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Ein weiterer Auszug eus meinem Roman, 8. Kapitel


 

 
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Pinta Oleander
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 61
Beiträge: 46
Wohnort: Valensole/France


BeitragVerfasst am: 15.01.2012 15:48    Titel: Ein weiterer Auszug eus meinem Roman, 8. Kapitel eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Als ich aufwache wütet ein entsetzlicher Kopfschmerz in meinem Schädel. Ach so ja, der Rotwein. Wo ist Arnaud? Es ist 2H45, sagt der Wecker. Ich stehe auf und gehe mich duschen. Wenn nichts mehr hilft, dusche dich. Mit nassen Haaren und nackter Haut schleiche ich durchs Haus. Alles ist friedfertig. Der gelbe Mond scheint durch die Verandatür und das Meer liegt davor, wie ein Samtteppich, still und leise. Kein Boot tuckert durch den Hafen, kein Auto hupt, kein Hund bellt, niemand fragt nach jemandem oder will etwas von mir. Absolute Lautlosigkeit. Totenstille. Alle Leichen schlafen oder drehen sie sich in ihren Gräbern um. Was wird aus Rudis Leiche?
Erst mal eine rauchen. Ich stolpere durch den Raum, suche nach Zigaretten und raufe mir die Haare. Schließlich und endlich finde ich sie unter einem Stoß alter Zeitungen. Das Zimmer ist irgendwie in Unordnung geraten, so wie alles andere auch. Mein Leben ist ein Wirrwarr von dubiosen Umständen und schwammigen Situationen, eine lose Ansammlung von Konfusion und Disziplinlosigkeit, ein Suchen nach unbekannten Vokabeln, ein Gewürge und Gestammel an Entschuldigungen, ein drunter und drüber von Alpträumen, eine Akkumulation von widrigen Faktoren, ein brüchiges Schiff, das in Seenot geraten ist, leckgeschlagen auf hoher See, ein buntes Gemenge an verschmähten Freiern und einem chéri … alles in allem eine Misswirtschaft von Plus und Minus, nur leider ist das Plus ins Minus geraten, doch das Minus zuckt die Achseln und freut sich über so eine Flegelwirtschaft!
Bei so einer Unordnung lasse ich die Arme sinken und meine Passivität wird grenzenlos. Ich muss mich aufraffen, irgendwie.
Schließlich ziehe ich mich an und setze mich in einen Sessel. Der Wecker sagt, es ist 3H45 und ich frage mich, wo Arnaud abgeblieben ist. Kein Zweifel, er ist sauer. Na ja, dazu habe ich wohl beigetragen. Ich kann ihm auch nicht helfen, niemand kann niemandem helfen, jeder muss sich selbst helfen. Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner, pflegte meine Mutter immer zu sagen. Meine Mutter? Ich hatte sie total vergessen. Sie macht sich bestimmt Sorgen, aber sie weiß auch, dass ihre Tochter eine starke Frau ist. Jawohl. Dass ihre Tochter mit allem immer wieder fertig werden musste, fertig geworden ist, bis jetzt.
Ich nehme das Telefon und rufe sie an, Uhrzeit hin, Uhrzeit her. Nach langem Klingeln meldet sich eine müde Stimme.
„Feldmann?“
„Mama, ich bin’s, Mona“.
„Mona? Um Himmels Willen, Mona, wo bist du?“
„Mama, mach dir keine Sorgen um mich, du weißt doch, ich bin eine starke Frau…“
„Mona, was ist los mit dir? Du hörst dich so merkwürdig an, hast du…?“
„Nein, Mama, hab ich nicht, ich bin ok. Und du? Wie geht es dir?“
„Mona, die Polizei sucht dich, das weißt du doch bestimmt. Sie waren hier und…“
„Schick sie zum Teufel, wenn sie wiederkommen!“
„Mona, ist es wahr, dass du einen Mann, hm… erstochen hast?“
Es folgt ein langes Schweigen.
„Ja, Mama, es war Notwehr.“
„Aber…“
„Mama, ich will dich nicht aufhalten. Ich wollte dir nur sagen, dass es mir gut geht und dass du dir keine Sorgen machen sollst, ok, meine Mamutschka?“
Ich höre, wie sie leise zu weinen anfängt.
„Ach Mona, meine kleine Monika…“
„Lass es dir gutgehen Mama. Ich melde mich wieder.“
Und lege auf.
So. das habe ich hinter mir. War doch gar nicht so schlimm. Ich mache mir noch eine Zigarette an und vernehme Arnauds Auto hinterm Haus. Der Wecker zeigt 3H55 an und ich bleibe sitzen. Als er dann ins Zimmer kommt und mich schüchtern anlächelt, ist meine Wut längst verflogen, über alle Berge.



