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Lady in Red (Prosa)

 
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Nicki
Geschlecht:weiblichBestseller-Autor

Alter: 64
Beiträge: 4763
Wohnort: Mönchengladbach
Ei 10


BeitragVerfasst am: 22.05.2011 21:00    Titel: Lady in Red (Prosa) eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Lady in Red


Es war sein erstes Mal.
Jochen konnte sich nicht daran erinnern, jemals über eine Kontaktanzeige nachgedacht zu haben. Seine Schwester Judith war diejenige, die den Stein ins Rollen brachte. Sie nötigte ihn geradezu, es  endlich einmal zu versuchen.
„Wie willst du jemals eine Frau kennenlernen? Du verbringst die meiste Zeit deines Lebens in einem stickigen Büro; die Sekretärinnen, die du einstellst, sind alle zwischen achtzig und scheintot …. Brüderchen, wenn ich nicht dafür sorge, dass du endlich eine Frau bekommst, heiratest du eines Tages noch deinen Laptop!“
„Soll ich jetzt vielleicht mit einer Nelke im Knopfloch ins Cafe Rosenheim gehen?“ Jochen war leicht genervt.
„Die Zeiten sind vorbei. Das macht man heute mit dem Internet. Ich helfe dir; du brauchst dir den Text nur noch durchzulesen, ich schicke ihn ab und in Null Komma Nichts schwirren die Frauen um dich wie die Motten das Licht.“
Judith  setzte schon eine Siegermiene auf, bevor er nur mit dem Kopf nicken konnte und verschwand im Büro nebenan. Sie startete ihren Computer und entwarf einen Anzeigentext.
„Der wird ihm gefallen!“
Eine halbe Stunde später las Jochen auf dem Ausdruck den Text, mit dem seine Schwester ihn auf dem Heiratsmarkt feilbieten wollte.

Junggebliebener, dynamischer Enddreißiger sucht auf diesem Wege eine liebevolle Partnerin. Sie sollte ebenfalls in dieser Altersklasse zu finden sein, gerne Musik hören, Humor haben, sportlichen Urlaub mögen und wenn sie noch gut kochen könnte, wäre das noch ein extra Plus. Ich bin Inhaber eines mittelständischen Elektrobetriebes, nicht unvermögend und meine, auch noch ganz gut auszusehen.
Bei Interesse bitte eine Mail an unten stehende Adresse schicken.

Jochen nickte seiner Schwester zu und sie stellte die Annonce online.
Ein paar Tage später setzte sie sich auf seine Schreibtischkante und lächelte zufrieden.
„Was habe ich dir gesagt: die weibliche Hälfte der heiratsfähigen Damen in unserer Stadt sind ganz wild darauf, dich kennen zu lernen.“
Jochen schaute sie ganz erschreckt an und sie musste jetzt doch lachen.
„Ich habe schon vorsortiert. Du triffst dich morgen  Abend mit Dame Nummer eins. Sie passt zu deinen Vorstellungen und hat auch ganz nett geschrieben. Ein Foto hat sie leider nicht mitgeschickt; sie schrieb nur etwas geheimnisvoll: Du sollst an die Farbe Rot denken, wenn du sie erkennen willst.“
Jochen seufzte und ergab sich in sein Schicksal.

