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Die Aktie, eine öde Geschichte


 

 
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Equimicus
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BeitragVerfasst am: 14.03.2011 00:24    Titel: Die Aktie, eine öde Geschichte eBook pdf-Datei Antworten mit Zitat

So hallo erstmal! Das hier ist das erste meiner Werke dass ich reinstelle. Bzw. ersteinmal der Prolog. Ich glaube ich muss zu dem Werk einiges Sagen. Der Untertitel "eine öde Geschichte" bezieht sich auf das Land um das es hier geht. Es ist eines von mehreren Ländern die ich in einer mehrfach genutzten Fantasywelt erschaffen habe.
Die Länder heißen:
Schlicht
Kryptien
Öd
Mart'alia
Eberdingen
Kröningen
Konglomerat der Ruhmreichen Königreiche

In diesen Ländern herrscht der Glaube in einer fantastischen (fantasymäßigen) Welt zu sein, was sie aber nicht sind. Teilweise durch Propaganda, Selbsttäuschung und seltsame Wissenschaftspraktiken, bleibt dieser Glaube erhalten.
Das Land Öd, das eines meiner Lieblingsländer ist, bildet da vielleicht eine Ausnahme. Es ist seit 700 Jahren in der Industriellen Revolution stecken geblieben und hat seither mit seiner Umweltverschmutzung seine Landschaft geprägt. Aber es hatte auch Einfluss auf andere Länder, was in einem Anhang oder den jeweiligen anderen Geschichten erzählt wird.
In dem Roman kommen auch Charaktere aus anderen Ländern vor, so dass der Eindruck einer miteinanderverbundenen Welt erhalten bleibt.
Die hier vorkommenden Lebewesen und das Ökosystem, dass im Roman noch ausführlicher beschrieben wird, geht auf endemische Arten zurück, die in ähnlichen Situationen leben, oder wurden mit entsprechenden Strategien ausgestattet. Sie sind keine reine Fiktion!
Das Gesellschaftssystem, dass im Buch die Grundlage der Geschichte bildet, ist eine Aktiengesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber lest erst einmal den Prolog, bevor ich hier alles erzähle und nicht auf den Punkt komme. Ich hoffe er macht Lust auf mehr. Achtet bitte auf den Satzbau, damit habe ich immer besondere Schwierigkeiten. Ich würde auch gerne wissen, was ihr von der Idee des Buches an sich haltet. Viel ist ja noch nicht verraten aber das kommt noch.  Die Ode stelle ich auch noch in die Lyrikwerkstadt, sie ist noch etwas holprig und ich habe bei Lyrik immer Probleme mit dem Rhythmus.

(In Klammern stehen Dinge, die ich eigentlich in Fußnoten packen möchte.)

Die Aktie

Eine Öde Geschichte

Prolog

Ode an die Öde

Öde öder Landschaftsflecken, Kind de-r Industrie!
manche magst du abzuschrecken, mit deiner Symphonie!
Tausend Hämmer sausen nieder, Rauch quillt zu-um Firmament!
Niemand kommt hier gerne wieder, wenn er deinen Charme erst kennt!

Doch wer hier weiß gut zu leben, wird sehr ba-ld reich belohnt!
Reichtum ist des Öden Segen, der allem innewohnt!
Aktien, Börsen, Geldpapiere, sind in Öd gar wohl bekannt.
Und wer Öd das Land regiere, sei- Aktionär genannt!

(Zusatz nach der Ökokatastrophe)

Auch die Flora ist am sprießen, in Rot, Blau und Pu-rpur,
Nur ist sie nicht zu genießen, Öd lebt durch Importe nur.
Auch die Fauna ist unentbehrlich, eine wie die andre Art,
Einige sind nicht ungefährlich, andere wirklich süß und zart.


Dies ist das Land Öd. Einst geprägt von Kaminschloten, Industrieanlagen und ungeklärten Abwässern. Asche sammelte sich auf den Feldern, die Flüsse verströmten den Gestank von faulen Eiern. Die Böden versalzen, die Gewässer vergiftet.
Und dann kam es zur Katastrophe:

Umweltaktivisten! (ABH: Aktion Blauer Himmel)

Sie legten die Fabriken lahm. Verließen die Städte. Reinigten die Flüsse. Entsalzten den Boden. In kürze war alles nur noch totes Land.
Ihr eingreifen in das Ökosystem von Öd führte schon nach kurzer Zeit  zu einem Massensterben unter den zahlreichen Lebewesen, die sich über Jahrhunderte hinweg an diese widrigen Bedingungen angepasst hatten.
Der Bonbon-Strauch, der nur in den Aschesteppen Öds zu finden war, der Ödlandfisch, der Schwefelbakterien abweidete und das lichtscheue Blutgras, dass nur unter den Dunstwolken der Industrie gedieh, waren innerhalb von Wochen so gut wie vom Erdboden verschwunden.

Nur eine Stadt leistete Wiederstand gegen die marodierenden Ökoaktivisten.
Es war die einzige Stadt in Privatbesitz.
Grünfeld-Bitterburg.

