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Der lange Weg ...


 

 
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ALU
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 58
Beiträge: 14
Wohnort: Krefeld


BeitragVerfasst am: 16.12.2011 00:51    Titel: Der lange Weg ... eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin diesem Forum zwar gerade erst beigetreten, möchte mich hier in der Werkstatt aber auch gerne vorstellen. Was liegt da näher, als dies mit einem Stück Text zu tun. Ich bin mir nicht sicher, ob das den Gepflogenheiten des Forums entspricht und ob ich nicht zunächst kommentieren muss, bevor ich Kommentare erhalte?! Sei‘s drum, ihr werdet es mich wissen lassen ... javascript:emoticon('Rolling Eyes')

Es ist die erste Szene der Geschichte eines zwölfjährigen Jungen, dessen Kindheit abrupt endet, weil er von heut auf morgen - für ihn auf unerklärliche Weise - sein Zuhause verlassen muss. Zusammen mit seinen beiden Schwestern, einer Nachbarin, deren Kinder und einem alten Mann, geht er auf eine groteske Reise mit unbekanntem Ziel. Irgendwie nach Westen, was im tiefsten Winter, bei minus zwanzig Grad und der rauen Wirklichkeit auf den Straßen kaum möglich scheint. Mit jedem Meter, den er sich entfernt, begreift er die Zusammenhänge und erkennt, was wirklich wichtig ist im Leben.

Der lange Weg ... (Arbeitstitel)

An jenem Wintermorgen erwachte ich bereits früh. Lange vor Sonnenaufgang. Als ich die Augen aufschlug, war es noch vollkommen dunkel. Nicht der geringste Lichtschein fiel ins Zimmer, um den Möbeln Kontur und Farbe zu verleihen. Für ein paar Augenblicke hob und senkte ich die Lider, um zu sehen, ob es einen Unterschied machte. Es machte keinen. Ganz gleich, ob ich die Augen öffnete oder schloss, um mich herum blieb es schwarz. Ich lauschte in die Finsternis und vernahm den gleichmäßigen Atem meiner kleinen Schwester Hannchen, die zwei Meter entfernt in ihrem Bett lag und schlief. Die Luft in der Kammer war kalt. Sie roch nach verbranntem Holz und Daunenfedern. Es wird einige Überwindung kosten aufzustehen. Der Küchenofen schien abgebrannt zu sein. Winterkälte trieb im Laufe der Nacht die Wärme des letzten Tages aus dem Haus. Ich werde Holz holen müssen, dachte ich, durch den tiefen Schnee hinüber zur Scheune stapfen, um Brennholz und ein paar Briketts herüberzutragen. Es war meine Aufgabe, früh morgens den Ofen zu stochern und dafür zu sorgen, dass die Glut nicht vollends erlosch. Doch meine Bettdecke hielt mich fest. Es war so wunderbar warm, so mollig. Ein Ort, den man an Wintermorgenden nicht freiwillig verlässt. Ich schloss die Augen erneut, wollte die angenehme Behaglichkeit meines Bettes noch für einen kurzen Augenblick genießen, als ich aus der Ferne Motorengeräusche vernahm. Ich riss die Augen auf, um besser hören zu können. Ein dumpfes Grollen schwoll an und kam näher. Schwacher Lichtschein fiel durch die Fensterscheibe und bizarre Schatten huschten über die Wand. Es schienen mehrere große Fahrzeuge zu sein, die den verschneiten Weg zu unserem Hof hinauf kamen. Ein starker Dieselmotor dröhnt, ließ die Scheiben vibrieren und unter schrillem metallischen Quietschen rumpelte ein schweres Kettenfahrzeug heran. Ich warf die Bettdecke zurück, sprang aus dem Bett und stürzte ans Fenster. Es war ein Halbkettenfahrzeug, ein umgebauter Opel Blitz LKW, der zwei parallele schwarze Furchen in den unberührten Schnee grub. Das Ungetüm stoppte vor Messings kleinem Hof. Ein weiterer LKW hielt etwas dahinter in der Kurve, dort wo der Weg nach links hinunter ins Dorf führt. Während aus den stehenden Fahrzeugen Soldaten stürmten, schlingerte ein geschlossener Kübelwagen heulend bis hinauf vor unser Haus. Das Getöse der Motoren erstarb. Durch die schneegedämpfte Stille drangen vereinzelte Rufe und das trockne Schlagen der Wagentüren herüber. Der Krach hatte Hannchen aufgeweckt.