Das Lokal, was die Dame ausgewählt hatte, war ihm unbekannt. Es war halb Restaurant, halb Bar. Dezente Popmusik ertönte aus dem Hintergrund und die Hälfte aller Tische war zu dieser relativ frühen Abendstunde noch unbesetzt.
Da noch niemand hier auch nur in etwa der Beschreibung entsprach, setzte Jochen sich an die Wand des Raumes, um so einen Blick auf die  Eingangstür zu haben. Sicherheitshalber war er auch etwas früher als verabredet hier eingetroffen. Man ließ eine Dame ja schließlich nicht warten.
Nach einem korpulenten älteren Ehepaar, das schnaufend einen Tisch ansteuerte, kam ein junges Pärchen und ging händchenhaltend in eine der versteckteren Ecken des Lokals.
Dann öffnete sich die Tür erneut und Jochens Herz setzte für einen Schlag aus.
„Das könnte sie sein“ dachte er, „aber so eine tolle Frau hat es doch nicht nötig, auf eine Anzeige zu antworten.“
Sie steuerte einen freien Tisch nicht weit von ihm entfernt an und strich ihren Rock glatt, während sie sich setzte. Jochen musterte sie verstohlen.
Es fiel ihm schwer, seinen Blick von ihren makellosen Beinen zu lösen, die in durchsichtigen schwarzen Strümpfen steckten. Sie trug ein rotes Kostüm.
„Ein Rot wie bei der Feuerwehr!“ assoziierte er spontan. Bei ihren schwarzen Haaren, die sportlich kurz geschnitten waren und der schwarzen Hornbrille, die sie auf der Nase hatte, wirkt sie trotz der Signalfarbe eher intellektuell als ordinär.
Jochen war sich jetzt  unsicher. Sollte  er einfach zu ihr gehen und sie fragen, ob sie seine Verabredung war? Was, wenn nicht? Er wollte sich nicht blamieren. Vielleicht gab es ein Zeichen? Einen versteckten Hinweis?
Jetzt schaute die Schwarzhaarige in seine Richtung und lächelte ihn an.
Das war es! Jochen atmete tief ein und wollte sich gerade erheben, als sich die Eingangstür wieder öffnete.
Völlig perplex starrte er die Erscheinung an, die jetzt einen Tisch in der Mitte des Lokals anvisierte und sich an ihn setzte.
Feuerrotes Haar! Lang und in Locken kringelte es sich über ihre Schultern, fielen auf ein schlichtes schwarzes Kleid. Sie umrahmten ein Gesicht, welches er fasziniert betrachtete. Es war nicht schön zu nennen, sie hatte einen breiten Mund, der gerne zu lachen schien. Davon zeugten jedenfalls die kleinen Fältchen um ihre Augen. Nase und Wangen verzierten unzählige Sommersprossen. Sie lächelte ihn an.  Was jetzt? Schon wieder Rot. Wenn sie nur etwas genauer gewesen wäre. Aber rotes Kostüm und rote Haare? Wen sollte er ansprechen?
Er beschloss, noch einige Minuten zu warten. Vielleicht kam ihm dann eine Erkenntnis. Er merkte, wie er mit den Fingern auf die Tischplatte trommelte und rief sich zur Raison.
Die Rothaarige hatte sich ein Getränk bestellt. Als der Kellner es absetzte, seufzte Jochen. Einen Rotwein. Sollte das ausschlaggebend sein?
Die andere zog jetzt einerote Packung Zigaretten aus der Handtasche, zögerte kurz und steckte sie wieder zurück. Vielleicht erinnerte sie sich gerade an das Rauchverbot in Restaurants, überlegte Jochen. Sein Herz klopfte schneller, weil er sich nicht entscheiden konnte. Er wollte nichts falsch machen. Wenn er die Falsche ansprach, wäre die andere mit Sicherheit auch verschwunden. Welche war nur die Richtige?
Die Musik wurde lauter und einige Paare bewegten sich in Richtung einer kleinen Tanzfläche, die sich im hinteren Teil des Lokals befand. Wenn der Song zu Ende ist, werfe ich eine Münze, beschloss Jochen.
Das Lied näherte sich seinem Ende und ihm brach der Schweiß aus. Rote Haare oder rotes Kostüm? Seine Gedanken wirbelten im Kreis. Am liebsten wäre er aufgesprungen und weggelaufen.
Als das nächste Lied einsetzte, holte er gerade seine Münze aus dem Portemonnaie.
Er schaute auf. Grüne Augen und ein Gesicht voller Sommersprossen lachten ihn an.
„Hätten Sie Lust mit mir zu tanzen? Das ist mein Lieblingslied.
Lady in Red von Chris de Burgh. ” Sie reichte ihm die Hand.
„Sie mögen doch rot, oder?“


http://www.youtube.com/watch?v=YVbhHdo_IM4



_________________
MfG
Nicki

"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist." Henry Ford
"Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." A.Einstein