Ferdinand Piepenburg hatte die gesamte Stadt aufgekauft um seine Fabriken zu schützen. Jedes Haus, jeder Stein, selbst die Luft dort gehörte ihm.
Und leben durften nur Anteilhaber.
So wurde die große Aktiengesellschaft Grünfeld-Bitterburg gegründet.
Und unversehens wurde Grünfeld-Bitterburg zum letzten Reservat des öden Ökosystems.
Doch die Stadt ist im Belagerungszustand. Wie lange sind die Demonstranten noch aufzuhalten? Grünfeld-Bitterburgs einziger Trumpf, war die Verbindung zur See.
Wie lange aber war die Stadt fähig zu zahlen?
Die Fabriken warfen nicht genug ab, um auf Dauer die Rationen für alle bezahlen zu können.
Es musste ein Gut her, dass in Massen vorhanden war und in das man investieren konnte.
Die Menschen.
So entstanden die Persönlichkeitsaktien.
Jeder konnte Investieren und jeder konnte am Erfolg des anderen teilhaben,
oder an dessen Abstieg.
Wer völlig versagte, wurde vom Oberaktionär aufgekauft.
Und niemand weiß so recht was mit ihnen geschah.
Dies ist die Geschichte dreier, die es bis nach ganz unten geschafft hatten.

12Wie es weitergeht »




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Akiragirl
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BeitragVerfasst am: 14.03.2011 00:43    Titel: Re: Die Aktie, eine öde Geschichte Antworten mit Zitat

Hallo Equimicus,

zuerst einmal muss ich dir sagen, dass es der Lesbarkeit eines Textes nicht dienlich ist, wenn er zentriert dargestellt wird. Gab es einen bestimmten Grund, warum du den Text so gepostet hast? Mich hat es jedenfalls gestört.

Zu dem Gedicht kann ich nichts sagen, da ich mich mit Lyrik nicht auskenne. Die Vorinformationen zu deinem Buch waren leider ein wenig wirr und lückenhaft, ich versuche einfach mal, den Textauszug nach bestem Wissen und Gewissen zu bewerten:

Was mir negativ auffiel ist, dass du sehr viele kurze Sätze hintereinander verwendest und zudem übermäßig häufig Aufzählungen vorkommen. Ein bisschen mehr Abwechslung täte deinem Stil bestimmt gut.

Einige Rechtschreibfehler sind auch drin:
Equimicus hat Folgendes geschrieben:
In kürze war alles nur noch totes Land.
(…)
Ihr eingreifen in das Ökosystem von Öd führte schon nach kurzer Zeit  zu einem Massensterben unter den zahlreichen Lebewesen, die sich über Jahrhunderte hinweg an diese widrigen Bedingungen angepasst hatten.
(…)
Nur eine Stadt leistete Wiederstand gegen die marodierenden Ökoaktivisten.
(…)
Es musste ein Gut her, dass in Massen vorhanden war und in das man investieren konnte.
(…)
Jeder konnte Investieren und jeder konnte am Erfolg des anderen teilhaben,
oder an dessen deren Abstieg.


Insgesamt finde ich die Idee interessant und deine Beschreibungen auch bildlich, also Kopfkino läuft zumindest bei mir. Dennoch frage ich mich, ob es wirklich eines solchen Prologes bedarf, in dem mir als Leser das alles „erklärt“ wird. Wäre es nicht vielleicht spannender, die Geschichte der Stadt, die Hintergründe und das Funktionieren der Wirtschaft im Handeln der Figuren zu zeigen, durch das, was sie erleben und zueinander sagen?
So, wie es jetzt ist, ist es mir persönlich zu auktorial und das mag ich nicht so gerne, aber auch das ist Geschmackssache, das können andere ganz anders sehen.

Mehr kann ich bis jetzt noch nicht sagen smile Aber es klingt auf jeden Fall schon mal interessant.

Liebe Grüße
Anne


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Equimicus
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BeitragVerfasst am: 14.03.2011 01:20    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Danke für die schnelle, ausführliche Kritik!

Ich hatte auch erst überlegt, ob ich überhaupt einen Prolog mache. Ich hatte nur Bedenken, ob ich den Leser wirklich so einfach in das Geschehen hineinwerfe. Da in dem ganzen Wirrwar an Ideen und Verstrickungen eventuell der kausale Zusammenhang abhanden kommt. Die Sache mit den kurzen Sätzen und der Zentrierung habe ich deshalb so gemacht, damit man jeden  Satz, wie kleine Schlagzeilen einzeln aufnimmt. Der Leser soll hier nicht einfach in einem Fort eine Vorgeschichte lesen, sondern Etappe für Etappe abarbeiten. Im Roman selber würde ich sagen setzt sich dieser Stil nicht mehr fort. Der Prolog ist jedenfalls nicht als Fließtext gedacht.
 Bei den Rechtschreibfehlern versuche ich besser aufzupassen, aber danke, dass du sie gleich rausgeschrieben hast.

Die Ode ist wie gesagt auch im Lyrik-Werkstattforum ausgestellt. Aber da sie zum Prolog gehört (Es ist die Hymne von Öd) habe ich sie hier mit rein genommen. Das meine Erklärung am Anfang etwas wirr ist...muss ich zugeben stimmt. Ich habe immer Probleme Sachen kurz zusammenzufassen.


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Equimicus
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BeitragVerfasst am: 14.03.2011 04:07    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

So, dass 1. Kapitel ist etwas länger als der Prolog.


