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Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Der Miriambellenbaum


 
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crim
Geschlecht:männlichsex, crim & rock'n'roll


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Die lange Johanne in Gold Lezepo 2015
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BeitragVerfasst am: 11.06.2011 12:13    Titel: Der Miriambellenbaum eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Neue Version »

Am Miriambellenbaum zwischen den Häuserblöcken der Neubausiedlung am äußersten Rand der Vorstadt, einundzwanzig Kinderschritte vor dem verborgenen Eingang zur alten Hecke unter den Eisenbahnschienen, steht eine Inschrift in die Rinde geritzt, deren Bedeutung nur unsere vier Freunde kennen.

     Das Schweizer Taschenmesser ging im Kreis durch ihre Hände. Einer nach dem anderen ritzten sie jeweils zwei Buchstaben in den Baum. Natürlich durfte Miriam beginnen. Sie wohnte gleich nebenan und konnte beinahe aus ihrem Zimmerfenster heraus die Mirabellen pflücken, die im Spätsommer gelb und schwer an den Ästen hingen, regelrecht daran bogen und zogen, als wollten sie von selbst vom Miriambellenbaum springen und sich lieber herumkullernd im flachen Gras vergnügen.
     Miriam Endenich trieb ihre Initialen in den Stamm und hielt den drei Jungs provozierend das Messer hin, die Schneide voran. Wer ist der nächste? Wer traut sich?
     Mehmet schnappte Rio das Messer vor der Nase weg und schrieb so gekonnt sein M und sein O hinter Miriams Schnitzerei, dass man meinen konnte, die Klinge sei eine Feder. Nichtmal Rios Drängeln brachte ihn aus der Ruhe. Mehmet konnte nicht wissen, dass die Begabung für den sanften Klingenstrich tief in der Familiengeschichte der Orals wurzelte. Fast war es, als führte jener Urgroßvater seine Hand, den er nur aus Erzählungen kannte.
     Endlich bekam Rio das Objekt der Begierde, doch seine Ungeduld ließ ihm das Taschenmesser fast auf die Füße fallen, die trippelnd, beinah wie vor einem Totemstamm tanzend, sich kaum beruhigen mochten. Rio Imbusch, schon immer ungeschickt, hatte seine liebe Mühe, das Holz zu bearbeiten, aber kurz vor Sonnenuntergang hatte er es doch geschafft und überreichte Alex sein rotes Geschenk.
     Heute war sein zehnter Geburtstag und wie es bei den Mannhäusers Tradition war, bekamen alle Jungs zu ihrem Zehnten ein Taschenmesser geschenkt. Seine großen Brüder hatten ihres schon lange, sie waren schon fast aus dem Haus, hüteten es aber noch immer wie einen Schatz.
Im letzten Tageslicht vollendete Alex mit seinen wurstigen, aber trotzdem geschickten Fingern, feierlich die Inschrift am Miriambellenbaum.

     Als unsere vier Freunde sich erstmals stolz im Halbdunkel betrachteten, was sie tief in die Rinde des Baums getrieben hatten, da waren sie selbst überrascht vom Klang des Wortes, das rein zufällig entstanden war.
Erst flüsterten sie es einige Male ungläubig vor sich hin, holperten dabei in der Aussprache, machten sich mit der Musik des Wortes und dem Geschmack der Buchstaben auf der Zunge vertraut, wie mit einer unbekannten Frucht aus dem Obstladen an der Ecke.
     Fast jedes Wort hat einen ihm ganz eigenen Geschmack. Es gibt bittere und saure Wörter, würzige Wörter. Salzige Wörter und Wörter mit Pfeffer. Das Wort Mirabelle schmeckt fast so süß und leicht, wie die Frucht. Das Wort der Kinder, ihr ganz eigenes Wort am Miriambellenbaum, schmeckte ganz ähnlich. Ähnlich süß, aber schwer, wie etwas, dessen Geschmack man nicht so leicht wieder los wird, selbst wenn man es wollte.
     Bevor sich unsere vier Freunde an diesem Abend trennten und in alle Richtungen nach Hause liefen, riefen sie ihr Wort im Chor und lachten so laut, dass die Nachbarn, teils verschämt, teils verärgert durch ihre Gardinen schauten und sie alle rätselten, was diese Kinder wohl im Sinn hatten, als sie jenes Wort riefen, für das sie doch viel zu jung waren. Sie rannten nach Hause und sie riefen: Memoriam.
Sie riefen: Gedenken. Sie riefen: Erinnern. Aber das wussten sie noch nicht.

    Ich allein weiß es, weil ich wieder hier vor der Inschrift stehe. Zwanzig Jahre später. Ich weiß es, obwohl ich nicht mehr einer von ihnen bin. Ich möchte gern in mich zurück. Doch da gibt es ein Problem. Ich weiß kaum mehr, welcher dieser vier Freunde, ich einmal war.

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Gast







BeitragVerfasst am: 11.06.2011 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist gut. Ich glaube, ich bin  beeindruckt.
Messers Schneide? Meintest du Klinge?

Steht dieser Text allein? Ist es ein Beginn? Bitte um Aufklärung.

Willkommen,
Lorraine
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Ernst Clemens
Geschlecht:männlichAutor

Alter: 72
Beiträge: 734
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 11.06.2011 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

hllo crim,

zunächst auch von mir ein herzliches willkommen im club!

mit deinem text habe ich so einige probleme. ich versuche dir das anhand von beispielen zu erläutern. vielleicht kannst du etwas mit diesem kommentar anfangen:



Zitat:
Am Miriambellenbaum zwischen den Häuserblöcken der Neubausiedlung am äußersten Rand der Vorstadt, einundzwanzig Kinderschritte vor dem verborgenen Eingang zur alten Hecke unter den Eisenbahnschienen, steht eine Inschrift in die Rinde geritzt, deren Bedeutung nur unsere vier Freunde kennen.


- dass der baum MIRABELLEN-Baum heißt ist dir sicher bekannt. du wolltest irgendwie noch den namen des mädchens unterbringen. wozu?

