14 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Am Abgrund

 
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 10/2011
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
DLurie
Geschlecht:männlichSchreiberling


Beiträge: 229
Wohnort: Zwischen den Stühlen
DSFo-Sponsor Pokapro V & Lezepo III


BeitragVerfasst am: 17.10.2011 19:00    Titel: Am Abgrund eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die alte Frau sitzt im Café und betrachtet ratlos den Bleistift in ihrer zitternden Hand und die Postkarte vor sich auf dem Tisch. Sie erinnert sich, dass sie die Karte kurz zuvor gekauft und noch im Laden frankiert hat. Nun aber weiß sie nicht mehr, wem sie schreiben wollte. Sie dreht die Karte um: einer der Piers mit einem Passagierbot, dahinter die Skyline der Stadt - ihrer Stadt. Sie schließt die Augen und überlegt.
»Jemand, der nicht von hier ist. Du würdest niemandem eine Karte schicken mit einem Motiv, das er jeden Tag sieht.« In Gedanken geht sie die möglichen Adressaten durch - eine Handvoll. Doch so sehr sie sich anstrengt: Die kleine Verknüpfung zwischen einem von ihnen und ihrem Vorhaben gelingt ihr nicht mehr.
Sie nippt an ihrem Tee und sieht sich unsicher um. Kein Mensch beachtet sie.
»Es muss einen Anlass geben.« Aber es fällt ihr nichts ein. Im Grunde brauchte sie noch nie einen Anlass zum Postkartenschreiben. Immer schon hat sie gern geschrieben.
Sie könnte nach Hause gehen und ihren Mann fragen, aber etwas in ihr sträubt sich. Obwohl Joe voller Verständnis ist, seit die Diagnose feststeht. »Wir müssen jetzt nach vorne blicken«, hat er gesagt.
»Du kaufst fünf oder sechs weitere Karten und grüßt alle, die infrage kommen.«
Der Gedanke belustigt sie zunächst, doch dann schüttelt sie den Kopf. Soweit ist es noch nicht.
Erneut fällt ihr Blick auf die Karte.
»Wie lange wirst du noch schreiben können?«
Ihre mageren Finger schließen sich um den Bleistift, und sie starrt auf dessen Spitze, wo die Buchstaben sich langsam zu Worten reihen, die Worte zu Sätzen:
»Kann dir nicht sagen, wie das ist. Wenn du auf eine lächerliche Erinnerung wartest wie auf eine Erleuchtung. Wenn du nicht mehr nach vorne blicken kannst, weil hinter dir der Abgrund des Vergessens gähnt.«
Sie lächelt zufrieden beim Anblick ihrer blassen Schrift. Dann steht sie auf und wendet sich um in Richtung des Ausgangs. Sie bemerkt nicht mehr, wie der Saum ihres Mantels die Karte vom Tisch stößt.
»Die Rechnung!«, ruft ihr der Kellner hinterher.

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
femme-fatale233
Geschlecht:weiblichFüßchen

Alter: 27
Beiträge: 2099
Wohnort: München
Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 17.10.2011 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Prosaist,
ich lese gerade die Texte alle zum ersten Mal, aber nur mein erster Kurzeindruck:

Zitat:
Kann dir nicht sagen, wie das ist. Wenn du auf eine lächerliche Erinnerung wartest wie auf eine Erleuchtung. Wenn du nicht mehr nach vorne blicken kannst, weil hinter dir der Abgrund des Vergessens gähnt


Diese zwei Sätze sind gold wert. Und das werde ich beim Befedern auch dementsprechend honorieren.

Liebe Grüße,
Caro
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast







BeitragVerfasst am: 17.10.2011 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

An den unbekannten Verfasser dieser Zeilen:

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen so feinen, feinsinnigen und anrührenden Text gelesen habe.

Danke
Typo
Nach oben
Dorka
Geschlecht:weiblichSchreiberling

Alter: 65
Beiträge: 292
Wohnort: Allertal


BeitragVerfasst am: 19.10.2011 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Eine wundervolle, anrührende Geschichte, überzeugend erzählt.

