13 Jahre Schriftstellerforum!
 
Suchen
Suchabfrage:
erweiterte Suche

Login

Jetzt erhältlich! Eine Anthologie von und mit unseren Usern. Jetzt bestellen! Die erste, offizielle DSFo-Anthologie! Lyrikwerkstatt Das DSFo.de DSFopedia


Dieses Werk wurde für den kleinen Literaten nominiert Retter in der Not


 

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt
 Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 26.03.2011 11:30    Titel: Retter in der Not eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

Solche Tage erinnerten Florian daran, weshalb er die U-Bahn im Allgemeinen und diese Station im Besonderen hasste.

In der Bäckerei hatte man ihm einen Johannisbeertaler angedreht, den man in einer Ausstellung prähistorischer Waffen präsentieren könnte. Die Tüte mit diesem Streuselstein ließ er jedoch beinahe fallen, als ihn auf der Rolltreppe ein Lulatsch mit Baseball-Cap und Kapuzenshirt anrempelte. „Mach Platz, du Fettsack!“ Und das, obwohl Florian vorschriftsgemäß rechts stand. Herrgott, lernen diese Herumtreiber denn nicht einmal, auf welcher Seite einer Rolltreppe man läuft? Noch dazu – Tauben. Überall Tauben, diese flatternden Invasoren, die schon vor langer Zeit die Station erobert hatten. Wann immer sich eine von ihnen über Florian in die abgestandene Luft erhob – ein aerodynamisches Wunder, so fett wie diese Kreaturen waren – strich er sich reflexartig über die dünnen Haare in Erwartung einer klebrigen Überraschung.  

Der Frühling war bis unter die Erde gedrungen. Es war die Zeit der Pärchen; nirgends war man sicher vor ihrem Geplapper, dem Geschmuse und Geschlabber. Sie lehnten, klebten aneinander, als könnten sie ohne Stütze die Wartezeit nicht überstehen. Eines der Pärchen stach ihm wie ein Dorn ins Auge. Der Mann könnte der Zwilling des Rolltreppengorillas sein. Lautstark stritt er sich mit einem Püppchen in Leggins und Kunstlederjacke. Selbst mit der auftoupierten Mähne war sie zwei Köpfe kleiner als der Schrank, der sich vor ihr aufbaute und in seinem Neandertaler-Kauderwelsch eine Hasstirade auf sie niederprasseln ließ. Das Mädchen konterte mit spitzem Gezeter und fuchtelte mit den Händen. Da packte ihr Freund sie an den Handgelenken und stieß sie von sich!

Florians Brille beschlug fast vor Empörung. Ihm fiel die McFit-Mitgliedskarte ein, die irgendwo in seiner Brieftasche herumdümpelte. Er sollte wieder trainieren, und sei es nur, um solchen Machos eine Abreibung zu verpassen. Wer sonst konnte ihnen beibringen, wie man mit einer Dame umzugehen hat? Aber wenn die Mädels Florian erst kennen lernten, würden sie ihre Neandertaler ohnehin vergessen. Sie würden Florian um den Hals fallen … aber wer sagte, dass er sie dann auch wollte? Ihre Männerwahl zeugte ja nicht gerade von Intellekt. Nein, er brauchte jemanden auf seinem Niveau. Außerdem war Florians Karte vor drei Jahren abgelaufen. Nicht genug, dass er bei seinem ersten Training auf dem Laufband ausgerutscht war. Er hatte sich mit einer fallen gelassenen Hantel beinahe den Fuß gebrochen. Zum Glück hatte ihn keine der trainierenden Damen beobachtet. Sie hätten sich vor Lachen die viel zu straffen Bäuche halten müssen. Unbewusst griff Florian in die Papiertüte. Der Streuseltaler mochte ein Stein sein, aber ein süßer Stein. Zucker war genau das Richtige gegen die Erinnerungen.

