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duluoz
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 66
Beiträge: 518
Wohnort: Bielefeld


BeitragVerfasst am: 11.09.2011 12:52    Titel: nervenreisen eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Chaos und unwohlsein drängen sich in deinen Schlaf
schwere Glieder fragen nicht nach der Uhrzeit
vierzig tage durch den Schnee gelaufen
die Blasen an den Füßen brauchen warmes Wasser
doch dieser Mensch verliert sich in reißenden Gedanken
die Wahrnehmung von Schmerzen setzt einen klaren Geist voraus

durchgeschüttelter Kopf kann keine klaren Gedanken fassen

das verzweifelte Suchen nach dem verlorenen Wort
entzauberte Vernunft in einem Meer von Ungeduld
ewiges Warten nimmt dir die Kraft weiter zu laufen
wie ein Schlafwandler schlurfst du über rostige Brücken
am anderen Ende wartet niemand und du merkst es nicht

durchgeschüttelter Kopf kann keine klaren Gedanken fassen

die Suche nach verlorenem Vertrauen wird erfolglos bleiben
wird niemals stattfinden
denn es gibt kein Vertrauen mehr
du bist allein und niemand wird dir helfen
weil du nichts suchst
dieses Wort steckt in dir
in deinem verschütteten Ego
die ewigen Niederlagen zerstören deine Persönlichkeit
bestärken dich in dem Willen, die Brücke zu suchen
sie zersägen
und mit einem Floß
dem Weg in die Verdammnis folgen

durchgeschüttelter Kopf kann keine klaren Gedanken fassen

du stehst auf einer Straße und schaust schon voraus
außerhalb jeglichem System fühlst du dich frei
bist es aber nicht
um weiterzukommen, kannst du nicht immer nur laufen
die anderen Menschen schauen dich freundlich an
aber sehen in dir nur den Gefangenen einer Ideologie
kreischende Sinne ehemaliger Freunde vernebeln dein blutleeres Gehirn
erinnerst dich wage an den überwältigen Orgasmus deiner Nerven
beim immer wieder Schlagen fremder Knochen auf deinen Kopf

durchgeschüttelter Geist kann keine klaren Gedanken fassen

dann gehen dir die Visionen aus
es wird unglaublich laut um dich herum
ein Krieg nutzloser Kommunikationen wirbelt daneben
versuchst ohne Erfolg deine Nerven zu waschen
warum nur haben die anderen Mitbürger Schaum vorm Mund
wie in einer Zeitlupen Einstellung frierst du
und schläfst auf einer imaginären Wiese ein
mitten im Winter
mitten in der Nacht



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sandrine13
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 34
Beiträge: 26
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 11.09.2011 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Wow, weiß grad nicht wirklich, was ich sagen soll...

Sehr verwirrend irgendwie - ein eindringliches Chaos vieler schlagkräftiger, bedeutungsschwangerer Worte und Ausdrücke. Sehr bildhaft! Ging jetzt beim Lesen irgendwie sofort durch in die tieferen Schichten, während sich's meinen klaren Gedanken irgendwie entzieht, wenn ich jetzt im Nachhinein so drüber nachdenk.

Meine Meinung: die einzelnen Aussagen sind so überwältigend stark und hervorstechend, dass der rote Faden durchs gesamte Werk für mich irgendwie in den Hintergrund getreten ist...

Weiß nicht, ob dir dieses Feedback jetzt viel hilft, aber das sind so meine spontanen Eindrücke.


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duluoz
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 66
Beiträge: 518
Wohnort: Bielefeld


BeitragVerfasst am: 11.09.2011 20:04    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo sandrine 13,
 vielen Dank für deinen Kommentar. Doch, doch du hast mir schon geholfen. Jede Meinung hilft ja, die Stärken und Schwächen herauszufiltern. Bei diesem Gedicht, hab so vor mich hingekritzelt, fiel es mir auf einmal wie Schuppen von den Augen. WIE sehen die anderen Mich und WIE sehe ich zum beispiel meinen Nachbarn oder einen Freund,
das Endergebniss ist dann eine Mischung von lebenden Personen und Leuten, von denen ich im Traum glaube, sie kennen zu können.In so fern ist hier schon das Lesen der Weg oder der rote Faden. BEST...duluoz


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Aranka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger


Beiträge: 3382
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
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BeitragVerfasst am: 14.09.2011 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ein gewaltiger Text und das nicht nur auf Grund der Länge. Du wirfst dem Leser ganz schöne Brocken zu: Weg in die Verdammnis/kreischende Sinne/ blutleeres Gehirn / Schlagen fremder Knochen auf deinen Kopf/ Krieg nutzloser Kommunikation / Schaum vorm Mund.

Es ist die Sprunghaftigkeit innerhalb der Wahrnehmungen, die zur Heftigkeit beiträgt, und gleichzeitig bei mir dafür sorgt, dass diese Heftigkeit nicht nachhaltig klingt. Vielleicht bleiben auch viele der Aussagen zu allgemein.
Was ich jedoch deutlich erfasse: Da hetzt einer (oder wird gehetzt) durchs Leben, durch den Traum und der Leser wird durch die Zeilen gehetzt. Da hilft auch die „Halt- an-Zeile“: „ durchgeschüttelter Geist kann keine klaren Gedanken fassen „ die mehrmals wiederholt wird, nicht wirklich.