Und sie hält alle Vorgaben ein!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rosanna
Richter und Henker

Alter: 26
Beiträge: 1201

Pokapro V & Lezepo III Silberne Harfe


BeitragVerfasst am: 19.10.2011 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Vorab: Bei der Fülle an Texten hinterlasse ich nur knappe Kommentare.

Mag ich ganz gern. Aber ich glaube nicht, dass sie sich noch an die Worte ihres Mannes erinnern wird, wenn die Krankheit schon so weit vorangeschritten ist, dass sie bereits Sekunden später alles vergisst. Dafür gibt es Punktabzug. trotzdem: bislang einer meiner Favouriten.

Liebe Grüße,
Rose


_________________
nahtannahtnähtnathannähte
nähtnathannahtannahtnahtnathans
nadelihremendepunkt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Mio
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 37
Beiträge: 86
Wohnort: Frankfurt


BeitragVerfasst am: 19.10.2011 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Traurig. Aber sehr stark. Hat mir super gefallen!

_________________
Man kann nie wissen, was man wollen soll, weil man nur ein Leben hat, das man weder mit früheren Leben vergleichen noch in späteren korrigieren kann.
Es ist unmöglich zu überprüfen, welche Entscheidung die richtige ist, weil es keine Vergleiche gibt. Man erlebt alles unmittelbar, zum ersten Mal und ohne Vorbereitung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Maria Magdalena
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 277
Wohnort: Schweiz


BeitragVerfasst am: 19.10.2011 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Bewertung setzt sich aus folgenden Kriterien zusammen:

- Gesamteindruck/meine persönliche Ansicht  5
- Handwerk (Aufbau, Spannung, Charakterisierung, Titel) 3
- Art der Vorgabe-Erfüllung 9
- Stil 4

Durchschnitt der Detailbefederung:  5,5

Nachträgliche Bewertungs-Änderung vorbehalten.


Eine berührende Geschichte; wenn ich sie interpretiere, könnte es sich bei der Diagnose um Alzheimer handeln, was im Verhalten der alten Frau angetönt wird. Mit diesen zwei Sätzen wird das sehr schön ausgedrückt:

Zitat:
Kann dir nicht sagen, wie das ist. Wenn du auf eine lächerliche Erinnerung wartest wie auf eine Erleuchtung. Wenn du nicht mehr nach vorne blicken kannst, weil hinter dir der Abgrund des Vergessens gähnt

Die Geschichte verläuft linear, also ohne Aufbau von Anfang/Mittelteil/Schluss mit vielleicht einem Höhepunkt, also auch ohne grosse Spannung. Gute  Charakterisierung. Den Titel würde ich mir etwas treffender, origineller wünschen, näher am Thema.

Die Vorgabe ist sehr gut erfüllt, auch mit mehreren Beschreibungen des Motivs.

Der Stil ist durchschnittlich, dürfte origineller sein. Viele Satzanfänge mit „Sie …“. Wenn du der alten Frau einen Namen geben würdest, könntest du das vermeiden und sie ausserdem dem Leser noch näher bringen.


_________________
Wenn die Sterne fallen und die Zeit sich für einen Moment der Ewigkeit anvertraut, finde ich nach Hause, in den Regenbogen der Menschheit. GH
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
firstoffertio
Geschlecht:weiblichFlachmann-Preisträger


Beiträge: 6124
Wohnort: Irland
Das bronzene Stundenglas Der goldene Spiegel - Lyrik (1)
Podcast-Sonderpreis Silberner Sturmschaden


BeitragVerfasst am: 19.10.2011 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

Dies ist mein Favorit. Da ist nichts Überflüssiges drin. Die Geschichte sagt etwas aus, was über sie hinausgeht. Ist dabei trotzdem  humorvoll.Der Autor hat die Vorgaben originell und kreativ verwendet.
Besonders gefällt mir, wie die Frau überlegt, an wen sie wohl die Postkarte schreiben wollte, und die Idee, einfach an alle, die in Frage kämen, dieselbe Karte zu schreiben, was sie dann allerdings aufgibt. Und wie sie die Postkarte dann am Ende ohnehin vergisst.
9 Federn
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
EdgarAllanPoe
Geschlecht:männlichPoepulistischer Plattfüßler

Alter: 28
Beiträge: 3309
Wohnort: Greifswald
Bronzene Harfe Die Goldene Bushaltestelle
Goldene Feder Lyrik


Die Tauben
BeitragVerfasst am: 19.10.2011 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist Gefühlskitsch, vor allem dann, wenn man das (dennoch) leise tragische Ende betrachtet. Außerdem zumindest in den ersten beiden Dritteln unambitioniert und unatmosphärisch erzählt. Der Versuch ist aber ehrenwert. Trotzdem kann ich dieser Prosa nicht mehr als eine Durchschnittswertung geben.
Fünf Federn.


