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Nur für eine Nacht


 

 
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dürüm
Wolf im Negligé

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BeitragVerfasst am: 24.03.2011 20:20    Titel: Nur für eine Nacht eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

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Dies ist der unverfängliche Anfang einer Kurzgeschichte, deren Fortsetzung wohl eher ins Redlight muss.

Feuer frei!


Nur für eine Nacht

September 2010 in Berlin

Die Regenfälle der letzten Wochen hatten zum ersten Mal nachgelassen und das Holzdeck der Dachterrasse dampfte in der Mittagssonne. Hämmernde Rockmusik schallte durch die geöffneten Glastüren. Manuel saß heftig atmend auf dem Boden und rieb sich mit einem Handtuch energisch den Schweiß von Gesicht und Oberkörper, als es klingelte. Auf dem Weg zur Tür stellte er die Musik aus, pfefferte sein Handtuch Richtung Küche und fluchte ausgesprochen einfallsreich, als der verchromte Sektkühler schon wieder auf dem Boden landete. Erneutes langanhaltendes Klingeln mischte sich unter das Scheppern.
„Ich komm ja schon ...“
Manuel riss die Tür auf und sah sich einer überschlanken, jungen Frau gegenüber, die lässig mit dem Rücken gegen den Klingelknopf lehnte und ihm mit einem breiten Grinsen ein Handy entgegenstreckte.
„Schwesterherz! Was machst Du denn hier?“ Völlig verdutzt nahm Manuel das Handy entgegen, hielt es vorsichtig mit zwei Fingern von sich weg und winkte sie herein.
„Es ist Jessie. Sie versucht seit gestern, dich zu erreichen, aber du gehst ja nicht ans Telefon und deine Mailbox weiß schon gar nicht mehr, wer du bist. Also hat sie mich angerufen. Sie hat einen Auftrag für dich.“ Triumphierend ließ sich Elena auf dem dicken Teppich nieder. Möbel gab es im Wohnzimmer noch keine. Dafür eine grandiose Aussicht auf Berlin.
Manuel wanderte an der Fensterfront entlang und versuchte geduldig den Wortschwall, der aus dem Handy dröhnte, zu unterbrechen. Mit gespielter Verzweiflung verdrehte er die Augen.
„Hi Jessie, was gibt’s? ... Wann? ... Heute Abend? ... Naja, eigentlich nicht ... Was will die Dame?... Wieso rufst Du nicht Raphael an, oder Angelo?“ Hier entstand eine längere Pause. „Unlimited Version, soso ... das ist natürlich etwas anderes ...okay, wann und wo?“ Manuel schaute sich suchend um und warf Elena eine Kusshand zu, als sie ihm Bleistift und Papier in die Hand drückte. „Viertel nach sieben, Deutsche Oper, Smoking, danach Essen im Bocca, ... gut, ich hab´s, ... ich bin immer pünktlich ...Bis morgen!“ Übertrieben langsam legte er auf, drückte das Handy kurz an die Stirn und gab es Elena zurück.
„Und? Was ist los?“ Sie lag inzwischen rücklings auf dem dicken sandfarbenen Teppichboden, bohrte ihre Zehen genießerisch hinein und hatte die Augen geschlossen.
„Mein erster Auftrag mit „unlimited“. Und vorher in die Oper. Du weißt nicht zufällig den Spielplan? Was ist heute überhaupt für ein Datum?“
„Der 28. September. Wart einen Moment, das hab ich gleich.“ Sie setzte sich mühsam auf, tippte rasant auf ihrem Smart Phone herum und stieß dann einen neidischen Seufzer aus. „Die Ballet Gala zur Spielzeiteröffnung“, dafür könnte ich Dich umbringen. Die ist seit Wochen ausverkauft. Und dann ins Bocca ...oh Mann, du hast vielleicht ein Leben.“
Manuel war inzwischen in der Küche verschwunden, füllte einen Tumbler mit Wasser und einer Handvoll Crasheis. Mit dem Glas in der Hand hockte er sich neben seiner Schwester auf die Fersen.
„Da, trink was, bevor du mir umkippst, du siehst aus wie ein kleines Gespenst. Wie geht’s dir überhaupt?“ Er versuchte, es möglichst leichthin zu sagen, aber Elena durchschaute ihn sofort und lachte.
„Keine Sorge, großer Bruder! Das ist nur der Wetterumschwung, und ein kleiner Infekt letzte Woche, meine Werte sind in Ordnung.“
„Ich glaub dir kein Wort! Sag mir, wenn du was brauchst. Und bleib ein bisschen liegen, ich mach uns gleich was zu essen.“ Liebevoll strich er ihr durch die kurzen Haare. „Ich muss nur erst duschen und meinen Smoking suchen. Hätte ich doch nur die verdammten Kisten beschriftet.“ Geschmeidig stand er wieder auf, drückte ihr einen schnellen Kuss auf die Backe und ging leise pfeifend ins Schlafzimmer.
„Ich bügel dir das Hemd, wenn du Thaihuhnsuppe kochst.“ rief sie ihm hinterher. Und fügte kaum hörbar noch etwas hinzu. Manuel steckte seinen Kopf um die Ecke und zog seine linke Augenbraue gekonnt nach oben.
„Hast du etwa gerade bezweifelt, dass ich meinen Smoking finde?“
Elena  gluckste: „Wundern würde es mich nicht!“

Eine Stunde später hing das Hemd gebügelt neben dem Smoking und Manuel beobachtete innerlich grinsend, wie Elena die dritte Portion Suppe verdrückte.
„Du musst nicht alles jetzt essen, du darfst den Rest gerne mitnehmen!“
„Gib mir das Rezept, dann mache ich sie mir selbst!“,kam wie aus der Pistole geschossen ihre Standardantwort, „ Für diese Suppe tue ich alles.“
„Alles? Wirklich alles?“, neckte er sie.
„Naja, fast alles!“, gab sie mit einem verschmitzten Augenzwinkern zurück. „Außer deine Schuhe putzen. Das ist hoffnungslos. Nur falls du gerade diese Idee hattest.“
Manuel lachte schallend los. Seine Schwester kannte ihn einfach zu gut.



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Akiragirl
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BeitragVerfasst am: 24.03.2011 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu dürüm,

du schreibst nicht schlecht, dein Stil liest sich angenehm flüssig und bildhaft. Manche der Bilder erscheinen mir allerdings ein wenig schief, z.B.:
dürüm hat Folgendes geschrieben:
das Holzdeck der Dachterrasse dampfte in der Mittagssonne

Auch wenn es nur ein Sprachbild ist, aber Holz mit in der Hitze dampfen zu verbinden, finde ich abwegig … Teer, ein See, Beton kann unter der Sonne dampfen, aber Holz?
dürüm hat Folgendes geschrieben:
Manuel riss die Tür auf und sah sich einer überschlanken, jungen Frau gegenüber

Das Wort „überschlank“ finde ich unglücklich, weil man nicht genau weiß, was es eigentlich bedeuten soll. Soll es ein Synonym sein für „vollschlank“ (also dicklich) oder für „besonders schlank“ (also dürr)? Würde da ein anderes Wort verwenden.

Fraglich ist für mich auch, aus welcher Perspektive du eigentlich schreibst. Anfangs tippte ich auf personalen Erzähler aus Sicht von Manuel. Aber warum beschreibst du dann am Telefon nur das, was er sagt und nicht das, was Jessie ihm sagt? Das wirkt, als hätte die Perspektive sich plötzlich geändert.

Schlussendlich handelt es sich zwar nur um den Anfang einer Kurzgeschichte, aber die Handlung ist mir doch ein wenig dünn. Gut, es wird eine Erotikgeschichte und da ist das wohl normal, aber so richtig Spannung baut sich (zumindest bei mir) nicht auf … Gibt es da noch irgendeinen Konflikt oder so?
Naja, mehr sag ich dir dann, wenn die Fortsetzung online ist smile

LG
Anne


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Soraya
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BeitragVerfasst am: 24.03.2011 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dürüm,

war ja schon groß angekündigt, deshalb stürz' ich mich da natürlich gleich hyänenartig drauf ...^^

Insgesamt finde ich das gut, ich möchte gerne weiterlesen, du wirfst ein paar Fragen auf und lässt Vermutungen zu, die Charaktere sind mir sympathisch ... doch, gefällt.

Nachdem wir uns ja hier in der Werkstatt befindet, gibt's natürlich dennoch ein bisschen Detailarbeit - mehr als ein paar Peanuts und eine allgemeine Anmerkung gibt's aber nicht, so viel hab' ich einfach nicht zu meckern ...

In Satz 3 und 4 hast du einen absolut gleichen Aufbau mit dem "als"-Nebensatz. Stört mich in dieser Wiederholung, vor allem auch, da du im 4. Satz mit der Chronologie brichst - er fängt ja erst an zu fluchen, nachdem der Sektkühler schon gefallen ist, nehme ich an? Den Satz würde ich also umstellen, damit erledigt sich dann zudem der identische Aufbau der Sätze.

Zitat:
die lässig mit dem Rücken gegen den Klingelknopf lehnte


Hier kriege ich kein Bild in den Kopf. So ein Klingelknopf ist ja doch eher ziemlich klein - da muss man sich ja richtig "an die Wand pappen", damit man dranlehnt. Lässig sieht das dann aber in meiner Vorstellung nicht mehr aus.

Zitat:
Crasheis


Heißt das nicht "Crushed Eis/Ice"?

Irgendwo war ein paar Anführungszeichen zu viel, mitten innerhalb einer Aussage, und hier stimmt da auch was nicht:

Zitat:
„Gib mir das Rezept, dann mache ich sie mir selbst!“,kam wie aus der Pistole geschossen ihre Standardantwort, „ Für diese Suppe tue ich alles.“


Nach der ersten Aussage fehlt ein Leerzeichen, das ist dann dafür bei der zweiten Aussage zu viel, und das "für" in der zweiten Aussage müsste kleingeschrieben werden, weil du vorher nicht mit einem Punkt schließt, sondern ein Komma verwendest. Bin ich eigentlich pingelig?^^

Das waren jetzt die Erbsen. Generell diagnostiziere ich dir eine leichte Adjektivitis - geh mal gezielt auf Adjektivfahndung und streiche die, die dir nicht nötig scheinen, ersatzlos - du wirst sehen, der Text gewinnt dadurch.

Das war's dann aber tatsächlich mit der Kritik. Shocked Du hast einen sehr flüssigen Stil, die Dialoge sind angenehm natürlich, die beiden Charaktere machen mich neugierig (Ist er Callboy? Was hat die Schwester? usw.), ich habe mich gut unterhalten gefühlt und würde gerne mehr erfahren. Wenn's denn weitergeht, da drüben im Sperrbezirk, der ja hier bei uns andersrum läuft...^^

LG,

Soraya


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I get an urge, like a pregnant elephant, to go away and give birth to a book. -Stephen Fry-

Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden. -Heinz Rühmann als Dr. Johannes Pfeiffer, Die Feuerzangenbowle-
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dürüm
Wolf im Negligé

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BeitragVerfasst am: 24.03.2011 20:50    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hi Anne,

hui, das ging aber schnell.