„Entschuldigen Sie“, riss ihn eine zarte Stimme aus den Gedanken. Florian riss die Hand aus der Tüte wie ein Dieb, der ertappt wurde. Ihm stand der Frühling höchstpersönlich gegenüber – der Frühling, wie er Florian gefallen könnte. Ein zartes Geschöpf mit honigblonden Haaren, gehüllt in ein leichtes, lindgrünes Kleidchen. An den Füßen trug sie Sandaletten, daher wohl hatte er ihre Schritte nicht gehört. Stöckelnde Frauen konnte er ohnehin nicht leiden. „Wissen Sie, welcher Bus von der Endstation zum Messegelände fährt?“
Obwohl er noch keinen Krümel von dem Uraltgebäck gegessen hatte, fühlte sich Florians Mund ausgetrocknet an. „Äh, das … das steht wohl … an der Station gibt es sicherlich eine Karte …“
„Oh. Naja, dann seh ich dort nach. Danke.“ Einzig ihr Lächeln hielt Florian davon ab, seine Stirn gegen das Glas des Infokastens zu donnern. Wie er sich angestellt hatte! Kein Wunder, dass die Inhaberin dieses Lächelns rasch von ihm wegging. Ein Fall von akutem Hirntod. Zum Glück hatte er sich selbst kaum stammeln gehört. Andererseits … von all den Menschen, die am Bahnsteig warteten, hatte sie ihn gefragt. Sie hatte ihn ausgesucht. Nicht den Schrank, dessen Freundin längst beleidigt davongestiefelt war. Nicht den gebräunten Italiener, der lässig an einer Säule lehnte. Nein, sie war auf Florian zugegangen. Das musste etwas heißen.

(to be continued)

12Wie es weitergeht »


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger Skype Name
Hardy-Kern
Kopfloser

Alter: 69
Beiträge: 4949
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 26.03.2011 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß zwar nicht, wie es in U-Bahnen und deren Stationen aussieht; aber nach dieser gelungenen Beschreibung kann ich es mir vorstellen.
Der Dicke, die fetten Tauben, das hilfsbedürftige Mädchen und die anderen Beobachtungen gefallen mir sehr gut.

Nett, locker, leicht und ohne (bisher) Gewalt gut umgesetzt.
Da bin ich aber auf die Fortsetzung gespannt. Daumen hoch

Hardy
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gast







BeitragVerfasst am: 26.03.2011 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Maske,

Lesezeichen setze - weiterlesen möchte. Vielleicht habe ich dann auch noch was zu sagen...

Liebe Grüße
Monika
Nach oben
Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 26.03.2011 17:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wie, Hardy, du weißt nicht, wie es in U-Bahnen aussieht? Blink Danke aber für dein Lob, schön, dass dir die Geschichte soweit gefällt. Und freut mich, dass du zumindest weiterlesen willst, Paloma.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger Skype Name
Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 26.03.2011 17:42    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nun stand sie einige Schritte abseits, Florian so abgewandt, dass sie seine Blicke nicht bemerkte. Er aber betrachtete die schöne Fremde, als wollte er ihr Abbild für immer auf die Netzhaut bahnen. So blass, so zerbrechlich … was wollte jemand wie sie auf dem grauen Messegelände, wo sie verloren gehen, den Bus nicht finden würde? Warum musste sie in eine entgegengesetzte Richtung fahren?

Nur langsam erwachte Florian aus seiner Verzückung. Verdammt! Die besten Ideen kamen Sekunden zu spät. Wenn er jetzt erst ankam, wäre sie bloß irritiert. Aber er musste handeln. Umständlich kramte Florian in seinen Taschen nach dem Handy, dabei fiel etwas Metallisches auf den Boden. Seine Schlüssel? Er konnte eine Kopie anfertigen lassen. Außerdem gab es bei ihm nichts zu holen. Schnell musste es nun gehen. Hoffentlich war der Empfang stark genug. Den Stift von der zittrigen Hand umklammert, hantierte Florian am Touchscreen. Zu lange, es dauerte alles zu lange. Da, endlich, Internetzugang. Fieberhaft durchsuchte er die Karten, schwitzte dabei, als würde er die angezeigten Straßen höchstpersönlich im Marathon durchsprinten. U-Bahn-Plan. Verkehrsanschluss. Da! Die Buslinien gefunden, fühlte sich Florian wie ein Detektiv, der einen kniffligen Fall gelöst hatte. Bloß nicht halb so erleichtert. Im Gegenteil, das Schwierigste stand bevor: Der Schönen sein erworbenes Wissen zu präsentieren …

Trotz der überschäumenden Eile zwang sich Florian, einen Moment stehen zu bleiben. Wenn er nun auf sie zuging, würde er sich vermutlich in den eigenen Füßen verheddern und der Länge nach hinfallen. Es gab elegantere Methoden, einer Dame zu signalisieren, dass er zu ihren Füßen lag. Mit purer Willensanstrengung kniff er die Augen zu und atmete tief durch.