Kapitel 1- Die Akte der Besitzlosen

Im Büro des Oberaktionärs


Der Oberaktionär von Grünfeld-Bitterburg besah sich die neusten Berichte über die Persönlichkeitsaktien seiner Untergebenen.
„Ah…wie ich sehe ist der Preis für Kamilia Emil ziemlich stark gestiegen, sie scheint sehr begehrt zu sein.“
„Gewiss euer Hochdotiertheit! Ihre letzte Komposition, fand reißenden Absatz.“ Sprach eine demütige Stimme aus dem Halbdunkeln des hallenartigen Büros. Irgendwo raschelte Papier.
„Wie ist die Langzeitprognose?“
„Ihre Werke finden bereits Eingang in das Schaffen anderer Künstler, Herr, man geht davon aus, dass der Wert ihrer Aktie nur gering sinken wird und annähernd stabil bleibt. Herr.“
„Mhm… Derzeit haben wir 49% ihrer Persönlichkeitsaktie“
„Ja Herr, im Volksmund als die magische Grenze bezeichnet, Herr.“
Wie viel besitzt sie noch selber ?“
„Hier Herr, dass hier ist ihre Akte.“
Plötzlich tauchte eine Hand in dem Lichtkegel auf, die den Oberaktionär an seinen Schreibtisch wie eine Glocke umgab und reichte ihm eine Akte.
„Ah… 12%. Hat sie einen Antrag auf Eigenerwerb gestellt?“
„Nein Herr.“
„Aber wie ich sehe hat sie beträchtliche Anteile anderer Künstler vor kurzem aufgekauft.“
„Ja Herr. Allesamt produzieren derzeit patriotisches Liedgut Herr.“
„Das ist gut. Derzeitiges Dividendenpotenzial?“
„Es wird mit einem Ertrag in sechsstelliger Höhe gerechnet. Eure Hochdotiertheit“
 „Ah...Perfekt. Und wir haben letztendlich die meisten Fäden in der Hand. Sollte sie einen Antrag auf Eigenerwerb stellen, gehen wir nicht unter 30%  wir wissen schließlich nicht, ob sie derzeit alle anderen Musiker aufkauft um letztendlich antipatriotische Lieder zu verbreiten.“
„Gewiss, euer Hochdotiertheit.“
„Gut, dann gib mir die Akte der Besitzlosen.“
Piepenburg nam die Akte von Kamilia Emil und hielt sie an den Rand des Lichtkegels. Die Akten wurden so flink ausgetauscht, dass es wie eine Verwandlung wirkte.
„Hier Herr, Adelbert Alduin hat Antrag auf Eigenerwerb gestellt. Er will 50% seiner Aktien zurück.“
„Wie dass?“
„Nun ja, er hat sich bei den letzten Aufträgen für eure Hochdotiertheit recht ungeschickt angestellt, man munkelt aus Manipulationsgründen und so seinen Wert gegen Null gesenkt. Er fand vor Kurzem eine 10 Mark Münze, 9 Mark lieferte er Pflichtbewusst ab. Mit der verbliebenen Mark möchte er sich freikaufen.“
„Besteht Auswanderungsgefähr?“
„Nur eine sehr geringe.  Man vermutet, dass nach dem kostengünstigen Eigenerwerb, Fridolina Marketendering mit Alduin fusionieren möchte. Dies würde die Restaktien Alduins über den derzeitigen Gesamtwert der Aktien steigern. Könnte allerdings Fridolinas Aktien im Wert senken.“
„Gut, dann genehmige den Eigenerwerb und verkaufe 20% der Marketendering Aktie.“
„Gewiss Herr.“
Der Oberaktionär blätterte in den Akten.
„Wie ich sehe liegen uns drei 100%-Fälle vor.
„Ja Herr, Summa Gralbrecher, Adeline Fragilis und Jockle von Nieleben. Wir kommen derzeit für ihren Unterhalt auf.“
„Gut, vereinbare zu Morgen ein Vorladung, ich werde ihnen einen Auftrag zuweisen, oder gibt es Familienangehörige, die betreffende Personen auslösen wollen?“
„Nein Herr. Summa Gralbrecher ist Vollwaise, Adeline Fragilis ist Geschieden und Jockle kam als Einwanderer her.“
„Gut…dann wird sie niemand vermissen.“
„Gewiss, eure Hochdotiertheit.“
Der Oberaktionär schloss die Akte und reichte sie zurück in die Dunkelheit.

Summa Gralbrecher


Summa Gralbrecher lag in einer Hängematte und schlief seinen Rausch aus. Eigentlich war das Leben unter der Schuhsole der Gesellschaft gar nicht mal schlecht. Essen, Trinken, ja selbst Alkohol war kostenlos. Man hatte immer noch Rechte, solange man tat, was einem gesagt wurde. Es hieß, sich völlig dem Oberaktionär zu verkaufen käme einem Selbstmord gleich. Aus diesem Grund hatte Summa es auch getan. Sein Leben war von Grund auf mies verlaufen. Er hatte nie Freunde, nie Geld und nie irgendwelche Ambitionen. Seine Eltern veräußerten schon früh all ihre Anteile von Summa an den Oberaktionär, was ihn faktisch, nach Ödem Recht, zu einem Vollwaisen machte. Damals dachte er noch, er würde dadurch vom Oberaktionär adoptiert werden, doch nichts da! Er kam in ein Kinderheim, eine schreckliche Zeit, in der er schon in sehr jungen Jahren die wunderbar betäubende Wirkung des Alkohols kennen lernte. Als er Erwachsen wurde, und damit seine Kindheitsanteile vom Oberaktionär zurückerstattet bekommen hatte, dauerte es nicht lange bis er diese wieder verprasste. Hauptsächlich für Alkohol.
Genau gesagt, war er jetzt seit einem Monat erwachsen. Es war der schönste Monat seines Lebens gewesen. Was nicht unbedingt bedeutet, dass er besonders schön war.
Er wurde weniger getreten, weniger angeschrieen und war weniger häufig unter all den grässlichen Menschen. Und da wusste er dass sein Leben überhaupt keinen Sinn machte.
Er dachte an Selbstmord, aber bevor er das tat, wollte er seinem Leben unbedingt einen Sinn geben, also konnte er auch alles an den Oberaktionär veräußern. Es hieß, er beauftrage Leute, die 100% ihrer Aktien veräußern würden, mit Himmelfahrtskommandos. Aus Summas Sicht klang das ziemlich verlockend. Für die restlichen 40% erhielt er 2,30 Mark. Mit dem Geld wollte er etwas kultiviertes tun in ging in ein Theater.
Er sah das Stück „Grimmige Monde“ von Lisabeth Heller. Und danach bereute er es, dass er nicht schon früher in ein Theater gegangen war. Noch mehr bereute er es, dass er nie erfahren hat was Liebe ist. Und am allermeisten bereute er, dass er sich dem Oberaktionär verkauft hatte.
Also betrank er sich bis in den Morgen mit dem Alkohol des Oberaktionärs.