Eine verzweifelte Suche nehme ich den Zeilen ab und wünschte mir an einigen Stellen die entstehende Intensität vom Text besser ausgenutzt. Aber es bleibt an manchen Stellen nur ein flüchtiges Vorbeihetzen an eigentlich ernst zu nehmenden Wahrnehmungen.

Ich könnte mir den Text reduziert und die eine oder andere Aussage konkretisiert als wesentlich nachhaltiger vorstellen. Ich nehme mal nur die beiden ersten Strophen. Sie sind mir am greifbarsten.

duluoz hat Folgendes geschrieben:
   Chaos und Unwohlsein drängen sich in deinen Schlaf
schwere Glieder fragen nicht nach der Uhrzeit
vierzig Tage durch den Schnee gelaufen
die Blasen an den Füßen brauchen warmes Wasser
bildhaft, konkret, ich bin im Text unterwegs und spüre ihn  
doch dieser Mensch verliert sich in reißenden Gedanken
warum hier „dieser Mensch“ und nicht weiter „du“ wie in Zeile 1. Das schafft Distanz, die auch der Leser einnimmt.Die folgenden Zeilen würde ich weglassen. Begründung folgt.

(die Wahrnehmung von Schmerzen setzt einen klaren Geist voraus

durchgeschüttelter Kopf kann keine klaren Gedanken fassen)


das verzweifelte Suchen nach dem verlorenen Wort
entzauberte Vernunft in einem Meer von Ungeduld
ewiges Warten nimmt dir die Kraft weiter zu laufen
wie ein Schlafwandler schlurfst du über rostige Brücken
am anderen Ende wartet niemand (und du merkst es nicht)


Ich habe einmal eingeklammert, was ich weglassen würde.
Begründung in der Strophe 1:
Ich bin im Schlaf des LI unterwegs, wandere mit ihm durch den Schnee, spüre seine Blasen und verliere mich mit ihm in reißende Gedanken(fülle das mal selbst etwas konkreter) obwohl nichts notwendiger wäre, als warmes Wasser(lese das mal als Metapher). Und nun diese zwei Zeilen: Allgemeinplätze! Wuff! Jetzt stehe ich wieder auf festem Grund, der Text, der gerade begann ein wenig zu schwingen, steht starr.

Zu Strophe 2: „entzauberte Vernunft in einem Meer von Ungeduld“ das klingt erst einmal sehr poetisch, zumal „entzauberte Vernunft“ ja in sich schon Spannung hat, denn welche Vernunft ist von Haus aus schon verzaubert. Aber mir fehlen konkrete Andockstellen für diese Bilder/Metaphern. Da greifen die letzten zwei Zeilen schon eher in ihrer Bildhaftigkeit. Und ich würde die letzte Zeile nicht aus der Schwebe herausführen mit einer Feststellung, die so und so klar ist, durch das Wort „Schlafwandler“.

Irgendwie gefällt mir die letzte Strophe gut, vielleicht weil der Text hier etwas zur Ruhe kommt, was ja auch zur Aussage passt. Würde sie vielleicht noch ein bisschen von Worten, die dem Text nicht viel bringen befreien. Mache mal einen Versuch. Hoffe, du bist nicht böse. Muss dir auch nicht gefallen, nicht immer erkennt der Leser die Intention, auch die Gedanken, die hinter dem Aufbau stecken.

dann gehen dir die Visionen aus
es wird laut um dich herum
im Krieg nutzloser Kommunikationen
versuchst du ohne Erfolg deine Nerven zu waschen
warum haben die anderen Schaum vorm Mund
du frierst in Zeitlupeneinstellung
und schläfst ein
auf einer imaginären Wiese
mitten im Winter
mitten in der Nacht  

Vielleicht kannst du mit dem einen oder anderen Gedanken was anfangen. Gruß Aranka


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"Wie dahingelangen, Alltägliches zu schreiben, so unauffällig, dass es gereiht aussieht und doch als Ganzes leuchtet?" (Peter Handke)

„Erst als ihm die Welt geheimnisvoll wurde, öffnete sie sich und konnte zurückerobert werden.“ (Peter Handke)
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duluoz
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 66
Beiträge: 518
Wohnort: Bielefeld


BeitragVerfasst am: 14.09.2011 16:59    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo liebe Aranka,
  Whauoooo, dein Kommentar ist aber auch nicht ohne.Herzlichen Dank für die Mühe. Ja , es gibt sehr viele Leser und Kommentatoren die mit meinen " gehetzten fetzen " so ihre Probleme haben.
Alles was du schreibst ist richtig und würde nprmalerweise auch übernommen. Tschuldigung habe wenig Zeit heute ( bin aufm Weg nach Brüssel...Arbeiten ).
Nun ich schreibe BEWUSST in diesem Stil, ganz einfach...äähhh weils mein Stil ist. Sorry, ich werde auf deinen wirklich konstruktiven Kommentar später eingehen. Aber jetzt erst mal DANKE und bis bald...BEST...Duluoz...


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