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Vom Aussterben bedroht: Hörbuchversion Teil 3/Prosatext


 

 
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Belzustra
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 33
Beiträge: 342
Wohnort: Belgien


BeitragVerfasst am: 22.11.2011 02:44    Titel: Vom Aussterben bedroht: Hörbuchversion Teil 3/Prosatext eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hier nun die letzten beiden Aufnahmen.
Ich füge die schriftliche Fassung bei.
Bei Veröffentlichung von Teil 1 habe ich bereits vorgewarnt, dass die schriftliche Fassung 9 Seiten lang ist.
Hoffe, dass das in diesem Fall nicht allzu viele Diskussionen auslöst.
Viel Spaß.

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Belzustra
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 33
Beiträge: 342
Wohnort: Belgien


BeitragVerfasst am: 22.11.2011 03:05    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Verdammt und zugenäht... Der letzte Hörbuchteil lässt sich nicht hochladen.
Ahhhhh, manchmal rauben Computer mir den letzten Nerv.

Hier erstmal noch die schriftliche Fassung.


Vom Aussterben bedroht

Als an diesem Morgen der Dunkelmond hinter dem Horizont verschwand und die gelbe und blaue Sonne Kennora in ein hellgrünes Licht tauchten, da schaute Kara mit sehnsüchtigem Blick aus dem wurzelvergitterten Fenster ihres Gefängnisses. Die Magierinnen der Pflanzenweltgilde kamen in weiten dunkelroten Gewändern über den großen Platz geschlendert. Sie begaben sich zur Baustelle um das Heiligtum des Meisters fertigzustellen. Sobald sie ihre Arme erhoben und ihren hypnotischen Gesang anstimmten, schossen auch schon etliche armdicke Ranken aus dem Boden. Sie verwoben sich wie von Geisterhand mit den bereits am Vortag verflochtenen Pflanzen und formten sich langsam aber stetig zu einem prächtigen Dach. Kara wandte ihren Blick ab und setzte sich seufzend mit dem Rücken zur Wand auf den Kerkerboden. Ihr dunkelgrünes Haar fiel locker glänzend über ihre schmalen Schultern, während hinter langen Wimpern gelbe Augen in Gedanken versunken die Umgebung betrachteten. Dann hob sich der Pflanzenvorhang ihr gegenüber und eine hochgewachsene hagere Frau mit strengem Gesichtsausdruck trat in Begleitung einer jungen Mystikerin hindurch.
„Es ist soweit. Tiara wird dich auf die Zeremonie vorbereiten.“
Tiara trat vor, verbeugte sich respektvoll vor ihrer Herrin und wandte sich Kara zu, in ihren Händen eine goldene Robe aus feinstem Stoff.
„Ihr müsst das nicht tun“, flüsterte Kara mit gesenktem Blick. Die Meisterin blieb unerbittlich:
„Wir haben keine Wahl. Wenn wir es nicht tun, dann sind wir alle verloren.
Das Ritual beginnt im Licht der blauen Sonne.“


Weit entfernt im leeren Raum des Universums schwebten zur gleichen Zeit in einem Versorgungsschiff der NASA die letzten Überlebenden der Erde. Überlebende im eigentlichen Sinne waren sie nicht, denn ihren Heimatplaneten hatte keiner von ihnen je gesehen. Die sechs Männer und zwei Frauen waren in den unendlichen Weiten des Alls geboren worden und sie kannten nichts anderes, als die engen Quartiere ihres Raumschiffs und die Geschichten ihrer Eltern. Doch sie wussten, dass ihre einzige Chance zu überleben darin bestand, einen Planeten zu finden, der ihnen wohlgesonnen war, denn ihr Fluggerät gab nach 87 Jahren Dienst langsam den Geist auf. Die Lebensmittel waren mehr als nur begrenzt und auch die Sauerstoffrecyclinganlage funktionierte beunruhigend unbeständig. Gewöhnlich schliefen jeweils zwei von ihnen in ihren kryonischen Kammern, während die anderen vier navigierten, nach bewohnbaren Planeten suchten und Wache schoben, doch dann drehte einer durch.
„Shen, wach auf. Nun mach schon“, redete eine junge Frau hysterisch auf den Mann in ihren Armen ein. Ihr liefen Tränen über die Wangen und ihr Blick war gehetzt, er huschte von links nach rechts und ließ die beiden Türen nur selten aus den Augen. „Shen“, sie verpasste ihm eine Ohrfeige, woraufhin der Mann sich langsam aus seinem Kälteschlaf befreite.
„Tasha?“ Angestrengt bemühte er sich seine Augen zu öffnen und es gelang ihm sie zu Schlitzen zu formen, so dass er die panische Angst in dem Gesicht seiner Schwester bemerkte. Alarmiert stemmte er sich auf beiden Armen hoch. „Was ist los?“
„Snake ist frei. Corbin hat ihn rausgeholt. Er ist wahnsinnig geworden und er hat sich ihm angeschlossen. Sie haben Alek angegriffen. Ich glaube, er ist tot und Nelly und Marek sind verschwunden. Ich wusste nicht, was ich machen sollte...“
Ein heftiger Weinkrampf bemächtigte sich Tashas Körper. Shen nahm sie in seine starken Arme und hielt sie, bis sie sich beruhigt hatte.
„Was ist mit Kim“, fragte er anschließend, doch Tasha schüttelte traurig den Kopf und erklärte: „Seine Kryokammer war defekt. Wir konnten ihn nicht mehr retten. Er ist schon seit Wochen tot.“
Shen senkte schockiert den Blick. Kim, der jüngste ihrer Truppe war stets fröhlich und voller Hoffnung gewesen. Ununterbrochen hatte er von all den unbekannten Welten geträumt, die auf sie warten würden und nun war er tot.
In die Stille hinein erzählte Tasha leise, was daraufhin geschehen war.
„Corbin kam mit Kims Tod nicht klar. Er versuchte sich das Leben zu nehmen, indem er sich die Pulsadern aufschnitt, doch Alek hat ihn frühzeitig gefunden. Als er dann auf der Krankenstation lag hat er aufgehört zu sprechen. Niemand drang mehr zu ihm durch und vor ein paar Tagen wollte ich nach ihm schauen, aber er lag nicht mehr in seinem Bett. Plötzlich ging der Alarm los. Zuerst dachten wir, Snake hätte selbst einen Weg gefunden, sich aus seiner Zelle zu befreien, doch die Videoaufzeichnungen sprachen eine andere Sprache. Nun hat sich Corbin auf der Brücke verbarikadiert, was bedeutet, dass Alek entweder schwer verletzt oder tot ist, denn du kennst ihn ja. Alek würde niemanden freiwillig an seine Konsolen lassen und Snake streift durch die Gänge, wie ein Raubtier auf der Jagd. Seit Nelly und Marek verschwunden sind verstecke ich mich, aber gestern hat Snake mich gefunden und er ist auf mich losgegangen. Shen, er will uns alle umbringen. Wir müssen irgendetwas tun oder wir sind bald alle tot.“


