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Mit Sabber und Schmuddel zum Egozentriker


 

 
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Irna
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 43
Beiträge: 21
Wohnort: Heidewald


BeitragVerfasst am: 25.08.2011 20:44    Titel: Mit Sabber und Schmuddel zum Egozentriker eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Wollen sie sich abgrenzen und sich zu den Egozentrikern unserer Gesellschaft zählen? Kein Problem! Ich werde ihnen berichten, daß das einfacher ist, als man glaubt.
Um ihren Wunsch beizukommen, müssen sie sich einen Neufundländer anschaffen. Sobald der Bärenähnliche Hund ihren Haushalt und ihr Herz erobert hat, werden sie merken, daß der Putzwahn ihrer gelangweilten Frau schnell ein anderes Ventil gefunden hat. Sie ist jetzt viel mehr damit beschäftigt, dem Bären und seiner Erziehung ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Und werden sie jetzt ja nicht eifersüchtig. Als Egozentriker muß man schließlich Opfer bringen.
Sicher werden sie schon bemerkt haben , daß die Fliesen in ihrem Hause schon mal bessere Zeiten gesehen haben und sie manchmal das Gefühl haben, auszurutschen, wenn sie am frühen Morgen mit Socken an dem schnarchenden Ungetüm namens Neufundländer vorbeischleichen wollen. Das liegt nicht unbedingt immer an den Sand, der von den Tatzen fällt, sobald ihr Bär nach einem wunderbaren Spaziergang im Dauerregen die Bude besudelt hat. Schauen sie genauer hin!
Sieht der Bär nicht manchmal ein bißchen wie ein Säbelzahntiger aus? Vor allem wenn er Hunger hat? Recht haben sie.
Ich muß ihnen leider mitteilen, daß dieses furchteinflößende Aussehen keine außergewöhnliche Gebissstellung ist. Ich weiß, sie sind immer davon ausgegangen, wenn sie sich mit ihrem kanadischen Säbelzahnbärenhundetiger in die Öffentlichkeit gewagt haben und sie mit stolz geschwellter Brust ihre Umgebung in Angst und Schrecken versetzt haben. Sicher haben sie ihre Freude daran gehabt, wenn die Leute mit gerümpfter Nase einen Bogen um sie geschlagen haben oder ehrfurchtsvoll mit wahrendem Sicherheitsabstand gefragt haben, was sie denn bloß für ein außergewöhnliches Exemplar da an der Leine haben.
Diese merkwürdige Reaktion ist bestimmt nicht darauf zurückzuführen, daß ihre Umgebung tatsächlich von Säbelzähnen ausgegangen ist, sondern vielmehr haben diese Leute längst erkannt, was sie noch gar nicht bemerkt haben.
Die so genannten Säbelzähne sind nämlich ungemein beweglich und bestehen schlichtweg aus einer schleimigen Eiweißmasse.
Sie glauben mir nicht? Dann hocken sie sich doch mal vor ihren Neufundländer wenn er gerade pitschnaß und hungrig von draußen hereinkommt und warten darauf, bis er sich schüttelt. Danach werden sie merken, daß ihre Kleider nicht nur naß und schmuddelig sind, sondern auch, daß die Säbelzähne (zumindest für einen Moment) verschwunden sind.
Reiben sie mit den Händen über ihre Kleidung und dann werden sie nach wenigen Sekunden feststellen, daß sich auf ihren Handflächen nicht nur Wasser und Matsch befindet, sondern auch schleimiger Sabber.
Hoffentlich sind sie jetzt nicht allzu enttäuscht oder gar wütend. Nutzen sie die Produktion von eiweißigen Säbelzähnen doch einfach für ihren ausgeprägten Wunsch, sich von unserer Gesellschaft abzuheben. Strengen sie ihren kreativen Geist an! Geht nicht? Auch gut, dann werde ich ihnen auf die Sprünge helfen.
Mit Sicherheit empfangen sie manchmal unliebsamen Besuch, der ihnen den letzten Nerv raubt. Ich wette, daß sie am liebsten in die Dachlatte beißen würden, wenn sich beispielsweise ihr Chef mal wieder selbst bei ihnen einlädt, ihre Frau in die Petroullie bringt, etwas besonders schönes zu kochen und sie absolut keine Lust dazu haben, auch noch nach Feierabend schön förmlich über die Arbeit zu sprechen.
Ihr Bär wird ihnen helfen, die prekäre Situation schnell wieder aufzulösen. Versprochen!
Empfangen sie ihren Boss samt Anhang wie gehabt. Vergessen sie aber nicht, ihren Bären freien Zugang zu gewähren. Verhalten sie sich wie immer und betrachten sie die Situation als selbstverständlich. Auch wenn ihr Bär seine Säbelzähne abschüttelt und dies mit einer zirkusreifen Nummer auf dem Esstisch landen sollten. Vielleicht haben sie sogar Glück und ihr Bär übt sich gerade in Zielschießen. Dann könnte es passieren, daß einer der Sabberflatschen mit Doppelsalto im Essen ihres Chefs landet, oder am Ohr dessen Frau und dort wie eine weißschaumige Kreole hängen bleibt.
"Hübschen Ohrschmuck haben sie", können sie ihr dann schmeicheln und sich darüber freuen, daß das unerwünschte Dinner ein jähes Ende nimmt.
Ihren Job sind sie dann wahrscheinlich los, aber das macht nichts.
Eines ist jedenfalls sicher: Die kommen nie wieder!
Verfahren sie auch so mit anderen Gästen. Der Schwiegermutter zum Beispiel, oder mit dem Rest der buckligen Verwandtschaft.
Sinnvoll kommt der Bär auch zum Einsatz, wenn sich mal wieder eine Tupper- oder Dessousparty ihrer Frau ankündigt.
Aufgrund des hohen Eiweißgehaltes in ihrem Haus, sind sie die lästigen Weiber schnell wieder los und sie können in Ruhe ihr Bier genießen und außerdem....sie sind Gesprächsthema Nummer eins in ihrer nächsten Umgebung. Sie haben also ihr Ziel erreicht und sind endlich als Egozentriker gekürt worden.

