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Kakerlake


 

 
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kleiner schreiberling
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BeitragVerfasst am: 29.04.2011 11:45    Titel: Kakerlake eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

So. In der Hoffnung, durch meine in letzter Zeit wieder gesteigerte Kritikfreudigkeit ausreichend mieses Karma für einen ordentlichen Verriss angesammelt zu haben, stell ich mal wieder etwas von mir ein.
Es ist eigentlich keine Kurzgeschichte, sondern eine Groteske (den Button gibts leider nicht Sad  ), verfügt aber über einen wohldefinierten Beginn, einen klaren Schluss und eine kurze Handlung dazwischen, kann also auch als ersteres im weiteren Sinne durchgehen.
Der Text ist ein wenig länger, also stell ich ihn zerstückelt ein.
Genug der Einleitung, hier der erste Teil.

Die Kakerlake


Paul Karee warf den benutzten Lappen in einen Mülleimer uns sah sich in seiner perfekt gereinigten Küche um. Er hatte wochenlang geputzt und die letzte Nacht sogar durchgearbeitet. Nun wurde er mit dem erhebenden Anblick vollendeter Sauberkeit entlohnt. Die Bodenfliesen strahlten ihm in makellosem Weiß entgegen, durch die klaren Fenster fiel ungehindertes Sonnenlicht und spielte auf den blanken Flächen des Herdes und der Spüle.
Paul glitt zur Tür, wobei er peinlich genau darauf achtete seine Gummipantoffeln fest auf die Wischtücher unter ihnen zu pressen. Er wollte den Boden schließlich nicht wieder beschmutzen. Er drückte die Türklinke mit dem kleinen Finger seiner – natürlich behandschuhten – Linken und verließ sein Refugium mit einem Gefühl vollendeter Glückseligkeit. Er schloss die Tür wieder und zog seine Schutzhaube und den weißen Kittel aus, nahm sie zusammen und platzierte sie auf der obersten Ablage seiner Garderobe, noch über seinem hermetischen Regenmantel. Er war fertig. Das sollte er feiern.
Zwar verabscheute er den Geschmack von Alkohol, aber sein Wasserhahn ruhte hinter der nun wohl verschlossenen Tür und sollte nicht durch Gebrauch profanisiert werden. Außerdem wäre es ja schizophren gewesen, gerade nach vollbrachter Arbeit das Produkt derselben – die perfekte Reinlichkeit – wieder zu vernichten. Also ging Paul ins Wohnzimmer, öffnete die Bar, goss sich ein Glas Brandy ein und würgte es hinunter. Er warf sich erschöpft in einen Sessel und schloss die Augen. Sofort hüllte ihn Müdigkeit ein und verbarg die Welt vor ihm.
Plötzlich kitzelte etwas in seiner Nase und er zerriss den Schleier des Schlafes mit einem schallenden Niesen. Er riss die Augen auf und erkannte, was ihn gestört hatte. Staub. Während er sich in der Küche gearbeitet hatte, war der General seiner Erzfeinde in das Wohnzimmer eingezogen uns hatte sich festgesetzt. Er bedeckte alle Flächen, tanzte in der Luft und umgab Paul wie ein Wespenschwarm. Er musste eine Wolke aufgewirbelt haben, als sich gesetzt hatte. Nun war er ein hilfloses Opfer, seine Atemwege waren einer Invasion ausgeliefert. Panisch begann er zu husten und Luft auszustoßen. Er sprang auf und versetzte den Staub in noch stärkere Raserei. Er stürmte auf den Flur, knallte die Tür hinter sich zu. Endlich konnte er wieder halbwegs frei atmen.
Hastig streifte Paul sich seine Schutzkleidung wieder über und öffnete die Küchentür. Der Anblick beruhigte ihn. Auch wenn seine restliche Wohnung in Chaos versank, war er hier sicher. Hier war es sauber. Er stützte sich am Türrahmen ab und sog die Luft ein, so gut das durch seinen Mundschutz ging. Es roch nach Putzmittel und Raumspray. Ein elysischer Duft. Paul entspannte sich und ließ den Kopf nach vorn sinken. Dabei viel sein Blick auf ein kleines Lebewesen, dass über die Schwelle in sein Heiligtum kroch. Von seinem dunklen, bräunlich glänzenden Körper gingen sechs Beine und zwei diabolische Fühler aus. Eine Kakerlake. Nun befand sie sich in der Küche.
Karee fühlte rasenden Zorn in sich aufwallen. Wie konnte eine Schabe es wagen, den perfekt gesäuberten Boden zu beflecken? Eine solche Ausgeburt des Unrats müsste in der Aura der Reinlichkeit vergehen. Paul hob seinen Fuß, um die Schabe zu zerstampfen. Im letzten Moment hielt er sich zurück. Wenn er auf sie trat, würden ihre Eingeweide in alle Richtungen spritzen. Wahrscheinlich wollte dieses Untier genau das erreichen, wollte seine Küche entweihen. Doch so leicht würde er es ihr nicht machen. Er stürmte, so schnell seine eingeschränkte Gangart gestattete – er musst weiterhin darauf achten, seine Füße nicht von den Lappen zu heben – an ihr vorbei und griff nach einem Küchentuch. Dann legte er es vor dem Eindringling auf den Boden und versuchte, das Insekt heraufzunötigen. Dieses reagierte jedoch verängstigt und flüchtete sich zur Wand, wo es in einem kleinen Loch verschwand. Paul schrie entsetzt auf. Der Kakerlake war die Flucht gelungen und – was noch weit schrecklicher war – sie konnte jederzeit durch die verräterische Öffnung zurückkehren.