- der erste satz einer (so kurzen) geschichte, sollte den leser gleich in den bann ziehen. das tut dein erster satz nicht. warum machst du ihn so lang? wozu diese ganzen informationen, die später im text keinerlei bedeutung mehr haben? mach es kurz und knackig!



Zitat:
Das Schweizer Taschenmesser ging im Kreis durch ihre Hände.
du meinst wahrscheinlich: "ging reihum durch die hände"

Zitat:
Natürlich durfte Miriam beginnen.
warum ist es natürlich, dass sie beginnt? weil sie das einzige mädchen ist? weil sie so nahe am baum wohnt? oder???

Zitat:
und konnte beinahe aus ihrem Zimmerfenster heraus die Mirabellen pflücken, die im Spätsommer gelb und schwer an den Ästen hingen, regelrecht daran bogen und zogen, als wollten sie von selbst vom Miriambellenbaum springen und sich lieber herumkullernd im flachen Gras vergnügen.
die äste werden verbogen durch das gewicht. können die früchte von einem anderen baum fallen, als von einem mirabellenbaum? und aktiv springen können sie nicht - eben nur fallen. du hast dich zwar bemüht, ein bild zu erzeugen (das ist gut!) - nur leider kein stimmiges.

Zitat:
doch seine Ungeduld ließ ihm das Taschenmesser fast auf die Füße fallen, die trippelnd, beinah wie vor einem Totemstamm tanzend, sich kaum beruhigen mochten.
und wie kommt jetzt ein indianisches totem plötzlich in die vorstadtsiedlung?


herzliche grüße
ernst
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Gast







BeitragVerfasst am: 11.06.2011 13:54    Titel: Re: Der Miriambellenbaum Antworten mit Zitat

crim hat Folgendes geschrieben:
Am Miriambellenbaum zwischen den Häuserblöcken der Neubausiedlung am äußersten Rand der Vorstadt, einundzwanzig Kinderschritte vor dem verborgenen Eingang zur alten Hecke unter den Eisenbahnschienen, steht eine Inschrift in die Rinde geritzt, deren Bedeutung nur unsere vier Freunde kennen.

     Das Schweizer Taschenmesser ging im Kreis durch ihre Hände. Einer nach dem anderen ritzten sie jeweils zwei Buchstaben in den Baum. Natürlich durfte Miriam beginnen. Sie wohnte gleich nebenan und konnte beinahe aus ihrem Zimmerfenster heraus die Mirabellen pflücken, die im Spätsommer gelb und schwer an den Ästen hingen, regelrecht daran bogen und zogen, als wollten sie von selbst vom Miriambellenbaum springen und sich lieber herumkullernd im flachen Gras vergnügen.
     Miriam Endenich trieb ihre Initialen in den Stamm und hielt den drei Jungs provozierend das Messer hin, die Schneide voran. Wer ist der nächste? Wer traut sich?
     Mehmet schnappte Rio das Messer vor der Nase weg und schrieb so gekonnt sein M und sein O hinter Miriams Schnitzerei, dass man meinen konnte, die Klinge sei eine Feder. Nichtmal Rios Drängeln brachte ihn aus der Ruhe. Mehmet konnte nicht wissen, dass die Begabung für den sanften Klingenstrich tief in der Familiengeschichte der Orals wurzelte. Fast war es, als führte jener Urgroßvater seine Hand, den er nur aus Erzählungen kannte.     Endlich bekam Rio das Objekt der Begierde, doch seine Ungeduld ließ ihm das Taschenmesser fast auf die Füße fallen, die trippelnd, beinah wie vor einem Totemstamm tanzend, sich kaum beruhigen mochten. Rio Imbusch, schon immer ungeschickt, hatte seine liebe Mühe, das Holz zu bearbeiten, aber kurz vor Sonnenuntergang hatte er es doch geschafft und überreichte Alex sein rotes Geschenk.
     Heute war sein zehnter Geburtstag und wie es bei den Mannhäusers Tradition war, bekamen alle Jungs zu ihrem Zehnten ein Taschenmesser geschenkt. Seine großen Brüder hatten ihres schon lange, sie waren schon fast aus dem Haus, hüteten es aber noch immer wie einen Schatz.
Im letzten Tageslicht vollendete Alex mit seinen wurstigen, aber trotzdem geschickten Fingern, feierlich die Inschrift am Miriambellenbaum.

     Als unsere vier Freunde sich erstmals stolz im Halbdunkel betrachteten, was sie tief in die Rinde des Baums getrieben hatten, da waren sie selbst überrascht vom Klang des Wortes, das rein zufällig entstanden war.
Erst flüsterten sie es einige Male ungläubig vor sich hin, holperten dabei in der Aussprache, machten sich mit der Musik des Wortes und dem Geschmack der Buchstaben auf der Zunge vertraut, wie mit einer unbekannten Frucht aus dem Obstladen an der Ecke.
     Fast jedes Wort hat einen ihm ganz eigenen Geschmack. Es gibt bittere und saure Wörter, würzige Wörter. Salzige Wörter und Wörter mit Pfeffer. Das Wort Mirabelle schmeckt fast so süß und leicht, wie die Frucht. Das Wort der Kinder, ihr ganz eigenes Wort am Miriambellenbaum, schmeckte ganz ähnlich. Ähnlich süß, aber schwer, wie etwas, dessen Geschmack man nicht so leicht wieder los wird, selbst wenn man es wollte.
     Bevor sich unsere vier Freunde an diesem Abend trennten und in alle Richtungen nach Hause liefen, riefen sie ihr Wort im Chor und lachten so laut, dass die Nachbarn, teils verschämt, teils verärgert durch ihre Gardinen schauten und sie alle rätselten, was diese Kinder wohl im Sinn hatten, als sie jenes Wort riefen, für das sie doch viel zu jung waren. Sie rannten nach Hause und sie riefen: Memoriam.Sie riefen: Gedenken. Sie riefen: Erinnern. Aber das wussten sie noch nicht.
    Ich allein weiß es, weil ich wieder hier vor der Inschrift stehe. Zwanzig Jahre später. Ich weiß es, obwohl ich nicht mehr einer von ihnen bin. Ich möchte gern in mich zurück. Doch da gibt es ein Problem. Ich weiß kaum mehr, welcher dieser vier Freunde, ich einmal war.


