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Diese Werke sind ihren Autoren besonders wichtig Vom Aussterben der Maya


 

 
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Extradiegetisch
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BeitragVerfasst am: 07.07.2011 19:21    Titel: Vom Aussterben der Maya eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Im Englischunterricht habe ich mir mal wieder Gedanken über die Maya und ihr plötzliches, rätselhaftes Aussterben gemacht und in den zwei Unterrichtsstunden diesen Text geschrieben den ich zu Hause nochmal überarbeitet habe. Macht euch um versäumten Unterrichtsstoff keine Gedanken, ich bin Muttersprachler =D.

Die Sonne erhob sich über dem zirpenden, röhrenden, pfeifenden Morgen, es dämmerte schwül im Regenwald. Goldenes Licht ergoss sich über die flache Ebene, berührte schließlich die graue Pyramide im Zentrum der Stadt. Die Maisfelder erglühten. Es war ruhig. Eine Paralyse hatte sich über die Stadt gelegt.
   In den Betten wälzten sie sich umher – sie waren wach, die Hitze hatte sie geweckt. Der Maismann, wie er von allen genannt wurde, ein starker junger Mann mit dunkelbrauner Haut, ein fleißiger, pflichtbewusster Mann, stand an diesem Morgen nicht auf um die Maisfelder zu bewässern. Die Bäckerin, eine dicke, sanfte Frau zog sich die Decke über den Kopf und stöhnte erschöpft. Sogar der Priester versuchte sich durch herumwälzen in eine gemütlichere Lage zu bringen, ein Unterfangen, dass die ungnädige Hitze unmöglich machte. Die Bewohner standen kurz nach Sonnenaufgang auf, schritten aber nicht zur Arbeit und schoben ihre ungewöhnliche, untypische Faulheit, auf eine Laune, sondern suchten unter den mannsgroßen, dunklen Blätter der Bäume Schatten und standen, teils mehrere unter ein Blatt gedrängt und sahen sich verschlafen und ratlos an. Gesprochen wurde nicht. Pünktlich zur Mittagszeit gingen sie in ihre Häuser zurück und aßen und tranken von ihren Vorräten und stellten sich anschließend wieder unter die Blätter. Es wurde Nacht und aus dem Regenwald drang, durch Millionen Blätter, Äste und Blüten animalisches Grunzen, Knurren und schreien. Die Bewohner gingen in ihre Betten. Es wurde Morgen im Regenwald, es dämmerte schwül und sie stellten sich unter die Blätter. Ratlos, erschöpft. So ging es seine Zeit. Der Mais auf dem Feld verbrannte wie unter hundert Sonnen. Die Kriegsgefangenen verhungerten in klammen Kerkern wie die Hunde – so auch die Bewohner. Bereitwillig verhungerten sie unter den großen Blättern. In ihren eingefallenen Gesichtern sammelte sich der Schatten wie in steinernen Becken.



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Alfred Döblin
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Einherjer
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 556



BeitragVerfasst am: 07.07.2011 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.

Mir ist zumindest neu, dass die Maya ausgestorben wären.
Weder plötzlich, noch rätselhaft freuen sich ihre Nachfahren auch heute noch des Lebens.


Zu deinem Text:
Mir persönlich gefällt der exzessive Gebrauch von Ajektiven nicht besonders.

Zitat:
Die Sonne erhob sich über dem zirpenden, röhrenden, pfeifenden Morgen, es dämmerte schwül im Regenwald. Goldenes Licht ergoss sich über die flache Ebene, berührte schließlich die graue Pyramide im Zentrum der Stadt.


Zuviele Adjektive stören den Lesefluss, was in deiner Geschichte aber durchaus beabsichtigt sein könnte.
Deine Absicht dürfte es ja sein, den Lesefluss ins Stocken zu bringen. Du beschreibst eine Szene, in der die Menschen in Lethargie geraten.
Ich würde den Lesefluss aber eher durch zusätzliche Absätze verlangsamen. Das dürfte für viele Leser wesentlich angenehmer sein.

Zitat:
Es war ruhig. Eine Paralyse hatte sich über die Stadt gelegt.

Wieso Paralyse? Warum nicht einfach Lähmung? Unnötig gebrauchte Fremdwörter wirken meist aufgesetzt und gekünstelt.
Zitat:

In den Betten wälzten sie sich umher – sie waren wach, die Hitze hatte sie geweckt. Der Maismann, wie er von allen genannt wurde, ein starker junger Mann mit dunkelbrauner Haut, ein fleißiger, pflichtbewusster Mann, stand an diesem Morgen nicht auf um die Maisfelder zu bewässern. Die Bäckerin, eine dicke, sanfte Frau zog sich die Decke über den Kopf und stöhnte erschöpft.