Nehmt es auseinander Wink
MfG kleiner schreiberling

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fancy
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BeitragVerfasst am: 29.04.2011 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kleiner Schreiberling,

meinst du, dass ein Mensch mit Reinlichkeitsfimmel diesen wirklich nur auf einen Raum projezieren würde?

Für einen Raum ist wochenlange Arbeit übertrieben. Tagelang wäre angemessener.

Wenn er feiern möchte, sucht er sich bestimmt ein Geränk, das er nicht würgen muss.
Zitat:
Während er sich in der Küche gearbeitet hatte, war der General seiner Erzfeinde in das Wohnzimmer eingezogen uns hatte sich festgesetzt.

Nur der General oder die Armee auch?

Liebe Grüße

fancy


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Wenn Kritiker uneins sind, befindet sich der Künstler im Einklang mit sich selbst. (Oscar Wilde)
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kleiner schreiberling
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BeitragVerfasst am: 29.04.2011 14:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo fancy,

vielen Dank für die Kritik.
Zitat:

meinst du, dass ein Mensch mit Reinlichkeitsfimmel diesen wirklich nur auf einen Raum projezieren würde?

Für einen Raum ist wochenlange Arbeit übertrieben. Tagelang wäre angemessener.

Gerade dass soll ja das groteske Ausmachen (zumindest in diesem Teil). Sein Verhalten ist nicht nur die Äußerung eines gewöhnlichen Putzfimmels, sondern eine Allegorie (worauf, verrate ich noch nicht Wink ) Gerade für diese Allegorie ist es wichtig, dass das Wohnzimmer, also der Raum zum wohnen sprich leben, verkommt.
Wenn die übertragende Bedeutung nicht klar genug wird, ist das natürlich mein Fehler, aber ich hoffe, dass sie im Rest deutlicher ist.
Aber gut. Tagelang passt wohl wirklich besser und General ist auch ein wenig unglücklich formuliert. Wäre "Erzfeind" besser?

MfG kleiner schreiberling


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fancy
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BeitragVerfasst am: 29.04.2011 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe nicht gegen den General, aber er alleine ist keine Batallion. Er muss seine Armee schon mitbringen.

So wie du es schreibt, bleibt der General alleine.

Na, dann bin ich mal gespannt wie es weiter geht. Ich dachte, die Geschichte sei zu Ende erzählt.