Danke fürs Kommentieren und das Lob!

Zu Deinen Anmerkungen, ich dachte, dass nach dem Hinweis mit dem wochenlangen Regen klar ist, dass das Holzdeck klitschnass ist.
Und nasse Holzdecks dampfen wie Hölle smile

Und überschlank ist ein ganz gebräuchlicher Begriff und bedeutet "übermäßig schlank". Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Wort Probleme bereitet.

Mal schauen, ob andere auch über diese beiden Stellen gestolpert sind, ändern kann ich sie ja immer.

Zwei Konflikte habe ich ganz zart angedeutet ... im nächsten Teil wird es sicher klarer.

Bis dahin, Geduld smile

Kerem

edit:

sorry, die Stelle mit dem Dialog habe ich vergessen, da hast Du völlig recht!, da muss ich noch Jessies Text einfügen!

Und hallohallo Soraya!

Meine Güte, ihr habt hier aber ein Tempo drauf!

Bist Du eine Lektorin, oder sowas?

Die Fluchstelle hast Du richtig erkannt, puh seid Ihr gut hier im Forum!

Und ich habe so oft drüber geschaut, und die Leerzeichenfehler partout nicht gesehen. Mist.

Ich warte noch auf die nächsten Erbsen, und dann stelle ich die verbesserte Version ein.

Tausend Dank!

Kerem


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Hoody
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BeitragVerfasst am: 25.03.2011 08:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dürüm.


Mir fehlt wie Akira die Spannung. Ich musste mich wirklich anstrengen die Zeilen der Geschichte nicht zu überfliegen. Edit. (Stimmt so nicht mehr ganz. Spannend ist es schon, wenn man sich reinsteigert und genau liest. Ist noch ziemlich früh.) Du hast keinen schlechten Schreibstil, hier und da könnte man ein paar Adjektive streichen, wie auch schon Soraya erwähnt hatte, aber ist oft Geschmackssache. Ich habe es mittlerweile aufgeben jedes Adjektiv und jede Show dont Tell Stelle aufzuzeigen, außer es ist extrem. Aber du bist erfahren genug. Die Adjektive solltest du alleine finden. Achte auch darauf, immer das stärkere Adjektiv zu benutzen und solche Adjektive wie jung ... geht schöner. Durch eine Umschreibung oder treffenderes Adjektiv. Aber jung ist wirklich ein langweiliges Adjektiv, genauso wie groß, klein, kurz, lang lustig etc., als Beispiel. Sind schwache Wörter und mit bisschen Umstellen oder suchen, hat man oft eine bessere Variante. Oder streichen. Bei dir würde ich streichen. Umschreiben oder anderes Wort suchen würde bei deinem Stil nicht irgendwie passen. Aber vergesse auch nie: Inhalt und Leichtigkeit gehen vor. Wenn sich der Satz total gestellt und holprig liest, dann ist mir ein "war"-Satz mit zwei Adjektiven lieber, als ein Satz, der durch seine unzähligen Schlaglöcher die Beine der Leser bricht.
Ich überlege schon die ganze Zeit, was mich so stört. Darum laber ich ein bisschen. Irgendwas stört mich. ich lese den Text noch einmal, rauch dann eine und schreibe es auf.
Ich komme nicht darauf. Ich habe es durchgelesen, irgendwas stört mich. Werde es mich gleich noch einmal vornehmen. Aber um bisschen was zu labern, ein schönes Beispiel wo man lebendiger werden könnte, mehr Dichte/Atmosphäre erschaffen könnte.

Zitat:
Die Regenfälle der letzten Wochen hatten zum ersten Mal nachgelassen und das Holzdeck der Dachterrasse dampfte in der Mittagssonne.

Wenn du den Satz bisschen umstellst und was streichst, dann geht es um einiges lebendiger. Schau mal den Satz nach dem und genau an und setze ihn an den Anfang und jetzt spiele. (Statt Regenfälle spezifischer werden)

Zitat:
Auf dem Weg zur Tür stellte er die Musik aus, pfefferte sein Handtuch Richtung in die? Küche und fluchte ausgesprochen einfallsreich, als der verchromte Sektkühler schon wieder auf dem Boden landete.


Zitat:
Erneutes langanhaltendes Klingeln mischte sich unter das Scheppern.


Zitat:

Manuel riss die Tür auf und sah sich einer überschlanken, jungen Frau gegenüber, die lässig mit dem Rücken gegen den Klingelknopf lehnte und ihm mit einem (breiten - könnte man streichen, passt irgendwie auch nicht zur Szene bzw besseres Adjektiv) Grinsen ein Handy entgegenstreckte.

Jungen kannst du uns besser zeigen. Bei sowas würde ich mehr auf Show setzen. Besonders wenns so ne heiße Schnitte ist. Mit dem Rücken gegen den Klingelknopf. Unnötig. Bei der Szene musst du aufpassen. Sie wirkt schon fast gesetellt. Junge Frau lehnt lässig an der Klingel, breit grinsend hebt sie ein Handy vor seiner Nase. Da wird mir bisschen schlecht. Mag solche Szenen überhaupt nicht. Fehlt nur noch, dass sie total geschminkt ist, eine Sonnenbrille auf hat, pinkes Top, schwarzen Rock und einen Lolli nebenbei lutscht; die Sonne taucht sie übrigens in ein Engelslicht.
Ist Geschmackssache, aber überleg dir das mit der Klinge bzw handy. Beides ist für mich zuviel.

Zitat:
„Schwesterherz! Was machst Du denn hier?“ Völlig verdutzt nahm Manuel das Handy entgegen, hielt es vorsichtig mit zwei Fingern von sich weg und winkte sie herein.

Interessanter Punkt. Da ich ja weiß, dass es eine Erotikgeschichte wird bzw eine etwas heftigere, kann man sich hier ein paar Sachen ausdenken. Aber wahrscheinlicht hebt er es vor Überraschung oder so nur von sich weg. Keeeeeeeeine Ahnung. Sehe ich dann ja noch.

Zitat:
Triumphierend ließ sich Elena auf dem dicken Teppich nieder.

Streichen.

Zitat:
„Und? Was ist los?“ Sie lag inzwischen rücklings auf dem dicken sandfarbenen Teppichboden, bohrte ihre Zehen genießerisch hinein und hatte die Augen geschlossen.

Streichen und umschreiben, hier kann man mehr herausholen. Wieder so ein interessanter Punkt. Auch gegen Ende der Geschichte.  Die Wiederholung von interessanter Punkt ist gewollt. Ich kann ahnen, worauf du hinaus willst und falls es nicht so ist, müssen sich andere keine Sorgen machen, ich habe keine Schwester.
Teppich - spezifischer.
hatte die Augen geschlossen - mit genießerisch so toll aufgebaut und dann wieder abgebaut, geht schöner. Manchmal muss man suchen, aber wenn man das richtige Wort dann findet, ist es besser als jedes andere Gefühl für den kurzen Moment.

Alsoooo. Ich glaube die Charaktere stören mich. Es ist nur der Anfang, also bitte nicht übel nehmen. Vielleicht ist es ja sogar Absicht. Auch meine Kritikpunkte da oben sind nur Geschmackssache. Ich habe einfach mal markiert was mich beim ersten Durchlesen gestört hat.
Die Charaktere wirken wie perfekte Plastikfiguren bisher. Ihre Art lässt mich an schlechte Schauspieler erinnern oder an Anna und die Liebe. Diese gestellte Art. Besonders in den Dialogen. Diese Anspielungen etc. Auch da wo Manuel gekonnt die linke Augenbraue hochhebt. Wirkt alles total platt, flach und wie verstellt. Als würden sich die Charaktere nicht trauen ihr echtes Wesen zu zeigen. Nicht spießig, vielleicht jungreich, weiß nicht. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Schlecht ist es nicht. Was die Konflikte sind, kann ich so noch nicht sagen. Einmal ist mir das seltsamte Verhalten der Schwester aufgefallen - ist es gar nicht die Schwester oder kamen sich die Beiden schon näher? Vielleicht ist die Schwester auch eifersüchtig auf ihren Bruder, was im Dialog irgendwo rauskommt, wenn man sich jetzt extrem in so etwas reinsteigert und dann noch der Infekt der Schwester. Wenn man beides verbindet, könnte man da viel rauslesen, aber ich halte es für eher unwahrscheinlich, weil die Schwester meint alles wäre wieder okay und der Neid kommt auch eher gespielt rüber. Also eher nicht. Na mal schauen.

lg Hubi
Achja, spiel ein bisschen mit der Länge deiner Sätze. Ich glaube, dass hat mich auch gestört. Sie kamen mir meistens alle gleich lang vor. Vielleicht mal ein bisschen kürzere benutzen - nur wenns passt, und dann mal längere. Also bisschen Abwechslung reinbringen, aber ist wahrscheinlich wieder Geschmackssache.

Edit: Habe noch einmal den Anrufdialog genauer durchgelesen. Ist auch interessant. Es gibt doch Frauen/Männer die man für eine Nacht bezahlt oder Tag. Date, schönes Essen, gelogene Komplimente, Hotelzimmer/whatever, frisch machen, zusammen baden vielleicht, Geschlechtsverkehr, zusammen einschlafen, dann bereitet die bestellte Person das Frühstüch noch her etc. Also je nach Preis und Dienst etc. Könnte mir so etwas in der Richtung vorstellen. Liebt die Schwester ihren Bruder und der weiß es vielleicht bzw bemerkt es nicht? Sie ist auf die anderen Personen eifersüchtig, zu denen Manuel immer geht etc? Naa mal schauen, bis jetzt schießen mir tausend Ideen durch den Kopf was kommen könnte und was nicht.


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Micki
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BeitragVerfasst am: 25.03.2011 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kerem!

Wenn du definitive Stimmen gegen das Wort "überschlank" suchst, dann heb ich an dieser Stelle den Finger!  smile

Wir Frauen wollen nicht überschlank sein, das hört sich wirklich komisch an. Leider sind Synonyme im Bereich dünner Frauen schwer zu finden, wie ich gerade feststellen muss, aber ich bin sicher das du etwas wohlklingenderes finden wirst.   smile

Mir gefällt es als Einstieg in eine weiterführende Geschichte schon sehr gut. Einerseits so normal und deine beiden Protas kommen normal und sympatisch rüber. Andererseits diese Andeutung im Telefonat.
Ist Manuel ein Escort?