Ich hab' nun eingeschwärzt, was mir besonders gut gefällt, ich finde diesen Text wirklich erstaunlich, es wäre ein wunderbarer Anfang für einen Roman, Miriambelle, Miracle, ein schönes Mädchen, belle, ich mag Wortschöpfungstexte, die unverkrampft sind.
Lorraine
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crim
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BeitragVerfasst am: 11.06.2011 14:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Erstmal danke, dass hier so schnell Feedback reinkommt. Freut mich.
Lorraine, ja genau des Messers Schneide, vielleicht passt Schneide hier nicht wirklich. Ich meinte Klinge, wollte aber möglichst viele verschiedene Worte für Messerblatt benutzen.
Dieser Text steht bislang allein, aber ich habe eine längere Geschichte im Kopf, doch will und kann ich sie bislang nicht schreiben, weil ich noch bei der Überarbeitung einer anderen Erzählung bin. Die hat Vorrang.

Ernst Clemens, ja, ich weiß dass der Baum Mirabellenbaum heißt. Vielleicht sollte ich ihn erst Miriambellenbaum nennen, wenn ich Miriam in die Erzählung eingebracht habe. Und Miriam darf natürlich beginnen zu schnitzen, weil es der Miriambellenbaum ist und er ist so benannt weil Miriam nebenan wohnt. Sollte ich wohl klarer machen.

Ich kenne auch diese Regel, die Sätze nicht zu lang werden zu lassen und habe mir schon viele Gedanken darüber gemacht. Meistens passiert es trotzdem und ich ändere es beim Überarbeiten genau dann, wenn der lange Satz zum Stolperstein wird. Gerade diesen ersten Satz würde ich eigentlich gerne lang lassen, weil ich immer das Gefühl habe, dass er den Leser ein wenig einwebt in die Geschichte, aber ich werde das nochmal überdenken, wenn dieser lange Satz seine Funktion nicht erfüllt. Die ganzen Informationen darin sollten natürlich in den Ort hineinfühlen lassen. Ich werde mal ne Version versuchen, die sich kürzer fasst.

Reihum statt im Kreis, das werde ich auf jeden Fall ändern. Danke
Und der Totem ist tatsächlich unnütz, ein Bild zuviel.
Zu den Mirabellen: Ich habe sie personalisiert und ihnen in dem angesprochenen Textteil ja einen Willen zuteil werden lassen, deshalb fallen sie nicht, sondern springen herab. Momentan empfinde ich es noch als stimmig, aber ich werde es nochmal überdenken, wenn andere es auch als störend empfinden.

Edit: Vielen Dank, Lorraine, dein Lob tut mir gut. smile
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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 11.06.2011 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo crim,

ich mag deinen ersten Satz sehr, vor allem die "einundzwanzig Kinderschritte". Die Länge finde ich auch in Ordnung, und in seiner Art und Weise hat er etwas Märchenähnliches an sich. Das "Einweben", wie du es nennst, hat bei mir definitiv funktioniert.
Und bitte, der "Miriambellenbaum" gleich zu Anfang muss bleiben, es klärt sich doch rasch, was es damit auf sich hat. Meiner Meinung nach bedarf es auch nicht eines Mehrs an Klarheit, warum sie anfangen darf, denn der nachgestellte Satz erklärt alles, ohne mir ein Silbertablett um die Ohren zu hauen. smile

Anmerken möchte ich dies:
Zitat:
Am Miriambellenbaum [...] steht eine Inschrift in die Rinde geritzt,

Das "steht" lässt bei mir ein leicht schiefes Bild entstehen. Da habe ich trotz des "geritzt" eher ein Schild vor Augen.
Zitat:
In den Miriambellenbaum [...] ist eine Inschrift in die Rinde geritzt,
Fände ich persönlich besser.

Wichtiger als obiges erscheint mir aber, dass der Anfang, der erste Teil des Rahmens der Geschichte, den Eindruck eines Erzählers weckt, der außerhalb des Geschehens steht bzw. über vier ihm bekannte Personen spricht, und zwar durch dies:
Zitat:
deren Bedeutung nur unsere vier Freunde kennen.


Nun wird aber am Ende, im zweiten Teil des Rahmens deutlich, dass er einer der vier Freunde war. In der eingebetteten Geschichte ist "unsere Freunde" in Ordnung - im Rahmen ist es meiner Meinung nach schief, weil da ein Ich-Erzähler spricht, auch wenn er noch nicht als "Ich" auftaucht. "nur wir vier Freunde", "meine drei Freunde und ich" könntest du schreiben oder, wenn du nicht zu viel vorwegnehmen willst, einfach nur "vier Freunde".

Ansonsten: Schöner Einstand! smile

Liebe Grüße
Bananenfischin


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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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crim
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BeitragVerfasst am: 11.06.2011 18:24    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Bananenfischin, ich habe mal schnell deine Anmerkungen in den Anfangssatz eingebaut (noch nicht im Text, nur hier daheim) und er gefällt mir, vor allem ohne das "unsere", nun sehr viel besser. Vielleicht lasse ich "unsere" überall weg, mal sehen. Ich werde mal eine knappe Woche warten und dann die Anregungen aus diesem Thread auch hier im Forum umsetzen.

Danke für den regen Austausch. Crim
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Murmel
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BeitragVerfasst am: 11.06.2011 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr schön geschrieben, Meckerpunkte sind nach zweiten Drüberlesen keine mehr.

Es gibt keine Regel, die eine Maximallänge von Sätzen vorschreibt. Es gibt nur den Wunsch nach Klarheit, Sprachrhythmus und Bedeutung, finde ich.

Der erste Satz baut sehr schnell ein Bild auf, das wo, nur das wer bleibt bis zum Ende verschlossen. Nachdem du in den Ich-Erzähler übergehst, solltest du das Ich ebenfalls in den ersten Satz einbringen, sonst geht man immer von fünf Personen aus. Ob du ihn so lange lassen sollst? Als Problem sehe ich, dass das Wichtigste bei ihm erst ganz zum Schluss kommt, obwohl das eigentlich auch in Ordnung ist. Schwierig. Ich glaube, ich würde ihn zerschneiden: zuerst den Baum mit der Inschrift als sogenannten Hook, dann das wo. Oder?