_________________
(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

Life is what happens while you are busy making other plans.
- JOHN LENNON, "Beautiful Boy"

Uns gefällt Ihr Sound nicht. Gitarrengruppen sind von gestern. (Aus der Begründung der Plattenfirma Decca, die 1962 die Beatles ablehnte.)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
hobbes
Geschlecht:weiblichTretbootliteratin


Beiträge: 3353

Das goldene Aufbruchstück Das goldene Gleis
Ei 4 Podcast-Sonderpreis


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

Gefällt mir.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Herbert Blaser
Geschlecht:männlichHobbyautor

Alter: 54
Beiträge: 334
Wohnort: Basel


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, dass in diesem Beitrag das schmerzhafte Ringen gegen die Krankheit des Vergessens gut dargestellt wird.

_________________
Wie haben wir den Mut in einer Welt zu leben, in der die Liebe durch eine Lüge provoziert wird, die aus dem Bedürfnis besteht, unsere Leiden von denen mildern zu lassen, die uns zum Leiden brachten?

Marcel Proust
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kara
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 43
Beiträge: 399



BeitragVerfasst am: 20.10.2011 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Habe nur Zeit zum Federn, sorry..

_________________
...nur wer sich bewegt, bewegt auch was...
... Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
C-Rod
Geschlecht:weiblichSchreiber-Lehrling

Alter: 42
Beiträge: 126
Wohnort: Rund um Karlsruhe


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

Sauber geschrieben. Mir gefällt Deine klare Sprache. Deine Umsetzung ist toll, kann sie sehr gut nachvollziehen.
Es passt zur Karte mit den Satzfragmenten. Auch das Thema Demenz / Alzheimer hat mich berührt und ich finde, es ist nicht leicht, sich da ran zu wagen und es dann mit einer solchen Leichtigkeit flüssig zu Papier zu bringen.

Lieber Gruß,

Carmen


_________________
Achte immer auf Deinen Weg, Fremder.

Jeder Schritt den Du heute in Richtung Zukunft tust, wird schon morgen ein Schritt aus der Vergangenheit sein.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,
Der Text ist sehr anrührend und die Idee für die Geschichte ist gut.

Aber irgendwie nicht ganz stimmig. Die Frau vergisst, wem sie die Karte schicken wollte, vergisst die Karte mitzunehmen, kann sich aber dann sehr viele klare Gedanken machen. Ist sogar über einen Gedanken belustigt.
Ein ganz klein setzt du in meinen Augen zu sehr auf Effekte. Zum Beispiel, die zitternden Händen, die mageren Händen, die blasse Schrift. der Bleistift, der von alleine zu schreiben scheint.

Zitat:
Ihre mageren Finger schließen sich um den Bleistift, und sie starrt auf dessen Spitze, wo die Buchstaben sich langsam zu Worten reihen, die Worte zu Sätzen:
»Kann dir nicht sagen, wie das ist. Wenn du auf eine lächerliche Erinnerung wartest wie auf eine Erleuchtung. Wenn du nicht mehr nach vorne blicken kannst, weil hinter dir der Abgrund des Vergessens gähnt
Sie lächelt zufrieden beim Anblick ihrer blassen Schrift. Dann steht sie auf und wendet sich um in Richtung des Ausgangs.