Freu mich schon auf die Fortsetzung!
Sehr gern gelesen.

Lg Micki


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Gast







BeitragVerfasst am: 25.03.2011 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dürüm...

Kann mich der allgemeinen Kritik nur anschließen...

Liest sich flot, aber die vielen Adjektive sind nicht nötig. Es birgt die Gefahr das die Protagonisten komikhaft wirken.

Auch den Rat mit der Satzlänge zu spielen würde ich berücksichtigen.

Grüße,

mryello
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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 25.03.2011 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Schreibtechnisch nicht schlecht. Für diejenigen, welchen es gefällt ist der Inhalt sicher interessant. Eigentlich nichts Neues diese Berliner Szene, kann jetzt schon den Fortgang erahnen. Und, wenn man nach den wenigen Zeilen schon was erahnt ist das nicht gut. Aber, ich warte erst mal ab.
mryello hat Folgendes geschrieben:

Liest sich flot, aber die vielen Adjektive sind nicht nötig. Es birgt die Gefahr das die Protagonisten komikhaft wirken.
mryello

So sehe ich das auch und ich erweitere, dass eine gewisse versteckte Arroganz in der Luft liegt.  Smile

Hardy
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Hoody
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BeitragVerfasst am: 25.03.2011 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
dass eine gewisse versteckte Arroganz in der Luft liegt.

Kann ich voll unterschreiben.
Also ich weiß jetzt nicht ob Hardy nur provozieren will (Sorry Hardy, aber manchmal bist du ein Rätsel.) aber damit hat er Recht. ich habe die Sache mit den Figuren ja schon angesprochen und Arroganz trifft es gut.

lg Hubi


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Hardy-Kern
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BeitragVerfasst am: 25.03.2011 16:34    Titel: Antworten mit Zitat

Jarda hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
dass eine gewisse versteckte Arroganz in der Luft liegt.

Kann ich voll unterschreiben.
Also ich weiß jetzt nicht ob Hardy nur provozieren will (Sorry Hardy, aber manchmal bist du ein Rätsel.) aber damit hat er Recht. ich habe die Sache mit den Figuren ja schon angesprochen und Arroganz trifft es gut.
lg Hubi

Hubi, bin mir manchmal selbst ein Rätsel. Habe deinen Kommentar sehr wohl gelesen, wollte nur nicht darauf eingehen, weil er auch so lang geworden wäre und das muss man sich nicht antun. Jedenfalls nicht bei einem, bisher unvollständigem Text. Smile

Hardy
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BeitragVerfasst am: 25.03.2011 17:30    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nur ganz kurz erst einmal herzlichen Dank für die vielen und auch langen ausführlichen Kommentare.

Heute abend gehe ich noch näher darauf ein.

Jetzt nur meine Frage zu dem Thema Arroganz ...

Bezieht sich das auf einen (oder beide) Protagonisten?

Oder auf meinen Schreibstil als Autor?

Und woran macht ihr beide das fest?

Nachdem Soraya und Micki die Charaktere normal und sympathisch finden, kenne ich mich jetzt nicht mehr aus ...

Und es würde mich wirklich interessieren!!

Ich habe definitiv versucht, Manuel als selbstbewussten Charakter zu gestalten (schüchtern kannst Du in dem Job gar nicht sein, oder?), aber Arroganz habe ich nicht im entferntesten beabsichtigt.

Und falls es mein Schreibstil sein sollte, den ihr ansprecht, würde es mir noch mehr Sorgen machen ...

Also bitte um Rückmeldungen diesbezüglich.

Auf alles andere gehe ich später ein (Jarda, Wahnsinn, Dein Kommentar, vielen Dank für die Hilfe und viele Mühe!!!)

Bis später!

Kerem


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BeitragVerfasst am: 28.03.2011 21:25    Titel: Nur für eine Nacht 1. Teil verbesserte Version pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nur für eine Nacht 2. Version

September 2010 in Berlin

Das letzte Gewitter war abgezogen und das Holzdeck der Dachterrasse dampfte in der Mittagssonne. Hämmernde Rockmusik schallte durch die geöffneten Glastüren. Manuel saß heftig atmend auf dem Boden und rieb sich mit einem Handtuch den Schweiß von Gesicht und Oberkörper, als es klingelte. Auf dem Weg zur Tür stellte er die Musik aus und pfefferte sein Handtuch Richtung Küchentheke. Sekunden später kippte der Sektkühler  vom Tisch.
„Verdammt, schon wieder daneben!“ Der Fluch war leise aber deutlich.
Erneutes Klingeln mischte sich unter das Scheppern.
„Ich komm ja schon ...“
Manuel riss die Tür auf und stand seiner Schwester gegenüber. Und bemühte sich schlagartig, nicht zu besorgt auszusehen. Sie hatte noch mehr abgenommen, und das Fleeceshirt, das sie ihm vor ein paar Wochen entwendet hatte, konnte ihre eckigen Schultern nicht verbergen. Aber sie lachte, und das war das Wichtigste. Mit einer Hand lehnte sie auf der Klingel, mit der anderen streckte sie ihm ihr Handy entgegen.
„Schwesterherz! Was machst du denn hier?“ Völlig verdutzt nahm Manuel das Handy entgegen und winkte sie herein. Etwas langsamer als sonst betrat Elena das Penthouse, kickte ihre Schuhe von den Füßen und ging barfuß ins Wohnzimmer.
„Es ist Jessie. Sie versucht seit gestern, dich zu erreichen, aber du gehst ja nicht ans Telefon und deine Mailbox weiß schon gar nicht mehr, wer du bist. Also hat sie mich angerufen. Sie hat einen Auftrag für dich.“, triumphierend ließ sich Elena auf den Boden sinken. „Wow, ist der Teppich weich!“ Möbel gab es im Wohnzimmer noch keine. Dafür einen Panoramablick auf Berlin.
Manuel wanderte an der Fensterfront entlang und versuchte geduldig den Wortschwall, der aus dem Handy dröhnte, zu unterbrechen. Mit gespielter Verzweiflung verdrehte er die Augen.
„Hi Jessie, was gibt’s?“
„Hallo Manuel, gut, dass ich dich erwische, ich hab eine Anfrage für heute Abend. Hast du Zeit?“
„Heute Abend? Eigentlich bin ich noch im Urlaub. Wieso rufst du nicht Raphael an, oder Angelo?“
„Geht nicht, die Dame will unbedingt dich. Und unlimited.“
„Unlimited Version“, Manuel überlegte nicht lange, „das ist natürlich etwas anderes ... okay, wann und wo?“ Manuel schaute sich suchend um und warf Elena eine Kusshand zu, als sie ihm Bleistift und Papier in die Hand drückte.
„Deutsche Oper, Vorstellung beginnt um halb acht, wie üblich eine Viertelstunde vorher, danach Essen im Bocca, eventuell noch Tango Bar danach. Sei pünktlich!“
„Deutsche Oper, Viertel nach sieben, gut, ich hab´s ... ich bin immer pünktlich!“, Manuel gab sich entrüstet, Jessie konnte es einfach nicht lassen, „bis morgen!“ Langsam legte er auf, drückte das Handy kurz an die Stirn und gab es Elena zurück.
„Und? Was ist los?“ Sie lag inzwischen rücklings auf dem Teppichboden, bohrte ihre Zehen genießerisch hinein und hatte die Augen geschlossen.
„Mein erster Auftrag mit „unlimited“. Und vorher in die Oper. Du weißt nicht zufällig den Spielplan? Was ist heute überhaupt für ein Datum?“
„Der 28. September. Wart einen Moment, das hab ich gleich.“ Sie setzte sich mühsam auf, tippte rasant auf ihrem Smart Phone herum und stieß dann einen Seufzer aus. „Die Ballett Gala zur Spielzeiteröffnung, dafür könnte ich Dich umbringen. Die ist seit Wochen ausverkauft. Und dann ins Bocca ... oh Mann, du hast vielleicht ein Leben.“
Manuel war inzwischen in der Küche verschwunden, füllte einen Tumbler mit Wasser und einer Handvoll Eiswürfel. Mit dem Glas in der Hand hockte er sich neben seiner Schwester auf die Fersen.
„Da, trink was, bevor du mir umkippst, du siehst aus wie ein Gespenst. Wie geht’s dir überhaupt?“ Er versuchte, es möglichst leichthin zu sagen, aber Elena durchschaute ihn sofort und lachte.
„Keine Sorge, großer Bruder! Das ist nur der Wetterumschwung, und ein kleiner Infekt letzte Woche, meine Werte sind in Ordnung.“
„Ich glaub dir kein Wort! Sag mir, wenn du was brauchst. Und bleib ein bisschen liegen, ich mach uns gleich was zu essen.“ Liebevoll strubbelte er durch ihre Igelfrisur. „Ich muss nur erst duschen und meinen Smoking suchen. Hätte ich doch nur die verdammten Kisten beschriftet.“ Geschmeidig stand er wieder auf, drückte ihr einen Kuss auf die Backe und ging leise pfeifend ins Schlafzimmer.
„Ich bügel dir das Hemd, wenn du Thaihuhnsuppe kochst.“ rief sie ihm hinterher. Und fügte kaum hörbar noch etwas hinzu. Manuel steckte seinen Kopf um die Ecke und zog seine linke Augenbraue nach oben.
„Hast du etwa gerade bezweifelt, dass ich meinen Smoking finde?“
Elena gluckste: „Wundern würde es mich nicht!“

Eine Stunde später hing das Hemd gebügelt neben dem Smoking und Manuel beobachtete zufrieden, wie Elena die dritte Portion Thaihuhnsuppe verdrückte.
„Du musst nicht alles jetzt essen, du darfst den Rest gerne mitnehmen!“
„Gib mir das Rezept, dann mache ich sie mir selbst!“, kam wie aus der Pistole geschossen ihre Standardantwort, „für diese Suppe tue ich alles.“
„Alles? Wirklich alles?“, neckte er sie.
„Naja, fast alles!“, gab sie mit Unschuldsmiene zurück. „Außer deine Schuhe putzen. Das ist hoffnungslos. Nur falls du gerade diese Idee hattest.“
Manuel lachte schallend los. Seine Schwester kannte ihn einfach zu gut.

123Wie es weitergeht »



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BeitragVerfasst am: 15.02.2012 19:45    Titel: Nur für eine Nacht Teil II pdf-Datei Antworten mit Zitat

Es tut mir leid, dass ich für die Fortsetzung so lange gebraucht habe. Ich würde gerne wissen, ob die Gefühlsverwirrung von Manuel gut rüber kommt?