Als er sie öffnete, sah er die Schöne gebeugt den Boden absuchen. Vor Verblüffung, dieses edle Wesen in solch einer Stellung anzufinden, brauchte Florian einen Augenblick, die ihm schmerzlich vertraute Choreographie wieder zu erkennen. Ungefähr zu der Zeit, als er sich auch im Fitnessstudio angemeldet hatte, trug er Kontaktlinsen. Oder versuchte es zumindest. Es war, als trüge er Glassplitter in den Pupillen, die nicht nur gnadenlos bissen, sondern auch ständig herausfielen und ihn ins suchende Kriechen zwangen. Bei der Schönen hingegen wirkte die Suche so anmutig, dass Florian noch einen Moment stehen blieb, das Schauspiel zu betrachten – bis er sich einmal mehr ohrfeigen konnte. Wo waren seine Manieren?!

Florian eilte ihr zur Hilfe, schmerzlich bereit, unter den Schuhen ein verräterisches Knirschen zu spüren. Es würde das Pech vollkommen machen, das ihn zeit seines Lebens verfolgte. Nein, kein Knirschen – aber auch keine Kontaktlinse in Sicht. Florian spürte den überraschten Blick der Schönen, als er neben ihr auf die Knie ging. Die Brille war ihm auf die Nasenspitze gerutscht, seine Zungenspitze war in einen Mundwinkel geklemmt wie sonst nur, wenn er konzentriert Unterlagen durchforstete. Da – seine Fingerkuppen streiften etwas winziges Gläsernes. Eine fahrige Bewegung schleuderte das Ding beiseite. Florian verschlug es den Atem. Was, wenn das Ding auf die Gleise fiel? Doch nein, da lag die Linse in einer Blindenrille. Fast hechtete Florian danach, ergriff sie und befürchtete im selben Moment, das Glas in seinen zitternden Fingern zu zerdrücken. Das Gesicht verschwitzt und gerötet, half er der Dame auf und reichte ihr die Kontaktlinse mit einer Geste, als hielte er an ihrer Stelle eine Schatulle mit einem Ehering in der Hand. Die Schöne blickte zu ihm auf aus wasserblauen Augen, von denen eines gerötet war und tränte. „Oh, vielen Dank, wie zuvorkommend …“
„Ah, übrigens, vom Messegelände fährt die Linie 208.“
„Dankeschön! Werde ich mir merken.“
Sie blickte ihn verwundert an. Solche Hilfsbereitschaft war sie wohl nicht gewohnt in dieser groben Welt, die nicht für solche Geschöpfe bestimmt war. Ihr Stirnrunzeln glättete sich und das Lächeln, das ihr Gesicht erhellte, ließ Florians Beine wegsacken.

„Gern geschehen, gern geschehen“, murmelte er und starrte auf den Boden. Unter anderem, damit sie sich nicht beim intimen Vorgang des Kontaktlinseneinsetzens beobachtet fühlte. Dass sie Kontaktlinsen trug, verschaffte Florian eine eigenartige Erleichterung. Sie war kein Traumbild, kein Geschöpf aus einer anderen Welt. Schlechte Augen gab es nur im Diesseits. Auf dem Boden sah Florian zwei Tauben an ihren Füßen vorbeitapsten. Ein gurrendes Pärchen, unzertrennlich. Wären sie im Park und nicht in der U-Bahn, hätte Florian prompt seinen Johannisbeertaler an die Vögel verfüttert. Obwohl, er wollte diesen zarten Tieren das ausgetrocknete Gebäck nicht zumuten. Jetzt erst bemerkte Florian auch, dass er die zerknüllte Papiertüte immer noch in der Hand umklammerte; das Papier würde bald aufweichen vor dem Schweiß. Sie hatte es wohl nicht bemerkt. Sie hatte ihn trotzdem angelächelt. Ihr Strahlen hatte die Station erhellt und wurde von den Wänden reflektiert, sodass es ihn von allen Seiten wärmte. Nicht einmal der kühle Windzug der einfahrenden U-Bahn konnte ihm diese Wärme nehmen. Im Gegenteil, der Wind spielte an dem Kleidchen um ihre Beine und brachte sein Blut noch mehr in Wallung.

« Was vorher geschah12

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger Skype Name
Hardy-Kern
Kopfloser

Alter: 69
Beiträge: 4949
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 26.03.2011 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt nimmt du mit Florian eine richtige U-Bahn-Fahrt auf. Da könnten wohl nur noch die Sehlinsen bremsen?
Du lässt den armen Jungen ganz schön schwitzen und die Kleine kommt nicht zum Zug, es ist köstlich. Smile

Solltest manche Sätze etwas länger setzen, weil du sonst aus dem Schreibrhythmus rauskommst. Die kurzen Sätze stören etwas.