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Nina
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor


Beiträge: 4355



BeitragVerfasst am: 25.08.2011 21:10    Titel: Re: Mit Sabber und Schmuddel zum Egozentriker Antworten mit Zitat

liebe irna,

ich hab leider nicht gelacht. Sad

hm. ich gehe mal durch den text.

Irna hat Folgendes geschrieben:
Wollen sie sich abgrenzen und sich zu den Egozentrikern unserer Gesellschaft zählen? Kein Problem! Ich werde ihnen berichten, daß das einfacher ist, als man glaubt.


inhaltlich; ich denke, man will  bzw. wird sich selbst nicht zu egozentrikern zählen, sondern wird so evtl. von anderen bezeichnet. es ist eher nichts, das man sich selbst aussucht. oder? insofern empfinde ich schon den einstiegssatz als nicht gelungen.
gerade der einstieg soll neugierig auf den text machen. also noch mal ran und knackiger schreiben! und wenn du einmal die "sie-form" gewählt hast, wäre es gut, dabei zu bleiben und nicht in die "man-variante" zu wechseln, wie du es hier gemacht hast.



Um ihren Wunsch beizukommen, müssen sie sich einen Neufundländer anschaffen. Sobald der Bärenähnliche Hund ihren Haushalt und ihr Herz erobert hat, werden sie merken, daß der Putzwahn ihrer gelangweilten Frau schnell ein anderes Ventil gefunden hat. Sie ist jetzt viel mehr damit beschäftigt, dem Bären und seiner Erziehung ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Und werden sie jetzt ja nicht eifersüchtig. Als Egozentriker muß man schließlich Opfer bringen.

um ihrem wunsch beizukommen wirkt viel zu gestelzt für deine geschichte, die ja insgesamt eher salopp daherkommen möchte. ich habe keine ahnung, wie neufundländer aussehen. selbst das "bärenähnlich" hilft mir überhaupt nicht. ich habe gerade mal gegoogelt. die sind ja fellig kuschlig. süß. *g*

wenn du hier plötzlich von putzwahngezeichneten frauen erzählst, kommt es mir vor, als hättest du zu weit ausgeholt und dich vergallopiert. ich kann nicht erkennen, warum das alles dazu beitragen soll, hinterher egozentriker genannt zu werden.