Gruß
Kerem


Teil II

28. September 2010   19.10 Uhr

Leonie betrat die Deutsche Oper mit schwungvollen Schritten. Im Foyer empfing sie ein schillerndes Gewirr aus prachtvollen Abendkleidern und kostbaren Juwelen. Berlins Haute Volée gab sich die Ehre zur Spielzeiteröffnung. Dazwischen huschte eine Handvoll Balletteleven in Trainingskleidung mit Programmheften hin und her. Es tat gut, wieder hier zu sein. Sie ließ sich von der Menge in Richtung Garderobe treiben und gab dort ihren Umhang ab. Jetzt wurde sie doch etwas nervös. Bevor sie zurück zur Haupttreppe ging, holte sie erneut die Buchungsbestätigung von VIP Escort aus ihrer schmalen Handtasche. Die Daten waren kurz und präzise:
Name: Manuel, 32, 1,70, 67 kg
Buchungszeit: 28.9.2010 ab 19.15 Uhr   maximal 24 Stunden
Kategorie: unlimited

Leonie drehte das Blatt um und versuchte, das Gesicht auf dem Foto völlig unbeteiligt zu analysieren.
Dunkle Augen über hohen Wangenknochen, viel zu lange schwarze, glatte Haare, die seinen Ohrring fast verdeckten und ein Lächeln, das wahrscheinlich nicht nur ihr schlaflose Nächte bereitet hatte. Goldbraune Haut, glatt rasiert, eine schmale Narbe am Kinn. Enges weißes T-Shirt. Die Recherche für diesen Bericht begann vielversprechend.
Energisch verscheuchte sie jeden Gedanken an ihren Auftraggeber und packte die Bestätigung zurück in ihre Tasche. Ein achtloser Blick in den Spiegel, dann wandte sie sich zum Gehen.

Manuel stand am Fuß der Haupttreppe, schnupperte an der lachsfarbenen Rose und schaute suchend über die Menge. Eine zierliche Frau in einem schmal geschnittenen weißen Kleid kam auf ihn zu, warf einen Blick auf die Rose und streckte ihm die Hand entgegen.
„Hallo, du musst Manuel sein. Ich bin Leonie.“
Ihr Lächeln traf ihn wie einen Schlag in die Magengrube.
„Hola guapa, wo hast du nur solange gesteckt!“ Sein üblicher Begrüßungssatz klang plötzlich hohl in seinen Ohren. Reiß Dich zusammen! „Schön dich zu sehen!“ Dabei nahm er ihre Hand und hauchte einen flüchtigen Kuss auf ihre Fingerspitzen. „Vamos!“
„Moment noch!“ Leonie überreichte ihm den unverschlossenen Umschlag. „First things first!“
Manuel nahm ihn entgegen und steckte ihn ohne einen weiteren Blick ein. „Du kennst dich aus?“
„Nein, eigentlich nicht. Aber ich habe das Kleingedruckte gelesen.“ Ein verschmitzter Blick begleitete diese Aussage. „Komm, wir müssen nach oben, wir haben Logenplätze.“

Langsam füllte sich das Parkett unter ihnen, das Stimmengewirr erstarb allmählich, nur die Orchestergrube war immer noch leer.  Unruhe breitete sich im Publikum aus bis Vladimir Malakhow auf die Bühne trat und diesmal ausnahmsweise schon vor der Vorstellung zum traditionellen Umtrunk lud. Das Orchester würde streiken. Leonie lachte leise.
„Die haben ihre Tarifforderungen immer noch nicht durchgebracht und glauben so Druck ausüben zu können,“ flüsterte sie hinter vorgehaltener Hand. Manuel beugte sich zu ihr hinüber.
„Du bist gut informiert. Arbeitest du hier in der Oper?“ Leonie schüttelte so vehement den Kopf, dass sich ihre dichten Haare in den Kristall- Ohrringen verhakten. Das Dunkelbraun von Bitterschokolade und das Glitzern einer Eisskulptur. Manuel konnte nicht widerstehen und entwirrte vorsichtig die feinen Strähnen.
„ Nein, aber ich kenne den Intendanten,“ präzisierte Leonie.
„Vladimir? Du kennst Vladimir Malakhov persönlich?“ Manuel war beeindruckt. Wenn er das Elena erzählen würde ... „Was machst du denn beruflich?“
 „Ach, dies und das. Ich bin freiberuflich tätig. Betreue  Projekte und schreibe Reportagen zu verschiedenen Themen.“ Merkwürdig. Das Zögern, bevor sie geantwortet hatte,. dauerte Manuel einen Moment zu lange.
„Und was für ein Projekt ist gerade aktuell?,“ Manuel versuchte einen leichten Ton anzuschlagen.
„Um genau zu sein, das Berliner Nachtleben. Vor allem das hochkarätige, also nicht unbedingt die gängige Kneipenszene.“ Leonie verpackte es als Nebensatz, aber Manuel hörte trotzdem alle Alarmglocken schrillen. Wenn das keine Journalistin war.

Inzwischen waren sie im Foyer angekommen und Manuel winkte einem der Kellner, die mit Getränken herumstanden.
„Was möchtest du trinken Leonie?“
„Egal, nur nichts mit Alkohol oder Kohlensäure.“
Manuel nahm zwei hohe Gläser vom Tablett des Kellners, probierte einen Schluck und nickte: „Maracuja mit einem Spritzer Limette, perfekt,“ und gab Leonie eins der Gläser. Von der Balustrade aus beobachteten sie die Menge und Manuel war sich der schlanken Gestalt neben sich schmerzhaft bewusst. Er stand nahe genug, um ihren Duft wahrzunehmen, feine Zitrusnoten mit einem Hauch von Vanille. Nicht blumig genug, um verführerisch zu sein und nicht so frisch, dass es sportlich wirkte. Unauffällig schnupperte er an ihrem Nacken. Verdammt, diese Frau triggerte einfach all seine komplizierten Vorlieben.
Nach einer halben Stunde ertönte erneut der Gong und sie kehrten in ihre Loge zurück. Vereinzelte Buhrufe begrüßten das endlich anwesende Orchester, bevor die Klänge von dem Walzer aus Prokofieffs Cinderella die Gala eröffneten. Solide Leistungen des Corps de Ballett trösteten über die leichten Stolperer des Orchesters hinweg, aber erst die zweite Nummer, „Showtime“, brachte die Oper buchstäblich zum Kochen.
Überrascht registrierte Manuel, dass Leonie mit jeder Facette der dargebrachten Carmen-Parodie gelöster wurde. Mikhail Kaniskin war natürlich ein brillanter Tänzer, aber es war wohl vor allem die Situationskomik, die Leonie immer lauter lachen ließ, bis sie sich Tränen aus den Augenwinkeln wischen musste.
„Oh Gott, ist das großartig. Allein für dieses Stück hat sich die Aufführung gelohnt,“ japste Leonie nach dem Schlussakkord. Manuel drückte ihr ein Taschentuch in die Hand.
„Ja, ist er nicht unglaublich? Meine Schwester Elena hat wochenlang versucht, Karten für diese Vorstellung zu bekommen.“
„Du hast eine Schwester?“ Leonie klang ungläubig.
„Warum nicht? Einzelkind zu sein war keine Voraussetzung für diesen Job.“ Manuel zog eine Augenbraue hoch und genoss die zarte Röte, die sich plötzlich über Leonies Wangen breitete.
„Erzähl mir von ihr,“ versuchte sie die Situation zu retten.
„Später vielleicht, erzähl mir erst etwas von dir und deinem „Projekt.“

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dürüm
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BeitragVerfasst am: 21.10.2012 20:40    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nur für eine Nacht  Teil III

Auf dem Weg zur Garderobe schwieg Leonie einen Moment. Was sollte sie ihm jetzt sagen? Und dann entschied sie sich, mit offenen Karten zu spielen.
„Wie gesagt, ich recherchiere über das Berliner Nachtleben. Genauer gesagt, über männliche Escorts. Und nachdem Deine Agentur jegliche Auskünfte verweigert hat, habe ich mir gedacht, ich buche mir einfach einen Escort für einen Abend.  Deine Kategorie „unlimited“ hat mich neugierig gemacht. Und ja, ich habe vor, die Erlebnisse dieses Abends in meine Reportage einfließen zu lassen.“
Manuels Gesicht nahm einen unergründlichen Ausdruck an. „Und weiter?“
„Ich kann verstehen, wenn du jetzt den Abend beenden würdest. Obwohl ich jetzt schon noch gerne mit dir essen gehen würde.“  Leonie nahm es mit Humor. So verkorkst hatte sie ein Projekt schon lange nicht mehr.
„Ich bin ein Geschichtenerzähler. In Peru sagt man, wer Geschichten erzählen kann, lebt zweimal.“ Manuel zwinkert ihr verschwörerisch zu. „Lass uns essen gehen. Es wäre eine Verschwendung, den Tisch im Bocca jemand anderem zu überlassen.“
Er legte Leonie ihren Umhang um die Schultern und bot ihr seinen Arm. Völlig verblüfft hängte sie sich bei ihm ein.
„Ich habe nur eine Bedingung ... keine Fragen vor dem Dessert.“ Jetzt grinste er auch noch. Leonie stieß ihn spielerisch in die Rippen.
„Und ich dachte schon, mein Abend wäre hiermit beendet.“
Manuel  gluckste.
„Das Unerwartete ist wie die Wüste. Unberechenbar. Und schön.“


