, die Lippen hatten die Farbe von Rosenquarz. Ein diagonaler Schnitt verlief über das Gesicht der Leiche, er begann an der Stirn, zerriss die Augenbraue, ließ das Auge unversehrt, sprang über den Nasenrücken und kam mit unveränderter Wucht auf dem Wangenknochen auf und endete rechts an der Halsschlagader, wobei er einen leichten Bogen machte wie ein hastiggeschriebenes Fragezeichen. Der Schnitt war tief, die Wundränder klafften weit auseinander wie ein tiefer, zahnloser Mund. Geduldig und stumm floss immer noch Blut aus der Wunde. Die Augen der Leiche waren blass. Sinnlos aufgerissen lagen sie wie zwei Tropfen Chlorwasser im weißroten Gesicht.

Weitere Werke von Extradiegetisch:


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Schundliteratur ist besser. Sie quillt stärker, breiter auch aus stärkeren, reicheren und reineren Instinkten.

Alfred Döblin
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Daodras
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 25
Beiträge: 100



BeitragVerfasst am: 26.01.2012 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr schön. Weder zu viel noch zu wenig. Die Beschreibung der Wunde ist gut gelunegn.
Suche allerdings lieber noch mal nach Synonymen für "Leiche", das Wort so oft in dem kurzen Abschnitt nimmt dir ein bisschen ab.

z.B Der Körper, der/die Tote

LG~
daodras


_________________
Das Leben ist wie ein Märchen. Um zu überzeugen zählt am Ende nicht wie lang es war, sondern wie gut es war.
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Sabine A.
Hobbyautor


Beiträge: 398



BeitragVerfasst am: 26.01.2012 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stimme Daodras zu. Das Wort "Leiche" wird zu oft wiederholt.
"Waldrand" kommt in den ersten zwei Sätzen auch gleich zweimal vor.
Bei "Ein diagonaler Schnitt verlief über das Gesicht der Leiche, er begann an der Stirn..." hätte ich einen Punkt anstatt des Kommas verwendet.
Und in den letzten Sätzen sind mir (persönlich) zu viele Vergleiche.
LG Sabine
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Teutoni62
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 247
Wohnort: Cottbus


BeitragVerfasst am: 26.01.2012 23:12    Titel: Leichen, Leichen² Antworten mit Zitat

Hallo Extradiegetisch,

ein Plus dieses Forums sind die konstruktiven Kritiken, die zwar manchmal ein wenig rau formuliert sind, aber in der Regel ehrlich auf den Textbeitrag bezogen sind und niemals die Person angreifen (sollten).

Unter diesem Gesichtspunkt versteh bitte auch meine folgenden Worte. Dein Titel klingt interessant und hat mich zu Deinem Textbeitrag geführt, aber nach dem ersten Satz möchte ich mal tippen, dass Du noch über wenig Schreiberfahrung verfügst.

Beschäftigen wir uns einmal mit dem viel gerühmten ersten Satz plus dem 2. der den Leser locken bzw. bannen soll – Du sollst Bilder malen, nicht Worte setzen.

Die Leiche lag am Waldrand im Moos.

Ein (dünner Weg =Pfad) führte (von der (breiten Straße=Autobahn) zum (Erlenwald=Waldrand).

Das ist eher ein Einstieg mit der Brechstange und ziemlich einfallslos formuliert. Ich möchte Dir einige Verbesserungen anbieten.

Ein süßlicher Gestank waberte über dem Trampelpfad, der sich in den versumpften Erlenwald schlängelte. Grünblaue Schmeißfliegen glitzerten über einem bemoosten Baumkadaver, neben dem ein blonder Schopf hervorlugte.  Durch die goldenen Haare schlängelten sich fette Maden und aasten die aufgeblähte Kopfschwarte ab, während andere die milchigen Augäpfel durchbohrten.
Ein Säbelhieb schien das bleiche  Frauengesicht durchpflügt zu haben, das zerschmettert zum Himmel starrte. Ein letzter rosaroter Hauch irrte über schwammige Schädeltrümmer, in dessen klaffender Stirn cremefarbenen Totengräber wüteten.

