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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Odessa


 

 
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Extradiegetisch
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BeitragVerfasst am: 04.08.2011 10:59    Titel: Odessa eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Das ist mein erster Versuch eines sogenannten Stream of Consciousness. Ich dachte mir, dass ich den als Fan der Moderne beherrschen sollte. Beim Stream of Consciousness (oder auch Bewusstseinsstrom) versucht der Autor Gedankenfetzen, Erinnerungen, Eindrücke usw. so wiederzugeben wie sie uns im Kopf herumfliegen. Wen das interessiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Stream_of_consciousness oder: http://www.li-go.de/definitionsansicht/prosa/bewusstseinsstrom.html

Soviel dazu, jetzt aber ohne Umschweife zu "Odessa" (Sprünge in Gedankengängen sind durch Leerzeichen zwischen den Absätzen gekennzeichnet ^^ )


Odessa


Feuer, Rauch, Gebranntes, Verbranntes, Haut, Haare, flirrende Funken wie Glühwürmchen. Ich fühle nichts wenn ich daran denke. Früher war das anders und an dem Abend, ich hörte das Klirren, Krachen, Schleifen vor dem Fenster ich hätte fast geweint vor Freude, weil ich wusste er ist tot ich habs gespürt, irgendwas war weg. Es war ein schneller Tod wurde mir gesagt, ich wollte, dass er leidet, wollte dass er bis zuletzt am Leben bleibt am Besten verbrennt wie auf dem Scheiterhaufen, zerspringendes Glas 1100°C im im brennenden Auto, die Hitze hätte ihn in den Sitz gebacken. Man hätte seine Überreste rausschneiden, nochmal verbrennen müssen und man hätte nicht gewusst ob das der Vater ist in der Urne oder der Ledersitz. Er hätte es verdient, er hätte viel mehr verdient ich kenne kein Wort für das was ihm zusteht, wie konnte Mutter so einen Menschen lieben? Wie konnte sie mit diesem Menschen so etwas wunderbares zeugen wie meinen Bruder?

Die Nacht war klar, draußen die Grillen und Moskitos –

Er ist dein Bruder Odessa!
Na und? Was heißt das schon, wir sind das gleiche Fleisch das gleiche Blut mehr nicht.
Du bist krank!
Blut und Liebe sind zwei verschiedene Dinge.
Was habe ich getan so eine kranke Familie zu verdienen!
Du hast Papa geheiratet, hab ich gesagt und sie hat geweint und geschrien sie wolle endlich sterben und dann senkte man seinen Sarg ins Loch und jeder hat geweint und ich weinte außen, aber innen habe ich gelacht. Der Moment war so schön ich wollte sterben.

– Wenn er mich angefasst hat, wollte ich dass wir beide sterben, Felix.
Er hielt meine Hand und die Insekten um uns herum rauschten als widersprächen sie.
Er ist tot Odessa.
Ich weiß.

Einen Monat später war Oma tot, Mutter hat gesagt sie sei vor Schande gestorben weil die Familie vor die Hunde geht.
Ich habe gesagt sie hat vor vierzig Jahren damit angefangen vor die Hunde zu gehen. Dann hat sie geweint wie ein kleines Kind. Ich sagte es seien die Männer dieser Familie gewesen, die Schweine waren, außer Felix.
Du Miststück! Felix ist das größte Schwein. Schläft mit seiner Schwester, schrie sie und riss die Arme in die Luft, es tut mir leid euch geboren zu haben!
Reg' dich nicht auf Mutter, sonst kriegst du wieder Nasenbluten.

Wir sind krank, Felix.
Red' nicht so. Blut ist Blut ist Blut ist Blut. Es bedeutet nichts.
Es ist falsch, egal was du sagst.
Du redest wie Mutter.
Es roch nach Sommerregen und frisch gemähtem Gras, es roch nach grün.
Vielleicht hat sie Recht.
Sie hat in ihrem Leben noch nie etwas richtig gemacht.
Außer endlich zu sterben sagte ich.
Es war so schön, ich wollte sterben. Blut ist Blut, Odessa. Ich weiß.