P. S. Was sollte ich mit einer U- Bahn, habe bessere Fahrten gemacht.

Hardy
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 27.03.2011 13:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Also ernsthaft? Du warst noch nie in einer U-Bahn? Wow...

Gleich würde die Schöne einsteigen. Sein verwegener Entschluss war gefasst. Sei es eine halbe Stunde, eine Stunde oder ein ganzer Tag – im Büro würde Florian ohnehin niemand vermissen. Was hinderte ihn daran, seinem Glück zu folgen? Die Türen öffneten sich. Florian konnte kaum erwarten, bis der Strom an Aussteigenden versiegte. Einsteigen, dem Traum hinterher. Egal, wie voll der Zug war, Florian hatte das Gefühl, als würde er darin mit ihr alleine sein. Alleine unter der Erde. War das nicht schön? Ihn kümmerte es nicht, dass ihn Leute anrempelten, dass sie ihre Gesichter verzogen oder gar schimpften. Er bahnte sich noch vor ihr einen Weg in den Zug.

Und – sein Herz überschlug sich – obwohl die Sitze gegenüber leer waren, setzte sich die Frau neben ihn! Ein untrügliches Zeichen. Florian könnte sich ohrfeigen dafür, dass er so achtlos den Platz am Fenster eingenommen hatte. Aus seinen Beobachtungen wusste er, dass Frauen gerne am Fenster saßen. Sollte er ihr anbieten, den Platz zu tauschen? Nein, das wäre viel zu auffällig. Zu viel auf einmal. Er wollte ja interessant bleiben, seine Karten nicht sofort auf den Tisch legen. So blieb er steif sitzen, seine linke Seite wärmte sich an der Präsenz der Frau, als würde er neben einem Heizkörper sitzen. Seine Augen schmerzten vom Schielen in die Augenwinkel.

Aus ihrer zierlichen Handtasche holte die Schöne ein Buch hervor. „Warten auf Godot“ – einen minder exquisiten Geschmack hätte Florian von so solch einem Wesen nicht erwartet. In seiner Nachttischschublade lag dieselbe Ausgabe, wenngleich vor Zerlesenheit nicht auf den ersten Blick wieder zu erkennen. Er könnte ihr das Buch aufsagen, könnte nächtelang darüber diskutieren. Wer weiß, vielleicht ergab sich bald die Gelegenheit dazu? Irgendwann, da würde Florian mit der Schönen in einem Sessel vor einem Kamin sitzen, vielleicht einen Hund oder eine Katze zu ihren Füßen, und diskutieren – über Samuel Beckett, über Franz Kafka, über Zweig oder Remarque … gleichwohl, sie würden Welten teilen. Nur, wie sollte er davor ihr seine Welt eröffnen? Ihre Lektüre kommentieren? Ihre Hand ergreifen und feurig zitieren, in ihren Augen verglühend?

Die Motorola-Melodie ließ seine Träume zusammenfallen wie einen schlecht balancierten, viel zu hohen Bücherstapel. Die profanen Klänge drangen aus der Handtasche der Dame. Wie? Wie konnte jemand mit solch einem Büchergeschmack einen derart banalen Klingelton haben?

„Oh, hallo Schatz. Ja, ich bin in etwa einer Stunde da. Ich liebe dich.“

Ende
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger Skype Name
Hardy-Kern
Kopfloser

Alter: 69
Beiträge: 4949
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 27.03.2011 18:07    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist gemein. So hatte ich das Ende, trotz meines guten "Geruchsinns" nicht erwartet. Steigerst dich immer mehr. Daumen hoch
Muss wohl mal werten...

Hardy
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Enfant Terrible
Geschlecht:weiblichalte Motzbirne

Alter: 25
Beiträge: 10334
Wohnort: München


Ein Fingerhut voller Tränen - Ein Gedichtband
BeitragVerfasst am: 27.03.2011 20:12    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wirklich? Ich selbst fand das Ende relativ vorhersehbar.
Danke fürs Dranbleiben! Daumen hoch
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger Skype Name
Mardii
Stiefmütterle

Alter: 59
Beiträge: 1841



BeitragVerfasst am: 27.03.2011 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

schön zu lesen, die Frühlingsgefühle und Nöte des Florian. Wie er sich abplagt, der Arme, und seinem Glück nachläuft.

Zitat:
Ihre Männerwahl zeugte ja nicht gerade von Intellekt.


