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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Mörderische Gräflichkeiten


 
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Hardy-Kern
Kopfloser

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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 17:27    Titel: Mörderische Gräflichkeiten eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Ein Versuch, mit wenigen Adjektiven und Füllwörtern auszukommen.
Zwei Teile noch angesagt.


Die Mähre, liebevoll Rosi genannt, zieht schnaufend einen alten Ackerwagen den Hügel hinauf.
Ihre Hufeisen krallen sich in den gefurchten, verwitterten Gesteinsboden eines alten Feldweges. Rosi schnauft Rotz  aus den Nüstern und stinkt aus allen Falten des alten Fells ihres verbrauchten Körpers, der zum Lande- und Fressplatz unzähliger Insekten wird. Sie lässt ab und an laute Winde nach hinten streichen. Auf dem Kutscherbock sitzt ein alter Mann, welcher ob jedes Furzes der Mähre flucht und trotzdem genüsslich schnuppert. Solange die Verdauung stimmt kann der Gaul noch arbeiten, denkt der Mann. Ab und an kommt ein Fluch über seine schmal gewordenen Lippen und er lässt seine Peitsche lachend über den Rücken Rosis’ knallen, zum Schrecken der lästigen Insekten.

Der Mann und seine Rosi haben den Auftrag, zwei leere, 500 Liter fassende Wasserbehälter auf einen Hügel zu transportieren. Diese Behälter werden öfter im Obstbau zur Bekämpfung von Schädlingen, zum Wassertransport eingesetzt. Dem Kutscher Franz, der den Wagen steuert ist dieser Auftrag zwar nicht geheuer, aber was soll es. Der Gutsverwalter hat es, mit zu meldender Ausführung  befohlen und so wird es ausgeführt. Auf dem kleinen Hügel angelangt, wartet Franz auf weitere Anweisungen und bricht einen Priem aus seinem Tabakriegel. Das Kauen und Spucken des Tabaks beruhigen ihn. Mit einem saftigen Strahl, der aus seinen Zahnruinen spritzt, ärgert er seine Rosi schon jahrelang, wenn er den Saft gezielt auf ihre Schnecke setzt. Sie wiehert kurz, schüttelt die graue Mähne und versucht die leicht brennende Brühe mit dem Schweif abzuwedeln. Das soll natürliche Hygiene sein, meint der Tierarzt und beugt Infektionen der Scheide vor. Da Rosi bei diesem Akt mit dem rechten Bein nach hinten austritt, muss Franz jeden Morgen ihr Hufeisen kontrollieren. Ein Hufeisen im Gesicht wäre für den Kutscher sehr unangenehm. So versteht man sich zwischen Ross und Kutscher.

Sie erreichen eine herrliche Ecke Natur. Apfelbäume in der Blüte werden von grünen Weizen- und gelben Rapsfeldern umsäumt. An den Wegrändern stehen bunte Imkerwagen, deren fleißigen Bewohner für eine gute Befruchtung der vielen Apfelblüten sorgen. Franz sieht liebevoll auf drei Hektar Obstbäume. Zwei Jahre haben die Mitarbeiter des Gutshofes benötigt diese Plantage aufzubauen und er, Franz, hat die Setzlinge mit gepflanzt und gepflegt. Rosi, zog nach alter Tradition den Schälpflug durch die Plantage, um den Boden zu lockern und Unkraut zu bekämpfen. In diesem Jahr soll die erste größere Ernte stattfinden. Franz freut sich auf diese Ernte, fallen für jeden einige Flaschen Apfelmost und Wein ab.

Während er die Natur beobachtet und überlegt, was es mit den leeren Wasserbehältern auf seinem Anhänger für eine Bewandtnis haben soll, bemerkt er einen Tankwagen der auf einem befestigten Weg seine Richtung ansteuert. Ein schwarz lackierter Tank, mit gelber Aufschrift „Esso“, lässt ihn nachdenklich werden. Ein junger Mann steigt aus dem Fahrerhaus und begrüßt den Alten.
„Ich soll hier 1000 Liter Diesel abfüllen, wahrscheinlich in ihre Wasserfässer?“, fragt der Mann.
„Weiß ich nichts von“, sagt Franz mürrisch. Der Mann holt einen Auftragsschein aus der Tasche  und Franz denkt, es würde wohl alles seine Richtigkeit haben als er die Unterschrift seines Herrn
sieht. Franz setzt seinen Ackerwagen zum Tanklaster zurück. Der junge Mann zieht den Schlauch von der Rolle, befüllt die beiden Fässer, lässt Franz unterschreiben und meint er würde noch einmal kommen, wenn es nicht reicht.
Für was es reichen soll, fragt Franz  Weiß er auch nicht, so die Antwort.

Tausende Liter Wasser und Jauche hatte Franz in vielen Jahren in den Wasserfässern transportiert, aber Diesel? Sehr eigenartig diese Sache. Er führt Gespräche mit seiner Rosi, doch sie scheint auch keine Antwort parat zu haben, wiehert und furzt, wahrscheinlich durch den Gestank des Diesels noch mehr animiert. Franz spannt sie aus, sie grast am Wegrand und äppelt.
In der Ferne ist eine kleine Staubwolke zu sehen, welche Kurs Richtung Hügel nimmt. Franz schwingt sich vom Bock, um seinen Gutsherren, Oranio Graf von Obstholzen zu begrüßen, der von seiner Harley Davidson steigt. Komische Zeiten, denkt Franz. Oranios Vater ritt früher auf seinem Araberhengst über die Felder trotzdem Pferd und  Herr ein Glasauge hatten. Irgendwie kamen Ross und Reiter zum Freien Fall, und der Gaul musste wegen eines Beinbruchs getötet werden. Mit dem erlösenden Schuss für sein Pferd, bekam der alte Gutsherr einen Herzinfarkt und verstarb zappelnd  neben seinem Arabergaul. Ja, das waren Zeiten, schmunzelt Franz.