»Was ist da los?«, flüsterte sie.

Doch bevor ich antworten konnte, flog auch schon die Haustür auf und schlug krachend gegen die Wand. Schwere Stiefel polterten im Flur.

»Alle raus hier! Sofort raus!«

Längst hatte ich mich den Schritten folgend umgedreht und starrte zur Tür, die jede Sekunde auffliegen würde. Hannchen blickte in die gleiche Richtung und rührte sich nicht. Die Bettdecke vor den Mund gezogen sah ich im fahlen Licht der Scheinwerfer ihren entsetzten Blick. Eine weitere Tür schwang auf, Stühle rutschten, ein Topf knalle zu Boden und rollte scheppernd über die Holzdielen. Sie waren in der Küche.

»Sofort alle aufstehen und raus hier«, rief der Soldaten erneut, während der andere fluchte.

Dann vernahm ich Friedchen Stimme zwischen all dem Radau. Der Soldat hörte zu brüllen auf und sagte etwas, das ich durch die geschlossene Tür nicht verstand. Es waren deutsche Soldaten, das hatte ich an den Wagen und Uniformen erkannt. Eigentlich gab es nicht das Mindeste zu befürchten. Und doch lag in der Art ihres Erscheinens eine Bedrohung.

Ich muss Friedchen helfen, schoss es mir in den Kopf. Bevor ich genauer darüber nachdenken konnte, befand ich mich bereits in der Küche. Die Soldaten fuhren blitzschnell herum. Der Größere riss in der Drehung sein Gewehr hoch und ließ es sogleich sinken, als er mich sah. Der andere grinste breit und drehte sich zu meiner Schwester. Die stand in der Tür zu ihrem Schlafzimmer, das gleich neben der Küche lag, und hielt sich den Morgenmantel zu. Ihr loses Haar, ganz zerzaust von der Nacht, reichte ihr bis auf die Schultern herab. Sie sah mich streng an, zuckte mit dem Kopf. Ich sollte zu ihr kommen. Normalerweise hörte ich nicht auf meine Schwester, immerhin war ich zwölf. Doch angesichts der großen Kerle in ihren langen Mänteln, den derben Stiefel und den Waffen gehorchte ich, ohne dass sie ein einziges Wort sagen musste. Ich konnte ohnehin nicht das Geringste ausrichten. Als ich in Reichweite kam, schnappte sie mich am Kragen und schob mich hinten sich. Der kleinere Soldat trat einen Schritt näher heran und zog seine Mütze ab. Sein Gesicht war ausgemergelt und unrasiert. Seine blauen Augen huschten gehetzt durch den Raum.

»Hör gut zu junges Fräulein«, sagte er, während er den Zeigefinger schwang, »Zieht euch dicke Jacken an, packt was zu essen ein und verschwindet hier. Sofort! Die Russen kommen!«

Er setzte seine Kappe auf, sah für einen Moment auf mich herab und ging zur Tür. Friedchen wollte etwas erwidern, doch der Mann blickte sich nochmal um, kam ihr zuvor.

»Das ist ein Befehl! Um acht Uhr muss das Dorf geräumt sein.«

Dann verschwanden die Beiden in der Dunkelheit und hinterließen überall schmutzige Pfützen auf dem Fußboden.
...

Gruß ... Andreas

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adelbo
Geschlecht:weiblichReißwolf


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 17.12.2011 09:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andreas,

mein erster Leseeindruck, gut und spannend geschrieben. Ich sehe die Bilder vor mir und kann mitempfinden.
Im Laufe des Tages werde ich noch einmal auf den Text zurückkommen.

Nur vorab, das ist ein schwieriges und vielleicht auch ein schon zu den Akten gelegtes Thema.
Aber trotzdem immer noch interessant.