Das Essen im Bocca war eine Offenbarung. Dass Manuel überhaupt keinen Alkohol trank, fügte seiner komplexen Persönlichkeit nur eine weitere Facette hinzu und überraschte Leonie nicht mehr. Um Zeit zu gewinnen pickte sie die letzten Krümel ihrer Schokotortina vom Teller.
„Wenn du so weitermachst, hast du bald keine Glasur mehr auf dem Teller“, bemerkte Manuel. „Von einer Journalistin hätte ich mir mehr Courage erwartet.“
Das war frech. Leonie gab sich einen Ruck. „Du hast ja recht. Erst übernehme ich das Projekt, und jetzt, wo du mir meine Fragen beantworten willst, fällt mir keine mehr ein.“
„Probier es doch einmal mit den einfachen Fragen. Wie wäre es mit, warum bist du Callboy?“, lachte er leise.
Leonie schluckte. „Warum bist du Callboy?“
„Weil es mir Spaß macht?“, seine Antwort kam schnell und deutlich. „Warum bist du Journalistin?“
„Touché!“, Leonie spürte, wie ihr warm wurde, „das war eine dämliche Frage. Also dann vielleicht ... seit wann bist du schon Callboy?“
„Seit drei Jahren. Davor habe ich als Model gearbeitet ... das mache ich immer noch, wenn der Auftrag interessant genug ist. In dem Umfeld habe ich als Callboy begonnen. Eine der Designerinnen nahm mich mit ins Hotel. Ich dachte an Liebe. Bis ich am nächsten Morgen den Umschlag mit dem Geld fand. Und einer Visitenkarte von VIP Escort“ , Manuel sah ihr direkt in die Augen, „das war bis heute das ungewöhnlichste Casting meiner Karriere.“
„Was war dein bisher schwierigster Auftrag?“, langsam bekam Leonie Spaß an dieser Unterhaltung.
„Das war die Dame, die mich für ihre beste Freundin gebucht hatte. Sie war der Meinung, dass ihre Freundin sich von ihrem Verlobten trennen sollte, bevor es zu spät ist. Der Kerl war brutal und rücksichtslos. Und ich sollte ihr die Augen öffnen. Ihr zeigen, dass es auch andere Männer gibt. Ich hatte genau zwei Wochen Zeit.“
„Was ist aus ihr geworden?“
Manuel schwieg. Seine Stimme klang heiser, als er wieder sprach. „Sie ist tot.“
„Was ist passiert?“
„Drei Monate nach unserer Hochzeit starb sie an einem Gehirntumor.“
Leonie war geschockt. Das würde einiges erklären. Instinktiv griff sie nach seiner Hand. „Das tut mir leid ...“
Manuel hielt ihre Hand fest und streichelte zart mit dem Daumen über ihren Handrücken.
„Lass uns gehen.“
„Gut. Aber irgendwohin wo es ruhiger ist. Hier ist es mir zu laut. Lass uns zu mir fahren.“
„Und wo ist „bei dir“?“
„Ich habe ein Zimmer im Abion reserviert. Da gibt es ein sensationelles Frühstück mit  Blick auf die Spree“, Leonie winkte dem Kellner, „Zahlen,  bitte!“


ab hier geht es im Redlight weiter: zum Teil IV von „Nur für eine Nacht“

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Nordlicht
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BeitragVerfasst am: 03.11.2012 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

So, nun hab ich hier doch noch mal reingelesen und weiß wieder, wieso ich es vorher nicht kommentiert hab wink Es ist weder grottenschlecht noch wahnsinnig gut, finde ich - nett geschrieben, aber es packt mich einfach nicht. Drum hab ich es beim ersten Mal recht früh weggeklickt und auch diesmal nur etwas weiter (erstes Drittel von Teil 2) gelesen, dann fand ich es ehrlich gesagt zu fad.
Das liegt für mein Empfinden an zu viel tell - im ersten Teil zu Anfang ganz deutlich, wo du so ziemlich jeden Handgriff von Manuel beschreibst. Muss ich das alles wissen? Nö. Es interessiert mich nicht sonderlich, was er wo ablegt, denn es scheint mir unwichtig und ich kenne ihn nicht weiter, außer, dass er schwitzt wink
Die anorektische oder sonstwie kranke Schwester verpufft und macht mir den Text auch nicht schmackhafter, sprich interessanter. Ebenso geht's mir dann im zweiten Teil, der für mein Empfinden von zu viel Beschreibung strotzt.

Ich würde ganz radikal kürzen (zB auch bei dem Telefongespräch mit Vermittlungsfrau - das Wiederholen der Zeit und Adresse braucht's echt nicht wink ), denn im Grunde ist alles, was du in Teil 1 und dem Anfang von Teil 2 zu sagen hast doch:
- männlicher Escort erhält Auftrag
- kranke Schwester kommt vorbei (hab dann echt nicht weitergelesen und weiß nicht, ob oder wie du sie wieder einbringst - solltest du auf jeden Fall und tiefer, sonst ist sie nur eine nutzlose Statistin, die gestrichen werden kann)
- Esortbestellerin trifft ihre Bestellung in der Oper

Das lässt sich flotter abhandeln als hier geschehen, auch würde ich, vor allem, da sich das Ganze dann ja wohl in feuchtere Gebiete fortbewegt, wesentlich mehr Sinneseindrücke reinbringen, mehr show. Also die Umgebung (Manuels Zimmer, die Oper, das Aussehen) nicht so an Äußerlichkeiten beschreiben, das lässt den Leser eher distanziert an die Szene rangehen, sondern mehr anhand von Empfindungen (Geruch, Geräusche, Geschmack, Fühlen) der Protas rüberkommen lassen. Dann steckt man drinnen in der Person und ist selbst mit in der Szene.

Du kannst supergut schreiben, aber in dem Text hier zeigt sich das mE nicht. Radikal abspecken aufs Wesentliche, mehr Gefühl rein, und dann sollte das besser funktionieren smile


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BeitragVerfasst am: 03.11.2012 23:48    Titel: Antworten mit Zitat

dürüm hat Folgendes geschrieben:

Zu Deinen Anmerkungen, ich dachte, dass nach dem Hinweis mit dem wochenlangen Regen klar ist, dass das Holzdeck klitschnass ist.
Und nasse Holzdecks dampfen wie Hölle smile


So hatte ich es beim ersten Lesen sofort verstanden (weil ich es auch so kenne) und ja, im Sommer bei großer Hitze dampfen Holzdecks wie Hölle, nachdem es geregnet hat. Man kann es nicht besser formulieren. (ich hatte den Thread bei diesem Kommentar nicht zu Ende gelesen  Rolling Eyes )
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dürüm
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BeitragVerfasst am: 04.11.2012 14:15    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Nordlicht hat Folgendes geschrieben:


Das liegt für mein Empfinden an zu viel tell - im ersten Teil zu Anfang ganz deutlich, wo du so ziemlich jeden Handgriff von Manuel beschreibst. Muss ich das alles wissen? Nö. Es interessiert mich nicht sonderlich, was er wo ablegt, denn es scheint mir unwichtig und ich kenne ihn nicht weiter, außer, dass er schwitzt wink
Die anorektische oder sonstwie kranke Schwester verpufft und macht mir den Text auch nicht schmackhafter, sprich interessanter. Ebenso geht's mir dann im zweiten Teil, der für mein Empfinden von zu viel Beschreibung strotzt.

Ich würde ganz radikal kürzen (zB auch bei dem Telefongespräch mit Vermittlungsfrau - das Wiederholen der Zeit und Adresse braucht's echt nicht wink ), denn im Grunde ist alles, was du in Teil 1 und dem Anfang von Teil 2 zu sagen hast doch:

Das lässt sich flotter abhandeln als hier geschehen, auch würde ich, vor allem, da sich das Ganze dann ja wohl in feuchtere Gebiete fortbewegt, wesentlich mehr Sinneseindrücke reinbringen, mehr show. Also die Umgebung (Manuels Zimmer, die Oper, das Aussehen) nicht so an Äußerlichkeiten beschreiben, das lässt den Leser eher distanziert an die Szene rangehen, sondern mehr anhand von Empfindungen (Geruch, Geräusche, Geschmack, Fühlen) der Protas rüberkommen lassen. Dann steckt man drinnen in der Person und ist selbst mit in der Szene.

Du kannst supergut schreiben, aber in dem Text hier zeigt sich das mE nicht. Radikal abspecken aufs Wesentliche, mehr Gefühl rein, und dann sollte das besser funktionieren smile


Hallo Nordlicht,

danke, danke, danke ... das ist genau so ein Kommentar, der mir echt weiterhilft. Ich bin schon so betriebsblind, dass ich mir wie ein Maulwurf vorkomme.

Ich denke, ich muss das Stück von Grund auf überarbeiten, weil ich aus der ersten Idee heraus den Verlauf plötzlich geändert habe. Die Schwester ist wichtig, und es geht jetzt um mehr als nur eine Nacht, ach und überhaupt ... Tonne und noch mal neu.

Danke fürs Kopf zurecht rücken!!

@MM danke für Deine Rückmeldung, wenisgtens einer der dampfende Holzdecks kennt, also war meine Wahrnehmung doch nicht so verkehrt.

Gruß
Kerem


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Janoeh D. G.
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BeitragVerfasst am: 06.02.2013 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kerem,
Keine Ahnung, ob du an dem Stück noch schreibst oder ob du meinen Thread sehen wirst, aber ich musste es versuchen. Ich bin kein Fan von Geschichten, die in gewissen Situationen  ins Detail gehen, aber diese Geschichte hat sehr viel Potential und du lässt so viele Funken verglühen, dass es weh tut.

Ich werde dir die Bilder zeigen, die mir durch den Kopf geschossen sind und nach denen ich verzweifelt gesucht habe. Vielleicht kann ich ja weiterhelfen.

Den ersten Teil mit Manuel und seiner Schwester fand ich besser als den 2ten. Man spürt, wie sehr er sich um sie sorgt. Außerdem, wenn ein Mann „überschlank“ denkt, da klingeln bei mir schon die Alarmglocken, mM Starkes Wort also. Dann noch kurze Haare, Infekt, geht es dir gut? Man denkt sich, ist sie krank? Das sie dann noch über seinen Job Bescheid weiß, hat mich umgehauen!( ich würd meinen Bruder umbringen)Aber man stellt sich Fragen, und das ist gut so.

1.Was wissen wir über Manuel?
Lateinamerikaner, gut aussehend, sportlich, ist grad in eine neue Wohnung gezogen mit toller Aussicht, verdient demnach gutes Geld und kann es sich endlich leisten. Wahrscheinlich hatte er es nicht immer leicht im Leben. Man fragt sich ob das der Grund für diesen Job war. Dann kommt noch die Schwester dazu, überschlank und vielleicht von gebrechlicher Gesundheit, man denkt sich: war das der Grund? Dann ist es die Schwester, die ihm den Job so nebenbei vermittelt. Weis sie davon, weiß sie alles? Weis sie auch was unlimited bedeutet? Wenn ja, dann müssen die zwei zusammen durch Feuer und Eis gegangen sein, damit sie es so selbstverständlich hinnimmt. Oder vielleicht weiß ich, der Leser, nicht was unlimited bedeutet? (Demnach ein Wort, das Fragen und Zweifel mit sich bringt. Starkes Wort) Aber was noch dazu kommt, es ist das erste Mal, dass Manuel unlimited gebucht wurde. Er wird an diesem Abend also unbekanntes Terrain betreten.

2.Was wissen wir über Leonie?
Sie ist Journalistin, kultiviert, sie mag die Oper. Sie ist ehrgeizig, deshalb hat sie auch diesen Job angenommen. Nur leider entspricht dieser Mann ihrem Geschmack, was sie etwas verunsichert. Sie kennt den Intendanten(!). Also da denkt man sich, als Journalistin? Oder persönlich? Also wie auch immer, gehobene Schicht, genießt ein gewisses Ansehen. Sie ist schön, (diese Info kommt von Manuel) sie selber ist nicht davon überzeugt (sie wirft einen achtlosen Blick in den Spiegel).

-->Ich weiß nicht ob ich mir das alles richtig zusammengereimt habe, aber hier treffen zwei Welten aufeinander. Zwei so unterschiedliche Welten, dass es krachen muss, wenn sie aufeinander treffen!