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derSibirier
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn's in der Prosa steht, möchtest du wahrscheinlich keine Hinweise auf stilistische Mängel erhalten, wenn's doch so ist, dann sag's.

Gesamteindruck:

Trotz einiger unnötigen Doppelungen, manch schlechter Wortwahl und sonstigem Blablabla, ein Text, der mit gefällt.

Man möchte das Zeug weiterlesen.

Grüße
Sibirier
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DasProjekt
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hardy,

ich hoffe doch mal, du meintest deine Einleitung ironisch?
Ich hab es unter diesem Aspekt angelesen: "Ein Versuch, mit wenigen Adjektiven und Füllwörtern auszukommen."

Und hier meine Anstreichungen, unter selbigem Aspekt:

Zitat:
Die Mähre, liebevoll Rosi genannt, zieht schnaufend einen alten Ackerwagen den Hügel hinauf.
Ihre Hufeisen krallen sich in den gefurchten, verwitterten Gesteinsboden eines alten Feldweges. Rosi schnauft Rotz aus den Nüstern und stinkt aus allen Falten des alten Fells ihres verbrauchten Körpers, der zum Lande- und Fressplatz unzähliger Insekten wird. Sie lässt ab und an laute Winde nach hinten streichen. Auf dem Kutscherbock sitzt ein alter Mann, welcher ob jedes Furzes der Mähre flucht und trotzdem genüsslich schnuppert. Solange die Verdauung stimmt kann der Gaul noch arbeiten, denkt der Mann. Ab und an kommt ein Fluch über seine schmal gewordenen Lippen und er lässt seine Peitsche lachend über den Rücken Rosis’ knallen, zum Schrecken der lästigen Insekten.


So ein kurzes Stück, viermal "alt", zweimal "ab und an", krallende Hufeisen, eine lachende Peitsche, ein (mindestens ein) Kommafehler und ein Abgleiten ins Passiv.

An dieser Stelle habe ich dann aufgehört, denn wohin du damit willst, musst du selber wissen.


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Hardy-Kern
Kopfloser

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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 19:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

DasProjekt hat Folgendes geschrieben:

So ein kurzes Stück, viermal "alt", zweimal "ab und an", krallende Hufeisen, eine lachende Peitsche, ein (mindestens ein) Kommafehler und ein Abgleiten ins Passiv.

Sehe ich und wird geändert. Merke, dass ich wahrscheinlich für den Fortlauf der Geschichte einige einleitende Adjektive benötige.
Kann dann noch für den 2. Teil was ändern. Danke!

Hardy
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Hardy-Kern
Kopfloser

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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 19:41    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

derSibirier hat Folgendes geschrieben:

Trotz einiger unnötigen Doppelungen, manch schlechter Wortwahl und sonstigem Blablabla, ein Text, der mit gefällt.
Grüße Sibirier

Werde mir mit dem weiteren Blah... Mühe geben.
Schlechte Wortwahl? Tipp, bitte.

Hardy
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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Hardy,

die Atmosphäre in deinem Text hat mir hervorragend gefallen. Die sprachlichen (und diesmal auch logischen) Fehler sind (wie immer?) vorhanden. Die Adjektive und Füllwörter haben mich beim ersten Lesen nicht gestört. Ich finde diesen Hinweis auf Füllwörter sowieso langsam etwas albern. Oft tragen sie zu einem Sprachfluss, einer Sprachmelodie bei, die beim einfachen Streichen der Wörter zerstört wäre. Mehr stören mich da schon die logischen Fehler: Hufeisen, die sich in die Erde "krallen", Insekten, die sich von einem Peitschenhieb erschrecken lassen etc.

Was mir gefällt sind die vielen Ideen im Text, beispielsweise die Harley Davidson des Grafen. Manchmal habe ich ein leises Gefühl, dass der Autor nur Fachwissen (was die Landwirtschaft betrifft) vortäuscht (kann es aber nicht überprüfen).
 
Insgesamt: Gern gelesen und der Ausschnitt macht Lust auf mehr.

BN
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DasProjekt
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hardy,

hab den Text dann doch noch zu Ende gelesen (aus Langeweile eher als alles andere) und möchte noch hinzufügend erwähnen, dass die Erwähnung von Geschlechtsteilen (und seien es die eines Pferdes) und was man damit tun kann sowie das immer wiederkehrende Erwähnen von Ausdünstungen (wieder: selbst wenn sie vom Pferd kommen) einen Text jetzt nicht unbedingt interessanter machen. Ich weiß nicht, warum du diese Dinge für so wichtig oder reißerisch hältst, mich jedenfalls törnen sie völlig ab ...  Rolling Eyes


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Harald
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

BlueNote hat Folgendes geschrieben:
Mehr stören mich da schon die logischen Fehler: Hufeisen, die sich in die Erde "krallen", Insekten, die sich von einem Peitschenhieb erschrecken lassen etc.



Dazu dies:

In der Landwirtschaft groß geworden kann ich insoweit zustimmen, dass die Hufeisen so ausgewählt wurden, dass sie zwar "Griff" hatten, wenn das Pferd schwer zu ziehen hatte, sich mit den nach unten gebogenen Enden unter Belastung in den Boden krallten, und das Schnipsen mit der Peitsche , ohne den Pferderücken zu berühren, möglichst kurz über den Pferdeohren, das diente je nach Lautstärke des Peitschenknalls durchaus dazu, die dem Pferd lästig werdenden Fliegen zu vertreiben.

