15 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Zwischendurch


 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
ricochet
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 64
Beiträge: 403
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 21.08.2011 18:35    Titel: Zwischendurch eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Maylin saß neben mir in der Pilotenkabine. Natürlich, was sollte meine Copilotin sonst tun? Nur tat sie das seit uns das zentrale Kommando mit einer Ladung Ersatzteile und medizinischer Güter für die Kolonie auf Betelgeuse auf Reise geschickt hatte.
Von den 183 Parsec waren „nur“ noch 27 übrig, eine Distanz, die wir in dreieinhalb Sternwochen planmäßig zurückgelegt haben sollten. Aber bis dahin war Langeweile angesagt. Ich spielte kein Go und sie nicht Karten. Und immer der Bordcomputer als Partner war auf Dauer auch nicht das Gelbe vom Ei. Alle Witze waren schon seit mindestens hundertzwanzig Parsec ausgetauscht, zumindest die gesellschaftsfähigen. So tief, Maylin mit den übrigen zu unterhalten, wollte ich nicht sinken.
Die auf den ersten Blick so vielfältig erscheinende Welt aus Computern, Monitoren, Anzeigen und Schalttafeln aller Art, von der wir umgeben waren, war auf Dauer genauso eintönig. Wir thronten zwar inmitten dieser technologischen Sinfonie fürstlich und komfortabel in unseren Schalensitzen aus sündteurem Leder, aber Abwechslung bot es nicht.
Die routinemäßigen Kontrollkontakte mit dem Kommando alle 5 Parsec waren zwar am Anfang eine willkommene Zerstreuung gewesen, aber inzwischen brachten sie es auch nicht mehr. In regelmäßigen Abständen das faltige, strenge Gesicht der Kommandantin, Majorin Nadja Tscherkessowa, genannt „der alte Besen“ ...?! Eine englische Gouvernante Ende des 19. Jahrhunderts konnte nicht schlimmer gewesen sein.
Maylin war im Vergleich zu ihren Geschlechtsgenossinnen geradezu wortkarg. Dabei redeten Frauen asiatischer Herkunft meines Wissens so viel und so gerne wie die europäischen. Jedenfalls freute ich mich darüber zu Beginn des Fluges entschieden mehr als die letzten 150 Parsec. Apropos Maylin; ihr erging es ähnlich. Sie erwähnte es zwar nie, aber ich merkte das trotzdem. Warum sollte es ihr besser gehen? War ich vielleicht die Stimmungskanone? Auch meine Qualitäten als Alleinunterhalter hatten in der zweiten Sternenwoche stark eingebüßt. Was soll's ...
Plötzlich holte mich der Copilotin aufgeregte Stimme aus der Einöde meiner Langeweile: „Achtung, Mark, da kommt was auf uns zu!“
Tatsächlich, die Scanner meldeten ein Objekt von beachtlicher Größe auf Kollisionskurs. Wie ich solche Formulierungen nicht leiden konnte! Als Krieger, als der ich mich verstand, pflegte ich zu sagen: „Mit jedem Feind kann ich leben, kenne ich nur sein Gesicht.“ Glücklicherweise folgten in der Regel genauere Informationen, sobald diese zur Verfügung standen.
Als der wissenschaftlichen Hälfte unserer Zwei-Mann-Besatzung oblag es der Copilotin, das Objektes zu identifizieren. Hellwach starrte sie auf die Anzeigen der Scanner sowie auf die ersten Computerberechnungen auf einem der Nebenmonitore, die sogar mir nur zum Teil verständlich waren. Aber ich war ja auch die militärisch-politische Hälfte unserer Besatzung. Ich wäre gefordert, sollte es sich um ein Raumschiff handeln.
Bald verkündete die Kollegin, ein bisschen triumphierend wie es mir vorkam: „Ein Himmelskörper!“
„Wie beruhigend“, spottete ich. „Ich dachte schon, des Teufels Großmutter beehrt uns.“
„Der da ist in unseren Sternkarten nicht verzeichnet.“
Das klang schon erheblich aufregender. Maylin zoomte das Objekt auf den Hauptschirm: eine anthrazitfarbene Kugel, die sich kaum vom dunklen Hintergrund abhob.
„Ein herrenloser Planet“, sagte Maylin andächtig. Bingo! Der reinste Volltreffer. Seit herrenlose Planeten Anfang des 21. Jahrhunderts entdeckt worden waren, umgab sie ein ähnlicher magisch-mystischer Nimbus wie ehedem die Kometen. Woher kamen sie? Was war mit ihren Sonnen passiert? Die meisten waren unglaublich alt und dementsprechend voller Geheimnisse, tatsächlicher und angedichteter. Welcher der Piloten immer mit einem Herrenlosen in Kontakt gekommen war, es war ihm die Aufmerksamkeit im Casino sicher.
Maylin und ich sahen uns an und verstanden uns sofort. Ihr Forscherdrang und meine Abenteuerlust waren gleichermaßen geweckt. Allerdings – was würde das Kommando dazu sagen? Ich hörte schon die Rüge des alten Besens: „Meine Herrschaften, nach der Dienstvorschrift hätten Sie die Pflicht gehabt, im Vorbeifliegen das Gestirn zu katalogisieren, die Scannerdaten einzutragen und die Begegnung im Bordlogbuch zu vermerken. Darf ich fragen, was Sie dazu ermuntert hast, darüber hinaus einen kleinen Spaziergang auf der Oberfläche zu unternehmen? Kann es sein, dass Sie nicht ganz ausgelastet sind?“
Hielten wir die Vorschriften ein, hätte die zentrale Datenbank wieder einen voraussichtlich nichtssagenden, beliebig austauschbaren Himmelskörper mehr, neben all den Millionen anderen auch. Oh Gott, wie erbärmlich! Nicht mit uns ...
Maylin sprach es aus. Sie sagte: „Es kann nicht schaden, wenn wir zwischendurch einen kleinen Abstecher auf die Oberfläche machen. Muss ja keiner wissen.“
Ganz meine Rede! Ich ergänzte: „Sollten wir etwas von Bedeutung finden, wird man sicher froh darüber sein und sich erkenntlich zeigen.“
Dabei schwebte mir in Gedanken eine kleine Ehrung, vorzugsweise finanzieller Natur, vor wie eine tanzende Elfe auf der Frühlingswiese.
Die verbleibende Zeit bis zum Zusammentreffen mit dem Herrenlosen verbrachten wir damit, unsere Spritztour zu organisieren. Weltraumtemperaturen und eine sehr dünne Atmosphäre aus einem Gemisch giftiger Gase bedeuteten automatisch die Verwendung der Raumanzüge. Aber das war Routine, desgleichen die Kommunikation über Funk. Ein Viertel der Erdanziehungskraft war schon eher eine Herausforderung. Obwohl wir mit unserem automatischen Gravitationsausgleich rund die Hälfte des Unterschiedes wettmachen konnten, würde die Fortbewegung auf dem Planeten gewöhnungsbedürftig sein.
Den nächtlichen Lichtverhältnissen auf dem Herrenlosen gedachten wir mit unseren Scheinwerfern Herr zu werden. Wir grinsten über uns Wortspiel. Zwei Scheinwerfer in Schulterhöhe, einer links, der andere rechts mit einer Reichweite von ca. 50 Metern unter irdischen Verhältnissen, leuchteten nach vorne. Der dritte im Bunde sozusagen war nicht viel mehr als eine Art Rundumleuchte auf dem Kopf, die die Umgebung gleichmäßig in einem Radius von bescheidenen fünf bis acht Metern ausleuchtete. Dementsprechend wurde das Utensil von Insidern respektlos als „billige Funzel“ bezeichnet.
Kaum war der Herrenlose in Sichtweite programmierten wir die Landung auf dem Planeten. Bald senkte sich unser Raumschiff auf eine der wenigen Ebenen, die unsere optischen Scanner ausgemacht hatten. Sonst fand sich zerklüftetes Gebirge, ungeeignet für die Landung eines Frachters. Auf dem zentralen Bildschirm schoben sich von unten bizarre Bergketten ins Bild. Ihr oberer Rand zeichnete sich nur deswegen vom pechschwarzen Firmament ab, weil der Planet über einen außergewöhnlich hohen Albedowert verfügte. Daher spiegelte sich das Sternenlicht im Gestein. Mit einem kleinen Ruck setzten wir auf.
Gespannt warteten Maylin und ich in der Ausstiegskammer. Während der Druckausgleich durchgeführt und die Atemluft abgesogen wurde, führten wir einen letzten vorschriftsmäßigen Check unseres Vitalscanners am linken Unterarm durch. Wir wollten uns beim Verstoß gegen die Vorschriften wenigstens nach ihnen verhalten, versuchte ich einen Scherz. Der Vitalscanner funktionierte tadellos und bescheinigte uns beste Gesundheit; fein. Am rechten Unterarm blinkten die Kontrollwerte für unsere Ausrüstung. Alles bestens.
Obwohl ich mich nach so vielen fremden Planeten, dass ich schon aufgehört hatte, zu zählen, bei den Profis einreihte, war es nach wie vor ein außergewöhnlicher, würdevoller Moment, einen Himmelskörper erstmalig zu betreten. Eine fast feierliche Stimmung überkam mich.
Geschützt durch unsere Raumanzüge stiegen wir die wenigen Stufen der Ausstiegstreppe nach unten. Da geschah es! Meine Begleiterin strauchelte. Gerade noch rechtzeitig konnte ich sie fassen und verhindern, dass sie von der Treppe stürzte. Mit einem gefallenen Mädchen den Planeten betreten, schoss es mir durch den Kopf. Ich lachte.
„Was gibt es da zu lachen, unverschämter Kerl?“, knurrte sie mich via Funk an. Ich schaltete das Funkgerät aus, damit sie nicht mithörte, wie ich noch mehr lachen musste. Ich nahm mir vor, es ihr zu erklären, aber nicht jetzt. Wir warteten ein paar Sekunden, die ich brauchte, meine Fassung zurückzugewinnen.
Wir waren unten! Schwärzlich glänzendes Gestein zu unseren Füßen glitzerte im opulenten Licht der Sterne. Aber um sich wirklich zurechtzufinden genügte das natürlich nicht. Wir schalteten die Scheinwerfer ein.
Maylin bückte sich und legte eine Gesteinsprobe in ein rundes, handtellergroßes Metallgefäß, trotz aller Unscheinbarkeit ein Scanner neuster Bauart. „Leben unbekannter Art“ war dessen Auskunft, sinnigerweise begleitet vom penetranten Aufblinken eines roten Lämpchens. Offenbar sollte uns das signalisieren, es sei besondere Vorsicht angebracht. Es folgte eine Reihe naturwissenschaftlicher Werte, die per Funk codiert in unseren Bordcomputer übertragen wurden. Dort sollten sie gespeichert und weiterverarbeitet werden.
„Leben!“, funkte ich an Maylin. „So ein Schwachsinn!“
Sie antwortete: „Wenn das stimmt, was der Scanner anzeigt, wäre der ganze Planet ein einziges Lebewesen. Und diesen Schrott sollen wir nach Betelgeuse bringen.“
Ich sah mich ein wenig um. Eine Menge Gesteinsbrocken lagen in der Gegend. Sie schälten sich durch meine Lichter in irritierenden Konturen, Schatten und Perspektiven aus der Nacht. Am Rand der Lichtkegel versank die Ebene im nächtlichen Dunkel.
In meiner unmittelbaren Nähe fand sich ein schlanker, mannshoher Gesteinsbrocken. Der interessierte mich. Ich trat näher, um ihn besser mit meinen Scheinwerfern ausleuchten zu können. Aber es war kein Felsen, es war Maylin, die dort stand. War die Kollegin nicht auf der anderen Seite der Ausstiegsluke gestanden? Außerdem waren offensichtlich ihre Scheinwerfer ausgefallen. Da mussten wir sofort nach dem Rechten sehen. Ich trat näher. Maylin kam mir mit ausgebreiteten Armen entgegen.
„Was machst du da?“, funkte ich sie an. Ein merkwürdiger Zeitpunkt für einen Annäherungsversuch. Keine Antwort. Nicht einmal das Grundrauschen der Funkanlage war zu hören.
„Maylin!“, probierte ich es wieder. Wieder keine Antwort. So ein Pech! Kein Funk, keine Kommunikation. Ich musste näher an die Kopilotin heran, sodass wir uns wenigstens mit Zeichen verständigen konnten.
Als ich soweit heran war, um ihr Gesicht zu erkennen, erfasste mich Grauen: Der Kopf glänzte in Schwarz. Es schien, als sei er aus dem Gestein des Planeten gemeißelt. Wie in Zeitlupe streckte sie ihren rechten Arm aus und kam auf mich zu. Schlagartig begriff ich: Was immer das sein mochte, meine Kollegin war es nie und nimmer. Vorsichtshalber zog ich meine Laserpistole.
Ich drehte mich um, die echte Maylin musste sich in der Tat hinter mir, in der Nähe unseres Raumschiffes befinden. Aber wo war dieses? Verschwunden, zumindest aus dem Umkreis, den ich ausleuchten konnte. Das einzige, was mir gelang auszumachen, waren Felsen, die typischen Gesteinsbrocken, die diese unwirtliche Landschaft prägten.