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Lügen haben kurze Beine und die Wahrheit fährt im Rollstuhl...
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DasProjekt
Geschlecht:weiblichBücherwurm


Beiträge: 3469
Wohnort: Ørbæk, Nyborg, Dänemark


BeitragVerfasst am: 15.01.2012 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

Und warum sollte sich jemand die Mühe machen, deinen Auszug zu lesen, geschweige denn zu kommentieren, wenn das offenbar von deiner Seite her gar nicht gewünscht, auf jeden Fall aber nicht gewürdigt wird?

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25. Mai 2017 - Kim Henry "Be Mine Forever"
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Pinta Oleander
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 61
Beiträge: 46
Wohnort: Valensole/France


BeitragVerfasst am: 15.01.2012 16:29    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hey, das Projekt,
tut mir leid, ich verstehe nicht was du meinst. Wenn ich etwas online stelle, dann möchte ich natürlich eine Kritik, egal, was für eine, Kritik ist meistens gut und bisher habe ich auch immer darauf reagiert.
Also, sei ein bisschen klarer in deinen Aussagen... danke.

Pinta


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Bananenfischin
Geschlecht:weiblichShow-don't-Tellefant

Moderatorin

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Goldene Feder Prosa Pokapro IV & Lezepo II
Silberne Harfe



BeitragVerfasst am: 15.01.2012 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pinta Oleander,

ich weiß, was Projekt meint.
Ich hatte unter deinem kurz zuvor geposteten Auszug auch eine, hm, kleine Anspielung dazu gemacht, hast du das gelesen?
Es ist einfach so: Auf die Kritiken zu dem ersten Ausschnitt (die Zugszene) hattest du beim erstmaligen Einstellen schon nicht reagiert, und auf meine und Schneesterns nach dem erneuten Einstellen bis jetzt auch noch nicht.
Stattdessen kommt schon ein neuer Ausschnitt.
Kannst du nachvollziehen, wie das bei den meisten Lesern ankommen wird?
Man macht sich ja Mühe beim Erstellen einer Kritik, nimmt sich Zeit usw. und möchte auch gern wissen, ob sie dem Autor weiterhilft, was dieser dazu denkt usw. Natürlich darf man keine Reaktion erwarten - bleibt eine Reaktion aber aus, wird die Motivation zu einem erneuten Kommentar nicht besonders groß sein.

Liebe Grüße
Bananenfischin

Edit: Ich sehe, nun hast du gerade in dem anderen Thread geantwortet -  und kannst offenbar gar nichts von der Kritik annehmen. Nun gut, der Punkt wäre dann geklärt.


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Schriftstellerin, Lektorin, Hundebespaßerin – gern auch in umgekehrter Reihenfolge

I assure you, all my novels were first rate before they were written. (Virginia Woolf)
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DasProjekt
Geschlecht:weiblichBücherwurm


Beiträge: 3469
Wohnort: Ørbæk, Nyborg, Dänemark


BeitragVerfasst am: 15.01.2012 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fand meine Aussage klar und deutlich formuliert, was banane bestätigt hat.

Und deine Antwort in dem anderen Auszug bestätigt meine Annahme, dass du nicht an Kritik interessiert bist, sondern an Lobhudelei. Ich bin sicher, dass es Leute gibt, die damit auch dienen können, aber ich gehöre nicht dazu. Ich denke, du wirst früher oder später die Kritiken erhalten, die du dir wünschst. Geduld.


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Gast







BeitragVerfasst am: 15.01.2012 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pinta Oleander,

dein Text ist wirklich nicht gut. Meiner Meinung nach gehört er in die Werkstatt und dort generalüberholt.