 
Zitat:
Zwanzig Jahre später. Ich weiß es, obwohl ich nicht mehr einer von ihnen bin. Ich möchte gern in mich zurück. Doch da gibt es ein Problem. Ich weiß kaum mehr, welcher dieser vier Freunde, ich einmal war.
Zwanzig Jahre erscheint mir zu kurz für einen derartigen Gedächtnisschwund, außer es gab wirklich außergewöhnliche Ereignisse, aber du spielst vielleicht genau auf solche an.

Guter Einstand, hat gefallen!

 Daumen hoch


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lupus
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BeitragVerfasst am: 11.06.2011 21:03    Titel: Re: Der Miriambellenbaum Antworten mit Zitat

servus crim,
wer so eine Visitenkarte zum Einstand abliefert, braucht ja eigentlich gar nicht mehr auf den roten Teppich Wink

mit anderen Worten: ich schleiß mich den Mädels an, damit sie nicht so allein sind Wink

ich schau mal ob mir was aufgefallen ist, normalerweise mach ich die Sachen die ich besonders schön find 'blau', aber Lorraine hat ja schon eingefettet, da gibt's ja nix mehr zu tun für mich. Mache Formulierungen sind im übrigen ausnehmend schön.

crim hat Folgendes geschrieben:
Sie wohnte gleich nebenan und konnte beinahe aus ihrem Zimmerfenster heraus die Mirabellen pflücken, die im Spätsommer gelb und schwer an den Ästen hingen, regelrecht daran bogen und zogen, als wollten sie von selbst vom Miriambellenbaum springen und sich lieber herumkullernd im flachen Gras vergnügen.


man kann an etwas ziehen, aber kann man an etwas biegen?
und die Partizipkonstruktion find ich jetzt nicht sooo schön. Außerdem impliziert das lieber herumkullern das sich vergnügen --> springen lieber im flachen Gras herumkullern. Würd doch reichen oder?

     
Zitat:
Heute war sein zehnter Geburtstag und wie es bei den Mannhäusers Tradition war, bekamen alle Jungs zu ihrem Zehnten ein Taschenmesser geschenkt. Seine großen Brüder hatten ihres schon lange, sie waren schon fast aus dem Haus, hüteten es sie aber noch immer wie einen Schatz.


is wahrschienlich nicht unbedingt nötig, aber eigentlich: mehrere Brüder --> mehrere Messer

     
Zitat:
Als unsere vier Freunde sich erstmals stolz im Halbdunkel betrachteten, was sie tief in die Rinde des Baums getrieben hatten, da waren sie selbst überrascht vom Klang des Wortes, das rein zufällig entstanden war.


entstehen = zufällig (in diesem Fall)



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gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 11.06.2011 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hi!

Was für eine schöne Erzählweise, was für eine reizende Geschichte! Sehr gut gemacht!

BN
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Gast







BeitragVerfasst am: 12.06.2011 06:18    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Crim,

deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Bin neugierig wie es weitergeht.
Einziger, kleiner Stolperstein, so empfinde ich es, ist der Wechsel zum Schluss in die Ich-Perspektive. Ich meine, du müsstest dich entscheiden.

Sehr gerne gelesen.

Liebe Grüße
Monika
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Gast3
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Beiträge: 890
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BeitragVerfasst am: 12.06.2011 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo crim,

ich möchte mich auch anschließen - ein ganz wunderbarer Text.

Allein hier bin ich ebenfalls gestolpert:
Zitat:
... deren Bedeutung nur unsere vier Freunde kennen.


Erst dachte ich, dass dann ja insgesamt mindestens sechs Personen in diese Geschichte involviert sein müssten. Aufgrund des Schlusses war dann klar, dass dem nicht so ist.  

Wenn du schreibst:

... deren Bedeutung nur wir vier Freunde kennen.

ist es klar smile extra

Oh, und bitte den Miriambellenbaum unbedingt so belassen!


Diese Geschichte habe ich ausgesprochen gern gelesen.

Lieben Gruß
schneestern


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Maria
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BeitragVerfasst am: 12.06.2011 08:59    Titel: Antworten mit Zitat

wunderbar ruhig und fast zart.
Gefällt mir ausnehmend gut, vor allem die gekonnten Spielereien und schnellen Charakterisierungen der Freunde.
Alles wirkt so ungekünstelt, nicht aufgesetzt.

Die Mirabellen die vom Baum springen wollen ... Daumen hoch

Her, mit mehr!
VG, Maria


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Merlin*
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BeitragVerfasst am: 13.06.2011 09:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Crim,

was für eine schöne Geschichte!

Ich möchte garnicht mehr dazu schreiben, ist ja schon alles gesagt  Smile

eine Frage: warum weiß der Erzähler am Schluss nicht, welcher von den Freunden er war? Wie willst Du das verstanden wissen?

lieben Gruß
Merlin


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crim
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BeitragVerfasst am: 13.06.2011 13:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Vielen Dank nochmal an alle, für die netten Worte.
Ich muss mich mal etwas intensiver darum kümmern auch ein paar Texte hier im Forum durchzulesen, aber das klappt erst nach noch ein paar Postings.

Zu den Anmerkungen, ich werde sie so ziemlich alle nutzen, da sind ein paar ganz hervorragende Ratschläge dabei.