*Sommerblues* September 2017 Eisermann Verlag
*Trommelfeuer* November 2017 Eisermann Verlag
*Silvesterliebe* 30. November 2018 Eisermann Verlag
*Gestohlene Jahre* Work in Progress
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Isa
Geschlecht:weiblichSchreiberling


Beiträge: 168
Wohnort: München


BeitragVerfasst am: 23.05.2011 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber FFF-Teilnehmer,

auch hier sind alle Vorgaben erfüllt, es ist flüssig und gut zu lesen.
Mir wird nur leicht schwindlich von all dem Rot, das auftaucht.
Das Ende ist wohltuend, der Song ja toll und er löst das Rätsel, welch ein Glück,...

Kreativ umgesetzt,
LG Isa
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Hoody
Geschlecht:männlichNebelpreisträger


Beiträge: 2602
Wohnort: Alpen


BeitragVerfasst am: 23.05.2011 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maskenmann.

Wieder eine nette Liebesgeschichte. Wirklich schön. Du hast die Farbe rot toll eingebaut und auch die Musik. Drei handelnde Personen sind ebenfalls vorhanden. Also Aufgabe gemeistert. Zur Geschichte an sich: Sie ist wie gesagt schön. Aber auch hier fehlt mir die Kreativität. Der Stil gefällt mir. Du hast auch nicht übertrieben und einen schönen Schluss gefunden, auch wenn mich der letzte Satz ein bisschen ins Grübeln bringt.
Eine solide Geschichte, die fünf Federn von mir bekommt.


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Aliah
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Beiträge: 61
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BeitragVerfasst am: 23.05.2011 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöchen,

Ich mag deine Geschichte und auch die Situation in der dein Prota steckt, doch wunder  ich mich nun, wer ist die letzte Dame? Das hatte mich ein wenig aus der Bahn geworfen.
Ansonsten sehr gute Idee smile

LG
Aliah


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Amaryllis
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BeitragVerfasst am: 23.05.2011 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r Inko,

Ich bin wirklich fasziniert, wie viele verschiedene Geschichten bei so einem Thema herauskommen können. Auch die Geschichte gefällt mir wirklich gut, obwohl ich finde, dass die Musik hier eher die Pointe als das Thema der Geschichte ausmacht. Was aber auch ganz interessant ist, finde ich. Du hast hier sehr gut mit dem Liedtitel gespielt und auch den Leser schön im Unklaren gelassen, um welche Dame es sich nun handelt. Die Pointe war somit überraschend und witzig.  Auch der Anfang hat mir sehr gut gefallen, regt gleich zum Weiterlesen an. Einfach ein schöner, schlüssiger Text.

Liebe Grüße,
Ama


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Soraya
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BeitragVerfasst am: 25.05.2011 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber FFF-Teilnehmer,

so viel zu bewerten, so wenig Zeit ... Deshalb mach’ ich’s knapp. Ich bewerte nach folgenden Kriterien:

Sprache: Ein paar Schwächen sind hier schon zu entdecken, insgesamt ist das aber noch okay für zwei Stunden, finde ich.

Idee und Umsetzung: Die Idde finde ich ganz witzig, auch umgesetzt wurde das weitgehend ordentlich. Nur: Mir ist da wieder ein bisschen zu viel vorangestellt - warum nicht gleich mit dem Kontaktanzeigenmann im Café anfangen? Und zur Not in kurzen Rückblenden erklären, wieso weshalb warum ... Aber ich denke, das hätte sogar ohne Rückblenden funktioniert.

Berücksichtigung der Vorgabe, Atmosphäre: Na, das Lied wurde zumindest noch kurz erwähnt. wink Jochens Aufregung springt leider nicht auf mich über, und "Musik gefühlt" hab' ich leider auch eher weniger ... Ganz schön subjektiv, ich gestehe. wink

Bonus:

LG,

Sonja


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I get an urge, like a pregnant elephant, to go away and give birth to a book. -Stephen Fry-

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Einherjer
Geschlecht:männlichAutor


Beiträge: 556



BeitragVerfasst am: 26.05.2011 20:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unbekannte/r.