Liebe Grüße
Monika
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Pinta Oleander
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 61
Beiträge: 46
Wohnort: Valensole/France


BeitragVerfasst am: 15.01.2012 19:20    Titel: Ich glaub' mir reicht es jetzt ! pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es gibt hier sehr viel negative und weniger konstruktive Kritik, und ich habe das Gefühl, dass einige Personen anderen einfach nur hinterherreden.
Nun ja.
Dass ich für konstruktive Kritik offen bin, glaubt mir anscheinend niemand. OK.
Dass mein Romanauszug jetzt auch noch völlig neu überarbeitet werden soll, kann aber nur ein Witz sein, oder ?
Ich weiss jetzt wieder, warum ich so selten hier im Forum bin und eigentlich viel lieber an dem arbeite, was das ganze Hühnergackern hervorruft.
Ich wünsche allen "Kritikern" hier noch viel Spass.


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Gast







BeitragVerfasst am: 15.01.2012 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Pinta,

für konstruktive Kritik ist die Werkstatt da - deshalb habe ich sie dir empfohlen. Hier wird in der Regel nur ein Eindruck hinterlassen.

Vielleicht hast du das hier nicht gelesen?

Zitat:
Prosa

Ihr habt einen Text, den ihr in der jetzigen Form auch an einen Verlag schicken würdet, und verfügt zudem über das geistige Rüstzeug, einer vernichtenden Kritik, einer schonungslos offenen Meinung und einer formlosen Ablehnung inklusive Abschiebung standzuhalten – und zwar ohne einzuschnappen und in Grundsatzdebatten, Polemik oder kindisches Gezänke zu verfallen? Dann seid ihr für die Prosa gewappnet. Aber Vorsicht! Hier wird das Gewicht der Schläge in Karat gemessen. Das Lob aber auch.


Also überlege dir, ob du Hilfe möchtest.
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Pinta Oleander
Geschlecht:weiblichGänsefüßchen

Alter: 61
Beiträge: 46
Wohnort: Valensole/France


BeitragVerfasst am: 15.01.2012 19:56    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe Paloma,
non merci. Ich glaube felsenfest an das, was ich mache, und dieser Auszug, ob du es glaubst oder nicht, ist eine der besten Passagen in meinem Manuskript. Und ich glaube auch, dass viele Köche den Brei verderben. Nimm es mir nicht übel -  ausserdem verfüge ich leider über wenig Zeit. Die Erfahrung mit Menschen, die meine Re-Lektüre machen wollten, reicht mir völlig. Ansonsten ergibt das Ganze einen Gruppenrausch, ich meine, eine Gruppenarbeit, nur man/frau weiss hinterher nicht mehr, wer hat denn nun was getan...
Aber es ist trotzdem nett, mir Hilfe anzubieten.
Schreiben ist eine einsame Arbeit und auch eine Art "Nabelschau" und dazu kann ich stehen.

Merci quand même.
Pinta


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kskreativ
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Alter: 58
Beiträge: 3421
Wohnort: Ezy sur Eure, France


BeitragVerfasst am: 15.01.2012 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich glaube felsenfest an das, was ich mache, und dieser Auszug, ob du es glaubst oder nicht, ist eine der besten Passagen in meinem Manuskript.

Gratuliere dir zu deinem Selbstbewusstsein.
Zitat:
Und ich glaube auch, dass viele Köche den Brei verderben.

Warum stellst du deinen Text dann in ein Forum ein? Was hast du erwartet?
Die bisherigen Auszüge aus deinem Roman brauchen noch sehr viel Überarbeitung, sowohl stilistisch, als auch inhaltlich. In diesem Forum tummeln sich einige erfahrene Autoren, die dir helfen können. Kritik gehört nun mal dazu.

LG, Karin


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C'est la vie. oder: Du würdest dich wundern, was man so alles überleben kann.
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Gast3
Klammeraffe


Beiträge: 887
Wohnort: BY


BeitragVerfasst am: 15.01.2012 20:13    Titel: Re: Ich glaub' mir reicht es jetzt ! Antworten mit Zitat

Pinta Oleander hat Folgendes geschrieben:

Dass ich für konstruktive Kritik offen bin, glaubt mir anscheinend niemand. OK.
Ja, stimmt, es fällt mir wirklich schwer, das zu glauben.