Höchstwahrscheinlich wird der Ich-Erzähler ganz rausfallen, denn langsam aber sicher kommt er mir auch unnötig vor. Ich habe das Gefühl die Geschichte wird sich eher zu einer Art Märchen entwickeln, da brauche ich den Ich-Erzähler nicht mehr.
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Kizna
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BeitragVerfasst am: 13.06.2011 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schließe mich einfach der allgemeinen Meinung an. Wirklich schön geschrieben und macht Lust auf mehr. Umso mehr freue ich mich über die Aussage, dass du die Geschichte noch weiter entwickeln möchtest. Als Einleitung wirklich großartig.
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MT
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BeitragVerfasst am: 14.06.2011 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Moin crim,

sehr guter Text. Ganz souverän erzählt. Schöne Bilder, selbstbewusste Formulierungen. Bereits der Einstieg:

Zitat:
Am Miriambellenbaum zwischen den Häuserblöcken der Neubausiedlung am äußersten Rand der Vorstadt, einundzwanzig Kinderschritte vor dem verborgenen Eingang zur alten Hecke unter den Eisenbahnschienen, steht eine Inschrift in die Rinde geritzt, deren Bedeutung nur unsere vier Freunde kennen.


zeigt ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein beim Schreiben.

Wirklich gut!!

LGMT


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Siegfried Lenz
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The Brain
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BeitragVerfasst am: 14.06.2011 14:44    Titel: Re: Der Miriambellenbaum Antworten mit Zitat

Hallo crim,

wollte auch mal ein paar Worte zu deinem wirklich gelungenem Text loswerden. Habe jetzt die Kommentare noch nicht gelesen, daher bitte nicht böse sein, wenn sich hier etwas überschneidet.


crim hat Folgendes geschrieben:
Am Miriambellenbaum zwischen den Häuserblöcken der Neubausiedlung am äußersten Rand der Vorstadt, einundzwanzig Kinderschritte vor dem verborgenen Eingang zur alten Hecke unter den Eisenbahnschienen, jetzt weiß ich nicht so genau, wo das sein soll? Bin ich so verpeilt? Der verborgene Eingang durch die Hecke? Oder meinst du wirklich die Hecke als Ziel? steht eine Inschrift in die Rinde geritzt, deren Bedeutung nur unsere vier Freunde kennen.    Das liest sich schön, aber MEMORIAM ist doch ein gängiges Wort? Hier fällt es noch nicht auf, weckt Interesse, insofern gut! Am Ende, wenn man die Geschichte kennt, ist es aber nicht mehr stimmig.Das Schweizer Taschenmesser ging im Kreis durch ihre Hände. Einer nach dem anderen ritzten sie jeweils zwei Buchstaben in den Baum. Natürlich durfte Miriam beginnen. Warum natürlich? Reicht Miriam durfte beginnen nicht aus? Sie wohnte gleich nebenan und konnte beinahe aus ihrem Zimmerfenster heraus die Mirabellen pflücken, die im Spätsommer gelb und schwer an den Ästen hingen, regelrecht daran bogen und zogen, als wollten sie von selbst vom Miriambellenbaum springen und sich lieber herumkullernd im flachen Gras vergnügen.
     Miriam Endenich trieb ihre Initialen in den Stamm und hielt den drei Jungs provozierend das Messer hin, die Schneide voran. Wer ist der nächste? Wer traut sich?
     Mehmet schnappte Rio das Messer vor der Nase weg und schrieb so gekonnt sein M und sein O hinter Miriams Schnitzerei, dass man meinen konnte, die Klinge sei eine Feder. Nichtmal Rios Drängeln brachte ihn aus der Ruhe. Mehmet konnte nicht wissen, dass die Begabung für den sanften Klingenstrich tief in der Familiengeschichte der Orals wurzelte. Fast war es, als führte jener Urgroßvater seine Hand, den er nur aus Erzählungen kannte.
     Endlich bekam Rio das Objekt der Begierde, doch seine Ungeduld ließ ihm das Taschenmesser fast auf die Füße fallen, die trippelnd, beinah wie vor einem Totemstamm ... ein Bild zu viel ... ? tanzend, sich kaum beruhigen mochten. Rio Imbusch, schon immer ungeschickt, hatte seine liebe Mühe, das Holz zu bearbeiten, aber kurz vor Sonnenuntergang hatte er es doch geschafft und überreichte Alex sein rotes Geschenk.
     Heute war sein zehnter Geburtstag und wie es bei den Mannhäusers Tradition war, bekamen alle Jungs zu ihrem Zehnten ein Taschenmesser geschenkt. oben - rotes geschenk - hier doppelt... brauchst du nicht unbedingt?Seine großen Brüder hatten ihres schon lange, sie waren schon fast aus dem Haus, hüteten es aber noch immer wie einen Schatz.
Im letzten Tageslicht vollendete Alex mit seinen wurstigen, aber trotzdem geschickten Fingern, feierlich die Inschrift am Miriambellenbaum.

     Als unsere vier Freunde sich erstmals stolz im Halbdunkel betrachteten, was sie tief in die Rinde des Baums getrieben hatten, da waren sie selbst überrascht vom Klang des Wortes, das rein zufällig entstanden war.
Erst flüsterten sie es einige Male ungläubig vor sich hin, holperten dabei in der Aussprache, machten sich mit der Musik des Wortes und dem Geschmack der Buchstaben auf der Zunge vertraut, wie mit einer unbekannten Frucht aus dem Obstladen an der Ecke.
     Fast jedes Wort hat einen ihm ganz eigenen Geschmack. Es gibt bittere und saure Wörter, würzige Wörter. Salzige Wörter warum hier ein Punkt?und Wörter mit Pfeffer. Das Wort Mirabelle schmeckt fast so süß und leicht, wie die Frucht. Das Wort der Kinder, ihr ganz eigenes Wort am Miriambellenbaum, schmeckte ganz ähnlich. Ähnlich zwei Mal ähnlich ... brauchst du nicht? Den Unterschied von leicht zu schwer anders betonen? Durch  z.B. "zwar" oder ein eingeschobenes "dafür", was auch immer? süß, aber schwer, wie etwas, dessen Geschmack man nicht so leicht wieder los wird, selbst wenn man es wollte.
     Bevor sich unsere vier Freunde an diesem Abend trennten und in alle Richtungen nach Hause liefen, riefen sie ihr Wort im Chor und lachten so laut, dass die Nachbarn, teils verschämt, teils verärgert durch ihre Gardinen schauten und sie alle rätselten, was diese Kinder wohl im Sinn hatten, als sie jenes Wort riefen, für das sie doch viel zu jung waren. Sie rannten nach Hause und sie riefen: Memoriam.
Sie riefen: Gedenken. Sie riefen: Erinnern. Aber das wussten sie noch nicht.