Die Pferde wussten aus Erfahrung, leichtes Knallen bedeutete keine Gefahr, lauter Peitschenknall hatte, wenn sie sich nicht "ins Zeug legten", durchaus den folgenden Schlag auf die Hinterbacken zur Folge.

LG

Harald

(der als Dreizehnjähriger gerne mal mit dem Motorrad des Vaters aufs Feld/die Wiese fuhr, um mit ihm zu tauschen und das Pferd weiter zu bewegen ...)


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DasProjekt
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Bei unseren Pferden (bin auf dem Bauernhof aufgewachsen und hab von meinem Opa noch das Kutschieren gelernt) wurde mit der Peitsche NIE geknallt, auch nicht zum Vertreiben von Insekten, und auch die "Sportkutscher" im örtlichen Reithof haben das nicht gemacht.

Was die Hufeisen anbelangt, so sagt es eigentlich schon genug aus, dass die im Winter GRUNDSÄTZLICH abgemacht werden, weil sie viel zu glatt sind. Wie also könnten die sich irgendwohin krallen, wenn sie sich nicht mal ins Eis spiken konnten?

Logik ist immer auch eine Frage dessen, womit man groß geworden ist - was für den einen logisch ist, kann für den anderen völlig unlogisch sein.


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derSibirier
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Mähre, liebevoll Rosi genannt, zieht schnaufend einen alten Ackerwagen den Hügel hinauf.
Ihre Hufeisen krallen sich in den gefurchten, verwitterten Gesteinsboden eines alten Feldweges. Rosi schnauft Rotz aus den Nüstern und stinkt aus allen Falten des alten Fells ihres verbrauchten Körpers, der zum Lande- und Fressplatz unzähliger Insekten wird. Sie lässt ab und an laute Winde nach hinten streichen. Auf dem Kutscherbock sitzt ein alter Mann, welcher ob jedes Furzes der Mähre flucht und trotzdem genüsslich schnuppert. Solange die Verdauung stimmt kann der Gaul noch arbeiten, denkt der Mann. Ab und an kommt ein Fluch über seine schmal gewordenen Lippen und er lässt seine Peitsche lachend über den Rücken Rosis’ knallen, zum Schrecken der lästigen Insekten.

Der Mann und seine Rosi haben den Auftrag, zwei leere, 500 Liter fassende Wasserbehälter auf einen Hügel zu transportieren. Diese Behälter werden öfter im Obstbau zur Bekämpfung von Schädlingen, zum Wassertransport eingesetzt. Dem Kutscher Franz, der den Wagen steuert ist dieser Auftrag zwar nicht geheuer, aber was soll es. Der Gutsverwalter hat es, mit zu meldender Ausführung befohlen und so wird es ausgeführt. Auf dem kleinen Hügel angelangt, wartet Franz auf weitere Anweisungen und bricht einen Priem aus seinem Tabakriegel. Das Kauen und Spucken des Tabaks beruhigen ihn. Mit einem saftigen Strahl, der aus seinen Zahnruinen spritzt, ärgert er seine Rosi schon jahrelang, wenn er den Saft gezielt auf ihre Schnecke setzt. Sie wiehert kurz, schüttelt die graue Mähne und versucht die leicht brennende Brühe mit dem Schweif abzuwedeln. Das soll natürliche Hygiene sein, meint der Tierarzt und beugt Infektionen der Scheide vor. Da Rosi bei diesem Akt mit dem rechten Bein nach hinten austritt, muss Franz jeden Morgen ihr Hufeisen kontrollieren. Ein Hufeisen im Gesicht wäre für den Kutscher sehr unangenehm. So versteht man sich zwischen Ross und Kutscher.

Sie erreichen eine herrliche Ecke Natur. Apfelbäume in der Blüte werden von grünen Weizen- und gelben Rapsfeldern umsäumt. An den Wegrändern stehen bunte Imkerwagen, deren fleißigen Bewohner für eine gute Befruchtung der vielen Apfelblüten sorgen. Franz sieht liebevoll auf drei Hektar Obstbäume. Zwei Jahre haben die Mitarbeiter des Gutshofes benötigt diese Plantage aufzubauen und er, Franz, hat die Setzlinge mit gepflanzt und gepflegt. Rosi, zog nach alter Tradition den Schälpflug durch die Plantage, um den Boden zu lockern und Unkraut zu bekämpfen. In diesem Jahr soll die erste größere Ernte stattfinden. Franz freut sich auf diese Ernte, fallen (Du fällst immer wieder in die Umgangssprache) für jeden einige Flaschen Apfelmost und Wein ab.

Während er die Natur beobachtet und überlegt, was es mit den leeren Wasserbehältern auf seinem Anhänger für eine Bewandtnis haben soll, bemerkt er einen Tankwagen der auf einem befestigten Weg seine Richtung ansteuert. Ein schwarz lackierter Tank, mit gelber Aufschrift „Esso“, lässt ihn nachdenklich werden. Ein junger Mann steigt aus dem Fahrerhaus und begrüßt den Alten.
„Ich soll hier 1000 Liter Diesel abfüllen, wahrscheinlich in ihre Wasserfässer?“, fragt der Mann.
„Weiß ich nichts von“, sagt Franz mürrisch. Der Mann holt einen Auftragsschein aus der Tasche und Franz denkt, es würde wohl alles seine Richtigkeit haben als er die Unterschrift seines Herrn
sieht. Franz setzt seinen Ackerwagen zum Tanklaster zurück. Der junge Mann zieht den Schlauch von der Rolle, befüllt die beiden Fässer, lässt Franz unterschreiben und meint er würde noch einmal kommen, wenn es nicht reicht.
Für was es reichen soll, fragt Franz Weiß er auch nicht, so die Antwort.