Das Blut schoss aus der Ader und klatschte gegen die Fließen. Das Geräusch war so laut und dramatisch, wie ein Pistolenschuss. Der Boden der Badewanne wurde rot, dann holte ich Verband aber es wollte nicht aufhören zu bluten. Felix hat mich kurz gehasst dafür und hat gesagt schneid' so Odessa, du musst der Länge nach schneiden, sonst bringt es nichts. Und ich hab gesagt er solls für mich machen. Ich warf meine Haare zur Seite.
Machs doch endlich. Schneid' mir in den Hals. Gehen wir auf Nummer sicher!
Ich mach es wenn du willst!
Dann mach! Er hielt mir die Klinge an den Hals, hatte die Augen aufgerissen ich spürte seinen Atem auf meinem Gesicht, er fletschte die Zähne wie ein Tier. Ein Rinnsal floss mir in den Ausschnitt. Er ließ die Klinge auf den Boden fallen und wischte mir das Blut von der Brust, zerrieb es zwischen seinen Fingern, wie etwas Fremdes.
Wir haben es im Blut, hat er gesagt, wir sind verflucht, hat er gesagt. Ja, hab ich gesagt, es ist das Blut.



_________________
Schundliteratur ist besser. Sie quillt stärker, breiter auch aus stärkeren, reicheren und reineren Instinkten.

Alfred Döblin
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Kew
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BeitragVerfasst am: 04.08.2011 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Extradiegetisch,

das ist aber kein Bewusstseinsstrom - viel zu erzählend, erläuternd. Das klingt für mich eher nach Ich-Erzählung mit hohem assoziativ Anteil.

Zitat:
Er ist dein Bruder Odessa!
Na und? Was heißt das schon, wir sind das gleiche Fleisch das gleiche Blut mehr nicht.
Du bist krank!
Blut und Liebe sind zwei verschiedene Dinge.
Was habe ich getan so eine kranke Familie zu verdienen!
Du hast Papa geheiratet, hab ich gesagt und sie hat geweint und geschrien sie wolle endlich sterben und dann senkte man seinen Sarg ins Loch und jeder hat geweint und ich weinte außen, aber innen habe ich gelacht. Der Moment war so schön ich wollte sterben.


Zitat:
Wir sind krank, Felix.
Red' nicht so. Blut ist Blut ist Blut ist Blut. Es bedeutet nichts.
Es ist falsch, egal was du sagst.

Das ist doch ein Widerspruch, oder nicht?

Zitat:
Reg' dich nicht auf Mutter, sonst kriegst du wieder Nasenbluten.

Die Reaktion gefällt mir. Gut getroffen.

Zitat:
schrie sie und riss die Arme in die Luft

Dashier klingt für mich dagegen sehr theatralisch. Braucht es das wirklich?

Dann noch der Selbstmord am Schluss. Da wird's nicht ganz einfach zu verstehen.
Er schneidet sich ne Aterie auf. Sie holt Verbandzeug, dann schneidet er ihr die Halsschlagader auf. Stimmt das so?
Falls ja, könnte noch etwas deutlicher gemacht werden. Falls nein, braucht es erst recht mehr Deutlichkeit. (Außer ich stehe hier als einziger auf dem Schlauch.)

Zitat:
Ein Rinnsal floss mir in den Ausschnitt.

Das klingt so harmlos. Wenn ihre Kehle aufgeschlitzt ist (ich vermute das mal), dann müsste da doch mehr Blut sein.

Noch so'n Punkt:
Du schmeißt da zwei sexuelle Konflikte in einen Topf - so wie ich das sehe: Kindesmissbrauch plus Inzest. Reicht da nicht ein Konflikt und der dafür etwas ausführlicher?