Dass mein Romanauszug jetzt auch noch völlig neu überarbeitet werden soll, kann aber nur ein Witz sein, oder ?
Nein, das würde ich nicht als Witz empfinden. Ok, vielleicht jetzt nicht völlig neu überarbeiten, aber stellenweise ganz sicher!



Hallo Pinta Oleander,

ich bin mir zwar sicher, dass es nichts bringen wird, möchte aber Folgendes doch loswerden.
Dein Auszug ist ganz bestimmt noch überarbeitungswürdig. Zum einen sind ein paar Interpunktionsfehler enthalten, zum anderen könntest/solltest du (wie auch in deinem anderen Auszug) vielleicht doch einige Formulierungen überdenken. Als Beispiel jetzt mal nur das hier:
Zitat:
Ich mache mir noch eine Zigarette an und vernehme Arnauds Auto hinterm Haus.


Ich habe bei beiden Auszügen das Gefühl, du sträubst dich, gebräuchliche Wörter/Ausdrücke zu wählen und bist verkrampft auf der Suche nach entsprechenden Synonymen. Dagegen ist an sich nichts zu sagen, nur müssen die dann halt auch stimmig sein und Hand und Fuß haben (und das hat z. B. das Fühlen der Barmherzigkeit in deinem anderen Auszug nicht, auch, wenn du das partout nicht wahrhaben möchtest).

LG
schneestern


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Sich vergleichen, ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
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Phenolphthalein
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BeitragVerfasst am: 15.01.2012 20:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Pinta!

Pinta Oleander hat Folgendes geschrieben:
Ich wünsche allen "Kritikern" hier noch viel Spass.

Glaubst du, dass du nach diesem Satz mit einer Kritik rechnen kannst?

Paloma hat es bereits zusammen gefasst. Die Geschichte ist wirklich noch stakt zu überarbeiten.
Ich versuche es aber genauer zu fassen!