Eine leichte, unterhaltsame Geschichte. Nur kommt die Musik leider zu kurz.

In der Aufgabenstellung heißt es:
Zitat:
Musik soll nacherlebbar in der Geschichte beschrieben werden. Gefühle transportiert wie Leidenschaft, Traurigkeit, Lebenslust, Freude. Lasst euch von den Tönen davontragen.


Der Bezug zur Musik findet sich in deiner Geschichte nur im Titel und im letzten Abschnitt.


Daher gibt es von mir leider nur 4 Federn.


Gruß

Einherjer


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Stil ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt (Jean Cocteau)

Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. (Mark Twain)
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Leene
Autor


Beiträge: 725



BeitragVerfasst am: 27.05.2011 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

So eine liebe Geschichte! smile Mit Witz, Leichtigkeit und einem Augenzwinkern erzählt. Das ist wohl ein Gedankendreher:

„die weibliche Hälfte der heiratsfähigen Damen“
Ich schmeiß mich weg. smile extra Sehr gerne gelesen.
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Akiragirl
Geschlecht:weiblichDünnhäuterin

Alter: 29
Beiträge: 5601
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BeitragVerfasst am: 28.05.2011 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe/r FFF Autor/in,

Bevor ich mit meiner Kritik beginne, möchte ich mich schon einmal im Voraus entschuldigen, falls ich jemandes Gefühle verletzen sollte. Ich versuche, meine Meinung immer sachlich und möglichst konstruktiv darzulegen. Dennoch spielt bei jeder Kritik auch die subjektive Wahrnehmung eine große Rolle – also bitte nehmt nichts, von dem was ich schreibe, persönlich smile

Diese Geschichte hätte gut sein können, so von der Grundidee her und auch der Titel machte mich spontan neugierig. Leider summierten sich dann beim Lesen aber viele kleine Dinge, die mich an dem Text störten, sodass es leider am Ende doch nur zu einer unterdurchschnittlichen Wertung reicht.

Doch von vorn: Dein Jochen soll eine Frau kennenlernen, die Schwester schreibt für ihn eine Kontaktanzeige. Es kommt dabei nicht so richtig raus, ob Jochen denn auch selber eine Frau treffen möchte. Er lässt die Schwester einfach machen und geht mal hin. Dort ist er dann nicht sicher, welche der Frauen diejenige ist, mit der er sich treffen wollte und kriegt Panik. Hier hast du in meinen Augen wahnsinnig übertrieben. Der Versuch, Spannung aufzubauen, ging für mich total nach hinten los, weil das eigentlich recht kleine und leicht zu lösende Problem (einfach fragen?) so dermaßen aufgebauscht wurde. Zudem kam Jochen mir dadurch wie ein absolut unbeholfener Volltrottel vor (der Anfang mit der Schwester stützt dieses Bild), was ihn nicht sehr sympathisch wirken lässt.
Der eigentliche Konflikt der Geschichte ist für mich nicht stimmig, wirkt an den Haaren herbeigezogen.

Auch sprachlich ist der Text verbesserungswürdig. Aufpassen musst du vor allem mit Grammatik und Füllwörtern:
Zitat:

(…)in Null Komma Nichts schwirren die Frauen um dich wie die Motten das Licht.“

Entweder „wie Motten um das Licht“ oder, besser Formulierung: „umschwirren die Frauen dich wie Motten das Licht“. So, wie es dasteht, ist es jedenfalls falsch.
Zitat:

Junggebliebener, dynamischer Enddreißiger sucht auf diesem Wege eine liebevolle Partnerin. Sie sollte ebenfalls in dieser Altersklasse zu finden sein, gerne Musik hören, Humor haben, sportlichen Urlaub mögen und wenn sie noch gut kochen könnte, wäre das noch ein extra Plus. Ich bin Inhaber eines mittelständischen Elektrobetriebes, nicht unvermögend und meine, auch noch ganz gut auszusehen.
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Auch, wenn das die Anzeige ist und Jochens Schwester vielleicht nicht die Hellste ist, aber so liest sich das einfach furchtbar. Ich verstehe auch nicht, warum die Anzeige selbst in der Geschichte überhaupt drin sein muss. Sie hat keine Relevanz. Meine Empfehlung wäre daher: streichen.
Zitat:
„Was habe ich dir gesagt: die weibliche Hälfte der heiratsfähigen Damen in unserer Stadt sind ist ganz wild darauf, dich kennen zu lernen.“