Sicher werden sie schon bemerkt haben , daß die Fliesen in ihrem Hause schon mal bessere Zeiten gesehen haben und sie manchmal das Gefühl haben, auszurutschen, wenn sie am frühen Morgen mit Socken an dem schnarchenden Ungetüm namens Neufundländer vorbeischleichen wollen. Das liegt nicht unbedingt immer an den Sand, der von den Tatzen fällt, sobald ihr Bär nach einem wunderbaren Spaziergang im Dauerregen die Bude besudelt hat. Schauen sie genauer hin!
Sieht der Bär nicht manchmal ein bißchen wie ein Säbelzahntiger aus? Vor allem wenn er Hunger hat? Recht haben sie.


das mit den fliesen kapiere ich auch nicht. vermutlich sabbert der hund alles voll. schnarchendes ungetüm, säbelzahntiger. sorry. ich kann dir nicht folgen. die sätze mit den ausrufezeichen stören mich auch. ich denke: wo soll ich hinschauen? warum? warum erzählst du mir das?

ich höre an dieser stelle mal auf. ich würde ein verschieben in die werkstatt anregen. da musst du noch mal ran an den text. insgesamt täte der geschichte mehr struktur gut. vielleicht überlegst du dir, welche anekdote du in welchem absatz erzählen willst und sich das ganze schließlich auf den entscheidenden punkt hinbewegt, an dem klar geworden ist, wie man denn nun zum egozentriker wird. warum jetzt ausgerechnet der neufundländer das kriterium sein soll und nicht z.b. ein bernhardiner oder schäferhund? ich weiß es nicht.

das mal als erste rückmeldung.

lg
nina


_________________
Liebe tut der Seele gut.
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G.T.
Autor

Alter: 33
Beiträge: 701



BeitragVerfasst am: 25.08.2011 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser Text macht mich regelrecht wütend. Du beschreibst hier keinen Egozentriker. Du beschreibst schlicht und ergreifend ein Arschloch. Ein Mensch, der sich möglichst asozial verhält.
Ein "Egozentriker" lässt sich viel detaillierter, intelligenter, viel perfider charakterisieren - und darin könnte ein gewisser Witz liegen.
Aber was ich mich frage, ist: Wieso sollte man nach deiner Anleitung Egozentriker werden? Es lohnt sich ja nicht einmal! Man wird nicht erfolgreicher, nicht glücklicher - man wird nur arbeitslos und alle hassen einen. Wozu also?
Du könntest deinen Text auch beginnen mit: "Wollen Sie unglücklich werden? Kein Problem!"

Das ist ein bemüht witziger Text ohne Inhalt.
Übrigens: "Sie" und "Ihnen" schreibt man groß. Nicht nur am Satzanfang.

Gruß.       G.T.
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Irna
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 43
Beiträge: 21
Wohnort: Heidewald


BeitragVerfasst am: 26.08.2011 20:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hei Nina!
Danke erst einmal für deine Tipps und die Kritik. Das mit dem vergaloppieren leuchtet mir ein. Es ist manchmal tatsächlich so, daß meine Gedanken in eine ganz andere Richtung gehen und ich dann beim Schreiben Purzelbäume schlage.
Habe meinen Text noch einmal überflogen. Auch das mit der "Sie" und dann "man"-Form ist mir aufgefallen.
Ich werde den Text bei Gelegenheit noch einmal überarbeiten.
Daß du geschrieben hast, daß dir das mit den Fliesen, Säbelzähnen etc. nicht einleuchtet, zeigt mir auch, daß es sich wohl mehr um einen Insidertext handelt. Also, für Besitzer eines Neufundländers bzw. Bernhardiners, die ja auch dieses "Sabberproblem" kennen.
Bisher habe ich den Text ja nur Besitzern eines solchen Hundes gezeigt, die ja ebenso wie ich mit so einem Tier den Haushalt teilen.
Daß ich daraus das mit dem Egozentriker entworfen habe, ist meinem manchmal ziemlich sarkastischen Humor zuzuordnen.

Hallo G. T.
Es war mit Sicherheit nicht meine Absicht, dich wütend zu machen. Ich wollte dich bestimmt nicht persönlich mit meinem Text angreifen und da mir deine Kritik nicht objektiv genug erscheint, kann ich nicht so viel damit angfangen.
Nichts für ungut,
Irna
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Maria
Geschlecht:weiblichEvolutionsbremse

Alter: 47
Beiträge: 7729

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BeitragVerfasst am: 27.08.2011 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Irna,

ich hab leider auch keine positivere Rückmeldung.

Ein Egozentriker ist doch ein selbstbezogener Mensch der sich für den Nabel der Welt hält. Der wird hier aber nicht beschrieben (auch nicht sarkastisch, einfach gar nicht^^). Reininterpretieren könnte ich einen Ehemann (z.B.), der sich über den Dreck freut, den sein Hund macht.