Das Nachstellen von Ergänzungen sollte auch nur in Maßen gebraucht werden. Besonders der Satz mit dem "Maismann" fällt hier auf, in dem du noch die Ergänzung ergänzt.


Gekürzt könnte es so aussehen:
Zitat:
Schlaflos wälzten sie sich in ihren Betten, eine unnatürliche Hitze hatte sie geweckt. Selbst der Maismann, der sonst noch vor Sonnenaufgang aufstand um die Maisfelder zu wässern, lag kraftlos auf seiner Strohmatratze. Die dicke Bäckerin schob die schweißnasse Bettdecke von sich.


Zitat:
Es wurde Nacht und aus dem Regenwald drang, durch Millionen Blätter, Äste und Blüten animalisches Grunzen, Knurren und schreien

Zwei Aufzählungen im einem Satz sind auch eine zuviel.


Es sind noch viele ähnliche Schwächen im Text zu finden. Man merkt, dass der Text in zwei Stunden entstanden ist.
Ich empfehle dir Ralphies Schreibwerkstatt hier im Forum, sie fasst einige grundlegende Dinge des Schreibens zusammen.



Gruß

Einherjer


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Extradiegetisch
Geschlecht:männlichSchreiberassi

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Beiträge: 48
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BeitragVerfasst am: 08.07.2011 15:09    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Einherjer hat Folgendes geschrieben:
Hallo.

Mir ist zumindest neu, dass die Maya ausgestorben wären.
Weder plötzlich, noch rätselhaft freuen sich ihre Nachfahren auch heute noch des Lebens.


Ja du hast Recht, jedoch sind sie keine Hochkultur mehr. Große Maya-Zentren sind im 9. Jhd. aufgegeben worden und zerfallen, warum weiß man nicht genau.

Bei allen anderen Punkten muss ich dir Recht geben. Die Adjektive sind eigentlich ein Fehler, den ich normalerweise nicht begehe. Ich bin sonst immer recht adjektivkarg. Das es so viele sind, ist mir garnicht aufgefallen.  Vermutlich dachte ich, ich müsste den Regenwald durch besonders viele Adjektive beschreiben.  Rolling Eyes


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Extradiegetisch
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BeitragVerfasst am: 08.07.2011 15:34    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Die Sonne erhob sich über dem Morgen. Es dämmerte schwül im Regenwald. Sonnenlicht ergoss sich über die flache Ebene, berührte schließlich die Pyramide im Zentrum der Stadt. Die Maisfelder erglühten. Es war ruhig. Eine Lähmung hatte sich wie ein Leichentuch über die Stadt gelegt.Sie wälzten sich in ihren Betten umher, die Hitze hatte sie geweckt.
   Der Maismann, ein starker Mann, der seine Pflichten nie aufschob und normalerweise noch vor der Sonne wach war, stand an diesem Morgen nicht auf um die Maisfelder zu bewässern. Er blinzelte verschlafen ins Licht und drehte sich auf den Bauch. Die Bäckerin, eine dicke, sanfte Frau zog sich die Decke über den Kopf und stöhnte erschöpft. Sogar der Priester versuchte sich durch herumwälzen in eine gemütlichere Lage zu bringen. Die Hitze machte es unmöglich. Die Bewohner standen kurz nach Sonnenaufgang auf, schritten aber nicht zur Arbeit und schoben ihre ungewöhnliche, untypische Erschöpfung, auf eine Laune, sondern suchten unter den mannsgroßen, Blättern der Bäume Schatten und standen, teils mehrere unter ein Blatt gedrängt. Sie sahen sich verschlafen und ratlos an. Gesprochen wurde nicht. Pünktlich zur Mittagszeit gingen sie in ihre Häuser zurück und aßen und tranken von ihren Vorräten und stellten sich anschließend wieder unter die Blätter. Es wurde Nacht und aus dem Regenwald drang, durch Millionen Blätter, die rauhe Stimme der Natur. Die Bewohner gingen in ihre Betten. Es wurde Morgen im Regenwald, es dämmerte schwül und sie stellten sich unter die Blätter. Ratlos, erschöpft. So ging es seine Zeit. Der Mais auf dem Feld verbrannte. Die Kriegsgefangenen verhungerten in klammen Kerkern wie die Hunde – so auch die Bewohner. Bereitwillig verhungerten sie unter den Blättern. In ihren Gesichtern sammelte sich der Schatten wie in steinernen Becken.


So, ich habe jetzt die meisten Adjektive rausgenommen und ein paar Sätze gestrichen. Ich finde es jetzt schon um einiges flüssiger.


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