Hier ist es besonders schlimm mit den Füllwörtern:
Zitat:

Das Lokal, was die Dame ausgewählt hatte, war ihm unbekannt. Es war halb Restaurant, halb Bar. Dezente Popmusik ertönte aus dem Hintergrund und die Hälfte aller Tische war zu dieser relativ frühen Abendstunde noch unbesetzt.
Da noch niemand hier auch nur in etwa der Beschreibung entsprach, setzte Jochen sich an die Wand des Raumes, um so einen Blick auf die Eingangstür zu haben. Sicherheitshalber war er auch etwas früher als verabredet hier eingetroffen. Man ließ eine Dame ja schließlich nicht warten.


Schlussendlich bin ich noch der Meinung, dass das Thema Musik nur derart am Rande eingeflochten wurde, dass man es kaum zählen kann. Der Titel, die letzten Sätze. Sonst nichts. Ich hätte mir gewünscht, dass du die zwei am Ende wenigstens noch zu dem Lied tanzen lässt und es damit noch etwas mehr in die Geschichte einfließen lässt.

Aufgrund all dieser Sachen kann ich der Geschichte leider nur 4 Federn geben.
Mein Bewertungsdurchschnitt lag in diesem Wettbewerb bei 4,96 (also rund 5) Federn.

Liebe Grüße
Anne


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"Man bereut nicht, was man getan hat, sondern das, was man nicht getan hat." (Mark Aurel)
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femme-fatale233
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Das Bronzene Pfand


BeitragVerfasst am: 28.05.2011 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lieber Autor,
diese Geschichte ist so abgedroschen, dass ich sie schon wieder lustig finde. Die Bedrängnis, in die der Protagonist gerät ist herrlich, allerdings hätte man sie noch weiter ausbauen können, indem man noch eine Frau mit einer roten Rose aufmaschieren lässt. Dass es die Frau mit den roten Haaren ist, die auf ihn wartet, habe ich erst beim zweiten Lesen gecheckt.

Schreiberisch finde ich es sehr solide, auch die Bedeutung des Songs ist gut, aber der Titel nimmt leider, leider vieles vorweg. Ich hätte so etwas wie "Jochen sieht rot" als Titel besser gefunden, aber das ist meine persönliche Meinung. Schmunzeln musste ich übrigens an der Stelle, wo es heißt: "Sonst heiratest du noch deinen Laptop".

Fazit: Amüsanter Klamauk, 6 bis 7 Federn.

Liebe Grüße,
Caro
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Nihil
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Moderator
Alter: 30
Beiträge: 7519



BeitragVerfasst am: 28.05.2011 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Was mich gleich zu Beginn ziemlich gestört hat, sind seltsame Formulierungen, die nicht nur unverständlich, sondern auch grammatikalisch falsch sind. Zum Beispiel die hier:

Zitat:
ich schicke ihn ab und in Null Komma Nichts schwirren die Frauen um dich wie die Motten das Licht.

Entweder: Umschwirren dich wie Motten das Licht
Oder: die Präposition nochmal wiederholen.

Zitat:
„Was habe ich dir gesagt: die weibliche Hälfte der heiratsfähigen Damen in unserer Stadt sind ganz wild darauf, dich kennen zu lernen.“

Die weibliche Hälfte IST ganz wild usw... Was ist übrigens die weibliche Hälfte der Damen? Besteht der andere Teil aus Transvestiten?