Liebe Grüße
adelbo


_________________
„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
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Gast







BeitragVerfasst am: 17.12.2011 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Andreas,

mir sind ein paar Dinge aufgefallen. Zum einen sind einige Redundanzen in deinem Text. Du brauchst z.B. dieses „dunkel“ nicht auswalzen. Es ist stockdunkel im Winter sehr früh morgens, dazu noch, wenn kein Lichtstrahl in das Zimmer fällt.
Aus Hannchen wurde plötzlich Friedchen oder gibt es noch eine Schwester?
Der Prota springt aus dem Bett und hält sich etwas später die Bettdecke vor dem Mund? Vielleicht stimmt aber auch der Bezug nicht.
Der größere Bruder wird von der kleineren Schwester am Kragen gepackt und hinter ihren Rücken gezogen?

Du siehst mich ein wenig verwirrt.Wink

An sich gefällt mir die Idee aber recht gut. Wenn du eine ausführlichere Detailkritik möchtest, sag Bescheid.

Liebe Grüße
Monika
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ALU
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 58
Beiträge: 14
Wohnort: Krefeld


BeitragVerfasst am: 17.12.2011 22:44    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo,

Vielen Dank für die Kommentare.

@adelbo: Es ist mir durchaus bewusst, dass es ein schwieriges und vielleicht schon zu den Akten gelegtes Thema ist. Die Schwierigkeit verstehe ich als Herausforderung. Die Aktenlage könnte sich als hinderlich erweisen, einen Verlag zu finden. Falls ich überhaupt jemals an diesen Punkt gelangen sollte.

Die Idee hat eine lange Vorgeschichte. Diese jetzt hier auszubreiten würde sicher den Rahmen sprengen. Letztlich ist es die Geschichte meines Schwiegervaters, der sie selbst so erlebt hat. In Gesellschaft lässt er kaum eine Gelegenheit aus, davon zu erzählen und am Ende zieht immer wieder einer der Zuhörer den Schluss: Das müsste man mal alles Aufschreiben.

Eine gute Übung für mich als Anfänger dachte ich. Die Handlung steht ja quasi fest und ich kann mich voll aufs Schreiben konzentrieren. Mittlerweile habe ich über 10 Stunden Gesprächsaufzeichnungen, seitenweise Transkriptionen und einige gute Flaschen Rotwein weniger im Keller.  Wink

@Monika: Danke für die Hinweise. Es sind in der Tat zwei Schwestern, eine jüngere (Hannchen) und eine ältere (Friedchen). Ich werde die Stellen nochmal genau unter die Lupe nehmen, um sicherzugehen, dass jederzeit klar ist, wann wer wo ist. Die Passage mit der Bettdecke ist auf jeden Fall undeutlich, denn Hannchen hält sie sich vor den Mund, nicht der Prota.

Detailkritik? Immer gerne, wenn es Dir nicht zu viel Mühe macht. Ich liebe Detailarbeit ...!  Laughing

Gruß ... Andreas
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Gast







BeitragVerfasst am: 18.12.2011 08:17    Titel: Re: Der lange Weg ... Antworten mit Zitat

ALU hat Folgendes geschrieben:
Detailkritik? Immer gerne, wenn es Dir nicht zu viel Mühe macht. Ich liebe Detailarbeit ...!  Laughing


Na denne, leg ich mal los. Sind natürlich nur meine Vorschläge - vielleicht kannst du irgendwas gebrauchen.


ALU hat Folgendes geschrieben:
Der lange Weg ... (Arbeitstitel)