„Nelly, Nelly, dumme Nelly“, sang Snake wahnsinnig vergnügt, während er mit einem blutverkrusteten Messer bedrohlich vor dem Gesicht der jungen Frau herumfuchtelte. Ihre Hände waren hinterrücks an die Rohre der Bordwand gefesselt worden. Mit trotzigem Blick erwiderte sie  seine Drohgebärden und als er ihr nahe genug kam, da spuckte sie ihm in die hässliche Fratze. Wie von Sinnen kicherte Snake und tänzelte vor ihr herum, während er sich den Schleim aus dem Gesicht wischte. Dann jedoch, schnell wie ein Reptil stürmte er auf sie zu, packte sie am Kragen, riss ihr Hemd entzwei und entblößte ihren Oberkörper und den runden schwangeren Bauch. Nelly schrie vor Entsetzen, als Snake sich zu ihr hinunterbeugte und sich die Spitze seiner kalten Klinge durch die zarte Haut kurz oberhalb ihres Nabels bohrte. Nur ein kleiner Stich aus dem sich ein großer Tropfen dunklen Blutes den Weg nach außen bahnte. Nelly kreischte und weinte vor Verzweiflung. „Lass mich gehen, Snake“, bettelte sie.
„Erst wenn du mir sagst, wohin sich Marek, die Ratte verkrochen hat.“
„Ich weiß nicht, wo er ist.“
„Würdest du das auf das Leben eures Sohnes schwören?“ Wie eine streichelnde weiche Feder berührte sein Messer ihren Bauch und fuhr zärtlich, fast liebkosend über ihre Rundungen.
„Das hätte unser Sohn sein können“, sinnierte er, „süße, dumme Nelly. Doch du wolltest Snake nicht, nein, Nelly wollte Marek.“ Wütend funkelte er sie an und hasserfüllt betrachtete er ihren Bauch.
„Marek verdient kein Kind. Marek ist böse. Marek hat Snake seiner Freiheit beraubt, jetzt raubt Snake Marek alles.“ Als Snakes Klinge sich auf Nelly stürzte, da schloss die Frau ihre Augen. Das Brüllen des Wahnsinnigen übertönte ihre eigenen Todesschreie, es hallte ohrenbetäubend durch die vielen verzweigten Gänge und dann versank alles wieder in Stille.


„Hast du das gehört“, fragte Tasha ihren Bruder, der vor ihr durch das Raumschiff ging. Sie hatten sich entschieden zur Brücke zu schleichen, als sie Snakes wahnsinniges Brüllen hörten.
„Ja. Das kam aus Richtung der Vorratsräume. Bleib dicht hinter mir“, befahl er Tasha und eilte los.
Wenige Minuten später hörten die beiden ein leises Schluchzen und als sie um die nächste Biegung traten bot sich ihnen ein Bild des Grauens. Nelly lag in einer riesigen Lache aus Blut. Schnitte zogen sich über ihr Gesicht, über ihren Hals, ihre Brüste, ihren Bauch. Und neben der Leiche kniete Marek und murmelte ununterbrochen und apatisch vor sich hin: „Es tut mir Leid, Nelly. Ich bin zu spät gekommen.“
Tasha bekam bei Nellys Anblick keine Luft mehr. Bis ins Innerste schockiert von dieser Grausamkeit rebellierte ihr Körper. Sie übergab sich an Ort und Stelle und sank traumatisiert an der Bordwand zusammen. Ihr Bruder, ebenfalls tief erschüttert, riss sich zusammen und ging zu Marek hinüber. Er legte dem am Boden Knienden seine Hand tröstend auf die Schulter. „Dafür wird Snake büßen, mein Freund. Das verspreche ich dir.“