Pinta Oleander hat Folgendes geschrieben:
Als ich aufwache (Komma) wütet ein entsetzlicher Kopfschmerz in meinem Schädel. Ach so ja, der Rotwein. Wo ist Arnaud? Es ist 2H45, sagt der Wecker. Das könnte man auch umschreiben. Die genaue Uhrzeit ist sicherlich nicht von Bedeutung oder? Ich stehe auf und gehe mich duschen. Wenn nichts mehr hilft, dusche dich. Auch hier frage ich mich, warum du das betonst. Ist das für die Geschichte wichtig? Bringt sie das in irgendeiner weise weiter? Macht sie das flüssiger?   Mit nassen Haaren und nackter Haut schleiche ich durchs Haus. Alles ist friedfertig. Der gelbe Mond scheint durch die Verandatür und das Meer liegt davor, wie ein Samtteppich, still und leise.   1. Was hältst du von: Der Mond scheint durch die Verandatür und lässt das Meer dahinter wie einen Samtteppich erstrahlen. Nee, gefällt mir auch nicht, aber Deinen Satz finde ich statisch. Nun gut: Das ist meine subjektive Meinung. 2. Das Meer ist still und leise? Keine Wellen schlagen an den Strand? Kein Rauschen? Klingt ehr nach einem See? Kein Boot tuckert durch den Hafen, kein Auto hupt, kein Hund bellt, niemand fragt nach jemandem oder will etwas von mir. Absolute Lautlosigkeit.   Das wirkt auf mich seeehr langatmig  Totenstille. Alle Leichen schlafen oder drehen sie sich in ihren Gräbern um. Was wird aus Rudis Leiche? Och und es geht noch weiter. Der Leser hat bereis verstanden, dass alles ruhig ist! Erst mal eine rauchen. Ich stolpere durch den Raum, suche nach Zigaretten und raufe mir die Haare. Schließlich und endlich finde ich sie unter einem Stoß alter Zeitungen. Das Zimmer ist irgendwie in Unordnung geraten, so wie alles andere auch. Mein Leben ist ein Wirrwarr von dubiosen Umständen und schwammigen Situationen, eine lose Ansammlung von Konfusion und Disziplinlosigkeit, ein Suchen nach unbekannten Vokabeln, ein Gewürge und Gestammel an Entschuldigungen, ein drunter und drüber von Alpträumen, eine Akkumulation von widrigen Faktoren, ein brüchiges Schiff, das in Seenot geraten ist, leckgeschlagen auf hoher See, ein buntes Gemenge an verschmähten Freiern und einem chéri … alles in allem eine Misswirtschaft von Plus und Minus, nur leider ist das Plus ins Minus geraten, doch das Minus zuckt die Achseln und freut sich über so eine Flegelwirtschaft! Entschuldigung, wenn ich das so sarkastisch schreibe, aber fällt Dir nicht noch mehr ein, was das Leben des Protagonisten beschreibt. Auch hier viel zu ausführlich. Bei so einer Unordnung lasse ich die Arme sinken und meine Passivität wird grenzenlos. Ich muss mich aufraffen, irgendwie.
Schließlich ziehe ich mich an und setze mich in einen Sessel. Der Wecker sagt, es ist 3H45 und ich frage mich, wo Arnaud abgeblieben ist. Okay die Uhrzeit hat einen Sinn.Trotzdem nicht gut beschrieben. Kein Zweifel, er ist sauer. Na ja, dazu habe ich wohl beigetragen. Ich kann ihm auch nicht helfen, niemand kann niemandem helfen, jeder muss sich selbst helfen. Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner, pflegte meine Mutter immer zu sagen. Aufzählungen über Aufzählungen. Liest sich nicht gut!  Meine Mutter? Ich hatte sie total vergessen. Sie macht sich bestimmt Sorgen, aber sie weiß auch, dass ihre Tochter eine starke Frau ist. Jawohl. Dass ihre Tochter mit allem immer wieder fertig werden musste, fertig geworden ist, bis jetzt. Das muss sich der Protagonist wohl einreden. So kommt es zumindest bei mir an! Ich nehme das Telefon und rufe sie an, Uhrzeit hin, Uhrzeit her. Nach langem Klingeln meldet sich eine müde Stimme.
„Feldmann?“
„Mama, ich bin’s, Mona“.
„Mona? Um Himmels Willen, Mona, wo bist du?“
„Mama, mach dir keine Sorgen um mich, du weißt doch, ich bin eine starke Frau…“
„Mona, was ist los mit dir? Du hörst dich so merkwürdig an, hast du…?“
„Nein, Mama, hab ich nicht, ich bin ok. Und du? Wie geht es dir?“
„Mona, die Polizei sucht dich, das weißt du doch bestimmt. Sie waren hier und…“
„Schick sie zum Teufel, wenn sie wiederkommen!“
„Mona, ist es wahr, dass du einen Mann, hm… erstochen hast?“
Es folgt ein langes Schweigen.
„Ja, Mama, es war Notwehr.“
„Aber…“
„Mama, ich will dich nicht aufhalten. Ich wollte dir nur sagen, dass es mir gut geht und dass du dir keine Sorgen machen sollst, ok, meine Mamutschka?“  List sich wie ein Schlagabtausch, nicht wie ein Dialog! Ich höre, wie sie leise zu weinen anfängt.
„Ach Mona, meine kleine Monika…“
„Lass es dir gutgehen Mama. Ich melde mich wieder.“
Und lege auf. Hier erscheint mir der Protagonist wenig einfühlsam. Wozu ruft er/sie an. Aus Egoismus. Doch nicht wegen der Mutter. So. das habe ich hinter mir. Ich fühle mich bestätigt. War doch gar nicht so schlimm. Ich mache mir noch eine Zigarette an und vernehme Arnauds Auto hinterm Haus. Der Wecker zeigt 3H55 an und ich bleibe sitzen. Als er dann ins Zimmer kommt und mich schüchtern anlächelt, ist meine Wut längst verflogen, über alle Berge.


Zum Protagonisten: Der kommt mir absolut unsympatisch vor. Warum? Er (obwohl es wohl eine sie als handelnde Person ist) ist für mich charakerschwach und fast schon soziopolitisch.
Möchte ich von sojemandem durch das Buch geführt werden? Klares Bloß nicht!

Zur Story: Kaum vorhanden und wie ich finde uninteressant. (Geht vielleicht auch nur mir so).

So! War das konstruktiv genug? Ja allerdings, ich bin ein wenig angepi...!

Phenolphthlein


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Nichts ist leichter, als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht; wie hingegen nichts schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass jeder sie verstehen muss.

-Arthur Schopenhauer
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