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Ein Rosenloch


 

 
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

Alter: 56
Beiträge: 2653
Wohnort: Königstein im Taunus
Das Silberne Fahrrad Ei 1



BeitragVerfasst am: 03.06.2011 18:14    Titel: Ein Rosenloch eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Seine Stimme hat
den Schatten eines
verleierten, alles
in sich gefallenen, tief
in sich eingelassenen Lochs,
das droht, sich nie mehr
füllen zu wollen und doch
die Rosen erinnert
im Spazierengehen,
vorbei an dem Steinpilz,
den keiner nimmt, so nah
von der eigenen Autobahn nur
die Trophäe des Stadtdichters,
der allein denkt und sich
ohne Laufschuhe
entfernt.



_________________
If you dig it, do it. If you really dig it, do it twice.
(Jim Croce)

Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

"Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer."
(Voltaire)
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Aranka
Geschlecht:weiblichBücherwurm


Beiträge: 3379
Wohnort: Umkreis Mönchengladbach
Pokapro und Lezepo 2014



BeitragVerfasst am: 04.06.2011 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jocelyn,

ich habe nun von allen Seiten an dein Gedicht angeklopft, und versucht genau hinzuhören, nach dem beim ersten Lesen hier und da Aha-Momente ein Ahnen vorgaukelten. Der Titel „Rosenloch“ reißt so vieles auf und an.
Lies die Zeilen einfach als eine Art Leseprotokoll:
Beginne mal mit dem Ende: Laufschuhe, nahe Autobahn, der moderne (schnell vor der Arbeit) Jogger im Gegensatz zum Stadtdichter, der allein denkt. Schön die Doppellesbarkeit: allein sein und denken/als einziger denken.
Was genau du nun unter einem Stadtdichter verstehst, suche ich noch in den anderen Zeilen. Habe da so Klischees. Die werden es wohl nicht sein, die du anspielt.
Du bringst eine Stimme an mein Ohr, nein nur den Schatten einer Stimme. Interessante Herausforderung: sprichst visuelle und akustische Wahrnehmung in einem Bild an. Am Ende habe ich eine Stimme im Ohr aus einer unendlichen inneren Tiefe mit eingefallenen Erinnerungen, die vielleicht im Wort verleiert ihren Klang findet. Hör ich eine leise   Angst vor neuen „Rosen“???? Oder eher eine Angst, dass es neue „Rosen“ nicht mehr geben könnte???  Vielleicht liege ich auch total falsch mit meiner Leseweise. Rosenloch lese ich sowohl als ein Erinnerungsloch, gefüllt mit „Rosen“,als auch das Fehlen der „Rosen“.

In deinem Gedicht fließen die Gedanken in einer Aneinanderreihung von Satzteilen unmerklich in neue Zusammenhänge und am Ende suchst du als Leser, wie du dort hingelangt bist, wo du dich in der letzten Zeile befindest.  Habe immer wieder versucht, zwischendurch auszusteigen und andere Zusammenhänge herzustellen, aber die Textkonstruktion übernimmt eine starke Führung. Mir gefällt das.

Habe mich gerne mit deinem Gedicht auseinander gesetzt. Es bleibt bei mir ein leiser Hauch einer traurigen Gestalt hängen. Auch wenn die Sprache und Textaufbau mich als Leser eher sachlich und ohne Rast für übertriebene Gefühle durch Zeilen und Inhalt treiben. Vielleicht ist es der Titel, der doch als gewaltiges Loch über allem gähnt. Ich finde diese feinen unterschiedlichen Strömungen im Text reizvoll.

Viele Grüße Aranka
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Jocelyn
Bernsteinzimmer

Alter: 56
Beiträge: 2653
Wohnort: Königstein im Taunus
Das Silberne Fahrrad Ei 1



BeitragVerfasst am: 04.06.2011 20:01    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

O, danke.
Toll. Dein Text deckt sich gut mir meiner Intention.
Freut mich, Jocelyn. Smile


_________________
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(Jim Croce)

Die beständigen Dinge vergeuden sich nicht, sie brauchen nichts als eine einzige, ewig gleiche Beziehung zur Welt.
(Aus: Atemschaukel von Herta Müller, Carl Hanser Verlag, München 2009, Seite 198)

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