In Kennora ging die gelbe Sonne gerade unter, während die blaue ihren Zenit erreichte, als sich die Zeremoniengemeinschaft in Bewegung setzte. Mit bedächtigen Schritten steuerte sie auf das fertiggestellte Heiligtum des Meisters zu, während zwei vollkommen verschleierte Frauen auf großen Trommeln einen dunklen schweren Rhythmus schlugen.  An der Spitze des Zuges mit geknebeltem Mund und gefesselten Händen schritt Kara, barfuß, in einem goldenen Kleid. Eine dunkelrote Kordel wickelte sich schwer um ihre schmale Hüfte. Ihr Blick war geradeaus gerichtet, eigenartig leer, unlesbar. Vor dem Tempel aus Pflanzen blieb sie stehen und die ihr folgenden Frauen verharrten ebenfalls. Da trat die Anführerin aus dem Gebäude hinaus. Sie ließ ihren Blick über die Menge schweifen, langsam und gründlich und schließlich verstummten die Trommeln und alles Lebende gehorchte einem Moment lang der Stille. Dann erhob die Frau das Wort.
„Frauen von Kennora. Heute ist der Tag, an dem wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Heute ist der Tag, an dem wir uns für eine Zukunft entscheiden. Was auch immer geschieht, wir werden überleben, denn wir sind Kendorianer!“
Jubel erhob sich und Stolz erfüllte Rufe wirbelten durch die Luft, nur Kara stand stumm und bewegungslos dort.
„Genau zehn Jahre ist es nun her, dass uns das Schicksal unsere Männer nahm. Vor genau zehn Jahren ging Karas Vater, Kendoo Ma Nan, unser König, als letzter Mann einer stolzen Nation von uns. Wer also ist für dieses ehrenvolle Opfer besser geeignet als unsere Prinzessin? Sie ist diejenige, die unser Überleben sichern wird. Ehrt sie mit euren Stimmen und betet, dass der Meister sie als würdig anerkennt.“
Wieder brach Jubel aus und die Menge rief Karas Namen. Der gefesselten Heldin jedoch liefen keineswegs Freudestränen aus den Augen. Auf ihrem Gesicht spiegelte sich nun blanke Angst.
„Führt sie in das Heiligtum und heißt dort unseren Meister Bogazu Fa'Ree willkommen!“


Auf der Weltensegler, dem Schiff der Menschen, versuchten Shen, Marek und Tasha unterdessen Zugang zur Brücke zu bekommen.
„Hier, versuch es mit dem Brecheisen“, schlug Shen vor und reichte Marek die Metallstange.
Die Hebelwirkung, die er zustande bekam, reichte allerdings nicht aus, um die schwere Metalltür aufzubrechen. Immer wieder rutschte er ab.
„Das funktioniert nicht“, gab Marek schließlich auf und warf die Stange auf den Boden, „Hätten wir doch nur ein gutes altes Schweißgerät, dann könnten wir die Verankerungen herauslösen und anschließend die Tür aufhebeln.“
„Würde es ein Laserbrenner auch tun“, fragte Tasha, „Unser Vater hatte nämlich einen. Als wir damals durchs Meteoritenfeld geflogen sind und die Löcher in der Bordwand schließen mussten hat er damit die Ersatzteile in Form geschnitten.“
„Ein Laserbrenner wäre klasse. Kannst du ihn holen?“
„Er ist in seinem Arbeitszimmer, nicht weit von hier. Bin gleich wieder da.“
„Warte, du gehst nicht ohne mich, Tasha. Marek kommst du klar hier?“ Marek nickte und Tasha und Shen eilten los. Im Arbeitszimmer angekommen, durchwühlten sie hastig alle Regale und Schränke. Ohne Rücksicht auf ihres Vaters Besitz, auf seine Arbeit und sein Lebenswerk kramten sie allerhand hervor und warfen es beiseite, bis sie den Laserbrenner endlich in ihren Händen hielten. Und dann ging plötzlich der Alarm los und die ganze Station wurde von aufflackerndem roten Warnlicht erleuchtet. Die künstliche Stimme des Raumschiffs warnte: „Navigationsfehler! Gefahr voraus!“
„Corbin“, fluchte Shen und als die Geschwister laufend um die Ecke bogen sahen sie Marek voraus, doch er war nicht mehr allein. Zahlreiche Schnittwunden an seiner Wange, an seiner Schulter und eine lange an seiner rechten Körperseite zeugten von einem Kampf, der schon seit einigen Minuten in vollem Gange war. Snake tänzelte mit hasserfülltem Blick um ihn herum und fuchtelte wild mit seinem Messer. Marek schwang die Brechstange und es gelang ihm immer wieder Snakes Deckung zu durchbrechen und einen Treffer zu erzielen. Doch den entscheidenden Vorteil erlangte er erst, als Tasha und Shen heranstürmten. Shen rief Snakes Namen, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Psychopath ließ sich ablenken, nur kurz, doch Marek genügte das. Er holte weit aus und ließ die Metallstange mit voller Wucht auf Snakes Kopf niedersausen. Der ging sofort in die Knie. Nun hatte Marek Blut geleckt. Er wollte Rache und schlug noch einmal auf den bereits am Boden liegenden ein. Shen eilte zu ihm. „Marek, du kannst aufhören. Leg das Brecheisen weg.“ Der Freund atmete schwer: „Er hat Nelly umgebracht und unseren Sohn. Das miese Schwein hat meine Familie getötet.“
„Ich weiß, Marek und jetzt ist er tot.“
Und aus den Lautsprechern dröhnte die künstliche Intelligenz:
„Navigationsfehler! Gefahr voraus! Kollision in T Minus 5 Minuten“.