LG
fancy


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BeitragVerfasst am: 29.04.2011 18:44    Titel: Re: Kakerlake Antworten mit Zitat

Huhu kleiner Schreiberling,

nette Story – du könntest Karee mal vorbeischicken smile extra Ein paar Sachen habe ich gefunden - nix wildes, bin aber auch kein Experte.

kleiner schreiberling hat Folgendes geschrieben:


Paul Karee warf den benutzten Lappen in einen Mülleimer unsd sah sich in seiner perfekt gereinigten Küche um. Er hatte wochenlang geputzt und die letzte Nacht sogar durchgearbeitet. Nun wurde er mit dem erhebenden Anblick vollendeter Sauberkeit entlohnt. Die Bodenfliesen strahlten ihm in makellosem Weiß entgegen, durch die klaren Fenster fiel ungehindertes Sonnenlicht und spielte auf den blanken Flächen des Herdes und der Spüle.
Paul glitt zur Tür, wobei er peinlich genau darauf achtete seine Gummipantoffeln fest auf die Wischtücher unter ihnen zu pressen. Er wollte den Boden schließlich nicht wieder beschmutzen. Er drückte die Türklinke mit dem kleinen Finger seiner – natürlich behandschuhten – Linken und verließ sein Refugium mit einem Gefühl vollendeter Glückseligkeit. Er schloss die Tür wieder und zog seine Schutzhaube und den weißen Kittel aus, nahm sie zusammen und platzierte sie auf der obersten Ablage seiner Garderobe, noch über seinem hermetischen Regenmantel. Er war fertig. Das sollte er feiern.
Zwar verabscheute er den Geschmack von Alkohol, aber sein Wasserhahn ruhte hinter der nun wohl verschlossenen Tür und sollte nicht durch Gebrauch profanisiert werden. Außerdem wäre es ja schizophren gewesen, gerade nach vollbrachter Arbeit das Produkt derselben – die perfekte Reinlichkeit – wieder zu vernichten. Also ging Paul ins Wohnzimmer, öffnete die Bar, goss sich ein Glas Brandy ein und würgte es hinunter. Er warf sich erschöpft in einen Sessel und schloss die Augen. Sofort hüllte ihn Müdigkeit ein und verbarg die Welt vor ihm.
Plötzlich (Plötzlich ist kein schönes Wort) kitzelte etwas in seiner Nase und er zerriss den Schleier des Schlafes mit einem schallenden Niesen. Er riss die Augen auf und erkannte, was ihn gestört hatte. Staub. Während er sich in der Küche abgearbeitet hatte, war der General seiner Erzfeinde in das Wohnzimmer eingezogen unsd hatte sich festgesetzt. Er bedeckte alle Flächen, tanzte in der Luft und umgab Paul wie ein Wespenschwarm. Er musste eine Wolke aufgewirbelt haben, als sich gesetzt hatte. Nun war er ein hilfloses Opfer, seine Atemwege waren einer Invasion ausgeliefert. Panisch begann er zu husten und Luft auszustoßen. (Tut man das beim Husten nicht immer?) Er sprang auf und versetzte den Staub in noch stärkere Raserei. Er stürmte auf den Flur, knallte die Tür hinter sich zu. Endlich konnte er wieder halbwegs frei atmen.
Hastig streifte Paul sich seine Schutzkleidung wieder über und öffnete die Küchentür. Der Anblick beruhigte ihn. Auch wenn seine restliche Wohnung in Chaos versank, war er hier sicher. Hier war es sauber. Er stützte sich am Türrahmen ab und sog die Luft ein, so gut das durch seinen Mundschutz ging. Es roch nach Putzmittel und Raumspray. Ein elysischer Duft. Paul entspannte sich und ließ den Kopf nach vorn sinken. Dabei viel sein Blick auf ein kleines Lebewesen, dass über die Schwelle in sein Heiligtum kroch. Von seinem dunklen, bräunlich glänzenden Körper gingen sechs Beine und zwei diabolische Fühler aus. Eine Kakerlake. Nun befand sie sich in der Küche.
Karee fühlte rasenden Zorn (zeigen!) in sich aufwallen. Wie konnte eine Schabe es wagen, den perfekt gesäuberten Boden zu beflecken? Eine solche Ausgeburt des Unrats müsste in der Aura der Reinlichkeit vergehen. Paul hob seinen Fuß, um die Schabe zu zerstampfen. Im letzten Moment hielt er sich zurück. Wenn er auf sie trat, würden ihre Eingeweide in alle Richtungen spritzen. Wahrscheinlich wollte dieses Untier genau das erreichen, wollte seine Küche entweihen. Doch so leicht würde er es ihr nicht machen. Er stürmte, so schnell seine eingeschränkte Gangart gestattete – er musst weiterhin darauf achten, seine Füße nicht von den Lappen zu heben – an ihr vorbei und griff nach einem Küchentuch. Dann legte er es vor dem Eindringling auf den Boden und versuchte, das Insekt heraufzunötigen. Dieses reagierte jedoch verängstigt und flüchtete sich zur Wand, wo es in einem kleinen Loch verschwand. (hier würde ich lieber zeigen, wie die Kakerlake reagiert - statt ängstlich und flüchtete zu benutzen) Paul schrie entsetzt auf. Der Kakerlake war die Flucht gelungen und – was noch weit schrecklicher war – sie konnte jederzeit durch die verräterische Öffnung zurückkehren.