Zitat:
Wollen sie sich abgrenzen und sich zu den Egozentrikern unserer Gesellschaft zählen? Kein Problem! Ich werde ihnen berichten, daß das einfacher ist, als man glaubt.
Um ihren Wunsch beizukommen, müssen sie sich einen Neufundländer anschaffen. Sobald der Bärenähnliche Hund ihren Haushalt und ihr Herz erobert hat, werden sie merken, daß der Putzwahn ihrer gelangweilten Frau schnell ein anderes Ventil gefunden hat. Sie ist jetzt viel mehr damit beschäftigt, dem Bären und seiner Erziehung ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Und werden sie jetzt ja nicht eifersüchtig. Als Egozentriker muß man schließlich Opfer bringen.

Also abgrenzen will sich der Egozentriker ja nicht. Er will Mittelpunkt sein. Und Opfer bringen schon gleich dreimal nicht. Hier überlege ich noch, ob Du das vielleicht ironisch gemeint hast, aber durch den verunglückten Start verweigert mein Hirn beim ersten Lesen eben diese Möglichkeit komplett.

Nina und GT haben schon wichtige Dinge erwähnt. Der Text braucht einen anderen Aufbau, kein Witz oder Seitenhieb zündet. Interessanter fände ich hier die Ich-Perspektive, er beobachtet und erzählt anschaulich wieder, wie der Neufundländer Speichelnetze in der Wohnung spinnt. Dieses man und die (subjektiv: grauenhafte, fürcherliche) direkte Ansprache an den Leser stößt mich ab: NEIN, ich möchte kein Egozentriker sein, ergo: Geschichte für mich zu Ende wink

Gegen ende hagelt es dann Beispiele, sie rauschen an einem vorbei, ohne dass eine wirklich ein rundes Ende findet. Greif Dir doch eins raus und erzähl von einer Schwiegermutter, die ohnehin immer ein Haar in der Suppe findet und sich nun diesem Tier gegenüber sieht.
Vergaloppiert ist der richtige Ausdruck. Was hilft dagegen? Laaaangsaaaamer machen. Skizzieren, niederschreiben, liegen lassen. Nach paar Tagen sieht man die meisten Dinger selbst. Und sich selbst laut vorlesen.
Die Ausdrucksweise ist mir zu gestelzt für den dann doch eher schmalen und wenig giftigen Inhalt. Sie passte zu einem echten Arsch, der aber hier leider unter irgendwelchen Speichelhaufen versteckt ist ^^

Hoffe Du kannst etwas von meinen Eindrücken brauchen; verschoben in die Werkstatt und beste Grüße
Maria


_________________
Give me sweet lies, and keep your bitter truths.
Tyrion Lannister
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G.T.
Autor

Alter: 33
Beiträge: 701



BeitragVerfasst am: 28.08.2011 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Moin, Irna!
Damit wir uns da nicht missverstehen: Persönlich beleidigt hat mich dein Text natürlich nicht.  Mr. Green
Mit dem "wütend machen" meinte ich nur (seeehhhr subjekti, keine Frage), dass mich der unlogische Hau-drauf-Inhalt des Textes regelrecht wütend macht. Kennst du das nicht? Dass einen Texte geradezu aufregen, weil sie einem so wenig durchdacht erscheinen.
Nichts gegen dich nur gegen deinen Text.

Gruß.       G.T.
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Irna
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 43
Beiträge: 21
Wohnort: Heidewald


BeitragVerfasst am: 28.08.2011 17:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hei Maria und G.T.
Habe mir noch einmal gründlich Gedanken über meinen Text gemacht und bin darauf gestossen, daß ich wirklich ein bißchen unüberlegt vorgegangen bin.
Zum einen ist mir aufgefallen, daß man ihn aus zwei verschiedenen Sichtweisen sehen kann. Also, auf den Hund bezogen, oder auf den "Egozentriker", "Arschloch"  ohh oder auch "Ehemann".
Dabei wollte ich nur auf witzig, sarkastische Weise beschreiben, wie aufwendig, aber auch lustig der Alltag mit einem Neufundländer oder Bernhardiner sein kann.
Wenn ich wieder mehr Zeit habe, werde ich den Text von Grund auf noch einmal ändern und müßte ihn dann unter die Kategorie Tiergeschichten stellen (das war auch nicht so durchdacht).
Nun zu deiner Frage G.T., ob ich daß nicht auch kenne mit der Wut, wenn ein Text unüberlegt rausgehauen wird. Ehrlich gesagt, kenne ich das Gefühl nicht. Ich frag mich dann höchstens, was der Scheiß soll und denke nicht weiter darüber nach. Trotzdem kann ich deine Resonanz jetzt besser nachvollziehen. Habe echt gedacht: Ui, der ist ja richtig sauer auf dich. Was hab ich da gemacht?
Das ist irgendwie falsch bei mir angekommen. Aber jetzt hab ich´s ja verstanden.
LG Irna
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Irna
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 43
Beiträge: 21
Wohnort: Heidewald