Achja und die beiden haben ja eine seltsame Art von Erotik. Smile

Gruß,
Kew
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Extradiegetisch
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BeitragVerfasst am: 04.08.2011 13:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Zitat:
das ist aber kein Bewusstseinsstrom - viel zu erzählend, erläuternd. Das klingt für mich eher nach Ich-Erzählung mit hohem assoziativ Anteil.


Ich dachte, wenn ich noch weniger erläutere blickt man garnicht mehr durch >.< Ist einer meiner ersten Versuche des Bewusstseinsstroms.
Hast du ne Ahnung, wie ich es besser machen könnte? Buch


Zitat:
Wir sind krank, Felix.
Red' nicht so. Blut ist Blut ist Blut ist Blut. Es bedeutet nichts.
Es ist falsch, egal was du sagst.


[quote]Das ist doch ein Widerspruch, oder nicht?[quote]

Wieso? Den ersten Satz sagt Odessa, dann kommt Felix und dann wieder Odessa.


Zitat:
schrie sie und riss die Arme in die Luft

Zitat:
Dashier klingt für mich dagegen sehr theatralisch. Braucht es das wirklich?


Nee. Das braucht es nicht. Hast recht.


Zitat:
Dann noch der Selbstmord am Schluss. Da wird's nicht ganz einfach zu verstehen.
Er schneidet sich ne Aterie auf. Sie holt Verbandzeug, dann schneidet er ihr die Halsschlagader auf. Stimmt das so?
Falls ja, könnte noch etwas deutlicher gemacht werden. Falls nein, braucht es erst recht mehr Deutlichkeit. (Außer ich stehe hier als einziger auf dem Schlauch.)


Nein, nein, nein. Sie schneidet sich die Pulsadern auf, bekommt dann aber doch Angst und holt Verband. Sie will, dass er ihr die Kehle durchschneidet, aber er hält ihr die Klinge nur an den Hals und schafft es nicht, deswegen auch nur das Rinnsal.

Zitat:
Noch so'n Punkt:
Du schmeißt da zwei sexuelle Konflikte in einen Topf - so wie ich das sehe: Kindesmissbrauch plus Inzest. Reicht da nicht ein Konflikt und der dafür etwas ausführlicher?


Ich wollte einfach mal ausprobieren wie viele Probleme ich einem Prota aufbürden kann ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. War das schon zu viel?

Zitat:
Achja und die beiden haben ja eine seltsame Art von Erotik. Smile


Dem stimme ich zu. =D

Danke für deine ausführliche Antwort =D


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Kew
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BeitragVerfasst am: 04.08.2011 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal.

Zitat:
Wieso? Den ersten Satz sagt Odessa, dann kommt Felix und dann wieder Odessa.

Das bezog sich auf beide Zitate.

Ich hatte das so verstanden, dass Odessa ihren Inzest erst verteidigt (der Mutter gegenüber) und dann verdammt (bei Felix). Vielleicht habe ich da aber auch was in den falschen Hals bekommen.


Zitat:
Nein, nein, nein. Sie schneidet sich die Pulsadern auf, bekommt dann aber doch Angst und holt Verband. Sie will, dass er ihr die Kehle durchschneidet, aber er hält ihr die Klinge nur an den Hals und schafft es nicht, deswegen auch nur das Rinnsal.

Okay. Aber warum will sie dann doch sterben. Das ist ein ziemlicher Wechsel in so kurzer Zeit.
Außerdem sie verblutet doch anscheinend ohnehin. Weshalb noch mal Halsabschneiden.

Zitat:
Ich wollte einfach mal ausprobieren wie viele Probleme ich einem Prota aufbürden kann ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. War das schon zu viel?

Glaubwürdig bleibst du. Ich denke nur, dass es nicht umbedingt beide Konflikte bräuchte. Und eine Reduzierung möglicherweise ein Gewinn wäre. Wenn du aber beide behalten willst, passt das schon.