Die Anzeige meiner Vitalfunktionen auf dem linken Unterarm machte mich auf eine erhöhte Herzfrequenz und beschleunigten Puls aufmerksam – Stress! „Nur keine Panik, Junge“, sagte ich mir, „du bist trainiert auf extreme Situationen.“
Ich bewegte mich zügig in die Richtung, in der ich unser Frachtschiff vermutete, weg von dieser eigenartigen, instabilen Gesteinsformation. Diese bewegte sich in einem derartigen Schneckentempo, dass sie mir kaum gefährlich werden konnte. Zwischendurch versuchte ich, den Funkkontakt mit meiner Kollegin wieder herzustellen, aber es war umsonst. Unnatürliche Stille umgab mich, die ich als äußerst befremdlich empfand. Ganz am Rande des Gesichtsfeldes meinte ich Umrisse zu erkennen, die ich in meinem Wunschdenken als zu meinem Raumschiff gehörig interpretierte. Nichts wie hin!
In einer undefinierbaren Entfernung vor mir leuchtete es jetzt sowohl in unregelmäßigen Abständen als auch in unterschiedlicher Intensität auf. Das konnte Maylin mit ihren Lichtern sein, ein atmosphärisches Phänomen, oder was weiß ich. Jedenfalls hielt ich darauf zu.
Indes, es war, als liefe ich gegen ein Förderband. Ich erhielt nicht den Eindruck, merklich vom Fleck zu kommen. Auch veränderte sich der Boden. Wäre es nicht Unsinn gewesen, hätte ich gesagt, ich bewegte mich auf einem Meer, das mich aus welchen Gründen auch immer auf der Oberfläche hielt. Es hätte auch ein Defekt des Gravitationsausgleiches sein können, aber der entsprechende Wert auf dem rechten Unterarm zeigte keine Störung an.
Als ich mich kurz umblickte, merkte ich, wie nahe mir die falsche Maylin bereits gekommen war. Ha, von wegen Gesteinsformation! Ich spürte deutlich, das war mehr. Das war eine Lebensform, die zu mir wollte. Ich zielte mit der Waffe. Sollte ich schießen? Aber ein Schuss aus der Laserpistole hieß in erster Linie den getroffenen Gegner mit Energie zu versorgen. Ob diese tödlich war oder ihn wenigstens ausreichend behinderte, musste sich erst erweisen. Das wollte ich bei diesem unheimlichen Ding hinter mir nicht herausfinden.
„Lauf, Junge!“ schrie es in mir. Der Vitalscanner schnellte in den roten Bereich. Ja, schon klar – Panik! Ich beschleunigte meine Schritte, obwohl das bei der ungewohnt geringen Gravitation nicht ratsam war. Sollte ein Hindernis auftauchen, war ich möglicherweise nicht imstande, rechtzeitig abzubremsen. Aber man muss nicht gleich an das Schlimmste denken und ein bisschen Glück durfte ein verdienter Pilot des Vereinigten Imperiums auch haben.
Ein Spalt! Urplötzlich tat er sich auf. Ich wollte meinen Lauf bremsen, doch zu spät, es zog mich weiter, über den Rand hinaus, in ein finsteres, bedrohliches Loch hinunter. Unwillkürlich streckte ich die Arme nach oben – und bekam etwas zu fassen. Da es hart war, klammerte ich mich daran. Das Wunder geschah – ich fiel nicht weiter. Unter mir war nur absolute Finsternis! Darin versank soeben im Zeitlupentempo ein Stein in der Größe eines Fußballes, den ich bei meinem Fall losgetreten hatte. Entsetzt sah ich ihm nach, beobachtete, wie sich seine Konturen in der Schwärze auflösten. Du meine Güte, alles, nur nicht da hinunter ...!
Wo befand ich mich? Was zeigten mir die Scheinwerfer? Welche Scheinwerfer ...? Die treulosen Dinger, die soeben ihren Dienst eingestellt hatten!? Nur noch die billige Funzel spendete ihr milchiges Licht. Es erschien mir so erquickend und barmherzig wie die helfende Hand eines Franz von Assisi, die einem Leprakranken den Verband anlegt.
Während sich meine Augen an die verschlechterten Beleuchtungsverhältnisse gewöhnten kam mir die Umgebung zunehmend bekannt vor. Nach einigen Sekunden erblickte ich mit unendlicher Erleichterung unser Raumschiff von schräg unten. Undeutlich zwar, aber doch war die Luke zum Ausstoß des Mülls auf der Unterseite zu erkennen. Bei einem Menschen würde man vom Hintern gesprochen haben. Selten habe ich einen Hintern so geliebt! Da stand unser Schiff und ich hatte buchstäblich im letzten Augenblick einen Fuß der Ausstiegstreppe erwischen können.
Dank meiner langjährigen Übungen in Qui Gong fasste ich mich in kurzer Zeit wieder. Ich atmete erleichtert auf, wodurch sich die Anzeige der Vitalfunktionen wieder im grünen Bereich einpendelten und zog mich über den Rand des Abgrundes. Diesmal kam mir die verminderte Schwerkraft zu Hilfe. Während ich mich noch wunderte, dass uns dieser Abgrund bei der Landung nicht aufgefallen war, bewegte sich ein Schatten um die Ecke eines der größeren Felsen in der Umgebung. Es folgte etwas in menschlicher Größe, das sich aus dem Dunkel näherte ...
War das lebende Ding hinter mir schneller gewesen und trat es mir nun von dieser Seite entgegen? Maylin hätte ich an den Lichtern erkennen müssen. Erneut griff ich zur Laserpistole ...
Plötzlich hörte ich in meinen Kopfhörern die vertraute Stimme Maylins: „Da steckst du ja, Mark! Ich habe dich schon gesucht. Meine Scheinwerfer sind ausgefallen und du musstest ja in der Gegend herumstreunen.“
Selten war ich so erleichtert gewesen. Ich hätte sie umarmen können.
„Hast du deine Daten?“, fragte ich. Für lange Erklärungen meinte ich keine Zeit zu haben. Wir würden an Bord ohnehin eine Menge zu besprechen haben.
„Sicher; lass uns abfliegen.“
Ich war erleichtert, dass sie es sagte. Als alter Krieger wollte ich nicht als Angsthase dastehen. An Bord gaben wir dem Computer den Befehl, mit Höchstgeschwindigkeit abzufliegen, noch bevor wir uns der Raumanzüge entledigt hatten. Es galt, die verlorene Zeit einzuholen. Am nächsten Checkpoint wollten wir uns zur planmäßigen Zeit beim Kommando melden. Ganz so, als wäre nichts geschehen.
Wir setzten uns wieder ins Cockpit, in die uns so vertraute Welt aus Computern, Monitoren, Anzeigen und Schalttafeln aller Art. Welche Wohltat! Wie vertraut fühlte sich doch mein Ledersitz an!
Geraume Weile sagte keiner von uns ein Wort. Irgendwann meinte ich: „Was für ein seltsamer Planet.“
„Welcher Planet?“
Ja, welcher Planet eigentlich? Mir kam es vor, als seien wir soeben auf einem solchen gewesen.
„Ich dachte, wir wären ...“
„... auf einem Planeten gewesen?“ unterbrach mich meine Kollegin. „Eigenartig, aber ich habe denselben Gedanken. Ich bin mir keineswegs sicher. Lass uns im Logbuch nachsehen. Computer: Waren wir in den letzten drei, nein, sieben Tagen auf einem Planeten?“
Umgehend erschien auf dem Monitor die Antwort: „Nein, der Flug ist planmäßig verlaufen.“
Maylin schien verwundert. Sie fragte mich: „Mark, hast du dich beim Computer erkundigt, ob der Flug planmäßig verlaufen ist?“
„Nein. Keine Ahnung, wozu er diese Meldung bringt.“
Ich registrierte einen ankommenden Funkspruch vom Kommando. Tatsächlich, wir waren bereits am nächsten Checkpoint. Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen war.
Das vertraute Gesicht des alten Besens erschien auf dem Monitor. Während auf dem einen Kanal unser Logbuch übertragen wurde und im Gegenzug die neuesten Updates überspielt wurden, unterhielten wir uns auf dem benachbarten Kanal mit der Kommandantin.
Anschließend an die Routinefragen und den üblichen Smalltalk sagte Majorin Tscherkessowa: „Ach ja, bevor ich es vergesse: Ich muss Sie dringend warnen. Man will in Ihrem Sektor einen herrenlosen Planeten ausfindig gemacht haben. Ich weiß, Herrenlose üben eine starke Faszination aus. Lassen Sie sich ja nicht einfallen, diesen zu besuchen, sondern halten Sie sich unbedingt an die Vorschriften.“
„Aber sicher“, warf ich ein, „Sie kennen uns doch.“
„Eben deswegen. Dieser Planet soll ganz außerordentliche Fähigkeiten besitzen. Wunderliche Geschichten sind es, die man hört: auftauchen, verschwinden, psychisch beeinflussen, alles Gerüchte, das eine noch beunruhigender als das andere. Gesicherte Erkenntnisse gibt es keine.
Denken Sie bitte daran, die Vorschriften dienen genauso Ihrem Schutz wie dem übergeordneten Interesse des Vereinigten Imperiums.
Ich habe Ihnen diese verantwortungsvolle Mission, Nachschub nach Betelgeuse zu bringen, anvertraut, weil Sie fachlich zu meinen besten Piloten zählen, nicht weil ich Sie für übermäßig diszipliniert halte. Dem Imperium ist mehr gedient, wenn jeder von uns die ihm zugedachte Aufgabe erfüllt. Diese lautet in Ihrem Fall ausdrücklich nicht, einen herrenlosen Planeten eingehender, als es die Dienstvorschrift vorsieht, zu untersuchen. Bitte denken Sie daran.“
Im Brustton der Überzeugung versicherten wir unserer Kommandantin unseres Verantwortungsbewusstseins sowie unseres Pflichteifers, obwohl mir, offen gesagt, die Sache mit dem Herrenlosen tatsächlich bekannt vorkam. Abgesehen davon, die Zeit für ein kleines Abenteuer zwischendurch hätten wir gar nicht. Einerseits der Zeitplan, andererseits warteten die Kolonisten ... Und weiters: Welches Interesse sollten wir Vollprofis an einem herumfliegenden, überdies herrenlosen (hahahaha!) Gesteinsbrocken haben? Na also. Erleichtert beendete die Majorin für diesmal das Gespräch.
Kaum war ihr Konterfei aus dem Monitor verschwunden, sahen Maylin und ich uns grinsend an. Mitnichten war damit klargestellt, wie wir uns verhalten würden, sollten wir tatsächlich einem Herrenlosen begegnen. Beide wussten wir es, keiner sprach es aus. Abgesehen davon rechneten wir nicht mit einem solchen Zusammentreffen. Nach der Statistik wäre es dermaßen unwahrscheinlich, dass es einem Volltreffer in der Lotterie 67 aus 45.800 oder so ähnlich gleichkäme.
Nach einer kleinen Weile sagte ich: „Der alte Besen war echt besorgt. Das hat ihn direkt menschlich gemacht. So habe ich ihn noch nie gesehen.“
„Ja“, pflichtete meine Copilotin nachdenklich bei, „und ihre Argumente waren klug ... Ich finde, wir sollten sie nicht mehr alter Besen nennen.“
„Gut, wir stufen sie zurück auf neuer Kehrwisch.“
Maylin war nicht einverstanden. Auch von der „gestrengen Schnepfe“ hielt sie nichts. Ich probierte es mit „die Kesse aus Iowa“. Ein neuerlicher Vorschlag dieser Güte und ich wäre in Ungnade gefallen. Wir einigten uns auf Nadja.
Meine Kollegin stand auf, um sich im hinteren Teil des Cockpits eine Tasse Kaffee aus dem Replikator zu holen. Irgendwie war es eigenartig: Unter all den 23,5 Milliarden Menschen, die sich verstreut im Weltraum tummelten, war es ausgerechnet Maylin, die neben mir ihren Dienst versah, die mich dieses Stück Weges durch mein Leben begleitete. Ich meinte, das war etwas Besonderes. Und sie war mir ebenbürtig, menschlich und fachlich, obwohl das vermutlich das weniger Besondere war.
Mit ihrer Tasse Kaffee in der Hand ging sie durch den Raum, um sich neben mich zu setzen. Wirkte sie nicht, als hätte sie eine Krone auf dem Kopf, und schreite wie eine Prinzessin? Und wie jede echte Prinzessin bedurfte sie keiner wirklichen Krone. Es hätte ebenso gut ein Thron sein können, auf dem sie Platz nahm.
„Wie schön, dass es dich gibt“, entfuhr es mir unwillkürlich mit einer Inbrunst, als hätte ich ihr soeben innige Liebe gestanden. An Maylins Lächeln erkannte ich, dass sie ähnlich fühlte. In der Tat, sie beherrschte die Kunst, ohne Worte viel zu sagen. Für einen Moment meinte ich es in ihren Augen schwarz und geheimnisvoll glänzen zu sehen, wie auf der Oberfläche eines herrenlosen Planeten. Aber darin musste ich mich wohl getäuscht haben.