BeitragVerfasst am: 11.09.2011 20:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Ihr,
jetzt habe ich mich nochmal an den Text gemacht und versucht, eure Tipps mit einzubauen.
Es ist ein völlig neues Ergebnis dabei herausgekommen.
Aber lest selbst:

Hundlicher Schmuddelalltag

Als der schwarze Welpe mit tapsigen Schritten in mein Leben geschlurft kam, habe ich wirklich nicht gewusst, was mich erwartet und mit wieviel Furore dieser Hund meinen Alltag umgestalten würde.
Eine leise, eindringliche Stimme hatte mir damals einsuggerieren wollen, daß ein Neufundländer anders wäre, als andere Hunde.
So schlimm kann es nicht sein, dachte ich. Mein halbes Leben habe ich mit Hunden verbracht und was sollte an einem Neufundländer anders sein?
Na gut, er ist überdurchschnittlich groß und er hat viel, viel Fell.
Aber sonst...

Im Laufe der Zeit, musste ich feststellen, daß die Stimme Recht hatte. Ein Neufundländer ist nicht wie ein Hund.
Oft habe ich, überall dort wo mich mein Neufundländer hin begleitet, gehört, daß er einem Bären gleicht und ich bin längst dahinter gekommen, daß das nicht nur auf sein Äußeres zutrifft.
Stur und tollpatschig wie ein Bär, verschiebt er mit Leichtigkeit das Wohnzimmermobiliar, wenn er Hunger hat und in mir nur noch den Futterspender sieht. Der Geifer hängt ihm dann, wie zwei Säbelzähne, links und rechts aus dem Maul heraus und aus seinen riesigen Nasenlöchern entweichen lautstarke Schnüffelgeräusche.
Gelegentlich fliegt der Sabber mit einem Doppelsalto durch die Luft und trifft die unmöglichsten Stellen.
Es ist schon vorgekommen, daß ich mich wie in einer Tropfsteinhöhle fühle, wenn plötzlich ein Sabberflatschen von der Decke auf meine Schulter tropft.
Einmal hatte ich sogar einen recht ungewöhnlichen Ohrschmuck an meinem linken Ohr hängen, nachdem sich mein Neufundländer ausgiebig geschüttelt hat.
Nicht zu verachten sind auch seine Pfoten, die ich eher als Tatzen bezeichnen würde. Tatzen mit Schwimmhäuten, die viel Wasser und Sand ins Haus schleppen, es in eine Sandkiste verwandeln und mich zur Putzkönigin werden lassen.

All diese Unannehmlichkeiten vergesse ich allerdings, wenn ich sehe, wie mein Neufundländer durch die Augen zu mir spricht und mich lehrt, was für Talente hinter seiner bärenhaften Sturheit und seiner Vorliebe, sich schmuddelig zu machen, stecken.
Einmal habe ich mich mit ihm im Wald verlaufen und er führte uns wie selbstverständlich, seinem inneren Navigationsystem folgend, in bekanntes Gelände zurück.
Doch sein Rettungsinstinkt, den er mit Vorliebe im Wasser auslebt, beeindruckt mich noch viel mehr.
Mit seinen Bärenkräften schafft er es sogar, einen mit drei Personen besetzten Zodiak ans Ufer zu ziehen.