An jenem Wintermorgen erwachte ich bereits früh. Lange vor Sonnenaufgang. Als ich die Augen aufschlug, war es noch vollkommen dunkel. redundant Nicht der geringste Lichtschein fiel ins Zimmer, um den Möbeln Kontur und Farbe zu verleihen. Für ein paar Augenblicke hob und senkte ich die Lider, um zu sehen, ob es einen Unterschied machte. Es machte keinen. Ganz gleich, ob ich die Augen öffnete oder schloss, um mich herum blieb es schwarz. redundant Ich lauschte in die Finsternis und vernahm den gleichmäßigen Atem meiner kleinen Schwester Hannchen, die zwei Meter entfernt in ihrem Bett lag und schlief. Die Luft in der Kammer war kalt. Sie roch nach verbranntem Holz und Daunenfedern. Es wird einige Überwindung kosten aufzustehen. (Aufpassen. Hier wechselst du aus der Vergangenheit in die Zukunft. Wenn du dann dabei bleiben würdest, wäre das möglich, dann müsste es aber auch "würde" heißen.)
Der Küchenofen schien abgebrannt zu sein. Der Ofen? oder der Inhalt?
Winterkälte trieb (Zeit) im Laufe der Nacht die Wärme des letzten Tages aus dem Haus. Ich werde Holz holen müssen, dachte ich, durch den tiefen Schnee hinüber zur Scheune stapfen, um Brennholz und ein paar Briketts herüberzutragen. (Ich würde Gedanken in Anführungsstriche setzen)
Es war meine Aufgabe, früh morgens den Ofen zu stochern und dafür zu sorgen, dass die Glut nicht vollends erlosch. Doch meine Bettdecke hielt mich fest. Es war so wunderbar warm, so mollig. Ein Ort, den man an Wintermorgenden nicht freiwillig verlässt. Ich schloss die Augen erneut, wollte die angenehme Behaglichkeit meines Bettes noch für einen kurzen Augenblick (ein Augenblick ist immer kurz) genießen, als ich aus der Ferne Motorengeräusche vernahm. Ich riss die Augen auf, um besser hören zu können. (Ähm ... mit den Augen hören?)
Ein Das dumpfes Grollen schwoll an und kam näher. Schwacher Lichtschein fiel durch die Fensterscheibe und bizarre Schatten huschten über die Wand. Es schienen mehrere große Fahrzeuge zu sein, die den verschneiten Weg zu unserem Hof hinauf kamen. Ein starker Dieselmotor dröhnt, ließ die Scheiben vibrieren und unter schrillem metallischen Quietschen rumpelte ein schweres Kettenfahrzeug heran. (Ich frage mich, ob man hören kann, dass es ein Kettenfahrzeug ist) Ich warf die Bettdecke zurück, sprang aus dem Bett und stürzte ans Fenster. Es war ein Halbkettenfahrzeug, ein umgebauter Opel Blitz LKW (Duden sagt: Lkw), der zwei parallele schwarze Furchen in den unberührten Schnee grub. Das Ungetüm stoppte vor Messings (wer ist Messings?) kleinem Hof. Ein weiterer LKW hielt etwas dahinter in der Kurve, dort wo der Weg nach links hinunter ins Dorf führt. Während aus den stehenden Fahrzeugen Soldaten stürmten, schlingerte ein geschlossener Kübelwagen heulend (ich meine heulend ist nicht das richtige Wort) bis hinauf vor unser Haus. Das Getöse der Motoren erstarb. Durch die schneegedämpfte Stille drangen vereinzelte Rufe und das trockne Schlagen der Wagentüren herüber. Der Krach hatte Hannchen aufgeweckt.

»Was ist da los?«, flüsterte sie. (Eigentlich muss hier kein Absatz hin. Es reicht eine neue Zeile. Im Diaglog, immer wenn wer anders spricht, nur neue Zeile)
Doch bevor ich antworten konnte, flog auch schon die Haustür auf und schlug krachend gegen die Wand. Schwere Stiefel polterten im Flur. (haben die Soldaten die Türe aufgebrochen?)

»Alle raus hier! Sofort raus!« sagt wer?

Längst hatte ich mich den Schritten folgend umgedreht und starrte zur Tür, die jede Sekunde auffliegen würde. Hannchen blickte in die gleiche Richtung und rührte sich nicht. Die Bettdecke vor den Mund gezogen sah ich (Bezug)im fahlen Licht der Scheinwerfer ihren entsetzten Blick. Eine weitere Tür schwang auf, Stühle rutschten, ein Topf knallte zu Boden und rollte scheppernd über die Holzdielen. Sie waren in der Küche.

»Sofort alle aufstehen und raus hier«, rief der Soldaten erneut, während der andere fluchte.