Erhebt sich natürlich die Frage: Wie groß ist seine Küche? Wochenlanges putzen setzt schon einige Quadratkilometer voraus. Wie du siehst, sind doch sehr viele "er" drin - aber davon mal abgesehen, gerne gelesen.

Liebe Grüße
Monika
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Mardii
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BeitragVerfasst am: 29.04.2011 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kleiner Schreiberling,

deine Geschichte gefällt mir so weit ganz gut, grotesk, ja, wenn du es im Folgenden noch weiter auf die Spitze treibst.
Neugierig macht mich deine Bemerkung:

Zitat:
Sein Verhalten ist nicht nur die Äußerung eines gewöhnlichen Putzfimmels, sondern eine Allegorie (worauf, verrate ich noch nicht  ) Gerade für diese Allegorie ist es wichtig, dass das Wohnzimmer, also der Raum zum wohnen sprich leben, verkommt.


Ich dachte zuerst Karee wäre Allergiker, der bei dem kleinsten Staubteil einen Asthmaanfall bekommt. Da ich Rätsel liebe, bin ich am überlegen, worauf sich die beiden Räume, der verwahrloste, das Zimmer zum Leben, und der penibel saubere, das Zimmer für die Versorgung, beziehen. Die Küche scheint eine Art Heiligtum zu sein. Das Wohnzimmer flieht Karee, weil es ungemütlich ist. In beiden Räumen ist es ihm nicht möglich sich aufzuhalten, weil der eine nicht beschmutzt werden darf und der andere unbewohnbar ist. Wahrscheinlich findet er keine Ruhe, weil er den Zustand in dem reinen Raum ständig aufrechterhalten muss.
Na, ich bin mal gespannt, wie es weiter geht.

Grüße von Mardii


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BlueNote
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BeitragVerfasst am: 30.04.2011 08:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ks,

dein Schreibstil ist durchaus angenehm, ist aber überlagert von einer  unangenehmen Schreib-Marotte, die den Lesegenuss schon arg schmälert. Und zwar meine ich hier hauptsächlich diese originell-Sein-um-jeden-Preis Sprache. Die ist so übertrieben und gewollt, dass es (auf mich) eher den gegenteiligen Effekt hat - es also unoriginell wirkt. Weniger "grotesk" wäre hier meiner Meinung nach mehr. Ich nenne das immer "Schülerzeitungsniveau", da wird z.B. eine ganz normale Busreise zum unglaublich lustigen event aufgeblasen.

Schade eigentlich, wenn diese pseudolustigen Einschübe nicht wären, würde mir die frische, unbefangene Sprache eigentlich gefallen.
Dann fallen natürlich die vielen Schreibfehler auf (z.B. viel mit "v" statt fiel).

Unoriginell finde ich es persönlich, wenn man eine Gewschichte mit Vorname/Nachname beginnt. Dafür, dass der Text so originell sein will, ein recht abgedroschener Einstieg.

BN
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kleiner schreiberling
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BeitragVerfasst am: 30.04.2011 11:25    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Paloma,

jaja, show don't tell und die vielen "er"s. Meine alten Probleme Sad . Ich setz mich an die von dir markierten Stellen noch mal ran. Danke für die Kritik.

Hi Mardii,

auch für deine Kritik vielen Dank.
Zitat:
grotesk, ja, wenn du es im Folgenden noch weiter auf die Spitze treibst.

 Twisted Evil  Cool  Very Happy  Hab ich vor.

Und hallo BlueNote,

auch dir vielen Dank.
Über deine Kritik an meinem Stil bin ich ein wenig überrascht, da das ganze eigentlich nicht lustig sein sollte. Kannst du mir vielleicht ein paar die pseudolustigen Stellen nennen, die dich stören?