_________________
Ich schreibe, also bin ich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast







BeitragVerfasst am: 21.08.2011 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ricochet,

ich muss gestehen, dass ich bei der Beschreibung der Scheinwerfer ausgestiegen bin, weil mich da auch die allerletzte Hoffnung verlassen hat, die Erklärerei könne doch aufhören und es würde endlich etwas geschehen. Für mein Gefühl solltest du hier größere Mengen Erklärung in Handlung umformen. Nehmen wir meinen "Ausstigespunkt":

Die verbleibende Zeit bis zum Zusammentreffen mit dem Herrenlosen verbrachten wir damit, unsere Spritztour zu organisieren. Weltraumtemperaturen und eine sehr dünne Atmosphäre aus einem Gemisch giftiger Gase bedeuteten automatisch die Verwendung der Raumanzüge. Aber das war Routine, desgleichen die Kommunikation über Funk. Ein Viertel der Erdanziehungskraft war schon eher eine Herausforderung. Obwohl wir mit unserem automatischen Gravitationsausgleich rund die Hälfte des Unterschiedes wettmachen konnten, würde die Fortbewegung auf dem Planeten gewöhnungsbedürftig sein.
Den nächtlichen Lichtverhältnissen auf dem Herrenlosen gedachten wir mit unseren Scheinwerfern Herr zu werden. Wir grinsten über uns Wortspiel. Zwei Scheinwerfer in Schulterhöhe, einer links, der andere rechts mit einer Reichweite von ca. 50 Metern unter irdischen Verhältnissen, leuchteten nach vorne. Der dritte im Bunde sozusagen war nicht viel mehr als eine Art Rundumleuchte auf dem Kopf, die die Umgebung gleichmäßig in einem Radius von bescheidenen fünf bis acht Metern ausleuchtete. Dementsprechend wurde das Utensil von Insidern respektlos als „billige Funzel“ bezeichnet.


Warum zeigst du nicht die beiden Handelnden beim Vorbereiten der Raumanzüge? Schleppen, Zusammensetzen, Prüfen - alles spannender als diese Schilderung...

Gruß,

Soleatus
Nach oben
Klaus
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 70
Beiträge: 247
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo


BeitragVerfasst am: 22.08.2011 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Geschichte, ricochet! Trotzdem solltest du gnadenlos kürzen. Teilweise recht abenteuerliche Satzgefüge* hemmen den Lesefluss. Also alles was für die Story nicht relevant ist, rausschmeißen**, damit der Text mehr Leben bekommt.
Beispiel*:
„So tief, Maylin mit den übrigen zu unterhalten, wollte ich nicht sinken.“

Maylin mit den übrigen zu unterhalten, so tief wollte ich nicht sinken.
 
Weiteres Beispiel**:
Auch hier, wie an anderen Stellen, zum Einen ein überfrachteter Satz*, und zum anderen unlogisch: Die Sitze sind nicht aus Leder sondern sie können höchstens mit Leder bezogen sein, welches zudem nicht „sündteuer“ sondern „sündhaft teuer“ ist.

„Wir thronten zwar inmitten dieser technologischen Sinfonie fürstlich* und komfortabel* in unseren Schalensitzen aus sündteurem*  Leder, aber Abwechslung bot es nicht.“

Wir thronten zwar inmitten dieser technologischen Sinfonie in unseren Schalensitzen, aber wahre Abwechslung bot dieses Programm nicht.
 
Einige Begriffe passen m.E. so gar nicht zum übrigen Text. Ich weiß z.B. zwar nicht, welche Art Raumtransporter deine Prots benutzen, aber das Wort „Pilotenkabine“ erinnert mich mehr an ein Transportflugzeug der 40er Jahre, als an ein Raumschiff.
Obwohl ich manchmal ins Stocken (Grübeln) geriet, habe ich den Text gern gelesen, weil das rätselhafte Geschehen auch die Neugierde weckt.

Gruß von
Klaus


_________________
„Mir ist die gefährliche Freiheit lieber als eine ruhige Knechtschaft.“
(Jean-Jacques Rousseau)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ricochet
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 64
Beiträge: 403
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 23.08.2011 06:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

@ Soleatus,

es wird hier nichts erklärt, oder besser gesagt erwähnt, was nicht für die Geschichte wichtig wäre. Was die Szene, bei der du ausgestiegen betriffst, gebe ich dir im Grundsatz recht. Mal sehen, ob ich das in Handlung verpacken kann.
Im übrigen kann ich nur Meister Yoda zitieren: "Ungeduldig ist er ...!" Und Obi Wan Kenobi erwidert: "Das war ich auch, wie du dich erinnerst." (Star Wars, Episode V).

@ Klaus,

Du hast also durchgehalten! Potzblitz! Vielen Dank, vor allem auch für dein Feedback. Dem Hinweis, betreffend "abenteuerlicher Satzgefüge" bin ich nachgegangen. Ich habe in der Tat einiges Verbesserungswürdiges gefunden. Bei deinem Beispiel indes habe ich nichts verändert, da finde ich meine Satzstellung besser.
Das mit den ledernen Schalensitzen habe ich auch korrigiert. Der Ausdruck "sündteuer" ist hingegen korrekt, alllenfalls eher im süddeutschen Sprachraum gebräuchlich. Trotzdem habe ich "sündhaft teuer" draus gemacht. Die "Pilotenkabine" ersetzte ich durch "Steuerzentrale".
Gekürzt habe ich am Anfang und bei dem Gespräch, bei dem es um die Umbenennung der Kommandanrtin geht.

Vielen Dank euch beiden für die Rückmeldungen.

LG


rico


_________________
Ich schreibe, also bin ich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast







BeitragVerfasst am: 24.08.2011 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Tach smile

Das ist gemütlich erzählt. Darf es. Krux ist, dass ich mich trotz des ruhigen Tons und der Detailfülle, die ja eigentlich für Genauigkeit sorgen sollte, stellenweise im Text verlaufe. Bsp.: nach meiner Lesart ist der Rückweg zum Raumschiff zu weit. Klar, Mark geht Bröckchen suchen, aber dass das Schiff plötzlich nimmer in Sichtweite ist?
Wohin welche Lampe nun genau leuchtet - auch da habe ich meine Schwierigkeiten. Die echte und die falsche Maylin - bekomme ich keine klaren Bilder vor Augen, muss mehrfach lesen, um zu blicken, wer nun wo und warum.

Aber das ist, ebenso wie die tw. eigenwilligen Satzstellungen, eine Frage des Abhängen des Textes. Für Detailkritik isser bissl lang ... aber mit ein wenig Schleifen ist/wird das eine sehr gute, lesenswerte Geschichte.

Das mag jetzt meins sein:
Planet ist ein Himmelkörper, der um einen Stern kreist. Was du meinst, nennt sich, glaube ich, Planemo - also Himmelkörper, die eine gewisse Größe haben, aber keinen Stern umkreisen.
Den Spaß mit den verschwundenen Sternen ... das klingt zwar schön mythologisch, aber du bringst dich damit mehr in Fisimatenten als notwendig ist für die Geschichte. Ich würde die Mythologie hier ernsthaft überdenken und etwas weniger angreifbares setzen.

Was sind eigentlich 'Weltraumtemperaturen'? Dieserlei Schwammigkeiten beißen sich mit den übergenauen Details ala Vitalscanner oder Albedo-Wert.

Zitat:
Die meisten waren unglaublich alt und dementsprechend voller Geheimnisse

Das ganze Zeuch da oben ist unglaublich alt. Und geheimnisvoll.

Zitat:
eine anthrazitfarbene Kugel, die sich kaum vom dunklen Hintergrund abhob.

Moment. Albedo-Wert. Obacht.

ach, eines noch: ich finde ja Beteigeuze schöner, aber da mag Treue zum Hitchhiker sein  Cool

mit Gruß
gg
d.
Nach oben
ricochet
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 64
Beiträge: 403
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 24.08.2011 12:22    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe debruma,

debruma hat Folgendes geschrieben:
nach meiner Lesart ist der Rückweg zum Raumschiff zu weit. Klar, Mark geht Bröckchen suchen, aber dass das Schiff plötzlich nimmer in Sichtweite ist?
Wohin welche Lampe nun genau leuchtet - auch da habe ich meine Schwierigkeiten. Die echte und die falsche Maylin - bekomme ich keine klaren Bilder vor Augen, muss mehrfach lesen, um zu blicken, wer nun wo und warum.