Adeline Fragilis

Sie konnte nicht fassen, was ihr Ex getan hatte. Oh wie verliebt sie doch damals gewesen waren! Bullshit! Alles wollte sie für ihn tun, ihn, den geliebten Kasimir, Vorstand einer Uhrenmanufaktur und Mäzen einiger der erfolgreichsten Opern der Stadt Grünfeld-Bitterburg.
Sie Adeline Fragilis, aufstrebender Opernstar und gefeierte Diva, lag ihm wie ein Hund zu Füßen und vermachte diesem undankbaren Dreckskerl ihre gesamten Persönlichkeitsaktien! Alle! Dabei hatte sie nie welche weggegeben, nie welche verkauft! Nur ihrer wahren Liebe hatte sie diese vermacht! Pah! Und dieser verdammte Hurensohn, dieser arschkriechende Speichellecker, der sie wegen einer jüngeren verlassen hatte, der hatte doch tatsächlich kurz vor der Scheidung, alle Anteile an den Oberaktionär verkauft! Mit einem verdammten Gesamtgewinn von 2003000 Mark! Und dann veranlasste er die Oper, an die er 33% der Anteile besaß, sie auf die Straße zu setzten! Einfach so! Und jetzt? Und Jetzt?! Jetzt war sie die Sklavin des hochdotierten Despoten von Grünfeld-Bitterburg! Dem Großgrundbesitzer und Oberaktionär Ferdinand Piepenburg!
Noch an dem Tag ihrer Scheidung war sie im Wohnheim der Besitzlosen untergebracht worden und hauste nun schon seit  fast einer Woche zwischen abgehalfterten Gestalten in einer 9m² Wohnung. War das zu Fassen? Die Diva des grünen Feldes? Hier in diesen verrauchten Bruchbuden? In abgetragener billiger Kleidung? Eins wusste sie, wenn sie irgendwann wieder an ihre Aktien kommen würde, dann würde sie fürchterlich Rache nehmen! An ihren Ex, an diesem System und dem Innenausstatter dieses verdammten Wohnheims!
Vielleicht konnte sie die Kurtisane des alten Piepenburgs werden und sich so an alle rächen?
Mit Kurtisanen kannte sie sich aus, sie hatte oft welche in den Opernstücken ihres Mannes eine spielen müssen. Doch Piepenburg schien sich nur für Geld zu interessieren.  
Ha! Aber er war noch nie Aug in Aug mit einer Diva ihres Formats! Er würde dahinschmelzen, er würde-!
Ein Brief wurde unter die Tür ihres Zimmer hindurch geschoben und unterbrach Adeline in ihren Tagträumen.
Sie öffnete den Brief, las ihn und dann fing sie an zu lächeln.
„Eine persönliche Einladung des Oberaktionärs! Kasimir, meine Rache naht!“
Sie legte sich aufs Bett, starrte an die Wand und überlegte sich, was sie wohl anziehen würde.
Der Brief rutschte aus ihren Händen, als sie von Brokat zu  träumen begann, auf den Boden. Deutlich sichtbar war der Titel: Vorladung.