In diesem Abschnitt wird es deutlich. Für meinen Geschmack ist das zu theatralisch. Schade, daraus hättest du die perfekte PoKaPro Geschichte machen können.
LG
adelbo


_________________
„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
fancy
Geschlecht:weiblichSchmuddelkind

Alter: 60
Beiträge: 3552
Wohnort: Im sonnigen Süden


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

dieser Text hat es mir besonders angetan. Ich glaube, bei dir braucht man gar nicht erst zu suchen, ob die Vorgaben umgesetzt wurden. Das war selbstverständlich. Das Thema ist kein alltägliches, die Geschichte wurde leise und mit Sympathie erzählt. Fehler habe ich keine gefunden. Du landest auf meiner Liste ganz vorne.


_________________
Don't start doing things, just do them. Fang nicht an, Dinge zu tun, tu sie einfach! (Me)
Wer wenig denkt, irrt viel (Leonardo da Vinci)
Meinungsverschiedenheiten über ein Kunstwerk beweisen, dass das Werk neu, komplex und lebenswichtig ist. (Oscar Wilde)
Wenn Kritiker uneins sind, befindet sich der Künstler im Einklang mit sich selbst. (Oscar Wilde)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Alogius
Geschlecht:männlichKinnbeber

Alter: 43
Beiträge: 3643

Die Goldene Bushaltestelle Goldene Feder Prosa (Anzahl: 2)


Vom Verschwinden der Muse
BeitragVerfasst am: 20.10.2011 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Da es eine nicht geringe Menge an Texten gibt, erhält jeder nur einen kurzen Kommentar und die Wertung. Ich darf dir aber sagen, dass ich die letzten Tage damit verbracht habe, mir Notizen zu jedem Text zu machen. Ist also keine Willkür! - Die Kriterien werte ich nicht, denn dein Text wurde zugelassen, also stimmt alles.


Dies ist ein sehr anrührender Text, der den Vorteil hat, nicht in die Kitsch- oder Mitleidkiste zu springen. Und gut geschrieben ist er auch. Es gibt bessere in der Auswahl, weshalb ich natürlich auch vergleichen muss.

Lg

Tom


_________________
Aus einem Traum:
Entsetzter Gartenzwerg: Es gibt immer noch ein nullteres Fußballfeld. Wir werden viele Evolutionen verpassen.
Busfahrer: Tröste dich. Mit etwas Glück sehen wir den Tentakel des Yankeespielers, wie er den Ereignishorizont des Schwarzen Loches verlässt.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Dienstwerk
Geschlecht:weiblichDichter und Denker

Alter: 51
Beiträge: 1313
Wohnort: Gera/Markkleeberg
DSFo-Sponsor Goldene Harfe


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Pokapro-Teilnehmer!

Da ich davon ausgehen kann, dass die Vorgaben eingehalten wurden, gibt es dafür von mir keine extra Bewertung. Nur, wenn mir etwas arg konstruiert erscheint, ziehe ich bei der Aufgabenerfüllung einen Punkt ab.

Ich habe ein einfaches Schema erarbeitet und denke, damit kann ich fair befedern. (Vorgabe, Sprache 1-3, Logik 0-1, BG 1-4, Idee)

Vorgabenerfüllung: -

Sprache/Stil: 2

Logik/schlüssiger
Handlungsstrang: 1

Bauchgefühl/
pers. Gefallen: 3

Zusatzpunkt Idee: -

vorläufige Gesamtpunktzahl: 6

Die Bewertung kann sich im direkten Vergleich evtl. noch nach oben oder unten ändern.

Aufgrund der Vielzahl an Einsendungen gibt es von mir nur eine kurze persönliche Einschätzung und keine ausführliche Kritik:

Einer von mehreren Texten in diesem Wettbewerb, die sich feinfühlig mit dem Thema Alzheimer auseinandersetzen, einer der besseren.

LG, Ana
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Gast







BeitragVerfasst am: 20.10.2011 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Der Text hat einen schwachen Start mit diesem angeklebten "und" im ersten Satz, dem dann noch ein "Passagierbot" folgt ... Dann aber bessert sich's, und ich habe ganz gern weitergelesen.
Nach oben
Mr. Curiosity
Bestseller-Autor

Alter: 32
Beiträge: 4485
Wohnort: Köln
Der goldene Käfig


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Inko,

eine Geschichte, die mir gut gefällt. Die Beklemmung hast du gut eingefangen, bist nicht von der Vorgabe abgewischen, sondern sie ins Zentrum der Geschichte gerückt. Sehr gut. Der Stil ist fein, nicht zu spröde, nicht zu hochgestochen. Das Highlight, das Schreiben der Karte, kann so seine volle Wirkung entfalten. Die Worte, vor allem auch die "Erleuchtung" sind so untergebracht, dass sie jemandem, der außerhalb des Wettbewerbs steht, nicht aufgefallen wären.
Für mich der beste Text des Wettbewerbes.