Tausende Liter Wasser und Jauche hatte Franz in vielen Jahren in den Wasserfässern transportiert, aber Diesel? Sehr eigenartig diese Sache. Er führt Gespräche mit seiner Rosi, doch sie scheint auch keine Antwort parat zu haben, wiehert und furzt, wahrscheinlich durch den Gestank des Diesels noch mehr animiert. Franz spannt sie aus, sie grast am Wegrand und äppelt.
In der Ferne ist eine kleine Staubwolke zu sehen, welche Kurs Richtung Hügel nimmt. Franz schwingt sich vom Bock, um seinen Gutsherren, Oranio Graf von Obstholzen zu begrüßen, der von seiner Harley Davidson steigt. Komische Zeiten, denkt Franz. Oranios Vater ritt früher auf seinem Araberhengst über die Felder trotzdem Pferd und Herr ein Glasauge hatten. Irgendwie kamen Ross und Reiter zum Freien Fall, und der Gaul musste wegen eines Beinbruchs getötet werden. Mit dem erlösenden Schuss für sein Pferd, bekam der alte Gutsherr einen Herzinfarkt und verstarb zappelnd neben seinem Arabergaul. Ja, das waren Zeiten, schmunzelt Franz.


Die gröbsten Sprachschnitzer, auf Komma und Grammatikfehler hab ich keine Lust, vielleicht korrigiert's dir jemand.

Grüße
Sibirier
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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Harald,

gut, wenn die Details stimmen - ich konnte sie, wie gesagt nicht überprüfen, hatte nur ein etwas komisches Gefühl. Aber wenn die Beschreibungen korrekt sind - umso besser (das mit dem Hufeisen kann ich mir allerdings immer noch nicht vorstellen, obwohl ich selber so ein Ding sogar schon mal ausgeputzt habe *räusper*.)

BN
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derSibirier
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ihre Hufeisen krallen sich in den gefurchten,

"Sie stemmt die Kanten ihrer Hufeisen in den gefurchten, ..."
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Murmel
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Als langjähriger Reiter und Pferdebesitzer einige Anmerkungen: Hufeisen können Stollen tragen, vor allem bei schweren Lasten, beim Springen, und anderen Gelegenheiten. Diese krallen sich dann durchaus in den Boden.

Hufeisen sind immer zu kontrollieren, am besten beim täglichen Hufeauskratzen, ohne Huf kein Pferd! (das heißt er schaut sich ALLE Eisen ein, nicht nur das eine).

Das Knallen der Peitsche dient im Regelfall zum Aufmerksammachen des Pferdes, das Pferd ist in diesem Fall nicht zu treffen. Ein volles Ausziehen der Peitsche und Treffen kann Durchgehen nachsichziehen, wer's mitgemacht hat, weiß wie unangenehm das ist. smile

Ob's auch Fliegen vertreibt? Hm, der Luftzug? Das Knallen ist bekanntlich ein Überschnallknall.

Zitat:
stinkt aus allen Falten des alten Fells ihres verbrauchten Körpers, der zum Lande- und Fressplatz unzähliger Insekten wird
halte ich für Tierquälerei. Bremsen setzen sich dorthin, wo sie wollen, Fliegen am liebsten an Augen und Nasen, daher brauchst du keine Falten.

Normalerweise tragen Pferde ihren Schweif so, dass ihr After und bei Stuten die Scham nicht leicht von hinten getrofen werden können, aber was soll's. (Könnte abgeschnitten sein).

Ansonsten ganz nett geschrieben, die Sprache ist ironisch und leicht, man fragt sich, wie's weitergeht.


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*Koppelmord - Carlsen Instantbooks 2013
*Flauschangriff - Piper/Weltbild 2014, Piper Fahrenheit 2017
*Katertage zum Verlieben - Thienemann 2014
*Bocktot - Gmeiner-Verlag 2017
*Brunnenleich - Gmeiner-Verlag Juli 2018
*Gut Gebellt, Katze - Edel Elements September 2018
*Schwarze Küste - Gmeiner Verlag Februar 2019
*Marias Geheimnis - Weltbild/Edel Elements 01.03.2019
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Harald
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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

DasProjekt hat Folgendes geschrieben:
Bei unseren Pferden (bin auf dem Bauernhof aufgewachsen und hab von meinem Opa noch das Kutschieren gelernt)


dito, das Kutschieren lernen von Opa Wilhelm, dem oberhessischen  Bauern, das Reiten von Opa August, der in jungen Jahren auf einem schlesischen Gut Pferde eingeritten hatte.

DasProjekt hat Folgendes geschrieben:
... wurde mit der Peitsche NIE geknallt, auch nicht zum Vertreiben von Insekten, und auch die "Sportkutscher" im örtlichen Reithof haben das nicht gemacht.


Ich schrieb eher von Schnipsen, aber ich weiß, dass mein Opa mit der Peitsche durchaus vernehmlich knallte, um die Pferde anzuspornen, eine fehlende Reaktion einen relativ leichten Schlag zur Folge hatte, der sich auch steigern konnte

DasProjekt hat Folgendes geschrieben:
Was die Hufeisen anbelangt, so sagt es eigentlich schon genug aus, dass die im Winter GRUNDSÄTZLICH abgemacht werden, weil sie viel zu glatt sind. Wie also könnten die sich irgendwohin krallen, wenn sie sich nicht mal ins Eis spiken konnten?


im Winter standen die Pferde im Stall, natürlich ohne Eisen ...