In Kennora wiegten sich die Frauen unterdessen im Rhythmus ihres Singsangs mit geschlossenen Augen hin und her, während Kara, kniend, von zweien festgehalten wurde. Aus dem Feuerbrunnen in der Mitte des Heiligtums formte sich mit jeder gesungenen Silbe mehr die Gestalt von etwas gewaltigem, etwas furchteinflößend fremdes. Plötzlich verstummten die Stimmen und mit weißen Augen und zitternden Körpern fielen die Sängerinnen in sich zusammen und blieben allesamt reglos liegen, alle, bis auf Kara. Und aus dem Feuer sprach ein Meister.


„Kollision in T Minus 60 Sekunden.“
Der Laserbrenner hatte seine Arbeit zufriedenstellend erledigt. Nun setzte Marek zum letzten Mal das blutverschmierte Brecheisen an und gab den Weg zur Brücke frei.
Mit den Worten „Ihr kommt zu spät“ wurden sie dort von Corbin begrüßt. In seinem Bauch klaffte eine große Fleischwunde. In sich zusammengesunken saß er auf dem Navigationsstuhl und hielt wortwörtlich sein eigenes Leben in der Hand, das ihm in Form des dunkelroten Elixiers unaufhörlich durch die Finger rann. Alek lag auf dem Boden, Tasha beugte sich zu ihm hinunter und tastete nach seinem Puls: „Er lebt“, rief sie erleichtert.
„Nicht mehr lange“, flüsterte Marek entsetzt, „Was hast du getan, Corbin?“
Das Schiff steuerte geradewegs auf den Höllenschlund zu und es gab kein Entkommen mehr.
„Kollision in T Minus 30 Sekunden.“
Schon hörten sie das angestrengte Zerren und Quietschen an der Außenwand des Raumschiffs. Ein Strudel aus faszinierend bunter Universumsmasse zog sie unbarmherzig näher.
„Kollision in 10...9...8...“
„Das war's dann wohl mit der Menschheit“, verabschiedete Shen sich und nahm Tasha fest in den Arm.
„Möge deine Seele Frieden finden, geliebter Bruder.“
„...3...2...1.“


Mit immer noch gefesselten Händen stürmte Kara durch das Unterholz. Durch den Knebel in ihrem Mund bekam sie kaum Luft und trotzdem hielt sie nicht an. Ihre Augen tränten, ihr Haar war zerzaust und verfing sich in den tiefhängenden Ästen der Bäume. Dornen rissen an ihrem Kleid und drangen in ihre Haut ein, sie hinterließen blutige Striemen, doch das alles nahm Kara nicht wahr.
Sie rannte, wie sie noch nie in ihrem Leben gelaufen war, um dem größten vorstellbaren Schrecken zu entkommen. Sie rannte um ihr Leben, um ihre verwundete Seele. Der nächste Schritt jedoch, unbedacht und unvorsichtig, ließ sie stolpern und in hohem Bogen zu Boden gehen. Ihr Kopf prallte mit voller Wucht gegen einen im Weg liegenden Stein und dort wo sie fiel, blieb sie auch liegen.