Die von dir angemerkten Rechtschreibfehler hab ich auch nicht gefunden. Bin wohl betriebsblind, aber Gerold hat mir beim reinstellen keine gemeldet.

Wie cool. Gerold streicht "Gerold" als falsch an. Laughing

Also vielen Dank euch allen.


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kleiner schreiberling
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BeitragVerfasst am: 02.05.2011 13:38    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Ich hab den ersten Teil schon mal überarbeitet, stelle jetzt aber erstmal die Fortsetzung rein und dann beide Teile korrigiert.

Fortsetzung

Durch diese Vorkommnisse verstört, beschloss Karee, zuerst den bereits angerichteten Schaden zu revidieren. Er wischte mit einem neuen Tuch entlang des Fluchtweges, den die Schabe genommen hatte, säuberte die Rillen zwischen einzelnen Fliesen mit einer frischen Zahnbürste, wartete, bis alles getrocknet war und entfernte mit einem trockenen Lappen die entstandenen Streifen restlichen Putzmittels. Dann wandte er seine Gedanken dem Invasoren zu.
Eine naheliegende Möglichkeit wäre es, so überlegte Paul, den Spalt zu verschließen um eine Rückkehr des Getiers unmöglich zu machen. Allerdings würde er damit weiteren Dreck verursachen und sein Feind würde sich vielleicht neue Wege bahnen. Also war es besser, den Spalt zu überwachen und vorbereitet zu sein. Doch was, wenn bereits andere Ausgänge existierten? Das konnte er nicht wissen, ohne den Gang auszuforschen. Wäre er doch nur klein genug gewesen, um hineinzukriechen, klein wie ein Käfer.
Als hätte eine höhere Macht seinen Wunsch erhört, begann er zu schrumpfen. Der Küchenboden dehnte sich zu einer schier unendlichen Ebene aus und der Kühlschrank wuchs zu einem Berg heran. Einen Moment lang verharrte Paul überrascht in der Rille, die ihm nun wie ein ausgetrockneter Kanal erschien. Er schlug sich vor den Kopf. Wie hatte er nur an seinem Heiligtum zweifeln können? Natürlich musste der Raum das Eindringen der Kakerlake ebenso als einen Frevel empfinden und gewährte Paul nun alles nötige, um der Ketzerei ein Ende zu setzten. Entschlossen marschierte er auf den gähnenden Schlund zu, der sich in der Wand öffnete.
Er stürmte von der Wut seiner Küche getragen in den Gang, ein Erlöser, der die Schuld der Schabe zerschmettern würde. In der Finsternis, die ihn verschlang, konnte Karee zunächst nichts sehen, lies sich davon jedoch nicht beirren. Seine Pupillen weiteten sich und schließlich erkannte er seinen Feind. Das Ungeheuer hatte sich gedreht und sah ihm nun entgegen. Allerdings war es ebenso wie die restliche Welt gewachsen und überragte Paul nun um gut das doppelte seiner Größe. Entsetzt blieb der Winzling stehen. Die Schabe schlug ihre Mundwerkzeug zusammen und ein lauter Knall hallte durch den Tunnel.
Nun bedauerte Paul Karee seine kleine Gestalt. Wäre er nur größer gewesen, dann hätte er die Kakerlake zerquetscht. Inbrünstig bat er seine Küche, ihn wieder wachsen zu lassen. Und sie erhörte ihn. Rasend schoss er in die Höhe, erreichte die Größe seines Opponenten in Windeseile und wuchs noch weiter. Bald schon musste er sich bücken um noch in den Gang zu passen, dann Knien. Dennoch stieß er mit dem Kopf gegen die Decke, wand sich vor Schmerz und wurde immer größer. Schließlich konnte die Wand ihn nicht mehr bändigen und seine Glieder bohrten sich durch Gestein und Verputz. Er wuchs weiter. Schließlich stürzte das Mauerwerk unter ohrenbetäubendem Gepolter ein und begrub ihn unter sich.
Paul hustete und versuchte, sich zu bewegen, doch er war eingeklemmt. Seine Beine brannten, seine linke Hüfte war taub, aber das war jetzt nicht wichtig. Er musste wissen, was mit der Schabe geschehen war. Hektisch suchte er den Schuttberg ab, doch er konnte sie nirgends entdecken. Plötzlich spürte er, wie etwas seinen Hals hinauf krabbelte und auf sein Gesicht stieg. Die Kakerlake erklomm seine Nasenspitze und wedelte mit ihren Fühlern triumphal vor seinen Augen hin und her.
Karee wollte sich aufbäumen, scheiterte jedoch wiederum an den ihn bedeckenden Trümmern. Seine Bemühungen waren dennoch von Erfolg gekrönt. Das Geröll bewegte sich ein wenig und ein kleiner Stein löste sich weiter oben. Erst rutschte er, dann prallte er von einem größeren Stein ab, hüpfte weiter und traf endlich das Untier. Es platzte mit einem angenehmen Schmatzen. Schloss die Augen. Seine Küche war gereinigt. Seine Sinne schwanden.