Geht mir auch so. Der Planet ist reichlich psychedelisch. Genau das will ich damit vermitteln. Es muss seine Gründe haben, wenn es der Ich-Prot so eilig hat, wieder auf das Schiff zu gelangen. Der Planet verändert die Prots und die wissen es hinterher nicht einmal.

Ich verwende den Ausruck Planemo nicht, weil er meines Wissens noch nicht gesicherter Sprachgebrauch ist. Konkret wurde ich durch folgende Meldung inspiriert:

http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Milchstrasse_enthaelt_mehr_einsame_Planeten_als_Sterne1771015587640.html

Betelgeuse habe ich nunmehr durch Rasalgethi (im Sternbild des Herkules) ersetzt. Betelgeuze ist einfach ein zu unattraktives Ziel für eine Kolonie. Alpha Centauri, unser nächster Stern in einer Entfernung von lächerlichen 4,34 Lichtjahren war mir zu abgedroschen. Und Rasalgethi ist nicht nur originell, sondern klingt auch nach was - nicht? Das Wort kommt aus dem Arabischen und bedeutet angeblich "der Kopf des Knieenden".

Die "Weltraumtemperaturen" werde ich so lassen. Ich möchte verhindern, dass der Text in einer steril-technologischen Atmosphäre absäuft. In diesem Falle begnüge ich mich mit der Konnotation, dass dem Leser einfach "grauslich kalt" wird. Gefühlte Temperaturen, sozusagen.

Für Deinen Hinweis betr. Albedowert danke ich Dir ganz besonders. Das werde ich sofort verbessern.  Seit über eine Woche feile ich am Text herum, ich habe ihn vor allem gekürzt. Ein Plotloch habe ich geschlossen, und und und ... War 'ne Menge zu tun.

Ich denke, ich werde die Geschichte nochmal einstellen; als finale Version. Wenn es so etwas bei mir überhaupt gibt. Aber zuerst das mit dem Albedo-Wert.

Danke dir

LG

rico


_________________
Ich schreibe, also bin ich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ricochet
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 64
Beiträge: 403
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 24.08.2011 12:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Überarbeitete Version:




Maylin saß neben mir in der Steuerzentrale. Natürlich, was sollte meine Copilotin sonst tun? Nur tat sie das seit uns das Kommando mit einer Ladung Ersatzteile für die Kolonie auf Rasalgethi, im Sternbild des Herkules, auf Reise geschickt hatte.
Von den etwas mehr als 382 Lichtjahren waren noch 23 übrig. Dank Überlichtgeschwindigkeitsantriebes neuester Bauart sollten wir diese Distanz in dreieinhalb Sternwochen planmäßig zurückgelegt haben. Aber bis dahin war Langeweile angesagt. Ich spielte kein Go und sie nicht Karten. Und immer der Bordcomputer als Partner war auf Dauer auch nicht das Gelbe vom Ei. Alle Witze waren seit mindestens dreihundert Lichtjahren ausgetauscht, zumindest die gesellschaftsfähigen. So tief, Maylin mit den übrigen zu unterhalten, wollte ich nicht sinken.
Die auf den ersten Blick so vielfältig erscheinende Welt aus Computern, Monitoren, Anzeigen und Schalttafeln aller Art, von der wir umgeben waren, war auf Dauer genauso eintönig. Wir thronten zwar inmitten dieser technologischen Sinfonie komfortabel in unseren Schalensitzen auf sündhaft teurem Leder, aber Abwechslung bot es nicht.
Die routinemäßigen Kontrollkontakte mit dem Kommando alle zwei Sternwochen waren zwar am Anfang eine willkommene Zerstreuung gewesen, aber inzwischen brachten sie es auch nicht mehr. In regelmäßigen Abständen das faltige, strenge Gesicht der Kommandantin, Majorin Nadja Tscherkessowa, genannt „der alte Besen“ ...?! Eine englische Gouvernante Ende des 19. Jahrhunderts konnte nicht schlimmer gewesen sein.
Maylin war im Vergleich zu ihren Geschlechtsgenossinnen geradezu wortkarg. Dabei redeten Frauen asiatischer Herkunft meines Wissens so viel und so gerne wie die europäischen. Jedenfalls freute ich mich darüber zu Beginn des Fluges entschieden mehr als die letzten zweihundertfünfzig Lichtjahre.
Apropos Maylin; ihr erging es ähnlich. Sie erwähnte es zwar nie, aber ich merkte das trotzdem. War ich vielleicht die Stimmungskano...
„Mark!!! Da kommt was auf uns zu!“
Tatsächlich, die Scanner meldeten ein Objekt von beachtlicher Größe auf Kollisionskurs. Wie ich solche Formulierungen nicht leiden konnte! Als Krieger, als der ich mich verstand, pflegte ich zu sagen: „Mit jedem Feind kann ich leben, kenne ich nur sein Gesicht.“ Glücklicherweise folgten in der Regel bald genauere Informationen.
Nach dem Bordprotokoll war es Aufgabe der Copilotin, das Objekt zu identifizieren. Himmelskörper oder Raumschiff?, das war die Frage ... Hellwach starrte sie auf die Anzeigen der Scanner sowie auf die ersten Computerberechnungen auf einem der Nebenmonitore.
„Ein Himmelskörper!“
„Wie beruhigend“, spottete ich. „Ich dachte schon, des Teufels Großmutter beehrt uns.“
„Der da ist in unseren Sternkarten nicht verzeichnet.“
Das klang schon erheblich aufregender. Maylin zoomte das Objekt auf den Hauptschirm: eine anthrazitfarbene Kugel, die sich dank eines hohen Albedowertes glänzend vom dunklen Hintergrund abhob.
„Ein herrenloser Planet“, sagte Maylin andächtig. Bingo! Der reinste Volltreffer. Seit herrenlose Planeten Anfang des 21. Jahrhunderts entdeckt worden waren, umgab sie ein ähnlicher magisch-mystischer Nimbus wie ehedem die Kometen. Woher kamen sie? Was war mit ihren Sonnen passiert? Die meisten waren unglaublich alt und dementsprechend voller Geheimnisse, tatsächlicher und angedichteter. Welcher der Piloten immer mit einem Herrenlosen in Kontakt gekommen war, es war ihm die Aufmerksamkeit im Casino sicher.
Maylin und ich sahen uns an und verstanden uns sofort. Ihr Forscherdrang und meine Abenteuerlust waren gleichermaßen geweckt. Allerdings – was würde das Kommando dazu sagen? Ich hörte schon die Rüge des alten Besens: „Meine Herrschaften, nach dem Bordprotokoll hätten Sie die Pflicht gehabt, im Vorbeifliegen das Gestirn zu katalogisieren, die Scannerdaten einzutragen und die Begegnung im Logbuch zu vermerken. Darf ich fragen, was Sie dazu ermuntert hat, darüber hinaus einen kleinen Spaziergang auf der Oberfläche zu unternehmen? Kann es sein, dass Sie nicht ganz ausgelastet sind?“
Hielten wir die Vorschriften ein, hätte die zentrale Datenbank wieder einen voraussichtlich nichtssagenden, beliebig austauschbaren Himmelskörper mehr, neben all den Millionen anderen auch. Oh Gott, wie erbärmlich! Nicht mit uns ...
Maylin sprach es aus. Sie sagte: „Es kann nicht schaden, wenn wir zwischendurch einen kleinen Abstecher auf die Oberfläche machen. Muss ja keiner wissen.“
Ganz meine Rede! Ich ergänzte: „Sollten wir etwas von Bedeutung finden, wird man sicher froh darüber sein und sich erkenntlich zeigen.“
Dabei schwebte mir in Gedanken eine kleine Ehrung, vorzugsweise finanzieller Natur, vor wie eine tanzende Elfe auf der Frühlingswiese.
Die verbleibende Zeit bis zum Zusammentreffen mit dem Herrenlosen verbrachten wir damit, unsere Spritztour zu organisieren. Weltraumtemperaturen und eine sehr dünne Atmosphäre aus einem Gemisch giftiger Gase bedeuteten, die Raumanzüge zu tragen. Aber das war Routine, desgleichen die Kommunikation über Funk. Ein Viertel der Erdanziehungskraft war schon eher eine Herausforderung. Obwohl wir mit unserem automatischen Gravitationsausgleich rund die Hälfte des Unterschiedes wettmachen konnten, würde die Fortbewegung auf dem Planeten gewöhnungsbedürftig sein.
Den nächtlichen Lichtverhältnissen auf dem Herrenlosen gedachten wir mit unseren Scheinwerfern Herr zu werden. Wir grinsten über uns Wortspiel. Zwei Scheinwerfer in Schulterhöhe, einer links, der andere rechts mit einer Reichweite von ca. 50 Metern unter irdischen Verhältnissen, leuchteten nach vorne. Der dritte im Bunde sozusagen war eine Art Rundumleuchte auf dem Kopf, die die Umgebung in einem Radius von fünf bis acht Metern ausleuchtete. Dementsprechend wurde das Utensil von Insidern als „billige Funzel“ bezeichnet.
Kaum war der Herrenlose in Sichtweite programmierten wir die Landung auf dem Planeten. Bald senkte sich unser Raumschiff auf eine der wenigen Ebenen, die unsere optischen Scanner ausgemacht hatten. Sonst fand sich zerklüftetes Gebirge, ungeeignet für die Landung eines Frachters. Auf dem zentralen Bildschirm schoben sich von unten bizarre Bergketten ins Bild. Ihr oberer Rand zeichnete sich vom pechschwarzen Firmament ab. Glänzender Kohle ähnlich spiegelte sich das Sternenlicht im Gestein. Mit einem kleinen Ruck setzten wir auf.
Gespannt warteten Maylin und ich in der Ausstiegskammer. Während der Druckausgleich durchgeführt und die Atemluft abgesogen wurde, führten wir einen letzten vorschriftsmäßigen Check unseres Vitalscanners am linken Unterarm durch. Wir wollten uns beim Verstoß gegen die Vorschriften wenigstens nach ihnen verhalten, versuchte ich einen Scherz. Der Vitalscanner funktionierte tadellos und bescheinigte uns beste Gesundheit; fein. Am rechten Unterarm blinkten die Kontrollwerte für unsere Ausrüstung. Alles bestens.
Nach so vielen fremden Planeten, dass ich schon aufgehört hatte, zu zählen, reihte ich mich bei den Profis ein. Dennoch war es nach wie vor ein außergewöhnlicher, würdevoller Moment, einen Himmelskörper erstmalig zu betreten. Eine fast feierliche Stimmung überkam mich.
Geschützt durch unsere Raumanzüge stiegen wir die wenigen Stufen der Ausstiegstreppe nach unten. Da geschah es! Meine Begleiterin strauchelte. Gerade noch rechtzeitig konnte ich sie fassen und verhindern, dass sie von der Treppe stürzte. Mit einem gefallenen Mädchen den Planeten betreten, schoss es mir durch den Kopf. Ich lachte.
„Was gibt es da zu lachen, unverschämter Kerl?“, knurrte sie mich an. Ich schaltete das Funkgerät aus, damit sie nicht mithörte, wie ich noch mehr lachen musste. Ich nahm mir vor, es ihr zu erklären, aber nicht jetzt. Wir warteten ein paar Sekunden, die ich brauchte, meine Fassung zurückzugewinnen.
Wir waren unten! Schwärzlich glänzendes Gestein zu unseren Füßen glitzerte im opulenten Licht der Sterne. Aber um sich wirklich zurechtzufinden genügte das natürlich nicht. Wir schalteten die Scheinwerfer ein.
Maylin bückte sich und legte eine Gesteinsprobe in ein rundes, handtellergroßes Metallgefäß, trotz aller Unscheinbarkeit ein Scanner neuster Bauart. „Leben unbekannter Art“ war dessen Auskunft, sinnigerweise begleitet vom penetranten Aufblinken eines roten Lämpchens. Offenbar sollte uns das signalisieren, es sei besondere Vorsicht angebracht. Es folgte eine Reihe naturwissenschaftlicher Werte, die per Funk codiert in unseren Bordcomputer übertragen wurden. Dort sollten sie gespeichert und weiterverarbeitet werden.
„Leben!“, funkte ich an Maylin. „So ein Schwachsinn!“
Sie antwortete: „Wenn das stimmt, was der Scanner anzeigt, wäre der ganze Planet ein einziges Lebewesen. Und diesen Schrott sollen wir nach Rasalgethi bringen.“
Ich sah mich ein wenig um. Eine Menge Gesteinsbrocken lagen in der Gegend. Sie schälten sich durch meine Lichter in irritierenden Konturen, Schatten und Perspektiven aus der Nacht. Am Rand der Lichtkegel versank die Ebene im nächtlichen Dunkel.
In meiner unmittelbaren Nähe fand sich ein schlanker, mannshoher Gesteinsbrocken. Der interessierte mich. Ich trat näher, um ihn besser mit meinen Scheinwerfern ausleuchten zu können. Aber es war kein Felsen, es war Maylin, die dort stand. War die Kollegin nicht auf der anderen Seite der Ausstiegsluke gestanden? Außerdem waren offensichtlich ihre Scheinwerfer ausgefallen. Da mussten wir sofort nach dem Rechten sehen. Ich trat näher. Maylin kam mir mit ausgebreiteten Armen entgegen.
„Was machst du da?“, funkte ich sie an. Ein merkwürdiger Zeitpunkt für einen Annäherungsversuch. Keine Antwort. Nicht einmal das Grundrauschen der Funkanlage war zu hören.
„Maylin!“, probierte ich es erneut. Wieder keine Antwort. So ein Pech! Kein Funk, keine Kommunikation. Ich musste näher an die Kopilotin heran, sodass wir uns wenigstens mit Zeichen verständigen konnten.
Als ich soweit heran war, um ihr Gesicht zu erkennen, erfasste mich Grauen: Der Kopf glänzte in Schwarz. Es schien, als sei er aus dem Gestein des Planeten gemeißelt. Wie in Zeitlupe streckte sie ihren rechten Arm aus und kam auf mich zu. Schlagartig begriff ich: Was immer das sein mochte, meine Kollegin war es nie und nimmer. Vorsichtshalber zog ich meine Laserpistole.
Ich drehte mich um, die echte Maylin musste sich in der Tat hinter mir, in der Nähe unseres Raumschiffes befinden. Aber wo war dieses? Verschwunden, zumindest aus dem Umkreis, den ich ausleuchten konnte. Das einzige, was mir gelang auszumachen, waren Felsen, die typischen Gesteinsbrocken, die diese unwirtliche Landschaft prägten.
Die Anzeige meiner Vitalfunktionen auf dem linken Unterarm machte mich auf eine erhöhte Herzfrequenz und beschleunigten Puls aufmerksam – Stress! „Nur keine Panik, Junge“, sagte ich mir, „du bist trainiert auf extreme Situationen.“
Ich bewegte mich zügig in die Richtung, in der ich unser Frachtschiff vermutete, weg von dieser eigenartigen, instabilen Gesteinsformation. Diese bewegte sich in einem derartigen Schneckentempo, dass sie mir kaum gefährlich werden konnte. Zwischendurch versuchte ich, den Funkkontakt mit meiner Kollegin wieder herzustellen, aber es war umsonst. Unnatürliche Stille umgab mich, die ich als äußerst befremdlich empfand. Ganz am Rande des Gesichtsfeldes meinte ich Umrisse zu erkennen, die ich in meinem Wunschdenken als zu meinem Raumschiff gehörig interpretierte. Nichts wie hin!
In einer undefinierbaren Entfernung vor mir leuchtete es jetzt sowohl in unregelmäßigen Abständen als auch in unterschiedlicher Intensität auf. Das konnte Maylin mit ihren Lichtern sein, ein atmosphärisches Phänomen, oder was weiß ich. Jedenfalls hielt ich darauf zu.
Indes, es war, als liefe ich gegen ein Förderband. Ich erhielt den Eindruck, kaum vom Fleck zu kommen. Auch veränderte sich der Boden. Wäre es nicht blanker Unsinn gewesen, hätte ich gesagt, ich bewegte mich auf einem Meer, das mich aus welchen Gründen auch immer auf der Oberfläche hielt. Es hätte auch ein Defekt des Gravitationsausgleiches sein können, aber der entsprechende Wert auf dem rechten Unterarm zeigte keine Störung an.
Als ich mich kurz umblickte, merkte ich, wie nahe mir die falsche Maylin bereits gekommen war. Ha, von wegen Gesteinsformation! Ich spürte deutlich, das war mehr. Das war eine Lebensform, die zu mir wollte. Ich zielte mit der Waffe. Sollte ich schießen? Aber ein Schuss aus der Laserpistole hieß in erster Linie den getroffenen Gegner mit Energie zu versorgen. Ob diese tödlich war oder ihn wenigstens ausreichend behinderte, musste sich erst erweisen. Das wollte ich bei diesem unheimlichen Ding hinter mir nicht herausfinden.
„Lauf, Junge!“, schrie es in mir. Der Vitalscanner schnellte in den roten Bereich. Panik!!! Ich beschleunigte meine Schritte, obwohl das bei der ungewohnt geringen Gravitation nicht ratsam war. Sollte ein Hindernis auftauchen, war ich möglicherweise nicht imstande, rechtzeitig abzubremsen. Aber man muss nicht gleich an das Schlimmste denken und ein bisschen Glück durfte ein verdienter Pilot des Vereinigten Imperiums auch haben.
Ein Spalt! Urplötzlich tat er sich auf. Ich wollte meinen Lauf bremsen, doch zu spät, es zog mich weiter, über den Rand hinaus, in ein finsteres, bedrohliches Loch hinunter. Unwillkürlich streckte ich die Arme nach oben – und bekam etwas zu fassen. Da es hart war, klammerte ich mich daran. Das Wunder geschah – ich fiel nicht weiter! Unter mir war absolute Finsternis. Darin versank soeben im Zeitlupentempo ein Stein in der Größe eines Fußballes, den ich bei meinem Fall losgetreten hatte. Entsetzt sah ich ihm nach, beobachtete, wie sich seine Konturen in der Schwärze auflösten. Du meine Güte, alles, bloß nicht da hinunter ...!
Wo befand ich mich? Was zeigten mir die Scheinwerfer? Welche Scheinwerfer ...? Die treulosen Dinger, die soeben ihren Dienst eingestellt hatten!? Einzig die billige Funzel spendete ihr milchiges Licht. Es erschien mir so erquickend und barmherzig wie die helfende Hand eines Franz von Assisi, die einem Leprakranken den Verband anlegt.
Während sich meine Augen an die verschlechterten Beleuchtungsverhältnisse gewöhnten kam mir die Umgebung zunehmend bekannt vor. Nach einigen Sekunden erblickte ich mit unendlicher Erleichterung unser Raumschiff von schräg unten. Undeutlich zwar, aber doch war die Luke zum Ausstoß des Mülls auf der Unterseite zu erkennen. Bei einem Menschen würde man vom Hintern gesprochen haben. Selten habe ich einen Hintern so  gern gesehen! Da stand unser Schiff und ich hatte buchstäblich im letzten Augenblick einen Fuß der Ausstiegstreppe erwischt.
Dank meiner langjährigen Übungen in Qui Gong fasste ich mich in kurzer Zeit wieder. Ich atmete erleichtert auf, wodurch sich die Anzeige der Vitalfunktionen wieder im grünen Bereich einpendelten und zog mich über den Rand des Abgrundes. Diesmal kam mir die verminderte Schwerkraft zu Hilfe. Während ich mich noch wunderte, dass uns dieser Abgrund bei der Landung nicht aufgefallen war, bewegte sich ein Schatten um die Ecke eines der größeren Felsen in der Umgebung. Es folgte etwas in menschlicher Größe, das sich aus dem Dunkel näherte ...
War das lebende Ding hinter mir schneller gewesen und trat es mir nun von dieser Seite entgegen? Maylin hätte ich an den Lichtern erkennen müssen. Erneut griff ich zur Laserpistole ...
Plötzlich hörte ich in meinen Kopfhörern die vertraute Stimme Maylins: „Da steckst du ja, Mark! Ich habe dich schon gesucht. Meine Scheinwerfer sind ausgefallen und du musstest ja in der Gegend herumstreunen.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen! Ich hätte sie umarmen können.
„Hast du deine Daten?“, fragte ich. Für lange Erklärungen meinte ich keine Zeit zu haben. Wir würden an Bord ohnehin eine Menge zu besprechen haben.
„Sicher; lass uns abfliegen.“
Ich war erleichtert, dass sie es sagte. Als alter Krieger wollte ich nicht als Angsthase dastehen. An Bord gaben wir dem Computer den Befehl, mit Höchstgeschwindigkeit abzufliegen, noch bevor wir uns der Raumanzüge entledigt hatten. Es galt, die verlorene Zeit einzuholen. Am nächsten Checkpoint wollten wir uns zur planmäßigen Zeit beim Kommando melden. Ganz so, als wäre nichts geschehen.
Wir setzten uns wieder in die Steuerzentrale, in die uns so vertraute Welt aus Computern, Monitoren, Anzeigen und Schalttafeln aller Art. Welche Wohltat! Wie vertraut fühlte sich mein Ledersitz an.
Geraume Weile sagten wir kein Wort ... Irgendwann meinte ich: „Was für ein seltsamer Planet.“
„Welcher Planet?“
Ja, welcher Planet eigentlich? Mir kam es vor, als seien wir soeben auf einem solchen gewesen.
„Ich dachte, wir wären ...“
„... auf einem Planeten gewesen?“ unterbrach mich meine Kollegin. „Eigenartig, aber ich habe denselben Gedanken. Ich bin mir keineswegs sicher. Lass uns im Logbuch nachsehen. Computer: Waren wir in den letzten drei, nein, sieben Tagen auf einem Planeten?“
Umgehend erschien auf dem Monitor die Antwort: „Nein, der Flug ist planmäßig verlaufen.“
Maylin schien verwundert. Sie fragte mich: „Mark, hast du dich beim Computer erkundigt, ob der Flug planmäßig verlaufen ist?“
„Nein. Keine Ahnung, wozu er diese Meldung bringt.“
Schon wollte ich dieser Meldung auf den Grund gehen, als ich einen ankommenden Funkspruch vom Kommando registrierte. Tatsächlich, wir waren bereits am nächsten Checkpoint! Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen war.
Das vertraute Gesicht des alten Besens erschien auf dem Monitor. Während auf dem einen Kanal unser Logbuch übertragen wurde und im Gegenzug die neuesten Updates überspielt wurden, unterhielten wir uns auf dem benachbarten Kanal mit der Kommandantin.
Anschließend an die Routinefragen und den üblichen Smalltalk sagte Majorin Tscherkessowa: „Ach ja, bevor ich es vergesse: Ich muss Sie dringend warnen. Man will in Ihrem Sektor einen herrenlosen Planeten ausfindig gemacht haben. Ich weiß, Herrenlose üben eine starke Faszination aus. Lassen Sie sich ja nicht einfallen, diesen zu besuchen, sondern halten Sie sich unbedingt an das Bordprotokoll.“
„Aber sicher“, warf ich ein, „Sie kennen uns doch.“
„Eben deswegen. Dieser Planet soll ganz außerordentliche Fähigkeiten besitzen. Wunderliche Geschichten sind es, die man hört: auftauchen, verschwinden, psychisch beeinflussen, alles Gerüchte, das eine noch beunruhigender als das andere. Gesicherte Erkenntnisse gibt es keine.
Denken Sie bitte daran, die Vorschriften dienen genauso Ihrem Schutz wie dem übergeordneten Interesse des Vereinigten Imperiums.
Ich habe Ihnen die verantwortungsvolle Mission, Nachschub nach Rasalgethi zu bringen, anvertraut, weil Sie fachlich zu meinen besten Piloten zählen, nicht weil ich Sie für übermäßig diszipliniert halte. Dem Imperium ist mehr gedient, wenn jeder von uns die ihm zugedachte Aufgabe erfüllt. Diese lautet in Ihrem Fall ausdrücklich nicht, einen herrenlosen Planeten eingehender, als es das Bordprotokoll vorsieht, zu untersuchen. Bitte denken Sie daran.“
Im Brustton der Überzeugung versicherten wir unserer Kommandantin unseres Verantwortungsbewusstseins, obwohl mir, offen gesagt, die Sache mit dem Herrenlosen tatsächlich bekannt vorkam. Abgesehen davon, die Zeit für ein Abenteuer zwischendurch hätten wir gar nicht. Einerseits der Zeitplan, andererseits warteten die Kolonisten ... Und weiters: Welches Interesse sollten wir als Vollprofis an einem herumfliegenden, überdies herrenlosen (hahaha!) Gesteinsbrocken haben? An einem, der solche Geschichten machte? Na also. Erleichtert beendete die Majorin für diesmal das Gespräch.
Kaum war ihr Konterfei aus dem Monitor verschwunden, sahen Maylin und ich uns grinsend an. Mitnichten war damit klargestellt, wie wir uns verhalten würden, sollten wir tatsächlich einem Herrenlosen begegnen. Beide wussten wir es, keiner sprach es aus. Abgesehen davon rechneten wir nicht mit einem solchen Zusammentreffen. Nach der Statistik wäre es dermaßen unwahrscheinlich, dass es einem Volltreffer in der Lotterie 67 aus 45.800 oder so ähnlich gleichkäme.
Nach einer kleinen Weile sagte ich: „Der alte Besen war echt besorgt. Direkt menschlich. So habe ich ihn noch nie gesehen.“
„Ja“, pflichtete meine Copilotin bei, „und ihre Argumente waren klug ... Ich finde, wir sollten sie nicht mehr alter Besen nennen.“
„Gut, stufen wir sie zurück auf neuer Kehrwisch.“
Maylin war nicht einverstanden. Auch die „gestrenge Schnepfe“ und die „Kesse aus Iowa“ wurden verworfen. Wir einigten uns auf Nadja.
Meine Kollegin stand auf, um sich im hinteren Teil des Raumes eine Tasse Kaffee aus dem Replikator zu holen. Irgendwie war es eigenartig: Unter all den 23,5 Milliarden Menschen, die sich verstreut im Weltraum tummelten, war es ausgerechnet Maylin, die neben mir ihren Dienst versah, die mich dieses Stück Weges durch mein Leben begleitete. Ich meinte, das war etwas Besonderes. Und sie war mir ebenbürtig, menschlich und fachlich, obwohl das vermutlich das weniger Besondere war.
Mit ihrer Tasse Kaffee in der Hand ging sie durch den Raum, um sich neben mich zu setzen. Wirkte sie nicht, als hätte sie eine Krone auf dem Kopf, und schreite wie eine Prinzessin? Und wie jede echte Prinzessin bedurfte sie keiner wirklichen Krone. Es hätte ebenso gut ein Thron sein können, auf dem sie Platz nahm.
„Wie schön, dass es dich gibt“, entfuhr es mir unwillkürlich mit einer Inbrunst, als hätte ich ihr soeben innige Liebe gestanden. An Maylins Lächeln erkannte ich, dass es ihr ähnlich erging. In der Tat, sie beherrschte die Kunst, ohne Worte viel zu sagen. Für einen Moment meinte ich es in ihren Augen schwarz und geheimnisvoll glänzen zu sehen, wie auf der Oberfläche eines herrenlosen Planeten. Aber darin musste ich mich wohl getäuscht haben.