Jockle von Nieleben



Jockle war ein Guhl. Naja, streng genommen war ein Mensch, doch offiziell war er ein Guhl, zumindest stand das auf seinem kryptischen Pass. Also, war er in Kryptien offiziell ein Guhl.
Hier war er ein nichts. Guhle sind angeblich Kannibalen und ernähren sich von Toten. Allerdings bringt das viele Probleme mit sich. In Kryptien herrscht die Thanatokratie, die Herrschaft der Toten. Da besitzen die Toten mehr Rechte, als die Lebenden, die sog. Untoten. Also war es verboten Tote zu essen und Lebende waren grundsätzlich selten bereit sich essen zu lassen. Warum Jockle zum Guhl klassifiziert worden war, verstand er selber nicht, der Einbürgerungstest von Kryptien, den jeder Bürger mit 16 ausfüllen musste war heillos kompliziert.  Die die ihn verstanden wurden Bürokraten, die die jemanden kannten der diesen Verstand wurde zu Vampiren oder irgendwelche andere höhergestellte Untote. Der Großteil der Bevölkerung aber musste sich damit begnügen, wenn er über den Status des Zombies hinauskam. Und dann die Abstufungen! Jockle war ein Guhl 3. Klasse. Was hieß, dass er nicht alle Bedingungen erfüllte, wie zum Beispiel, dass er nicht das Fleisch von Toten aß. Viele Guhle hatten dieses Problem. Und in Kryptien war es zu einer Art Volkssport geworden dem Persönlichkeitsbild seines Untotenstati  so weit wie möglich zu entsprechen.
Jockle war nicht unbedingt erpicht darauf Menschenfleisch zu essen, allerdings witterte er hier eine Chance, trotz seines niedrigen Status zu Wohlstand zu kommen.
Er hatte davon gehört, dass in Öd ein Hundefutter auf dem Markt wäre, dass zu 100% aus Menschenfleisch  bestünde. In Mart’Alia, traf er die ersten Händler die damit handelten, doch war ihm der Preis zu hoch, er wollte die Quelle erreichen!
Per Schiff erreichte er Grünfeld-Bitterburg, doch hier schien niemand etwas davon zu wissen. Manche schauten ihn verdutzt an, andere schätzten seine Geschäftsidee, doch niemand wusste etwas davon. Jockle hörte dann allerdings von einem Händler mit dem er sprach, dass eventuell, die Stadtwache, der sog. Fleischerorden etwas darüber wüsste. Jockle stieß dort aber auf taube Ohren. Er müsste erst dort arbeiten um die Geheimnisse der Fleischerei zu erlernen. Und um dort zu Arbeiten, bräuchte er die Öde Staatsbürgerschaft. Er beantragte sie und bekam sie in einem für Kryptier unglaublich schnellen Bearbeitungszeit von zwei Monaten bestätigt. Er fing also an, bei den Fleischern in die Lehre zu gehen, was zu einem Großteil auch Militärische Übungen umfasste. Allerdings fand er selbst nach zwei Jahren nicht heraus ob in Grünfeld-Bitterburg Menschenfleisch verarbeitet wurde. Und langsam hing ihm die Stadt zum Hals raus. Das Diffuse violette Licht, die schlechte Luft und das seltsame Wirtschaftssystem, dass er nicht zu durchschauen vermochte. Und natürlich noch die Demonstranten, die Grünfeld-Bitterburg belagerten. Er beschloss, seine Persönlichkeitsaktien zu verkaufen um noch etwas Gewinn zu erwirtschaften und nach Kryptien zurück zu kehren. Vielleicht würde er mit dem Geld auch vorher noch in Mart’Alia Menschenfleisch einkaufen um es in Kryptien gewinnbringend weiterverkaufen können. Doch als er das Schiff betreten wollte ging das plötzlich nicht mehr. Er durfte die Stadt nicht verlassen, denn plötzlich hatte er nicht mehr das Recht dazu, dass hatte er an den Oberaktionär verkauft.
Am Abend fand er sich dann in einem düsteren Zimmer der großen Häuser wieder in dem die Besitzlosen hausten. Er hatte mehr als hundertausend Mark und war nun ein Besitzloser.
Die Logik verstand er seltsamerweise.
Es war eine Logik die in Kryptien durchaus üblich war.
Aber hier hatte er sie nicht erwartet, nicht in einer Stadt des Geldes.

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Akiragirl
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BeitragVerfasst am: 16.03.2011 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Equimicus,

Ich habe mir jetzt mal das erste Kapitel durchgelesen. Ich werde nicht wieder alle Fehler im Text markieren, aber du musst nach wie vor unbedingt an deiner Kommasetzung arbeiten.
Equimicus hat Folgendes geschrieben:
„Gewiss (Komma) euer Hochdotiertheit! Ihre letzte Komposition (kein Komma!) fand reißenden Absatz.“

Wenn du drei Punkte verwendest, quasi als Pause, dann muss davor und dahinter ein Leerzeichen stehen:
Equimicus hat Folgendes geschrieben:
„Ah…wie ich sehe ist der Preis für Kamilia Emil ziemlich stark gestiegen

„Ah … wie ich sehe (…)“
Auch in der Zeichensetzung in Dialogen machst du noch viele Fehler:
Equimicus hat Folgendes geschrieben:
„(…) fand reißenden Absatz.“ Sprach eine demütige Stimme aus dem Halbdunkeln (…)

Bei solchen Wendungen wie „sprach“, „sagte“, „erwiderte“, macht man nach die Aussage ein Komma und dann geht es klein weiter, also: „(…) reißenden Absatz“, sprach eine (…)

Ansonsten fehlen auch häufiger Punkte am Ende von Aussagesätzen oder es sind überflüssige Leerzeichen drin; „das“ und „dass“ verwechselst du gerne mal. Du solltest deine Texte gründlich Korrekturlesen, damit tust du deinen Lesern einen großen Gefallen, denn wenn man nicht in jedem zweiten Satz über Fehler stolpert, kann man sich wesentlich besser auf den Inhalt konzentrieren.

Abgesehen davon sind mir einige Sätze aufgefallen, die eine gewisse unfreiwillige Komik haben. Es liest sich, als möchtest du am Anfang eine Gewisse „unheimliche“, „dubiose“ Atmosphäre schaffen. Aber so was:
Equimicus hat Folgendes geschrieben:
Plötzlich tauchte eine Hand in dem Lichtkegel auf, die den Oberaktionär an seinen Schreibtisch wie eine Glocke umgab und reichte ihm eine Akte.

klingt für mich albern. Eine Hand taucht auf – War auch noch ein Körper dran?
Oder hier:
Equimicus hat Folgendes geschrieben:
Damals dachte er noch, er würde dadurch vom Oberaktionär adoptiert werden, doch nichts da!