„Alek, komm hoch.“ … „ Rettungsshuttle.“ … „Sauerstoffsättigung unter 50 Prozent.“
Shen kämpfte um die Wiedererlangung seines Bewusstseins. Stimmen drangen an sein Ohr. Lärm machte ihm das Hören schwer und Hitze erschwerte ihm das Atmen, oder war es etwas anderes? Es gelang ihm, seine Augen kurz zu öffnen und er blickte auf ein verheerendes in rotes Licht getauchtes Chaos. In diesem Chaos meinte er Snake höhnisch grinsend stehen zu sehen, doch Snake war tot. Trümmer lagen überall verstreut und kleine Feuer waren an zahlreichen Stellen ausgebrochen, nichts glich mehr dem, was es einmal war. Shens Kopf dröhnte und schmerzte, doch es gelang ihm die Augen vollends zu öffnen und sich auf seine Umgebung zu konzentrieren. „Tasha“, rief er, doch erhielt keine Antwort.
Mühsam befreite er sich von Schutt und Schrott, zu seinem Erstaunen unverletzt.
„Tasha?“  Da drang ein schwaches Flüstern an sein Ohr, nicht weit entfernt. Sofort stürmte Shen zu einem großen Trümmerhaufen und begann ihn abzutragen. Als er eine schwere Platte beiseite stemmte und darunter seine Schwester vorfand, traf ihn ihr Anblick tief. Eine Eisenstange, genauer gesagt, jenes Brecheisen, womit Snake getötet wurde und das ihnen den Weg zur Brücke freigegeben hatte, steckte tief in Tashas Brust. Langsam beugte er sich zu ihr hinunter und schob seine Hand vorsichtig unter ihren Kopf.
„Ich sterbe, Shen. Bring dich in Sicherheit.“
„Nirgendwo ist es sicher. Das Schiff bricht auseinander und wir schweben mitten im Nirgendwo. Ich werde bei dir bleiben Schwester.“
„Nein Shen. Ich habe es gesehen. Kurz bevor alles über unseren Köpfen zusammenbrach, da habe ich es gesehen.“
„Was hast du gesehen Tash?“
„Einen grün blauen Planeten, ganz in der Nähe. So wie Vater uns die Erde beschrieben hat. Bring dich … in Sicherheit. Bitte.“ Tasha röchelte und als sie husten musste, da spuckte sie Blut.
„Möge deine Seele Frieden finden, geliebte Schwester“, sprach Shen unter Tränen. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen verließ Tasha das Leben.
„Sauerstoffsättigung in kritischem Bereich. Evakuierung empfohlen“, sagte die Bordstimme zum letzten Mal bevor auch sie erstarb. Shen schloss liebevoll die Augen seiner Schwester. Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und als Andenken nahm er ihre Halskette an sich, dann stand er auf und mit dem letzten Shuttle verließ er das sinkende Schiff.


Als Kara nach ihrem Sturz wieder zu sich kam, da wusste sie weder, wo sie war, noch wer sie war. Sie hatte schlichtweg alles vergessen. Und als wäre der Verlust der eigenen Identität nicht schon schlimm genug, musste sie auch noch feststellen, dass ihre Hände gefesselt und ihr Mund geknebelt waren. Ihre erste Reaktion war Panik, doch die brachte sie nicht weiter. Nachdem sie sich also wieder beruhigt hatte, gelang es ihr mit der rechten Schulter den Knebel abzustreifen und tief Luft zu holen. Sie überlegte, wie sie als nächstes ihre Fesseln loswürde und ihr Blick fiel auf einen Stein, dessen Oberfläche blutbefleckt war. Sie hockte sich hin, suchte sich eine scharfe Kante und machte sich daran, das Seil zu durchtrennen.
Es dauerte eine ganze Weile. Dann endlich waren ihre Hände frei und sie rieb die Druckstellen der Fesseln, als plötzlich vom Himmel her, ein lautes Geräusch auf sich aufmerksam machte. Kara schaute nach oben und erblickte ein metallenes Objekt im freien Fall. Nur circa 700 Schritte entfernt schlug es auf, wirbelte eine Menge Dreck hoch und erzeugte eine kleine recht harmlose Druckwelle. Neugierig rannte Kara los, um zu sehen, was dort vom Himmel gefallen war. In einer Mulde, so groß wie 10 Kendorianer erblickte sie schließlich ein ovales graues Ding. Eine kleine Fläche am vorderen Teil ließ einen Blick ins Innere des Objekts zu und als Kara näher kam um hindurch zu schauen, da stieß sie plötzlich einen Schreckensschrei aus und stolperte rückwärts. Im gleichen Moment ertönte wieder ein für sie unbekanntes Geräusch, das Himmelsobjekt öffnete sich und heraus fiel ein gierig nach Luft schnappendes Wesen, dass anatomisch gesehen ihr nicht ganz unähnlich war. Doch seine Haut war nicht grünlich, sondern eher bräunlich und leicht rosa, die Haare kurz und fast schwarz, die Gesichtszüge kantig. Seine Kleidung war anders, als alles, was sie je gesehen hatte. Aus einem unbekannten Stoff gefertigt, schmiegte es sich am Oberkörper recht eng an die Haut und entblößte Muskeln, wie sie sie bei Kendorianern noch nie gesehen hatte. Da wurde es ihr mit einem Schlag klar.
„Du bist ein Mann“, rief sie mit vor Erstaunen weit geöffneten Augen.