LG David


_________________


"Wenn du Schriftsteller sein willst, dann sag, dass du der Beste bist ...
Aber nicht, solange es mich gibt, kapiert?! Es sei denn, du willst das draußen austragen."

(Ernest Hemingway in "Midnight in Paris")
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
anuphti
Geschlecht:weiblichTrostkeks

Alter: 55
Beiträge: 3704
Wohnort: Isarstrand
DSFo-Sponsor Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 20.10.2011 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Die Geschichte hinterlässt mich zwiegespalten.

Einerseits mag ich solche leisen Geschichten, und ich finde, Du hast die Demenz einer alten Frau akzeptabel eingefangen und umgesetzt.

Kleinigkeiten machen es etwas unstimmig für jemanden, der schon mit demenzkranken Personen zusammen gelebt hat.

Das Kurzzeitgedächtnis leidet zuerst, realistischer wäre gewesen, dass sich die alte Dame fragt, wie die frankierte Postkarte in ihre Handtasche geraten ist, und dann völlig unmotiviert an irgendjemanden schreibt und sich dabei immer wieder wiederholt.

Die Gedankengänge, die Du beschreibst sind reichlich komplex für eine demenzkranke Frau.

Das letzte, was mir aufgefallen ist, ist der letzte Satz, mit dem Mantelsaum, wo ich überlegt habe, ob der Tisch extrem niedrig ist, oder der Mantel extrem kurz, weil Saum m.E. die untere Kante eines Kleidungsstückes benennt.

Ansonsten schön geschrieben und gerne gelesen.
Oberes Mittelfeld

Liebe Grüße
Nuff


_________________
Learn from the mistakes of others. You don´t live long enough to make all of them yourself. (Eleanor Roosevelt)

You don´t have to fight to live as you wish; live as you wish and pay whatever price is required. (Richard Bach)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast







BeitragVerfasst am: 21.10.2011 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte 9 Federn vergeben ...
Nach oben
Amaryllis
Geschlecht:weiblichForenschmetterling

Alter: 35
Beiträge: 2000

Das goldene Stundenglas Das Silberne Pfand


BeitragVerfasst am: 22.10.2011 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

zu diesem Text kann ich auch nicht so viel sagen - was ein für gewöhnlich ein gutes Zeichen ist, weil ich dann nicht viel zu meckern habe *g* Ich finde die Idee, diesen Anstoß zu nutzen, um über Demenzkrankheit zu schreiben, sehr gut und ich finde, du schaffst es auch, dabei nicht zu rührselig zu werden, aber trotzdem zu berühren.

Ich hab den Text wirklich gern gelesen, mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen Smile

Liebe Grüße,
Ama


_________________
Mein Leben ist ein Scherbenhaufen...
Aber ich bin der Fakir.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Antiquariat -> Postkartenprosa 10/2011 Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Seite 1 von 3



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Am Abgrund des Unglaubens Ralfchen Einstand 8 21.08.2017 17:43 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Im Abgrund - Kleine Horrorgeschichten... L.P. Daniels Selbstveröffentlichung/Eigenverlag 1 25.02.2017 01:14 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Der Abgrund Tessley Einstand 28 29.11.2016 09:51 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Am Abgrund - Elsa Rieger ELsa Verlagsveröffentlichung 0 05.09.2016 19:35 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Abgrund [Prosa] Sanuk Postkartenprosa 03/2014 39 30.03.2014 19:00 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchBuchEmpfehlungBuchBuchEmpfehlungEmpfehlung

von CAMIR

von Cheetah Baby

von Cheetah Baby

von fancy

von Nina C

von CAMIR

von ConfusedSönke

von spinat.ist.was.anderes

von nebenfluss

von TheSpecula

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!