Dieses saloppe „nichts da!“ finde ich der Ernsthaftigkeit seiner Situation bzw. Vergangenheit nicht angemessen.
Equimicus hat Folgendes geschrieben:
Alles wollte sie für ihn tun, ihn, den geliebten Kasimir, Vorstand einer Uhrenmanufaktur und Mäzen einiger der erfolgreichsten Opern der Stadt Grünfeld-Bitterburg.

Grausamstes Infodumping … Ganz schlecht.

Das Gespräch am Anfang war mir zu lang. Man kennt ja die Leute nicht und was du zeigen möchtest hat man schon nach den ersten paar Absätzen mitbekommen, dann langweilt es nur noch. Überhaupt führst du gleich im ersten Kapitel innerhalb weniger, kurzer Absätze so viele Personen mit schwer zu merkenden Namen ein, dass man als Leser schnell den Überblick verliert. Spannungstechnisch und auch emotional ist es für den Leser einfacher, erstmal einer Figur etwas länger zu folgen, bis man sie ein wenig kennt, und erst dann mit neuen Personen konfrontiert zu werden (ist jedenfalls so mein Empfinden).
Und was du von den einzelnen Figuren, mal als Beispiel Summa, erzählst, ist mir zu narrativ. Du „erzählst“ mir halt seine ganze Vorgeschichte, aber da kommen keine Gefühle rüber, die Figur ist mir nach wie vor völlig egal. Ich weiß nicht, ob du Sol Stein kennst, aber sein Motto ist „show, don’t tell!“, d.h. es ist für den Leser immer interessanter, die Figur in einer bestimmten Situation bildlich vor sich zu sehen und ihre Handlungen nachzuvollziehen, als nur von ihr erzählt zu bekommen. So ist das alles für mich nur Infodumping in Kurzfassung, das macht irgendwie keine Lust auf Summa …

Die Idee mit den Aktien gefällt mir; da kann man sicher eine spannende Story draus machen, insofern ist das schon ein guter „Köder“, aber in der jetzigen Form würde mich das erste Kapitel eher abschrecken.

Liebe Grüße
Anne


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Leene
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Beiträge: 724



BeitragVerfasst am: 16.03.2011 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Equimicus,

deine Idee finde ich super.  smile Aktiengesellschaft. Antrag auf Eigenerwerb. Akte der Besitzlosen. Öd. Beethoven. Echt gut.

Zur Ode:

Sie bietet mehrere Ansatzpunkte und passt aus meiner bisherigen Sicht prima vor das Buch. Allerdings lässt sich der Text nicht immer gut auf den Rhythmus singen, etwa hier:
„Öde öder Landschaftsflecken, Kind de-r Industrie!“
Der letzte Halbsatz passt gar nicht; die Dehnungen wirken stark gekünstelt. Die Symphonie sieht hier vier Viertel vor, der Text besteht aber nur aus zwei je einsilbigen Wörtern („Kind der“). Magst du vielleicht „Kinder dieser“?
„Einige sind nicht ungefährlich, andere wirklich süß und zart.“
„Wirklich“ passt nicht, hier steht eine Viertelnote, so auch bei „sind nicht“ respektive „einige“. Je eine Silbe wäre aus meiner Sicht hier besser.

Beachten solltest du auch bei der ersten Silbe in der vierten Zeile, dass sie, soweit ich weiß, im Sopran synkopisch gesungen wird – im Gegensatz zu den unteren Stimmen, also eine stilistisch wichtige Stelle.

Zum Prolog:

Du erklärst aus meiner Sicht zu viel. Lass die Infos den Leser nach und nach selber entdecken. Vom Autor aufgeworfene Fragen erzeugen keine Spannung, weil der Leser sich zu sehr belehrt fühlt. Spannung erzeugt man, in dem man Personen in unwägbare, schwierige Situationen wirft und dann ggf. noch zusätzlich einen Countdown ansetzt.
Das ist süß: „Nur eine Stadt leistete Wiederstand gegen die marodierenden Ökoaktivisten.“ Erinnert mich an Asterix.

Zum ersten Kapitel:

Der Oberaktionär gefällt mir im Großen und Ganzen sehr gut und zieht mich rein. Die weiteren Teile allerdings sind zwar inhaltlich interessant, aber nicht spannend zu lesen – ich sehe das genauso wie Akiragirl: zu narrativ, zu schnelle Perspektivenwechsel. Außerdem schreit mich Adeline an (!!); viele Ausrufezeichen lese ich nicht so gerne. Die Namenswahl der Protagonisten ist lustig, weil sie zur Charakterisierung beiträgt (bzw. gehe ich davon jetzt aus); in der Masse – immerhin sind die Orte ja auch entsprechend benannt – wirkt es zumindest im Moment überladen.