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BeitragVerfasst am: 02.05.2011 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu kleiner Schreiberling,

also mir gefällt’s. Es sind zwar auch hier ziemlich viele „er“ drin, aber merkwürdigerweise stören sie mich nicht so sehr.
Ich hoffe, du bekommst noch konstruktivere Kritiken.

Liebe Grüße
Monika
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The Brain
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

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BeitragVerfasst am: 02.05.2011 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kleiner Schreiberling,

ohne jetzt zu zerfleddern - gibt es was? Habe ich überlesen. Warum nach Erbsen suchen, wenn man es flüssig lesen kann? Mir gefällt es auch.

liebe Grüße

Brain


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(Hermann Hesse)
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Mardii
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BeitragVerfasst am: 02.05.2011 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kleiner Schreiberling,

klasse, gefällt mir richtig gut der Schluss.

Für die Allegorie bin ich jetzt ein bisschen schwerfällig im Gehirn. Vielleicht beiße ich mich auch zu sehr an dem Begriff fest.

Was eventuelle Rechtschreibfehler betrifft: Gerold, Duden und die Programme von Word und Open Office sind bei manchen Fehlern blind. Z.B. wenn man statt „und“ „uns“ schreibt, überlesen sie das, weils anscheinend im Satz kompatibel ist.

Grüße von Mardii


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kleiner schreiberling
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BeitragVerfasst am: 03.05.2011 10:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

Danke für eure Antworten, ich bin froh, dass es euch gefällt.

Mardii hat Folgendes geschrieben:
Für die Allegorie bin ich jetzt ein bisschen schwerfällig im Gehirn.

Jetzt, wo die Geschichte fertig ist, kann ichs ja mal auflösen:
Es ging mir darum, das (relativ vergebliche) Streben nach Perfektion zu karikieren, dem ja relativ viele Menschen (mich eingeschlossen) ständig nachhängen. Das Putzen der Küche soll also bildlich für den Versuch stehen, die eigenen "Unsauberkeiten" und Schwächen zu eliminieren. Die Küche an sich habe ich eigentlich gewählt, weil das der Raum ist, in dem man den meisten Wert auf Sauberkeit legt. Vielleicht lags daran, dass die Allegorie nicht ganz verständlich war.

Lg kleiner schreiberling


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Mardii
Stiefmütterle

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BeitragVerfasst am: 03.05.2011 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

kleiner Schreiberling hat Folgendes geschrieben:
Das Putzen der Küche soll also bildlich für den Versuch stehen, die eigenen "Unsauberkeiten" und Schwächen zu eliminieren. Die Küche an sich habe ich eigentlich gewählt, weil das der Raum ist, in dem man den meisten Wert auf Sauberkeit legt. Vielleicht lags daran, dass die Allegorie nicht ganz verständlich war.


Hallo kleiner Schreiberling,

danke dir für die Auflösung. Doch, verständlich war deine Absicht schon. Nur bin ich in mancher Hinsicht etwas schwerfällig. Rolling Eyes So macht Pauls Perfektion die Küche letztlich also unbenutzbar.

Ich denke bei so Sachen meistens an Psychokram. Wie das Unterbewußtsein sich in Form der Kakerlake bemerkbar macht, die die Reinheit von Pauls Sexualleben beschmutzt. Ist die Frage, wo da das verwahrloste Wohnzimmer einzuordnen ist. Vlt. die sich widersprechenden Funktionen von Es und Überich.

Grüße von Mardii


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