Das erste, was Shen sah, als sich der Sauerstoffgehalt in seiner Lunge wieder normalisiert hatte, war eine Frau, die ein paar Meter von ihm entfernt im Dreck hockte und aussah, als ob sie in diesem Dreck auch leben würde. Mit großen faszinierend gelben Augen verfolgte sie jeder seiner Bewegungen. Ihre Haut schimmerte grünlich unter dem hellen Licht eines wirklich großen Mondes. Sie trug eine Art Kleid, das wohl einmal golden gewesen war, nun aber nur noch schmutzig und zerrissen von ihrem makellosen Körper flatterte. Das schönste an ihr aber war ihr Haar, lang und dunkelgrün. Zwar war es ebenso zerzaust, wie ihr ganzes Erscheinungsbild, doch die Intensität dieser Farbe überwältigte Shen.
„Also dieser Planet übersteigt alle meine Erwartungen.“ Nicht verstehend, aber lauschend neigte die Fremde den Kopf.
„Du verstehst kein Wort von dem was ich sage, oder“, fragte er, während er sich hochstemmte, bis er aufrecht stand. Die Frau wich ein paar Schritte zurück und hockte sich wieder hin.
„Kein Wunder, wenn uns von Natur aus, sagen wir hunderte von Galaxien trennen.“ Sein raues Lachen entlockte der Einheimischen ein leichtes Lächeln.
„Wollen wir einmal sehen, ob die kleinen Übersetzungsgadgets uns auch in diesem Fall weiterhelfen können.“ Suchend kramte er im Shuttle herum, bis er triumphierend einen kleinen Koffer daraus hervorzog. Er stellte ihn auf dem Boden ab, die Fremde schlich sich neugierig, aber vorsichtig ein paar Schritte näher, um besser sehen zu können. Der Koffer enthielt allerlei Erste-Hilfe-Utensilien, eine Leuchtrakete, eine Laserpistole, Funkheadsets und Walkie-Talkies und natürlich den VOCAB3000 in zweifacher Ausführung, bestehend aus jeweils einem Transmitter, der optisch einer Armbanduhr glich und einem Ohrstecker, der die Informationen des Transmitters akustisch umsetzen sollte. Auf Abstand bleibend, um die Fremde nicht zu verschrecken, versuchte Shen ihr mit Zeichensprache und Gestiken zu erklären, wofür die Dinge gut waren. Er hielt den Transmitter deutend in die Luft und schnürte ihn sich ums Handgelenk, dann hielt er den Ohrstecker hoch und drückte sich den Knopf ins Ohr. Anschließend hielt er den anderen Transmitter plus Zubehör der Frau hin, die nach anfänglichem Zögern näher kam und die Dinge misstrauisch entgegennahm. Wie er, so band sie sich den Transmitter um ihr Handgelenk und steckte den Stecker ins Ohr. Dann schaute sie Shen fragend an.
„Jetzt musst du reden, damit das Gerät deine Sprache entschlüsseln kann und sie mir, falls es denn dazu fähig ist, übersetzt.“
Als die Frau seine Worte in ihrem Ohr hörte, da schreckte sie zusammen, wie ein aufgescheuchtes Reh und fing wild zu brabbeln an. Shen interpretierte es als leidenschaftliches Fluchen und lächelte sie an. Nach einem endlosen Wortschwall, der sich aus ihrem Mund ergoss und den Shen ebenfalls über den Hörer vernahm, lichtete sich plötzlich das unverständliche Kauderwelsch und bildete sich zu Worten, die er verstand.
„Heiliges Himmelslicht. Was für ein Lärm. Ob man das wohl irgendwo leiser machen kann. Was für einen Sinn hat das Ding überhaupt? Vielleicht saugt es mir meine Gedanken aus dem Kopf. Nun, als ob da noch irgendwas nützliches drin wäre. Wer nicht einmal seinen Namen behalten kann, der kann nichts wichtiges gewusst haben.“ Dann schaute sie Shen wieder an und betrachtete ihn erneut von oben bis unten.
„Er ist wirklich ein Mann, oder ist er wohl etwas anderes? Ein Kendorianer ist er auf jeden Fall nicht.“
„Ein Kendorianer bin ich nicht, da hast du Recht“, erwiderte Shen und bemerkte amüsiert, wie erstaunt die Fremde reagierte: „Ich verstehe dich.“ Shen nickte. „Soll ich dir zeigen, wie man es leiser macht?“ Shen ging auf sie zu. Diesmal wich sie nicht zurück. „Schau hier, dieser Knopf ist für die Lautstärke.“ Nachdem das geregelt war, stellte er fest: „Du kennst also deinen Namen nicht.“
Die Frau schüttelte den Kopf. „Bin auf den Kopf gefallen. Siehst du“, antwortete sie und zeigte ihm ihre Platzwunde. „Das sieht schlimm aus“, meinte er, ging den Verbandskasten holen und wieder zu ihrem Erstaunen zauberte er ein paar Mullbinden hervor und desinfizierte die Wunde.


Der Fremde erzählte ihr, er würde Shen heißen und sein Heimatplanet wäre die Erde. Allerdings hatte er diesen Planeten wohl nie gesehen, weil er in einem Raumschiff zur Welt kam und Zeit seines Lebens das Universum durchquerte. Kara hatte nie etwas fantastischeres gehört, doch etwas an den klaren blauen Augen des Mannes sagten ihr, dass er die Wahrheit sprach. Außerdem war er auf der Suche nach seinen Freunden, weil er annahm, sie seien auch auf diesem Planeten gelandet. Morgen wollten sie sich gemeinsam auf die Suche nach ihnen machen.