_________________
Ich schreibe, also bin ich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast







BeitragVerfasst am: 26.08.2011 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich krümel nochmal (in blau) drin rum ... vielleicht findest du was brauchbares, ja?

Maylin saß neben mir in der Steuerzentrale. Natürlich, was sollte meine Copilotin sonst tun? Nur Allerdings? tat sie das seit uns das Kommando mit einer Ladung Ersatzteile für die Kolonie auf Rasalgethi, im Sternbild des Herkules, auf Reise geschickt hatte.
Von den etwas mehr als 382 Lichtjahren waren noch 23 übrig. Dank Überlichtgeschwindigkeitsantriebes neuester Bauart sollten wir diese Distanz in dreieinhalb Sternwochen planmäßig zurückgelegt haben. Aber bis dahin war Langeweile angesagt. Ich spielte kein Go und sie nicht Karten. Und immer der Bordcomputer als Partner war auf Dauer auch nicht das Gelbe vom Ei. Alle Witze waren seit mindestens dreihundert Lichtjahren ausgetauscht, zumindest die gesellschaftsfähigen. So tief, Maylin mit den übrigen zu unterhalten, wollte ich nicht sinken.
Die auf den ersten Blick so vielfältig erscheinende (das doppelt sich mit 'auf den ersten Blick') Welt aus Computern, Monitoren, Anzeigen und Schalttafeln (aller Art), von der wir umgeben waren, war auf Dauer genauso eintönig. Wir thronten zwar inmitten dieser technologischen Sinfonie komfortabel in unseren Schalensitzen auf aus? sündhaft teurem Leder, aber Abwechslung bot es nicht.

Die routinemäßigen Kontrollkontakte mit dem Kommando alle zwei Sternwochen waren zwar am Anfang eine willkommene Zerstreuung gewesen, aber inzwischen brachten sie es auch nicht mehr. In regelmäßigen Abständen das faltige, strenge Gesicht der Kommandantin, Majorin Nadja Tscherkessowa, genannt „der alte Besen“ ...?! Zeichensetzung erschließt sich mir nicht Eine englische Gouvernante Ende des 19. Jahrhunderts konnte nicht schlimmer gewesen sein.
Maylin war im Vergleich zu ihren Geschlechtsgenossinnen geradezu wortkarg. Dabei redeten Frauen asiatischer Herkunft meines Wissens so viel und so gerne wie die europäischen. Jedenfalls freute ich mich darüber zu Beginn des Fluges entschieden mehr als die letzten zweihundertfünfzig Lichtjahre. Böse gelesen steht da: er erfreute sich daran, dass Asiatinnen genauso gern reden wie Europäerinnen. Bezug.

Apropos Maylin; ihr erging es ähnlich. Sie erwähnte es zwar nie, aber ich merkte das trotzdem. War ich vielleicht die Stimmungskano... (Idee gut, aber funktioniert nicht - da er eher ein Erzähler, denn ein Ich-beim-Denken ist - nach meinen Lesegefühl, klar.)
„Mark!!! Da kommt was auf uns zu!“
Tatsächlich, die Scanner meldeten ein Objekt von beachtlicher Größe auf Kollisionskurs. Wie ich solche Formulierungen nicht leiden konnte! Liest sich für mich krumm - entweder ironisch: wie ich solche Fom. leiden konnte! oder wie ... hasste.

 Als Krieger, als der ich mich verstand, pflegte ich zu sagen: „Mit jedem Feind kann ich leben, kenne ich nur sein Gesicht.“ Glücklicherweise folgten in der Regel bald genauere Informationen.
Nach dem Bordprotokoll war es Aufgabe der Copilotin, das Objekt zu identifizieren. Himmelskörper oder Raumschiff?, (.D) das war die Frage ... Hellwach starrte sie auf die Anzeigen der Scanner sowie auf die ersten Computerberechnungen auf einem der Nebenmonitore.
„Ein Himmelskörper!“
„Wie beruhigend“, spottete ich. „Ich dachte schon, des Teufels Großmutter beehrt uns.“
„Der da ist in unseren Sternkarten nicht verzeichnet.“ Ok, Krümelgescheiß, aber heißen Sternkarten nicht Sternkarten, weil sie Sterne kartographieren? Sind da überhaupt andere Himmelskörper drauf? Oder hab ich gerade nen Bug?
Das klang schon erheblich aufregender. Maylin zoomte das Objekt auf den Hauptschirm: eine anthrazitfarbene Kugel, die sich dank eines des hohen Albedowertes glänzend vom dunklen Hintergrund abhob.
„Ein herrenloser Planet“, sagte Maylin andächtig. Bingo! Der reinste Volltreffer. Seit herrenlose Planeten Anfang des 21. Jahrhunderts entdeckt worden waren, umgab sie ein ähnlicher magisch-mystischer Nimbus wie ehedem die Kometen. Woher kamen sie? Was war mit ihren Sonnen passiert? Hier hatte ich ursprünglich ein Missverständnis, ich dachte, die Sterne seien verschwunden - aber an sich haben sich ja die Planteten aus den Umlaufbahnen verkrümelt. Jetzt weiß ich, was du meinst, Stelle ist aber heikel.  Die meisten waren unglaublich alt gefällt mir immer noch nicht und dementsprechend voller Geheimnisse, tatsächlicher und angedichteter. Welcher der Piloten immer mit einem Herrenlosen in Kontakt gekommen war, es war ihm die Aufmerksamkeit im Casino sicher. Der Satz schwurmelt