Ich versuche Anhand deines Textes dir zu verdeutlichen was ich meine:
28. September 2010 19.10 Uhr

Leonie betrat die Deutsche Oper mit schwungvollen Schritten. Im Foyer empfing sie ein schillerndes Gewirr aus prachtvollen Abendkleidern und kostbaren Juwelen. Berlins Haute Volée gab sich die Ehre zur Spielzeiteröffnung. Dazwischen huschte eine Handvoll Balletteleven in Trainingskleidung mit Programmheften hin und her. Es tat gut, wieder hier zu sein. Sie ließ sich von der Menge in Richtung Garderobe treiben und gab dort ihren Umhang ab. Jetzt wurde sie doch etwas nervös. Bevor sie zurück zur Haupttreppe ging, holte sie erneut die Buchungsbestätigung von VIP Escort aus ihrer schmalen Handtasche. Die Daten waren kurz und präzise:
Name: Manuel, 32, 1,70, 67 kg
Buchungszeit: 28.9.2010 ab 19.15 Uhr maximal 24 Stunden
Kategorie: unlimited
(fragt sie sich hier nicht was das bedeutet? Spürt sie nichts? Fühlt sie die Versuchung? Auch wenn nur für Geld, der Mann ist zu haben. Spielt sie mit dem Gedanken? Oder macht das Geld ihn unattraktiv?)

Leonie drehte das Blatt um und versuchte, das Gesicht auf dem Foto völlig unbeteiligt zu analysieren.
Dunkle Augen über hohen Wangenknochen, viel zu lange schwarze, glatte Haare, die seinen Ohrring fast verdeckten und ein Lächeln, das wahrscheinlich nicht nur ihr schlaflose Nächte bereitet hatte. Goldbraune Haut, glatt rasiert, eine schmale Narbe am Kinn. Enges weißes T-Shirt. Die Recherche für diesen Bericht begann vielversprechend.
Energisch verscheuchte sie jeden Gedanken an ihren Auftraggeber und packte die Bestätigung zurück in ihre Tasche. Ein achtloser Blick in den Spiegel, dann wandte sie sich zum Gehen.

Manuel stand am Fuß der Haupttreppe, schnupperte an der lachsfarbenen Rose und schaute suchend über die Menge. Eine zierliche Frau in einem schmal geschnittenen weißen Kleid kam auf ihn zu, warf einen Blick auf die Rose und streckte ihm die Hand entgegen.

(Das ist der erste Eindruck, den er von ihr hat, sagt mir aber nichts weiter, umgehauen hat sie ihn jedoch nicht mit dieser Beschreibung.)

„Hallo, du musst Manuel sein. Ich bin Leonie.“
Ihr Lächeln traf ihn wie einen Schlag in die Magengrube.
„Hola guapa, wo hast du nur solange gesteckt!“ Sein üblicher Begrüßungssatz klang plötzlich hohl in seinen Ohren. Reiß Dich zusammen!

(diese Formulierung ist gelungen)

„Schön dich zu sehen!“ Dabei nahm er ihre Hand und hauchte einen flüchtigen Kuss auf ihre Fingerspitzen. „Vamos!“

(Nee! Er küsst ihre Hand! kein Gefühl seinerseits? Kein Gefühl ihrerseits? Diesen Mann fand sie kurz zuvor noch auf einem Blatt Papier anziehend und nun berühren seine Lippen ihre Hand. Kein Zucken? Kein Zurückschrecken? Dieser Mann ist zu haben, auch wenn sie das niemals vorgehabt hat, das niemals tun würde. Vielleicht ist es das erste Mal an diesem Abend, dass sie mit diesem Gedanken spielt und ihn dann verscheucht. Außerdem finde ich diese Geste etwas übereilt. Die Berührung kommt zu schnell. Ich denke, dass Manuel weiß, wie er mit den Sinnen einer Frau spielen muss, sie verführen muss. Sie muss seine Lippen erst begehren, bevor sie sie bekommt! Du musst Gefühle aufbauen. Da ist ein fester Händedruck viel wichtiger, Sicherheit)

„Moment noch!“ Leonie überreichte ihm den unverschlossenen Umschlag. „First things first!“

(Leonie klingt hier wie eine bekannte Freundin, eine vertraute Person. Sie ist eine Fremde. Da würde ich einfach „die junge Frau, sein Date, seine Auftraggeberin, benutzen, je nachdem wie er im Moment diese Frau wahrnimmt. Ist sie anziehend? Oder macht sie das Geld unattraktiv? Wieso bezahlt sie für einen Mann? Was bewegt sie dazu? Ist es das Gefühl, mit ihm machen zu können, was sie will oder ist sie einsam? Verletzt? Er muss sie verstehen können um ihr das zu geben, was sie will. Nur dann ist es ein gelungener Abend, nur dann wird er nochmal gebucht. Er muss an seinen Job denken, oder sie gefällt ihm so sehr, dass er sie für sich einnehmen will.)

Manuel nahm ihn entgegen und steckte ihn ohne einen weiteren Blick ein. „Du kennst dich aus?“
„Nein, eigentlich nicht. Aber ich habe das Kleingedruckte gelesen.“ Ein verschmitzter Blick begleitete diese Aussage.
„Komm, wir müssen nach oben, wir haben Logenplätze.“

(Er versucht sie zu verstehen. „Du kennst dich aus?“ bedeutet so viel wie, wie oft hast du das schon gemacht? Was erwartest du von mir? Er klingt verwundert. Wieso nimmt sie das nicht wahr? Sie muss es doch registrieren. Sie ist da um diesen Menschen zu verstehen, oder? Da würde ihr das kleinste Zucken nicht entgehen. Sie nimmt ihn aber nicht wahr. )

Langsam füllte sich das Parkett unter ihnen, das Stimmengewirr erstarb allmählich, nur die Orchestergrube war immer noch leer. Unruhe breitete sich im Publikum aus bis Vladimir Malakhow auf die Bühne trat und diesmal ausnahmsweise schon vor der Vorstellung zum traditionellen Umtrunk lud. Das Orchester würde streiken. Leonie lachte leise.
„Die haben ihre Tarifforderungen immer noch nicht durchgebracht und glauben so Druck ausüben zu können,“ flüsterte sie hinter vorgehaltener Hand. Manuel beugte sich zu ihr hinüber.
„Du bist gut informiert. Arbeitest du hier in der Oper?“ Leonie schüttelte so vehement den Kopf, dass sich ihre dichten Haare in den Kristall- Ohrringen verhakten. Das Dunkelbraun von Bitterschokolade und das Glitzern einer Eisskulptur. Manuel konnte nicht widerstehen und entwirrte vorsichtig die feinen Strähnen.
„ Nein, aber ich kenne den Intendanten,“ präzisierte Leonie.
„Vladimir? Du kennst Vladimir Malakhov persönlich?“ Manuel war beeindruckt. Wenn er das Elena erzählen würde ... „Was machst du denn beruflich?“
 „Ach, dies und das. Ich bin freiberuflich tätig. Betreue Projekte und schreibe Reportagen zu verschiedenen Themen.“ Merkwürdig. Das Zögern, bevor sie geantwortet hatte,. dauerte Manuel einen Moment zu lange.
„Und was für ein Projekt ist gerade aktuell?,“ Manuel versuchte einen leichten Ton anzuschlagen.
„Um genau zu sein, das Berliner Nachtleben. Vor allem das hochkarätige, also nicht unbedingt die gängige Kneipenszene.“ Leonie verpackte es als Nebensatz, aber Manuel hörte trotzdem alle Alarmglocken schrillen. Wenn das keine Journalistin war.

(Ich denke, du musst hier auch die Distanz halten, ein „sie“ würde ausreichen. Die übrige Konversation passt dazu, sie reden über belangloses, er tastet sich langsam heran. Du darfst auch nicht vergessen,wie sie sich fühlt. Sie hat ihm noch nicht gesagt, dass sie Journalistin ist. In seinen Augen, ist sie noch die Frau, die ihn bezahlt hat. Wie fühlt sie sich? Wie geht sie damit um?
Die Bitterschokolade und das Glitzern einer Eisskulptur…traumhaft!)

Inzwischen waren sie im Foyer angekommen und Manuel winkte einem der Kellner, die mit Getränken herumstanden.
„Was möchtest du trinken Leonie?“
„Egal, nur nichts mit Alkohol oder Kohlensäure.“
Manuel nahm zwei hohe Gläser vom Tablett des Kellners, probierte einen Schluck und nickte: „Maracuja mit einem Spritzer Limette, perfekt,“ und gab Leonie eins der Gläser. Von der Balustrade aus beobachteten sie die Menge und Manuel war sich der schlanken Gestalt neben sich schmerzhaft bewusst.

(Warum? Nur weil sie schön ist? Was denkt er über sie? Was liest er in ihrer Körpersprache? Vielleicht dass sie verletzt ist, ein gebrochenes Herz hat? Auch wenn sie eine Journalistin ist, es ist mit Sicherheit nicht der einzige Grund, wieso Sie die Story angenommen hat. Er hat schon die Wünsche von zig Frauen erfüllt, er kann die Frauen lesen, wie offene Bücher. Was liest er in ihrer Körpersprache? Kann er sie überhaupt lesen? Vielleicht wird man bei diesem Job irgendwann mal teilnahmslos, aber es ist sein erster unlimited, da muss er über diese Frau nachdenken. Und er ist so gut, dass er sie lesen kann.)

 Er stand nahe genug, um ihren Duft wahrzunehmen, feine Zitrusnoten mit einem Hauch von Vanille. Nicht blumig genug, um verführerisch zu sein und nicht so frisch, dass es sportlich wirkte. Unauffällig schnupperte er an ihrem Nacken. Verdammt, diese Frau triggerte einfach all seine komplizierten Vorlieben.

(Komplizierte Vorlieben: was ist das? Für mich hier nur ein Wort. Was bedeutet das für ihn? Eine intelligente, schöne, kultivierte Frau? Ist sie geheimnisvoll, schüchtern oder schlagfertig? Was sind denn komplizierte Vorlieben?)