Wie die Gefühle bei der Partnerwahl im Frühling oder zu anderen Zeiten zustande kommen, ist schon ein Stück Psychologie.

Grüße von Mardii
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hardy-Kern
Kopfloser

Alter: 69
Beiträge: 4949
Wohnort: Deutschland


BeitragVerfasst am: 28.03.2011 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Mardii hat Folgendes geschrieben:

Wie die Gefühle bei der Partnerwahl im Frühling oder zu anderen Zeiten zustande kommen, ist schon ein Stück Psychologie.

Man sieht aber auch, dass die Psychologie mit den Gefühlen nichts zu tun hat.
Der Florian hatte einfach Pech und trotzdem auch Glück im Unglück.
Wenn er später gemerkt hätte, was mit ihr los ist, wären die Komplikationen sicherlich größer geworden. So ist nun mal das Leben. Smile

Hardy
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Mori
Geschlecht:weiblichWindprinzessin

Alter: 28
Beiträge: 221
Wohnort: Hannover


BeitragVerfasst am: 31.03.2011 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Gut geschrieben. Es hat Spaß gemacht, deine Geschichte zu lesen smile
Und das Ende gefällt mir auch  Twisted Evil
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden MSN Messenger
Beka
Geschlecht:weiblichNebelpreisträger

Alter: 59
Beiträge: 3097



BeitragVerfasst am: 01.04.2011 08:23    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gefällt es auch!

Besonders gelungen finde ich, wie Du anhand der Tauben zeigst, dass er eine rosarote Brille auf hat.
Erst sind sind sie dick und fett, später dann "zarte Geschöpfe".
Dein Prota tut mir einerseits Leid, andererseit ist er so eingebildet ...
Klasse gezeichnet.

Kennst Du "The Stand" von Stephen King? Da gibt es einen Charakter, Harold, der ist so ähnlich drauf.

Zitat:
Egal, wie voll der Zug war, Florian hatte das Gefühl, als würde er darin mit ihr alleine sein.


Als wäre er mit ihr alleine, fände ich flüssiger zu lesen.

Viele Grüße

Beka
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
jope
Sonntagsschreiber


Beiträge: 14



BeitragVerfasst am: 01.04.2011 13:12    Titel: Hi Antworten mit Zitat

ein handwerklich gut geschriebener Texte, der mir Spaß gemacht hat beim lesen, auch wenn relativ bald klar wird, dass Florian nicht zum Zuge kommen wird. Ich finde auch die Idee mit dem Handy sehr gut, besser als ob die Schöne von ihrem Lover an der nächsten Haltestelle abgeholt würde.

Phsychologisch hast du ein sehr interesannte Szene konstruiert, die hier harmlos endet, aber auch in Gewalt umschlagen könnte. Ich finde wirklich gut gemacht! Glückwunsch!

Viele Grüße jope
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Robert-Krause
Geschlecht:männlichSonntagsschreiber

Alter: 32
Beiträge: 19
Wohnort: Dresden


BeitragVerfasst am: 14.04.2011 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Während des Lesens deiner Kurzgeschichte hatte ich so viele Gedanken, die ich gern hätte in meinen Kommentar gepackt, dass ich jetzt, da ich den Großteil davon schon wieder vergessen habe, garnicht weiß wo ich beginnen soll.

Also vorweg möchte ich sagen: Ich bin ja ebenfalls noch recht jung und mit Sicherheit kein ausgereifter Literaturkenner, wenn ich aber mal über meinen Tellerrand hinaus blicke, meinen geistigen Kokon der Jugend außer Acht lasse und versuche, mich in eine spätere Version meinerselbst zu verwandeln, dann..

Ja dann würde ich wohl sagen, dass du eine überaus hochkarätige und imponierende Schreiberin bist und da spreche ich noch nicht vom Inhalt, lediglich vom Stil.

Kehre ich aber wieder zurück, ins Hier und Jetzt, würde ich definitiv keinen Roman lesen, der in solch einer Form geschrieben ist. Deine Wortgewandheit, kombiniert mit einem ja schier endlosen Vokabular, ist beeindruckend, doch erscheint sie mir nicht gerade alltagstauglich.

So wie du schreibst, würde ich niemals sprechen wollen, ich hätte Angst auf der Straße verprügelt zu werden, um ehrlich zu sein.