DasProjekt hat Folgendes geschrieben:
Logik ist immer auch eine Frage dessen, womit man groß geworden ist - was für den einen logisch ist, kann für den anderen völlig unlogisch sein.


Ich will nicht zu fest auf allem beharren, manches verzeichnet sich im Laufe der Jahre, aber ich habe beim Beschlagen helfen müssen und bekam vom Schmied einiges erklärt, ein wenig dürfte haften geblieben sein, hoffe ich doch ...


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BeitragVerfasst am: 10.07.2011 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Im Winter die Pferde im Stall stehenzulassen, ob mit Eisen oder ohne, ist Tierquälerei. Unser Pferd (wir hatten, als ich ganz klein war, mehrere Kaltblüter, später immer nur einen, dann noch später nur noch einen Warmblüter) wurde im Winter auch bewegt. Entweder von uns Kindern auf dem Hof geritten, oder zum Schneebeseitigen, oder zum Klingelschlitten fahren.

Die Peitsche hing bei unseren Ausflügen in der Halterung am Kutschbock. Ganz selten wurde die mal rausgenommen, wenn Pferd "einzuschlafen" drohte. Dann wurde nicht geschnipst, geknallt oder geschwungen, dann wurde ganz leicht mit dem Ende der lose hängenden Peitsche das Hinterteil des Pferdes touchiert. Da war das Tier hellwach, mehr hat es nicht gebraucht.

Heute ist es zumeist nur noch mein Onkel, der mit dem Pferd rausfährt, ich fahre auch nicht mehr mit, sehe ihn aber manchmal. Der hat nicht mal mehr die Peitsche dabei.

Wie gesagt - Erfahrungen. Jeder hat seine eigenen. Und aus denen zieht jeder seine Logik.


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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 11.07.2011 16:10    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

BlueNote hat Folgendes geschrieben:

Was mir gefällt sind die vielen Ideen im Text, beispielsweise die Harley Davidson des Grafen. Manchmal habe ich ein leises Gefühl, dass der Autor nur Fachwissen (was die Landwirtschaft betrifft) vortäuscht (kann es aber nicht überprüfen). Insgesamt: Gern gelesen und der Ausschnitt macht Lust auf mehr. BN

Antworte mal hier, stellvertretend für alle bisherigen Kommentare.
Im Falle der armen Rosi, dürfte es sich wohl um ein älteres, abgearbeitetes Schwerblutpferd handeln, welches noch das Gnadenbrot bekommt.

Natürlich haben die Kutscher mit ihren Pferden auch Schabernack getrieben, waren sie doch viele Arbeitsstunden mit den Tieren auf Du und Du. und wenn ich einen kleinen Spaß mit dem Genital der Susi treibe, muss man nicht gleich den Tierschutzbund anrufen. Ich habe das als Junge auf dem Kutschbock ( hier genannt: Schosskelle) öfters gesehen. Smile
Ich kannte einen Kutscher, der hatte sein Pferd sogar mit Öl eingerieben um lästige Insekten fernzuhalten. Und wenn die Peitsche mal knallte, wusste der Gaul genau was der Kutscher tat. Er hätte sein Pferd höchst selten geschlagen.

Die Hufeisen sind das Schuhwerk eines Pferdes. Ich kannte Schmiede aus Ostpreußen, die nach dem Krieg in unserem Ort hängenblieben waren und ihren Beruf beherrschten.
In der LPG hatten wir anfangs der 60er Jahre noch 62 Pferde, alle für die Ackerarbeit geeignet. Jedes Pferd hatte seine eigenen Hufmaße und bekam somit auch sein speziell angepasstes Hufeisen. (logisch?)

Hufeisen sind wie Stollen unter Fußballschuhen. Normalerweise ist in der vorderen Hälfte des Eisens ein Absatz und hinten, links und rechts die gebogenen Eisen als "Stollen" eingearbeitet.  Das soll den Antritt nach vorn erleichtern und das Ausrutschen nach hinten verhindern.
So ein Pferd wog und wiegt in etwa an die 500-600 Kilo. Es muss sein Eigengewicht tragen und auch noch die Last ziehen.       

Die Eisen müssen sein, sonst läuft sich das Pferd seine Hufe wund, muss es auch mal eine feste Straße überqueren. In diesem Fall hier, krallt sich das Pferd in den spröden felsigen Untergrund. Oder es stemmt sich, kann man natürlich auch schreiben.

Wie es sich heutzutage mit den Reit- und Springpferden verhält kann ich nicht beurteilen, aber die sind bestimmt auch beschlagen.

@Harald: Schön mit 13 auf dem Motorrad, wenn der Alte die Gäule steuert. Ich bin mit dem Trecker gefahren, den ersten den es von den Russen gab.

@Projekt: Aus Langeweile liest man nie. Dachtest was Historisches kommt? Habe ich dich wohl enttäuscht.

@Sibirier: Danke für deine Rezension, werde später mal was dazu sagen. Muss mir das erst mal in Ruhe ansehen.