Zitat:
Ich dachte, wenn ich noch weniger erläutere blickt man garnicht mehr durch >.< Ist einer meiner ersten Versuche des Bewusstseinsstroms.
Hast du ne Ahnung, wie ich es besser machen könnte?

Tja. So ist das halt bei Gedankenströmen. Da blickt man nicht zwangsläufig mehr durch.

Wie man es besser machen kann? Ist nicht einfach. Vielleicht hilft das vielzitierte Paradebeispiel von Joyce.
Ansonsten ein paar Vorschläge, ohne Gewähr, dass tatsächlich zutreffend oder so.

- Mehr Sprünge (man denkt nicht immer Zusammenhängend) vor allem kurze Abweichungen nach dem Motto: Thema A, kurz Thema B, dann wieder Thema A.

- nur assoziativ zurechtfertigende Verbindungen

- Fixierung auf einzelne Bilder statt auf logische Abläufe (beim freien Gedankenschweifen tauchen bei mir eher Bilder auf als "Geschichten" wobei dann diese Bilder häufig nur bestimmte Details haben - einfaches Beispiel: man erinnert sich nur an die Nase einer Person, wenn man an deren Aussehen denkt. In einem Gedankenstrom darf dann auch wirklich nur diese auftauchen.)

- Auflösen der Grammatik (hier wird's dann schwierig mit der Lesefreundlichkeit aber diese Gattung ist bei "korrekter" Ausführung eben keine leichte Kost).

- Wiederholungen (Gedanken kreisen ja bekanntlich gerne. Aber auch hier Vorsicht. Lieber andeuten als ewig auswälzen. Man muss es ja nicht "schlimmer" machen als es ist.)

- Keine Erklärungen (Man selbst weiß ja alles, daher keine Erklärungen beim Denken, außer diese sind für einen selbst notwendig - man versucht sich Beispielsweise das Verhalten einer Person zuerklären.)

Hoffe es hilft.
Für Korrekturen immer offen.

Gruß,
Kew
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BeitragVerfasst am: 05.08.2011 21:58    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Feuer, Rauch, Gebranntes, Verbranntes, Haut, Haare, flirrende Funken wie Glühwürmchen. Ich hörte das Klirren, Krachen, Schleifen vor dem Fenster ich hätte fast geweint vor Freude, weil ich wusste er ist tot ich habs gespürt, irgendwas war weg.
Keine Sorge, er war sofort tot, er hat nichts gespürt.
Ich wollte, dass er leidet, wollte dass er bis zuletzt am Leben bleibt am Besten verbrennt wie auf einem Scheiterhaufen, zerspringendes Glas 1100°C im im brennenden Auto, die Hitze hätte ihn in den Sitz gebacken. Man hätte seine Überreste rausschneiden, nochmal verbrennen müssen und man hätte nicht gewusst ob das der Vater ist in der Urne oder der Ledersitz. Er hätte es verdient, er hätte viel mehr verdient ich kenne kein Wort für das was ihm zusteht, wie konnte sie so einen Menschen lieben? Wie konnte sie mit diesem Menschen so etwas Wunderbares zeugen wie meinen Bruder?

Felix, wir dürfen nicht – ein Fleisch ein Blut.
Die Nacht war klar, draußen die Grillen und Moskitos –

Er ist dein Bruder Odessa!
Na und? Was heißt das schon, wir sind das gleiche Fleisch das gleiche Blut mehr nicht.
Du bist krank!
Blut und Liebe sind zwei verschiedene Dinge.
Was habe ich getan so eine kranke Familie zu verdienen!
Du hast Papa geheiratet, hab ich gesagt und sie hat geweint und geschrien sie wolle endlich sterben und dann senkte man seinen Sarg ins Loch und jeder hat geweint und ich weinte außen, aber innen habe ich gelacht. Der Moment war so schön ich wollte sterben.