    Ich allein weiß es, weil ich wieder hier vor der Inschrift stehe. Zwanzig Jahre später. Ich weiß es, obwohl ich nicht mehr einer von ihnen bin. Ich möchte gern in mich zurück. Doch da gibt es ein Problem. Ich weiß kaum mehr, welcher dieser vier Freunde, ich einmal war.Für eine Kurzgeschichte, würde ich den Absatz streichen, da er eher verwirrt ... Soll es ein Hinweis auf eine Fortsetzung sein, gibt er Rätsel auf. Wie kommt Prota dort hin? Sie erinnert sich an das Geschehen, aber nicht wer sie/er war? Mit knapp dreißig derartige Gedächtnisstörungen?



So, jetzt klappe ich das "Bilderbuch" zu und lese mal die anderen Kommentare.

Kompliment! Sehr schön und einfühlsam!



Liebe Grüße

Brain


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Dinge wahrzunehmen,
der Keim der Intelligenz

(Laotse)

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Die Kindheit endet nicht mit dem Erwachsenwerden.
Sie begleitet dich durch all deine Lebenstage.

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Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.

(Hermann Hesse)
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crim
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BeitragVerfasst am: 15.06.2011 08:54    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Achtung, 15. Post. Hallelujah.

Ich kann mich nur wiederholen: Danke für die Mühe, die ihr euch beim kommentieren macht.

Liebe/r TheBrain, das mit dem Totemstamm ist witzig. Ein Bild zuviel, ist genau das, was ich auch dachte, nachdem schon Ernst mich darauf hingewiesen hatte.
Geschenkt ist jetzt geschenkt, habe ich gedanklich schon ausradiert.

Zu Memoriam: Ja ist ein gängiges Wort. Das mit der Bedeutung war aber darauf bezogen, dass es für die Kinder eigentlich nur heißt:
Miriam Endenich
Mehmet Oral
Rio Imbusch
Alex Mannhäuser

Da werd ich wohl nochmal später drauf eingehen.

Und warum der Punkt in meiner Aufzählung der Wortgeschmacksrichtungen?
Nun ja, wenn ich so drüber lese und da steht ein Komma, dann klingt es irgendwie ganz anders und nicht so, wie ich es gerne haben wollte. Der Punkt ist da so ein kleiner Hubbel im Aufzählungsfluss, der kurz abstoppen lässt. Entzerrt das aneinandergereihte ein wenig. Das war der Sinn bei der Sache. Werde da aber auch noch mal drüber schauen.

Grüße Crim
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BeitragVerfasst am: 01.07.2011 10:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo, hier mal die überarbeitete Fassung, ich habe nicht jeden Vorschlag übernommen, da manche doch sehr gegensätzlich waren, aber habe mich bemüht, so viel wie möglich umzusetzen. Der Ich-Erzähler fällt vollständig raus, das ist wohl die wichtigste Änderung. Zudem habe ich es mal zu einem kompletten ersten Kapitel erweitert. Ich hoffe auf erneute Kritik. Danke Crim


1 Die Inschrift am Miriambellenbaum


In den Miriambellenbaum zwischen den Häuserblöcken der Neubausiedlung am äußersten Rand der Vorstadt, einundzwanzig Kinderschritte vor dem verborgenen Eingang zur alten Hecke unter den Eisenbahnschienen, ist eine Inschrift in die Rinde geritzt, deren Bedeutung nur unsere vier Freunde kennen.

Das Schweizer Taschenmesser ging reihum durch ihre Hände. Einer nach dem anderen ritzten sie jeweils zwei Buchstaben in den Baum. Natürlich durfte Miriam beginnen, denn sie wohnte gleich nebenan und konnte beinahe aus ihrem Zimmerfenster heraus die Mirabellen pflücken, die im Spätsommer gelb und schwer an den Ästen hingen. Die kleinen Früchte bogen das Geäst, zogen regelrecht daran, als wollten sie von selbst vom Miriambellenbaum springen und sich lieber herumkullernd im flachen Gras vergnügen.

Miriam Endenich trieb ihre Initialen in den Stamm und hielt den drei Jungs provozierend das Messer hin, die Schneide voran. Wer ist der nächste? Wer traut sich?

Mehmet schnappte Rio das Messer vor der Nase weg und schrieb so gekonnt sein M und sein O hinter Miriams Schnitzerei, dass man meinen konnte, die Klinge sei eine Feder. Nichtmal Rios Drängeln brachte ihn aus der Ruhe. Mehmet konnte nicht wissen, dass die Begabung für den sanften Klingenstrich tief in der Familiengeschichte der Orals wurzelte. Fast war es, als führte jener Urgroßvater seine Hand, den er nur aus Erzählungen kannte.

Endlich bekam Rio das Objekt der Begierde, doch seine Ungeduld ließ ihm das Taschenmesser fast auf die Füße fallen, die trippelnd, beinah tanzend, sich kaum beruhigen mochten. Rio Imbusch, schon immer ungeschickt, hatte seine liebe Mühe, das Holz zu bearbeiten, aber kurz vor Sonnenuntergang hatte er es doch geschafft und überreichte Alex sein rotes Geschenk.

Heute war sein zehnter Geburtstag und wie es bei den Mannhäusers Tradition war, bekamen alle Jungs zu ihrem Zehnten ein Taschenmesser. Seine großen Brüder hatten ihre schon lange, sie waren schon fast aus dem Haus, hüteten die vielseitigen Werkzeuge aber noch immer wie einen Schatz.
Im letzten Tageslicht vollendete Alex mit seinen wurstigen, trotzdem geschickten Fingern, feierlich die Inschrift am Miriambellenbaum.

Als unsere vier Freunde sich erstmals stolz im Halbdunkel betrachteten, was sie tief in die Rinde des Baums getrieben hatten, da waren sie selbst überrascht vom Klang des Wortes, das dort entstanden war.