@Note: Habe soviel Hornqualm beim Aufhalten und Beschlagen von Pferden eingeatmet, dass meine Brointchen heute noch frei sind.
Frechheit an meiner Kompetenz zu zweifeln. Wir haben damals noch von der Picke auf gelernt, anders als heute.Shocked lol

So, werde jetzt, die noch brennende Esse mit Koks beschütten, ein 20er Moniereisen suchen, den Blasebalg betätigen und das zweite Hufeisen schmieden. Smile

Hardy
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derSibirier
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BeitragVerfasst am: 11.07.2011 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
@Sibirier: Danke für deine Rezension, werde später mal was dazu sagen. Muss mir das erst mal in Ruhe ansehen.


lieber Hardy, werter Kollege,
das war keine Rezension. Ich möchte einmal festhalten, dass sich eine Rezension immer an das Publikum wendet und eine Textkritik an den Autoren oder an die Autorin selbst.
Ich habe nur rot angestrichen, was du in deinem Text vielleicht besser machen könntest.

Grüße aus dem Eis.

Sibirier
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lupus
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BeitragVerfasst am: 11.07.2011 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Servus Hardy,

es is völlig unerheblich und uninteressant, ob irgendjemand irgendeinem Tier irgendwo mit irgendetwas hingespuckt hat oder sonst irgendetwas getan hat, wenn ich als Leser keine Motivation (Spaß, Quälerei, oder sonstiges) mitgeliefert bekomme und im Falle der Motivation auch gleich eine nette Reaktion, durch die ich den irgendwen kennen lerne. Sonst bleibt es eine Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten, ein Basena-Tratsch.

Hufe sind keine Krallen können somit nicht krallen, bestenfalls handelt es sich um eine metaphorische Verwendung und dann müsstest du ein Simili verwenden (so wie, als ob, als wäre ....)

sprachlich strotzt das Ganze vor Fehlern und Redundanzen und die 'Schulbucheinschübe' sind überflüssig bis langweilig. Wieder v.a. sprachlich, wenn du den Inhalt unbedingt transportieren willst, dann bau doch ein G'schichterl einund zwar ein spannendes, lustiges, auf jeden Fall ein lesbares.

Bis jetzt is nicht ersichtlich wohin die Geschichte mich führen will, wir sind keinen Erkenntnis-Zentimeter weiter als vor dem ersten Wort.

Und ich hab keine Ahnung wann das ganze spielt. Zu Beginn könnte es alles zwischen Rom und 1920 sein. Der Diesel und die HArley schränken dann ein bisserl ein, aber Genaues weiß keiner nix.

Tausende ... nach 4 oder 5 Fuhren hätt er das zusammen, da braucht er keine Jahre dafür

was ich dir zugute halten möcht, is die Wahl(!!) der Sprache (nicht die Umsetzung), dieses Lapidare, manchmal Umgangssprachliche .. der einzige Punkt übrigens , wo ich mit Sib nicht einr Meinung wär (diesfalls Wink ) auch gegen deftige Sprache hätt ich nix, wenn sie denn Sinn machte, mich als Leser weiter brächte. Hier wirkt es wie ein fauler Werbegag.



lgl


_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
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BeitragVerfasst am: 11.07.2011 18:28    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Teil 2

Der Graf ist ein gut aussehender, großer  Mann von etwa 50 Jahren. Seine zackigen Anweisungen für den täglichen Tagesablauf auf dem Gutshof, lassen ihn in Verdacht geraten preußische Adern in bayrischen Boden pflanzen zu wollen. Es ist üblich ihn grundsätzlich mit Monokel zu sehen, was bei den ‚Blaublütern’ ein Modetrend ist. Scheidungen sind auch in Mode, so jedenfalls die Gerüchte und Gerüche um den Grafen und seine Gnädigste. Frau Gräfin hatte wohl angeblich ihre Oberschenkel zu oft  gespreizt. Das haben „Vertraute“ gerochen und dem Grafen das „Gerücht“ zugewedelt. Er erfuhr die Verfehlung vom geschwätzigen Koch, seinem Haus- und Hofspion und der über eine Magd und deren schwulen Bruder- dem Gesindefriseur des Gutes.
Ein Anwalt bekam den Auftrag, diese anrüchigen weiblichen Verfehlungen zu untersuchen.

„Tag, Franz, sie wissen, um was es geht?“
„Keine Ahnung gnädiger Herr, bin nicht informiert. Habe gerade 1000 Liter Diesel in die Wasserfässer bekommen. Weiß nichts damit anzufangen.“ Ungeduldig sieht Franz seinen Chef an.
Der Graf umarmt den alten Franz und meint lapidar, die Obstplantage würde abgefackelt werden, ohne Wenn und Aber. Der alte Kämpe ist schockiert.
„Gnädiger Herr, haben sie sich das gut überlegt? Wir wollten doch die erste Apfelgräfin  in diesem Jahr feiern; hier steckt soviel Arbeit drin“.
„Franz, es wird keine Apfelgräfin geben, denn sie wird uns verlassen“, sagt Graf Oranio mit zackiger Stimme.
„Die Gräfin hat die Obstplantage und einige Ackerflächen verspielt, mein Vertrauen, meine Liebe missbraucht und mir Hörner aufgesetzt. Ich kann meinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen; das Gut werden die Insolvenzverkünder kassieren und Schwester Arbeitslosigkeit mitbringen.“

Franz schluckt, er kann es nicht begreifen.
„Warum die Plantage, Herr?“, fragt er.
„Weil ich hier sterben werde und das meine Rache für die Gräfin wird. Sie hat in ihrer unnachahmlicher Überspanntheit bemerkt, dass die Anpflanzung der Bäume zu teuer war und Äpfel keine Einnahmen bringen. Ginge es nach ihr, müssten an den Bäumen Edelsteine wachsen- sie ist verrückt. Sie Franz, werden mich erschießen, mich vor ihren Verrücktheiten retten, ihre fleißige Arbeit und die Plantage rächen; ich will sterben!“, sagt Graf Oranio im scharfen Befehlston und nimmt fast militärische Haltung an. Er sieht Franz wütend an.
„Haben sie das verstanden, Franz, das ist ein Befehl von mir!?“, brüllt er  unvermittelt.