Extradiegetisch merkst Du den Unterschied zu Deinem Text? Während Dein Text förmlich vor Leichen absäuft, und kaum Horror erzeugt - kommt dieses Wort bei mir gar nicht vor. Dieser Part besetze ich in meinem Textbeispiel mit den realen Boten des Todes und dies dürfte beim Leser auch drastische Bilder in seinem Kopf-Kino  auf flimmern lassen.

Lass Dich nicht unterkriegen und viel Spaß hier, wünscht Dir

Teutoni 62


_________________
"Die Fantasie ist eine gewaltige Kraft. Manchmal hilft sie sogar zu überleben."

Henning Mankell
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Fahrender Gaukler
Geschlecht:männlichGrundgütiger

Alter: 35
Beiträge: 4137
Wohnort: Irgendwo in meinem Geiste
DSFo-Sponsor


BeitragVerfasst am: 27.01.2012 02:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich finde den Anfang noch ausbaufähig. Du beschreibst zu explizit, aber trotzdem kommen bei mir nur sehr wenige Bilder an. Das liegt zum Teil einfach an der Masse der Details auf einem Haufen, die du scheinbar als wichtig erachtest. Die Beschreibung des Schnitts würde ich aufs Wesentliche reduzieren, im Grunde ist mit "diagonaler Schnitt" eigentlich schon alles gesagt, aber Anfangs- und Endpunkt kann man ruhig noch erwähnen. Mein Vorschlag wäre:

Ein diagonaler Schnitt verlief über das Gesicht, beginnend an der Stirn bis hinunter zur Halsschlagader. (Vielleicht eher umgekehrt?)

Zum anderen Teil benutzt du überwiegend sehr passive Verben und Hilfsverben.

Zitat:
Die Leiche hatte lange blonde Haare. (Hilfsverb)

Ein dünner Weg führte von der breiten Straße zum Waldrand. (schwaches Verb)

die Wangen waren leicht gerötet (Hilfsverb)

die Lippen hatten die Farbe von Rosenquarz (Hilfsverb)

wobei er einen leichten Bogen machte (schwaches Verb)

Der Schnitt war tief (Hilfsverb)

Die Augen der Leiche waren blass. (Hilfsverb)


Die muss man natürlich nicht alle eliminieren, aber bei vielen böten sich aktivere Verben an, Verben die Bewegung ausdrücken, denn darin besteht ja die Aufgabe eines Verbs. Beispiel:

Ein schmaler Weg schlängelte sich von der Straße zum Waldrand.

Gut, Wege werden häufig als "schlängelnd" dargestellt, ist also auch nichts Außergewöhnliches mehr. Aber das soll auch nur ein Beispiel sein. Ah, sehe gerade, dass Teutoni ebenfalls das Schlängeln verwendet hat. Er zeigt meiner Meinung nach sehr anschaulich, wie man mit Verben einen Text zum Leben erwecken kann. Allerdings - und ich hoffe, du nimmst mir den Einwand nicht übel, Teutoni - sein Beispieltext ist schon sehr viel besser, aber nicht jedes Substantiv braucht ein Adjektiv. Rund die Hälfte davon kann man aus meiner Sicht wieder eindampfen und/oder umschreiben, sonst nimmt man den Bildern den Raum, den sie zum Entfalten brauchen.

Ansonsten stimme ich aber mit seiner Kritik überein.

Wortwiederholungen wurden auch schon angesprochen. Auch dem Kritikpunkt pflichte ich bei. Generell würde ich sagen, dass man bei Substantiven (genau wie bei Adjektive und Verben) spezifisch werden und sich nicht mit dem Gewöhnlichen zufrieden geben sollte.

Beispiel: Anstatt einfach "Baum" zu sagen, lieber "Stieleiche" verwenden. Oder "Eisenholzbaum". Oder was auch immer, nur eben nicht "Baum". Das Wort sagt nichts aus. Ich weiß, das Wort kam bei dir nicht vor, ist auch nur ein Beispiel. Sei aber auch nicht zu extravagant, denn das birgt die Gefahr, dass kaum jemand mehr durchblickt, was du meinst.