Dann vernahm ich Friedchen Stimme zwischen all dem Radau.
(Friedchen sollte ein bisschen eingeführt werden - damit man sie nicht mit Hannchen verwechselt)
Der Soldat hörte zu auf zu brüllen auf und sagte etwas, das ich durch die geschlossene Tür nicht verstand. Es waren deutsche Soldaten, das hatte ich an den Wagen und Uniformen erkannt. Eigentlich gab es nicht das Mindeste zu befürchten. Und doch lag in der Art ihres Erscheinens eine Bedrohung.

Ich muss Friedchen helfen, schoss es mir in den Kopf. Bevor ich genauer darüber nachdenken konnte, befand ich mich bereits in der Küche. Die Soldaten fuhren blitzschnell herum. Der Größere riss in der Drehung sein Gewehr hoch und ließ es sogleich sinken, als er mich sah. Der andere grinste breit und drehte sich zu meiner Schwester. Die stand in der Tür zu ihrem Schlafzimmer, das gleich neben der Küche lag, und hielt sich den Morgenmantel zu. Ihr loses Haar, ganz zerzaust von der Nacht, reichte ihr bis auf die Schultern herab. Sie sah mich streng an, zuckte mit dem Kopf. Ich sollte zu ihr kommen. Normalerweise hörte ich nicht auf meine Schwester, immerhin war ich zwölf. Doch angesichts der großen Kerle in ihren langen Mänteln, den derben Stiefel und den Waffen gehorchte ich, ohne dass sie ein einziges Wort sagen musste. Ich konnte ohnehin nicht das Geringste ausrichten. Als ich in Reichweite kam, schnappte sie mich am Kragen und schob mich hinten sich.
Ich sagte ja schon, dass das ein merkwürdiges Bild ist. Der "große" Bruder wird hinter der [color=green]kleineren versteckt.[/color]Der kleinere Soldat trat einen Schritt näher heran und zog seine Mütze ab. Sein Gesicht war ausgemergelt und unrasiert. Seine blauen Augen huschten gehetzt durch den Raum. Die Augen? Die Blicke?»Hör gut zu junges Fräulein«, sagte er, während er den Zeigefinger schwang, »Zieht euch dicke Jacken an, packt was zu essen ein und verschwindet hier. Sofort! Die Russen kommen!«

Er setzte seine Kappe auf, sah für einen Moment auf mich herab und ging zur Tür. Friedchen wollte etwas erwidern, doch der Mann blickte sich noch_mal um, kam ihr zuvor.

»Das ist ein Befehl! Um acht Uhr muss das Dorf geräumt sein.«

Dann verschwanden die Bbeiden in der Dunkelheit und hinterließen überall schmutzige Pfützen auf dem Fußboden.



Liebe Grüße
Monika
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ALU
Geschlecht:männlichSchneckenpost

Alter: 58
Beiträge: 14
Wohnort: Krefeld


BeitragVerfasst am: 18.12.2011 20:43    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Monika,

vielen Dank für Deine ausführlichen Anmerkungen. Ich hoffe Du bist nicht extra dafür so früh aufgestanden ...

Deine Vorgehensweise den Text zu schärfen und klarer zu machen gefällt mir. Vor allem das mit den Redundanzen am Anfang und den pleonastischen Wortpaaren wie »angenehme Behaglichkeit« oder »einen kurzen Augenblick«.

Ich denke schon, dass man hören kann, ob es sich um ein Kettenfahrzeug handelt oder nicht. Diese Panzerketten machen ein typisches Quietschgeräusch. Schrill und sehr unangenehm.

Messings sind Nachbarn und der Porta kann den kleinen Hof von seinem Fenster aus sehen. Kann man sich das beim Lesen nicht denken? In der nächsten Szene wird das aber noch deutlich, da tauchen noch mehr Nachbarn auf.

Der Hinweis auf die Verwechslungsgefahr der beiden Schwestern ist Gold wert. Gerade hier am Anfang, wo die das erste Mal auftauchen, darf das nicht passieren. Bisher haben den Text nur Leute gelesen, die den Portagonisten und seine Schwestern namentlich kennen, daher fiel es nicht auf. Ich werde Hannchen (9) als auch Friedchen (19) mehr einführen, dann sollte auch klar werden, dass es die große Schwester Friedchen ist, die ihren Bruder am Kragen packt und hinter sich versteckt.

Nochmals vielen Dank!

Gruß ... Andreas
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