Franz zuckt, nimmt seinen jahrzehnte alten Filzhut ab, wischt sich den Schweiß von Stirn und Kopf und kratzt  nachdenklich seinen kahlen Schädel. Tränen laufen über seinen grauen Bart. Der Graf scheint seiner Sinne nicht mehr mächtig zu sein. Rosi schnauft im Hintergrund und zerkaut freudig Grasstängel, als hätte sie nichts verstanden.

„Franz, was soll das? Da müssen wir durch, keine Tränen bitte, das Leben geht weiter. Ich muss es tun, das gebietet mir meine Standesehre. Ein Edelmann mit Schulden und Hörnern auf dem Kopf, ist kein Ehrenmann, so kann ich nicht weiterleben. Ich will Rache, sie hat mich gedemütigt“, sagt Graf Oranio plötzlich leise. Er murmelt etwas vor sich hin.
In seinen angespannten Gesichtsmuskeln erscheint plötzlich ein Lächeln, welches dämonisch- blöde Falten annimmt, aus denen ein verkrampftes Lachen entsteht. Ob hier zwei Dämonen in des Grafen Geist und Körper seine Seele fressen wollen? Dann wäre der Teufel nicht weit und Unheil ist angesagt.

Franz wagt einen Versuch den Grafen in die Realitäten zurück zu holen. Der sieht kurz zum Gaul und beobachtet ihn beim Grasen. Er dreht sich um und bemerkt:
„Ziemlich alt der Gaul. Franz, der könnte verschwinden, oder?“
„Herr, hören sie mir bitte zu.“
„Franz, es gibt nichts zu bereden, es muss geschehen.“
Die Fratze des Oranio ist plötzlich einem normalen, neugierigem Gesichtsausdruck gewichen.
„Graf, hören sie mich bitte noch eine Minute an.“
„Sprich!“
„Herr Graf, als im letzten Jahr die polnischen Obstpflücker im Nachbargut waren lernte ich eine nette Frau kennen. Die Pflaumenplantage im Nachbargut existiert leider nicht mehr. Sie  hätte die Möglichkeit zu mir zu kommen, um hier Äpfel zu pflücken. Nach Ende der Saison wollte sie zu mir ziehen und im Gut um Arbeit bitten. Wenn das Gut den Besitzer wechselt, werde ich wohl keine Arbeit mehr haben, da ich zu alt bin. Wer braucht heute noch Pferdekutscher?“

Der Graf geht lächelnd zu seinem Motorrad und nimmt aus einer Seitentasche zwei Päckchen.
„Nehmen sie, wickeln sie auf!“ Nach Öffnung des ersten Päckchens wird Franz rot vor Aufregung. Zehn Tausender zählt er mit zitternden Fingern. Als er das zweite Päckchen öffnet wird er blass, da er eine Pistole in der Hand hält. Der Graf scheint es tatsächlich ernst zu meinen. Wenn ich den Grafen erschieße, werde ich zum Mörder und das kann mein Leben nicht gewesen sein. Was soll ich mit dem Geld anfangen, wenn ich bis zu meinem Lebensende hinter geschweißten Gittern sitze?

Der Kutscher überlegt angestrengt. Soviel Geld, um des Grafen sowieso verblassendem Leben ein Ende zu bereiten? Franz könnte mit seiner geliebten Polin neu anfangen, egal wo. Da er Witwer ist und sie Witwe würden sie eine neue Arbeit suchen können. Ein Gewissen lacht hier, das andere zwickt ihn dort. Der zwickende Biss hat gesiegt, er gibt dem Grafen die „Geschenke“ zurück.
„Gnädiger Herr Graf, das kann ich nicht“, haucht der Kutscher.
Die Lippen des Grafen murmeln etwas Unverständliches. Er greift die Pistole, schiebt ein Magazin ein und entsichert die Waffe. Er geht fröhlich pfeifend zu der Mähre.
„Franz, sehen sie, es ist ganz leicht. Entsichern sie die Waffe und dann geht der Schuss los, ganz leicht.“ Spielerisch fuchtelt er mit der Waffe am Kopf des Gauls, grinst und zielt aus kurzer Entfernung auf dessen rechtes Ohr. Es knallt und auf dem benachbarten Ackerstück streichen aufgeschreckte Rebhühner ab. Die Mähre zuckt, bricht in sich zusammen und grüßt mit ihren vier abgenutzten Beinen und Hufeisen, zappelnd den Himmel. Franz wird bleich vor Entsetzen und will dem Grafen an die Kehle.

„Franz, wenn sie das versuchen, erschieße ich sie auch. Dieser Gaul war schon längst ein Schandfleck meines vorbildlichen Gutes“, betont der Graf sinnend.
Nachdem Franz getobt  und den Grafen wüst beschimpft hat, kehrt Ruhe ein. Beide sehen sich hasserfüllt an, wissen nichts mit sich anzufangen. Der Graf nimmt das Magazin aus der Pistole und wirft ihm diese vor die Füße.
Überlegen lächelt er seinen Kutscher an, als zwei Traktoren mit angehängten Giftspritzgeräten durch die Plantage bergan steuern.
„Sie wissen, was sie zu tun haben, Franz....
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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 11.07.2011 19:11    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Murmel hat Folgendes geschrieben:

Ansonsten ganz nett geschrieben, die Sprache ist ironisch und leicht, man fragt sich, wie's weitergeht.