– Wenn er mich angefasst hat, wollte ich dass wir beide sterben, Felix.
Er hielt meine Hand und die Insekten um uns herum rauschten als widersprächen sie.
Er ist tot Odessa.
Ich weiß.

Einen Monat später war Oma tot,
Ringel, Ringel, Rosen!
Schöne Aprikosen!
Veilchen blau, Vergißmeinnicht!
Alle Kinder setzen sich!  

Sie ist gestorben, weil die Familie vor die Hunde geht! Man senkte seinen Sarg ins Loch und ich habe gelacht.
Ich habe gesagt sie hat vor vierzig Jahren damit angefangen vor die Hunde zu gehen. Dann hat sie geweint wie ein kleines Kind. Ich sagte es seien die Männer dieser Familie gewesen, die Schweine waren, außer Felix.
Du Miststück! Felix ist das größte Schwein. Schläft mit seiner Schwester,  es tut mir leid euch geboren zu haben!
Reg' dich nicht auf Mutter, sonst kriegst du wieder Nasenbluten.

Wir sind krank, Felix.
Red' nicht so. Blut ist Blut ist Blut ist Blut. Es bedeutet nichts.
Es ist falsch, egal was du sagst.
Du redest wie Mutter.
Es roch nach Sommerregen und frisch gemähtem Gras, es roch nach grün. Es rauschten die Insekten als widersprächen sie.
Vielleicht hat sie Recht.
Sie hat in ihrem Leben noch nie etwas richtig gemacht.
Außer endlich zu sterben sagte ich.
Es war so schön, ich wollte sterben. Blut ist Blut, Odessa. Ich weiß. Man senkte seinen Sarg ins Loch.

Das Blut schoß aus der Ader und klatschte gegen die Fließen. Das Geräusch war so laut und dramatisch, wie ein Pistolenschuss. Der Boden der Badewanne wurde rot, Ringel, Ringel, Rosen, dann holte ich Verband aber es wollte nicht aufhören zu bluten.
Schneid' so Odessa, du musst der Länge nach schneiden, sonst bringt es nichts.
Machs doch endlich. Schneid' mir den Hals durch. Gehen wir auf Nummer sicher!
Ich mach es wenn du willst!
Dann mach! Er hielt mir die Klinge an den Hals, hatte die Augen aufgerissen ich spürte seinen Atem auf meinem Gesicht, er fletschte die Zähne wie ein Tier – draußen die Grillen und Moskitos, der Sarg senkte sich ins Loch, das Insektenrauschen. Ein Rinnsal floss mir in den Ausschnitt. Er ließ die Klinge auf den Boden fallen und wischte mir das Blut von der Brust, zerrieb es zwischen seinen Fingern, wie etwas Fremdes.
Wir haben es im Blut, hat er gesagt, wir sind verflucht, hat er gesagt. Ja, hab ich gesagt, es ist das Blut.


Ich hab nur ein paar Kleinigkeiten verbessert, in der Hoffnung es nicht zu verschlimmbessern.


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Alfred Döblin
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BeitragVerfasst am: 08.08.2011 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal,

die kleinen Assoziativsprünge, die jetzt drin sind, haben mir gefallen - könnten für mich ruhig noch häufiger vorkommen.

Verschlimmertbesser? Eigentlich nicht, nur das viele "Blut ist Blut" nervt mich persönlich. Ich weiß, ich habe dir das Gegenteil geraten und, dass man durchaus in Klischees denkt. Aber könntest du die Wiederholung nicht mit einem anderen Element machen, nicht einem so abgedroschenen? Vielleicht deinen eigenen Formulierung für den gleichen Sachverhalt. Vielleicht macht sie ihre Gleichheit bzw. Verschiedenheit an einem bestimmten Detail, einer bestimmten Erinnerung fest (vielleicht ein Foto, aufdem sie sich als Babys zum Verwechseln ähnlich sehen).

Gruß,
Kew
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