Nach einer halben Stunde ertönte erneut der Gong und sie kehrten in ihre Loge zurück. Vereinzelte Buhrufe begrüßten das endlich anwesende Orchester, bevor die Klänge von dem Walzer aus Prokofieffs Cinderella die Gala eröffneten. Solide Leistungen des Corps de Ballett trösteten über die leichten Stolperer des Orchesters hinweg, aber erst die zweite Nummer, „Showtime“, brachte die Oper buchstäblich zum Kochen.
Überrascht registrierte Manuel, dass Leonie mit jeder Facette der dargebrachten Carmen-Parodie gelöster wurde. Mikhail Kaniskin war natürlich ein brillanter Tänzer, aber es war wohl vor allem die Situationskomik, die Leonie immer lauter lachen ließ, bis sie sich Tränen aus den Augenwinkeln wischen musste.
„Oh Gott, ist das großartig. Allein für dieses Stück hat sich die Aufführung gelohnt,“ japste Leonie nach dem Schlussakkord. Manuel drückte ihr ein Taschentuch in die Hand.
„Ja, ist er nicht unglaublich? Meine Schwester Elena hat wochenlang versucht, Karten für diese Vorstellung zu bekommen.“
„Du hast eine Schwester?“ Leonie klang ungläubig.

(Oh ja, das kann ich verstehen!)

„Warum nicht? Einzelkind zu sein war keine Voraussetzung für diesen Job.“ Manuel zog eine Augenbraue hoch und genoss die zarte Röte, die sich plötzlich über Leonies Wangen breitete.
„Erzähl mir von ihr,“ versuchte sie die Situation zu retten.
„Später vielleicht, erzähl mir erst etwas von dir und deinem „Projekt.“

Nur für eine Nacht Teil III

Auf dem Weg zur Garderobe schwieg Leonie einen Moment. Was sollte sie ihm jetzt sagen? Und dann entschied sie sich, mit offenen Karten zu spielen.
„Wie gesagt, ich recherchiere über das Berliner Nachtleben. Genauer gesagt, über männliche Escorts. Und nachdem Deine Agentur jegliche Auskünfte verweigert hat, habe ich mir gedacht, ich buche mir einfach einen Escort für einen Abend. Deine Kategorie „unlimited“ hat mich neugierig gemacht. Und ja, ich habe vor, die Erlebnisse dieses Abends in meine Reportage einfließen zu lassen.“
Manuels Gesicht nahm einen unergründlichen Ausdruck an. „Und weiter?“
„Ich kann verstehen, wenn du jetzt den Abend beenden würdest. Obwohl ich jetzt schon noch gerne mit dir essen gehen würde.“ Leonie nahm es mit Humor. So verkorkst hatte sie ein Projekt schon lange nicht mehr.
„Ich bin ein Geschichtenerzähler. In Peru sagt man, wer Geschichten erzählen kann, lebt zweimal.“ Manuel zwinkert ihr verschwörerisch zu. „Lass uns essen gehen. Es wäre eine Verschwendung, den Tisch im Bocca jemand anderem zu überlassen.“
Er legte Leonie ihren Umhang um die Schultern und bot ihr seinen Arm. Völlig verblüfft hängte sie sich bei ihm ein.
„Ich habe nur eine Bedingung ... keine Fragen vor dem Dessert.“ Jetzt grinste er auch noch. Leonie stieß ihn spielerisch in die Rippen.
„Und ich dachte schon, mein Abend wäre hiermit beendet.“
Manuel gluckste.
Das Unerwartete ist wie die Wüste. Unberechenbar. Und schön.“

(Ja, der unergründliche Ausdruck. Darauf würde ich den ganzen Verlauf stützen. Wer ist der Mann? Dass er sich bezahlen lässt, bedeutet noch lange nicht, dass man ihn besitzt! Das muss ihr klar werden, sonst wird er in meinen Augen unattraktiv. Ich werde später nochmal darauf ansprechen.
Was das rot markierte betrifft, er gibt da zu schnell klein bei. Ist er nicht verärgert? Ich wäre angepisst. Das war nicht der Deal. Er braucht es ihr ja jetzt nicht zu zeigen aber das wäre für mich ein weiterer Konflikt. Sie ist ehrlich gewesen und deshalb entscheidet er, ihr davon zu erzählen aber gleichzeitig wird ihm bewusst, dass die Frau, die alle seine komplizierten Vorlieben triggert, nicht zu haben ist! Er weiß aber wie man eine Frau verführt…Und das wird er auch tun. Der Abend beginnt, interessant zu werden…Verstehst du was, ich meine, wenn ich sage das die Funken verglühen?
Und dann all diese Berührungen! Was spürt sie, wenn sie sich einhakt? Sein Körper ist zum ersten Mal so nah an ihrem. Und sie hat Absätze an, wie fühlt sich dann der Halt an einen Mann an, vor allem wenn man bei diesen unebenen, abgelaufenen  Treppen einer Oper balancieren muss? Sie beginnt ihm vielleicht zu vertrauen, lässt im Vertrauen seine Nähe zu. Versuch dich einfach in sie beide hineinzuversetzen, du bleibst zu sehr Beobachter.
Mit dem letzten Satz willst du vielleicht das Kommende andeuten aber ich finde, es klingt nur dahergesagt, ist zwar schön aber wirkungslos. Der Leser ahnt bereits, was kommen wird.)


Das Essen im Bocca war eine Offenbarung. Dass Manuel überhaupt keinen Alkohol trank, fügte seiner komplexen Persönlichkeit nur eine weitere Facette hinzu und überraschte Leonie nicht mehr.

(Schon wieder so eine Formulierung wie komplizierte Vorlieben, komplexe Persönlichkeit…Was ist das? Es klingt so interessant, aber man möchte auch sehen was es bedeutet. Womit hat er denn bis jetzt Leonie überrascht, dass er sie nicht mehr überraschen kann? Man will es wissen! Was ist das für ein Mensch? Und was das Bocca ist, habe ich keine Ahnung, gibt es da Kronleuchter oder Moderne Lichter, ist alles weiß und Cremefarben oder schwarz-elegant? Es gibt vielleicht viele, die es kennen aber das reicht nicht aus. Du musst den Ort beschreiben, das Essen beschreiben, dass was es zu einer Offenbarung macht!)

Um Zeit zu gewinnen pickte sie die letzten Krümel ihrer Schokotortina vom Teller.
„Wenn du so weitermachst, hast du bald keine Glasur mehr auf dem Teller“, bemerkte Manuel. „Von einer Journalistin hätte ich mir mehr Courage erwartet.“
Das war frech. Leonie gab sich einen Ruck. „Du hast ja recht. Erst übernehme ich das Projekt, und jetzt, wo du mir meine Fragen beantworten willst, fällt mir keine mehr ein.“
„Probier es doch einmal mit den einfachen Fragen. Wie wäre es mit, warum bist du Callboy?“, lachte er leise.
Leonie schluckte. „Warum bist du Callboy?“
Weil es mir Spaß macht?“, seine Antwort kam schnell und deutlich. „Warum bist du Journalistin?“
„Touché!“, Leonie spürte, wie ihr warm wurde, „das war eine dämliche Frage. Also dann vielleicht ... seit wann bist du schon Callboy?“

(Also dieser Satz hat mich umgehauen, diese Antwort hätte ich niemals erwartet!  und mit Sicherheit auch Leonie! Das erste was ich gedacht habe ist er lügt! Wir Menschen sind keine „Tabula rasa“, wir nehmen Sachen nicht einfach so hin. Leonie ist dort, weil sie darüber schreiben will, weil sie die Wahrheit wissen will, die Beweggründe, sie kommt aber vollbeladen mit Vorurteilen, Klischees und Fragen. Das erste, was sie denken wird ist er lügt! Sie kann das doch nicht nachvollziehen. Die Frage ist nicht dämlich, das ist die Kernfrage ihrer Reportage! Und sie ist Journalistin, knallhart. Sie mag ihr Aussehen nicht schätzen aber sie kennt den Intendanten! Sie ist gut in ihrem Job.  
Anstatt Touche zu sagen, und wie ein zitterndes Rehkitz ihre Frage als dämlich abzuwürgen, wird sie versuchen abzuschätzen, ob er die Wahrheit sagt. Und in anschauen. Und er wird seine Augen nicht von ihr nehmen. Er beginnt mit ihr zu spielen. Sie hat jemanden vor sich, der behauptet  es mache ihm Spaß.  Da muss es aber positives feedback gegeben haben. Das bedeutet, dass er gut darin ist. Ist er denn gut? ist dann ihr nächster Gedanke. Sie kann ihm nicht mehr in die Augen schauen. Vielleicht verfolgt sie die Linien seines Halses, ihr Blick fällt auf seine Hände. Stellt sich vor, wie…)

 Touché!“, Leonie spürte, wie ihr warm wurde. Also dann vielleicht ... seit wann bist du schon Callboy?“
„Seit drei Jahren. Davor habe ich als Model gearbeitet ... das mache ich immer noch, wenn der Auftrag interessant genug ist. In dem Umfeld habe ich als Callboy begonnen. Eine der Designerinnen nahm mich mit ins Hotel. Ich dachte an Liebe. Bis ich am nächsten Morgen den Umschlag mit dem Geld fand. Und einer Visitenkarte von VIP Escort“ , Manuel sah ihr direkt in die Augen, „das war bis heute das ungewöhnlichste Casting meiner Karriere.“

(Also: Er dachte an Liebe und wurde stattdessen bezahlt. Hat es ihm da schon Spaß gemacht? Ich glaube es nicht. Es muss verletzend gewesen sein, auch wenn er sich das nicht eingesteht. Oder es ist eine Masche um sie zu verführen. Hier muss sich Leonie fragen: Warum ist er dem nachgegangen? Es hätte ja dabei bleiben können. Vielleicht schweift ihr Blick umher, fällt auf ein ungleiches Paar, ein älterer, eher unattraktiver Mann mit einer bildschönen Frau. Teurer Wein, teure Klamotten.

Will er diesen Lebensstil? Vielleicht fällt ihr Blick auf sein Jackett, auf sein Hemd, glattgebügelt, teure Manschettenknöpfe… Sie schaut auf seine Mund. Seine Lippen sind schmal, was ja gegen unbändige Gier spricht (manchmal macht man ja solche Assoziationen).

Und dann denkt sie daran, dass sie diese Lippen küssen könnte, wann immer sie will.
Shock! Wie konnte sie nur an so was denken? Findet er sie überhaupt attraktiv? Und würde er das  machen, einfach so, nur weil sie es verlangt?  Aber dann ist er hier nicht als er selbst, hat keine Persönlichkeit. Das meine ich mit „besitzen“.
Dieser Gedanke macht ihn aber gleichzeitig unattraktiv und sie hält sich daran fest, die Chance seine Anziehungskraft zunichte zu machen. Sie kann sich ja wohl nicht von einem Callboy verführen lassen…

Und wie „verpackt“ eine Journalistin diese Fragen?

„Und wie ist das, also wenn dir deine Begleitung sagt, du sollst sie z. B. küssen? Machst du dass, einfach so?“
Sie wartet auf ein ja oder nein. Was ist aber wenn er sich stattdessen zurücklehnt und  aus seinem Glas trinkt? Keine Antwort. Macht er es oder nicht? Hat er sie durchschaut?  Er wird unberechenbar. Damit hatte sie nicht gerechnet. Und so verfängt sie sich langsam in sein Netz.)