Mein Fazit:

Weitermachen, das macht definitiv Lust auf mehr.  smile
Und nun hab´ ich ´nen Ohrwurm.  Wink

Viele Grüße
Leene
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Equimicus
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BeitragVerfasst am: 16.03.2011 23:08    Titel: pdf-Datei Antworten mit Zitat

Infodumping...ist woh zu recht das passende Wort. Habe ich heute zum ersten mal gehört. Mhm...Wahrscheinlich spielt da meine eigene Vorliebe für Informationen aller Art mit rein (Das Buch hat jetzt schon in der Planung einen riesigen Anhang). Ich habe einfach so eine riesige Flut an Informationen die ich weitergeben will. Ich glaube ich könnte eine ganze Abhandlung darüber schreiben aber gerade so etwas will ja niemand lesen Sad  Aber ich will auch, das die Leute über das nachdenken was ich schreibe und habe immer Angst, dass wenn ich was weglasse, Inkonsistenzen oder gar Fehlinterpretationen entstehen.

Aber ich habe schon gemerkt, vor allem bei E-mails, dass wenn ich so ausführlich versuche zu schreiben, vieles überlesen wird oder gar nicht beachtet. Oftmals wird genau das nachgefragt, was meiner Meinung nach schon in der E-mail stand. Ich habe wohl ein riesiges Kommunikationsproblem.

Die drei Charaktervorstellungen waren als Einstieg gedacht auf den man gedanklich immer wieder zurückkommen könnte um die Handlungsweisen der Personen nachvollziehen zu können. Aber wahrscheinlich habe ich es wirklich zu billig verpackt. Und der narrative Stil scheint ziemlich abschreckend zu sein. Wahrscheinlich weil er es dem Autor zu einfach macht informationen preis zu geben.

Mit dem "Zeigen" ist derzeit gedanklich das Problem, für denn Fall, dass ich die Scene mit dem Oberaktionär stehen lasse, dass die betreffenden Personen zu diesem Zeitpunkt nicht viel zu tun haben und  in dieser Zeit eigentlich auch kaum Kontakt mit anderen Personen hatten. Also wäre es wohl am logischten die Sache total zu vergessen...

Oder früher anzusetzen und die Scenen zu zeigen, wie sie abstürzen. Aber das würde für mich zu lang und von der eigentlichen Handlung abschweifen. Also gar nicht erst anfangen.

Summa ist eine Person für die man sich nicht interessieren brauch. Dieser Eindruck soll ja auch entstehen. Wenn man sich für ihn interessieren würde, dann wäre ja seine Aktie nicht so vollkommen wertlos. Er ist wie ein Blatt an einer Klopapierrolle. Er hat keinen Charme, keine Ambitionen. Ist Farblos. Wer schon einmal richtig depressiv war, weiß wie das ist. Und Mitleid oder interesse entwickelt man in der Regel für solche Personen auch nicht, da sie selbst zu antriebslos sind um sich helfen zu lassen. Aber wenn nicht mal das rüberkommt, dann habe ich wirklich versagt.

Adeline ist eine sehr aufbrausende, egozentrische Gestalt. Das und ihre Empörung die sie innerlich ausstrahlt wollte ich irgendwie wiedergeben.
Gibt aber ja noch genügend Möglichkeiten dies zu zeigen.

Die Namen, die in dem Gespräch des Oberaktionärs auftauchen müssen eigentlich nicht gemerkt werden, aber da es sich um Persönlichkeitsaktien handelt, sind die Namen von Belang. Können also nur dann rausgenommen werden, wenn ich die ganze Szene rausnehme.

Die Sachen mit den Händen werde ich komplett streichen.

Das mit den Kommatas und der ganzen Form ist natürlich ziemlich ärgerlich.

Ich werde jetzt erst einmal versuchen einen vollständigen übersichtlichen
Handlungstrang ins Forum zu posten um mir Tipps zu holen, wo ich die Informationen, die ich hier versucht habe darzulegen reinstreuen kann.


Leene, wenn du dich noch etwas genauer mit der Ode beschäftigen willst, schau mal bei Sonstiges unter  Arrow Songtexte rein, da wird sie gerade diskutiert. Aber danke für deine Anmerkungen, insbesondere bist du die erste die direkt auf die Noten eingeht. smile


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BeitragVerfasst am: 17.03.2011 03:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Equimicus smile

ich glaub, ich kann hier nicht mehr viel zu sagen, die Vorredner haben schon gute Textkritik gebracht...

Dein Schreibstil erinnerte mich etwas an Walter Moers (auch wenn ich nicht viel von ihm las, nur das mit den Büchern und Zamonien.... *nachguck* "Die Stadt der träumenden Bücher"... jedoch muss ich zugestehen, dass ich es nicht zu Ende las, da der Schreibstil mich nicht dauerhaft packen konnte. Auch wenn es ungemein kreativ war smile ).

Vielleicht kannst du das Infodumping etwas reduzieren, indem du Infos in Fußnoten verlegst, wie es der gute Pratchet tut smile
So reißen sie einen nicht aus der Handlung und du hast einen eigenen Textabschnitt in dem du die Leser deine Hintergrundinfos näher bringen kannst.

Aber auch da musst du aufpassen, dass du nicht zu viele Infos vermittelst. Es geht nicht darum, möglichst viel von dem, was du dir ausgedacht hast, zu erzählen, sondern darum ein Feeling für die Welt zu liefern.
Also einzelne, herausstechende Beispiele und nicht die Geschichte in Fußnoten ertränken wink
Die Leser sind nicht dumm und haben sie erst die Grundregeln einer Welt verstanden, können sie von denen aus auch anderes ableiten...
(Meiner Meinung nach war das auch eine Schwäche Moers' Buch... mir persönlich ging vieles zu sehr in eine Richtung, zu viele gleichartige Infos. Am Anfang war das okay, schließlich wollte ich ein Feeling für die Welt entwickeln, aber nach einer Weile dauerte es mir einfach zu lange, bis die Geschichte in Schwung kam und er schweifte immer noch in Details aus...)