Von der Idee her mag ich das Ratespiel, dass du am Ende der Geschichte andeutest. Aber leider bleibt es wirklich nicht mehr als eine Andeutung. Da hätte man noch mehr herausholen können, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass du zu dem Zeitpunkt zu einem Ende kommen musstest. Und auch wenn es um das Lied „Lady in Red“ geht, ist mir der musikalische Bezug zu knapp. Nur weil die Damen auch in Wirklichkeit Rot tragen – ne, etwas mehr hätte da Musik schon im Vordergrund stehen müssen, finde ich.

Dann noch die unbeholfenen Dialoge, der nicht ganz funktionierende Witz (Laptop heiraten) und kein überragender Stil – ich fürchte, ich kann nicht allzu viel Positives dazu sagen, außer eben, dass die Geschichte Potenzial hätte (Stichwort: Wer ist die Auserwählte).

Eine Wertung vergebe ich erst nach dem Vergleich mit allen anderen Texten. Möglicherweise entsteht dadurch auch eine bessere/schlechtere Note, als man nach der Kritik erwartet hätte. Die entsteht nämlich größtenteils spontan.
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EdgarAllanPoe
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Die Tauben
BeitragVerfasst am: 28.05.2011 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist eine recht passable Erzählung über einen Mann, der zu schüchtern ist, sich eine Frau zu suchen. Die Charakterisierung ist hier sehr gelungen. Seine Angst und Unentschlossenheit stehen im Vordergrund, die Dialoge sind realistisch und haben insbesondere bei der Schwester den Anschein, dass man sie auch so in der Wirklichkeit vorfinden könnte.
Sieben Federn.


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(...) Das Gedicht will zu einem Andern, es braucht dieses Andere, es braucht ein Gegenüber. Paul Celan

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Nordlicht
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Beiträge: 4192



BeitragVerfasst am: 29.05.2011 01:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo flinke Feder,

ich bin nach folgendem Bewertungsschema vorgegangen:

-Wie stark ist das Thema Musik im Text ausgedrückt, verwertet und verwirklicht worden?
-Wie gut ist der Text sprachlich gelungen (Rechtschreibung, Grammatik, originelle Verwendung von Wörtern, Flüssigkeit, Vermittlung von Bildern)?
-Wie originell ist die Textidee?

Hm, also bei Deinem Text finde ich das Thema doch etwas zu kurz gekommen, da es sich nur ganz am Ende bemerkbar macht. Ansonsten ist es gut zu lesen, wenn auch keine sprachlichen Schmankerln drin sind.
4 Federn.


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Jocelyn
Bernsteinzimmer

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BeitragVerfasst am: 29.05.2011 10:59    Titel: Antworten mit Zitat

Klasse, du hast mich gut unterhalten. Spritziger Text mit Spitzenwertung!

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(Jim Croce)

Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

"Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer."
(Voltaire)
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Gast







BeitragVerfasst am: 29.05.2011 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Eine süsse Geschichte, eine witzige Idee ... flüssig erzählt, Jochen ist halt ein bisschen arg überzeichnet, vorallem am Anfang, allerdings wird dadurch ja klar, warum er überhaupt solo ist smile

(Dass man die Lachfältchen der Rothaarigen durchs halbe Restaurant erkennen kann, na ja smile extra )


Also, gern gelesen, gute Unterhaltung!

Grüsse von
Lorraine
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Gast







BeitragVerfasst am: 29.05.2011 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Federschwinger/in,

diesmal kann ich aufgrund der relativ geringen Teilnahme jeden Text etwas ausführlicher kommentieren. Die Themenvorgabe war ja sehr offen, also reicht es mir, wenn es irgendwie um Musik geht. Wenn ich Rechtschreib- oder Interpunktionsfehler erwähne, dann um sie dir zu zeigen – bewertet habe ich sie, aufgrund des Zeitdrucks, nicht.
Meinen Geschmack habe ich, so weit es ging, außer Acht gelassen und versucht mich auf die handwerkliche, logische und kreative Ausarbeitung zu beschränken.

Deine Geschichte liest sich flüssig und ich fand sie echt amüsant. Ein paar Tippfehler sind drin, das schieb ich aber mal auf den Zeitdruck. Hab nix zu meckern Smile
Dem Link bin ich allerdings nicht gefolgt – weil das hier ein Schreibwettbewerb ist.