Erst flüsterten sie es einige Male ungläubig vor sich hin, holperten dabei in der Aussprache, machten sich mit der Musik des Wortes und dem Geschmack der Buchstaben auf der Zunge vertraut, wie mit einer unbekannten Frucht aus dem Obstladen an der Ecke.

Fast jedes Wort hat einen ihm ganz eigenen Geschmack. Es gibt bittere und saure Wörter, würzige Wörter. Salzige Wörter und Wörter mit Pfeffer. Das Wort Mirabelle schmeckt fast so süß und leicht, wie die Frucht. Das Wort der Kinder, ihr ganz eigenes Wort am Miriambellenbaum, schmeckte ganz ähnlich. Ebenso süß, aber schwer, wie etwas, dessen Geschmack man nicht so leicht wieder los wird, selbst wenn man es wollte.

Bevor sich unsere vier Freunde an diesem Abend trennten und in alle Richtungen nach Hause liefen, riefen sie ihr Wort im Chor und lachten so laut, dass die Nachbarn, teils verschämt, teils verärgert durch ihre Gardinen schauten und sie alle rätselten, was diese Kinder wohl im Sinn hatten, als sie jenes Wort riefen, für das sie doch viel zu jung waren.
 
Sie rannten nach Hause und sie riefen: Memoriam.
Sie riefen: Gedenken. Sie riefen: Erinnern.
Aber das wussten sie noch nicht.

Begleiten wir Rio noch ein Stück auf seinem Heimweg. Wie er davonhetzt und bald schon statt Memoriam, nur noch Meromiam und Moremiam, ruft. Miriam denkt.

Er muss schnell außer Puste geraten, denn er nimmt die ersten hundert Meter im Sprint. Huscht flink zwischen den grauen Häuserklötzen hindurch. Noch einmal hundert Meter weiter und schon über die kleine Brücke am Bach unter den Linden. Dort endet die Siedlung.

Vorbei am Spielplatz und langsamer nun, japsend den Weg an der efeubehangenen Wand entlang. Darüber auf der Trasse kündigt sich ein Zug an, mit dem näherkommenden Wummern der großen Maschine und Rio fasst sich ein Herz. Er wird wieder schneller, will sie besiegen. Das Ungetüm rast nun an seiner Seite, hinab von der Trasse, auf ebene Gleise, das Quietschen der Bremsen in Rios Ohren. Es macht ihn benommen, aber er kann es schaffen. Wenigstens vor dem letzten Waggon, mit diesem Gedanken passiert er die Straße, vorbei am geschlossenen Bahnübergang. Nur noch ein paar Meter und endlich am Bahnhof, keuchend und glücklich, so kommt Rio an.

Ein Bellen begleitet ihn, empfängt ihn, kommt auf ihn zu. Das filzige Haar des braunen Labradors kitzelt ihm die Beine, die durch den langen Lauf so leicht und weich geworden sind. Rios schwitzige Hand streicht der Hündin über das Fell, wie über Besenborsten. Sie kennen sich schon lange und die Stimme des alten Simsek klingt vertraut von der Halle des Güterbahnhofs hinüber.
„Karla, altes Mädchen, wen hast du da?“
Karla bellt, als wolle sie antworten: Rio ist hier.
„Hallo Simsek, ich bins.“
„Ah, der kleine Imbusch, so spät kommt er heim.“, sagt der alte Bettelmann und tritt aus den Schatten der Halle heraus. „Ich sehe nicht mehr so gut wie früher, Rio. Im Zwielicht fast gar nicht mehr, aber die gute Karla hier, die weiß mir schon zu helfen.“

Karla ist hinüber gelaufen und lässt sich von dem zerlumpten bärtigen Mann einen Klaps geben. Rio tritt zu den beiden heran und stützt sich auf seinen juckenden Schenkeln ab.
„Außer Atem, mein Junge? Musst schnell heim. Sonst macht sie sich noch Sorgen. Da schau, im Fenster brennt schon Licht, eben war es noch aus.“
„Simsek, komm.“ Rio schiebt den alten Mann zurück in den Schatten an der Rangierhalle und schaut über die baufällige Straße, mit ihren tiefen Asphaltlöchern, hinauf zum Fenster unter der Dachschräge.  Dort taucht ein Kopf auf. Rio duckt sich hinter Simsek fort.

„Was denn, was denn. Hier sieht sie uns sicher nicht. Was hast du denn?“
„Ich möchte dir nur noch was erzählen und wenn Mama mich sieht, muss ich gleich raufgehen.“
„Dann erzähl schnell, Rio. Lass sie nicht zu lange warten. Da, sie zündet sich schon eine Zigarette am Fenster an und hofft, dass du bald kommst. Siehst du, wie sie Ausschau nach dir hält?“
„Simsek, nur ganz kurz noch, ich versprech es.“

Der alte Simsek neigt den Kopf und beruhigt die borstige Hündin, mit einer sanften Geste. Sie soll nicht hinauf zum Fenster bellen. Er weiß, dass Karla gern die Frau am Fenster des kleinen Hauses begrüßen will, denn ihre tiefgrauen Augen blitzen in der dichter werdenden Dunkelheit. Pscht, macht Simsek und gibt Rio mit einem kurzen Blick zu verstehen: Fang an.
„Also, wir waren am Miriambellenbaum und Alex der hat ein Messer und Mehmet und Miriam, wir alle haben geschrieben, dann stand da, Merimo, Memi, ach was war das noch ...“

„Rio, Rio, ganz ruhig mein Junge, überleg erstmal, bevor du erzählst.“
Dem Jungen war anzusehen, welche Mühe es ihm bereitete, das Wort unbeschädigt aus seinem Gedächtnis zu befreien. Er grübelte, die Hand am Kinn. Er reihte noch einmal jeden Buchstaben neu aneinander und hatte es wieder.
„Memoriam. Das ist es. Das haben wir in den Stamm geschrieben und das sind unsere Namen.“
Über das Gesicht des alten Simsek huschte ein ahnender Schrecken.
„Was ist Simsek, was hast du?“