Für meinen Geschmack ist dein Stil zu schmückend (nicht inhaltlich, nur die Wortwahl betreffend) und zu geschwollen. Beim Lesen hatte ich ständig das Bild einer englischen Dame vor Augen, (An einem kleinen, runden Tisch sitzt sie und nippt vorsichtig mit gespitzten Lippen an einem Tässchen Earl Grey Tee. Ihr gegenüber der Ehemann, der mit Zylinder und Monokel, in geschwollen Worten und feinen Tönen aus dem Londoner Sonntagsblatt zitiert.) aber vermutlich spricht da nur ein unreifer Bengel. Haha.

Trotzdem, schönes Ding,

..und schöne Grüße!


_________________
Der freie Geist schreibt klar und sachlich, der von Gefühlen regierte voller Leidenschaft.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Maria
Geschlecht:weiblichEvolutionsbremse

Alter: 47
Beiträge: 7730

DSFo-Sponsor Ei 1
Ei 4


BeitragVerfasst am: 15.04.2011 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Reggy,

also.
Teil 2 und Teil 3 find ich toll. Der junge Mann ist für mich ein liebenswerter Freak; unsicher im Umgang mit den Damen, anderen Herren gegenüber könnte er vielleicht arrogant und selbstherrlich sein. vor allem jenen gegenüber die schöner, größer, stärker sind (es ist die geistige Größe, die zählt).
Grund für seine gedachten Boshaftigkeiten könnte eben diese Unsicherheit sein.
Wie er sich seinem Frühlingsmädchen da nähert, wie er jede ihrer Bewegungen interpretiert ist super.
Sprachlich empfinde ich es nicht als zu geschwollen, sondern dieser Figur, die sich ähnlich wie Adrian Mole mit verschränkten Armen seiner Umwelt präsentiert, punktgenau. D.h. - Huhn oder Ei: vielleicht wirkt er so, weil er so spricht.

Sehr gut beobachtet, die Kleinigkeiten machens einfach!
Zitat:

Als er sie öffnete, sah er die Schöne gebeugt den Boden absuchen. Vor Verblüffung, dieses edle Wesen in solch einer Stellung anzufinden, brauchte Florian einen Augenblick, die ihm schmerzlich vertraute Choreographie wieder zu erkennen. Ungefähr zu der Zeit, als er sich auch im Fitnessstudio angemeldet hatte, trug er Kontaktlinsen.

Nach erkennen, erkenne ich gerade, dass ein Doppelpunkt nicht schlecht wäre wink
Ich mochte diese Passage und was danach kommt besonders. Kopfkino vom allerfeinsten.


Der 1. Teil ist mir an manchen Stellen zu viel von 'böse', es kehrt sich beinah um. Es zeichnet mir gleich zu Beginn ein anderes Bild von Florian, eins das um Längen unsympathischer ist und ihn teils infantil wirken lässt (lästern um des Lästerns willen). Mein Vorschlag: streich jede zweite Abschätzigkeit, lass hier lieber schon die Unsicherheit mit durchblitzen, damit man grade zu Beginn eine richtigere Idee von Florian bekommt.
Ist aber bestimmt auch Geschmackssache.

Sehr gern gelesen, steht Dir auch sehr gut, sowas "klares".

Lieber Gruß


_________________
Give me sweet lies, and keep your bitter truths.
Tyrion Lannister
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Skype Name
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Deutsches Schriftstellerforum Foren-Übersicht -> Prosa -> Werkstatt Alle Zeiten sind GMT - 11 Stunden
Seite 1 von 1



 
 Foren-Übersicht Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.
In diesem Forum darfst Du keine Ereignisse posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Das schlechteste Gedicht der Welt - D... geomorph Originalität 0 19.03.2019 09:22 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge John der Schwarzmagier Bea H2O Einstand 4 17.03.2019 17:51 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Im Zeichen der Katze – Novelle Poolshark Selbstveröffentlichung/Eigenverlag 12 16.03.2019 20:54 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Antworten auf Kritik an der EU Urhebe... Pütchen Rechtliches / Urheberrecht / Copyright 21 15.03.2019 16:23 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Der Herzog von Aquitanien preusse Verlagsveröffentlichung 13 15.03.2019 15:16 Letzten Beitrag anzeigen

EmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlungBuchEmpfehlungEmpfehlung

von Fao

von Klemens_Fitte

von nebenfluss

von madrilena

von DasProjekt

von V.K.B.

von JT

von Herbert Blaser

von Literättin

von RememberDecember59

Impressum Datenschutz Marketing AGBs Links
Du hast noch keinen Account? Klicke hier um Dich jetzt kostenlos zu registrieren!