Maylin und ich sahen uns an und verstanden uns sofort. Ihr Forscherdrang und meine Abenteuerlust waren gleichermaßen geweckt. Allerdings – was würde das Kommando dazu sagen? Ich hörte schon die Rüge des alten Besens: „Meine Herrschaften, nach dem Bordprotokoll hätten Sie die Pflicht gehabt, im Vorbeifliegen das Gestirn zu katalogisieren, die Scannerdaten einzutragen und die Begegnung im Logbuch zu vermerken. Darf ich fragen, was Sie dazu ermuntert hat, darüber hinaus einen kleinen Spaziergang auf der Oberfläche zu unternehmen? Kann es sein, dass Sie nicht ganz ausgelastet sind?“
Hielten wir die Vorschriften ein, hätte die zentrale Datenbank wieder einen voraussichtlich nichtssagenden, beliebig austauschbaren Himmelskörper mehr, neben all den Millionen anderen auch. Oh Gott, wie erbärmlich! Nicht mit uns ...
Maylin sprach es aus. Sie sagte: „Es kann nicht schaden, wenn wir zwischendurch einen kleinen Abstecher auf die Oberfläche machen. Muss ja keiner wissen.“
Ganz meine Rede! Ich ergänzte: „Sollten wir etwas von Bedeutung finden, wird man sicher froh darüber sein und sich erkenntlich zeigen.“
Dabei schwebte mir in Gedanken eine kleine Ehrung, vorzugsweise finanzieller Natur, vor wie eine tanzende Elfe auf der Frühlingswiese. 'vor' hängt nach
Die verbleibende Zeit bis zum Zusammentreffen mit dem Herrenlosen verbrachten wir damit, unsere Spritztour zu organisieren. Weltraumtemperaturen und eine sehr dünne Atmosphäre aus einem Gemisch giftiger Gase bedeuteten, die Raumanzüge zu tragen. hrm, verschwurmelt Aber das war Routine, desgleichen die Kommunikation über Funk. Ein Viertel der Erdanziehungskraft war schon eher eine Herausforderung. Obwohl wir mit unserem automatischen Gravitationsausgleich rund die Hälfte des Unterschiedes wettmachen konnten, würde die Fortbewegung auf dem Planeten gewöhnungsbedürftig sein.
Den nächtlichen Lichtverhältnissen auf dem Herrenlosen gedachten wir mit unseren Scheinwerfern Herr zu werden. Wir grinsten über unser Wortspiel. Zwei Scheinwerfer in Schulterhöhe, einer links, der andere rechts mit einer Reichweite von ca. 50 Metern unter irdischen Verhältnissen unpräzise, irdische Verhältnisse heißt was? engl. Nebel? Wüste Gobi um halb vier Uhr morgens?, leuchteten strahlten nach vorne.

so, Rest pack ich dir ins nächste Post - das nervt 3000 Worte hier drin zu bearbeiten. (Wahrscheinlich verstößt das gegen eine Forenregel, haut mich oder klebt den Beitrag wieder zusammen, aber ich bekomme sonst ne Krise. Nicht böse sein.)

d.
Nach oben
Gast







BeitragVerfasst am: 26.08.2011 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Der sozusagen dritte im Bunde sozusagen war eine Art Rundumleuchte auf dem Kopf, die die Umgebung in einem Radius von fünf bis acht Metern ausleuchtete. Dementsprechend wurde das Utensil von Insidern als „billige Funzel“ bezeichnet.
Kaum war der Herrenlose in Sichtweite programmierten wir die Landung auf dem Planeten. Bald senkte sich unser Raumschiff auf eine der wenigen Ebenen, die unsere optischen Scanner ausgemacht hatten. Sonst fand sich zerklüftetes Gebirge, ungeeignet für die Landung WWH eines Frachters. Auf dem zentralen Bildschirm schoben sich von unten bizarre Bergketten ins Bild. Ihr oberer Rand zeichnete sich vom pechschwarzen Firmament ab. Glänzender Kohle ähnlich spiegelte sich das Sternenlicht das Sternenlicht ist glänzender Kohle ähnlich? im Gestein. Mit einem kleinen Ruck setzten wir auf.
Gespannt warteten Maylin und ich in der Ausstiegskammer. Während der Druckausgleich durchgeführt und die Atemluft abgesogen wurde, führten wir einen letzten vorschriftsmäßigen Check unseres Vitalscanners am linken Unterarm durch. Wir wollten uns beim Verstoß gegen die Vorschriften wenigstens nach ihnen verhalten, versuchte ich einen Scherz. Der Vitalscanner funktionierte tadellos und bescheinigte uns beste Gesundheit; fein. Am rechten Unterarm blinkten die Kontrollwerte für unsere Ausrüstung. Alles bestens.
Nach so vielen fremden Planeten, dass ich schon aufgehört hatte, zu zählen, reihte ich mich bei den Profis ein. Dennoch war es nach wie vor ein außergewöhnlicher, würdevoller Moment, einen Himmelskörper erstmalig zu betreten. Eine fast feierliche Stimmung überkam mich.
Geschützt durch unsere Raumanzüge stiegen wir die wenigen Stufen der Ausstiegstreppe nach unten. Da geschah es! Zu viele !!! Meine Begleiterin strauchelte. Gerade noch rechtzeitig konnte ich sie fassen und verhindern, dass sie von der Treppe stürzte. Mit einem gefallenen Mädchen den Planeten betreten, schoss es mir durch den Kopf. Ich lachte.
„Was gibt es da zu lachen, unverschämter Kerl?“, knurrte sie mich an. Ich schaltete das Funkgerät aus, damit sie nicht mithörte, wie ich noch mehr lachen musste. Ich nahm mir vor, es ihr zu erklären, aber nicht jetzt. Wir warteten ein die? paar Sekunden, die ich brauchte, meine Fassung zurückzugewinnen.
Wir waren unten! Schwärzlich glänzendes Gestein zu unseren Füßen glitzerte im opulenten Licht der Sterne. Aber um sich wirklich zurechtzufinden genügte das natürlich nicht. Wir schalteten die Scheinwerfer ein.
Maylin bückte sich und legte eine Gesteinsprobe in ein rundes, handtellergroßes Metallgefäß, trotz aller Unscheinbarkeit ein Scanner neuster Bauart. „Leben unbekannter Art“ war dessen Auskunft, sinnigerweise begleitet vom penetranten Aufblinken eines roten Lämpchens. Offenbar sollte uns das signalisieren, es sei besondere Vorsicht angebracht. Es folgte eine Reihe naturwissenschaftlicher Werte, die per Funk codiert in unseren Bordcomputer übertragen wurden. Dort sollten sie gespeichert und weiterverarbeitet werden.
„Leben!“, funkte ich an Maylin. „So ein Schwachsinn!“
Sie antwortete: „Wenn das stimmt, was der Scanner anzeigt, wäre der ganze Planet ein einziges Lebewesen. Und diesen Schrott sollen wir nach Rasalgethi bringen.“ Hä? Das kapier noch immer nicht? Die sollen den Planeten nach Rasal bringen?