In manchen Nächten raubt mir eindringliches Wolfsgeheul den Schlaf und wenn ich dann mit einem leichten Schaudern nach dem Rechten gucken will, liegt mein bärenähnlicher Hund lang ausgestreckt, die Tatzen in die Luft gereckt, vor der Haustür und schlummert friedlich vor sich hin, als ob nichts gewesen wäre.
Dann frage ich mich, was für eine Tierart dort eigentlich den Alltag mit mir teilt und komme zu den Entschluss, daß mein Neufundländer etwas sehr ursprüngliches ist und gehe mit einem Lächeln im Gesicht wieder ins Bett.
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Nicki
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

Alter: 63
Beiträge: 4744
Wohnort: Mönchengladbach
Ei 10


BeitragVerfasst am: 11.09.2011 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Irna,
deine Geschichte ist schon deutlich besser geworden. Was mir jedoch spontan auffällt: jedes zweite Wort heißt: Neufundländer. ein bis zweimal reicht, es gibt sicher noch andere Bezeichnungen.
Gönne deinem "Kleinen" doch einen Namen, den du dann verwenden solltest.  Er ist schließlich kein unpersönlicher Gegenstand, wie es durch die reine Rassenbezeichnung in deinem Text herüberkommt.
MfG
Nicki
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Zeth Jin
Geschlecht:männlichSchreiber-Lehrling

Alter: 34
Beiträge: 149



BeitragVerfasst am: 12.09.2011 22:51    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag,

Es wäre schön, wenn du in der aktuellen Rechtschreibversion schreiben würdest (dass, bisschen etc.) Ansonsten hapert der Stil mir an einigen Stellen; was aber Meckern auf hohem Niveau zu sein scheint. Ich steh drauf, Sätze so einfach und ausdruckstark, wie nötig zu gestalten.
Mir gefällt der Titel (immerhin wink ), vom Inhalt öde und am von mir erdachten Thema voll vorbei. Wenn es sich um falsche Erwartungen handelt, fallen Kritiken oft harrscher aus, als normalerweise. Es gibt also eine Indiskrepanz zwischen Titel und Text.
An deiner Stelle würde ich den Titel behalten und einen neuen Text, in schön und mit Witz, schreiben.

Alles wird gut
Zeth
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Irna
Geschlecht:weiblichSonntagsschreiber

Alter: 43
Beiträge: 21
Wohnort: Heidewald


BeitragVerfasst am: 13.09.2011 19:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Nicki und Zeth,
danke für Eure Kritik. Es freut mich, daß der Text besser geworden ist. Das mit der häufigen Betitelung "Neufundländer" ist mir eben erst aufgefallen.  Shocked Mit einem Namen für den "Kleinen" würde sich der Text schon ganz anders lesen. Da hast du echt Recht, Nicki.

Das Dir der Titel gefällt, finde ich Klasse. Da hatte ich nämlich ziemliche Zweifel und bin jetzt ganz positiv überrascht.
Was die Witzigkeit des Textes betrifft...naja, ich werde noch mal versuchen, daß ganze ein wenig lustiger zu gestalten. Aber ich kann nicht versprechen, ob mir das wirklich gelingt, weil ich ja lieber "böse" schreibe und mich an diesem Text auch im humoristischen Bereich versuche. Ich will mich nicht so einfahren und leeernen Verstecken
Ich werde den Text noch einmal überarbeiten und bin gespannt, was dann dabei herauskommt. Kann aber ein wenig dauern. Nicht böse sein.
LG Irna
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Ilona
Autor


Beiträge: 593
Wohnort: irgendwo in Hessen


BeitragVerfasst am: 13.09.2011 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Irna

das kann eine richtig süsse Schmunzelgeschichte für Bären - äh Hundeliebhaber werden, momentan liest es sich allerdings wie ein Bericht eines unbeteiligten Zuschauers. Du musst als Erzähler näher heran rücken. Zudem möchte ich deine Aufmerksamkeit auf deinen Satzbau lenken. Wenn Du Interesse erziehlnen möchtest, serviere die Informationen in der richtigen Reihenfolge:
Zitat:
Stur und tollpatschig wie ein Bär, verschiebt er mit Leichtigkeit das Wohnzimmermobiliar, wenn er Hunger hat und in mir nur noch den Futterspender sieht.


Hier schreibst du zuerst allgemeines, dann das Ergebnis und am SChluss den Grund.

Er ist stur und tollpatschig wie ein Bär. Wenn er Hunger hat - und in mir nur noch den Futterspender sieht - verschiebt er mit Leichtigkeit die Wohnzimmermöbel, nur um an seinen Futternapf zu kommen.

Ich habe deinen Satzbau im Grunde gelassen nur die Reihenfolge verändert und die Schlussfolgerung hinzugefügt. Weshalb ein Hund Wohnzimmermöbel verschiebt ist nicht ohne weiteres ersichtlich

Schau dir den Text auf diesen Punkt einmal an, wirst sehen, er wird gewinnen.

Grüße von

Ilona
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