„Was war dein bisher schwierigster Auftrag?“, langsam bekam Leonie Spaß an dieser Unterhaltung.
„Das war die Dame, die mich für ihre beste Freundin gebucht hatte. Sie war der Meinung, dass ihre Freundin sich von ihrem Verlobten trennen sollte, bevor es zu spät ist. Der Kerl war brutal und rücksichtslos. Und ich sollte ihr die Augen öffnen. Ihr zeigen, dass es auch andere Männer gibt. Ich hatte genau zwei Wochen Zeit.“
„Was ist aus ihr geworden?“
Manuel schwieg. Seine Stimme klang heiser, als er wieder sprach. „Sie ist tot.“
„Was ist passiert?“
„Drei Monate nach unserer Hochzeit starb sie an einem Gehirntumor.“
Leonie war geschockt. Das würde einiges erklären. Instinktiv griff sie nach seiner Hand. „Das tut mir leid ...“
Manuel hielt ihre Hand fest und streichelte zart mit dem Daumen über ihren Handrücken.
„Lass uns gehen.

„Gut. Aber irgendwohin wo es ruhiger ist. Hier ist es mir zu laut. Lass uns zu mir fahren.“
„Und wo ist „bei dir“?“
„Ich habe ein Zimmer im Abion reserviert. Da gibt es ein sensationelles Frühstück mit Blick auf die Spree“, Leonie winkte dem Kellner, „Zahlen, bitte!“

(Hier verrät er viel zu schnell was von sich selbst, vielleicht wartet er bis sie draußen sind, an der frischen Luft.  De reicht eine heisere Stimme nicht aus, denke ich. Und wieder Berührungen, du verschießt zu schnell dein Pulver:)


Keine Ahnung, wieso mich die Story so angesprochen hat, aber es kann eine hammer Liebesgeschichte daraus werden. Die Story hat sehr großes Potential, beide lassen sich auf etwas ein, worauf sie nicht vorbereitet waren, die Chance auf einen Blick in die menschliche Psyche und ihre Abgründe. Du kannst alle Künste der Verführung  einsetzen, und beide werden schmelzen, bevor sie sich überhaupt berührt haben. Und dann würde ich die Tür hinter ihnen schließen und draußen stehen bleiben. Da reicht es schon aus, wenn am Morgen das Zimmermädchen zerwühltes Doppelbett vorfindet. Und ich habe noch die Hoffnung, dass „nur für eine Nacht“ sich auf das „unlimited“ bezieht.

LG
Janoeh


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Stift
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BeitragVerfasst am: 06.02.2013 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kerem,

das erste, was mir beim Lesen deiner Geschichte durch den Kopf schoß, war: Warum läßt er die Rockmusik nicht einfach hämmern? Und wie kann seine Schwester umfallen, wo sie doch auf dem Teppich sitzt? Ich hatte einige Mühe, das "überschlank" mit "Werten" zu verknüpfen, aber das ist ja in der neuen Fassung raus. Und sie hat ihm den Pullover wirklich entwendet? Also meine Kinder klauen sich die Klamotten gegenseitig und dann gibts richtig Stunk. Scheinen ja richtig nette jungen Leute zu sein, die beiden.

Ich sehe da zwei Hochkaräter, die Igelfrisur bringt mich zu der Vermutung, dass es um Krebs, also ums Leben geht. Die brauchen Geld, viel Geld, sonst stirbt da gleich die nächste Frau in Manuels Leben, das kann er nicht aushalten, da gibt er alles. Der ist kein Bankauszubildender.

Seine Schwester weiß, was er tut. Und sie weiß, dass er das für sie tut. Ehrlich, wenn jemand so etwas für mich machen würde, dem würde ich nicht mit dummen Sprüchen vom Anrufbeantworter kommen. Die zickt, als würde er vergessen haben, sie zum shoppen abzuholen, egal ob sie mit dem Rücken oder mit dem Finger auf dem Klingelknopf klebt.

Jedenfalls war ich froh, Janoehs Bemerkungen zu finden, sie sprechen mir aus dem Herzen. Vor allem, weil auch ich in der Geschichte richtig Dynamit finde. Und Leonie ist vorerst nicht Leonie, sonder Klientin. Später wird sie zur Gefahr, ich kenne keinen Callboy, der sich nach Öffentlichkeitsarbeit sehnt. Ich kenne gar keinen Callboy, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die wild darauf sind, ihr Privatleben in einer Berliner Morgenzeitung wiederzufinden. Aber ich habe keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, denn ich muß Fakten von Opernbetrieb,  Intendanz und streikenden Musikern aufnehmen. Schießt du noch mit diesem Gewehr oder hängt es nur an der Wand?

Ganz früher hast du die Fortsetzung in der verbotenen Zone angedroht. Warum eigentlich? Wenn die beiden noch im Bett landen sollen, dann geht ja wohl nur noch das Ding mit den ganz großen Gefühlen. Dass dann ein Bettlaken und ein Zimmermädchen ausreichen wurde schon gesagt.

So, da hast du mir also eine Bombe auf den Küchentisch gelegt. Die Lunte brennt schon und stinkt meilenweit. Jetzt möchte ich aber auch eine schöne Explosion haben. Also hör auf, Sand drauf zu schaufeln. Ich halte das schon aus, versprochen.

Man schreibt sich. Ich freue mich auf die nächste Fassung.
Gruß Dagmar
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dürüm
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BeitragVerfasst am: 06.02.2013 21:51    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Hallo Janoeh,

Wow!

Ich bin selten sprachlos, aber Dein Kommentar ist für mich aus mehreren Gründen etwas ganz besonderes.

Dein Kommentar ist nicht nur unglaublich präzise und zeigt genau meine Problemstellen, sondern Du lieferst auch gleich noch konstruktive Ideen zur Verbesserung. Das allein ist für einen Muttersprachler schon erstaunlich, umso mehr für Dich, die Du ja wohl griechisch als Muttersprache hast.

Was mich besonders überrascht hat, ist, dass Du als Einzige bisher die Hinweise gesehen hast, auf die Erkrankung von Manuels Schwester, die eine wichtige Rolle spielt.

In dieser Geschichte steckt Herzblut, aber meine erzählerischen Fähigkeiten sind noch nicht so ausgereift, dass ich sie so erzählen kann, wie sie es verdient. Deine Korrekturvorschläge sind für mich mehr als Gold wert. Und ich werde mir nach all Deiner Mühe die Geschichte sicher wieder vornehmen.

Hab Dank für Deine viele Arbeit und Deine Einschätzung, dass die Geschichte Potential hat!!

Nachdem ich am Anfang doch zum Teil niederschmetternde Kommentare bekommen hatte, habe ich schon gedacht, dass dieses Genre das Falsche für mich ist.

Aber nach Deiner Bearbeitung (willst Du meine Lektorin werden wink) packe ich sie nochmal an.

Überwältigte Grüße
Kerem


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dürüm
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BeitragVerfasst am: 06.02.2013 22:13    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Wo-oow ...

Das geht jetzt fast zu schnell.

Hallo Dagmar,

unsere Beiträge haben sich überschnitten.
Nachdem ich monatelang überhaupt keine Rückmeldung auf diese Geschichte bekommen habe, hatte ich sie schon abgeschrieben ...

Und jetzt, solche Rückmeldungen, trotz aller Kritik, Begeisterung. Da bin ich fast versucht den Teil IV im Redlight ganz schnell löschen zu lassen und einen Zweizeiler über das zerwühlte Laken einzustellen ...

Wenn Ihr beide das wollt, dann nehme ich mir diese Geschichte noch einmal gründlich vor.

Ohne Sand.

Danke fürs Lesen und Eindruck dalassen!

Gruß
Kerem


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Janoeh D. G.
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Wohnort: In der Seele des Künstlers


BeitragVerfasst am: 07.02.2013 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kerem,

Zitat:
So, da hast du mir also eine Bombe auf den Küchentisch gelegt. Die Lunte brennt schon und stinkt meilenweit. Jetzt möchte ich aber auch eine schöne Explosion haben. Also hör auf, Sand drauf zu schaufeln. Ich halte das schon aus, versprochen.


Oh ja, ich bin dabei! Ich setz mich zu euch, um diesen Küchentisch und schaufle den Sand weg!

Ganz ehrlich, meine Finger haben gebrannt, ich musste mich zusammenreisen, nicht wild drauf loszuschreiben! Aber es ist deine Geschichte und ich bin froh, dass du den Thread gesehen hast. Falls du das ernst meinst mit der zusammenarbeit, ich bin dabei.

Diese Geschichte hängt mir schon seit Tagen nach und ich versuche zu verstehen, was daran so faszinierend ist. Ich bin nah dran, es zu fassen, aber noch nicht ganz. Ich glaube, es hat etwas damit zu tun, dass hier jederzeit die Rollen wechseln können. Der "Gejagte" wird zum "Jäger" und andersrum. Eine Achterbahn der Gefühle. Bis sie sich zum Schluss nur als Ebenbürtige gegenüber stehen können.

(Was ich noch kurz richtigstellen möchte ist: Deutsch ist meine zweite Muttersprache. Ich habe bloß eine lange Zeit in Griechenland  gelebt und habe kein Wort auf deutsch gesprochen, geschweige denn geschrieben. Deshalb ist es "eingerostet". Also was ich damit sagen will: ich bin kein "Sprachwunder", es ist eher eine "Schande",dass ich mich mit meiner Vorstellung im Forum so bemühen musste, einen gescheiten Satz zu formulieren. Da ist es mir zum ersten Mal klar geworden, wie sehr ich "eingerostet" bin. Ich wollte keinen falschen Eindruck schaffen.)

Ich werde hier geduldig auf die Fortsetzung warten. Aber eine Idee muss ich jetzt doch noch loswerden:
Wie wäre es, wenn die Schwester ihm schweigend dabei hilft, sein Hemd anuziehen? Dieses Wissen in der Stille, dass er sich für sie aufopfert?(falls sie überhaupt der Grund für sein Handeln ist, das weist nur du)
Und dann, wenn Leonie oder der Leser wieder auf das Hemd aufmerksam wird, wird sie/er an die denken:dieser Mensch wird geliebt und ist bereit, alles für diese Liebe zu tun. Dann kann er gegenüber seiner Kundin so arrogant sein, wie er will. Die Arroganz, die oben beschrieben wurde, sehe ich nicht. Aber ich finde eine Prise davon passt wie angegossen. Er muss sich ja irgendwie schützen, und Hochmut ist vielleicht das einzige, was ihm bleibt.Also ich könnte das nachvollziehen.

Ich halte mich jetzt  zurrück und warte:)

LG
Janoeh


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