Ich sah mich ein wenig um. Eine Menge Gesteinsbrocken lagen in der Gegend. Sie schälten sich durch meine Lichter in irritierenden Konturen, Schatten und Perspektiven aus der Nacht. schwurmelt Am Rand der Lichtkegel versank die Ebene im nächtlichen Dunkel.
In meiner unmittelbaren Nähe fand sich ein schlanker, mannshoher Gesteinsbrocken. Der interessierte mich. Ich trat näher, um ihn besser mit meinen Scheinwerfern ausleuchten zu können. Aber es war kein Felsen, es war Maylin, die dort stand. War die Kollegin nicht auf der anderen Seite der Ausstiegsluke gestanden? Außerdem waren offensichtlich ihre Scheinwerfer ausgefallen. Da mussten wir ?ich? sofort nach dem Rechten sehen. Ich trat näher. Maylin kam mir mit ausgebreiteten Armen entgegen.
„Was machst du da?“, funkte ich sie an. Ein merkwürdiger Zeitpunkt für einen Annäherungsversuch. Keine Antwort. Nicht einmal das Grundrauschen der Funkanlage war zu hören.
„Maylin!“, probierte ich es erneut. Wieder keine Antwort. So ein Pech! Kein Funk, keine Kommunikation. Ich musste näher an die Kopilotin heran, sodass wir uns wenigstens mit Zeichen verständigen konnten.
Als ich soweit heran war, um ihr Gesicht zu erkennen, erfasste mich Grauen: Der Kopf glänzte in Schwarz. Es schien, als sei er aus dem Gestein des Planeten gemeißelt. Wie in Zeitlupe streckte sie ihren rechten Arm aus und kam auf mich zu. Schlagartig begriff ich: Was immer das sein mochte, meine Kollegin war es nie und nimmer. Vorsichtshalber zog ich meine Laserpistole.
Ich drehte mich um, die echte Maylin musste sich in der Tat hinter mir, in der Nähe unseres Raumschiffes befinden. Aber wo war dieses? Verschwunden, zumindest aus dem Umkreis, den ich ausleuchten konnte. Gut! Das einzige, was mir gelang auszumachen, waren Felsen, die typischen Gesteinsbrocken, die diese unwirtliche Landschaft prägten.
Die Anzeige meiner Vitalfunktionen auf dem linken Unterarm machte mich auf eine erhöhte Herzfrequenz und beschleunigten Puls aufmerksam – Stress! „Nur keine Panik, Junge“, sagte ich mir, „du bist trainiert auf extreme Situationen.“
Ich bewegte mich zügig in die Richtung, in der ich unser Frachtschiff vermutete, weg von dieser eigenartigen, instabilen Gesteinsformation. Diese bewegte sich in einem derartigen Schneckentempo, dass sie mir kaum gefährlich werden konnte. Zwischendurch versuchte ich, den Funkkontakt mit meiner Kollegin wieder herzustellen, aber es war umsonst. Unnatürliche Stille umgab mich, die ich als äußerst befremdlich empfand. Ganz am Rande des Gesichtsfeldes meinte ich Umrisse zu erkennen, die ich in meinem Wunschdenken als zu meinem Raumschiff gehörig interpretierte. Nichts wie hin!
In einer undefinierbaren Entfernung vor mir leuchtete es jetzt sowohl in unregelmäßigen Abständen als auch in unterschiedlicher Intensität auf. Das konnte Maylin mit ihren Lichtern sein, ein atmosphärisches Phänomen, oder was weiß wusste? ich. Jedenfalls hielt ich darauf zu.
Indes, es war, als liefe ich gegen ein Förderband. Ich erhielt den Eindruck, kaum vom Fleck zu kommen. Auch veränderte sich der Boden. Wäre es nicht blanker Unsinn gewesen, hätte ich gesagt, ich bewegte mich auf einem Meer, das mich aus welchen Gründen auch immer auf der Oberfläche hielt. Es hätte auch ein Defekt des Gravitationsausgleiches sein können, aber der entsprechende Wert auf dem rechten Unterarm zeigte keine Störung an.
Als ich mich kurz umblickte, merkte ich, wie nahe mir die falsche Maylin bereits gekommen war. Ha, von wegen Gesteinsformation! Ich spürte deutlich, das war mehr. Das war eine Lebensform, die zu mir wollte. Das hat noch Potential - das müsste noch dichter, unheimlicher. Ist aber nörgeln auf hohem Niveau  Ich zielte mit der Waffe. Sollte ich schießen? Aber ein Schuss aus der Laserpistole hieß in erster Linie den getroffenen Gegner mit Energie zu versorgen. Ob diese tödlich war oder ihn wenigstens ausreichend behinderte, musste sich erst erweisen. Das wollte ich bei diesem unheimlichen Ding hinter mir nicht herausfinden.
„Lauf, Junge!“, schrie es in mir. Der Vitalscanner schnellte in den roten Bereich. Panik!!! Ich beschleunigte meine Schritte, obwohl das bei der ungewohnt geringen Gravitation nicht ratsam war. Sollte ein Hindernis auftauchen, war ich möglicherweise nicht imstande, rechtzeitig abzubremsen. Aber man muss nicht gleich an das Schlimmste denken und ein bisschen Glück durfte ein verdienter Pilot des Vereinigten Imperiums auch haben.
Ein Spalt! Urplötzlich tat er sich auf. Ich wollte meinen Lauf bremsen, doch zu spät, es zog mich weiter, über den Rand hinaus, in ein finsteres, bedrohliches Loch hinunter. Unwillkürlich streckte ich die Arme nach oben – und bekam etwas zu fassen. Da es hart war, klammerte ich mich daran. Das Wunder geschah – ich fiel nicht weiter! nicht zu viele - Unter mir war absolute Finsternis. Darin versank soeben im Zeitlupentempo ein Stein in der Größe eines Fußballes, den ich bei meinem Fall losgetreten hatte. Entsetzt sah ich ihm nach, beobachtete, wie sich seine Konturen in der Schwärze auflösten. Du meine Güte, alles, bloß nicht da hinunter ...!
Wo befand ich mich? Was zeigten mir die Scheinwerfer? Welche Scheinwerfer ...? Die treulosen Dinger, die soeben ihren Dienst eingestellt hatten!? Einzig die billige Funzel spendete ihr milchiges Licht. Es erschien mir so erquickend und barmherzig wie die helfende Hand eines Franz von Assisi, die einem Leprakranken den Verband anlegt.
Während sich meine Augen an die verschlechterten Beleuchtungsverhältnisse gewöhnten kam mir die Umgebung zunehmend bekannt vor. Nach einigen Sekunden erblickte ich mit unendlicher Erleichterung unser Raumschiff von schräg unten. Undeutlich zwar, aber doch war die Luke zum Ausstoß des Mülls auf der Unterseite zu erkennen. Bei einem Menschen würde man vom Hintern gesprochen haben. Selten habe ich einen Hintern so gern gesehen! Da stand unser Schiff und ich hatte buchstäblich im letzten Augenblick einen Fuß der Ausstiegstreppe erwischt.
Dank meiner langjährigen Übungen in Qui Gong fasste ich mich in kurzer Zeit wieder. Ich atmete erleichtert auf, wodurch sich die Anzeige der Vitalfunktionen wieder im grünen Bereich einpendelten und zog mich über den Rand des Abgrundes. Diesmal kam mir die verminderte Schwerkraft zu Hilfe. Während ich mich noch wunderte, dass uns dieser Abgrund bei der Landung nicht aufgefallen war, bewegte sich ein Schatten um die Ecke eines der größeren Felsen in der Umgebung. Es folgte etwas in menschlicher Größe, das sich aus dem Dunkel näherte ...
War das lebende Ding hinter mir schneller gewesen und trat es mir nun von dieser Seite entgegen? Maylin hätte ich an den Lichtern erkennen müssen. Erneut griff ich zur Laserpistole ...
Plötzlich hörte ich in meinen Kopfhörern die vertraute Stimme Maylins: „Da steckst du ja, Mark! Ich habe dich schon gesucht. Meine Scheinwerfer sind ausgefallen und du musstest ja in der Gegend herumstreunen.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen! Ich hätte sie umarmen können.
„Hast du deine Daten?“, fragte ich. Für lange Erklärungen meinte ich keine Zeit zu haben. Wir würden an Bord ohnehin eine Menge zu besprechen haben.
„Sicher; lass uns abfliegen.“
Ich war erleichtert, dass sie es sagte. Als alter Krieger wollte ich nicht als Angsthase dastehen. An Bord gaben wir dem Computer den Befehl, mit Höchstgeschwindigkeit abzufliegen, noch bevor wir uns der Raumanzüge entledigt hatten. Es galt, die verlorene Zeit einzuholen. Am nächsten Checkpoint wollten wir uns zur planmäßigen Zeit beim Kommando melden. Ganz so, als wäre nichts geschehen.
Wir setzten uns wieder in die Steuerzentrale, in die uns so vertraute Welt aus Computern, Monitoren, Anzeigen und Schalttafeln aller Art. Welche Wohltat! Wie vertraut fühlte sich mein Ledersitz an.
Geraume Weile sagten wir kein Wort ... Irgendwann meinte ich: „Was für ein seltsamer Planet.“
„Welcher Planet?“
Ja, welcher Planet eigentlich? Mir kam es vor, als seien wir soeben auf einem solchen gewesen.
„Ich dachte, wir wären ...“
„... auf einem Planeten gewesen?“ unterbrach mich meine Kollegin. „Eigenartig, aber ich habe denselben Gedanken. Ich bin mir keineswegs sicher. Lass uns im Logbuch nachsehen. Computer: Waren wir in den letzten drei, nein, sieben Tagen auf einem Planeten?“
Umgehend erschien auf dem Monitor die Antwort: „Nein, der Flug ist planmäßig verlaufen.“
Maylin schien verwundert. Sie fragte mich: „Mark, hast du dich beim Computer erkundigt, ob der Flug planmäßig verlaufen ist?“
„Nein. Keine Ahnung, wozu er diese Meldung bringt.“
Schon wollte ich dieser Meldung auf den Grund gehen, als ich einen ankommenden Funkspruch vom Kommando registrierte. Tatsächlich, wir waren bereits am nächsten Checkpoint! Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen war.
Das vertraute Gesicht des alten Besens erschien auf dem Monitor. Während auf dem einen Kanal unser Logbuch übertragen wurde und im Gegenzug die neuesten Updates überspielt wurden, unterhielten wir uns auf dem benachbarten Kanal mit der Kommandantin.
Anschließend an die Routinefragen und den üblichen Smalltalk sagte Majorin Tscherkessowa: „Ach ja, bevor ich es vergesse: Ich muss Sie dringend warnen. Man will in Ihrem Sektor einen herrenlosen Planeten ausfindig gemacht haben. Ich weiß, Herrenlose üben eine starke Faszination aus. Lassen Sie sich ja nicht einfallen, diesen zu besuchen, sondern halten Sie sich unbedingt an das Bordprotokoll.“
„Aber sicher“, warf ich ein, „Sie kennen uns doch.“
„Eben deswegen. Dieser Planet soll ganz außerordentliche Fähigkeiten besitzen. Wunderliche Geschichten sind es, die man hört: auftauchen, verschwinden, psychisch beeinflussen, alles Gerüchte, das eine noch beunruhigender als das andere. Gesicherte Erkenntnisse gibt es keine.
Denken Sie bitte daran, die Vorschriften dienen genauso Ihrem Schutz wie dem übergeordneten Interesse des Vereinigten Imperiums.
Ich habe Ihnen die verantwortungsvolle Mission, Nachschub nach Rasalgethi zu bringen, anvertraut, weil Sie fachlich zu meinen besten Piloten zählen, nicht weil ich Sie für übermäßig diszipliniert halte. Dem Imperium ist mehr gedient, wenn jeder von uns die ihm zugedachte Aufgabe erfüllt. Diese lautet in Ihrem Fall ausdrücklich , einen herrenlosen Planeten nicht eingehender , als es das Bordprotokoll vorsieht, zu untersuchen. Bitte denken Sie daran.“
Im Brustton der Überzeugung versicherten wir unserer Kommandantin unseres Verantwortungsbewusstseins, obwohl mir, offen gesagt, die Sache mit dem Herrenlosen tatsächlich bekannt vorkam. Abgesehen davon, die Zeit für ein Abenteuer zwischendurch hätten wir gar nicht. Einerseits der Zeitplan, andererseits warteten die Kolonisten ... Und weiters: Welches Interesse sollten wir als Vollprofis an einem herumfliegenden, überdies herrenlosen (hahaha!) Gesteinsbrocken haben? An einem, der solche Geschichten machte? Na also. Erleichtert beendete die Majorin für diesmal das Gespräch.
Kaum war ihr Konterfei aus dem Monitor verschwunden, sahen Maylin und ich uns grinsend an. Mitnichten war damit klargestellt, wie wir uns verhalten würden, sollten wir tatsächlich einem Herrenlosen begegnen. Beide wussten wir es, keiner sprach es aus. Abgesehen davon rechneten wir nicht mit einem solchen Zusammentreffen. Nach der Statistik wäre es dermaßen unwahrscheinlich, dass es einem Volltreffer in der Lotterie 67 aus 45.800 oder so ähnlich gleichkäme.
Nach einer kleinen Weile sagte ich: „Der alte Besen war echt besorgt. Direkt menschlich. So habe ich ihn noch nie gesehen.“
„Ja“, pflichtete meine Copilotin Kopilotin bei, „und ihre Argumente waren klug ... Ich finde, wir sollten sie nicht mehr alter Besen nennen.“
„Gut, stufen wir sie zurück auf neuer Kehrwisch.“
Maylin war nicht einverstanden. Auch die „gestrenge Schnepfe“ und die „Kesse aus Iowa“ wurden verworfen. Wir einigten uns auf Nadja.
Meine Kollegin stand auf, um sich im hinteren Teil des Raumes eine Tasse Kaffee aus dem Replikator zu holen. Irgendwie war es eigenartig: Unter all den 23,5 Milliarden Menschen, die sich verstreut im Weltraum tummelten, war es ausgerechnet Maylin, die neben mir ihren Dienst versah, die mich dieses Stück Weges durch mein Leben begleitete. Ich meinte, das war etwas Besonderes. Und sie war mir ebenbürtig, menschlich und fachlich, obwohl das vermutlich das weniger Besondere war. hä? was war das weniger Besondere?
Mit ihrer der Tasse Kaffee in der Hand ging sie durch den Raum, um sich neben mich zu setzen. Wirkte sie nicht, als hätte sie eine Krone auf dem Kopf, und schreite wie eine Prinzessin? Und wie jede echte Prinzessin bedurfte sie keiner wirklichen Krone. Es hätte ebenso gut ein Thron sein können, auf dem sie Platz nahm.
„Wie schön, dass es dich gibt“, entfuhr es mir unwillkürlich mit einer Inbrunst, als hätte ich ihr soeben innige Liebe gestanden. An Maylins Lächeln erkannte ich, dass es ihr ähnlich erging. In der Tat, sie beherrschte die Kunst, ohne Worte viel zu sagen. Für einen Moment meinte ich es in ihren Augen schwarz und geheimnisvoll glänzen zu sehen, wie auf der Oberfläche eines herrenlosen Planeten. Aber darin musste ich mich wohl getäuscht haben.

*

Ich mag den Text jetzt sehr gern. Die Geschichte hat eine schöne Dichte und Wendung - und dieses gemütliche, manchmal altertümlich anmahnende Erzählen in einer ach so neuen Welt, das ist ein feiner Kontrast.
Die Überarbeitung ist erstaunlich - danke rico für die KG smile

d.
Nach oben
ricochet
Geschlecht:männlichEselsohr

Alter: 64
Beiträge: 403
Wohnort: Graz


BeitragVerfasst am: 27.08.2011 13:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Liebe debruma,


ein riesengroßes Dankeschön für diese Fülle an Hinweisen und Vorschlägen.  Daumen hoch  Daumen hoch Du hast mir damit einen echten Gefallen getan.
Das meiste davon konnte ich umsetzen, natürlich nicht alles. Jetzt werkle ich schon zwei Wochen praktisch jeden Tag an der Geschichte herum und wenn ich sie mit der ersten Version vergleiche, weiss ich, warum. Sollte ich mich einmal revanchieren können, lass es mich wissen.
Für mein Gefühl ist der Text nun gewaschen, geschneuzt und gekämmt, fein rausgemascherlt für die Kirmes.
Ich denke, ich werde die Geschichte auf meine HP stellen zum freien Download.

LG


rico


_________________
Ich schreibe, also bin ich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du keine Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Frage zwischendurch Ralphie SmallTalk im DSFo-Café 1 09.05.2019 14:09 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Schreiben bis zum Ende - oder doch zw... amigawriter Genre, Stil, Technik, Sprache ... 20 15.01.2018 09:52 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungBuchBuchEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlung

von Schmierfink

von Lapidar

von Leveret Pale

von Enfant Terrible

von MT

von Ralphie

von JT

von EdgarAllanPoe

von Alien78

von nebenfluss

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!