Hallo Murmel,
sollte auch nicht anders verstanden werden und geht natürlich weiter.
Seit wann gebe ich mich mit Halbheiten zufrieden?Smile

Hardy
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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 11.07.2011 19:45    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

lupus hat Folgendes geschrieben:

...sprachlich strotzt das Ganze vor Fehlern und Redundanzen und die 'Schulbucheinschübe' sind überflüssig bis langweilig. Wieder v.a. sprachlich, wenn du den Inhalt unbedingt transportieren willst, dann bau doch ein G'schichterl einund zwar ein spannendes, lustiges, auf jeden Fall ein lesbares.
l

Nun mein Alter, ich weiß, dass die literarischen Lüftchen aus dem Süden, über die Alpen gepustet, immer etwas fönig in Sachsen-Anhalt ankommen.

Die feine, schreibtechnische Klinge schlägst du in deinen Kommentaren auch nicht immer. Bin ich von dir gewöhnt, lese auch und überlege wo du hinwillst.

Was mich allerdings dieses Mal verblüfft, ist die Bemerkung Schulbucheinschübe. Was ist das denn? Ich benötige keine Schulbücher, zumindest bei einer frei erfundenen Geschichte nicht.
Und was meinst du mit G'schichterl? Die kommt- bin doch dabei.Smile

Meine Geschichten sind nun mal etwas länger, ist doch nicht schlecht?
Musst du im Geschäft keinen philosophischen Quatsch, oder Biografien von zweifelhaften Politikern kaufen. Hier spielt das wahre Leben. Bei mir blüht die Umgangssprache auf, alles andere ist gekünstelt und vieles ideenlos.

Vielleich kommt dir, nach dem Teil 2 der Gedanke, es würde sich um eine sarkastische Homage an den Adel handeln? Warten wir es ab. Smile

Hardy
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lupus
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Wohnort: wien



BeitragVerfasst am: 11.07.2011 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hardy-Kern hat Folgendes geschrieben:
lupus hat Folgendes geschrieben:

...sprachlich strotzt das Ganze vor Fehlern und Redundanzen und die 'Schulbucheinschübe' sind überflüssig bis langweilig. Wieder v.a. sprachlich, wenn du den Inhalt unbedingt transportieren willst, dann bau doch ein G'schichterl einund zwar ein spannendes, lustiges, auf jeden Fall ein lesbares.
l

Nun mein Alter, ich weiß, dass die literarischen Lüftchen aus dem Süden, über die Alpen gepustet, immer etwas fönig in Sachsen-Anhalt ankommen.

ich mag den Fön ... verheisst Wärme und Schädlweh krieg ich auch keins's. Noch(!) nicht. Sollte es dir auch so gehen, handelt es sich ganz eindeutig um ein Missverständnis.

Die feine, schreibtechnische Klinge schlägst du in deinen Kommentaren auch nicht immer. Bin ich von dir gewöhnt, lese auch und überlege wo du hinwillst.

Meine Bemerkungen sind ganz einfach Kommentare sonst nix. Würde ich eine literarisch ausgefeilte Kritik schreiben wäre es gut möglich, dass du erkennst was Sarkasmus ist. Von einer Homage kann dann aber keine Rede sein, gell.

Dein Text erhebt literarische Ansprüche ... ein feiner Unterschied. Für meine Kommentare brauch ich 30 bis 60 Minuten, für einen Text derselben Länge oft Tage.... ich hoffe sehr, dass das bei dir auch so ist, auch wenn ich manchmal daran zweifle.


Was mich allerdings dieses Mal verblüfft, ist die Bemerkung Schulbucheinschübe. Was ist das denn? Ich benötige keine Schulbücher, zumindest bei einer frei erfundenen Geschichte nicht.
Und was meinst du mit G'schichterl? Die kommt- bin doch dabei.Smile

ich sag doch nicht, dass du abgeschrieben hast, sondern lediglich, dass es klingt, als hättest du es aus einem Schulbuch. Die Sprache is es, Hardy, die Sprache. Und wenn du schon solche Info-Sequenzen einbauen willst, dann eben in einem Geschichterl (die Geschichte in der Geschichte).

Meine Geschichten sind nun mal etwas länger, ist doch nicht schlecht?

nur dann, wenn sie so geschrieben ist, dass man eigentlich 50% rausstreichen könnte, ohne an Informationsmangel zu leiden.
Lang = lang, schlecht = schlecht, hat nix mit einander zu tun


Musst du im Geschäft keinen philosophischen Quatsch, oder Biografien von zweifelhaften Politikern kaufen. Hier spielt das wahre Leben. Bei mir blüht die Umgangssprache auf, alles andere ist gekünstelt und vieles ideenlos.

sehr gewagt in zweierlei HInsicht. erstens: alles was nicht Umgangssprache ist is einfallslos (naja), zweitens die, deiner aussage innewohnende, Annahme, dein Text sprühe vor Originalität. (naja die Zweite)Und gerade die Umgangssprache war ja das, was mir noch am ehesten gefallen hat.

Vielleich kommt dir, nach dem Teil 2 der Gedanke, es würde sich um eine sarkastische Homage an den Adel handeln? Warten wir es ab. Smile

Hardy, was hast du davon, wenn dein Text ab dem zweiten Drittel den Nobelpreis verdienen würd, wenn der Text wegen des ersten Drittels ungelesen bleibt?

aber ich werd weiterlesen .... weil du's bist




_________________
lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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"Ich bin leicht zu verführen. Da muss nur ein fremder Mann herkommen, mir eine Eiskugel kaufen und schon liebe ich ihn, da bin ich recht naiv. " (c) by Hubi
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