Zitat:
Aber ich habe schon gemerkt, vor allem bei E-mails, dass wenn ich so ausführlich versuche zu schreiben, vieles überlesen wird oder gar nicht beachtet. Oftmals wird genau das nachgefragt, was meiner Meinung nach schon in der E-mail stand. Ich habe wohl ein riesiges Kommunikationsproblem.

Kenn ich, kenn ich smile
Sag lieber nur das wichtigste, die Quintessenz.
Und lass den Leuten den Freiraum zum Fragen... für die meisten Menschen ist es angenehmer Informationen im Dialog, als On-Block zu erhalten.

Ist wie beim Lernen:
Stell dir vor du erhälst einen Fachartikel, in dem ein bestimmter Sachverhalt super erklärt wird, so dass keine Fragen offen bleiben. Auch wirft dieser Text keine Fragen auf, die er selbst dann beantworten würde, sondern er liefert alles als Info-Text.

Stell dir im Gegenzug einen Vortrag vor, in dem der Dozent die Quintessenz des Sachverhaltes darstellt und am Ende oder gar zwischendurch genügend Zeit für Fragen lässt. Logischerweise entstehen bei einem interessierten Publikum einige Fragen, die der Dozent beantworten kann.

Da das Fragen eine Handlung ist und auch einiges an Mitdenken erforderte, erinnern sich die Leute selbst eher daran. Es ist dann eine Erlebnis-Erinnerung, statt nur eine Info-Erinnerung.
(Leider hab ich die genauen Fachbegriffe vergessen, die Psychologiestunden sind halt schon ein Semester her ^^; )

In gewisser Weise heißt das auch, dass die Schriftsteller-Regel "Show, don't tell" damit naturwissenschaftlich belegt ist, denn wir wollen deine Charaktere ja kennen-lernen wink

Also versuch ein bissl Gehirn-freundlicher zu schreiben smile
Sprich unser Limbisches System an!

Zitat:
Ich werde jetzt erst einmal versuchen einen vollständigen übersichtlichen
Handlungstrang ins Forum zu posten um mir Tipps zu holen, wo ich die Informationen, die ich hier versucht habe darzulegen reinstreuen kann.

Poste am besten dann hier einen Link, damit wirs finden können smile
(Wie man sieht ist das hier mein erster Post und ich finde das Forum bisher noch sehr verwirrend...)

Zitat:
Summa ist eine Person für die man sich nicht interessieren brauch. Dieser Eindruck soll ja auch entstehen. Wenn man sich für ihn interessieren würde, dann wäre ja seine Aktie nicht so vollkommen wertlos. Er ist wie ein Blatt an einer Klopapierrolle. Er hat keinen Charme, keine Ambitionen. Ist Farblos. Wer schon einmal richtig depressiv war, weiß wie das ist. Und Mitleid oder interesse entwickelt man in der Regel für solche Personen auch nicht, da sie selbst zu antriebslos sind um sich helfen zu lassen. Aber wenn nicht mal das rüberkommt, dann habe ich wirklich versagt.


Ich wage es mal ganz dreist zu widersprechen ^^;
Nur weil jemand schwer depressiv ist, sich selbst nur noch als ein Stück Scheiße sieht, heißt das nicht, dass einen automatisch auch alle so sehen.
Für das Wirtschaftssystem ist dieser Mensch natürlich furchtbar uninteressant, eher gesagt eine Bürde. Das heißt nicht, dass das menschlich auch der Fall sein muss.
Und wie willst du, dass deine Leser ihn interessant finden, wenn du ihn als völlig uninteressant darstellen willst?
Ein Mensch wird nicht durch seine gelieferten Leistungen interessant, sondern durch seinen Charakter.
Am Anfang willst du ihn als gleichgültig, depressiv darstellen.
Aber schon durch sein Bedauern, dass er wieder einen Funken Lebenswillen im Theater fand (ich interpretier das mal so ganz frech rein smile ), dadurch zeigst du ja schon, in was für eine Richtung sich dieser Charakter wandeln beginnt bzw. könnte.
Vielleicht wäre es gut, wenn du seine Erlebnisse in Flashbacks, wie Tagträume, darstellst. Also bildlich zeigst, wie miserabel er behandelt wurde. Eine kurze Erinnerung wie er am schlimmsten zusammengeschlagen wurde, ein Erinnerung an die bewegendeste Szene des Theaterstücks. Vielleicht auch ein paar lebhaftere Beschreibungen, wie er in der Hängematte liegt und sich besäuft. So dass man ein Bild im Kopf von ihm bekommt. Dann könntest du einen Teil seiner Biografie vielleicht auch streichen oder kürzen. Es reicht, wenn man nur andeutet wie Scheiße alles war und man kann sich als Leser denken, wie seine Sicht auf sein Leben ist, wenn er sich chronisch besäuft und sich selbst verkauft.

Die Ode hat mir übrigens richtig gut gefallen smile
Auch wenn ich wenig zu sagen kann, kenn mich in Versmaßen und dergleichen nicht besonders aus.

Ich freu mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung lol2
Ist auf jeden Fall eine vielversprechende Geschichte!
Greetz, dat A-Lien smile
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