Shen konnte nicht schlafen. Selbst wenn er gewollt hätte, so wäre es ihm nicht gelungen. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er echte Erde unter seinen Füßen und atmete echte Luft. Das Gehen auf diesem festen Grund fiel ihm nicht ganz leicht, denn sein Körper kam ihm aufgrund der ungewohnten Schwerkraft schwerer vor und so wirkten seine Schritte etwas unbeholfen. Doch Shen war zuversichtlich sich daran gewöhnen zu können. Seine Gedankengänge fanden ein plötzliches Ende als seine Begleiterin anfing, sich unruhig im Schlaf zu wälzen. Von einem heftigen Alptraum geplagt warf sie sich von der einen auf die anderen Seite, sie stöhnte und als sie plötzlich anfing zu weinen, da eilte Shen an ihre Seite und versuchte sie wachzurütteln. Schlechte Idee. Mit einer  Kraft, die man einem Wesen ihrer Statur niemals zugetraut hätte, schleuderte sie Shen von sich und dann erhob sich ein Sturm, wie aus dem Nichts. Shen stand auf und versuchte sich gegen den Wind zu stemmen, um wieder zu ihr zu gelangen, doch er scheiterte. Mit Mühe und Not konnte er sich auf seinen Beinen halten.
Die Frau allerdings schien von der Luft liebkost zu werden, als sei der Sturm etwas lebendiges, das sie beschützen wollte. Als sich ein furchtbarer Schrei aus ihrer eigenen Kehle löste, da wachte sie ruckartig auf und der Sturm legte sich so plötzlich, dass Shen das Gleichgewicht verlor und ungeschickt zu Boden ging.
„Mein Name ist Kara und ich erinnere mich an alles.“


Nun hörte Shen die unglaublichste Geschichte seines Lebens, doch ein Blick in ihre Augen und er erkannte, dass sie die Wahrheit sprach.
„Kennora war einmal ein hochentwickelter zivilisierter Planet gewesen, auf dem vier Kulturen in ihren jeweiligen Metropolen friedlich nebeneinander lebten. Die Wajaner im Norden, die Terraner im Osten, im Westen die Kallajaner und im Süden die Mauraner. Jedes Gebiet hatte seinen eigenen Schutzgeist, ein übernatürliches Wesen, das seinem Volk Macht und Schutz schenkte und im Ausgleich treue Gefolgschaft verlangte. Die Wajaner nannten ihren Meister Aiyola Mee, er herrschte über den Wind. Die Terraner dienten Gaiyola, der Heiligen der Erde und der Pflanzen. Im Westen lag das Reich Varunamas, der Herrin der Meere und die Mauraner folgten Bogazu Fa'Ree, dem Meister des Feuers. Über die Jahrhunderte hinweg jedoch wuchsen die Metropolen und bald waren sie derart überbevölkert, dass ein Reich genau an das nächste grenzte. Es folgte, was folgen musste. Erbitterte Kämpfe brachen aus, viele Kendorianer starben, doch an keiner Grenze erfolgte ein Sieg, weil die Schutzheiligen Leben und Tod in der Waage hielten. Also entschloss unsere selbstzerstörerische Rasse, gezielt die Herrscher anzugreifen. Varunama war die erste, die fiel. Mit ihrem Tod versank der Westen im Ozean und das Gleichgewicht wurde zerstört. Den Terraner gelang es Bogazu Fa'Ree zu verletzen, er flüchtete in eine andere Daseinsebene. Nach seinem Verschwinden jedoch begannen Vulkane, die seit Jahrtausenden ruhten, wieder zu brodeln und der halbe Kontinent wurde unter Asche begraben. Die Wajaner hatten noch weniger Glück. Nach Aiyola Mees Tod wurde ihr Reich von den heftigsten Wirbelstürmen heimgesucht, die dieser Planet je erlebt hat. Auf einer winzigen Halbinsel nahe der terranischen Reichsgrenze entkam nur eine handvoll Wajaner dem sicheren Untergang. Doch der größte Fehler, den meine Art begann, war der, Gaiyola anzugreifen, denn obwohl auch sie nur verletzt wurde, war ihre Vergeltung alles andere als arterhaltend. Sie vergiftete unsere Männer, jeden einzelnen und stellte damit sicher, dass niemals wieder einer unserer Art das Licht der Welt erblicken würde.
Obwohl wir wussten, dass unsere Überlebenschancen gering war, entschlossen wir uns dazu, die Hoffnung nicht aufzugeben. Wir riefen das Volk zusammen und versammelten sie alle an einem Ort. Wir ersannen ein Fortpflanzungsprogramm, das wirklich jeden mit einschloss, doch es scheiterte kläglich.  Trotz all unserer Bemühungen starb der letzte Mann vor 10 Jahren. Er war mein Vater und König von Kennora.
Als die blaue Sonne vor wenigen Tagen im Zenit stand hielten wir ein Ritual ab, unsere wirklich letzte Hoffnung. Ich nahm, wenn man es so sehen will, unfreiwillig daran teil. Es wurde bestimmt, dass ich das Opfer sein sollte, dass unseren Meister Bogazu Fa'Ree besänftigen und uns gleichzeitig die Zukunft sichern sollte.“
„Sie wollten ihm dein Leben opfern“, unterbrach Shen entsetzt.
„Nicht direkt, denn eigentlich geht es eher um das Opfern von Körper und Seele. Aus den Mystiken ging hervor, dass die männlichen Schutzpatrone zu ihren goldenen Zeiten gerne kendorianische Mätressen ernannten, um die Evolution zu beschleunigen. Jedoch verloren die Unglücklichen durch den annähernd göttlichen Akt ihre Seelen und somit ihren freien Willen. Sie blieben regelrecht leere Hüllen, die wie Spielfiguren, von den Meistern gesteuert werden konnten und sobald der Nachwuchs das Licht der Welt erblickte, fielen diese Hüllen in sich zusammen und die betroffene Kendorianerin starb augenblicklich. Auf diese Weise wollten sie mich opfern, um Kennora eine Zukunft zu schenken.“
„Was lief schief?“
„Alles. Aber vor allem beschworen die Schwestern nicht Bogazu Fa'Ree. Das war etwas anderes.“
„Was war es?“
„Er sagte, sein Name sei JAHWE und auf diesem Planeten wäre nur Platz für ein Menschenvolk und unsere Zeit sei leider abgelaufen. Er hat sie alle getötet.“
„JAHWE? Der Name kommt mir vage bekannt vor, aus den Geschichten meines Vaters. Warum hat JAHWE dich verschont?“
„Er sagte, ich sei sein erster Akt der Barmherzigkeit und sein Plan B, weil Eva gestorben sei. Keine Ahnung, was er damit meinte. Ich bin in Panik geraten und losgerannt. Ich wollte nur noch fort. Den Rest kennst du ja. Demnach ist mein Name Kara Ma Nan und ich bin die letzte Überlebende meiner Art.“
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BeitragVerfasst am: 27.11.2011 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei Dinge stehen einem Kommentar entgegen: Du hast das in Prosa/Prosa gepostet, d.h. du hälst das schon für perfekt, und zweitens ist der Text für eine Detailkritik einfach zu lange, vor allem, da du neu bist und keiner weiß, ob du nicht nach dem ersten ja, aber beleidigt davon läufst.