Um das ganze Mal abzukürzen: *Klick* Ralphie hat es in seiner Schreibschule eigentlich auf den Punkt gebracht. Lies dir ruhig mal den ganzen Thread durch und versuche, nach und nach alles umzusetzen. Deine Schreibe wird davon profitieren, das versichere ich dir. smile

Ganz ohne Lob will ich aber auch nicht aus der Tür stolpern. Folgende Sätze haben mir gefallen:

Zitat:
Ihre Haut trug noch Spuren von Leben wie blasse Schminke, die Wangen waren leicht gerötet, die Lippen hatten die Farbe von Rosenquarz.


Sehr schön, das mit dem Rosenquarz. Das ist genau das, was ich mit "speziell werden" meine.

Zitat:
Der Schnitt war tief, die Wundränder klafften weit auseinander wie ein tiefer, zahnloser Mund.


Ein schöner Vergleich, da hab ich gleich ein Bild vor Augen und das Verb "klaffen" ist gut und ausdrucksstark.

Zitat:
Sinnlos aufgerissen lagen sie wie zwei Tropfen Chlorwasser im weißroten Gesicht.


Auch hier, schöner und spezifischer Vergleich mit dem Chlorwasser, und auch wenn ich mir jetzt nicht wirklich etwas darunter vorstellen kann, ist das auf jeden Fall die richtige Richtung.

Ich hoffe, du kannst mit meiner Kritik etwas anfangen. Lass dich auf keinen Fall entmutigen, von niemandem. Immer schön den Staub abschütteln und weitermachen, denn beim Lernen geht es immer nur in eine Richtung: vorwärts. Viel Erfolg und frohes Schaffen!


Gruß,

~~Der Gaukler


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Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.

(Mark Twain)
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Lupo
Geschlecht:männlichHobbyautor


Beiträge: 365
Wohnort: Pegnesien


BeitragVerfasst am: 31.12.2012 00:56    Titel: Schnittwunde Antworten mit Zitat

Lieber Extradiegetisch,
wie in den meisten Fernsehkrimis öffnet sich auch dieses Geschehen mit dem Auffinden einer Leiche. Wer sie findet, braucht meines Erachtens hier noch nicht erwähnt zu werden, doch fürchte ich, dass ein allwissender Autor über der Szene schwebt. Die Reihenfolge der Mitteilungen ist so gewählt, dass sich der Leser mit dem Autor Schritt für Schritt dem Opfer nähert, so dass die Einzelheiten  nacheinander hervor treten. Deine Ausdrucksweise erscheint mir als ein Gemisch aus sachlichen Feststellungen und angereicherter Schilderung. Demzufolge lese ich hier kein Protokoll des Rechtsmediziners, der die genaue Todesursache bestimmen soll, sondern entdecke den Körper zufällig selbst. Ich vergegenwärtige mir, welche Art von Umgebung auf mich wirkt: ein beliebiger Waldrand. Moos? Also nicht mehr im Vorfeld, sondern unter den ersten Bäumen und Sträuchern, denn Moos verträgt keine volle Sonne. „Dünner Weg“ missfällt mir. Schmaler Weg, Feldweg, Rain, Trampelpfad. „Die Leiche hatte lange blonde Haare“ wie lang? bis zum Halsansatz? schulterlang? bis zur Hüfte? „hatte“:  wirkt als schwaches Verb. Ihr blondes Haar bedeckte den halben Oberarm, der unter ihrem Kopf verdreht nach oben ragte. „Diagonaler Schnitt“ diagonal ist überflüssig, weil anschließend der genaue Verlauf nachgezeichnet wird. Wie ein Flusslauf. Das empfinde ich hart an der Grenze unfreiwilliger Komik. „Geduldig“ und „sinnlos“ haben hier als Adjektive eine Kommentarfunktion, die ich lieber in einer wörtlichen Rede finden möchte, wenn etwa ein abgeklärter Betrachter sich in Poesie übt.
Das Bild dieser weiblichen Leiche mit anhaltend blutender Wunde im Gesicht, das gleichzeitig als „leicht gerötet“, „wie blasse Schminke“, und „weißrot“ beschrieben wird, berührt mich weniger Schrecken erregend als vielmehr knallig zurecht drapiert.
Wird das ein Franken-Krimi, ein Thriller, oder eine makabere Groteske? Gibt es noch mehr zu lesen? Schaun mer mal! Lupo.
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