Liebe Grüße
Monika
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Bananenfischin
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BeitragVerfasst am: 29.05.2011 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

Das Thema ist, obwohl die Musik jetzt nicht so eine große Rolle spielt, umgesetzt. Ganz witzig die Idee mit den beiden "roten" Frauen. Nur woher weiß die eine letztlich, wen sie ansprechen muss? Sprachlich routiniert, die Annonce allerdings ist eher altbacken. Ich hätte die nicht abgesegnet. smile

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»Ob ich mir eine Dramatisierung meiner Bücher vorstellen kann? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, in meinen letzten vier Büchern gibt es keine Handlung.« (Andreas Maier im Gespräch mit Raimund Fellinger, 2015)
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Probber
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BeitragVerfasst am: 30.05.2011 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Guy,
ganz guter Text. Beim Lesen ging meine Phantasie ein bißchen mit mir durch ... z.B., dass noch mehr "rote Frauen" auftauchen und die Zwickmühle noch verstärken oder dass die Schwester alle Frauen zu diesem Treffen aufgefordert hat, was Rotes mit dem Date an diesem Abend zu verknüpfen, damit ihr Bruder freie Auswahl hätte - irgendwie gemein, aber ein interessanter Gedanke.
Ein etwas ungewöhnlicherer Ausgang wäre mir wahrscheinlich auch lieber gewesen.
Aber allein an meinen Gedanken merkt man, dass die Geschichte soweit bei mir ankam, dass ich überhaupt solche Überlegungen angestellt habe. wink
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Dienstwerk
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BeitragVerfasst am: 30.05.2011 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

Flüssig zu lesen, gefällt mir gut. Themenvorgabe erfüllt.

Diese Geschichte bekommt von mir überdurchschnittliche 6 Federn.

Meine Punktevergabe im Überblick:
0x1, 1x2, 3x3, 5x4, 6x5, 6x6, 1x7, 1x8, 1x9

LG, Ana
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adelbo
Geschlecht:weiblichDichter und Denker


Beiträge: 1890
Wohnort: Im heiligen Hafen


BeitragVerfasst am: 31.05.2011 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Eine ganz nette Geschichte. Musik kommt vor, ist aber kein tragendes Element. Augenmerk liegt auf dem jung gebliebenen, dynamischen Enddreißiger der über eine Kontaktanzeige eine Frau sucht.
Es wird mir zu viel erzählt in der Geschichte und es werden zu viele unwichtige Details erwähnt. Dadurch wird sie etwas langweilig und langatmig.
Ist zum Schluss noch eine dritte Frau aufgetaucht? Das ist mir nicht ganz klar geworden.
Ganz nett geschrieben.
adelbo


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„Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Russell
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MadameMimm
Geschlecht:weiblichAutor

Alter: 46
Beiträge: 635
Wohnort: Schwabenland


BeitragVerfasst am: 01.06.2011 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

das war Lesevergnügen der besonderen Art! Ich habe mich köstlich über deinen unbeholfenen Protagonisten amüsiert. Dir ist es gelungen, die Spannung bis zum Schluss hoch zu halten. Wie löst er dieses Dilemma?
Es passt zur Darstellung seines Charakters, dass schließlich die Frau in Aktion tritt.
Leider ist mir der Bezug zum Wettbewerbsthema etwas zu kurz gekommen. Ich vermisse die Gefühle, die Musik auslösen kann. Meines Erachtens reicht die bloße Erwähnung eines Musiktitels nicht ganz aus.
Ansonsten schreibst du erfrischend, pointiniert und klar. Gefällt mir gut.


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Hexliche Grüße von Tanja
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OceanChild
Geschlecht:weiblichHobbyautor

Alter: 32
Beiträge: 317
Wohnort: Köln


BeitragVerfasst am: 03.06.2011 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallöchen!

Hehe, fand ich sehr amüsant lol2

Solide geschrieben, drei Personen kamen vor, leider war die Musik viel zu sehr im Hintergrund.

Ansonsten, schön dass du mitegemach hast! smile


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Kleine Meise, großes Herz.
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