Ich denke, deine Prosa hat viele gute Ansätze, aber im Detail hapert es noch zu sehr, um ein rundes Leseerlebnis zu erlauben. Auch ist das Ende verwirrend, da wir nichts von Karas Erlebnissen zwischen Anfang und Ende miterleben dürfen. Ist das ein Romananfang? Für eine Kurzgeschichte meines Erachtens ist die Story zu komplex. Ein Handlungstrang ist das übliche.

Mein Rat wäre, etwas kleinere Happen in die Werkstatt einzustellen, damit Textarbeit geleistet werden kann.


_________________
*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
*Flauschangriff - Piper/Weltbild 2014, Piper Fahrenheit 2017
*Katertage zum Verlieben - Thienemann 2014
*Bocktot - Gmeiner-Verlag 2017
*Brunnenleich - Gmeiner-Verlag Juli 2018
*Gut Gebellt, Katze - Edel Elements September 2018
*Schwarze Küste - Gmeiner Verlag Februar 2019
*Marias Geheimnis - Weltbild/Edel Elements 01.03.2019
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Belzustra
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 33
Beiträge: 342
Wohnort: Belgien


BeitragVerfasst am: 28.11.2011 00:02    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lieber Murmel,

ich denke keineswegs, dass mein Text perfekt ist und mir war nicht bewusst, dass man diese Einbildung besitzen muss, um überhaupt etwas in die Kategorie Prosa einstellen zu dürfen.
Nun, dann werde ich voraussichtlich nie wieder etwas in die Prosa stellen.
Will ja nicht überheblich wirken  lol

Außerdem war ich bei diesem Text nicht auf eine Detailkritik aus, sonst hätte ich ihn Teil für Teil, in angenehmer Länge reingestellt.
Mein Ziel war es, zu unterhalten. Ich wollte es zumindestens einmal versuchen. Rolling Eyes
Ich habe nie vorher eine Art Hörbuch gesprochen und dachte, es wäre interessant, die eigene Geschichte in gesprochener Fassung zu präsentieren. Dafür gibt es natürlich keinen speziellen Bereich.

Den Text habe ich zusätzlich reingestellt, damit die Geschichte nach Belieben nachgelesen werden kann.
Viele Antworten habe ich nicht erwartet.

Worum es sich bei diesem Text handelt, ob um Romananfang oder Kurzgeschichte, kann ich dir leider auch nicht sagen.
Ich bin kein Profi. Ich schreibe einfach, anstatt jede Tatsache bis ins kleinste Detail zu analysieren, bevor sie zu Papier gebracht wird.

Aber vielen Dank für deinen Rat.
LG
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