Der Bettler strich sich durch den Bart und setzte wieder die gütige Miene eines Vaters auf.
„Memoriam sagst du?“
„Ja, kennst du das Wort schon?“
„Es kommt aus einer alten Sprache, Rio - und ich bin ein alter Mann.“
„Was bedeutet es?“
Simsek stockte.
„Ich ... Ich erinnere mich nicht mehr. Es ist auch nicht wichtig. Was bedeutet es denn für dich?“
„Hmm, Memoriam, das sind wir, das bin ich und meine Freunde.“
„Dann bedeutet es das auch. Geh jetzt Rio, geh hoch zur Mama und das Wort bleibt euer Geheimnis, unser Geheimnis. In Ordnung?“

Simseks Gesicht in den Schatten ließ Rio schnell zustimmen. Die Müdigkeit kroch an ihn heran und ließ jeden Widerstand verfliegen. Rio sah Mama wieder am Fenster stehen. Sie musste im erleuchteten Zimmer auf und ab gehen. Es wurde Zeit. So verabschiedete er sich noch von der Hündin und ging über die Straße, wo sich Pflastersteine durch den Teerbelag an die frische Luft zurückkämpften. Rio warf nur einen kurzen Blick zurück auf den Mann in den Schatten, dessen Gesicht ihm vertraut, dessen Gedanken ihm aber verborgen waren.

Simsek dachte nur, es fängt wieder an.
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lupus
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BeitragVerfasst am: 11.07.2011 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Crim,
schad, dass deine Überarbeitung bis jetzt unkommentiert blieb.
Gewaltig würd ich sagen. Spannend und sprachlich 1A. Keine Ahnung ob das gewollt war, aber sowohl inhaltlich als auch mit der Sprache (Wortwahl, Textfluss, Spannungsbogen) schaffst du es, mir eine erste Gänsehaut zu schicken. Wirklich gut. Da ist diese erzählerische Distanziertheit und gleichzeitig scgaffst du es ganz nahe zu sein und mich als Leser reinzuziehen. Die erste Version war schon packend, die Überarbeitung ist dir bestens geglückt, der Simsek is perfekt charakterisiert, der letzte Satz ein HAmmer. *Weiterlesen will*

ein paar Anmerkungen:

Zitat:
Das Schweizer Taschenmesser ging reihum durch ihre Hände.

das muss ziemlich weh getan haben Wink
Zitat:
Mehmet schnappte Rio das Messer vor der Nase weg und schrieb so gekonnt sein M und sein O hinter Miriams Schnitzerei, dass man meinen konnte, die Klinge sei eine Feder. Nichtmal Rios Drängeln brachte ihn aus der Ruhe. Mehmet konnte nicht wissen, dass die Begabung für den sanften Klingenstrich tief in der Familiengeschichte der Orals wurzelte. Fast war es, als führte jener Urgroßvater seine Hand, den er nur aus Erzählungen kannte.

super Absatz
Zitat:
Endlich bekam Rio das Objekt der Begierde, doch seine Ungeduld ließ ihm das Taschenmesser fast auf die Füße fallen, die trippelnd, beinah tanzend, sich kaum beruhigen mochten.

hm, irgendwie hakt es da, das klingt so, als hätte die Ungeduld das Messer in der HAnd und lässt es dem Rio auf die Füsse fallen. Die Verkürzung von 'die Ungeduld liess ihn sich das Messer auf die Füsse fallen' funktioniert mE so nicht.
Zitat:
Als unsere vier Freunde sich erstmals stolz im Halbdunkel betrachteten, was sie tief in die Rinde des Baums getrieben hatten, da waren sie selbst überrascht vom Klang des Wortes, das dort entstanden war.

betrachten ist mE nur reflexiv, wenn man sich selbst (im Spiegel etwa) betrachtet
und das selbst is nicht nötig, zumal ja nur die vier dort sind, außerdem unterbricht es den Satzrhythmus

Zitat:
Erst flüsterten sie es einige Male ungläubig vor sich hin, holperten dabei in der Aussprache, machten sich mit der Musik des Wortes und dem Geschmack der Buchstaben auf der Zunge vertraut, wie mit einer unbekannten Frucht aus dem Obstladen an der Ecke.

Fast jedes Wort hat einen ihm ganz eigenen Geschmack. Es gibt bittere und saure Wörter, würzige Wörter. Salzige Wörter und Wörter mit Pfeffer. Das Wort Mirabelle schmeckt fast so süß und leicht, wie die Frucht. Das Wort der Kinder, ihr ganz eigenes Wort am Miriambellenbaum, schmeckte ganz ähnlich. Ebenso süß, aber schwer, wie etwas, dessen Geschmack man nicht so leicht wieder los wird, selbst wenn man es wollte.

super

Zitat:
Sie rannten nach Hause und sie riefen: Memoriam.
Sie riefen: Gedenken. Sie riefen: Erinnern.
Aber das wussten sie noch nicht.


irgendwie is der Absatz zwar schön, auch wenn ich's ein bisserl anders gemacht hätt, aber irgendwie sind die letzten zwei Zeilen überflüssig. Jeder Leser weiss was 'memoriam' heisst und dass es die vier nicht wissen is ziemlich klar. Is so ein 'ich erklär euch was es heisst und sag's allen die's noch nicht kapiert haben noch einmal'- Absatz
Zitat:
Ein Bellen begleitet ihn, empfängt ihn, kommt auf ihn zu.

das spiesst sich oder is backwards writing
Zitat:
„Hmm, Memoriam, das sind wir, das bin ich und meine Freunde.“
Dann bedeutet es das auch. Geh jetzt Rio, geh hoch zur Mama und das Wort bleibt euer Geheimnis, unser Geheimnis. In Ordnung?“

super

ein Lesevergnügen

lgl


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lg Wolfgang

gott ist nicht tot noch nicht aber auf seinem rückzug vom schlachtfeld des krieges den er begonnen hat spielt er verbrannte erde mit meinem leben

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Pokapro 2015


BeitragVerfasst am: 11.07.2011 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

lupus hat Folgendes geschrieben:
Das Schweizer Taschenmesser ging reihum durch ihre Hände.
das muss ziemlich weh getan haben Wink


"Durch mehrere Hände gehen" ist eine Redewendung und bedeutet "mehrfach den Besitzer wechseln".
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